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Terroranschlag in Wien

439 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Terror, Polizei, Österreich ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 13:32
Der zitierte Beitrag von Apache205 wurde gelöscht. Begründung: Die Bezeichnung ist unangemessen.
Nein, weil ich Menschen kenne die von Zuhause aus schreien aber selbst in einer Situation in der geschossen wird, wahrscheinlich schnell flitzen gehen und den eigenen arsch in Sicherheit bringen.

Und ja, wie gesagt. Ich kann verstehen, dass man ein Telefonat mit Erdogan eingegangen ist. Das hat nichts damit zu tun, dass man „den Schwanni einzieht und sich unterwirft“ sondern eher damit, dass man sich um den eigenen arsch kümmert und zusieht keine persönlichen repressalien fürchten zu müssen weil du den Diktator deines Heimatlandes verärgert hast.

Aber naja, hat halt jeder seine Meinung


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 13:35
@DieGarnele
Fakt ist, sie haben Menschenleben gerettet. Punkt.
Getrennt davon, haben die aber sicher nicht aus Verlegenheit mit Herrn E. telefoniert, wenn sie aus dem Umfeld der Wölfe kommen.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 13:36
@abberline
Fakt ist, sie haben mit dem Anschlag nichts zu tun, sie haben geholfen, gerettet.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 13:38
@Tussinelda
Richtig und das sollte anerkannt werden.
Es ging mir nur darum, dass jemand aus dem Umfeld der Wölfe nicht aus Verlegenheit und Furcht mit Herrn E. telefoniert, wie oben angemerkt wurde.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 13:51
Zitat von abberlineabberline schrieb:Es ging mir nur darum, dass jemand aus dem Umfeld der Wölfe nicht aus Verlegenheit und Furcht mit Herrn E. telefoniert, wie oben angemerkt wurde.
War zugegebenermaßen etwas, wie soll ich es nennen, „romantisch“ formuliert von mir. Vergessen wir es einfach 😅


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 14:20
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Ich denke es ist schon so... Wenn ein bekennender Nazi Zivilcourage zeig, würden wir auch alles andere ausklammern?
Für den einen Punkt um den es geht schon. Das hat doch absolut NICHTS mit diesem schrecklichen Terror zu tun. Zwischenzeitlich geht es doch hier mehr um diese jungen Männer als um die abscheuliche Tat, was ich ziemlich befremdlich finde.

Hätte der Mensch dem sie geholfen haben, erst ein Leumundszeugnis und ne Abstammungsurkunde einfordern sollen, bevor er Hilfe zulässt?

War denn überhaupt ein "echter" Österreicher in der Nähe, der helfen wollte?

@Interested

Hat vorhin einen sehr guten Beitrag gebracht, wie ich finde. Damit könnte man es doch wenigstens in DIESEM Thread belassen.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 14:35
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Zwischenzeitlich geht es doch hier mehr um diese jungen Männer als um die abscheuliche Tat, was ich ziemlich befremdlich finde.
Nun ja, etwas schon. Und die Tat, Naja ich sehe immer noch nicht das die Probleme angegangen werden. Demos pro Terroristen.. Etc..


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 14:38
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Hätte der Mensch dem sie geholfen haben, erst ein Leumundszeugnis und ne Abstammungsurkunde einfordern sollen, bevor er Hilfe zulässt
Darum geht es nicht. Eher darum das es immer zweischneidig ist Leute zu Helden zu machen.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Zumal das Attentat islamistisch motiviert war - eben, dass junge Muslime nicht alle radikalisiert sind
Genau da hakt es schon... Wobei das nie einer unterstellt hat mit dem alle.

https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/nach-terror-frankfurt-verbietet-demo-gegen-charlie-hebdo-73763792.bild.html

Mal die Bild aber egal


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 15:07
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Darum geht es nicht. Eher darum das es immer zweischneidig ist Leute zu Helden zu machen.
Das weiß ich doch. Wir hatten das in Deutschland doch auch schon. Damals wurde ein 14-Jähriger in den Himmel gehoben weil er seinen Freund verpfiffen hatte, der nach dem Mord an einem Mädchen geflüchtet war. Später stellte sich sogar heraus, dass der " Held" tatbeteiligt war.

