philae schrieb:Aber der Vergleich passt für mich nicht wirklich.
Nein, überhaupt nicht. Rock ist eine Musikrichtung, die den Konservativen sauer aufgestoßen ist. Social Media verblödet nachweislich.
philae schrieb:Social Media in der jetzigen Form hat nachhaltige Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit, ferner auch das soziale Verhalten, die Aufmerksamkeitsspanne. Auf die Debattenkultur und das soziale Miteinander. Es macht etwas mit uns Menschen, und das finde ich nicht gut.
So ist es. Ich selber komme noch aus einer Zeit von MeinVZ. Damals hat man reingeschaut, um zu gucken was die Freunde heute so treiben. Heute geht es doch kaum noch um das vernetzen, sondern um Selbstdarstellung (gut, gab es vielleicht damals in geringeren Rahmen auch schon), sich von Reels mit KI-Inhalten überreizen zu lassen, mit für Dich ausgewählter Werbung überhäuft zu werden und durch schlechte News den Tag versaut zu bekommen. Durch das Handy ist es auch ständig verfügbar.
Und ob man das nun Sucht oder Gewohnheit nennt, spielt da keine Rolle. Wer selbst Kinder hat, wird das vermutlich etliche Male beobachtet haben. Man kommt zum Kinderarzt in den Wartebereich und die Kids hängen da wie Zombies am Handy und lassen sich von vielen bunten Bildern ruhig stellen. Hauptsache es hält die Klappe. Es muss immer was flimmerndes zwischen den Händen haben. Das wird auch beim nächsten Mal so lange quengeln, bis es wieder ein Handy in der Hand hat.
Da fängt es ja schon an, das man dem Kind automatisch Geduld abtrainiert und, ich bin kein Psychologe, kann mir aber vorstellen dass das einfache beobachten der Gestiken und Mimiken anderer Menschen jetzt nicht gerade schadet, wenn es ums Thema Social Skills geht.
Man sagt ja auch, das Kinder heutzutage weniger etwas mit der Natur anfangen können. Aber was sollen die denn auch groß entdecken? Alles was es hier so zu sehen gibt, gibt es auf TikTok 100-Mal größer.
Bevor jetzt wieder die Empörung losgeht "aber bei uns ist das anders...". Ja, bei uns auch. Und ich beziehe mich nicht auf die gesamten Kinder/Jugendliche. Mir fällt aber immer wieder auf, wie scheißegal das so vielen Eltern ist.
Und da kommen wir ins Spiel:
frauZimt schrieb:Eltern können damit weniger umgehen als ihre Kinder
Oftmals, ja. Natürlich! Uns gab aber auch niemand einen Leitfaden, wie Medienkonsum funktioniert, weil es mittlerweile eine gigantische Industrie ist, die gar keine Interesse hat das man damit vernünftig umgeht. Höher, Weiter, Schneller und wir haben es nicht mitbekommen.
philae schrieb:Dieses Forum hier könnte man ja im weitesten Sinne auch als soziales Medium begreifen. Aber hier findet immerhin ein Diskurs statt, man hört einander zu, muss auch mal längere, zusammenhängende Texte lesen und (v)erfassen.
Ja, weil das Forum moderiert ist. Auf Facebook, TikTok, X, usw. herrscht nach wie vor Anarchie.
philae schrieb:Ich weiß nicht ob man das wirklich so wollen kann.
Wir müssen uns halt verdeutlichen, das unser Hirn gerade erst aus der Steinzeithöhle gekommen ist, während die Technik immer schneller weiter entwickelt wird. Ich hatte letztens das erste Mal eine VR Brille auf und konnte regelrecht fühlen, wie mein Hirn das überhaupt nicht raffte, was da denn abging. Das ist eine nette Spielerei und Gaming gesamt könnte man noch positive Sachen abgewinnen. Ob Kreativität, kognitive Fähigkeiten, soziale Geschichten durch Multiplayer.
Aber welchen Mehrwert hat Social Media?
Mir fällt nicht ein guter Grund für Social Media ein. Wenn es rein um das vernetzen ginge, gibt es mildere Mittel wie Whatsapp oder Discord. Und dem Klima würde es auch helfen
;) (kommt in der Klimadebatte meistens zu kurz).
Auch wenn ich Facebook selber nutze und mich auch dabei erwische zu lang durch die Reels zu wischen, kann weg!