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Terroranschlag in Wien

439 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Terror, Polizei, Österreich ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 11:11
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Die mediale Aufmerksamkeit, die über die beiden türkischstämmigen Jungs hereinbrach, erklärt sich damit, daß in ihrer Vergangenheit gegraben und diese an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Nichts anderes wird hier im Thread gemacht. Und dann beschwert man sich, daß soviel über die Jungs gesprochen wird ? Nochmal ganz klar - nichts von dem, was bei denen in der Vergangenheit gelaufen ist, muß man beklatschen oder kritiklos hinnehmen. Nur sollte es nicht dazu herangezogen werden, um ihre Taten in der Terrornacht zu schmälern, leider wird genau das von einigen getan. Es wirkt wie ein neidisch sein, als wenn man den Jungs nicht gönnen würde, daß sie jetzt auch mal positiv erwähnt werden. Solche Typen verdienen doch den Status Helden nicht usw... Doch, verdienen sie, wegen dem, was sie beim Anschlag taten. Würde ein Höcke unter Gefahr fürs eigene Leben jemanden retten, hätte auch er meine vollste Hochachtung, völlig egal, ob ich ihn ansonsten für einen hochgefährlichen Brandstifter halte und verachte, wofür er steht. Das sind zwei Paar Schuhe.
das will man aber nicht trennen, was aus meiner Sicht vollkommen unverständlich ist. Dieser thread handelt von dem Anschlag, in direktem Bezug dazu stehen natürlich die Menschen, die geholfen, gerettet haben aber deren Vita? ich denke nicht, denn deren Vita hat mit dem Anschlag nichts mehr zu tun.
Es könnte auch beachtet werden, dass die Rettungsaktion von jemand anderem gefilmt und ins Netz gestellt wurde, aber das nur nebenbei.
Ich denke es würde dem thread guttun, sich auf den Anschlag, den Täter, Versäumnisse des Verfassungsschutzes etc zu konzentrieren.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 12:04
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Und das hat jetzt was genau damit zu tun, daß sie beim Anschlag in Wien selbstlos gehandelt haben ? Ach richtig, nichts... Schade, daß viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, die Ereignisse voneinander getrennt zu betrachten und sie stattdessen in einen Topf schmeißen, um mal wieder ein Haar in der Suppe zu finden.
Weil die isolierte Betrachtung gerne nur eine Momentaufnahme bildet, in dem Fall vernachlässigt sie Erdos Propagandashow im Nachgang und die Geschehnisse vor ein paar Monaten. Denn ich sehe da ein wenig mehr als ein Haar in der Suppe oder Dummejungenstreiche, türkischer Nationalismus und die grauen Wölfe sind in Wien, in Österreich und auch anderswo nicht erst seit gestern ein Problem. Ö. hat ja über sein insta-Profil verlautbart, dass ihn die Geschehnisse am Montag so sehr geprägt haben, dass er sich für seine Teilnahme an Unsinnigkeiten entschuldigt und eine neues Kapitel aufschlägt. Die Zukunft wird zeigen, ob er sich daran hält und jemals wieder auf solchen Demos gesehen wird.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Sie werden ganz sicher nicht vergessen. Weder hier im Thread, wo auch schon von verschiedenen Usern Respekt für all diejenigen zum Ausdruck gebracht wurde, noch in der Presse. Beispiel:
Doch, im Zuge der vielen Meldungen leider schon. In deinem Beispiel, oder besser gesagt im darin eingebetteten Tweet, zeigt sich auch ganz gut warum:
Mikail Ö. und Recep G.

Wiener Helden. Danke.
#zivilcourage #wien
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Und selbst in deinem Link (dasbiber) äußert sich Osama H. (in anderen Artikeln Osama J.) über die beiden anderen Helfer und somit brachte auch er sie wieder ins Gespräch
H. (gehe schwer davon aus, dass J. sein Zweit- und H. der Familienname ist) wird die beiden auch sicherlich nicht raushalten. Die gemeinsame Rettung war deren Leistung, welche die drei nun verbindet.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Die mediale Aufmerksamkeit, die über die beiden türkischstämmigen Jungs hereinbrach, erklärt sich damit, daß in ihrer Vergangenheit gegraben und diese an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Nichts anderes wird hier im Thread gemacht. Und dann beschwert man sich, daß soviel über die Jungs gesprochen wird ?
Nope, die Aufmerksamkeit erklärt sich eher dadurch, dass sich die Nachricht ihrer Rettung im Zusammenhang mit dem insta-Posting im Gemenge der unklaren Nachrichtenlage schnell verselbstständige, bis es bei den großen Verteilern, u.a. der Presse, landete. Diverse Twittertimelines vom Abend des 2.11., etwa #wien, waren voll mit der Meldung von den beiden. Das, was nun über die Vergangenheit bekannt wird, ist die Folge davon.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Nochmal ganz klar - nichts von dem, was bei denen in der Vergangenheit gelaufen ist, muß man beklatschen oder kritiklos hinnehmen. Nur sollte es nicht dazu herangezogen werden, um ihre Taten in der Terrornacht zu schmälern, leider wird genau das von einigen getan. Es wirkt wie ein neidisch sein, als wenn man den Jungs nicht gönnen würde, daß sie jetzt auch mal positiv erwähnt werden. Solche Typen verdienen doch den Status Helden nicht usw... Doch, verdienen sie, wegen dem, was sie beim Anschlag taten. Würde ein Höcke unter Gefahr fürs eigene Leben jemanden retten, hätte auch er meine vollste Hochachtung, völlig egal, ob ich ihn ansonsten für einen hochgefährlichen Brandstifter halte und verachte, wofür er steht. Das sind zwei Paar Schuhe.
Die Crux an dem Ganzen, die bereits mit den verschiedenen Maßstäben hier beginnt. Was für den einen eine Schmälerung der Leistung darstellt, um dann den allseits beliebten Neidvorwurf zu bemühen, ist für den anderen eine wissenswerte Info, ehe man zur kritiklosen Heldenverehrung übergeht. Und wie ich schon davon im Thread lesen durfte, ist die reine Erwähnung (und da nehme ich meinen letzten Beitrag aus) bei manchen bereits die Schmälerung. Dennoch hab ich bisher zumindest hier nichts davon gelesen, dass die Zwei böse sind oder man ihnen den Heldenstatus aberkennen sollte. Höcke ist da übrigens ein ganz nettes Beispiel, denn der hat als Lehrer vermutlich etliche Heranwachsende auf ihren Lebensweg mitgeprägt, ob positiv oder negativ sei mal dahingestellt. Dennoch entfällt auch bei ihm die isolierte Betrachtung, in der allgemeinen Wahrnehmung ist er eben nicht mehr stets der Lehrer, sondern ein zweifelhafter Politiker oder eben der hochgefährliche Brandstifter.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Aber vom heimischen Sofa kann man natürlich sehr gut auf dicke Hose machen und erklären, daß man selbst alles anders machen würde.
Von anders machen war nicht die Rede, wie ich bereits erwähnte, vermutlich kaum jemand würde sich gegen eine Danksagung von höchster Stelle wehren, auch ich nicht. Ist nur die Frage, ob man den Anruf einfach vom heimischen Sofa entgegennimmt oder halt mit Kameras draufhält und sozusagen dem nächsten hochgefährlichen Brandstifter damit bereitwillig 1a-PR liefert. Selbst bei der ersteren Variante dürfte dem künftigen Türkei-Besuch wohl nichts im Wege stehen.