Wäre es evtl. einen eigenen Thread wert, wie Medien mit solchen Fällen umgehen? Es lenkt hier mMn einfach von der schrecklichen Tat ab. Seit einigen Seiten geht es nur noch um die beiden jungen Männer, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und " Arsch in der Hose" bewiesen haben.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Genau da hakt es schon... Wobei das nie einer unterstellt hat mit dem alle.
Ich weiß ja nicht. Vllt. wird man mit der Zeit empfindlich aber so ein leicht unterschwelliger Ton, war schon zu spüren. Warum klebt man sonst auch seitenlang dran fest? Dass das niemand direkt schreibt ist ja klar.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 15:18
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Ich weiß ja nicht. Vllt. wird man mit der Zeit empfindlich aber so ein leicht unterschwelliger Ton, war schon zu spüren.
Nun man kann islamischen Terrorismus Schweich vom Islam vollständig trennen. Denn der Terrorismus motiviert dich ja schon sehr stark durch Interpretation bzw weltanschauung eines staat/Gesellschaftsmodell das stark auf Religionsgesetzen basiert. Und was mit den Staats und Gesellschaftsmodell en Europas nicht kompatibel ist.

Von 2014 als die debatte. Bzgl des is mal aktuell war, erstaunlich ähnlich klingt es heute immer noch in der Debatte.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article132932718/Das-Funktionaersproblem-im-deutschen-Islam.html


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 15:43
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:Vielleicht verwechselt Merkel die "Grauen Wölfe" auch mit einer Naturschutzorganisation zur Wiederansiedlung des Raubtieres.
ich weiß es nicht.
:lolcry:
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Würde bei einem Unfall der Höcke einem Menschen helfen, würde man ihn als Helden stilisieren? Ich denke eher nicht.
Das war aber kein Unfall, sondern ein Terroranschlag.
Zitat von Apache205Apache205 schrieb:Der Respekt müsste in meinen Augen direkt verfliegen nach dem man die fragwürdigen Screenshots gesehen hat.
Der Inhalt der Screenshots ist aber schon vier Jahre alt.
Aber vielleicht sollte man ja auch noch von jedem, der einem anderen hilft, einen Strafregisterauszug verlangen, um mal polemisch zu werden :troll: :palm:

Und um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen:

https://www.derstandard.at/story/2000121496755/anschlag-in-wien-schliessung-von-radikalen-moscheen-angeordnet?ref=article


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 15:56
Zitat von PallasPallas schrieb:Der Inhalt der Screenshots ist aber schon vier Jahre alt.
Und ändern tut das was? Bei der Cancel Culture juckt es schließlich auch keinen, wie alt die Tweets sind. Und das sind meistens nur blöde Witze. Und nicht etwas ala Graue Wölfe. Und stolz wie Oskar mit Erdogan telefonieren. Ähm jep.
Zitat von PallasPallas schrieb:Und um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen:

https://www.derstandard.at/story/2000121496755/anschlag-in-wien-schliessung-von-radikalen-moscheen-angeordnet?ref=articl...
Definitiv ein richtiger Schritt. Wird auch langsam Zeit. Es muss ja erst Mal was passieren, bevor Schritte eingeleitet werden.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 16:26
Zitat von Apache205Apache205 schrieb:Und ändern tut das was? Bei der Cancel Culture juckt es schließlich auch keinen, wie alt die Tweets sind.
Es ändert daran, was man jetzt getan hat. Da ist mir ehrlich gesagt ziemlich schnuppe, was jemand vor einigen Jahren auf FB, Twitter oder sonst was geschrieben hat. :)
Heiße ich die Worte von damals gut? - Keineswegs. Ich messe ihnen, wahrscheinlich auch wegen der diskutierten Ereignisse, nur nicht all zuviel Bedeutung bei. Wäre sicher anders, wenn die für Österreich zB. einen Boxkampf gewonnen oder ein Tor geschossen hätten und deswegen lobend in den Medien wären.

