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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

483 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, DDR, Osten, Ossi, Ostdeutschland, Wessi

Der Osten - zwischen Licht und Schatten

15.12.2019 um 22:54
Seidenraupe schrieb:schön für dich, dass du Mitte der 80er geboren wurdest und abgesehen von 5 Jahren, in einem freien Deutschland aufwachsen durftest.
Wenn einem von der DDR hauptsächlich noch Kindheitsnostalgie in Erinnerung ist, sieht sie natürlich rückblickend viel besser aus, als sie wirklich war. Die meisten Nachteile bekam man ja erst als Jugendlicher einigermaßen mit.


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

15.12.2019 um 22:57
@bgeoweh

Wobei aber auch gerade die, die in der DDR geboren aber nach der Wende aufgewachsen sind, dann nicht selten die Nachteile der Wende prägend mitbekommen haben.


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

15.12.2019 um 23:00
@Bone02943

Sicherlich. Verallgemeinern kann man das weder in die eine noch in die andere Richtung.


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15.12.2019 um 23:10
Seidenraupe schrieb:muss man eure rosa-rote Brille noch bisschen mehr putzen, wie kaputt das Land, dass sich DDR schimpfte, in Wirklichkeit war?
das sind Bilder aus der Hauptstadt dieser "DDR" aus der Wendezeit
Das streitet doch gar keiner ab. Bei uns standen noch bis 2006 Häuser mit Einschüsslöchern im Putz und Granatsplitter Schäden.

Wie gesagt die Prio lag woanders. Neubau ist günstiger als Sanieren.
Die Besatzer gaben keinen Support sondern plünderten erstmal. Die Eigentümer waren im westlichen Deutschland. Und die Lage war unklar.

In vielen größeren Städten findest du heut noch solche Gebäude. Weil abbreissen zu teuer ist. Und auch Strassen die das letzte mal 1910 saniert wurden.


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15.12.2019 um 23:12
Die Vergangenheit wird eh nicht selten verklärt und als schöner empfunden.
So wurde ja auch die (N)Ostalgie zu einem Markt.
Man behält halt eher das Gute in Erinnerungen, als das Schlechte.


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15.12.2019 um 23:12
bgeoweh schrieb:Die meisten Nachteile bekam man ja erst als Jugendlicher einigermaßen mit.
ok d a gebe ich dir recht und evt. verkläre ich das ein wenig.
Aber es ist ja nun so wie es ist.

Ein wenig die Zustände aufzeigen ist ja auch nicht falsch...ich wehre mich ja nur ein wenig dagegen dass die DDR manchmal so hingestellt wird wie ein 2. Drittes Reich wo es quasi nur Unrecht und Zerstörung usw.. gab und die "Verklärer" von damals nun bekämpft werden.

Ich persönlich verbinde damit eben ein Stück Kindheit und die war gut. auch schlägt mein Herz jedes mal n wenig höher wenn ich bspw. Plattenbauten sehe oder diese alten Straßenlampen....weiß nicht es ist einfach dieses vertraute "Heimatgefühl" da, lässt sich schlecht beschreiben.
War halt auch oft mit meinem Vater in Halle Neustadt und mich haben diese hohen Plattenbauten dann halt immer fasziniert, da ich ja aus ner Kleinstadt komme.
Dieses Gefühl hält bis heute an, das lässt sich auch nicht mit noch so viel "Missionierung" wegreden. Das positive setzt sich immer wieder durch, etwas ganz menschliches wie ich finde.
Bone02943 schrieb:Man behält halt eher das Gute in Erinnerungen, als das Schlechte.
ja ...aber bei mir gibt es eben nur Gutes .... also so in meiner Wahrnehmung. Klingt jetzt doof aber ist eben so, wie gesagt.


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15.12.2019 um 23:18
knopper schrieb:auch schlägt mein Herz jedes mal n wenig höher wenn ich bspw. Plattenbauten sehe oder diese alten Straßenlampen....weiß nicht es ist einfach dieses vertraute "Heimatgefühl" da, lässt sich schlecht beschreiben.
Was die Straßenlaternen betrifft, so ist selbst Berlin heute noch geteilt.