@Frau.N.Zimmer
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Sie sind nicht nur jung, sondern kommen auch aus einer extremen Ausnahmesituation. Wer hat denn schon etwas wirklich schlimmes erlebt, um sich vorstellen zu können, was danach mit einem abgeht? Dazu zwei Jungs, für die sich bisher kein Schwein interessiert, hat im Blitzlichtgewitter? Kann man schon durchknallen, finde ich.
Zum einen, sind die beiden nicht ganz unerprobt was Medien angeht -wenn auch nicht in dieser starken Wahrnehmung-, darüber hinaus haben sie die Maschinerie selbst angefeuert. Aber gut, dann kann man schon durchknallen, nur darf man sich nicht wundern, wenn dazu dann halt auch Kritik aufkommt, was ebenfalls nicht ungewöhnlich ist. Was Erdogan betrifft, niemand verlangt, dass sie ihn verspotten, seine Danksagung missachten oder gar ablehnen, man sollte sich allerdings fragen, ob die Handhabung zu dem Anruf so in der Form notwendig war. Was nun aus den beiden wird und welchen Weg sie künftig gehen, haben sie ausschließlich selbst in der Hand, ob es nun Lob, Kritik oder beides gleichermaßen hagelt.
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Warum redet ihr dann nicht über diese tollen Menschen, wenn sie so bedeutend waren? Deren Verdienst wird doch nicht größer, wenn man die Tat der beiden jungen Männer nachträglich in den Dreck zieht? Verstehe ich echt nicht.
Weil die Allgemeinheit die meisten davon nicht kennt, keine Presse, kein Social Media. Daher bleibt es bei privaten Danksagungen oder einem unbekannterweise geposteten Dankeschön, ein präsidiales Lob bleibt vermutlich eher die Ausnahme.
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Ich möchte nur erinnern, dass es tatsächlich schlimme Neo-Nazis gab, die ausgestiegen sind. Ich hab überlegt ob nicht sogar jemand von der Antifa aber da fällt mir keiner ein.
Gab es, auf beiden Seiten und so ein Szeneausstieg ist eine mühsame Angelegenheit, je mehr, desto tiefer man darin steckte. Oder anders gesagt, ein langwieriger Prozess, der sich nicht allein durch einzelne Bekundungen oder Taten bewerkstelligen lässt.
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Gerade weil der Schweigefuchs so vielfältige Bedeutung hat finde, ich persölich es dumm, das Handzeichen einer Gruppe zu schenken, die man eigentlich nicht möchte. Naja, zuerst werden diese " Grauen Wölfe" das Verbot einhalten - dachte man wahrscheinlich, sonst gäbe ein Verbot ja keinen Sinn.
Die Geste kann man eher schlecht verschenken oder gar als Leisefuchs weltweit vereinheitlichen. Wie man im Video sieht, wird der Wolfsgruss weiterhin gezeigt, obwohl er da schon lange verboten war. Mit Verboten sorgt man nicht dafür, dass Gesten und untersagte Symbole plötzlich nicht mehr gezeigt werden, man schafft aber eine Handhabung gegen die Verwendung dieser. Der Hitlergruß ist in Deutschland und Österreich seit Jahrzehnten verboten, trotzdem sieht man ihn auch heute noch immer wieder. Und auf die Unbelehrbaren, die ihn trotzdem zeigen und sich dabei erwischen lassen, warten entsprechende Strafen.
---

Währenddessen zeigt sich wohl, dass sich die Ermittlungspannen rund um die vorab erfolgten Hinweise zum Täter und seinem Netzwerk verdichten:
Laut Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl hat sich der spätere Attentäter im Juli mit Personen getroffen, die unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes standen und sich in Österreich aufgehalten haben. Diese Tatsache und der später in der Slowakei gescheiterte Waffenkauf hätten laut Pürstl „bei der Einschätzung der Gefährlichkeit des Täters zu einem anderen Ergebnis führen können“.
Quelle: https://orf.at/stories/3188667/

Spoiler
Unterdessen gab es am Freitagabend mehrere Medienberichte über Verbindungen des Attentäters und mögliche Ermittlungsfehler. Der „Falter“ berichtete weitere Details zu dem Munitionskauf in Bratislava. Demzufolge habe ein slowakischer Waffenhändler die Behörden darüber informiert, dass zwei unbekannte Österreicher „mit migrantischem Aussehen“ versucht hätten, Munition für Sturmgewehre zu kaufen.

Die slowakischen Behörden hätten Überwachunsgsbilder und Kennzeichen rasch an Europol weitergegeben, beim BVT sei das Material aber mehr als einen Monat liegen geblieben, bevor es zum LVT gelangte. Dort sei der Attentäter von Wien rasch identifiziert worden. Die Bilder seien dann wieder in die Slowakei geschickt worden, wo sie erneut liegen geblieben seien. Erst drei Monate später habe das BVT eine Bestätigung erhalten.

Nach Erhalt dieser Bestätigung sei eine „Risikobewertung“ gefolgt, allerdings sei das Kremser Vollzugsgericht nicht informiert worden. Dieses hätte die bedingte Haft widerrufen können. Auch eine Observation sei nicht eingeleitet worden. Angesetzt wurde eine Gefährderansprache mit dem späteren Attentäter. Bei einer Fallkonferenz mit dem Rechtsschutzbeauftragten hätte dann auch über weitere Schritte entschieden werden sollen – dazu kam es aber nicht mehr.
Quelle: s.o.


Zu dem ganzen wird es nun eine Untersuchungskommission geben, während bereits die Opposition einen Rücktritt des Innenministers Nehammer fordert. Insgesamt gab es im Zusammenhang zum Anschlag 16 Festnahmen, acht Personen befinden sich weiterhin in Uhaft:
Die Männer werden verdächtigt, Tatbeitrag zum Wiener Anschlag oder selbst das Verbrechen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beziehungsweise an einer kriminellen Organisation begangen zu haben.
Im Zuge eines größeren Polizeieinsatzes wurden gestern in Wien zwei Moscheen geschlossen, die von dem Attentäter immer wieder besucht wurden und offenbar aufgrund des Umfelds seine Radikalisierung gefördert hatten.