Und was das Telefonat mit Erdogan betrifft, um das man sich auch so künstlich aufregt: Hätten sie ablehnen sollen? Bin mir sicher, wenn du vom Präsidenten einen Anruf bekommst, wärst du zwar sehr verlegen, aber das Gespräch würdest du nicht verweigern.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 16:33
Zitat von PallasPallas schrieb:, aber das Gespräch würdest du nicht verweigern.
und wenn man weiterhin unbeschwert in die Türkei fahren möchte, sollte man das Telefonat auf jeden Fall annehmen.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 16:35
@Kybela


Ja. Ein wenig Diplomatiegedanke spielt da wahrscheinlich auch mit.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 16:51
Zitat von KybelaKybela schrieb:und wenn man weiterhin unbeschwert in die Türkei fahren möchte, sollte man das Telefonat auf jeden Fall annehmen.
Oder noch liebe Verwandte dort hat...
Zitat von Apache205Apache205 schrieb:Und ändern tut das was?
Die gute Tat, wird sie auf jeden Fall verändern und zeigt doch auch, dass sie nicht abgrundtief schlecht sein können. Dafür, in welche Richtung sie sich verändern, trägt auch bei wieviel sinnloser Hass oder Neid ihnen jetzt noch entgegen gebracht wird.


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Terroranschlag in Wien

06.11.2020 um 23:54
Am heutigen Vormittag gab es im norddeutschen Raum und in Hessen mehrere Hausdurchsuchungen bei vier Personen, die offenbar mit dem Attentäter Kujtim F. in Kontakt standen und im Sommer in Wien besucht hatten, einer davon wird selbst als Gefährder eingestuft. Drei davon hatten direkten Kontakt mit F., der Letzte indirekt. Alle vier gelten allerdings nicht als Beschuldigte, sondern bisher als Zeugen.

Spoiler
Update vom Freitag, 06.11.2020, 14.00 Uhr: Die vier Personen, deren Wohnungen und Geschäftsräume heute Ziel polizeilicher Durchsuchungen nach dem Terrorangriffi in Wien waren, werden von Ermittlern der islamistischen Szene zugeordnet. Sie standen mit dem Attentäter vor der Tat in Kontakt. Die Verdächtigen lebten zuletzt in Kassel, Osnabrück und dem Kreis Pinneberg. Vom 16. bis 20. Juli soll der Mann aus Kassel und einer der Männer aus Osnabrück den Attentäter sogar in dessen Wohnung in Wien besucht haben, wie mit Berufung auf Sicherheitskreise berichtet wird.

Während die dritte Person persönlich mit dem Täter in Verbindung stand, hatte der vierte Mann nur indirekt über Dritte Kontakt mit dem Attentäter. Einer der vier Personen ist den deutschen Behörden schon länger bekannt, so berichtet das Nachrichtenportal Spiegel.de. Mit den Razzien sollten hauptsächlich mögliche Beweismittel sichergestellt werden. Keiner der vier Männer wurde festgenommen, sie gelten zunächst als Zeugen.
Quelle: s.o.


Anlässlich dessen kristallisiert sich auch langsam heraus, dass F. und weitere Personen Teil eines radikal-islamistischen Netzwerks waren, das sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz erstreckte. Wie erwähnt gab es im vergangenen Juli länderübergreifende Treffen in Wien, deren Anlass noch unklar ist, von rund 20 Personen aus dem dschihadistischen Umfeld. Darunter zwei der von den Razzien betroffenen Deutschen sowie Thurgauer Islamisten, in deren Umfeld es im Nachgang zum Attentat ebenfalls Festnahmen gab.

Spoiler
Von besonderem Interesse ist für die Behörden in allen drei Ländern ein Treffen Mitte Juli dieses Jahres in Wien. Nach Informationen von ZEIT ONLINE tauchten über einen Zeitraum von mehreren Tagen etwa zwanzig Mitglieder der dschihadistischen Szene in der österreichischen Hauptstadt auf, darunter der Mann aus Osnabrück und der Mann aus Kassel. Die Männer trafen sich teils in Parks, teils in einer Wohnung und in wechselnder Zusammensetzung. Auch aus der Schweiz reisten dem Vernehmen nach Islamisten an. Es gibt allerdings keine Hinweise darauf, welchem Zweck das Treffen diente.

