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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

827 Beiträge, Schlüsselwörter: Wahlen, CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke, Wählen, Bundestagwahlen

Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

24.09.2015 um 22:24
@sarasvati23
Vielleicht nochmal kurz nachgetragen, warum nicht Austritt: Das allerschwierigste ist bei Eintritt, wenn man jünger ist, sich an die Sprache und das doch Weltbild zu gewöhnen, was meist Theorie ist und nicht praxisnah. Wenn man wie geschrieben schon aus einem Akademiker oder wohlhabenderen Haushalt kommt, dann klar, ist es einfacher. Aber wer wirklich aus dem "einfachen" Milieu kommt, fühlt sich meist schon unwohl.

Aber irgendwann gewöhnt man sich auch dran und fängt das sogar an zu mögen. In der Facebookkontaktliste haste dann die nobelsten Leute.Machen an Orten (nicht nur einmal im Jahr) Urlaub, für die ich jetzt mal gar kein Geld hab oder wo ich noch nie was davon gehört hab. Genauso Internate oder Universitäten, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Das ist natürlich, gerade für junge Menschen, ne mega Aufwertung. Auch wenn man halt selbst nicht "besonders" ist oder nicht soviel vorweisen kann.

Irgendwann gewöhnt man sich halt auch daran über öffentliche Schulen was zu hören oder zu reden, wenn der Gegenüber eigentlich auf ner privaten Schule war. Oder das Thema sozialer Wohnungsbau, wenn der Gegenüber auf Facebookbildern das mutmaßliche Häuschen mit Garten der Eltern oder halt sich lachend im Garten bei Spiel und Spaß präsentiert. Das Haus sieht zweifelsohne schön aus, ich hätte mir für mich auch gewünscht, so aufzuwachsen oder wünsche mir, irgendwann so zu leben. Wie geschrieben, ich möchte mit dem erzählen wirklich nicht unterstellen, dass man wohlhabend aber nicht gleichzeitig sozial sein kann.

Und letztendlich sind die Leutz ja überwiegend trotzdem nett und auch wenn es für die SPD bzw. für die Folgen dieser Nachwuchsarbeit ungünstig ist, menschlich haste halt dennoch tolle Leute, mit denen man Freundschaften schließen kann und die zudem ja diverse Talente (Organisationstalent, Rhetorik etc.) besitzen, wie sie vielleicht dann doch ein Kevin aus München Hasenbergl gar nicht hätte oder haben kann?

Nur, Wahlumfragen sowie Ergebnisse bei Wahlen und das tatsächliche Tun der Parteien zeigen ja dann auch wieder, dass das oder ein ursprüngliches Klientel das Rückgrat einer Partei sind.

Das Rückgrat der CDU sind traditionell die Kirchen und Konservativen in der Bundesrepublik, dass der SPD die Arbeiter, einfachen Angestellten und sozial abgehängten. Gibt es viele Theorien und Gedanken, warum, wieso, weshalb die traditionellen Wahlmilieus die Bedeutung verlieren, die sie mal hatten. Aber trotzdem, wenn sie fehlen, fehlen sie einfach. Eine SPD mit dominantem Privatschulnachwuchs ist halt auch irgendwann wirklich keine SPD mehr.


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 14:35
Flinten Uschi soll bei ihrer Doktorarbeit geschummelt haben: Falsch zitiert, Fehlverweise: Plagiatsjäger der Internetplattform "VroniPlag" haben die Doktorarbeit von Ursula von der Leyen geprüft. Sie werfen der Ministerin zahlreiche Regelverstöße vor. Ihre Hochschule prüft den Fall.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/von-der-leyen-vroniplag-wirft-ministerin-plagiate-vor-a-1054869.html


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 17:38
Wer nun allerdings glaubt, "Demokratie" bestünde darin, alle vier Jahre zwei Kreuze zu malen, weil das die individuelle intellektuelle Höchstleistung darstellt, der hat das Wesen der Demokratie nicht mal im Ansatz begriffen.

Demokratie heisst mitmachen, engagieren, das Maul aufreissen, mitarbeiten, mitgestalten, Protest artikulieren, Widerstand leisten...

Das kann nicht alle vier Jahre in der Wahlkabine funktionieren. Wer seine Stimme abgibt, der hat nichts mehr zu sagen!