Am Donnerstagabend marschierten Identitäre am Wiener Steffl auf und versammelten sich dort zu einer Kundgebung und einem geplanten Fackelzug zum Schwedenplatz. Von linker Seite gab es eine Gegendemo und eine Blockade der Marschroute, bei der soweit alles friedlich blieb: https://www.heute.at/s/aufgeheizte-stimmung-am-stephansplatz-bei-rechter-demo-100111093


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 12:40
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Weil die isolierte Betrachtung gerne nur eine Momentaufnahme bildet, in dem Fall vernachlässigt sie Erdos Propagandashow im Nachgang und die Geschehnisse vor ein paar Monaten.
und das hat genau was mit dem eigentlichen Anschlag und denen zu tun, die während des Anschlags Menschen gerettet haben?
DAS ist das, was ich nicht verstehe und auch Du nicht ausreichend erklärst.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Nope, die Aufmerksamkeit erklärt sich eher dadurch, dass sich die Nachricht ihrer Rettung im Zusammenhang mit dem insta-Posting im Gemenge der unklaren Nachrichtenlage schnell verselbstständige, bis es bei den großen Verteilern, u.a. der Presse, landete. Diverse Twittertimelines vom Abend des 2.11., etwa #wien, waren voll mit der Meldung von den beiden. Das, was nun über die Vergangenheit bekannt wird, ist die Folge davon.
das erklärt sich wohl eher dadurch, dass von jemandem, der nix mit ihnen zu tun hatte gefilmt wurde, wie sie gerettet haben und dies online stellte und das die Aufmerksamkeit erregte. Und das sie erst einmal für Attentäter gehalten wurden. Das wurde dann aufgeklärt und DANN wurde in der Vergangenheit gewühlt (warum auch immer) und dies hat zu gesteigertem Interesse geführt, weshalb diese beiden Retter mehr im Fokus stehen, als alle anderen und das machen sich dann eben auch Politiker wie Erdogan zunutze.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Höcke ist da übrigens ein ganz nettes Beispiel, denn der hat als Lehrer vermutlich etliche Heranwachsende auf ihren Lebensweg mitgeprägt, ob positiv oder negativ sei mal dahingestellt. Dennoch entfällt auch bei ihm die isolierte Betrachtung, in der allgemeinen Wahrnehmung ist er eben nicht mehr stets der Lehrer, sondern ein zweifelhafter Politiker oder eben der hochgefährliche Brandstifter.
:ask: er ist ja auch ein zweifelhafter Politiker, von daher verstehe ich diese Anmerkung null oder soll man Höcke weiterhin als Lehrer betrachten? Und noch einmal, hätte Höcke das geleistet, was die Rettenden geleistet haben, dann wäre dies auch absolute Anerkennung wert und diese Anerkennung würde nicht dadurch geschmälert oder in Zweifel gezogen, weil es eben Höcke ist. Denn die Anerkennung bezieht sich ja ausschliesslich auf diese eine Tat. Höcke nur als Lehrer zu betrachten würde allerdings seine Äusserungen, seine politischen Ansichten, sein politisches Handeln, ihn als Politiker etc. außen vor lassen. Da ist ja wohl ein Riesenunterschied zu den Beiden.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Weil die Allgemeinheit die meisten davon nicht kennt, keine Presse, kein Social Media. Daher bleibt es bei privaten Danksagungen oder einem unbekannterweise geposteten Dankeschön, ein präsidiales Lob bleibt vermutlich eher die Ausnahme.
und das ist der Fehler (wenn überhaupt Fehler) von genau wem?
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Zum einen, sind die beiden nicht ganz unerprobt was Medien angeht
was genau meinst Du denn damit? Es ist wohl ein Unterschied, ob man so im Fokus steht wie jetzt oder ob man auf Instragram scheissdreck postet.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 12:53
Zitat von WardenWarden schrieb:Die Grundmotivation sollte dann auch nicht zwingend sein, später medial als "Held" gefeiert zu werden (kann man als positiven Nebeneffekt betrachten, wenn man drauf steht) sondern einfach das zu tun was man in gleicher Lage von anderen erwarten oder erhoffen würde. Nicht mehr, nicht weniger.
Ich glaube auch nicht, daß der Gedanke an ein späteres Echo der Medien in so einer Situation groß aufkommt. Da funktioniert man wahrscheinlich nur irgendwie... oder verfällt in Schockstarre.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:das will man aber nicht trennen, was aus meiner Sicht vollkommen unverständlich ist. Dieser thread handelt von dem Anschlag, in direktem Bezug dazu stehen natürlich die Menschen, die geholfen, gerettet haben aber deren Vita? ich denke nicht, denn deren Vita hat mit dem Anschlag nichts mehr zu tun.
Es könnte auch beachtet werden, dass die Rettungsaktion von jemand anderem gefilmt und ins Netz gestellt wurde, aber das nur nebenbei.
Ich denke es würde dem thread guttun, sich auf den Anschlag, den Täter, Versäumnisse des Verfassungsschutzes etc zu konzentrieren.
Ja, das sehe ich auch so. Leider wird der Thread seit einiger Zeit vermehrt zur Stimmungsmache genutzt, mMn.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Weil die isolierte Betrachtung gerne nur eine Momentaufnahme bildet, in dem Fall vernachlässigt sie Erdos Propagandashow im Nachgang und die Geschehnisse vor ein paar Monaten. Denn ich sehe da ein wenig mehr als ein Haar in der Suppe oder Dummejungenstreiche, türkischer Nationalismus und die grauen Wölfe sind in Wien, in Österreich und auch anderswo nicht erst seit gestern ein Problem. Ö. hat ja über sein insta-Profil verlautbart, dass ihn die Geschehnisse am Montag so sehr geprägt haben, dass er sich für seine Teilnahme an Unsinnigkeiten entschuldigt und eine neues Kapitel aufschlägt. Die Zukunft wird zeigen, ob er sich daran hält und jemals wieder auf solchen Demos gesehen wird.
Daß Erdogan das Ganze als Propaganda nutzt, sollte nicht wirklich überraschen. Und die Geschehnisse in der Vergangenheit haben dennoch nichts mit ihren Taten in der Nacht zu tun. Das ist der Punkt, das muß getrennt werden. Die grauen Wölfe sind definitiv ein Problem, aber sie spielten bei der Hilfe keine Rolle.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Doch, im Zuge der vielen Meldungen leider schon. In deinem Beispiel, oder besser gesagt im darin eingebetteten Tweet, zeigt sich auch ganz gut warum:
Soll jetzt wirklich aufgerechnet werden, wieviele Berichte es jeweils über die einzelnen Protagonisten gab ? Es wurde auch über die anderen Helfer berichtet, niemand wurde vergessen, fertig.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:kritiklosen Heldenverehrung
Sehe ich hier nicht. Ich pers. habe jedenfalls die Vergangenheit in meine Posts einfließen lassen, auch was ich darüber denke. Andere ebenso.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Dennoch hab ich bisher zumindest hier nichts davon gelesen, dass die Zwei böse sind oder man ihnen den Heldenstatus aberkennen sollte.
Dann solltest du den Thread nochmal lesen. Hier wurde ihnen sogar schon der Respekt für ihre Hilfe abgesprochen.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Höcke ist da übrigens ein ganz nettes Beispiel, denn der hat als Lehrer vermutlich etliche Heranwachsende auf ihren Lebensweg mitgeprägt, ob positiv oder negativ sei mal dahingestellt. Dennoch entfällt auch bei ihm die isolierte Betrachtung, in der allgemeinen Wahrnehmung ist er eben nicht mehr stets der Lehrer, sondern ein zweifelhafter Politiker oder eben der hochgefährliche Brandstifter.
Der Vergleich hingt. Hat Höcke Leben gerettet ? Wäre mir neu. Daß man einen Politiker mit seiner Ideologie nicht mehr als Geschichtslehrer auf Kinder loslassen sollte, dürfte hingegen auf der Hand liegen. Hätte er nur Sport gelehrt, würde das Ganze evt. anders liegen. Der Lehrer und der Politiker sind deshalb nicht voneinander trennbar. Hätte er das gleiche getan wie die Helfer von Wien, würde seine Einstellung und Ideologie hingegen keine Rolle spielen. Dann wäre ihm dafür Respekt und Dankbarkeit sicher.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Zum einen, sind die beiden nicht ganz unerprobt was Medien angeht -wenn auch nicht in dieser starken Wahrnehmung-, darüber hinaus haben sie die Maschinerie selbst angefeuert. Aber gut, dann kann man schon durchknallen, nur darf man sich nicht wundern, wenn dazu dann halt auch Kritik aufkommt, was ebenfalls nicht ungewöhnlich ist. Was Erdogan betrifft, niemand verlangt, dass sie ihn verspotten, seine Danksagung missachten oder gar ablehnen, man sollte sich allerdings fragen, ob die Handhabung zu dem Anruf so in der Form notwendig war.
Auch die Familie von Osama H. war schon in den Medien, was besagt das ? Und was Erdogan betrifft - sicherlich kann man darüber geteilter Meinung sein. Dennoch gibt es keinen Grund den Beiden zu unterstellen, daß sie
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Erfüllungsgehilfen eines wahren Despoten
wären.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 13:11
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:das will man aber nicht trennen, was aus meiner Sicht vollkommen unverständlich ist.
So unverständlich ist das nicht. Wenn jemand von vielen Medien als Held gefeiert wird, kann man ja Mal forschen wer die Person so eigentlich ist. Und nach 4 Jahren ist man Mal eben nicht mal so kein Grauer Wolf mehr.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:DAS ist das, was ich nicht verstehe und auch Du nicht ausreichend erklärst.
Was soll man da großartig erklären? Menschen tun was gutes, werden als Helden gefeiert doch dann tauchen sehr fragwürdige Dinge auf, die man definitiv Mal besprechen sollte.

