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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

2.048 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Politik, Gesellschaft, Bundeswehr ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

13.02.2026 um 10:39
Zitat von abberlineabberline schrieb:Dann verweigern viele, mit Zwang geht da gar nix. Die haben teilweise Familie und da geht bestimmt keiner freiwillig ein oder zwei Jahre nach Litauen. Würd ich auch nicht. Und in der Bevölkerung wird man wenig Unterstützung dafür finden, dass tausende BW Soldaten nach Litauen sollen.
Ich kann mir bei der Wiedereinführung der Wehrpflicht vorstellen,
dass viele von ihrem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen.
Zumal bei der Wehrpflicht dann wohl nicht sichergestellt ist, dass man seinen
Dienst in Dt. verrichtet.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

13.02.2026 um 10:50
@Bogdan60
Das denk ich auch, ist ja auch verständlich. Es würde dann viele Zivis geben.
Für die Wiedereinführung der Wehrpflicht sprachen sich zwar 58 Prozent aller Befragten aus. Aber nur 23 Prozent würden tatsächlich in der Armee dienen - unter den 18- bis 28-Jährigen sogar nur 14 Prozent.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-klare-mehrheit-der-jungen-generation-gegen-wehrdienst-li.3349323


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

13.02.2026 um 14:28
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:Zumal bei der Wehrpflicht dann wohl nicht sichergestellt ist, dass man seinen
Dienst in Dt. verrichtet.
Wie kommst du darauf?


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 15:04
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb am 13.02.2026:Wie kommst du darauf?
Man ist schon dabei die Türen zu öffnen.

https://www.deutschlandfunk.de/cdu-verteidigungspolitiker-roewekamp-erwaegt-pflichtloesung-fuer-litauen-brigade-104.html

Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 16:03
Wäre nicht alternativ eine Fremdenlegion möglich? Würde das unseren Grundgesetz widersprechen?


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 16:10
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.
Doch. Aber sowas von unwahrscheinlich.

Was will man mit Wehrpflichtigen Inder Brigade?

Überhaupt bei der Debatte wied di getan als wäre das ausfüllen des Fragebogens schon ein Todesurteil


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 16:17
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.
Ich trau dem Braten auch nicht. Am Anfang sicher nicht, aber wer weiss, was denen so einfällt. Ich würd mich jedenfalls nicht drauf verlassen.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 16:49
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Wäre nicht alternativ eine Fremdenlegion möglich? Würde das unseren Grundgesetz widersprechen?
Wenn man entsprechende Gesetze formulieren würde, warum nicht? DE ist souverän. Und die Debatte ist nicht neu, in 2011 gab es eine Debatte ob man EU-Ausländer und einigen anderen den Dienst in der BW ermöglichen sollte/wollte/könnte
Das hat am Wochenende für ein bisschen Aufsehen gesorgt: In Deutschland lebende Ausländer, so eine Überlegung aus dem Verteidigungsministerium, sollten freiwillig Dienst in der Bundeswehr leisten können. Ehe die Wellen zu hoch schlagen: die deutsche Fremdenlegion wird es wohl nicht geben. Diese Überlegung konzentriert sich auf EU-Ausländer – und vielleicht noch Ausländer aus einigen anderen Staaten wie der Schweiz, mit denen es Abkommen über die Anerkennung von Berufsabschlüssen gibt.
Quelle augengeradeaus.net

Allerdings ging es, wie gesagt, um die Öffnung der BW für ausländische Bewerber und nicht um eine seperate Einheit wie die FL. Das wäre in der Ausprägung in DE wahrscheinlich auch nicht möglich, auch wenn die FL seit Langem keine Schwerkriminellen mehr nimmt.
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ich trau dem Braten auch nicht. Am Anfang sicher nicht, aber wer weiss, was denen so einfällt. Ich würd mich jedenfalls nicht drauf verlassen.
Ich verstehe die Sorge nicht ganz. Der "neue" Wehrdienst soll "6 bis 11 Monate" dauern. Die Grundausbildung allein 6 Monate und vermittelt einem gerade mal die Grundlagen im Umgang mit der Ausrüstung, persönlicher Bewaffnung und grundlegende Anforderungen. Zu meiner Zeittm waren es 3 Monate AGa mit "Abschlußprüfung", nachgeschoben nochmal 3 Monate Zweitverwendung und nachgeschoben 2 Wochen eine weitere, rudimentäre, bspw ABC/SE. Und das war damals schon... naja, "knapp". Was also will man mit Wdl im Ausland, wie @Fedaykin richtig fragte? Wache schieben 5 Tage die Woche? Selbst dabei würden die im Ernstfall mehr im Weg stehen als hilfreich sein, Soldaten, egal welcher Teilstreitkraft oder Einheit kämpfen im Verbund, die (über)leben davon. Da holt man sich keine Soldaten, die man erst ausbilden muss. Man braucht und holt sich Soldaten, die die Grundlagen kennen und innerhalb der örtlichen Gegebenheiten üben können.

