Socialme schrieb:Möglicherweise ist es so. Ich meine es liegt daran, dass die Menschen das Vertrauen in die Politik verloren haben. Das fing schleichend zu Coronazeiten an und hat sich bis heute gesteigert. Der Deutsche ist eigentlich genügsam, der Bogen wurde jedoch überspannt. Und das Schlimme ist, die Politik macht weiter wie bisher und ignoriert den Willen des Wahlers weiterhin. Im Osten sind die Menschen zudem aufständischer und lassen sich nicht so leicht lenken wie im Westen.
Das ist jetzt nicht nur meine persönliche Meinung sondern wird auch außerhalb Deutschlands so wahrgenommen.
@SocialmeDas glaube ich überhaupt nicht.
Ich denke der Prozess hat schon viel früher begonnen und mit Vertrauensverlust hat das auch nichts zu tun.
Corona wird als Ursache immer genannt - aber warum?
Wir sind doch alles in allem gut durch diese Krise gekommen und dafür wurden bürokratische Hürden abgebaut.
Ich erinnere mich an den Wahlkampf 1944.
Die Kandidaten mussten sich im TV Zuschauerfragen stellen. Und da forderten Vertreter aller möglichen Gruppen
ihre Rechte ein. Das ging ganz harsch vor sich. Jeder sprach für sich, als gäbe es nur ihn:
alleinerziehende Mütter, Rentner, Arbeiter, Eigenheimbesitzer etc.
Dazu meinte eine Mitbewohnerin in emeiner WG:
Unsere Gesellschaft zerfällt in einzelne Gruppen.Und damit hatte sie Recht.
Wohlgemerkt, das war 1994, als sie das hellsichtig bemerkt hat.
Das ist unser Problem heute, nicht "Vertrauensverlust in die Politiker", sondern dass sich unsere Gesellschaft
nicht als Ganzes sieht.
Warum soll eine Alleinerziehende nicht auch für Rentner kämpfen? Ein Arbeiter sich nicht für Studenten einsetzen?
Jeder denkt doch, die Anderen sind mir egal, für mich macht auch niemand was.
Und Populisten treiben genau diese Keile in die Gesellschaft, spalten und versprechen das Blaue vom Himmel. Jedem Publikum
wird versprochen, was es hören will.
Das war damals ganz deutlich bei Pim Fortuyn (Rechtspopulist Niederlande) zu sehen. (Er wurde 2002 erschossen). Der hat völlig
ungeniert jeder Gruppierung versprochen, was sie hören will.
Die AFD Politiker und Trump setzen auf den "Nationalstolz" und machen daraus eine große Klammer.