Was in meinen Augen auch jetzt genügend passiert ist. Für mich ist das jetzt abgehackt. Jeder hat da seine eigene Sichtweise, und das ist auch gut so.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 14:26
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und das hat genau was mit dem eigentlichen Anschlag und denen zu tun, die während des Anschlags Menschen gerettet haben?
DAS ist das, was ich nicht verstehe und auch Du nicht ausreichend erklärst.
Was genau möchtest du denn noch dazu erklärt haben? Es sind ein und dieselben Personen, die einerseits Menschenleben gerettet haben, was ich nicht in Abrede stellte, auf der anderen Seite sich aber auch abschätzig über anderer Terroropfer geäußert haben bzw. bei den grauen Wölfen mitgelaufen sind. Darf jeder für sich entscheiden, ob er die Vita nicht außen vor lässt oder sich allein auf die Taten vom Montag beschränkt.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:das erklärt sich wohl eher dadurch, dass von jemandem, der nix mit ihnen zu tun hatte gefilmt wurde, wie sie gerettet haben und dies online stellte und das die Aufmerksamkeit erregte. Und das sie erst einmal für Attentäter gehalten wurden. Das wurde dann aufgeklärt und DANN wurde in der Vergangenheit gewühlt (warum auch immer) und dies hat zu gesteigertem Interesse geführt, weshalb diese beiden Retter mehr im Fokus stehen, als alle anderen und das machen sich dann eben auch Politiker wie Erdogan zunutze.
Ich hab die Timeline am Montag selbst verfolgt und die Meldungen zur Rettung waren sehr dominant präsent, inmitten des ganz Trubels. Dem vorab stand das Insta-Posting, mit dem die Helden aus dem kursierenden Video relativ schnell identifiziert waren.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:er ist ja auch ein zweifelhafter Politiker, von daher verstehe ich diese Anmerkung null oder soll man Höcke weiterhin als Lehrer betrachten? Und noch einmal, hätte Höcke das geleistet, was die Rettenden geleistet haben, dann wäre dies auch absolute Anerkennung wert und diese Anerkennung würde nicht dadurch geschmälert oder in Zweifel gezogen, weil es eben Höcke ist. Denn die Anerkennung bezieht sich ja ausschliesslich auf diese eine Tat. Höcke nur als Lehrer zu betrachten würde allerdings seine Äusserungen, seine politischen Ansichten, sein politisches Handeln, ihn als Politiker etc. außen vor lassen. Da ist ja wohl ein Riesenunterschied zu den Beiden.
Ich würde sagen: Beides. Er war ein Lehrer und ist mittlerweile ein zweifelhafter Politiker, seine Laufbahn lässt sich schlecht dividieren. Und wenn es mal heißt, er wäre ein Lehrender im Dienste der Bildung gewesen, so werden gleichzeitig auch stets seine Brandstiftereien erwähnt, zurecht wie ich meine. Ob dann Höcke bei einer ähnlichen Tat die selber Anerkennung zuteil wird, wage ich für mich persönlich arg zu bezweifeln und wird erst konkret sichtbar, wenn es in einem halbwegs vergleichbaren Sachverhalt zu sowas kommt.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und das ist der Fehler (wenn überhaupt Fehler) von genau wem?
Kein Fehler, sondern die Antwort darauf, warum die Wahrnehmung überwiegend auf den beiden liegt, als auf den stillen Helden.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Es ist wohl ein Unterschied, ob man so im Fokus steht wie jetzt oder ob man auf Instragram scheissdreck postet.
Nicht nur durch insta, sondern auch durch den Sport, der eine mediale Begleiterscheinung mit sich bringt. Es gibt dazu digitale Steckbriefe, Szenenews, Berichterstattung von den Kämpfen, was dann postwendend auf den sozialen Kanälen aufbereitet wird. Darum hab ich aber auch gleich nicht in dieser starken Wahrnehmung geschrieben, damit der Kontext richtig eingeordnet wird.