Trotz der Gedankenspiele einiger Politiker ist es eben nicht vorgesehen, das Wdl in den Auslandseinsatz befohlen werden. Und betrachtet man das Zustandekommen des neuen Wehrpflichtgesetzes, eine "stille" nachträgliche Abschaffung der Freiwilligkeit von Wdl würde nicht funktionieren, die würde Wellen schlagen! Und eine offizielle Abschaffung? Dafür ist die Stimmung in DE inzwischen zu kritisch gegenüber dem Wehrdienst ansich und das Thema eines, das die Medien zu gerne als "Quotenbeschaffer" und alle Parteien als Spielball nutzen.

(Achtung, stark verkürzt und vereinfacht!)

Generell verstehe ich die Aufregung um die Beendigung der Aussetzung des Wehrdienstes nicht so ganz. Bei allen Sorgen gerade in unserer Zeit ist sie für mich dennoch auch ein Ausdruck, wie egoistisch die Gesellschaft geworden ist. Der Staat soll einem alles garantieren, von einem guten Leben, über Infrastruktur bis hin zu Chancen und Möglichkeiten der Lebensgestaltung und (soziale) Sicherheit. Aber etwas, ausser Steuern zahlen, dafür tun?


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 17:03
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Ich verstehe die Sorge nicht ganz. Der "neue" Wehrdienst soll "6 bis 11 Monate" dauern. Die Grundausbildung allein 6 Monate und vermittelt einem gerade mal die Grundlagen im Umgang mit der Ausrüstung, persönlicher Bewaffnung und grundlegende Anforderungen. Zu meiner Zeittm waren es 3 Monate AGa mit "Abschlußprüfung", nachgeschoben nochmal 3 Monate Zweitverwendung und nachgeschoben 2 Wochen eine weitere, rudimentäre, bspw ABC/SE. Und das war damals schon... naja, "knapp".
Die Grundausbildung dauert 3 Monate.

https://de.wikipedia.org/wiki/Grundausbildung_(Bundeswehr)

und es ist doch kein Problem, die Grundausbildung
im Balikum stattfinden zu lassen.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 17:15
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:Die Grundausbildung dauert 3 Monate.
Im Heer seit einiger Zeit 6 Monate und wie gesagt, danach kannst du geradeaus laufen und schießt zumindest in Richtung einer Klappfallscheibe! Zur Grundausbildung gehört aber eben auch mehr als nur in Reih und Glied marschieren, etc.
Rekrutinnen und Rekruten können ihre militärische Ausbildung grundsätzlich zu Beginn eines jeden Monats bei der Bundeswehr starten. Die Ausbildung dauert in der Luftwaffe, der Marine, dem Cyber- und Informationsraum sowie dem Unterstützungsbereich zunächst drei Monate. Anschließend folgt eine spezialisierte Ausbildung, die die Soldatinnen und Soldaten auf ihren konkreten Dienstposten vorbereitet. Im Heer werden die militärischen Grundfertigkeiten im Rahmen einer sechsmonatigen Basisausbildung vermittelt.
Quelle Bundeswehr.de
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:und es ist doch kein Problem, die Grundausbildung
im Balikum stattfinden zu lassen.
Sorry, das ist jetzt nen Scherz? Was meinst du, was die BW als Arbeitgeber ist? Bertelsmann Lexikon-Klinkenputzer der 70er? Eine Drückerkolonne die Zeitungsabos verkauft?

Oder doch eher ein "Argument" aus der Serie "nichts ist zu "unglücklich" um es nicht anzubringen wenn nichts anderes hilft?


