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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

294 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Deutsch, Schulen, Fremdsprache, Inland

Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 03:21
@woody7979

Und was hat deine Tirade mit dem Thema des Threads zu tun?


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Warhead
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 03:24
Ehrlich gesagt käme ich mir ziemlich einsam,verlassen,verraten und verkauft vor wüsste ich das hier nur Typen wohnen die vom "eigenen Land"fabulieren.Ich müsste wohl emigrieren.
Aber zum Glück gibts ja nicht nur Typen wie Woody...es gibt den coolen Gyrosmann,übrigens ein Libanese,der arbeitet bis zum Burnout,meinen türkischen Fahrradschrauber der Germanistik studiert und aktiv in der Antifa ist.
Und weder wirst du mir einen meinen italienischen,persischen,polnischen,marrokanischen,vietnamesischen oder tschechischen Nachbarn wegnehmen,auch wenn ich mich mit der alten Klafte regelmässig zanke ist sie mir immer noch lieber als jemand der vom eigenen Land faselt.
Solche Zeitgenossen haben im allgemeinen GAR NICHTS,keine Bildung,keine Herkunft,keinen Status,kein Grundeigentum,kein Rückgrat...weshalb sie sich an antiquierte Begriffe wie Volk,Nation und Rasse klammern und vom eigenen Land fabulieren


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 03:45
haha....mr.warhead sollte sich mal ein gehirn einpflanzen lassen!

und zum thema bildung...habe ein abgeschlossenes bwl-studium und lebe selbst nicht in deutschland sondern im moment in übersee...und es ist schon lustig wie sich das ganze ausland über die brd lustig macht über ihre ausländerpolitik und so schwachmaten wie du das auch noch unterstützen :-D
aber vermute mal das du nur ein zugedröhnter kiffer bist der von der stütze lebt und den ganzen tag nichts besseres zu tun hat als seine weisheiten unters volk zu streuen :-D
viellecht solltest du dich an den flughafen stellen oder wo immer du möchtest und jeden illegal einreisenden persönlich begüssen :-D
deutschland hat in den gefängnissen nicht umsonst einen ausländeranteil von bis zu 75%
na warhead...machts langsam klick?!? fehlende integration und dann passiert sowas...wenn ausländer keine lust haben deutsch zu lernen und ihren kindern das schön vorleben dann kann das ja nichts werden...oder sollten wir deiner meinung nach alle schilder nur noch in türkisch beeschriften?!? oder selber türkisch lernen, weil so idioten wie du am untergang ihrer eigenen kultur arbeiten?!?
oh man....wenn ich so einen mist wie von dir lese dann kann man nur lachen...hier in toronto wo ich grade lebe funktioniert alles bestens...die ausländer integrieren sich sehr gut und alle leben friedlich zusammen...nur in deutschland will sich keiner integrieren und so kommt es immer zum ärger. deshalb sollte grundsätzlich nur noch deutsch gesprochen werden und mehr integrationsprogramme der regierung gestartet werden....
achso...zu deinen formulierungen ala gar nichts, kein rückgrat usw....habe ich mitr mit sicherheit mehr wie du....
und vor allem lebe ich mitten in der realität und nicht in einer tryaumwelt wie du wo alles so schön rosa-rot ist....oder kommt das vom kiffen?!? :-D


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Warhead
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 04:09
BWL sowie Benimm und Bildung schliessen sich grundsätzlich aus,sieht man ja an deinen beiden Pöbelposts in denen du soviele Beschimpfungen untergebracht hast wie unsereiner in deren nichtmal Zwanzig.
Mehr Integrationsprogramme??Ich kann mich an keines erinnern das diesen Namen wirklich verdient,und Radio Multikulti wird Ende des Jahres abgedreht

http://www.multikulti.eu/

Aber es gibt ja genügend Sender mit türkischsprachigen oder arabischen Angebot...wenn auch nicht hier,müssen sie halt auf Radio Taliban oder die Dschihadwelle umschalten,eventuell bringt auch der Fatwakanal dem Hörer die deutsche Kultur näher...ganz bestimmt sogar


