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Euer Verhältnis zum Kommunismus

5.091 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kommunismus, Sozialismus, Gesellschaftsform ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 12:44
@kleinundgrün
Die Bandbreite reicht sicherlich von überhaupt keine Regulation (Haltung der Trusts und Konzerne) bis zu?


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 12:49
Zitat von aberdeenaberdeen schrieb:Die Bandbreite reicht sicherlich von überhaupt keine Regulation (Haltung der Trusts und Konzerne) bis zu?
Theoretisch ja. Aber praktisch muss ein Interessenausgleich stattfinden, der die Vor- und Nachteile beider Seiten gegeneinander abwägt und im Idealfall eine vergleichbare Belastung aller Beteiligten gewährleistet.
Dss ist natürlich nicht umfänglich möglich. Lediglich eine Annäherung an diesen Zustand kann man erreichen.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 12:54
das bräuchte es alles nicht, wenn alle an einem unternehmen beteiligten nach einem vergleichbaren mass an eingebrachter leistung einen gerechten lohnt bekämen. leider nehmen sich manche wichtiger als andere, und wollen mehr -oft auch ohne vernünftige begründung- und hier fängt der ärger an


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 13:08
@rockandroll
Du wirst die "Eigentumgsfrage" auf. Sehr gut.

@kleinundgrün
Sorry, aber ist das nicht ein wenig zu optimistisch, wenn man sieht, wie "die Finanzmärkte" mit der Politik Schlitten fahren?


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 16:35
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:die Interessen der Bevölkerung werden dadurch eher geschmälert,
Gut, wenn man etwas aus eigener Erfahrung beitragen kann:
Jedenfalls ist es machbar, nicht täglich Unmengen von Lebensmitteln wegzuschmeißen, weil Regale und Theken bis Ladenschluss voll sein müssen.
Man muss nicht jeden Tag ALLES essen können.
Das nenne ich einfach:
Von einem Extrem direkt ins andere Extrem !

Das Wecken von Bedürfnissen ist aus global-ökologischer Sicht schizophren !
Ein System, das darauf basiert, ebenso !

eckhart schrieb:
Planwirtschaft ist also auch im Kapitalismus äußerst beliebt.

beinhaltet "Planwirtschaft" nicht eigentlich auch das Bestreben, mittels eines "Gesamtplanes" die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken?
Planwirtschaft ist also auch im Kapitalismus äußerst beliebt, aber total an der falschen Stelle !


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

21.02.2014 um 17:14
Planwirtschaft ist also auch im Kapitalismus äußerst beliebt, aber total an der falschen Stelle !
Das stimmt. Eine EU-Kommission, die Defizit- und Wachstumsziele für die einzelnen Staaten festsetzt über einen 5-Jahresplan hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun. Der Euro muss über kurz oder lang in die Planwirtschaft münden, weil hier einfach, ähnlich wie in der Sowjetunion, viele Völker mit unterschiedlichen Voraussetzungen, eine Währung teilen, über deren Stabilität eine Institution wachen soll.


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22.02.2014 um 11:36
@Simowitsch
Zumindest ist es interessant, dass an bestimmten Stellen und sehr interessengeleitet auch solche, aus liberaler Perspektive, Teufelswerkzeuge zum Einsatz kommen können.


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24.02.2014 um 11:01
Zitat von aberdeenaberdeen schrieb:Sorry, aber ist das nicht ein wenig zu optimistisch, wenn man sieht, wie "die Finanzmärkte" mit der Politik Schlitten fahren?
Als "Schlittenfahren" würde ich das nicht bezeichnen. Ich denke, dass keiner hier von den Auswirkungen finanzpolitischer Entscheidungen genügend Ahnung hat, um da Entscheidungen qualifiziert beurteilen zu können.
Ich persönlich bin diesbezüglich ein Verfechter von mehr Transparenz - wobei auch das nicht nur Vorteile hat.
Jedenfalls ist es machbar, nicht täglich Unmengen von Lebensmitteln wegzuschmeißen, weil Regale und Theken bis Ladenschluss voll sein müssen.
Natürlich. Aber menschliche Bequemlichkeit und Lebensweise sind recht starke Kräfte.
Zitat von eckharteckhart schrieb:Das Wecken von Bedürfnissen ist aus global-ökologischer Sicht schizophren
Schon richtig. Allerdings sind Bedürfnisse ein enormer Triebmotor. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir ohne unsere Bedürfnisse, die über die reine Lebenserhaltung und Fortpflanzung hinaus gehen, noch in den Höhlen leben würden.