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 19:15
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:und es ist doch kein Problem, die Grundausbildung
im Balikum stattfinden zu lassen.
Unwahrscheinlich. Wehrpflichtige dürfen eh nicht im Ausland eingesetzt werden.
Zitat von Bogdan60Bogdan60 schrieb:Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.
Wird nicht für Wehrpflichtige kommen, die sollen primär im Heimatschutz dienen, nicht an der Ostflanke


Dass der Litauen Brigade Personal fehlt, ist bekannt, nicht erst seit gestern. Bei uns gibt es schon deutlich Monaten immer wieder den Hinweis, dass dort Stellen frei sind. Mittlerweile ist es in einigen Bereichen so, dass mit dem Berufssoldaten gewunken wird, wenn man dorthin geht.

Soldaten, die bald Dienstzeitende haben, werden explizit angeschrieben und gefragt, ob sie nicht noch in neu aufzustellende Grundausbildungskonpanien dienen möchten und auch ihre Dienstzeit verlängern wollen. Wild, man schreibt die an, die bezüglich Berufssoldat verprellt wurden und bittet sie länger zu machen. An Arschlochstandorten. Mir wurde das auch zugeschickt...



Abgesehen davon:
Niemals war verweigern so einfach wie jetzt. QR-CODE scannen, nein ankreuzen, fertig.

Ich hab damals stumpf vergessen zu verweigern, daraus wurden mehr als zwei Jahrzehnte in Erbsensuppengrün


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

16.02.2026 um 19:44
Zitat von .stuffz.stuffz schrieb:Unwahrscheinlich. Wehrpflichtige dürfen eh nicht im Ausland eingesetzt werden.
Zitat von .stuffz.stuffz schrieb:Wird nicht für Wehrpflichtige kommen, die sollen primär im Heimatschutz dienen, nicht an der Ostflanke
Bei beidem waren seine "Argumente" ja "was wäre wenn die Gesetze geändert würden? Also mangelndes Vertrauen in den Staat als Arbeitgeber. Nur das bei Allem was der Staat so verbockt das mMn eben nicht zu erwarten ist. Allein schon aufgrund der bestehenden Personalprobleme, da wäre eine Änderung vielleicht eine Lösung, kurzfristig Personalbedarfe im Ausland zu decken. Mittel- bis Langfristig wäre das wohl kontraproduktiv.

Und "aber was wenn die AgA im Ausland abgehalten wird" kann man doch nicht ernstnehmen, siehe meinen letzten Beitrag!
Zitat von .stuffz.stuffz schrieb:Soldaten, die bald Dienstzeitende haben, werden explizit angeschrieben und gefragt, ob sie nicht noch in neu aufzustellende Grundausbildungskonpanien dienen möchten und auch ihre Dienstzeit verlängern wollen.
Also im Westen nicht neues hat sich das in den letzten 30 Jahren nicht geändert. Ich wollte damals SaZ werden, die BW mich nicht. 2 Wochen vor DzE kam die Truppenwerbung, da wollte ich nimmer. :)


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 20:08
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Generell verstehe ich die Aufregung um die Beendigung der Aussetzung des Wehrdienstes nicht so ganz. Bei allen Sorgen gerade in unserer Zeit ist sie für mich dennoch auch ein Ausdruck, wie egoistisch die Gesellschaft geworden ist. Der Staat soll einem alles garantieren, von einem guten Leben, über Infrastruktur bis hin zu Chancen und Möglichkeiten der Lebensgestaltung und (soziale) Sicherheit. Aber etwas, ausser Steuern zahlen, dafür tun?
Naja, sagen wir mal so: Dieses abgegriffene "frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst" setzt ja stillschweigend voraus, dass das Land irgendwas für einen tut.

Und wäre ich jetzt jung, würde ich mich schon fragen, warum ich auf einer abgewrackten Schule lernen, dann evtl. eine chronisch unterfinanzierte Uni besuchen soll um anschließend bis 70 (oder 70+?) zu arbeiten, dabei mein ganzes Leben ordentlich Rentenbeiträge abzudrücken, dazu kräftig steigende Krankenkassenbeiträge bei sinkenden Leistungen, nebenbei soll ich dann noch privat vorsorgen was kaum möglich ist weil Abgaben und hohe Mieten (eigene Immobilie nicht finanzierbar) mein Gehalt fast auffressen um dann am Ende des Tages eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu beziehen.