@Photographer73
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Und die Geschehnisse in der Vergangenheit haben dennoch nichts mit ihren Taten in der Nacht zu tun. Das ist der Punkt, das muß getrennt werden. Die grauen Wölfe sind definitiv ein Problem, aber sie spielten bei der Hilfe keine Rolle.
Die grauen Wölfe sind auch deshalb ein Problem, weil sie in Erdogan einen omnipräsenten Schutzpatron haben, dessen Regierung aktuell Stimmung gegen das Verbot in Frankreich, welches auch hierzulande bereits wieder diskutiert wird. Wie bereits weiter oben geantwortet, wer den Aktionismus bei den Wölfen von der Rettung abgrenzen will, dem sei es unbenommen, wer nicht, dem auch.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Soll jetzt wirklich aufgerechnet werden, wieviele Berichte es jeweils über die einzelnen Protagonisten gab ? Es wurde auch über die anderen Helfer berichtet, niemand wurde vergessen, fertig.
Da muss man nicht viel aufrechnen, man sieht ja das Verhältnis über die Aufbereitung in Presse und SoMe. Darum auch meist vergessen.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Sehe ich hier nicht. Ich pers. habe jedenfalls die Vergangenheit in meine Posts einfließen lassen, auch was ich darüber denke. Andere ebenso.
Einfließen lassen ja, hier gehts aber viel mehr um die Wahrnehmung dazu. Für die einen zählt es nicht, für andere schon.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Dann solltest du den Thread nochmal lesen. Hier wurde ihnen sogar schon der Respekt für ihre Hilfe abgesprochen.
Müsste verfliegen ist mE eine Formulierung im Konjunktiv, die vor allem zeigt, dass die Vergangenheit und das Telefonat eben nicht unumstritten sind.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Hätte er das gleiche getan wie die Helfer von Wien, würde seine Einstellung und Ideologie hingegen keine Rolle spielen. Dann wäre ihm dafür Respekt und Dankbarkeit sicher.
Allgemein, uneingeschränkt von allen Seiten? Da wäre ich mir nicht so sicher. Dass er dafür Respekt und Dankbarkeit erhält, dürfte definitiv der Fall sein, aber eben auch Kritik. Und grad bei einem Höcke als fiktiver Retter während eines Anschlags, kann ich mir ziemlich gut vorstellen, ob nicht nach Gründen gesucht wird, ob sein Gehetze für jenen Anschlag mitverantwortlich ist.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Auch die Familie von Osama H. war schon in den Medien, was besagt das ?
Vor allem, dass er sich in seinem Auftritt bewusst anders gibt und eher nicht die mediale Aufmerksamkeit sucht, was sein verlinktes Interview recht aufschlussreich zeigt.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Und was Erdogan betrifft - sicherlich kann man darüber geteilter Meinung sein. Dennoch gibt es keinen Grund den Beiden zu unterstellen, daß sie
Wie schon dargelegt, bin ich der Meinung, dass man Erdogan damit hervorragendes Material geliefert hat, was der für seine Propagandazwecke bestens zu nutzen weiß. Dazu entfaltet sich die entsprechende Wirkung, positiv bei Anhängern und vielleicht auch Fürsprecher der beiden, negativ bei vielen anderen.
Zitat von Apache205Apache205 schrieb:Was in meinen Augen auch jetzt genügend passiert ist. Für mich ist das jetzt abgehackt. Jeder hat da seine eigene Sichtweise, und das ist auch gut so.
Sehe ich ganz ähnlich, denn nach der Diskussion erwarte ich jetzt auch keinen großen Konsens, letztlich ist tatsächlich jedem Beurteilung selbst überlassen.


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Terroranschlag in Wien

07.11.2020 um 22:28
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wieso, wenn er sein Leben riskiert, um anderen Menschen zu helfen, dann ist das doch etwas, dass man anerkennen kann, oder nicht?
ja, kann man anerkennen.
Man darf aber auch darüber hinausschauen und dazu wurde verlinkt: Nähe zu den Grauen Wölfen
Du weißt, welcher Art die Grauen Wölfe sind?
Grau Wölfe=türkische (Ultra)Nationalisten mit Kurdenfeindschaft, mit rechter Gesinnung.
„Bis zu 20.000 türkische Ultranationalisten in der Bundesrepublik“
Grünen-Politiker Cem Özdemir schätzt, dass die türkischen Grauen Wölfe die größte rechtsextremistische Organisation in Deutschland sein könnten. Nach dem Verbot der Gruppe in Frankreich strebt Özdemir dies auch hierzulande an. Er selbst hat eigene Erfahrungen gemacht.
...
Cem Özdemir: Bei den Grauen Wölfen handelt es sich um militante Rechtsextremisten, die in aller Welt ihr Unwesen treiben und in Europa immer wieder durch Gewalteskalationen auffallen. Auf das Konto der Grauen Wölfe gehen Hunderte Morde in der Türkei. Aber die Grauen Wölfe beschränken ihre Aktivitäten nicht auf die Türkei.

Sie bedrohen auch in Deutschland türkeistämmige Oppositionelle und Angehörige von Minderheiten. Es kann doch nicht sein, dass türkische Rechtsextremisten mitten in Berlin, Dortmund oder Hamburg friedliche Bürgerinnen und Bürger einschüchtern, verprügeln oder mit dem Leben bedrohen.
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article219487692/Graue-Woelfe-in-Deutschland-Bis-zu-20-000-tuerkische-Ultranationalisten.html

darf man das noch sagen?
Darf man darüber hinaus das Wissen voraussetzen, dass nicht jeder Mensch mit rechter/nationalisitscher GEsinnung ein Barbar ist, der einen Menschen in GEfahr nicht hilft und trotzdem ein Rechter mit gefährlicher GEsinnung bleibt oder Sympathisant gefährlicher Gesinnungsgenossen ist?

kann man zugeben, dass die Welt nicht nur aus Schwarz-Weiß, sondern vielen Graustufen dazwischen besteht?

gab es noch andere Helfer in der Terrornacht?

wurden die vielleicht nicht so bekannt, weil sie keine selfies posteten?
Ich stelle nur Fragen, ich weiß darauf keine Antwort.


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Terroranschlag in Wien

08.11.2020 um 06:32
@univerzal


Der erste post zu den jungen Helden. Am 3.11.! von xsaibotx Niemand wusste von deren Vergangenheit und trotzdem wurde sofort darunter bemängelt, dass man die 2 erwähnt und nicht all die anderen,diewomöglich auch noch als selbst Verletzte noch geholfen haben.

Noch kein Wolf in Sicht und schon ging es los. Danach nimmt die Vergangenheit der beiden Helfer gefühlt mehr Raum ein als der Attentäter.

Wenn das in Österreich auch so abging muss man sich nicht wundern, wenn die Männer sich IRGENDWO Anerkennung suchen , denn sie haben sie in diesem Moment verdient.


Ich danke hiermit ausdrücklich allen "Weanern". Besonders danke ich dem" Bim Fahrer", der es geschafft hat anzuhalten. Dann danke ich noch allen die nicht genauer genannt wurden und natürlich meinen Eltern, das macht man wohl so. Ich hoffe ich habe damit zur Befriedigung der verletzten Seelen beigetragen.
Zitat von xsaibotxxsaibotx schrieb am 03.11.2020:Not all Heroes wear Capes.

Die beiden türkischstämmigen Wiener Recep Gültekin und Mikail Özen sind während des Terrorangriffs am Montagabend in der österreichischen Hauptstadt unfreiwillige Zeugen der Gewalt geworden - aber freiwillig "Helden der Stadt". Sie setzten dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel: Gültekin wurde angeschossen.
1234567_A.jpg

Recep Gültekin und Mikail Özen (v.l.).

(Foto: Instagram)

Die Freunde schilderten, wie sie im 1. Bezirk unterwegs waren, um vor der Ausgangssperre noch ihren letzten Kaffee zu trinken. "Dabei sind wir mitten im Gefecht gelandet", erzählt Mikail Özen. Es seien plötzlich Schüsse gefallen, Menschen hätten blutend am Boden gelegen. Die beiden Boxer stießen auf eine alte Frau. "Wir haben einer alten Dame Hilfe geleistet, dass sie sich in Sicherheit bringt. Wir haben sie an einen sicheren Platz gebracht." Dabei hätten sie auch gesehen, dass ein Polizist schwer getroffen wurde. "Er lag am Boden. Wir konnten einfach nicht zuschauen und sind hingelaufen und haben den Polizeibeamten geschultert und zum Krankenwagen befördert."

Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Die-Helden-von-Wien-article22143206.html
Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Ich denke es würde dem thread guttun, sich auf den Anschlag, den Täter, Versäumnisse des Verfassungsschutzes etc zu konzentrieren.
Quelle:


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Terroranschlag in Wien

08.11.2020 um 10:42
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Allgemein, uneingeschränkt von allen Seiten? Da wäre ich mir nicht so sicher. Dass er dafür Respekt und Dankbarkeit erhält, dürfte definitiv der Fall sein, aber eben auch Kritik.
Die Kritik sollte sich aber ausschließlich auf den damaligen Post bzw. die Mitgliedschaft bei den Grauen Wölfen.
An der Tat von Montag ändert dies nicht.

