philae schrieb:Meistens schon. Zumindest, so lange man mit den Nachbarn klar kommt, und das Umfeld sich nicht zum Negativen ändert.
Sonst wird es schnell zum Klotz am Bein.
Vielleicht bin ich da auch ignorant oder anders naiv unterwegs aber ich denke mir immer, wenn ich mich nicht wirklich dauerhaft an einem Ort mit einer Familie oder als Paar oder auch alleine wo niederlassen will oder einen gewissen physischen Raum will, so wäre Mietverhältnis immer praktischer als sich einen Betonklotz ans Bein zu binden der als Wertanlage (hier allerdings: Wertverlust mit der Zeit? Vom Haus zumindest, Grund selbst, weiß ich nicht, bin da kein Experte, könnte auch im Wert steigen aber das Haus selbst verliert ja eher an Wert durch Abnutzung) ggf. noch dienlich wäre, aber halt physisch bindet. Hab auch schon wohlhabende Leute gesehen die am Ende wieder verkaufen weils denen im hohen Alter zu viel war.
Ich denk mir einfach als höchstwahrscheinlich single oder in Paarkonstellation verbleibende Person: Warum soll ich mir einen Betonklotz mit großem Kredit (anders wäre es wohl auf einen Schlag nicht finanzierbar da finanziell die Summe nicht realistisch erreicht werden kann zu Lebzeiten mit regulärem Einkommen) ans Bein binden, mit einer hohen Investitionssumme und langem abbezahlen wenn ich auch zur Miete geregelter und flexibler und räumlich weniger gebunden leben kann?
Ich bin mittlerweile in nem Alter wo sich Hauskauf rechnerisch gar nicht mehr wirklich lohnt ausser man kommt zu viel Geld (finanzielle Investitionen oder Lotto oder gut geerbt/einkommensstarke Partnerin) weil es bei jetzigen noch guten Mietkosten günstiger ist, ein halbes Jahrzehnt zur Miete zu leben. Ab dann nippel ich eh ab. Annahme/Hausnummer ist hier ein Kaufpreis all inklusive von 500.000. Vermutlich zahlt man eher mehr für gewisse Lagen und Größen. Ergo noch unlukrativer für meine eigene jetzige Konstellation und Erwartungshaltung.
Das ist natürlich meine eigene beeinflusste subjektive Sicht. Andere könnten vielleicht eher positive Aspekte einem Hauskauf abgewinnen und bei entsprechendem Willen und dem vorhandenen Geld eben auch präventive Aspekte ableiten, Freiheit im Eigenheim, whatever. Steuern musste aber auch immer noch abdrücken und Fixkosten bedienen. Es ist am Ende natürlich individuell aber ich glaube man kann in den neueren Generationen diesen fast programmierten "Lebenssinn" des Hauskaufs/Eigenheims langsam tilgen weil er nicht mehr realistisch ist - nicht mehr wie vor X Jahrzehnten zumindest.
Wenn ich irgendwann gerade so ne halbe Mille zusammenkratzen würde, würde ich vmtl. eher weiter auf Mietverhältnisse setzen. Aber das ist halt meine Sicht. Für Familienplanung und weitervererben kann Besitz natürlich auch wieder sehr sinnvoll sein. Aber ich will damit sagen, dass es glaube ich nicht mehr zwingend der ultimative Traum der Selbstverwirklichung für alle ist.
Allein die Flexibilität umziehen zu können ist bei Mietverhältnissen im Schnitt größer, auch wenn man theoretisch auch sein "Betongold" vermieten könnte. Ich bleibe aber erst mal eher grundskeptisch was Hauskauf angeht, respektive ordne dem in meinem eigenen Leben nicht die höchste Priorität ein. Würde ich die Gelder zusammenkratzen würde ich diese eher anderweitig investieren und auf flexiblere Mietverhältnisse setzen aber das muss am Ende ja jede Person aus ihrer jeweiligen Lage und Konstellation selbst priorisieren und abwägen. Kann halt für manche mehr pros, für andere mehr cons beinhalten.