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 07:44
@typjus

""
ich bin selbst nicht gerade gut ,,integriert,, oder besser gesagt gesellschaftlich hoch angesehen. Und die frage ist, in wie fern sie selberschuld daran haben das die meinung so ist wie sie ist, ich bestreite weder das vorhanden sein von Paralelgesellschaften oder der negativen stimmung, aber es war nie geplant das sie hier bleiben. Wenn jeder zugeständnisse machen würde, jeder den ersten schritt tut wäre es leicht, aber wer riskiert das?""

ich weiss nicht, was damals geplant war, was man den gastarbeitern erzählt hat. letztendlich wurden ihre aufenthaltsgenehmigungen immer wieder verlängert, somit haben sie das recht zu bleiben.

ich habe keine lösung für die probleme, ausser das jeder einzelne sich für den anderen etwas mehr öffnen könnte. hier in unserem mietshaus leben 6 mietparteien, bunt gemischt, türk., italiener, russen, deutsche, franzosen und wir leben hier ausserordentlich harmonisch miteinander. man kümmert sich und läuft nicht blind am anderen vorbei . ich mag diese multikulti atmosphäre sehr.

auch habe ich keine angst, dass mir irgendwas von meiner "deutschen scheibe brot" abgenommen wird. tragen die meisten ausländer doch ihren teil zum brot dazu. sie zahlen steuern, renten und krankenkassenbeiträge...

für mich sind sie fester bestandteil unseres landes und bleiben es auch hoffentlich.


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 08:07
Warhead schrieb:BWL sowie Benimm und Bildung schliessen sich grundsätzlich aus
Extrem unzulässige Verallgemeinerung.

Ein Betroffener ;)

Den Rest kommentiere ich mal nicht, woody hat ja eh Sendepause.


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rockandroll
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 08:26
Was ein Schwachsinn...
Klassischer Fall von selektiver Wahrnehmung, bei der man hört, was man hören will.
Mag schon sein, dass auf den Schulhöfen in den Pausen vermehrt andere Sprachen gesprochen werden, aber die Kids können auch alle deutsch.

Und wenn wir anfangen fremde Sprachen zu verbieten, können wir auch gleich mal anfangen Bücherhaufen aufzutürmen, und schon mal mit Brandbeschleunigern zu versetzen.


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 09:01
"... aber die Kids können auch alle deutsch"

Wenn es so wäre, dann hätte man wohl einige Probleme weniger.

Es gibt welche die beherrschen die deutsche Sprache gut und andere eben mangelhaft.

Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass mehr als 50 % der türkischstämmigen Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen und, dass genau bei diesen auch ein mangelhaftes Deutsch ein wichtiger Punkt dafür war.
(Leider erinnere ich mich nicht mehr, wo das genau stand. Weiss nur noch, dass es von einer kürzlich erschienen Studie war).


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Koriander
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 09:08
Ich habe es gewusst. Bei der Themenstellung konnte man schon prognostizieren, dass ein paar sinnentleerte Rechtsnationale in die Falle tappen, aber nicht als 'Lufthansa', sondern als blöde Motten, die nicht an der Pheromonklebefalle vorbei fliegen können.

Ich liebe alle Sprachen und bin eher ein wenig traurig darüber, dass ich nicht mehr Sprachen spreche als ich spreche. Am wohlsten fühle ich mich in einem Umfeld, in dem mehrere Sprachen gesprochen werden, in dem versucht wird Verständigung zu erreichen . Das ist der crunchpoint (:D): Verständigung.