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24.02.2014 um 16:42
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb: Allerdings sind Bedürfnisse ein enormer Triebmotor.
Schon richtig.
Aber brauchen unsere Triebe wirklich Motoren ?
Nichts gegen Triebe.
Aber manchmal stehen Triebe extrem dem Wissensdurst entgegen.
Triebhaftes Handeln zerstört oft genug, was man hätte besser wissen können -wenn da der Trieb nicht wäre-
Also Triebe, da wo sie hingehören,
wie handeln wir denn heute groß anders, als Höhlenbewohner oder als Jäger und Sammler ?

Die Nutzung unser aller Gehirne ist noch auf dem Stand, als würden wir mit einem Gigaliner unseren Wochendeinkauf transportieren ... fast unbenutzt, das Ding.
Das kriegt man auch mit Trieben nicht sinnvoller genutzt.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

24.02.2014 um 16:50
Zitat von eckharteckhart schrieb:Aber brauchen unsere Triebe wirklich Motoren ?
Ich habe blöderweise einen falschen Begriff gewählt - ich wollte eigentlich "Triebfeder" schreiben. "Triebmotor" ist eher eine Tautologie und passt nicht so recht zu dem, was ich ausdrücken wollte.
Zitat von eckharteckhart schrieb:Das kriegt man auch mit Trieben nicht sinnvoller genutzt.
Triebe sind eher Anreize. Also Möglichkeiten, unsere Faulheit zu überwinden. Oder nicht?

Unser Gehirn ist sicherlich zu einer Menge fähig - doch oftmals wollen wir nicht. Ich denke, bei Vielen ist es nicht das "nicht können" als eher das "nicht wollen", das ein besseres Nachdenken verhindert.
Nur ist das "nicht wollen" eben ein Teil von uns.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

24.02.2014 um 17:12
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Triebe sind eher Anreize. Also Möglichkeiten, unsere Faulheit zu überwinden. Oder nicht?
Kommt auf die Art des Triebes an.
Die allermeisten Menschen, die ich kenne, verspüren eher einen Trieb nach Entschleunigung.
Dem ein verdammter von außen kommender Antrieb leerer Versprechungen entgegensteht.


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24.02.2014 um 18:01
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Triebe sind eher Anreize. Also Möglichkeiten, unsere Faulheit zu überwinden. Oder nicht?
Im Prinzip ist auch das Bedürfnis nach Geborgenheit und sozialer Stabilität ein "Trieb". Die Motivation im Sozialismus/Kommunismus liegt darin diesen "Trieb" zu stillen, durch gemeinschaftlichen Teamgeist der keine Grenzen und Nationen mehr kennt. Dabei wird der Ego-Trieb reduziert, nicht gänzlich abgeschaltet aber umgewandelt in für die Gemeinschaft nützliche Tätigkeiten. Den Aspekt der Selbstbestimmung und auch Selbstverwirklichung (was auch eine Art Trieb ist) findet man dann mehr im Anarchismus, kombiniert mit der sozialen Komponente.

Es geht nicht darum Triebe und ihre Energien zu unterdrücken, es geht darum sie in nützliche Energien umzuwandeln. Im Prinzip ist das Geben und Nehmen in einer guten Freundschaft schon ein Mikrokommunismus.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 09:08
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Im Prinzip ist das Geben und Nehmen in einer guten Freundschaft schon ein Mikrokommunismus.
Stimmt.