Es geht nicht ums Delegieren, sondern ums Organisieren. Natürlich ist es bequemer, vom warmen Kneipentisch morgens um vier bei zwölften Bier hektisch und elektrisch zu meckern "Ihr da Ohm macht doch watt ihr Volt!"

Es geht darum, Politik nicht Politikern zu überlassen, sondern selbst Politiker zu sein, in dem man Politik macht. Politik entsteht überall da, wo mehr als ein Mensch zusammen kommt: In der Schule, in der Uni, im Betrieb, im Stadtteil, in der Gemeinde, im Verein, in der Schülervertretung, im Studentenausschuss, im Betriebsrat oder der Jugendvertretung, im Elternbeirat von Kita und Schule, in Bürger- und Stadtteilintiativen, in kulturellen, politischen, sportlichen und religiösen Vereinigungen, im Gemeindeparlament, auf Bezirks-, Kreis-, Landes- und Bundesebene.

Man muss nur anfangen, sich und seine Interessen zu vertreten. Sich nicht (ver)treten lassen, sondern seine Belange selbst in die Hand nehmen - und zwar in den vier Jahren zwischen dem Kreuzchenmalen.

Aber jammern und wehklagen wie die alten Waschweiber ist natürlich einfacher, billiger und weniger zeitaufwendig. Und wenn's mal nicht so klappt, wie man sich die Sache vorstellt, sind natürlich "die da oben" schuld - man selbst niemals, denn wer nichts tut, der macht auch keine Fehler.


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unico
ehemaliges Mitglied

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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 17:58
@Doors
Doors schrieb:Politik entsteht überall da, wo mehr als ein Mensch zusammen kommt: In der Schule, in der Uni, im Betrieb, im Stadtteil, in der Gemeinde, im Verein, in der Schülervertretung, im Studentenausschuss, im Betriebsrat oder der Jugendvertretung, im Elternbeirat von Kita und Schule, in Bürger- und Stadtteilintiativen, in kulturellen, politischen, sportlichen und religiösen Vereinigungen, im Gemeindeparlament, auf Bezirks-, Kreis-, Landes- und Bundesebene.
Genau so ist das!

Warum ist es so schwer zu begreifen, dass man selber was tun muss, wenn man Situationen verändern will.

Ich krieg auch immer mehr das Würgen, wenn ständig pauschalisiert wird und in Schubladen gesteckt wird:
Politiker sind korrupt, Journalisten sind Lügner, Beamte sind faul etc. pp.
Immer schön hetzen und sich beschweren, aber selber nix auf die Reihe kriegen! Ich kann's echt nicht mehr hören.
Sorry, musste mal raus...


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Amtrir
ehemaliges Mitglied

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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 18:03
Aber wie macht man denn selber etwas, was die Politik verändert und auch legal ist?


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 18:07
@Amtrir

In dem man dort, wo man ist, das tut, was einem notwendig erscheint. So einfach - und so schwer - ist das.


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 18:21
unico schrieb:Immer schön hetzen und sich beschweren, aber selber nix auf die Reihe kriegen! Ich kann's echt nicht mehr hören.
Sorry, musste mal raus...
Wer sagt, dass man selber nichts auf die Reihe gekriegt hat? Viele Menschen haben vielleicht nicht die Zeit oder eine echte Möglichkeit, sich politisch zu betätigen. Manche sind auch zu einfach gestrickt, um so was in Angriff zu nehmen. Was spricht dagegen, sich zu beschweren? Eine Demokratie lebt auch davon, dass sich Bürger kritisch äußern. Dafür muss man nicht selbst politisch aktiv sein.


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 18:50
@unico
Die Regeln der Politik sind sehr ermüdend. In erster Linie entscheidet das Sitzfleisch und die Fähigkeit, langweilige Diskussionen zu ertragen. Es ist genauso, wie in großen Unternehmen. Das Mittelmaß vegräzt die Guten.