Es gibt so viele Fremde, deren Muttersprache - wie meine - auch 'Deutsch' ist , die mich trotzdem nicht verstehen, für die nicht nur Deutsch eine Fremdsprache ist, sondern jede andere Sprache der Welt auch. Fremde in der eigenen Sprache, fremd in jeder Sprache.
Der Sinn jeder Sprache, die Grundlage der Sprache muss eigentlich als Möglichkeit begriffen werden, innerhalb einer großen Gruppe von Menschen Verständigung zu erzielen und Verständnis zu erreichen. Eine oder mehrere Privatsprachen eines einzelnen Menschen auf einer einsamen Insel machen nicht so viel Sinn, sie dienen allenfalls der Alleinunterhaltung.
Heute noch ein eingegrenztes politisches Gebiet, einen Staat oder eine Nation, als ein Sprachumfeld zu betrachten, in dem es nur die Nationalsprache als einzige Schulsprache geben darf, als einzige Amtssprache halte ich für veraltet. Das entspricht zwar noch allgemeiner Bequemlichkeit und einem überkommenem Nationalbewußtsein, ist aber eigentlich überhaupt nicht mehr mit dem aktuellen Entwicklungsstand, den Anforderungen an den heutigen Menschen, dem Bewußtsein, das eigentlich schon längst ein wenig weiter entwickelt sein müsste, vereinbar. Die Welt ist ja nicht nur für einige Intellektuelle theoretisch das globale Dorf, sondern spätestens seit allgemeiner Verfügbarkeit des worlwideweb für jeden von uns praktisch erlebbar.

Vernünftig wäre eigentlich -im Sinne allgemeiner Verständigung- weltweit die Sprache zur Schulsprache zu machen, die von den meisten Menschen auf dem Planeten gesprochen wird oder aber eine neue Weltsprache (z.B. Esperanto) weltweit an allen Schulen zu unterrichten. Die einzelnen Nationalsprachen könnten dann ja tatsächlich als Zweit- oder als "Fremdsprache" :D unterrichtet werden...


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:08
"Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass mehr als 50 % der türkischstämmigen Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen und, dass genau bei diesen auch ein mangelhaftes Deutsch ein wichtiger Punkt dafür war."

jO @lda, isch fick diZch qorrekt grazz und deine kinda und kinda kindas jo deutscher hurenbastard, jo - wo wohnt dein haus altA isch komm vorbei und mach disch vertig alta und dann figg isch deine mudda kRaZZ altaaa

So hoert es sich meistens an, habe nur seltene Ausnahmen getroffen.
Noch erschreckender, Deutsche Jugendliche bedienen sich auch zunehmend dieser Sprache, erschuetternd.


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:13
"weltweit die Sprache zur Schulsprache zu machen, die von den meisten Menschen auf dem Planeten gesprochen wird"

Ich lerne garantiert kein Chinesisch.


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:28
Kurze Gegenfrage: Wo funktioniert Multikulti eigentlich wirklich? Selbst in den klassischen Einwanderungsländern leben die verschiedenen Kulturen eher nebeneinander anstatt miteinander.



"Und wenn wir anfangen fremde Sprachen zu verbieten, können wir auch gleich mal anfangen Bücherhaufen aufzutürmen, und schon mal mit Brandbeschleunigern zu versetzen."

Hier geht e doch nicht darum, fremde Sprachen zu verbieten. Sondern darum, dass in den Schulen Deutsch gesprochen werden soll und nicht nur im Unterricht selbst, sondern auch in den Pausen. Was ist daran verkehrt?


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:29
"Wo funktioniert Multikulti eigentlich wirklich?"

Nur im Fernsehen und bei zuvor ausgewaehlten Saubermann-Menschen/Familien.


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algabal
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:34
Was sollen denn bitte ausgewählte Saubermann-Menschen/Familien sein?


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:37
"Was sollen denn bitte ausgewählte Saubermann-Menschen/Familien sein?"

Vorzeigefamilien fuer die Medien, die Realitaet sieht jedoch ganz anders aus.


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against_nwo
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:39
Vielleicht sind das die Menschen in Bad Godesberg, die man damals auserwählt hatte um die Einschaltquoten beim Fernseher zu ermitteln und statistisch hochzurechnen?


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algabal
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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:49
Mhhh..... Das erklärt immer noch nicht, was diese Vorzeigefamilien sein sollen. Für bestimmte Fernsehformate werden bestimmte Leute gesucht und auch gefunden. Von den Leuten, die bei RTLII für die Quote sorgen sollen, über die, die in einer Reportage vorgestellt werden, ist das Spektrum ziemlich weit. Bei all diesen Formaten gehe ich normalerweise nicht von einer repräsentativen Darstellung aus, da es sich nur Ausschnitte aus dem Leben bestimmter Menschen handelt. Wenn man also das Fernsehen und seine Sendungen als Grundlage für eine gesellschaftliche Bewertung nimmt, unterliegt man wohl einem Irrglauben.