Mir scheint, als würde das Thema um die zweifelhafte Vergangenheit zwei Helfer handeln und nicht um den Anschlag an sich.
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:kann man zugeben, dass die Welt nicht nur aus Schwarz-Weiß, sondern vielen Graustufen dazwischen besteht?
Ja. Um nichts anderes geht es.
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:gab es noch andere Helfer in der Terrornacht?
Natürlich. Da wären Osama Joda, dessen Familie einst in den Medien waren, Bim-Fahrer, welche @Frau.N.Zimmer
erwähnt hat, die einen außerordentlichen Stopp eingelegt haben, Hotelbesitzer welche Gäste kostenlos übernachtet haben, Taxifahrer, welche Passagiere kostenlos heimbrachten, Leute, welche auf Twitter Hilfe anboten. Nicht zu vergessen, die WEGA-Beamten, Rettungssanitäter und das Krankenhauspersonal, welches ohnehin schon sehr an der Belastungsgrenze ist.

https://www.derstandard.at/story/2000121399768/warum-oaschloch-auf-twitter-trendet-netzreaktionen-auf-den-terroranschlag-in

Das sind natürlich mehr oder weniger nur Anekdoten, zeigt aber, dass Hilfsbereitschaft in Not doch großgeschrieben wird.


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Terroranschlag in Wien

08.11.2020 um 14:08
Zitat von Frau.N.ZimmerFrau.N.Zimmer schrieb:Der erste post zu den jungen Helden. Am 3.11.! von xsaibotx Niemand wusste von deren Vergangenheit und trotzdem wurde sofort darunter bemängelt, dass man die 2 erwähnt und nicht all die anderen,diewomöglich auch noch als selbst Verletzte noch geholfen haben.
Warum bemängelt, weil auf die anderen Helfer und Helden hingewiesen wurde? Die gab es halt, leider auch Gefallene:
39-jähriger Mann vor Fast-Food-Lokal
Das vierte Opfer ist ein 39-jähriger Österreicher chinesischer Abstammung. Der Mann war Restaurantbesitzer. Er wollte Gäste und das Personal in Sicherheit bringen und beim Zusperren der Tür wurde er mehrfach angeschossen – er starb noch an Ort und Stelle.
Aber, wir drehen uns weiterhin im Kreis und meinerseits ist das Thema allmählich ausgeschmatzt.
Zitat von PallasPallas schrieb:Mir scheint, als würde das Thema um die zweifelhafte Vergangenheit zwei Helfer handeln und nicht um den Anschlag an sich.
Was die Versäumnisse und Pannen angeht, die wurden gepostet, waren für die Diskussion aber wohl nur nachrangig interessant. Wobei das Ganze nun auch innenpolitisch Kreise zieht - https://orf.at/stories/3188790/
Opposition erhöht Druck
Die Opposition erhöht nach dem tödlichen Attentat in Wien den Druck auf die Regierung. Während die FPÖ wegen möglicher Ermittlungspannen im Vorfeld des Anschlags eine Anzeige wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch eingebracht hat, pocht die SPÖ auf rechtliche Verschärfungen beim Staatsbürgerschaftsrecht.

„Wenn sich jemand einer terroristischen Organisation anschließt und an Kampfhandlungen teilnehmen will, dann hat er auch kein Recht, die österreichische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Eine Person mit der Vorgeschichte des Täters darf nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben und darf sich nicht in Österreich aufhalten“, sagt Vizeklubchef Jörg Leichtfried. „Wir wollen rechtliche Verschärfungen, so dass die Behörde beim Vorliegen bestimmter Tatbestände die Staatsbürgerschaft entziehen muss“, bekräftigte Leichtfried die Forderung des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. Nach derzeitigem Bundesgesetz sei das nämlich nicht möglich.

Es gab bekanntlich ein Verfahren beim Wiener Magistrat, um dem späteren Attentäter mit Doppelstaatsbürgerschaft die österreichische zu entziehen, weil dieser den Versuch unternommen hatte, sich der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Da man ihm keine aktive Teilnahme an Kampfhandlungen nachweisen konnte, war die Aberkennung rechtlich nicht möglich. „Hier muss das Gesetz geändert werden“, forderte Leichtfried. Auch im Falle einer drohenden Staatenlosigkeit solle eine Aberkennung möglich sein, so Leichtfried. „Die Regierung ist aufgefordert, eine entsprechende rechtliche Lösung vorzulegen.“
Im selben Artikel steht, dass die FPÖ aufgrund der Ermittlungspannen Anzeige wegen Amtsmissbrauchs erstattete und die Behörden im Prinzip seit Mitte 2020, als der fehlgeschlagene Munitionskauf in der Slowakei stattfand, informiert waren.

Spoiler
zackzack.at
Am 10. September 2020 wurde die NAKA vom Bundeskriminalamt informiert, dass einer der beiden Munitionskäufer als der wegen Terrorismus verurteilte Kujtim F. identifiziert worden war. In dieser Information findet sich auch ein Hinweis auf Arijanit F., einen zweiten Djihadisten im Netzwerk der Melit Ibrahim-Moschee in Wien Ottakring. Aber es blieb bei der Information an den slowakischen Dienst. Der Staatsanwaltschaft in Wien wurde auch diese Information vorenthalten.

Noch am Tag des Anschlages stellte das BVT der Staatsanwaltschaft für die geplanten Verhaftungen und Hausdurchsuchungen eine Liste mit zwölf mutmaßlichen Komplizen aus dem Terror-Netzwerk zur Verfügung. Das BVT verfügte also zum Zeitpunkt des Anschlags nicht nur über den Hinweis auf eine Kalaschnikow, den versuchten Munitionskauf, das Treffen mit deutschen Djihadisten und die andauernden Treffen in der Djihad-Moschee, es kannte auch zwölf mögliche Komplizen eines verurteilten Terroristen, der keinen einzigen von ihnen treffen durfte.

Über dieses Netzwerk ist der Staatsanwaltschaft erst nach dem Anschlag berichtet worden.


Des Weiteren wird im ORF-Artikel noch erwähnt, dass mehrere Razzien in JVA stattfanden. Rund 230 Insassen, allesamt in Haft aufgrund Terrorismusvergehen, wurden inspiziert. Davon gab es in zwölf Haftanstalten Funde, weitgehend Schriftstücke, die jetzt genauer geprüft werden: https://noe.orf.at/stories/3074896/

Am Rande, immer wieder ist bei Anschlägen, Amokläufen u.ä. das Verhalten der großen Medienhäuser und der Verbreitung von Bild- u. Videomaterial des Geschehens ein Thema. Die österreichischen Medien hielten sich dahingehend meist zurück, bis auf eine gröbere Ausnahme, für die es jetzt wohl zum Bumerang wird: oe24. 700 Beschwerden gingen deswegen beim österreichischen Presserat ein:

Spoiler
Es gab aber auch Wolfgang Fellners TV-Sender oe24 und die Online-Plattform oe24.at, die dies weitgehend ignorierten. Und schockierende Videos von Zeugen zeigte. Unter anderem eines, auf dem zu sehen ist, wie ein Opfer aus kurzer Distanz mehrfach angeschossen, möglicherweise auch getötet wird. Es wurde abwechselnd mit anderen Handy-Videos immer wieder gespielt, unkommentiert lief es im Hintergrund. Auch auf "krone.at" waren drastische private Videos zu sehen, so etwa die Schüsse eines Attentäters - aber mit einer Überblendung, das Opfer wurde so unkenntlich gemacht.