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Auf diesem Foto, aufgenommen von der Raumstation ISS, kann man den Mauerverlauf noch genau nachvollziehen. Im Osten leuchtet die Stadt ganz anders, als im Westen.
https://www.tag24.de/nachrichten/aus-dem-weltall-ist-berlin-immer-noch-geteilt-229254

Und ich finde auch die gelbe Beleuchtung hat etwas sehr vertrautes und ich finde sie auch heute noch schöner. Vorallem im Winter, wenn dann doch mal Schnee liegt, den es früher so viel öfter gab. Ach ja, Früher, dass waren Zeiten... :D


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15.12.2019 um 23:25
@Bone02943

:D das kannte ich noch nicht, ist ja interessant :D Vielen Dank dafür. Das ist ja nun wirklich mehr als deutlich sichtbar...sogar der direkte Verlauf als klare Linie :D krass

aber stimmt jetzt wo du es sagst....in dem Wohngebiet wo meine Eltern wohnen gibt es das tatsächlich auch... da wo ab 1990 noch gebaut wurde, mit neuen Straßenlaternen, da leuchten sie anders.

:D


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15.12.2019 um 23:27
@knopper

Hier kriegst du die Hintergründe (sehr) ausführlich erklärt: http://www.ddr-strassenleuchten.de/geschichtliches/index.htm :D

Die Tatsache, dass man sowas aus dem Weltraum feststellen kann, wurde damals und wird zum Teil heute noch für die wissenschaftliche Forschung verwendet, da gibt es die witzigsten Spielereien :D


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15.12.2019 um 23:39
eine-typische-ddr-strassenlaterne-aufgen


Hach ja, Licht und Schatten, wie gemacht für dieses Thema. :D


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Negev
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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

20.05.2020 um 07:06
Ich hab mich mal wieder aus der sicheren Großstadt (im Osten) heraus - in die Provinz getraut... ich finde es erstaunlich, wie sehr sich die Regionen voneinander unterscheiden und je näher man einer bestimmten Region kommt - desto trauriger wird das Bild.
Angekommen bin ich in Freiberg... als erstes begrüßt mich ein Leerstehender Bahnhof. Schmucklos - zweckmäßig und heruntergekommen. Da bot das frisch und auf hochglanz eingerichtete Reisecenter, in dieser Bauruine, fast schon ein groteskes Bild. Gegenüber dieses Centers war eine Werbung für eine Spielhalle, natürlich leerstehend. Das Bahnhofsgebäude mag sicher noch aus der Anfangszeit der Bahn (vor Ort) stammen. Aber es ist ein zweckmäßiger Bau. Nichts von archektonischem Wert... einreisen...

Dabei war die Innenstadt recht hübsch anzusehen. Sicher nichts außergewöhnliches aber nett. Herausgetraut hab ich mich dann aber doch nicht. Von weitem sah ich schon leerstehende Häuser, baufällig oder verfallen. Nichts wohin es mich sofort ziehen würde...

Aus meiner Sicht, müsste man die Gemeinden dazu befähigen, Grundstücke wieder der Gemeinschaft zugänglich zu machen. Natürlich nicht ohne Gegenleistung. Letztlich können die Besitzer alternativ auch die Häuser bewohnen oder vermieten... als nächstes: weshalb sollte man Angst davor haben, Dörfer und Kleinstädte nicht einfach mal zurückzubauen? Natürlich ist es Gruselig, wenn der Leerstand mal eine gewisse Schwelle überschreitet. Wer will denn in so einer Umgebung gerne Leben? Einfach von innen nach außen sanieren bzw. abreißen. Einfach der Natur wieder Raum zurück zu geben.

Als letztes würde ich behaupten, dass gerade ein BGE ein gutes Mittel ist, um die Menschen wieder auf das Land zu holen. Wenn man seine Lebensgrundlage nicht finanzieren kann, zieht man natürlich dorthin, wo es Arbeit gibt. Das ist eine Abwärtsspirale! Weniger Menschen, weniger Arbeit. Zumal die Übriggebliebenen sich auch nicht die finanzstärksten sind – was sich noch einmal negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Wäre aber das Leben der Menschen grundsätzlich gesichert, würde man diese Abwärtsspirale aufhalten und, meiner Überzeugung nach, umkehren.