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 13:49
"Nur im Fernsehen und bei zuvor ausgewaehlten Saubermann-Menschen/Familien."

Seh ich banders, bei uns funktioniert auch Multikulti, nur das ist im kleinen Kreis.

Nicht immer so pauschalisieren ;)


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 14:40
Ich bin Tag für Tag, beruflich wie privat von "Multi-Kultur" umgeben.

Bei der Gelegenheit: Es gibt z.Zt. etwa 90 "türkischstämmige" MandatsträgerInnen in deutschen Parlamenten.

Um dem Klischee des arbeitsscheuen kriminellen "Türkenpacks", das einige hier oft und gern pflegen, mal etwas zu entgegnen, empfehle ich den nachstehenden Artikel aus der "Zeit":


Nie mehr Migrations-Ali
Von Susanne Gaschke | © DIE ZEIT 21.08.2003 Nr.35

Hier zu Hause, hier erfolgreich: Die neue türkischstämmige Mittelschicht. Vier Porträts

Rebell. Verrottender Altbau, blätternde Farbe, die Wohnung eine Sperrmüllhöhle. Das Chaos ist allerdings liebevoll zusammengestellt: Bilder in unterschiedlichen Stadien der Vollendung, Manuskripte, Abwasch, baumelnder Ethno-Kitsch. Roter Plüschbezug auf dem Klo, offenkundige Verachtung für verbürgerlichte Putzstandards. Künstlerbehausung!, schreit diese Wohnung.

Hier lebt Feridun Zaimoglu, Bestsellerautor, 38. Eine bestechende Idee machte ihn vor Jahren bekannt: Im Stadtteil Gaarden seiner Heimatstadt Kiel sprach er mit Rappern, Zuhältern, Kleinkriminellen, Arbeitslosen – den „randständigen“, aber gleichzeitig, wie Zaimoglu sagt, „virilen“ und „vitalen“ Jungmännern der türkischen Gemeinschaft. Er ließ sie reden über Gott und ihre Weltsicht und suchte nach einer adäquaten Übertragung ihres wilden Sprachgemischs ins Deutsche. Genial (und extrem marktgängig) war der Name, den Zaimoglu für das Idiom erfand: Kanak Sprak. So lautete auch der Titel seines 1995 erschienenen Erfolgsbuchs. Kanak? So kann der aufgeklärte deutsche Gutmensch seine ausländischen Mitbürger doch nicht nennen. Aber wenn sie selbst es tun?

Damit hatte Zaimoglu einen effektiven Weg gefunden, sich in den deutschen Feuilleton-Diskurs hineinzuboxen: Tabubruch, Rebellentum. Andere wählen konventionellere, wenngleich nicht weniger wirksame Strategien. Die Zahl der türkischstämmigen Selbstständigen in Deutschland wächst stetig, ebenso die der Akademiker (siehe Kasten). Wenn sich im Pisa-gebeutelten Deutschland irgendwo eine Bildungsreserve vermuten lässt, dann unter den deutschtürkischen Jugendlichen. Die Biografien der Erfolgreichen zeigen aber auch, welche Entschlossenheit, welcher Fleiß, nicht selten welcher Mut nötig sind, um sich einen Platz in dieser Gesellschaft zu erkämpfen. Diesen Willen, sich das Leben in Deutschland zu Eigen zu machen, kann kein staatliches Förderprogramm ersetzen.