Die Ursprünge des Drei-Länder-Netzwerks sind ebenfalls noch nicht völlig klar. Aber einige der darin auftauchenden Personen kennen einander schon lange aus dem Umfeld der salafistischen Lies!-Kampagne. Anhänger der Kampagne haben vor Jahren damit begonnen, in Fußgängerzonen Korane zu verschenken und zu missionieren. Von den mehr als 1.000 deutschen Islamisten, die sich nach 2012 in Syrien und dem Irak Terrorgruppen anschlossen, hatte ein rundes Drittel zuvor Kontakt mit der Lies!-Kampagne gehabt. Nach Informationen von ZEIT ONLINE reiste mindestens ein deutscher Lies!-Führer vor einigen Jahren nach Zürich und traf dort den in Wien beheimateten Hassprediger Abu Tejma, der bis zu seiner Verhaftung 2014 jahrelang auf YouTube und in Moscheen gegen "Ungläubige" wetterte und der immer wieder jugendliche Radikalisierte für den IS rekrutierte.
Quelle: s.o., Zeit online


Interessant ist in dem Zusammenhang, dass die vermeintliche Deradikalisierung von F. nach seiner Gefängnisentlassung, die man im Zuge der Geschehnisse des Öfteren kolportierte, wohl nicht bestätigt wurde. Das Islamisten-Deradikalisierungsprojekt Derad hatte während seiner Haft (für die versuchte Syrien-Ausreise bzw. Mitgliedschaft im IS) mehrere Treffen abgehalten, attestierte ihm aber zu seiner Entlassung dass er nach wie vor ideologisch gefestigt gewesen sei.

Spoiler
Die vier Männer, bei denen das BKA heute Hausdurchsuchungen vornahm, waren dem Vernehmen nach nicht überrascht, als die Beamten vor ihren Türen standen. Angesichts der Tatsache, dass sie mit dem Attentäter in Kontakt standen, konnten sie damit rechnen, dass die Behörden mit ihnen sprechen wollen würden.

Bislang ist die Arbeitshypothese der Ermittler, dass Kujtim F. seinen Anschlag allein plante und durchführte. Der 20-Jährige war im April 2019 wegen Mitgliedschaft beim IS zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten verurteilt worden, aber schon im Dezember war er wieder freigekommen. Im Gefängnis führte er auch Gespräche mit einem Mitarbeiter des Projekts Derad, das sich um die Deradikalisierung von Islamisten bemüht.

Nach Informationen von ZEIT ONLINE kann allerdings keine Rede davon sein, dass Kujtim F. deradikalisiert aus dem Gefängnis freigelassen wurde. Derad hat 31 Aufzeichnungen zu Treffen und elektronischem Kontakt mit F. angefertigt, generell soll er sich gesprächsbereit gezeigt haben. Allerdings geht aus den Berichten der Organisation nach Recherchen von ZEIT ONLINE auch hervor, dass er nach wie vor ideologisch gefestigt gewesen sei.
Quelle: s.o., Zeit online


Darüber hinaus ist neben den slowakischen Munitionskauf wohl einem weiteren Hinweis nicht nachgegangen worden: Bereits zum Treffen im Juli hatten deutsche Behörden ihre österreichischen Kollegen vom Wiener Landesamt für Verfassungsschutz darum gebeten, die Männer zu beobachten (ab Min 11:10). Diese Info wurde anscheinend erst heute dem Innenministerium bekannt, wofür bereits der Leiter des Wiener LVT wohl den Hut nehmen darf.

Alles in allem zeigt sich mit jedem Tag an weiteren Ermittlungen, dass Fehleinschätzungen und Nachlässigkeiten wohl das Attentat begünstigten. Ob man es verhindern hätte können, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen und wäre etwas lax aus der Hüfte geschossen. Allerdings mehren sich die Warnhinweise, mal sehen, was dabei noch rauskommt.

Und was die Weaner Helden angeht, bei folgender Aussage musste ich schon arg ungläubig schmunzeln:
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Die gute Tat, wird sie auf jeden Fall verändern und zeigt doch auch, dass sie nicht abgrundtief schlecht sein können.
Nein, abgrundtief schlecht sind die Beiden sicher nicht, sie haben in der Not Courage sowie Mut bewiesen, was vermutlich nur die wenigstens von sich behaupten können. Was hingegen im Anschluss an deren Nothilfe stattfand, spottet jeder Beschreibung, angefangen von der albernen Selbstinszenierung bei insta. Aber gut, zwei jungen Kerlen könnte man das nachsehen.

Weniger appetitlich wird es dann, wenn wir uns dem Anruf von Erdogan widmen. Klar, niemand würde ablehnen, wenn der 'eigene' Präsident zur Lobhudelei callt. Wenn daraus allerdings eine inszenierte PR-Einlage wird, die man gleich von beiden Seiten ausschlachtet, kommt allmählich ein Gschmäckle auf. TRT, ein deutsches Sprachrohr der AKP, hat die Gunst der Stunde erkannt und den Anruf, unterlegt mit deutschen Untertiteln und leicht geschnitten, mitgefilmt.