Und dann darf ich mir noch von irgendwelchen "Boomern" (ja, ich verwende den diskriminierenden Begriff jetzt bewusst) anhören, dass meine Generation ja eh' faul und dumm ist und dass der Wehrdienst ja noch niemandem geschadet hat, während der Boomer genau weiß, dass er aus Altersgründen, wenn es ernst wird, eh' zu Hause hinterm warmen Ofen sitzen darf während die dummen und faulen jungen Leute sich mal nicht so anstellen und ihre Knochen im Schützengraben hinhalten sollen.

Von der fehlenden Wehr- und Geschlechtergerechtigkeit mal abgesehen.

Da kann ich schon verstehen, dass die Motivation nicht so ungemein hoch ist, zumindest wenn die Wehrpflicht einfach nur wieder so durchgeführt wird, wie unmittelbar vor der Aussetzung. Damit meine ich ausdrücklich nicht die Planung, wie sie akut besteht.

(Und ja, natürlich sind diese Gedanken recht überspitzt formuliert, aber auch nicht so ganz unbegründet.)


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 20:41
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Naja, sagen wir mal so: Dieses abgegriffene "frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst" setzt ja stillschweigend voraus, dass das Land irgendwas für einen tut.
Ahja.... Was soll man darauf antworten?

Natürlich haben wir Probleme, große Probleme sogar! Investitionsstau bei der Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Einkommengefälle, Vermögensschere, Steuern, Abgaben, Bildung, suchs dir aus!

Aber so eine Scheiße zu erzählen, das der Staat nichts für seine Bürger tut? Echt jetzt? Die lt. achso beschissene Schule ist kostenlos und bei vielen inzwischen umsonst! Studieren? Wie hoch sind die Gebühren gleich noch an einer normalen Uni? Wie lange zahlt man da für die Kredite? Wer sorgt nochmal dafür, das man Urlaubstage hat? Wie war das noch mit bezahlten Krankheitstagen? Wie hoch sind die Rechnungen für einen KH-Aufenthalt grad noch? 49 EUR Ticket, Grundsicherung, Kindergeld, ALG, etc. heute alles normal für so ziemlich jeden!

Wie üblich, der Staat soll alles tun, bitte Rundumversorgung - aber bitte, bitte lieber Staat laß mich in Ruhe!

Und ja, ich bin ein Boomer, weiß sogar! Und ich kritisiere den Staat oft und hart genug, mir gefallen soviele Dinge nicht! Aber zu behaupten der Staat tue nichts ist sogar als Überspitzung schlicht.... Und als Boomer fällt mir dazu nur polemisch "Dann sucht euch doch ein besseres Land zum leben" ein, die skandinavischen Länder bspw stehen ganz oben in der Statisk "Lebenswert". Nur bitte nicht wundern, wenn dort auch Ansprüche an die Bürger gestellt werden!


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 21:48
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Aber so eine Scheiße zu erzählen, das der Staat nichts für seine Bürger tut? Echt jetzt? Die lt. achso beschissene Schule ist kostenlos und bei vielen inzwischen umsonst! Studieren? Wie hoch sind die Gebühren gleich noch an einer normalen Uni? Wie lange zahlt man da für die Kredite? Wer sorgt nochmal dafür, das man Urlaubstage hat? Wie war das noch mit bezahlten Krankheitstagen? Wie hoch sind die Rechnungen für einen KH-Aufenthalt grad noch? 49 EUR Ticket, Grundsicherung, Kindergeld, ALG, etc. heute alles normal für so ziemlich jeden!
Ich habe nicht gesagt, dass das meine Meinung ist. Ich habe nur gesagt, dass man so denken könnte. Dass Du das anders siehst, ist schon klar.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Und ja, ich bin ein Boomer, weiß sogar!
Nun, wenn Dir der Schuh passt, dann zieh ihn halt an. Und danke für die Bestätigung aller Vorurteile, live und in Farbe.

Einschließlich der unvergleichlichen Argumenation, dass alle jüngeren Leute die nicht Deiner Meinung sind ja nur
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Scheiße
erzählen.