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20.05.2020 um 07:15
Negev schrieb:Aus meiner Sicht, müsste man die Gemeinden dazu befähigen, Grundstücke wieder der Gemeinschaft zugänglich zu machen. Natürlich nicht ohne Gegenleistung. Letztlich können die Besitzer alternativ auch die Häuser bewohnen oder vermieten...
Nach der Wiedervereinigung kamen sehr viele Menschen mit ihren Anwälten auf dem Plan die ihr Recht auf alten Familienbesitz geltend machten. Tausende haben daraufhin ihre Wohnung verloren und diese Häuser wurden auch dem Verfall Preisgegeben da eine Sanierung dann doch zu Teuer wurde für oder man gar nicht erst vorhatte dort hinzuziehen. Man lässt vieles Verfallen und hat dann irgendwann das Grundstück noch. Für die Städte und Gemeinden wäre es ja auch ein teurer Spaß alles aufzukaufen und zu Sanieren.


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Negev
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20.05.2020 um 07:24
DerZar schrieb:Für die Städte und Gemeinden wäre es ja auch ein teurer Spaß alles aufzukaufen und zu Sanieren.
Kann ich mir vorstellen. Sicher ist auch ein allgemein desolater Finanzhaushalt ein Thema in solchen Gemeinden - ost wie west. Noch ein Punkt, den es zu korrigieren gilt. Es kann doch nicht sein, das der Wohnort darüber entscheidet, ob man als Bürger ein funktionierendes Schwimmbad oder ein vernünftiges Umfeld für seine Kinder vorfindet.


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20.05.2020 um 09:55
Wobei viele alte Dörfer im Osten schon so ein wenig was von einer Märchenlandschaft haben. Im Thüringer Wald zum Beispiel. Teilweise ist das dort echt noch wie früher und das find ich wunderschön. Ich bin immer gerne dort. Problematischer sieht es wohl in Sachen Arbeit aus.


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20.05.2020 um 11:43
Leerstand und Verfall, nicht nur im Einzelhandel, kennen wir hier im Westen auch an vielen Orten. Allein in meinem Heimatkreis fallen mir Namen wie Garding, Tönning, Friedrichstadt, Niebüll oder Bredstedt spontan ein. Dorthin kommen inzwischen fast ausschliesslich Touristen aus den dazu gekauften Bundesländern, um ihren Enkeln mal zu zeigen, wie es in der Ostzone ausgesehen hätte, wenn Honecker noch zehn Jahre weiter regiert hätte.


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20.05.2020 um 12:26
@Doors
Niebüll und Co hatte ich gar nicht so in Erinnerung. Seit wann ist das so? Die Gegend bei Euch ist nämlich toll.
Was ich für Leerstands- und Verfall Touristen in unserer Gegend empfehlen kann, sind einige Orte im Saarland. Früher mal Bergbautradition, heute graue Ruinen und viel Schäbi....
Da hätte der Soli damals auch gut getan. Den nur für den Osten zu machen, war keine gute Idee.


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20.05.2020 um 12:41
abberline schrieb:Da hätte der Soli damals auch gut getan. Den nur für den Osten zu machen, war keine gute Idee.
Das er dafür eingeführt wurde, heißt nicht, dass er auch ausschließlich dafür verwendet wurde/wird.
Der Solidaritätszuschlag wurde vor allem deshalb eingeführt, um die Kosten der Deutschen Einheit und des Aufbaus Ost aus dem Bundeshaushalt begleichen zu können. Weniger bekannte Verwendungszwecke waren die Kosten des Golfkriegs sowie die finanzielle Unterstützung von ost-, südost- und mitteleuropäischen Ländern. […] Neben der weit verbreiteten Annahme, dass der Solidaritätszuschlag einzig den ostdeutschen Bundesländern zugutekommt […] Wichtig ist auch, dass der Zuschlag nicht etwa nur von Einwohnern der alten Bundesländer erhoben wird. Er findet in ganz Deutschland Anwendung.
https://www.gevestor.de/details/der-solidaritaetszuschlag-und-seine-verwendung-572797.html
Doch wie "bild.de" berichtet, kommen gerade mal 29 Prozent der Solidaritätszuschlagsgelder im Osten des Landes an. Das ist nicht mal ein Drittel! Laut Informationen des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V. steigen zwar die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag immer weiter, gleichzeitig nehmen aber die Bundeszuweisungen für die neuen Länder immer mehr ab - und das schon seit Jahren!
[…] Wohin der Großteil des Solis wirklich fließt? Für alles Mögliche! Denn der Zuschlag ist nicht zweckgebunden und kann somit in jedes Haushaltsloch fließen, das sich auftut - zum Beispiel auch in die Bundeswehr, Straßenbau etc.
https://www.news.de/politik/855678527/solidaritaetszuschlag-2017-verwendung-aufbau-ost-wohin-fliesst-der-soli-wirklich/1...