Damit degradieren sich die beiden zu Erfüllungsgehilfen eines wahren Despoten, der bereits vom anderen Hörer aus das Gespräch über die Hofmedien kabeln lässt. Ich bin mir sicher, dass ihr den Frieden und das Schöne repräsentieren werdet klingt freilich verdammt gut, auch wenn man spätestens nächste Woche wieder gegen den Westen hetzt, bei Präsidenten Geisteskrankheiten diagnostiziert oder mal eben europäische Politiker, natürlich vollkommen zutreffend, als Kettenglieder der Nazis identifiziert. Ob man so den ideologischen Nährboden bereitet, damit bald der nächste junge Kerl samt Kalaschnikow oder wahlweise Fleischermesser durch die Gassen einer europäischen Stadt pilgert, darf jeder für sich selbst beantworten.

Aber gut, wird sie auf jeden Fall verändern. Hoffentlich bald. Die SoMe-Jugendsünden Recep G. kennt man ja bereits. Und Mikail Ö. wird hoffentlich auch seine Haltung überdacht haben. Vor allem im Vergleich zum Juni, als Ö. noch zusammen mit türkischen Rechtsextremisten im grauen Wolfsrudel mitlief, um Kurden und Antifaschisten anzugreifen.
Youtube: Wien, 25.06.2020  Ernst-Kirchweger-Haus attackiert(Neu) Viyana/Madimak 2020/copyright@viyanatv
Wien, 25.06.2020 Ernst-Kirchweger-Haus attackiert(Neu) Viyana/Madimak 2020/copyright@viyanatv

Bei 4:30 und 18:51 sieht man ihn in Aktion.

Gut, das ist in Anbetracht der Heldentaten voll verschmerzbar. Schließlich wurden nur zwei Beamte und ein Diensthund verletzt, hier ein wenig gezündelt, dort ein bisserl Beamte mit Eisenstangen oder wahlweise Pflastersteinen traktiert, ein paar Anzeigen geschrieben und Festnahmen durchgeführt, halb so wild. Muss man eigentlich auch nicht erwähnen (wie man im Video ebenfalls sieht), dass natürlich zahlreiche Wolfsgrüße, die ja erst seit '19 verboten sind, gezeigt wurden. Apropos Schweigefuchs:
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Komisch sind die Ösis schon :) Für meinen, beruflich oft verwendeten und äusserst wirksamen Schweigefuchs, würde die mich wahrscheinlich einsperren. So einfach ist das.
Joa, ist nicht einfach. Auf der Montessori-Schule ein Schweigefuchs, unter Metallern ein Gruß, bei der WCW das Wolfpac, bei den grauen Wölfen ein Sympathisieren und bei Italienern evtl. ein Grund, was auf die Schnauze zu bekommen, weil man ihn gerade als Gehörnten verspottet hat. Das ist der Nachteil an Gesten und Handzeichen, bei denen ist nicht nur der kulturelle Hintergrund, sondern ab und zu auch der Landstrich maßgebend. Daher kein reines Ösi-Phänomen.

