DearMRHazzard schrieb:Am Ende landet das Geld dann auch bei Rüstungsunternehmen, und die bauen Drohnen und Raketen damit man Menschen töten kann. Man spielt also dann auch eine WM damit Kriege geführt werden können. Hoffentlich sieht die UEFA das auch. Eigentlich sollten das alle sehen, denn alle die voller Vorfreude jetzt die Hände heben könnten schon bald die nächsten Opfer sein.
Was soll das? Hat das irgendeinen analytischen Wert?
Werde dazu nichts groß sagen, denn es wird - wie es derzeit scheint - eh scheitern; es gibt keine rechnerische Mehrheit mehr.
Aber es ist schon auch leicht lächerlich, wenn ausgerechnet Eberl als Mediensprecher und Interessenvertreter des fcb (Sportdirektor ist er auch noch, glaub) da plötzlich von "Ekel" redet.
Wo wird denn am meisten am Rad gedreht, zum Zweck der Geldvermehrung, mit immer mehr Spielen? In der sog. Champions League. Der europäische Fußball wird komplett dominiert von der Interessenvertretung (ECA) der Großklubs, welche andere Interessenvertretungen (UEC) und deren Alternativmodelle konsequent kleinhält.
Zur Wahrheit gehört halt auch:
In dieser Form bei der FIFA schon, aber einen ähnlichen Vorstoß wagte Infantino bereits 2018, als er in Verhandlungen mit einer japanischen Großbank und dem saudi-arabischen Staatsfonds stand, um 25 Milliarden US-Dollar für große Klub-Weltmeisterschaften aufzutreiben. Die UEFA lief auch damals Sturm dagegen: Hauptsächliches Motiv: das eigene Hochglanzprodukt, die Champions League, zu schützen.
In Deutschland gab es mehrere Anläufe, um einen Investor ins Boot zu holen. Dabei war ein ähnliches Konstrukt angedacht: Es sollten Anteile an einer Gesellschaft veräußert werden, die die lukrativen Medienrechte veräußert. Hans-Joachim Watzke warb damals intensiv für das Modell. Zu den Plänen der FIFA sagte der Boss der "Bundesliga" dem "kicker": "Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich. Hier wird eine Grenze überschritten."
Quelle:
https://www.sportschau.de/fussball/investorenplan-der-fifa-fragen-und-antworten,uefa-fifa-faq-100.htmlEs geht eben auch um die eigenen Interessen, welche Überraschung.
Dies möge die sportpolitische Vernunft hoffentlich verhindern, denn wenn es eine Lehre aus Boykotten gibt, dann die, dass am Ende vor allem die Sportlerinnen und Sportler die Leidtragenden sind.
Und noch eins zur Klarstellung: Die UEFA spricht in ihrer Entscheidung von sportlichen Vermächtnissen und davon, dass es Dinge gibt, die zu wichtig sind, um sie zu verkaufen. Das ist richtig und mag auch ehrlich gemeint sein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die UEFA mit der Fußball-EM und der Champions League selbst zwei hochkommerzialisierte Wettbewerbe in ihrem Portfolio hat und deswegen die heutige Boykottdrohung vielleicht auch dem Zweck diente, auf Sicht die eigenen kommerziellen Interessen zu schützen.
Quelle:
https://www.sportschau.de/fussball/ein-ultimatives-nein-als-kampfansage-an-die-fifa,kommentar-uefa-boykott-100.htmlWie war das noch mal mit dem Aufschrei wegen der Super League? Der Aufschrei (auch vom fcb, Schulterschluss mit den Ultras!) war groß, der Effekt ... sehr gering bis nicht vorhanden.
Sportjournalist Chaled Nahar betont, dass auch die Reformpläne der Champions League in eine ähnliche Richtung gehen: „Man möchte das sportliche Element so klein halten wie möglich und die unternehmerische Planungssicherheit erhöhen.“ Dies soll durch einen Koeffizienten erfolgen, mit dem sich grundsätzlich erfolgreiche Teams auch in einer schwachen Saison in die Champions League retten können. Es sei dann zwar keine geschlossene Liga, wie es die Super League gewesen wäre, „aber es ist ein Schritt in diese Richtung.“
Und Nahar stellt zur Debatte: „Wenn sich zwei Klubs auf diese Art und Weise qualifizieren, wer sagt denn, dass es ab 2027 nicht vier oder acht oder noch mehr Clubs sind?“ Seine Kritik: „Wir wagen uns nicht an die Ursache des Problems, die Geldverteilung. Wir bekämpfen das Symptom.“ Ein neuer Modus würde Nahar zufolge wieder zum gleichen Ergebnis führen.
Ein Problem sehen die Gesprächsgäste auch in der ungleichen Verteilung finanzieller Ressourcen. Christoph Peschek erläutert, dass sein Verein Rapid Wien einen Umsatz von 40 Millionen mache, der große Konkurrent Red Bull Salzburg 140 Millionen. Er sagt: „Rapid wurde gegründet, um Fußball zu spielen, Red Bull Salzburg, um eine Dose zu bewerben. Das heißt, uns unterscheidet natürlich schon mal in der fußballerischen Weltanschauung einiges.
Quelle:
https://www.deutschlandfunk.de/sportgespraech-europa-fussball-super-league-100.htmlSoviel auch zur "Seele".
Wer sich für Alternativmodell(e) interessiert, etwa der UEC (die aber von der ECA mit dem fcb als Führungskraft konsequent bekämpft wird) wird hier ganz gut bedient; die Ausmaße der finanziellen Unterschiede werden da in dem etwas längeren Artikel ganz gut deutlich:
Die Zementierung der nationalen Wettbewerbe durch die Gelder aus den UEFA-Klubwettbewerben ist vielen ein Dorn im Auge. Die Union of European Clubs (UEC) stellt nun ein radikales Umverteilungsmodell vor, um für Abhilfe zu sorgen
Ohne die Klub-WM, so stellte es Ehrenpräsident Uli Hoeneß vor einigen Monaten dar, hätte selbst der FC Bayern 2024/25 rote Zahlen geschrieben. Des einen Freud aber ist bekanntlich des anderen Leid. Denn klar ist auch: Aus deutscher Sicht hatten die Münchner auch ohne die ausgebaute FIFA-Veranstaltung in der vergangenen Spielzeit sowieso schon die höchsten Einnahmen aus den internationalen Klubwettbewerben und damit ihre Position als Nummer eins der Bundesrepublik weiter festigen können.
Diese hohen Ausschüttungen der UEFA stellen nicht nur für die Bundesliga mit Blick auf den Titelkampf ein Problem dar, die Frage nach der Wettbewerbszementierung stellt sich in nahezu allen nationalen Ligen.
Quelle:
https://www.kicker.at/die-konzentration-des-geldes-birgt-eine-gefahr-1200596/artikel