Werbekunden Billa, Spar, Hervis: Stopp bei Anzeigen

Das Vorgehen der Online-Plattformen sorgte für viel Kritik. Bis Dienstagvormittag gingen beim Österreichischen Presserat, einem freiwilligen Selbstkontrollorgan der Branche, rund 700 Beschwerden ein, mehr als je zuvor. Stärker dürfte vielleicht die Reaktion von Werbekunden wiegen. Ein erstes Statement kam aus dem Handel: Billa gab Dienstagfrüh bekannt, dass ein „Stopp unserer Werbeschaltungen" bereits veranlasst sei. Für oe24 ebenso wie für krone.at. Man unterstütze „dieses Vorgehen in keiner Weise“, hieß es. Wenig später wurde dies auch für Anzeigen von Spar, Interspar und Hervis auf oe24.at bekannt gegeben.
Quelle: s.o.


oe24 reagierte indes mit einer Klarstellung samt Entschuldigung: https://www.oe24.at/oesterreich/politik/wolfgangfellner/klarstellung-zur-berichterstattung-auf-oe24-tv/452743699


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Terroranschlag in Wien

09.11.2020 um 10:53
@univerzal

Danke für die interessanten links. Dabei fällt mir u.a. auf, dass es vor 20 jahren sicher noch undenkbar war, dass alleine im winzigen Österreich mehr als 200 Personen wegen Terrorvergehen einsitzen. Die Welt hat sich doch sehr verändert.


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Terroranschlag in Wien

09.11.2020 um 16:11
@sacredheart
Ging mir wohl nicht alleine so, fand die Zahl auch arg hoch für österreichische Verhältnisse. Zeigt aber, wie viel man davon gar nicht auf dem Schirm hat.
---

Steht zwar nicht im Zusammenhang zum Terroranschlag, da die Aktion bereits seit einem Jahr vorbereitet wird, aber durchaus interessant bei der aktuellen Gemengelage: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/2081907-Gross-angelegte-Razzien-bei-Muslimbruderschaft-in-Oesterreich.html
Bei einer groß angelegten Aktion wurden mit über 100 Beamten 60 Wohnungen im Zusammenhang zur Muslimbruderschaft/Hamas durchsucht.

Aus dem Umfeld des Wiener Attentäters gab es zwei weitere Festnahmen mit anschließender Untersuchungshaft, es besteht der Verdacht einer Beteiligung bzw. Mitwisserschaft zu den Vorbereitungen des Anschlags: https://www.profil.at/oesterreich/anschlag-in-wien-die-aktuellen-entwicklungen/401085006

Mittlerweile gibt es eine minütliche Aufbereitung vom Einsatzgeschehen des Abends. Demnach sind knapp 540 Notrufe allein in der ersten Stunde bei der Leitstelle eingegangen. Das erste Zusammentreffen zwischen Täter und Polizei erfolgte knapp drei Minuten nach dem ersten Notruf, durch den anschließenden Schusswechsel wurde bekanntermaßen einer der Beamten schwer verletzt. Bilder von den Tatwaffen und dem Einsatz im Artikel: https://wien.orf.at/stories/3074978/

Am Sonntag fand eine besonders geschmacklose Störaktion vom Ex-Sprecher der Wiener Pegida statt:

Spoiler
Nach Terror in Wien: Polizei eskortiert Auto, das über Lautsprecher Schüsse abspielt

• Eine rechte Aktion in Wien sorgt wenige Tage nach dem Terroranschlag für Aufregung und viel Kritik.

• Ein Auto fährt durch einen Bezirk und spielt über Lautsprecher Schüsse und muslimische Gebetsrufe ab – eskortiert wird es von der

• Polizei. Später entschuldigt sich die Polizei dafür, die Aktion „hätte so nicht stattfinden dürfen“.

In Wien ist es nur sechs Tage nach dem Terroranschlag in der österreichischen Hauptstadt zu einer fragwürdigen Aktion gekommen, für die die Polizei nun stark in der Kritik steht. Wie auf zahlreichen Videos unter anderem auf Twitter zu sehen ist und wie die Polizei bestätigt, fuhr ein weißer Wagen mit Polizeieskorte durch den achten Bezirk der Stadt und spielte über Lautsprecher Schusssalven und anschließend muslimische Gebetsrufe ab. Viele Menschen wirken verunsichert, einige Menschen filmen das Geschehen mit ihren Handys.

Verantwortlich dafür ist laut Medien wie dem „Standard“ der ehemalige Pegida-Sprecher und rechte Publizist Georg Immanuel Nagel. Auf Videos ist zu sehen, wie er sich über den Lautsprecher auch gegen die „Islamisierung“ ausspricht und von Passanten ausgebuht wird.
Quelle: https://www.rnd.de/panorama/nach-terror-in-wien-polizei-eskortiert-auto-das-uber-lautsprecher-schusse-abspielt-XBBMRP5C4NHGTLR4HISPJ2DCXI.html


Ebenfalls am Sonntag wurde unmittelbar vor Beginn eine Anti-Frankreich-Kundgebung mit dem Motto Gegen Mohammed-Karikaturen, geplant vor der französischen Botschaft, unterbunden und verboten:

Spoiler
Anti-Frankreich-Demo in letzter Minute untersagt
Die Aktion in der Josefstadt war nicht die einzige, die am Sonntag für Aufsehen und Kritik sorgte. Sonntagmittag wurde eine angemeldete Anti-Frankreich-Demo unter dem Titel „Gegen Mohammed-Karikaturen“ vor der französischen Botschaft am Schwarzenbergplatz kurzfristig untersagt. Angemeldet worden war die Kundgebung bei der Polizei für 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Abhaltung wurde von der Versammlungsbehörde geprüft und zunächst genehmigt.

„Zweck der Versammlung läuft Strafgesetzen zuwider“
Sonntagvormittag fand allerdings eine erneute Prüfung der Versammlungsanzeige statt, nachdem unter anderem bekanntgeworden war, dass die Organisatoren gewaltverherrlichende Postings auf Facebook teilten: „Es sind neue Erkenntnisse aufgetaucht“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich.