Bei all der Heldenverehrung wird allerdings meist einer vergessen: Der Palästinenser Osama H., welcher unter Beschuss dem Polizisten half: https://www.dasbiber.at/content/ich-bin-kein-held - und natürlich zahlreiche andere Weaner, egal ob sie in ihren Läden/Wohnungen Verängstigten Unterschlupf gewährten oder mit der Bim aus den Gefahrenbereich brachten, selbst wenn man ohne die mediale Effekthascherei keine Kenntnis von ihnen nimmt.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 04:34
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Nein, abgrundtief schlecht sind die Beiden sicher nicht, sie haben in der Not Courage sowie Mut bewiesen, was vermutlich nur die wenigstens von sich behaupten können. Was hingegen im Anschluss an deren Nothilfe stattfand, spottet jeder Beschreibung, angefangen von der albernen Selbstinszenierung bei insta. Aber gut, zwei jungen Kerlen könnte man das nachsehen.
Ja, sie sind Poser, wie viele andere in ihrem Alter und auch darüber hinaus, auch. Das Gepose kann man sicherlich belächeln, unterm Strich ändert es nichts daran, daß sie stolz auf sich sein können. Da kann man ein bisschen "Geprahle" sicherlich verschmerzen.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Gut, das ist in Anbetracht der Heldentaten voll verschmerzbar. Schließlich wurden nur zwei Beamte und ein Diensthund verletzt, hier ein wenig gezündelt, dort ein bisserl Beamte mit Eisenstangen oder wahlweise Pflastersteinen traktiert, ein paar Anzeigen geschrieben und Festnahmen durchgeführt, halb so wild. Muss man eigentlich auch nicht erwähnen (wie man im Video ebenfalls sieht), dass natürlich zahlreiche Wolfsgrüße, die ja erst seit '19 verboten sind, gezeigt wurden.
Und das hat jetzt was genau damit zu tun, daß sie beim Anschlag in Wien selbstlos gehandelt haben ? Ach richtig, nichts... Schade, daß viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, die Ereignisse voneinander getrennt zu betrachten und sie stattdessen in einen Topf schmeißen, um mal wieder ein Haar in der Suppe zu finden.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Bei all der Heldenverehrung wird allerdings meist einer vergessen: Der Palästinenser Osama H., welcher unter Beschuss dem Polizisten half: https://www.dasbiber.at/content/ich-bin-kein-held - und natürlich zahlreiche andere Weaner, egal ob sie in ihren Läden/Wohnungen Verängstigten Unterschlupf gewährten oder mit der Bim aus den Gefahrenbereich brachten, selbst wenn man ohne die mediale Effekthascherei keine Kenntnis von ihnen nimmt.
Sie werden ganz sicher nicht vergessen. Weder hier im Thread, wo auch schon von verschiedenen Usern Respekt für all diejenigen zum Ausdruck gebracht wurde, noch in der Presse. Beispiel:
Noch bevor Recep und Mikail den verletzten Beamten entdeckten, war der 23-jährige Osama Joda vor Ort, der Erste Hilfe leistete. Er arbeitet bei der Fast-Food-Kette- "Mc Donalds" und wollte an diesem Abend mit seinem Filialleiter Waren in das Lokal tragen, als sie plötzlich den Attentäter entdeckten: "Er versteckte sich in einer geschlossenen Garagenausfahrt und feuerte auf Passanten", erzählte Joda. "Mein Filialleiter hat sich versteckt und ich habe mich hinter einer Betonbank in Sicherheit gebracht." Als ihnen zwei Polizisten helfen wollten, wurde einer von ihnen angeschossen.

"Da habe ich ihn hinter die Betonbank gezogen und versucht, die Blutung zu stoppen. Der Attentäter hat aus etwa 20-30 Meter weiter gefeuert. Überall war Blut", erzählte der mutige Osama weiter. Als weitere Beamte kamen, ist der Täter geflüchtet. Die Polizisten haben Joda daraufhin gebeten, die Rettung zu alarmieren: "Das habe ich getan und dann habe ich geholfen, den Beamten zum Rettungswagen zu schleppen. Auf den letzten 15, 20 Metern kamen uns die beiden anderen Burschen zu Hilfe. Ich habe den Rettungskräften dann alles gesagt, was ich über die Verletzung wusste und bin mit aufs Polizeipräsidium gefahren."
Das Attentat in Wien löste nicht nur eine Welle der Angst, sondern eine Welle der Solidarität aus. Unzählige Wirte schlossen ihre Lokale, um ihre Gäste zu schützen. Auf Social Media schrieben immer mehr Nutzer, dass sie Menschen aufnehmen würden, die keinen sicheren Unterschlupf finden oder nicht nach Hause fahren können.
Quelle: https://www.gesundheitstrends.com/a/trending/helden-wiener-attentat-111187

