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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

484 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, DDR, Osten, Ossi, Ostdeutschland, Wessi

Der Osten - zwischen Licht und Schatten

20.05.2020 um 18:50
DerThorag schrieb:In manchen Sachen wünschte ich mir das ich die DDR auch aktiv mitgemacht hätte. Die Menschen halfen sich mehr untereinander und man sprach mehr miteinander.
Jein. Das ist das Ostalgie-Bild der DDR, wie es aus den lustigen Postwendefilmchen vermittelt wird. In der Realität war es eher so, dass man sich gegenseitig ausgenutzt bzw. als "Geschäftskontakt" gepflegt hat, wirklich offen zu den Mitmenschen zu sein war gefährlich. Man führte quasi vor seinem gesamten Umfeld ständig ein Doppelleben, bis in die Familien hinein, weil schon auch mal die Kinder die Eltern, der Bruder die Schwester oder Ehemann die Ehefrau verraten und verkauft hat. Nach der Wende sind viele "enge und herzliche" Ost-Freundschaften über Nacht zerbrochen, wenn der eine Freund mal in die Akten geschaut hat. Geholfen hat man sich aus Not und aus Selbstzweck, weniger aus blanker Menschenliebe.
DerThorag schrieb:Heute gibt es oftmals schon Streit, wer denn nun die Hecke verschneidet oder weil der Nachbar 5cm zu Nahe an der Einfahrt parkt.
Das gab es auch, aber eben mit einer diffizilen Hackordnung, der Mayer is inne Partei, da sachisch liba nüscht, und wenn ich der Pohlmann vom Konsum dumm komme, gibt es keine Kaffeefilter mehr, nie wieder. Und was dem Schulze passiert ist, naja, was hört er auch Westradio, das musste ja so kommen. Ein Umzug war z.B. auch problematisch, wenn man keinen hatte, der einem die ungeschriebenen Gesetze am neuen Wohnort erklärt hat.
Bone02943 schrieb am 15.12.2019:Vorallem im Winter, wenn dann doch mal Schnee liegt, den es früher so viel öfter gab.
Der war dann aber auch nur einen Tag weiß, Braunkohlebrikettheizung sei dank.


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20.05.2020 um 19:45
bgeoweh schrieb:Der war dann aber auch nur einen Tag weiß, Braunkohlebrikettheizung sei dank.
Kommt ganz drauf an wo man wohnte. Im Plattenbaugebiet gabs ja keine Kohleöfen aus Einfamilienhäusern. Und lebte man nicht gerade im "Fallout" der Kraftwerke und anderer Industrie, dann war der Schnee auch lange weiß.

Aber sicher, es gab auch Ecken da war der Schnee nach einem Tag fast schwarz.
bgeoweh schrieb:Jein. Das ist das Ostalgie-Bild der DDR, wie es aus den lustigen Postwendefilmchen vermittelt wird. In der Realität war es eher so, dass man sich gegenseitig ausgenutzt bzw. als "Geschäftskontakt" gepflegt hat, wirklich offen zu den Mitmenschen zu sein war gefährlich. Man führte quasi vor seinem gesamten Umfeld ständig ein Doppelleben, bis in die Familien hinein, weil schon auch mal die Kinder die Eltern, der Bruder die Schwester oder Ehemann die Ehefrau verraten und verkauft hat. Nach der Wende sind viele "enge und herzliche" Ost-Freundschaften über Nacht zerbrochen, wenn der eine Freund mal in die Akten geschaut hat. Geholfen hat man sich aus Not und aus Selbstzweck, weniger aus blanker Menschenliebe.
Stimmt schon, vieles war einfach Selbstzweck. Dennoch gab es Hausgemeinschaften, die es so nicht mehr gibt und auch damals nicht durch Partei oder Mangelwirtschaft entstanden sind. Man kannte sich halt mehr als heute. Es ist anonymer geworden. Was aber auch nicht unbedingt immer ein Nachteil ist.


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20.05.2020 um 20:19
abberline schrieb:Seit wann ist das so? Die Gegend bei Euch ist nämlich toll.
Eigentlich, seit ich hier wohne. Ob da ein Zusammenhang besteht? :D
Der Tourismus hat seine Hotspots, abseits davon herrscht die Öde des Landlebens. Von Niebüll sehen die meisten Touris ja ohnehin nur die Autoverladung nach Sylt. Aber trotzdem liebe ich mein Nordfriesland!

Für Fans:

https://www.moin-lieblingsland.de/startseite


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30.05.2020 um 01:18
DerThorag schrieb am 20.05.2020:Die Menschen halfen sich mehr untereinander und man sprach mehr miteinander.
man sprach miteinander, weil es sonst nichts gab. Wenige hatten Telefon und HANDYs zum Wischen und so gab es gar nicht :)
bgeoweh schrieb am 20.05.2020:In der Realität war es eher so, dass man sich gegenseitig ausgenutzt bzw. als "Geschäftskontakt" gepflegt hat, wirklich offen zu den Mitmenschen zu sein war gefährlich. Man führte quasi vor seinem gesamten Umfeld ständig ein Doppelleben, bis in die Familien hinein, weil schon auch mal die Kinder die Eltern, der Bruder die Schwester oder Ehemann die Ehefrau verraten und verkauft hat. Nach der Wende sind viele "enge und herzliche" Ost-Freundschaften über Nacht zerbrochen, wenn der eine Freund mal in die Akten geschaut hat. Geholfen hat man sich aus Not und aus Selbstzweck, weniger aus blanker Menschenliebe.
so siehts aus.
Bei den ach so geselligen Runden war meistens ein Kollege der Stasi dabei, der den Schnüfflern berichtete....
Was ich von soviel Verklärung des "schönen Lebens und der tollen Gemeinschaft" im Osten halte?

nichts, und das ist tatsächloich schon aufgerundet.


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