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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.491 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

27.01.2020 um 19:54
shionoro schrieb:Das einzige, was ich als Pilotversuch in dieser Richtung sehen würde, ist das hier:
https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2020/eigensinn/alemannenschule-wutoeschingen-schule-mach...
Gut da es immer auf dieses Experiment rausläuft, wäre als nächstes der Versuch dran, ob sich das auf andere Schulen oder Regionen übertragen lässt, also ein Folgepilotprojekt. Weil dann sieht man auch, ob es am besonderen Engagment der wutoeschinger lag oder tatsächlich ein System ist, wo auch andere Menschen mit klar kommen.

Wer entscheidet sowas, die Landesregierung? Oder gibt es da eher Schulexperten die da zustimmen müssten?

Wir sind ja erfolgsgetrieben, d.h. es ist erstmal egal ob wir das alemannenschule-wutoeschingen gut finden oder nicht, solange es in der Praxis erfolgreich ist.

Aber über was wollen wir hier dann noch diskutieren?


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28.01.2020 um 00:26
81886762 802344596898674 611765585340006Original anzeigen (0,5 MB)


https://debeste.de/105514/ELTERN-DENKT-DRAN,-DASS

passt.


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28.01.2020 um 00:37
@Seidenraupe

Und wenn kinder das nicht mehr von ihren Eltern lernen, sollten wir dann den kopf in den sand stecken und sagen, dass sie das doch aber müssten?
frivol schrieb:Gut da es immer auf dieses Experiment rausläuft, wäre als nächstes der Versuch dran, ob sich das auf andere Schulen oder Regionen übertragen lässt, also ein Folgepilotprojekt. Weil dann sieht man auch, ob es am besonderen Engagment der wutoeschinger lag oder tatsächlich ein System ist, wo auch andere Menschen mit klar kommen.

Wer entscheidet sowas, die Landesregierung? Oder gibt es da eher Schulexperten die da zustimmen müssten?

Wir sind ja erfolgsgetrieben, d.h. es ist erstmal egal ob wir das alemannenschule-wutoeschingen gut finden oder nicht, solange es in der Praxis erfolgreich ist.

Aber über was wollen wir hier dann noch diskutieren?
Genau, wir müssten das ausweiten. Das ist nicht ganz einfach, weil da natürlich Schulen eine treibende Kraft brauchen, die das konzept wirklich versteht und auf andere regionen anpassen und ausweiten kann. Die ist aber nicht immer da. SChlimm wäre es, wenn man einfach sich denkt 'hey wir geben kindern ipads, übernehmen sonst nix und machen uns kaum gedanken und dann schauen wir, ob das klappt'.

Da müssen erstmal gelder bewilligt werden UND schulen entscheiden, dass sie das probieren wollen.

Wir diskutieren hier darüber, dass wir solche änderungen dringend brauchen, weil einige alte schulparadigma so nicht mehr wahr sind.


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28.01.2020 um 01:38
shionoro schrieb:Wir diskutieren hier darüber, dass wir solche änderungen dringend brauchen, weil einige alte schulparadigma so nicht mehr wahr sind.
ob wir solche Veränderungen brauchen?
Das meinst du, aber es ist nicht Konsens.


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28.01.2020 um 01:40
Seidenraupe schrieb:ob wir solche Veränderungen brauchen?
Das meinst du, aber es ist nicht Konsens.
Naja, findest du nicht, dass immer weniger eltern in der lage scheinen, ihren kindern diese Dinge mitzugeben?
Wir haben wie gesagt immer mehr Verhaltensauffällige kinder oder leute, die zwar nominell gebildet sind aber angststörungen haben oder anderweitig weit hinter ihren möglichkeiten zurückbleiben wegen grundsätzlichen lebensskills, nicht wegen fehlendem Potential.


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28.01.2020 um 12:32
shionoro schrieb:Naja, findest du nicht, dass immer weniger eltern in der lage scheinen, ihren kindern diese Dinge mitzugeben?
Doch, genau das finde ich.
Deswegen sollten Eltern und zukünftige Eltern wieder mehr und vorallem ausreichend zur Erziehung ihrer Kinder befähigt werden.
Wie das zu bewerkstelligen ist, darüber sollte Politik nachdenken und dann entsprechend handeln.