Und selbst in deinem Link (dasbiber) äußert sich Osama H. (in anderen Artikeln Osama J.) über die beiden anderen Helfer und somit brachte auch er sie wieder ins Gespräch
Und, was die anderen beiden betrifft: Ich kannte die ja vorher nicht. Ich bin einfach stolz und froh, dass die mitgeholfen haben.
Die mediale Aufmerksamkeit, die über die beiden türkischstämmigen Jungs hereinbrach, erklärt sich damit, daß in ihrer Vergangenheit gegraben und diese an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Nichts anderes wird hier im Thread gemacht. Und dann beschwert man sich, daß soviel über die Jungs gesprochen wird ? Nochmal ganz klar - nichts von dem, was bei denen in der Vergangenheit gelaufen ist, muß man beklatschen oder kritiklos hinnehmen. Nur sollte es nicht dazu herangezogen werden, um ihre Taten in der Terrornacht zu schmälern, leider wird genau das von einigen getan. Es wirkt wie ein neidisch sein, als wenn man den Jungs nicht gönnen würde, daß sie jetzt auch mal positiv erwähnt werden. Solche Typen verdienen doch den Status Helden nicht usw... Doch, verdienen sie, wegen dem, was sie beim Anschlag taten. Würde ein Höcke unter Gefahr fürs eigene Leben jemanden retten, hätte auch er meine vollste Hochachtung, völlig egal, ob ich ihn ansonsten für einen hochgefährlichen Brandstifter halte und verachte, wofür er steht. Das sind zwei Paar Schuhe.
Zitat von PallasPallas schrieb:Es ändert daran, was man jetzt getan hat. Da ist mir ehrlich gesagt ziemlich schnuppe, was jemand vor einigen Jahren auf FB, Twitter oder sonst was geschrieben hat. :)
Heiße ich die Worte von damals gut? - Keineswegs. Ich messe ihnen, wahrscheinlich auch wegen der diskutierten Ereignisse, nur nicht all zuviel Bedeutung bei. Wäre sicher anders, wenn die für Österreich zB. einen Boxkampf gewonnen oder ein Tor geschossen hätten und deswegen lobend in den Medien wären.
So ist es.
Zitat von KybelaKybela schrieb:und wenn man weiterhin unbeschwert in die Türkei fahren möchte, sollte man das Telefonat auf jeden Fall annehmen.
Auch das ist richtig. Aber vom heimischen Sofa kann man natürlich sehr gut auf dicke Hose machen und erklären, daß man selbst alles anders machen würde. Im übrigen sehe ich hier auch den Unterschied zu Mesut Özil. Die beiden Helfer sind Privatpersonen, der "kleine Mann von der Straße", kein millionenschwerer und unabhängiger Sportler, der ganz andere Möglichkeiten hätte auf mögliche Anfeindungen oder Repressalien aus Ankara zu reagieren.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 06:10
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Nein, abgrundtief schlecht sind die Beiden sicher nicht, sie haben in der Not Courage sowie Mut bewiesen, was vermutlich nur die wenigstens von sich behaupten können.
Warum es es so schwer, nur jetzt für diesen Moment genau das zu sehen?
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Was hingegen im Anschluss an deren Nothilfe stattfand, spottet jeder Beschreibung, angefangen von der albernen Selbstinszenierung bei insta. Aber gut, zwei jungen Kerlen könnte man das nachsehen.
Sie sind nicht nur jung, sondern kommen auch aus einer extremen Ausnahmesituation. Wer hat denn schon etwas wirklich schlimmes erlebt, um sich vorstellen zu können, was danach mit einem abgeht? Dazu zwei Jungs, für die sich bisher kein Schwein interessiert, hat im Blitzlichtgewitter? Kann man schon durchknallen, finde ich.

Die Sache mit Erdogan. Was würden wir tun, wenn wir noch Verwandte in der Türkei hätten? Klar, niemals in so einer Situation gewesen, würde man sagen: "Pfui! Dem spuck ich noch ins Ohr, statt mit dem zu labern." Wenn wir noch Angehörige dort hätten, würden wir das nur machen, wenn wir asoziale und abgebrühte *****löcher sind.

Das sind eben keine Ozils und Gündogans, die ihre Lieben mal eben rausholen könnten. Sie wurden auch nicht wegen der normalen Ausübung ihres Berufs so von Erdogan belobigt.

Klar, kann alles so sein wir ihr euch das vorstellt und es sind fiese Typen. Kann aber auch sein, dass sie mal fiese Typen sind und dieses Schockerlebnis, sie zur Umkehr bringt. Die Chance vertut man gerade mit jedem Schlag in ihre Richtung.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:und natürlich zahlreiche andere Weaner, egal ob sie in ihren Läden/Wohnungen Verängstigten Unterschlupf gewährten oder mit der Bim aus den Gefahrenbereich brachten, selbst wenn man ohne die mediale Effekthascherei keine Kenntnis von ihnen nimmt.
Warum redet ihr dann nicht über diese tollen Menschen, wenn sie so bedeutend waren? Deren Verdienst wird doch nicht größer, wenn man die Tat der beiden jungen Männer nachträglich in den Dreck zieht? Verstehe ich echt nicht.