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20.05.2020 um 13:30
@liezzy
Kosten des Golfkriegs. Auch geil. Für den Scheiß musste ich Geld zahlen, na besten Dank. Da hätte man den Saddam besser in Ruhe gelassen.
Aber es wurde schon viel in den Osten gesteckt, das sah ja irgendwann besser aus als im Westen 😉


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

20.05.2020 um 13:51
@abberline
Ja, über die Golfkriegskosten bin ich auch unangenehm gestolptert. Aber hej, diese ganze Kriegsspielerei zahlen am Ende wir über unsere Steuern.
Aber wie Du beiden Artikeln entnehmen konntest, wurde irgendwann aufgehört, die Zweckgebundenheit überhaupt zu registrieren und das Geld fließt irgendwo hin und ist bereits fest im Steuertöpfli eingeplant.

Natürlich sieht man gerade an Städten wie Dresden und Leipzig, dass die sich sehr gemacht haben und daher in den letzten 20 Jahren wieder regen Zuzug erleben.
Aber es gibt sowohl in Ost als auch West die vergessenen Gegenden. Im Westen sind das vor allem die Städte, wo ehemals große Hütten waren, die jetzt stillgelegt sind. Hatte ein paar geschäftliche Termine in der Ecke Essen/Gelsenkirchen/Marl - mein Gott, was eine trostlose Gegend. Und auch um Völklingen rum sieht es trostlos aus. Aber genauso trostlos sieht es halt in Ostdeutschland in ländlichen Regionen aus, aus denen die jungen Leute in die Städte der Arbeit hinterher ziehen und die kleinen Ortschaften langsam vergreisen.


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20.05.2020 um 18:43
Bone02943 schrieb am 15.12.2019:Man behält halt eher das Gute in Erinnerungen, als das Schlechte.
Wobei es viele Menschen gab, die sich damals wohler fühlten als heute. Die mussten auch nicht zwingend etwas mit der SED zutun haben.

Im großen und ganzen ist es aber so wie du schreibst. Der derzeitige 90er-Boom ist ja dasselbe Schema.

In manchen Sachen wünschte ich mir das ich die DDR auch aktiv mitgemacht hätte. Die Menschen halfen sich mehr untereinander und man sprach mehr miteinander. Heute gibt es oftmals schon Streit, wer denn nun die Hecke verschneidet oder weil der Nachbar 5cm zu Nahe an der Einfahrt parkt. Wenn man gesellschaftlich in der Runde sitzt, braucht man nicht am Handy zocken. City, Karussell, Karat, die Phudys, etc. sind regelmäßig in unserem Park augetreten. BEI UNS! Heute verlaufen sich evtl. einpaar Hanseln dort hin. Ist zwar nicht meine Musik, aber schließlich ist man damit auch nur auf Omas oder Opas Geburtstag aufgewachsen.

Das war's dann aber auch schon mit dem Neid!
Bone02943 schrieb am 15.12.2019:Und ich finde auch die gelbe Beleuchtung hat etwas sehr vertrautes und ich finde sie auch heute noch schöner. Vorallem im Winter, wenn dann doch mal Schnee liegt, den es früher so viel öfter gab.
Als Laternenfetischist weiß ich was du meinst. Ich kann mich auch noch an die lilanen Laternen erinnern. Die waren auch klasse!

Vor 3 Monaten hat man schon wieder die Laternen von 98 gegen LEDs ausgetauscht. Stockduster die Teile.


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