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28.01.2020 um 13:37
@Seidenraupe
Das ist ein bisschen wie, als würdest du sagen 'Ich will keine gefängnisse, man darf keinen Einsperren. Der Staat muss Möglichkeiten finden, Leute ohne Einsperren von kriminellen Handlungen abzuhalten' ohne zu sagen, wie das überhaupt gehen könnte.

Wie soll man jemanden zur Kindererziehung befähigen? Vorallem zur 'richtigen' Kindererziehung, die ja ohnehin jeder anders sieht?
Das maximale, was man über Jugendämter rausholen könnte, wäre, dass kein Kind mehr geschlagen oder missbraucht wird bzw. Eltern hilfsangebote bekommen.

Aber das wird unser problem von immer heterogener werden Klassen nicht lösen können.


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28.01.2020 um 14:43
shionoro schrieb:Naja, findest du nicht, dass immer weniger eltern in der lage scheinen, ihren kindern diese Dinge mitzugeben?
Ich finde, das war früher eher schlimmer. Klar, manche Dinge wurden Kindern früher eher eingebleut. Aber heute ist es eher so, dass solche Fälle halt dann in sozialen Medien landen und dadurch einem ständig vor die Augen kommen.
Seidenraupe schrieb:Deswegen sollten Eltern und zukünftige Eltern wieder mehr und vorallem ausreichend zur Erziehung ihrer Kinder befähigt werden.
Ein frommer Wunsch ohne jede Chance auf Realisierbarkeit.
shionoro schrieb:Aber das wird unser problem von immer heterogener werden Klassen nicht lösen können.
Das könnte man zum Teil schlicht durch Geld lösen. Deutlich mehr Lehrer und damit deutlich kleinere Klassen würden schon mal sehr helfen. Dazu noch die Ausbildung der Lehrer etwas auf die Verhältnisse anpassen und es gäbe fast schon paradiesische Zustände und man könnte sogar Kinder aus "problematischen" Familien besser auffangen.
Das einzige Problem: Bildung muss im Haushalt eben einen größeren Stellenwert bekommen.


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28.01.2020 um 14:53
kleinundgrün schrieb:Ich finde, das war früher eher schlimmer. Klar, manche Dinge wurden Kindern früher eher eingebleut. Aber heute ist es eher so, dass solche Fälle halt dann in sozialen Medien landen und dadurch einem ständig vor die Augen kommen.
Ich glaube nicht, dass das was mit sozialen Medien zu tun hat. Eher wird heruntergespielt, wie schlecht die Zustände eigentlich sind.
kleinundgrün schrieb:Das könnte man zum Teil schlicht durch Geld lösen. Deutlich mehr Lehrer und damit deutlich kleinere Klassen würden schon mal sehr helfen. Dazu noch die Ausbildung der Lehrer etwas auf die Verhältnisse anpassen und es gäbe fast schon paradiesische Zustände und man könnte sogar Kinder aus "problematischen" Familien besser auffangen.
Das einzige Problem: Bildung muss im Haushalt eben einen größeren Stellenwert bekommen.
Das wäre eine Hilfe, aber eine HIlfe auf Zeit. Ich halte es für fast unmöglich, die kalssen auf die Hälfte zu bringen, aber nehmen wir es mal an: In jeder Schulklasse in jeder Schulform haben wir jetzt 15 Kinder und einen motivierten, gut ausgebildeten Lehrer.
Es bleiben ja trotzdem dieselben probleme.

Da ist jetzt der super ausgebildete lehrer und der hat ein verhaltensauffälliges kind. Er kann sich jetzt mehr um das Kind kümmern, aber letztendlich kann er auch nichts anderes tun, als Jugendämter alarmieren, ggf. auf hilfsangebote verweisen.
Im Unterricht ist das einzige, das sich wirklich ändert, dass er mehr spezifische unterrichtsinhalte (z.b. über nachholaufgaben) für das verhaltensauffällige kind gestalten, es also besser beschulen kann und ggf. den unterricht besser durchziehen kann, weil es leiser ist und er mit der klasse besser umgehen kann.

Das ist gut, aber es wird das problem von dem Kind nicht lösen. Es wird probleme wie mobbing wohl verringern, was ja toll wäre, aber sofern es wirklich darum geht, dem Kind chancen zu ermöglichen und es zu bilden, glaube ich nicht, dass der Effekt riesig groß sein würde.