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18.02.2026 um 21:49
@brigittsche Ganz ehrlich: Dieses „Der Staat tut doch nichts für uns" ist historisch erstaunlich kurzatmig. Wer heute auf hohem Wohlstandsniveau sitzt und ernsthaft so tut, als sei das alles quasi wertlos, zeigt vor allem eines: mangelndes Bewusstsein für historische Verhältnisse. Früher war nicht „mehr Gegenleistung". Früher war schlicht mehr Zumutung. Studieren? Elitenprojekt. Der Großteil eines Jahrgangs hatte die Option faktisch gar nicht. Frauenrechte? Bis in die 70er rechtlich und gesellschaftlich massiv eingeschränkt. Homosexualität? Strafbar. Umwelt? Smog, verschmutzte Flüsse, kaum Regulierung. Medizin? Diagnosen, die heute behandelbar sind, bedeuteten damals oft schlicht lebenslanges Pech oder frühen Tod. Sozialer Aufstieg? Deutlich stärker von Herkunft abhängig. Und Wehrdienst? Der war schlicht Pflicht. Ohne große Meta-Debatten darüber, ob das System „genug zurückgibt".
Heute dagegen: Massive Bildungszugänge, historisch hohe Lebenserwartung, soziale Sicherungssysteme, die selbst bei Krisen einen Absturz abfedern,
ein jahrzehntelang so stabiles Sicherheitsumfeld, dass man sich die Aussetzung der Wehrpflicht leisten konnte. Und trotzdem wird argumentiert, man bekomme ja eigentlich nichts. Das klingt weniger nach Systemkritik als nach einer Anspruchshaltung in Renditelogik: „Ich leiste nur, wenn ich garantiert maximal profitiere." So funktioniert aber kein Gemeinwesen. Sicherheit ist keine Amazon-Lieferung. Sozialstaat ist kein Abo-Modell. Demokratie ist kein Servicepaket. Ja, es gibt Reformstau. Ja, Renten- und Wohnungsfragen sind real. Aber wer daraus ableitet, jede Form von Pflicht sei illegitim, weil das System nicht perfekt ist, setzt einen Maßstab, den keine Gesellschaft je erfüllen könnte. Und das „Boomer sitzen später warm und wir sollen bluten"-Narrativ ist emotional wirksam, aber analytisch dünn. Erstens haben viele dieser Generation gedient. Zweitens tragen sie bis heute erhebliche finanzielle Lasten des Systems. Drittens: Sicherheit ist kein Altersthema – sie betrifft das gesamte Gemeinwesen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob man überhaupt etwas beitragen muss, sondern wie dieser Beitrag fair organisiert wird. Wer allerdings Solidarität grundsätzlich an perfekte Politik koppelt, verabschiedet sich faktisch vom Solidaritätsgedanken selbst. Ein Staat ist kein Lieferdienst. Er ist die organisierte Form gegenseitiger Verpflichtung.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 21:55
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Ganz ehrlich: Dieses „Der Staat tut doch nichts für uns" ist historisch erstaunlich kurzatmig.
Auch Dir gegenüber kann ich nur sagen: Ich habe nicht geschrieben, dass das meine Meinung ist, ich habe geschrieben, dass man so denken könnte wenn man jetzt jung wäre. (NB: Ich bin Ende 40, habe übrigens Zivildienst geleistet)

Und wenn man dann sogar ein bisschen Mühe investiert, könnte man sogar darauf kommen, dass ich offen gelassen habe, ob dieses Denken berechtigt ist, oder nicht.

Und wenn man dann weiterdenkt, dann könnten einem z. B. auch Ursachen einfallen, wie etwa eine Medienberichterstattung, die solche Probleme aufbauscht, anstatt konstruktiv Lösungen vorzuschlagen.

