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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

6 Beiträge, Schlüsselwörter: Türkei, Kurden, Aleviten, Ismail Besikci
Diese Diskussion wurde von Merlina geschlossen.
Begründung: Keine Diskussionsgrundlage. Das liest sich eher wie ein Newsticker. Würde auch gut in ein Blog passen, oder eben in bereits vorhandene Threads
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Heval
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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 15:51
"Die Ehre der Wissenschaft in der Türkei" soll wieder ins Gefängnis
Prozess soll Kurden-Experten Besikci zum Schweigen bringen

Als "skandalösen Versuch, eine kritische Stimme für die Kurden zum Schweigen zu bringen", hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den geplanten Prozess gegen den international renommierten türkischen Soziologen und Buchautoren Ismail Besikci bezeichnet. Er soll sich von Mittwoch an in Istanbul vor der 11. Strafkammer für besonders schwere Verbrechen verantworten. Dem bekannten Kurden-Experten wird vorgeworfen, für die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) Propaganda betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von insgesamt achteinhalb Jahren. "Doch Besikci beschäftigt sich rein wissenschaftlich mit der Lage der 15 Millionen Kurden in der Türkei. Ihn dafür zu bestrafen, ist reine Willkürjustiz", sagte GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido. Besikci hatte im Rahmen seiner Forschungen in der türkischsprachigen Zeitschrift "Unser Zeitalter" den wissenschaftlichen Beitrag "Nationale Selbstbestimmung und die Kurden” veröffentlicht. Dem Herausgeber der Zeitschrift, Zeycan Balci, drohen ebenfalls achteinhalb Jahre Haft.

Wegen seiner kritischen Veröffentlichungen über die Verfolgung und Diskriminierung der Kurden wurde Besikci in den vergangenen vier Jahrzehnten zu insgesamt 100 Jahren Haft und einer Geldstrafe von zehn Milliarden Lira (rund 5,1 Milliarden Euro) verurteilt. Acht Mal hat er eine Strafe tatsächlich antreten und deshalb insgesamt 17 Jahre in türkischen Gefängnissen verbringen müssen. Ihm war u.a. die "Gründung einer geheimen Ein-Mann-Organisation" vorgeworfen worden. 32 seiner 36 Bücher, die sich nicht nur der kurdischen Frage, sondern auch der Verfolgung der religiösen Minderheiten der Aleviten, Yeziden oder der armenischen syrisch- und griechisch-orthodoxen Christen widmen, waren oder sind in der Türkei verboten.

Türkische, kurdische und andere Intellektuelle haben weltweit eine Kampagne zur Unterstützung von Ismail Besikci unter dem Motto "Bilimin Namusa yalniz basina degildir!" (Die Ehre der Wissenschaft wird nicht allein gelassen!) gestartet. Die GfbV unterstützt diese internationale Aktion. Die in Göttingen ansässige internationale Menschenrechtsorganisation wird sich in den nächsten Tagen an deutsche Politiker und Parteien wenden mit der Forderung, Druck auf die Regierung in Ankara auszuüben, das Verfahren gegen den Soziologen einzustellen. Die GfbV hat in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder auf die Parteilichkeit der türkischen Justiz aufmerksam gemacht.


https://gfbvberlin.wordpress.com/2010/08/10/rede-von-ismail-besikci-vor-der-istanbuler-11-strafkammer-fur-besonders-schw...

http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2330&stayInsideTree=1&backlink=volk.php?id=29


Was sagt ihr dazu? Die "demokratische" Türkei versucht immer noch das Kurden Problem zu vertuschen und möchte kein großes aufsehen erregen. Wieso werden Intellektuelle verurteilt, weil sie über Themen reden die der Türkei nicht passen und werden mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Themen die nicht anzusprechen sind werden immer häufiger als Delikt.
Erinnern wir uns an Orhan Pamuk oder Hrant Dink, der mit seinem leben zahlen musste.
W


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Heval
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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 15:57
Orhan Pamuk wurde weil er er über das Kurdenproblem und über den Völkermord an den Armenier gesprochen hat verurteilt.
Der türkische Berufungsgerichtshof in Ankara bringt den ersten und einzigen Nobelpreisträger des Landes erneut wegen unbotmäßiger Äußerungen zur Armenierfrage vor Gericht. Orhan Pamuk muss sich demnächst vor einem Gericht im Istanbuler Stadtteil Sisli in einem Schadensersatzprozess verantworten, weil er vor vier Jahren öffentlich feststellte, dass in der Türkei 30.000 Kurden und eine Million Armenier ermordet worden seien. Damit habe Pamuk die Persönlichkeitsrechte türkischer Staatsbürger verletzt, befanden die Berufungsrichter jetzt und gaben sechs rechtsradikalen Klägern recht.
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/orhan-pamuk-soll-fuer-armenier-aeusserung-zahlen/1612724.html

Das ist auch nicht seine erste Gerichtsverhandlung gewesen. Es wurde ein Anschlag auf ihn verübt, der gehindert werden konnte.