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28.01.2020 um 15:05
kleinundgrün schrieb:Ein frommer Wunsch ohne jede Chance auf Realisierbarkeit.
Das sahen die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch ganz anders. Deswegen schrieben sie den Deutschen in die Verfassung:
Art 6. (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft....
Die Durchsetzung von Art. 6 GG als "Frommen Wunsch" zu bezeichnen, halte ich für nicht hinnehmbar.

deswegen lautet meine Forderung:
Seidenraupe schrieb:
Deswegen sollten Eltern und zukünftige Eltern wieder mehr und vorallem ausreichend zur Erziehung ihrer Kinder befähigt werden.
Wenn man dies nicht will oder aus rechtlichen, vermeintlichen oder tatsächlichen Gründen nicht umsetzen kann, sollte man das Grundgesetz ändern und Schulen (andere Erziehungseinrichtungen?) an Stelle der Eltern zuvörderst mit der Erziehung der Kinder beauftragen?


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28.01.2020 um 15:36
shionoro schrieb:Ich glaube nicht, dass das was mit sozialen Medien zu tun hat. Eher wird heruntergespielt, wie schlecht die Zustände eigentlich sind.
Überlege mal, wie viel Du früher von solchen Dingen erfahren hast und wie viel heute. Früher kanntest Du Geschichten aus Deinem nähren Umfeld. Heute kommen die Geschichten aus den sozialen Medien noch hinzu.
shionoro schrieb:Im Unterricht ist das einzige, das sich wirklich ändert, dass er mehr spezifische unterrichtsinhalte (z.b. über nachholaufgaben) für das verhaltensauffällige kind gestalten, es also besser beschulen kann und ggf. den unterricht besser durchziehen kann, weil es leiser ist und er mit der klasse besser umgehen kann.

Das ist gut, aber es wird das problem von dem Kind nicht lösen.
Aber doch deutlich verringern. Wenn jemand sich um Probleme kümmert, werden sie in aller Regel weniger.


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28.01.2020 um 15:42
Seidenraupe schrieb:Wenn man dies nicht will oder aus rechtlichen, vermeintlichen oder tatsächlichen Gründen nicht umsetzen kann, sollte man das Grundgesetz ändern und Schulen (andere Erziehungseinrichtungen?) an Stelle der Eltern zuvörderst mit der Erziehung der Kinder beauftragen?
Auf jeden Fall, ja, falls das überhaupt notwendig ist (das GG zu ändern).
Überlege mal, wie viel Du früher von solchen Dingen erfahren hast und wie viel heute. Früher kanntest Du Geschichten aus Deinem nähren Umfeld. Heute kommen die Geschichten aus den sozialen Medien noch hinzu.
Heute kommen einige wenige Geschichten in die sozialen Medien. Heute hat aber so gut wie jeder seine Horrorgeschichten aus der Schule zu erzählen. ich weiß, dass das, was ich so in der Schule erlebt hat, meine eltern besorgniserregend fanden. Und ich war auf keiner schlechten schule.
Aber doch deutlich verringern. Wenn jemand sich um Probleme kümmert, werden sie in aller Regel weniger.
Es geht da um qualitative Unterschiede. In unserem aktuellen System können wir ein paar Reförmchen anstoßen und eine weile einen halbwegs erträglichen Zustand waren. Aber eben keinen wirklich langfristig nutzbringenden.

Die Verhaltensauffälligen Kinder, denen die Schule nicht Herr wird, sind ja nur eines von mehreren Kernproblemen des heutigen Schulsystems. Und schon das könnte man nur wirklich im aktuellen system lösen, wenn man doppelt so viele lehrer einstellt (was wohl nicht finanzierbar wäre).


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28.01.2020 um 15:50
Seidenraupe schrieb:Das sahen die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch ganz anders. Deswegen schrieben sie den Deutschen in die Verfassung:
Bitte erläutere, inwieweit das Deiner Meinung nach meinem Gesagten widerspricht. Ich sehe da keine Anhaltspunkte.
Vermutlich hast Du Art. 6 nicht verstanden?