Feridun Zaimoglu ist ein sehr lebendiges Beispiel dafür, dass Integration nicht Anpassung bedeuten muss – auch nicht an die Erwartungen der Mediengesellschaft. „Seit Kanak Sprak könnte ich jede Woche als Fremdvölkerkundler in einer Talk-show auftreten und den Veranstaltern eine Freude machen, die an Verständigung durch Petting glauben“, sagt Zaimoglu. „Aber ich habe keine Lust.“

Lauwarme Gefühle liegen ihm nicht, aber der Mann hasst differenziert, zum Beispiel die gut gemeinte Tendenz deutscher Bildungsbürger, problematische Verhaltensweisen der eingewanderten türkischen Unterschicht mit „Mittelschichtsbegriffen“ schönzureden. „Diese Leute müssen mal kapieren, wie weit die Landnahme durch die Ethnos in manchen Gegenden Deutschlands fortgeschritten ist.“ Fast ebenso sehr verabscheut er die Selbstbespiegelung der deutschen Generation Golf. „Diese Mittelstandsneurosen, diese Playmobil-Leben, das ist doch auch nicht zum Aushalten.“

Was ist ihm noch zuwider? Podiums- und Schriftstellerkolleginnen, die auf „Exoten-Weibchen“ machen. „Ach, was sind wir heute authentisch, so besonders authentisch, so temperamentvoll.“ Und allgemeines Einwanderergejammer über die Ausgrenzung in der deutschen Gesellschaft. „Solchen Leuten sag ich: ,Du Blödmann, lern erst mal, deutsche Nachnamen richtig auszusprechen und beschwer dich dann darüber, dass deiner falsch ausgesprochen wird.‘“

Doch auch für diesen toughen Intellektuellen-Macker gibt es Grenzen. Er habe den Ehrgeiz, sagt Zaimoglu, es als deutscher Autor weit zu bringen. Und da hört der Spaß auf. Sein 2002 erschienener Roman German Amok ist von der Kritik ebenso gnadenlos verrissen worden, wie Kanak Sprak bejubelt wurde. Es hagelte Beschimpfungen wie „Kultursöldner“, es gab widerliche Anspielungen auf das Sexualleben des Autors. Zaimoglu weiß, dass er an den Aggressionen, die er auf sich zieht, nicht vollkommen unschuldig ist, schließlich teilt er auch aus – in German Amok gegen die dekadente Berliner Kunstszene. „Die Botschaft der Rezensionen war aber ganz klar“, sagt er. „Migrations-Ali versucht, einen auf Kultur zu machen. Das soll er mal lieber lassen.“ Über das deutsche Feuilleton sagen diese Kritiken mehr als über Zaimoglus Buch. Der hat sich allerdings schon wieder berappelt – spätestens, seit er Anfang Juli den Preis der Jury des Klagenfurter Literaturwettbewerbs erhielt.


Abgeordnete. Am Abend steht noch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gender Budgeting“ auf ihrem Programm. Schon jetzt, als sie in die Brasserie am Berliner Gendarmenmarkt eilt, ist Dilek Kolat etwas abgehetzt. Und hungrig. Aber sie hat kaum Gelegenheit, ihre drei Rohmilchkäse-Variationen mit kunstvoll geschnitztem Gemüse und Vollkornbrotecken zu essen, denn wenn sie erzählt, dann erzählt sie. Gender Budgeting? „Das bedeutet, dass alle Haushaltsposten daraufhin überprüft werden, ob und in welcher Weise sie frauenrelevant sind“, sagt die 36-jährige SPD-Politikerin. Und lächelt dabei so fein, dass deutlich wird: Gender Budgeting ist auch eine wichtige Sache.

Seit 2001 sitzt die Wirtschaftsmathematikerin im Berliner Abgeordnetenhaus, gewählt mit 44,8 Prozent, dem besten Erststimmenergebnis ihrer Partei. Sie ist Mitglied im Hauptausschuss, zuständig für Haushalt und Verwaltungsmodernisierung; stellvertretende Sprecherin im SPD-Fachausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Technologie; stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD in Tempelhof, Vorsitzende der Abteilung Friedenau. Einen Halbtagsjob bei der Deutschen Kreditbank macht sie nebenbei, aber nicht mit halber Kraft.

Dilek Kolat gehört zu den wenigen Leuten, bei denen das Wort „Projekt“ nicht wie ein Euphemismus für irgendetwas Halbgares klingt. Ihr erstes Projekt nahm sie in Angriff, als sie an der Technischen Universität Berlin studierte und sich in einer türkischen Studentenorganisation engagierte. „Ich gehöre zur zweiten Generation der Türken in Deutschland“, sagt sie. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Am ersten Schultag saß ich in der Schule und habe kein einziges Wort verstanden. Es war einer der schrecklichsten und traurigsten Momente in meinem Leben.“ Anderen wollte sie diese Erfahrung ersparen und organisierte deshalb zusammen mit Kommilitonen Ergänzungsunterricht an der TU Berlin: eine enorme Hilfe für viele Migrantenkinder.