pamuk pressconf3 photo


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Heval
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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 16:00
Hrant Dink
Hrant Dink wurde wegen „Agos“ unzählige Male vor Gericht gestellt, aus nichtigen Anlässen, wie international kritisiert wurde. Mehrfach wurde er wegen „Beleidigung des Türkentums“ vor Gericht zitiert, wie vor ihm auch der Träger des Literaturnobelpreises Orhan Pamuk. So wurde er im Oktober 2005 wegen angeblicher rassistischer Äußerungen gegen Türken angeklagt, da einer seiner Artikel impliziere, türkisches Blut sei „giftig“. Tatsächlich hatte Dink in dem fraglichen Artikel die Diaspora-Armenier dazu aufgerufen, sich von ihrem Hass auf die Türken zu befreien, der ihr Blut vergifte, und dieses „vergiftete Blut“ durch das „reine Blut“ einer normalen Beziehung zu ihrem Heimatland Armenien zu ersetzen. Aus dem Kontext gerissen, wurde der entsprechende Satz dahingehend missgedeutet, das Blut der Armenier sei durch den türkischen Anteil daran vergiftet worden. Entgegen dem Rat einer juristischen Sachverständigenkommission[3] wurde Dink aufgrund dieser Interpretation zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.[4][5] Seine Berufung wurde 2006 vom obersten Gerichtshof der Türkei abgewiesen. Drei weitere Verfahren waren bei seinem Tod noch anhängig, unter anderem weil er geschrieben hatte, dass der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich dazu geführt habe, dass ein Volk, das 4000 Jahre auf diesem Boden gelebt hat, ausgemerzt worden ist.[6] Mit der Verurteilung erhielten die Angriffe auf Hrant Dink offiziellen Rückhalt, resümierte die NZZ.[7] Dink zog daraufhin im Oktober 2006 vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, vor einer Entscheidung wurde er jedoch ermordet.[8] In seinem letzten Artikel in der Zeitung „Agos“ beschreibt Dink, wie er von „bestimmten Kräften“ zur Zielscheibe gemacht und seine Äußerungen instrumentalisiert worden seien, und beklagt u.a., dass Personen wie der bekennende Nationalist und Rechtsanwalt Kemal Kerinçsiz ihn ständig mit neuen Prozessen überzögen, die Justiz in der Türkei nicht unabhängig sei und er mit Drohbriefen übersät werde.[9][10]

Wikipedia: Hrant_Dink

Am Ende wurde er von Nationalisten die den grauen Wölfen angehören (MHP, Bozkurt) auf offener Straße erschossen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,461767,00.html

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Heval
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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 16:08
http://www.stern.de/kultur/buecher/tuerkische-schriftsteller-geliebt-und-verfolgt-642696.html
Doch vor zwei Jahren, im Herbst 2006, brachte eines dieser Bücher Elif Shafak vor Gericht. Vorgeworfen wurde ihr die "Beleidigung und Verunglimpfung des Türkentums" nach Paragraf 301, jenem berüchtigten Gesetzesartikel, mit dem auch Nobelpreisträger Orhan Pamuk in Konflikt geriet und nach dem der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink vor seiner Ermordung im Januar 2007 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Ein Paragraf, der die Meinungsfreiheit einschränkt. Der dafür sorgt, dass Schreiben in der Türkei eine politische Angelegenheit ist.
Im Fall von Elif Shafak reichten schon die Äußerungen einer Romanfigur: In ihrem Buch "Der Bastard von Istanbul" spricht Armanoush, eine stolze Halb-Armenierin, im Zusammenhang mit der Vertreibung und Ermordung ihres Volkes von "türkischen Schlächtern" und vom "Genozid". Elif Shafak wurde deswegen von Ultranationalisten angezeigt. Vor dem Gerichtssaal brannten ihre Fotos, während sie im Krankenhaus gerade ihr erstes Kind zur Welt brachte. Sie wurde freigesprochen, ging aber eine Zeit lang nur mit Personenschutz aus dem Haus.
Viele politische Aktivisten ihrer Generation seien im Lauf der Jahre müde geworden, sagt Baydar. Von einem dieser kampfesmüden Intellektuellen handelt ihr Roman "Verlorene Worte": Ömer, ein ausgebrannter Schriftsteller, erlebt in Ankara ein Attentat, bei dem ein kurdisches Mädchen verletzt wird. Er reist in den Osten der Türkei, nach Kurdistan, und beginnt, über den Krieg zu schreiben, während seine Ehe und Familie langsam auseinanderdriften. "Es geht um die verschiedenen Formen von Gewalt und Unterdrückung: Eltern gegenüber Kindern, Männer gegenüber Frauen", sagt Oya Baydar. Der Krieg in Kurdistan bildet den politischen Hintergrund des Buches. "Wir müssen die Identität und Rechte der Kurden anerkennen. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität."


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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 16:15
Aber die Türkei muss doch UNBEDINGT und UM JEDEN PREIS in die EU....


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Türkei: Haftstrafen für "verbotene Themen"

25.08.2010 um 19:56
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In der Türkei ist es eben so, dass man für "Beleidigung und Verunglimpfung des Türkentums" in den Knast kommen kann. Dazu gehört es natürlich auch, wenn man einfach nur die Wahrheit sagt.
Heval schrieb:Wegen seiner kritischen Veröffentlichungen über die Verfolgung und Diskriminierung der Kurden wurde Besikci in den vergangenen vier Jahrzehnten zu insgesamt 100 Jahren Haft und einer Geldstrafe von zehn Milliarden Lira (rund 5,1 Milliarden Euro) verurteilt.
Bei den Urteilen wird die Türkische Regierung wohl Necromanten anheuern müssen um seine arme Seele auch nach dem Tod zu quälen.


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