Natürlich wacht die Gemeinschaft darüber, dass es in Familien nicht zu Exzessen der Eltern im Rahmen der Erziehung kommt. Kein Elternteil kann sich darauf berufen, im Rahmen des Art. 6 zu handeln , wenn es zu Erziehungszwecken seine Kinder prügelt. Ohne diese Regelung in Art. 6 hätten es Jugendämter schwer, überhaupt tätig zu werden.
Wie kommst Du denn überhaupt auf diese Interpretation?
Seidenraupe schrieb:Wenn man dies nicht will oder aus rechtlichen, vermeintlichen oder tatsächlichen Gründen nicht umsetzen kann
Dann mal Butter bei die Fische: Mach einen Vorschlag, wie man Eltern dazu zwingen könnte, bessere Eltern zu werden. Irgend was, das in Deinen Augen so was bewirken könnte.


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28.01.2020 um 16:43
Für mich sind die drei Kernprobleme der aktuellen Schule übrigens:

  • Die unfähigkeit, auf die immer weiter steigende Heterogenität der Klassen zu reagieren und daher die unfähigkeit, sowohl Probleme als auch Begabungen angemessen zu adressieren (dazu reicht es nicht, ab und an Förderunterricht zu verteilen)
  • Das festhalten an der Idee, dass es Grundwissen gibt, obwohl durch die Wissensexplosion einerseits soetwas wie Grundwissen nichtmal mehr in einem Fach wirklich existiert und andererseits durch die Verfügbarkeit von Suchmaschinen reines Auswendiglernen quasi Bedeutungslos geworden ist. Schlichtweg bereitet das in der Schule vermittelte wissen nicht auf später vor.
  • Die enorme Ineffizienz der Wissensvermittlung. Man stiehlt kinden bis zu 13 Jahre ihres Lebens um ihnen am Ende eigentlich sehr wenig beigebracht zu haben. Die Schule greift sehr empfindlich in die formativen, eigentlich auf Erlebnis ausgelegten Jugendjahre ein und schmälert die Erfahrungen, die ein Jugendlicher in ihnen machen kann.


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28.01.2020 um 19:12
shionoro schrieb:reines Auswendiglernen quasi Bedeutungslos geworden ist
Das ist falsch, man muss das Auswendiglernen schon üben, damit es später auch noch klappt. Man ist nicht auf einmal gelerntes angewissen, weil man Nachschlagen kann. Aber wie bei einer Fremdsprache, kannst du nicht jedes Wort nachschlagen, wenn du dich in einer Fremdsprache unterhalten willst.
shionoro schrieb:Man stiehlt kinden bis zu 13 Jahre ihres Lebens um ihnen am Ende eigentlich sehr wenig beigebracht zu haben.
Wenn du das weglässt, dann langweilen sich die Kinder den ganzen Tag über und haben nach 13 Jahren dann von gar nichts eine Ahnung.


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28.01.2020 um 19:37
frivol schrieb:Das ist falsch, man muss das Auswendiglernen schon üben, damit es später auch noch klappt. Man ist nicht auf einmal gelerntes angewissen, weil man Nachschlagen kann. Aber wie bei einer Fremdsprache, kannst du nicht jedes Wort nachschlagen, wenn du dich in einer Fremdsprache unterhalten willst.
Wenn ich eine Sprache lernen will, ernsthaft lernen will, muss ich sie sprechen. Auswendiglernen reicht da nicht. Ich muss erstmal einige wenige Worte kennen lernen und dann meinen wortschatz erweitern, aber das ist keine merkaufgabe. Die Aufgabe im gehirn ist, verknüpfungen zu schaffen von wroten und grammatik.

So lernt man auch mathe, chemie, jura, medizin usw.. Man muss verknüpfen, querverbindungen herstellen, strukturen kennen lernen.

So lernen wir aber nicht in der Schule. Wir lernen ein Thema nach dem anderen wo man dann sich bestimmte Dinge merken soll oder bestimmtes faktenwissen 'abrufbar' haben soll. Das ist aber eine sehr ineffiziente art zu lernen, die keine echte Bildung schafft.

Wenn ich Nullstellen von parabeln ausrechnen kann ist das ja erstmal nicht schlecht. Aber wenn ich die mathematik dahinter nicht verstehe, dann wird mir das nicht viel nutzen, denn modellaufgaben werden mir so im leben niemals gestellt werden. Ich muss das wissen anpassen können, aber das lernen wir in der schule nicht. Es gibt dann einige wenige transferaufgaben, ok, aber das ist ein winziger teil der schule.
frivol schrieb:Wenn du das weglässt, dann langweilen sich die Kinder den ganzen Tag über und haben nach 13 Jahren dann von gar nichts eine Ahnung.
Warum sollte man sich zwanghaft langweilen, weil man nicht 6 Stunden am tag sitzen und still sein muss?