„Später habe ich Türkischkurse für Leute wie mich selbst organisiert, für Bildungsinländer“, sagt Kolat. Nachdem sie ihre anfänglichen Sprachschwierigkeiten überwunden hatte, wollte sie nämlich mit ihren Freunden nur noch Deutsch sprechen. „Es war ungeheuer frustrierend, beim ersten Kontakt mit türkischen Akademikern festzustellen, dass ich nur drei Gedanken auf Türkisch formulieren konnte. Ich beherrschte die Alltagssprache einer Siebtklässlerin.“

Irgendwann, sagt sie, sei ihr klar geworden, dass ihre Vereins- und Projektarbeit immer nur „Feuerwehrfunktion“ haben konnte. „Die eigentlichen Lösungen für große Probleme werden in der Politik beschlossen.“ Für sie selbst sei nur die SPD in Frage gekommen. „Es war doch klar, dass ich mich für Chancengleichheit einsetzen musste.“ Ohne die Gesamtschule, sagt sie, wäre ihr die eigene Bildungskarriere niemals gelungen. Bildungs- und Einwanderungsfragen blieben zu Beginn ihrer politischen Laufbahn die bestimmenden Themen. „Dann merkte ich, dass ich nicht von Beruf Ausländerin sein will.“ Die Entscheidung für das struppige Feld der Haushaltspolitik hatte auch mit dieser Erkenntnis zu tun. „Es irritiert mein Publikum manchmal, wenn ich als jüngere, türkischstämmige Frau den Mund aufmache und über Finanzpolitik und Kameralistik rede.“

Die türkischen Medien in Berlin verfolgen die Aktivitäten der Sozialdemokratin aufmerksam. „Migranten sind politisch, aber sie haben wenig Erfahrung mit unserer Art von Parteipolitik“, sagt Dilek Kolat. „Bei mir hören sie genau zu – natürlich auch, weil ich ihre Sprache spreche.“ Konflikte, auch mit Teilen der türkischen Gemeinschaft, sucht sie dort, wo sie ihr unter Integrationsgesichtspunkten wichtig erscheinen. Als die radikale Islamische Föderation vor Gericht das Recht erstritt, Religionsunterricht an Grundschulen zu erteilen, forderte Kolat die Eltern öffentlich auf, ihre Kinder nicht hinzuschicken. Den unvermeidlichen Ärger mit den Islamisten hielt sie aus. Locker.


Professor. Asaf Pekdeger, Professor für Hydrogeologie an der Freien Universität Berlin, kann auf einen illustren Familienstammbaum zurückblicken. Da gab es im 18. Jahrhundert einen Großwesir, der in der Türkei Reformen nach preußischem Muster organisierte – anders als heutige Modernisierer allerdings am Ende seiner Bemühungen geköpft wurde. Pekdegers Urgroßvater Asaf Pasha promovierte in Leipzig und wurde Professor für Gynäkologie in Berlin. Auch sein Vater war Arzt, die Mutter arbeitete bei der deutschen Botschaft in Ankara;sein Vetter Kemal Dervis, ehemaliger Vizepräsident der Weltbank, wurde 2001 Superminister im Kabinet Ecevit.