Wenig später hieß es dann zu Mittag von der Polizei: „In der Zwischenzeit sind Gründe hervorgekommen, um die Versammlung zu untersagen. Es hat sich ein Gesamtbild ergeben, das Rückschlüsse darauf ziehen lässt, dass der Zweck der Versammlung den Strafgesetzen zuwiderläuft.“ Die FPÖ begrüßte die Absage der Anti-Frankreich-Demo. Auch die SPÖ-Integrationssprecherin Yilmaz sprach sich gegen die Kundgebung aus und begrüßte deren Verbot.
Quelle: https://wien.orf.at/stories/3075007/
Weitere Quelle: https://www.heute.at/s/gegen-mohammed-karikaturen-demo-in-wien-verboten-100111378



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Terroranschlag in Wien

11.11.2020 um 16:08
So wie es nach aktuellem Kenntnisstand aussieht, wurden bei dem Treffen im Juli, als mehrere Personen aus dem islamistischen Dunstkreis den späteren Attentäter besuchten, die Herrschaften vom österreichischen Verfassungsschutz überwacht. Nach Hinweis der deutschen Behörden behielt man die Dschihadisten bei dem Besuch tagelang im Auge, die Observierung endete aber, bevor sich der Täter vergeblich in der Slowakei mit Munitionskäufen aufrüsten wollte. Der Grund hierfür ist (noch) nicht bekannt.
https://orf.at/stories/3189117/

Nach und nach erhält man auch weitere Kenntnisse zum Netzwerk hinter dem Attentäter. So reichen die Spuren offenkundig nach Deutschland sowie in die Schweiz, neben den Treffen unter anderem im Rahmen einer Telegram Chatgruppe:

Spoiler
Nach dem Anschlag in Wien führen Spuren in die Schweiz und nach Deutschland. Der Täter war offenbar Teil eines Netzwerkes junger Männer, das schon länger im Fokus der Sicherheitsbehörden stand.

Etwas braute sich da zusammen, so die Befürchtung des Bundeskriminalamtes (BKA). In Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus, in Österreich und der Schweiz, beobachteten die Sicherheitsbehörden, dass Islamisten begannen sich zu vernetzen. Junge Männer, die meisten gerade einmal Anfang 20 Jahre oder sogar noch Teenager, fast alle haben familiäre Wurzeln auf dem Balkan oder im Kaukasus. Manche sind begeisterte Fußballer, andere machen Kampfsport. Sie sind über Chatgruppen miteinander verbunden, folgen in sozialen Netzwerken radikalen Predigern und konsumieren Propaganda der Terrormiliz "Islamischer Staat“ (IS). Selbst in Syrien gekämpft hat keiner von ihnen. Dafür seien sie zu jung, so schreibt es ein Ermittler, es sei vielmehr "die nächste Generation".

[…]
Männer offenbar in Verbindung über Chatgruppe

Die vier Männer sollen mit Kujtim F. in Verbindung gestanden haben - teilweise über eine gemeinsame Chatgruppe im Messengerdienst Telegram. Darunter ist ein 19-jähriger Islamist aus Osnabrück, den die Ermittler für einen besonders umtriebigen Netzwerker halten. Und ein 25-Jähriger aus Kassel, gegen den bereits wegen Terrorverdachts ermittelt wurde. Er soll geplant haben, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Außerdem, so notierten hessische Staatsschützer, soll er versucht haben, "heiratswillige, strenggläubige Frauen" an Dschihadisten zu vermitteln. Und er besuchte wohl Seminare des islamistischen Predigers "Abu Walaa" aus Hildesheim, der sich derzeit wegen Terror-Rekrutierung vor Gericht verantworten muss.
Kontaktperson gilt als islamistischer Gefährder
Eine weitere mutmaßliche Kontaktperson des Wiener Attentäters stammt aus Norddeutschland und gilt als islamistischer Gefährder. Der 22-jährige gebürtige Hamburger hatte zeitweise in der österreichischen Hauptstadt gelebt und war erst im Oktober wieder in die Bundesrepublik zurückgekehrt - nachdem er von österreichischen Behörden des Landes verwiesen worden war. Anfang 2018 war der Islamist zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden, weil er versucht hatte mit Gleichgesinnten nach Syrien auszureisen.

https://www.tagesschau.de/ausland/wien-anschlag-103.html

Die österreichische Bundesregierung möchte im Nachgang zu dem Anschlag in Wien ein Anti-Terror-Paket verabschieden. Geplante Maßnahmen sind darunter die Errichtung einer Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, elektronische Überwachung von Gefährdern, Präventivhaft für bereits entlassende Gefährder bis zur Deradikalisierung, Entzug der Staatsbürgerschaft und des Führerscheins bei Terrorverurteilung, strengere Waffengesetze bzw. lebenslange Waffenbesitzverbote. Eine leichtere Schließung von Vereinen u.ä. bei extremistischer Propaganda, Erstellung eines Imamverzeichnis, zudem soll das Symbolgesetz erweitert werden. Weitere Änderungen widmen sich der Tockenlegung von terroristischen Finanzierungsquellen, die Schaffung neuer Straftatbestände gegen den politischen Islam, stärkere Prüfungen von Gerichten bei bevorstehenden Entlassungen Terrorverurteilter, besserer Informationsaustausch zwischen Behörden uvm. Ein erstes Gesetzespaket ist für Dezember angedacht: https://orf.at/stories/3189381/

Auch in der EU gibt es nach dem Wiener Terroranschlag wieder aufflammende Bestrebungen, die Überwachung auszubauen. In der auf den 6. November datierten Beschlussvorlage plant der Ministerrat, Messengerdienste zu verpflichten, die End-2-End-Verschlüsselung mittels Hintertürchen aufzuweichen. Mit einem bei Behörden hinterlegten Zweitschlüssel sollen sich diese so unerkannt in private Chats einklinken können:
https://fm4.orf.at/stories/3008930/
https://www.itmagazine.ch/Artikel/73403/Europaeische_Regierungen_wollen_Verbot_von_End-to-End-Verschluesselung.html


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 18:42
Ich war heute das erste Mal seit dem Anschlag in der Innenstadt. Vor den Tatorten brennen weiterhin Kerzenmeere und immer wieder zünden Menschen Kerzen an oder beten. Auch wenn die große Anteilnahme schön ist, ist es ein sehr bedrückender Anblick.

Es ist, momentan zumindest, ein eigenartiges Gefühl durch die "Partymeile" zu laufen.

Ich dachte mir, ich teile meine Bilder mit denjenigen die nicht Vorort sein können.

20201126 182445Original anzeigen (3,2 MB)

20201126 182539Original anzeigen (2,9 MB)

20201126 182648Original anzeigen (4,0 MB)

20201126 182554Original anzeigen (1,9 MB)

20201126 182421Original anzeigen (2,9 MB)

20201126 182155Original anzeigen (3,2 MB)

20201126 182526Original anzeigen (4,0 MB)

Auch jetzt, Wochen danach, bleibt die Tat nicht nachvollziehbar.


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 18:58
@Eya

Danke für die Fotos.
Das ist ja überwältigend


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 19:02
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Danke für die Fotos.
Das ist ja überwältigend
Gerne.

Ja das ist es. Vorort ist es als ob noch immer ein schwarzer Schleier über all dem hängt - zumindest war das mein Eindruck.



20201126 190131Original anzeigen (4,6 MB)


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 19:14
@Eya
Auch meinerseits vielen Dank für die Bilder, die tatsächlich sehr bedrückend sind. Mag mir gar nicht vorstellen, wie es dann vor Ort sein muss.


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 19:32
@Eya
Danke fürs Teilen der Fotos. Ich habe gerade etwas Gänsehaut.


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Terroranschlag in Wien

26.11.2020 um 19:50
Im Sommer bin ich die Straße vor der Bar noch auf und ab gelaufen. Seltsames Gefühl, wenn man diese bedrückenden Bilder dann so sieht. :/


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