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28.01.2020 um 21:14
shionoro schrieb:Warum sollte man sich zwanghaft langweilen, weil man nicht 6 Stunden am tag sitzen und still sein muss?
Beobachte einfach deine Kinder in den großen Ferien.


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28.01.2020 um 21:15
frivol schrieb:Beobachte einfach deine Kinder in den großen Ferien.
Und dann beobachte deine Kinder mal in der Schule, gerade so in klasse 7-10 :)


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03.03.2020 um 22:47
FOCUS-Online-Redakteurin Jasmin Larmache

Sonntag, 26.01.2020, 16:51

„Deutschland verdummt“, behauptet Michael Winterhoff in seinem Buch. Der Kinderpsychiater findet klare Worte, wenn es um die Zukunft der Bundesrepublik geht. Die Kinder von heute werden nicht arbeitsfähig sein, wenn wir nicht sofort gegensteuern, meint Winterhoff.

...
Der Titel meines Buches bezieht sich auf die psychischen Leistungen der Schüler. Deren Entwicklung spielt in Kita oder Schule heutzutage keine Rolle mehr. Soft Skills, Arbeitshaltung, die Fähigkeit, zwischen Arbeit und Privatem unterscheiden zu können: Das können immer weniger Schulabgänger heutzutage.
...

Sie haben keinen Sinn mehr für Pünktlichkeit. Strukturen und Arbeitsabläufe zu erkennen, fällt ihnen schwer. Vielen fehlen Grundkenntnisse in Deutsch und Mathe. An oberster Stelle steht heute das Handy – weit über dem Kunden. Immer mehr Schüler brechen ihre Ausbildungen ab, über ein Drittel der Studenten mit Studienabschluss überstehen die Probezeit im Betrieb nicht; es fehlen ihnen soziale Fähigkeiten oder sie haben eine starke Selbstüberschätzung
das ist ein niederschmetternder Befund.

Als Ursache sieht der Autor des Buches
Kinder brauchen ein Gegenüber, das sie anleitet, sie ermutigt. Jemanden, der ihnen zeigt, dass man sich auch mal anstrengen muss – und dafür aber auch belohnt wird, beispielsweise mit Lob. Vor allem in der Kita brauchen Kinder Bezugspersonen, an denen sie sich orientieren können. Soziale und emotionale Intelligenz entwickeln sie nur am Gegenüber.

Aber genau diese Art der Bindung ist heutzutage nicht mehr vorgesehen in der Schule – die Kinder sind dort bewusst auf sich selbst gestellt.

...Auf Betreiben der OECD und von Ideologen wurde über die Bildungspolitiker an den Lehrern und Eltern vorbei das autonome Lernen durchgesetzt. Das Kind soll im Kindergarten aussuchen, in welchen Raum es geht und was es macht. In der Schule soll das Kind sich möglichst viel selbst beibringen. Diese Vorstellungen wurden nie auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
...
FOCUS Online: Selbstständiges Lernen ist also etwas Schlechtes?

Winterhoff: Ein selbstbestimmendes Lernen: Ja! Ein Kind kann noch gar nicht entscheiden, was es lernen muss. Lehrer sind jetzt nur noch „Lernbegleiter“, decken eine Lerntheke, an der sich die Kinder bedienen sollen. Für die Ausführung ist das Kind verantwortlich.

Es gibt Grundschulen, an denen Schulverträge mit den Kindern abgeschlossen werden, in den Pausen gibt es Viertklässler als Streitschlichter. Viele Kinder müssen Schallschutzkopfhörer tragen, um in Ruhe arbeiten zu können. Wir haben jetzt in vielen Bundesländern die Verbundschreibschrift und die Rechtschreibung abgeschafft.
...
Lehrer und Erzieher müssten also strenger sein?

Winterhoff: Nein! Sie müssen Lehrer sein und nicht Lernbegleiter.

...
Winterhoff: Wenn wir nicht gegensteuern, gerät unsere Gesellschaft in eine katastrophale Schieflage. Unsere Kinder wachsen zu Narzissten und Egozentrikern heran, die nicht auf Andere achten, sich nur um sich selbst drehen und lustorientiert in den Tag leben.