Pekdeger wuchs in Ankara auf. Über den weiten Freundeskreis seiner Großmutter bekam er Kontakt zu türkischen und deutschen Geologen und Archäologen. „Ich habe erst noch erwogen, aus Familientradition Medizin zu studieren. Aber eigentlich war klar. Geologie ist mein Fach“, sagt er. „Ich wollte unbedingt in Afrika arbeiten, das war so ein Traum vom großen Aufbruch.“ Es kam ein wenig anders. Zum Studium ging Pekdeger nach Deutschland, weil ihm das politische Klima in der Türkei Ende der sechziger Jahre nicht behagte, „wobei ich heute, was ich ungern zugebe, die Rolle der Militärs etwas anders einschätze als damals: Heute scheinen sie mir doch vor allem Garanten der Moderne zu sein, gegen alle islamistischen Tendenzen.“ Auch sprach für Deutschland der damals noch gute internationale Ruf seiner Universitäten. „Das ist leider nicht mehr so“, sagt Pekdeger. „Wenn ich mir die Ausstattung unserer Hochschulen ansehe, dann muss ich sagen: Deutschland steigt ab, Länder wie die Türkei steigen auf.“ Zwischen 1987 und 1990 habe seinem Institut in Berlin mehr Geld für die Forschung zur Verfügung gestanden als von 1990 bis heute. Natürlich sei auch sein Themengebiet, der Umweltschutz, ein wenig aus der Mode gekommen. Pekdeger ist Spezialist für den Schutz des Grundwassers gegen Verunreinigungen durch atomare Endlager und Mülldeponien.

In türkischen Mittel- und Oberschichtsfamilien sei es längst nicht mehr üblich, die Kinder zur akademischen Ausbildung nach Deutschland zu schicken; viel eher wende man sich nach Amerika oder England. Dafür mag es neben dem Qualitätsverlust der Universitäten noch einen weiteren Grund geben. „In Amerika sind Sie nach einem Jahr Amerikaner“, sagt Pekdeger, „Deutscher werden Sie nie.“ Selbst wohlmeinende Kollegen fragten ihn regelmäßig, wenn er zu Bohrungen in die Türkei fahre: „Na, geht es in die Heimat?“

„Insgesamt ist das Benehmen gegenüber Einwanderern besser geworden, seit ich 1970 hierher kam“, sagt Pekdeger. „Aber am Anfang war es überraschend, als Sohn aus guter Familie behandelt zu werden wie ein Mensch zweiter Klasse. Immer noch gibt es bei manchen Deutschen die Haltung: Professor ist was, Türke ist nichts.“

Hakenkreuzschmierereien am Labor, ein Student, der sagt: „Ich lass mich doch nicht von einem Scheißtürken prüfen“ – auch so etwas kommt gelegentlich vor. Vollkommen könne er das nicht unter dem Stichwort „bescheuert“ ablegen, sagt der Professor, eine internationale Koryphäe in seinem Fach, 120 Diplome, 20 Promotionen, Hunderte von Studenten. „Das geht schon unter die Haut.“ Vielleicht habe er sich wegen solcher Erfahrungen nach der Wiedervereinigung so gut mit vielen ostdeutschen Kollegen verstanden, sagt er. „Die waren hervorragende Wissenschaftler und erlebten, wie die Wessis alles besser wussten. Das kam mir bekannt vor. Ich hatte von Anfang an gespürt: Nur gut zu sein reicht nicht. Du musst besser sein als alle anderen, um das Gleiche zu erreichen.“


Staatsdienerin. „Viele Leute haben doch ziemliche Vorurteile“, sagt Hacer Yüksel, „und das macht den Umgang miteinander manchmal schwierig. Aber die Baubehörde ist lange nicht so bürokratisch wie ihr Ruf.“ Die 36-jährige Architektin arbeitet als Bauprüferin beim Bauamt im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Sie ist zuständig für die Bewilligung von Bauanträgen; sie überwacht Baustellen, nimmt Rohbauten und fertige Gebäude ab. „Der Berufseinstieg war hart“, sagt sie, „da kommt man als 25-jährige Frau, Anfängerin, und soll Bauherren oder Architekten etwas erzählen, die seit 30 Jahren im Geschäft sind. Ich habe mich durchgebissen: Bei uns gelten nun einmal bestimmte Vorschriften, und wir sorgen dafür, dass die eingehalten werden.“ Das habe im Übrigen die positive Folge, dass hierzulande das meiste funktioniere. „Auch in der Türkei gibt es Baurecht, auch in der Türkei gibt es Statik – aber eben eine gewisse Neigung, es damit nicht so genau zu nehmen. Das kann schlimme Folgen haben, wenn man etwa an die Verheerungen denkt, die die letzten Erdbeben angerichtet haben.“

Mit 13 Jahren zog die Gymnasiastin Hacer Yüksel mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland. Ihr Vater, ein Germanist aus Ankara, promovierte in Hamburg, die Tochter, bisher eine fröhliche, begeisterte Schülerin mit Spitzennoten, kam im Einwandererstadtteil Wilhelmsburg aufs Gymnasium. Ohne ein Wort Deutsch zu können.

