Marfrank schrieb:Wäre nicht alternativ eine Fremdenlegion möglich? Würde das unseren Grundgesetz widersprechen?
Wenn man entsprechende Gesetze formulieren würde, warum nicht? DE ist souverän. Und die Debatte ist nicht neu, in 2011 gab es eine Debatte ob man EU-Ausländer und einigen anderen den Dienst in der BW ermöglichen sollte/wollte/könnte
Das hat am Wochenende für ein bisschen Aufsehen gesorgt: In Deutschland lebende Ausländer, so eine Überlegung aus dem Verteidigungsministerium, sollten freiwillig Dienst in der Bundeswehr leisten können. Ehe die Wellen zu hoch schlagen: die deutsche Fremdenlegion wird es wohl nicht geben. Diese Überlegung konzentriert sich auf EU-Ausländer – und vielleicht noch Ausländer aus einigen anderen Staaten wie der Schweiz, mit denen es Abkommen über die Anerkennung von Berufsabschlüssen gibt.
Quelle augengeradeaus.net Allerdings ging es, wie gesagt, um die Öffnung der BW für ausländische Bewerber und nicht um eine seperate Einheit wie die FL. Das wäre in der Ausprägung in DE wahrscheinlich auch nicht möglich, auch wenn die FL seit Langem keine Schwerkriminellen mehr nimmt.
Bogdan60 schrieb:Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese später für Wehrpflichtige
nicht gilt.
abberline schrieb:Ich trau dem Braten auch nicht. Am Anfang sicher nicht, aber wer weiss, was denen so einfällt. Ich würd mich jedenfalls nicht drauf verlassen.
Ich verstehe die Sorge nicht ganz. Der "neue" Wehrdienst soll "6 bis 11 Monate" dauern. Die Grundausbildung allein 6 Monate und vermittelt einem gerade mal die Grundlagen im Umgang mit der Ausrüstung, persönlicher Bewaffnung und grundlegende Anforderungen. Zu meiner Zeit
tm waren es 3 Monate AGa mit "Abschlußprüfung", nachgeschoben nochmal 3 Monate Zweitverwendung und nachgeschoben 2 Wochen eine weitere, rudimentäre, bspw ABC/SE. Und das war damals schon... naja, "knapp". Was also will man mit Wdl im Ausland, wie
@Fedaykin richtig fragte? Wache schieben 5 Tage die Woche? Selbst dabei würden die im Ernstfall mehr im Weg stehen als hilfreich sein, Soldaten, egal welcher Teilstreitkraft oder Einheit kämpfen im Verbund, die (über)leben davon. Da holt man sich keine Soldaten, die man erst ausbilden muss. Man braucht und holt sich Soldaten, die die Grundlagen kennen und innerhalb der örtlichen Gegebenheiten üben können.
Trotz der Gedankenspiele einiger Politiker ist es eben nicht vorgesehen, das Wdl in den Auslandseinsatz befohlen werden. Und betrachtet man das Zustandekommen des neuen Wehrpflichtgesetzes, eine "stille" nachträgliche Abschaffung der Freiwilligkeit von Wdl würde nicht funktionieren, die würde Wellen schlagen! Und eine offizielle Abschaffung? Dafür ist die Stimmung in DE inzwischen zu kritisch gegenüber dem Wehrdienst ansich und das Thema eines, das die Medien zu gerne als "Quotenbeschaffer" und alle Parteien als Spielball nutzen.
(Achtung, stark verkürzt und vereinfacht!)
Generell verstehe ich die Aufregung um die Beendigung der Aussetzung des Wehrdienstes nicht so ganz. Bei allen Sorgen gerade in unserer Zeit ist sie für mich dennoch auch ein Ausdruck, wie egoistisch die Gesellschaft geworden ist. Der Staat soll einem alles garantieren, von einem guten Leben, über Infrastruktur bis hin zu Chancen und Möglichkeiten der Lebensgestaltung und (soziale) Sicherheit. Aber etwas, ausser Steuern zahlen, dafür tun?