Wertschätzung ist ihnen kein Begriff mehr. In einem Sozialstaat müssen die Menschen aber füreinander da sein. Doch Menschen, die sich wie kleine Kinder aufführen, nicht fähig sind zu arbeiten, die sprengen dieses System
@shionoro ich würde das Buch am Liebste lesen. Denn es zeigt, dass die Ansätze in der Bildungspolitik völlig an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder vorbei gehen und warum das so ist.

https://www.focus.de/familie/eltern/familie-heute/deutschland-verdummt-narzissten-und-egozentriker-sprengen-gesellschaft...


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03.03.2020 um 23:59
Seidenraupe schrieb:@shionoro ich würde das Buch am Liebste lesen. Denn es zeigt, dass die Ansätze in der Bildungspolitik völlig an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder vorbei gehen und warum das so ist.
Vielleicht solltest du dich aber vorher mit dem Autor des Buches näher befassen.
Michael Winterhoff (* 3. Januar 1955 in Bonn) ist ein deutscher Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut und Autor. Seine Werke erzielen hohe Auflagen und stoßen auf entsprechend große mediale Resonanz, in der Fachwelt jedoch auf verbreitete Kritik.
Wikipedia: Michael_Winterhoff

und weiter meint die Fachwelt:
Kurz nachdem Winterhoffs erstes Buch erschienen war, kritisierte der Pädagoge und Familientherapeut Wolfgang Bergmann die Arbeit. Er warf ihm vor, mit seinen undifferenzierten Thesen und Empfehlungen einseitig auf Gehorsam abzuzielen und damit ein kaltes Erziehungsklima zu fördern. Gehorsam behindere nach Bergmann die Intelligenz, Entfaltung und die Freiheit eines Kindes.[9]

Der Literaturkritiker Denis Scheck bemängelte in der Besprechung der Spiegel-Bestsellerlisten 2009 den demagogischen Duktus des Erstlings Winterhoffs Warum unsere Kinder Tyrannen werden: In Fragen der Erziehung gelte das unbedingte Primat der Form. Für das Zweitwerk des Autors Tyrannen müssen nicht sein, das zu diesem Zeitpunkt ebenfalls auf der Bestsellerliste stand, fand er eine ähnlich resümierende Kritik: „Menschen, die selbst nicht erwachsen sind, so die Generalthese des Jugendpsychiaters Winterhoff, geben schlechte Eltern ab. Mag sein, klingt jedenfalls plausibel. Ganz sicher aber wollen tatsächlich erwachsene Leser nicht in dem krud manipulativen Ton dieses Sachbuchs angesprochen werden.“[10]

Die Journalistin Doris Schneyink urteilte im Stern über sein Buch SOS Kinderseele: „Populistisch, ohne jeden empirischen Beleg.“[11]

In der Zeit kontrastierte der Journalist Martin Spiewak Winterhoffs Thesen mit neueren wissenschaftlichen Untersuchungen, die zu diametral anderen Ergebnissen kämen. Winterhoff stütze sich ausschließlich auf Fallschilderungen aus seiner eigenen therapeutischen Praxis, die er generalisiere: „Das ist etwa so, als schriebe ein Gefängnisdirektor ein Buch über die Moral der Gesellschaft und führte als Nachweis die Verbrechenskarrieren seiner Häftlinge an“.[12] Spiewak berief sich insbesondere auf die Studie des Psychologen Martin Dornes (s. u.) zur Modernisierung der Seele von 2012.

Martin Dornes besprach in diesem an empirischen Befunden orientierten Überblickswerk kritisch die gängigen Topoi der Erziehungsdebatte. Winterhoff, so Dornes, setze einen eigenen Akzent, indem er den vermeintlichen Zuwachs an Krankheitsfällen bei Kindern als eigentlichen Zuwachs an Entwicklungsstörungen diagnostiziere, die durch defizitäre Erziehung (Erziehungsverzicht) verursacht seien. Er vertrete eine „modifizierte Parentifizierungsthese“, auf die seine „Katastrophendiagnose“ aufbaue.[13] Belastbare Statistiken und seriöse Einschätzungen zur gesellschaftlichen Relevanz der beschriebenen Phänomene fänden sich beim Autor allerdings nicht. Tatsächlich sei etwa die Zahl fehlerzogener, symptombehafteter Kinder in den späten 50er Jahren höher gewesen als heute. Dornes misstraut den Winterhoffschen Datierungsangaben (Wandel des Erziehungskonzepts in den 90er Jahren) und findet das beschworene Verfallsszenario eines kommenden gesellschaftlichen Zusammenbruchs „exaltiert“. Er bemängelt die „unangemessen negative Einschätzung“ des modernen Erziehungsstils und hält die beschriebenen Phänomene erziehungsunfähiger Elternschaft für ein Minderheitenproblem, deren tatsächliches Vorkommen aufgrund der empirischen Befundlage bei 7,5 bis 10 % liegen dürften. Die These vom narzisstischen Tyrannen, so Dornes, sei „ein alter Hut“, deren ungenannte Vorläufer sich in der Erziehungsliteratur der 50er und 70er Jahre finden. Insbesondere die Winterhoffsche „Projektion“ sei als Narzissmuskritik (narzisstisch bedürftige Erwachsene erzeugen narzisstisch fixierte Kinder) schon in Thomas Ziehes Studie zum neuen Sozialisationstyp (Pubertät und Narzissmus, 1975) vorgetragen worden.[14]