Aber einfach loszumotzen, dass ja alle Leute nur dumm sind und keine Ahnung haben und gefälligst dankbar zu sein haben und das Maul halten sollen ist natürlich einfacher, schon klar.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 22:15
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Auch Dir gegenüber kann ich nur sagen: Ich habe nicht geschrieben, dass das meine Meinung ist, ich habe geschrieben, dass man so denken könnte wenn man jetzt jung wäre. (NB: Ich bin Ende 40, habe übrigens Zivildienst geleistet)
Mir ist schon bewusst, dass du diese Perspektive als mögliche Denkweise skizziert hast und nicht als deine eigene Haltung vertreten wolltest. Mir würde es nie darum gehen, irgend jemandem „Dummheit“ zu unterstellen oder Dankbarkeit einzufordern. Genau das bringt uns ja nicht weiter. Reines Losmotzen, egal von welcher Seite, ersetzt ja keine Argumente. Was ich problematisch finde, ist weniger, dass diese Gedanken existieren, sondern wenn sie einfach so so stehen bleiben, als seien sie automatisch plausibel oder zwingend. Ich kann nachvollziehen, warum junge Menschen frustriert sind. Aber Nachvollziehbarkeit heißt nicht automatisch Stichhaltigkeit. Wenn man, wie du sagst, weiterdenkt, dann gehört für mich eben auch dazu, nicht nur Medienmechanismen oder politische Versäumnisse zu betrachten, sondern auch die Frage: "Was folgt aus dieser Frustration logisch?" Ist die Konsequenz wirklich, sich von gemeinsamen Verpflichtungen zu distanzieren? Oder müsste die Konsequenz nicht eher sein, Gestaltung und Reform einzufordern?
Mir ging es darum, das Framing zu hinterfragen. Draufhauen ist da mMn. keine Antwort, weder "die Jugend ist faul" noch "der Staat tut nichts" noch "alle sollen gefälligst dankbar sein". Aber genauso wenig kann die Antwort sein, jede kollektive Verpflichtung allein mit dem Hinweis auf bestehende Probleme zu relativieren. Wenn wir aus der Empörungsschleife rauswollen, braucht es mehr als ironische Zuspitzung, nämlich Antworten zu finden auf die eigentlichen Fragen: "welche Form von Beitrag ist fair?", "welche Reformen sind notwendig?" Und "wie organisiert man Solidarität, ohne sie in eine reine Kosten/Nutzen Rechnung zu verwandeln?" Sich damit auseinanderzusetzen ist sicher viel anstrengender, aber auch konstruktiver.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

18.02.2026 um 23:11
@JosephConrad
und @all others, die für die Wehrpflicht sind
Ganz ehrlich wenn ihr so scharf darauf seid im Kriesenfall euren Arsch herzuhalten dann bitte geht und verpflichtet euch. Ihr könnt das aber nicht von anderen verlangen. Ich persönlich bin nicht bereit mein Leben für das Konstrukt Staat zu riskieren. Wieso sollte ich das auch sein? Wegen irgendein Gesetz was vor meiner Lebenszeit von elitären kreisen beschlossen wurde.
Verteidigungsfähig zu sein ist schon richtig und wichtig und deswegen gibt es nur eine vernünftige Antwort: Berufsarmee uns zwar für diejenigen die sich dazu berufen fühlen.
Wofür geben wir den sonst die hälfte unseres Verdienstes als steuern ab, um im Ernstfall noch selbst den arsch und unser Leben herhalten zu müssen. Das kann nicht die Antwort sein.
So das waren meine zwei Cent dazu.


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Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden

19.02.2026 um 00:39
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Ganz ehrlich wenn ihr so scharf darauf seid im Kriesenfall euren Arsch herzuhalten dann bitte geht und verpflichtet euch.
Oh keine Sorge, meine Bewerbung für die Reserve läuft tatsächlich
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Ihr könnt das aber nicht von anderen verlangen.
Stimmt, es gibt nur staatsbürgerliche Rechte...!
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Ich persönlich bin nicht bereit mein Leben für das Konstrukt Staat zu riskieren. Wieso sollte ich das auch sein?
Das "Konstrukt" Staat beruht auf Solidarität und Gemeinschaft?
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Wegen irgendein Gesetz was vor meiner Lebenszeit von elitären kreisen beschlossen wurde.
Solltest du in DE leben und arbeiten, bitte verzichte auf soziale Leistungen und so einiges andere auch. Denn auch wenn du dafür zahlst, warum solltest du von Gesetzen proiftieren, die vor deiner Lebenszeit beschlossen wurden?
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Verteidigungsfähig zu sein ist schon richtig und wichtig und deswegen gibt es nur eine vernünftige Antwort: Berufsarmee uns zwar für diejenigen die sich dazu berufen fühlen.
Du begreifst aber schon das Reservisten ein Eckpfeiler einer Landesverteidigung sind?
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Wofür geben wir den sonst die hälfte unseres Verdienstes als steuern ab, um im Ernstfall noch selbst den arsch und unser Leben herhalten zu müssen.
Wie schön das sich nicht nur in der Politik das Denken "Geld kauft frei" durchgesetzt hat!
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Das kann nicht die Antwort sein.
Komisch, hat von 1955 bis 2011 durchaus funktioniert und uns bis 1990 recht gut geschützt!

Und wenn schon keinen Wehrdienst, dann wenigstens iwas im Zivilschutz oder sozialen Bereich!


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