Die Einsamkeit, das plötzliche Eingesperrtsein im eigenen Kopf, die Unfähigkeit, sich zu äußern, am Unterricht teilzunehmen, Freunde zu finden – all das muss schlimm gewesen sein für ein Mädchen am Rande der Pubertät. Hacer Yüksel spricht zurückhaltend über diese Zeit, vorsichtig, sehr höflich. Es soll nicht so klingen, als wolle sie Deutschland kritisieren. Aber sie hat gelitten. „Das hat mir schon einen Großteil meiner Jugend genommen“, sagt sie. Ihre Lehrer immerhin waren weitsichtig genug, ihre Begabung zu erkennen und sie nach Kräften zu fördern: Im ersten Jahr bekam sie überhaupt keine Noten, dafür zweimal pro Woche zusätzlichen Sprachunterricht. „Mein Vater hat mit mir zusammen gekämpft“, sagt Yüksel, „oft genug sind wir morgens um vier Uhr aufgestanden, um die Hausaufgaben zu machen, für die ich abends zu müde gewesen war.“

Wegen ihrer begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten stürzte sich Hacer Yüksel auf Mathematik und die Naturwissenschaften. „Außerdem habe ich gut gezeichnet“, sagt sie. Das Architekturstudium war da eine nahe liegende Wahl. Das eigene Haus im Hamburger Stadtteil Schnelsen hat sie indes nicht selbst entworfen. „Standardhaus“, sagt sie, „und das hat mich schon genug Nerven gekostet.“ Aber dafür sitzt es sich nun behaglich in dem schönen, hellen Gartenwohnzimmer mit edlen Korbmöbeln und zahllosen Büchern. Ihr Mann bringt überbackene Toasts, scharfe Gürkchen und Tee. „Hacer kocht gar nicht“, sagt er lachend, und es klingt, als sei das möglicherweise gut so.

Zu Hause und mit ihrer fünfjährigen Tochter Nidalzu, die nach den Sommerferien in die Schule kommt, sprechen die Yüksels nur Türkisch. Offenbar ist dasdie richtige Strategie, das Mädchen bewegt sich sicher in beiden Sprachen. „Am Anfang habe ich mir Sorgen gemacht“, sagt Hacer Yüksel, „zuerst konnte Nidalzu im Kindergarten einfach nicht verstehen, warum sie auf Türkisch etwas sagt und niemand weiß, was sie meint.“ Erst durch ihr Kind fühle sie sich in Hamburg vollkommen zu Hause. „Früher konnte ich mir gut vorstellen, in der Türkei zu arbeiten. Und oft habe ich die Tage bis zu den Ferien gezählt.“ Das werde weniger, seit ihr Lebensmittelpunkt so klar definiert sei.

Der „Lebensmittelpunkt“ hat heute darauf bestanden, „bauchfrei“ zum Spielen zu gehen – schließlich tun das nahezu alle Mädchen in diesem Land in diesem Sommer. Also kramt ihre Mutter die kurzärmelige Jeansbluse wieder hervor, aus der Nidalzu eigentlich schon längst herausgewachsen war, und zwischen Hemd und Jogginghose blitzen die nötigen zehn Zentimeter nackter Haut hervor.

Kein Erziehungskonflikt. „Ich bin Mohammedanerin“, sagt Hacer Yüksel. „Aber ich denke, dass man an Allah glauben kann, ohne jede einzelne islamische Alltagsregel zu befolgen.“


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Deutsch eine Fremdsprache in Deutschland?

06.11.2008 um 14:42
Link: www.zeit.de
Diesen Artikel empfehle ich auch noch, leider ist er zu lang, um ihn zu posten. Also bitte Link nutzen.


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