Die Historikerin Miriam Gebhardt machte darauf aufmerksam, dass die Rede vom „kindlichen Tyrannen“ eine typisch deutsche Prägung sei, deren Wurzel in der autoritären Pädagogik der NS-Zeit liege, etwa den einschlägigen Erziehungsratgebern der Johanna Haarer.[15]

Der Heilpädagoge Henning Köhler fand dagegen die Wurzeln dieser Auffassung in der weiteren Tradition der schwarzen Pädagogik. Er widmete den Thesen Winterhoffs eine ausführliche Kritik, in der unter anderem der wissenschaftliche Anspruch moniert wird, mit dem der Kinderpsychiater auftrete. So bediene er sich eines überholten Narzissmusbegriffes der klassischen Psychoanalyse, der das obsolete Muster für die Standarddiagnose „frühkindliche narzisstische Störung“ bzw. Fixierung abgebe, nämlich Winterhoffs Rede vom Stehenbleiben auf der Stufe eines 10 bis 16 Monate alten Kindes. Unter Berufung auf neuere Forschung von Martin Dornes sei etwa das Wissen um die Subjektivität des Anderen, die Begabung zu Empathie und Kommunikation beim Säugling, angeborenes „Kernwissen“ und nicht die hier behauptete kindliche Allmachtsphantasie tyrannischer Verfügung über Menschen als Objekte. Als vorgeblicher „Retter“ im „Krisengebiet Kindheit“ agitiere Winterhoff „eine völlig unangebrachte restaurative Propaganda“, während profunde Beiträge zur Erziehungsdebatte weithin unerhört blieben.[16]

Der Journalist Alex Rühle hielt Winterhoff 2019 vor, in seinem neuen Werk Deutschland verdummt „mit dem Pauschalpanzer durchs Theoriegelände (zu donnern)“ und „dröhnende Endzeitrhetorik“ zu verbreiten. Dies sei „schade“ angesichts der treffenden Kernthese: „Der sogenannte ‚offene Unterricht‘ lässt Schüler wie Lehrer viel zu oft allein. Wenn Lehrer zu ‚Lernbegleitern‘ werden, läuft das dem Bedürfnis der Kinder nach Orientierung und Bindung zuwider.“ Winterhoffs gesellschaftspsychologische These einer gefährdeten politischen Stabilität, die „nichts Gutes für unser aller Zukunft verheißt“, bezeichnete Rühle als „doch eher unterkomplex bis fragwürdig“. In seiner kritischen Doppelrezension stellte er Winterhoff das gleichzeitig erschienene Werk Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder? des FAZ-Herausgebers Jürgen Kaube gegenüber. Dem entnahm er einen ähnlich kritische Haltung wie Winterhoff („Die Schule der Gegenwart ist eine Fehlkonstruktion“) und teilweise gleiche Kritikpunkte, zum Beispiel eine „Digitalisierung der Schulen in viel zu frühen Jahren“. Jedoch geschehe das „in völlig anderem Ton (…) der Einfachheit halber könnte man ihn intelligent nennen“. Statt Winterhoffs Dramatisierung und Verzerrung „ins Apokalyptische“ komme Kaube „witzig, kompetent und empirie- und faktengesättigt rüber“ und zeige „idealistische Emphase“.[17]
Wikipedia: Michael_Winterhoff#Rezeption

Für Laien ein verführerisches Werk, mit welchem der Autor mMn ziemlich viel Reibach macht.


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