Gut, manche Menschen brauchen sowas - den Mitmenschen klein machen , damit man größer wirkt - ich verstehe das und nehmen es so hin.

Ich möchte nur erinnern, dass es tatsächlich schlimme Neo-Nazis gab, die ausgestiegen sind. Ich hab überlegt ob nicht sogar jemand von der Antifa aber da fällt mir keiner ein.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Das ist der Nachteil an Gesten und Handzeichen, bei denen ist nicht nur der kulturelle Hintergrund, sondern ab und zu auch der Landstrich maßgebend.
Keine Sorge :) Bisher kam ich sogar in Asien gut zurecht. Beim Nachbarland hätte ich so eine lächerliche Aktion halt nicht erwartet.

Gerade weil der Schweigefuchs so vielfältige Bedeutung hat finde, ich persölich es dumm, das Handzeichen einer Gruppe zu schenken, die man eigentlich nicht möchte. Naja, zuerst werden diese " Grauen Wölfe" das Verbot einhalten - dachte man wahrscheinlich, sonst gäbe ein Verbot ja keinen Sinn.

Das ist so wie mit diesem " ACAB" All Cops Are Beautiful... so kann man es auch sehen und die nicht irgendwelchen ****löchern überlassen was die Buchstaben bedeuten sollen.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 07:50
Unabhängig der Hintergründe finde ich die Heldenstilisierung allgemein sowohl wichtig ... als auch zugleich leicht befremdlich. Ich rede nicht von den Personen, sondern allgemein.

Wieso ist das sowohl wichtig als auch für mich komisch?

Nun, in so schweren Ereignissen ist das fast schon Balsam für die Seele. Es ist eine Art Lichtblick im Dunkeln: Menschen helfen einander auch unter widrigen Bedingungen und retten gar potentiell Leben.

Komisch kann es für mich aber dennoch zugleich sein - weil es scheinbar so medial hochstilisiert werden kann, als wäre es schon abnormal. Etwas, das ungewöhnlich ist. Man könnte nämlich auch argumentieren, es wäre eine Form der "Bürgerpflicht". Nicht im Sinne des auferlegten Zwangs, mehr im Sinne gesunder Selbsteinstellung.

Natürlich soll sich nicht jeder einfach so in Gefahr bringen, im worst-case hat man dann zwei bzw. mehrere Tote. Das muss jeder selbst abwägen.

Aber wer an sich "fit" ist und eine Chance erkennt ohne direkt beschossen oder angegriffen zu werden, sollte tätig werden und Personen wenn möglich helfen. Blutungen den Möglichkeiten entsprechend stillen, Notarzt bzw. Polizei alarmieren (kurz und knapp, auf Rückfragen warten), jemanden auch einfach in Sicherheit ziehen, also wörtlich wie sinngemäß in eine bessere Lage bringen.

Die Grundmotivation sollte dann auch nicht zwingend sein, später medial als "Held" gefeiert zu werden (kann man als positiven Nebeneffekt betrachten, wenn man drauf steht) sondern einfach das zu tun was man in gleicher Lage von anderen erwarten oder erhoffen würde. Nicht mehr, nicht weniger.

Da man ja leider damit rechnen muss, selbst in so eine Lage zu kommen, sollte man das im Hinterkopf behalten. Natürlich kann es immer noch wahrscheinlicher sein (je nachdem wo man lebt oder wo man wann unterwegs ist) anders umzukommen. Aber wenn anderen was passiert, sollte man immer die Nothilfe bedenken, wo es möglich ist. Ob das nun ein linker, rechter, religiöser Terrorist ist oder auch ein Amoktäter. Oder nicht-menschliche Ursachen wie Unfälle.

Was will ich mit dem Post also sagen? Helft anderen wenn es euch möglich erscheint, wägt die Risiken im Sinne der Eigensicherung ab. Keiner muss im Kugelhagel irgendwo reinspringen - aber wenn die menschliche Gefahr hinfort ist oder neutralisiert wurde und keine direkte Gefahr besteht, dann sollte man tätig werden und Verwundete in eine bessere Lage bringen.


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