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 21:19
Werte Jammerlappen-Fraktion:
Wieso kann man nichts bewegen, wenn man sich engagiert?
Ich habe als Journalist über Konflikte im Libanon, in Nord-Irland, in Nicaragua und anderen Ländern der Welt berichtet, über die Guerilla in der BRD und über alte Nazis in arabischen Staaten. Ich denke schon, dass diese Artikel etwas bewirkt haben.
Ich habe im Rahmen einer Bürgerinitiative dafür gesorgt, dass eine Chemiefabrik in Hamburg (C.H.Boehringer) dicht gemacht werden musste. Ich möchte auch nicht wissen, welchen Verlauf das bundesdeutsche Atomprogramm genommen hätte, wären in den Siebzigern nicht soviele dagegen in Brokdorf, Krümmel, Grohnde, Kalkar, Gorleben und an vielen anderen Orten auf die Strasse gegangen und hätten am Bauzaun gesägt. Ich habe mich für Jugendliche im Knast eingesetzt, die vom Leben benachteiligt waren und vieles mehr.
Natürlich kann ich mit "Engagement vor Ort" etwas erreichen, z.B. Unterrichtskürzungen in Schulen verhindern, für eine bessere Ausstattung von Schulbibliotheken und PC-Räumen sorgen. Ich kann in der Kommunalpolitik Entscheidungen beeinflussen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in meiner Stadt/meinem Dorf haben, egal, ob Tempolimit oder Bebauungsplan, Umweltschutz oder Gelder für Jugendarbeit.
Ich kann mich in der Gewerkschaft engagieren oder in einer Partei. Und wenn ich will, kann ich da auch Karriere machen. Kein Problem! Ich muss nur etwas tun.
Darüber hinaus kann ich mich finanziell engagieren, so unterstütze ich z.B. Projekte in Nicaragua, meine Frau bzw. ihr Unternehmen unterstützt Obdachlose in Dublin, Frauenhäuser in Schleswig-Holstein, Migranten in Paris und Kultur in Hamburg.

Wenn etwas bergab geht, dann nur, weil es niemand aufhalten will!
Bleibt nur weiterhin wie Opa hinterm warmen Ofen hocken und jammert, wie es sich für alte Mummelgreise gehört. Man kann ja doch nix tun, sollen doch die anderen... wie man es von Zeitgenossen der Jahre 33-45 kennt.


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26.09.2015 um 21:31
@Doors

Ja, du guter Samariter. Auch ich engagiere mich schon lange in einer Menschenrechtsorganisation. Das hat leider wenig mit Politik zu tun, sondern fällt in den Bereich des gesellschaftlichen Einsatzes und nicht der Politik.

Viele Menschen haben größere Probleme, als sich mit sowas zu befassen. Da geht es darum, über die Runden zu kommen. Nicht jeder hat die Zeit und die Mittel, sich politisch zu engagieren. Dein holzschnittartiges Bild von dem Mensch existiert nicht in der Realität. Dennoch schätze ich deinen Einsatz für die Gesellschaft.


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26.09.2015 um 21:34
@Aldaris

Ich war Zeit meines Lebens politisch aktiv, eigentlich seit den Schülertagen der späten 1960er, weil ich die Ungerechtigkeiten dieser Welt nicht widerstandslos hinnehmen wollte und will. Das fing mit Schülervertretung und Schülerzeitung an, es folgten Engagements in diversen mehr oder weniger revolutionären Organisationen und Parteien, die Arbeit mit "randständigen Jugendlichen", also Obdachlosen, Suchtkranken, Kriminellen. Ich habe in meiner Jugend und auch noch später mein Geld und meinen Urlaub gespart, um in Alternativblättchen über die Lebenssituation von Menschen in Kriegsgebieten wie Libanon, Nordirland oder Nicaragua zu berichten. Ich konnte auch nichts richtig praktisches, ausser dem, was man als Hafenarbeiter halt so lernt. Eigentlich darüber hinaus nur schreiben. Man kann alles, wenn es einem wirklich wichtig ist.

Und man kann alles mit Jobs, Familie etc. kombinieren. Es ist nur eine Frage des Wollens und der Organisation. Ich habe Dutzende Jobs gehabt, vom Hafenlöwen bis zum mittleren Management in einem internationalen Medienunternehmen, die entweder körperlich anstrengend waren (Doppelschicht Kaffeesäcke rauskloppen) oder nervlich anstrengend (zähe, aber entscheidende Verkaufsverhandlungen auf Englisch), mitunter auch lebensgefährlich (journalistische Tätigkeit im Libanon, in Nordirland und Nicaragua) - aber ich habe das nie als Argument gebraucht, um mich vor politischer Entscheidung, Aktivität und Verantwortung zu drücken. Drei Kinder grossziehen, eins davon zeitweilig als Alleinerziehender, eine demenzkranke Mutter bis zum Tode pflegen und sich um Haus und Hof im nordfriesischen Outback kümmern, hat mich eigentlich nie davon abgehalten, politisch mitzumischen, weil mir meine eigenen Interessen und Bedürfnisse immer zu wichtig waren, um sie an irgendwen anders wegzudelegieren.

"Ärger" (Knüppel, Knast, Jobverlust) und Arbeit bringt politisches Engagement nun mal so mit sich. Manchmal sogar Lebensgefahr - ob wohl wir hierzulande noch vergleichsweise gut dastehen. Aber sollte man deshalb die Hände in den Schoss legen und die Klappe halten? nicht mit mir!


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26.09.2015 um 21:44
@Doors

Das Problem ist, dass du deine Vita auf andere projezieren willst. Ich habe Respekt vor deiner Lebensleistung, nur sind nicht alle Menschen so wie du. Viele haben dazu keine Kraft oder es fehlt an Wissen. Das fängt schon bei der Erziehung an. Jeder kann sich gesellschaftlich engagieren und das finde ich wichtig. Was die Politik anbelangt .. das kostet viel Kraft und der Erfolg ist häufig nicht vielversprechend. Man sollte wieder den Zivildienst einführen: Für Frauen und Männer. :)


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26.09.2015 um 21:49
@Aldaris
Engagement wird schnell gebremst . Die Etablierten lenken die Neuen schnell in geordnete Bahnen. Rhetorik und Netzwerk ist alles. Wer beides nicht hat, wird schnell ausgebremst.


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26.09.2015 um 21:50
Aldaris schrieb:Man sollte wieder den Zivildienst einführen: Für Frauen und Männer. :)
Ich bin gegen Zwangsarbeit und Billiglohn!


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 21:53
@Doors

Nach der Schule ein Jahr was für die Gesellschaft tun, halte ich für sinnvoll. Außerdem wird das gar nicht so schlecht bezahlt. Mir hat es bei der Orientierung vor dem Studium geholfen.


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Chefheizer
ehemaliges Mitglied

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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 21:53
Aldaris schrieb:Was die Politik anbelangt .. das kostet viel Kraft und der Erfolg ist häufig nicht vielversprechend.
Ich hab mich während meiner Studi-Zeit auch durch mehrere Parteien probiert und fand alle mehr oder weniger langweilig bis heuchlerisch. Da war jedenfalls nichts mitreissendes dabei, schon gar nicht das Gefühl etwas bewegen zu können - bis auf das eigene Ego vielleicht.


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Warum wählen die Deutschen CDU und SPD?

26.09.2015 um 21:56
@Chefheizer
Genau so ist es. Es gibt überall schon Akteure, die das Feld besetzen. Die Organisationen sorgen schon dafür, dass man den Spaß am Engagement wieder verliert.


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26.09.2015 um 21:58
Ich klinke mich einfach mal hier ein...
Diese Frage möchte ich gern einmal zur Diskussion stellen:

Warum wählt die Mehrheit der Deutschen seid Jahrzehten CDU und SPD?
Das habe ich mich auch schon gefragt. Es wird wohl daran liegen, dass diese zwei Parteien die Gängigsten sind, über die jeder bescheid weiß und deren Wahlprogramm am ehesten zu den Wählern passt.
Andere Parteien stellen sich ziemlich ungeschickt an, finde ich. Das meine ich aber nicht negativ.


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26.09.2015 um 21:58
@Inspektor

Es muss ja nicht immer eine Partei sein.

Aber ich seh' schon: Eine Ausrede für eigene politische Untätigkeit findet sich immer. Was eigentlich glaubt Ihr, verändert sich, wenn Ihr nichts verändert?


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26.09.2015 um 22:00
@Chefheizer

Ich habe einen Bekannten, der seit jeher sehr engagiert ist in der Politik. Hat schon im Bundestag gearbeitet, war früher in der CDU und ist jetzt in der Afd. Der küsst nur Popos und hat mir öfter erzählt, dass das alles wie Vetternwirtschaft funktioniert. Und wenn man aufsteigt, geht es eh nur noch darum, den richtigen Leuten zu gefallen.


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