Aber ich zweifle eben daran, dass sich Systeme, die im Kleinen funktionieren, auf größere Systeme stets übertragen lassen.

Bei einer Freundschaft hast Du einen unmittelbaren Nutzen, wenn Du etwas für diese Freundschaft hergibst. Du siehst, wie sich Dein Freund freut. Du festigst ein Band, von dem Du in Zukunft vielleicht ebenfalls profitieren wirst. Dir wird unmittelbar der Nutzen Deines Handelns zum Gemeinwohl vor Augen geführt.
Ich bin einigermaßen überzeugt, dass das Handeln zum Gemeinwohl innerhalb kleinere Gruppen ein evolutionärer Vorteil für den Einzelnen ist und dass dieses Handeln durchaus auch egoistische Grundbedürfnisse befriedigt.

In einem System, das weitestgehend anonym ist, fehlt diese Unmittelbarkeit. Zudem ist es stets problematisch, wenn ich eine Tätigkeit ausführe, die auch Tausend andere tun oder tun können. Denn dann kann ich mich wesentlich einfacher "überzeugen", dass ich als Einzelperson gar nicht so wichtig für das Funktionieren des Ganzen bin. Ich kann meiner eigenen Trägheit mit wesentlich besserem Gewissen nachgeben, als in einer Umgebung, in der mein Handeln direkt für das Gelingen verantwortlich ist.

Daher funktionieren solche Systeme in kleinen Gruppen (Freundschaften, Kommunen) recht gut. Weil jeder jeden kennt und weil jeder seinen Beitrag zum Allgemeinwohl direkt nachvollziehen kann.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 09:26
Spontan würde ich sagen, dass Menschen ja kreativ und durchaus veränderbar sind. Die Geschichte beweist das ja zur Genüge.

Lässt sich aus der Tatsache, dass der Kapitalismus oder die Markwirtschaft (wenn das besser gefällt) heute den größten Teil der Gesellschaften erfasst und durchdrungen hat irgendetwas folgern? Ja, irgendetwas wird "schon dran" sein.

Aber ist der Kapitalismus damit schon das "Ende der Geschichte"? Wohl kaum. Warum sollte das auch so sein? Es bleibt vielmehr zu erwarten, dass nach dem dialektischen Prinzip des Umschlags von Quantität in Qualität sich der Kapitalismus u. a. auch dadurch verändern wird, dass er sich weiter verbreitet. Effekte dieses Prozesses und erste Anzeichen hiervon lassen sich m. E. auch bereits beobachten. Stichwort: Internet.

Weiterhin ist noch zweierlei anzumerken: geschichtlich gesehen, gibt es keine Möglichkeiten zu einem dauerhaften "Roll-back". Damit meine ich, dass es bei der Entwicklung von Gesellschaften zwar schon Rückschläge und Rückwärtsentwicklungen sind, diese sind aber nicht mehr dauerhaft möglich. Daher waren die "modernen" Diktaturen wie der deutsche und italienische Faschismus zum Scheitern verurteilt. Letztlich gilt dieser Gedanken wohl auch für die ehemaligen Ostblock-Länder. Es gibt also kein dauerhaftes Roll-Back hinter den Stand der freiheitlich orientierten "bürgerlichen" Demokratie.

Jetzt braucht man sich nur noch die Frage zu stellen, was wird als nächstes kommen und den Kapitalismus und die "bürgerliche" Demokratie ersetzen?

Der Mensch an für sich trägt nichts in sich, was ihn für die eine oder andere Gesellschaftsordnung besonders befähigen oder behindern würde. Die geschichtliche Entwicklung und die - mittlerweile muss man fast sagen - ehemals kulturelle Vielfalt beweist das.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 11:33
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Stimmt.

Aber ich zweifle eben daran, dass sich Systeme, die im Kleinen funktionieren, auf größere Systeme stets übertragen lassen.
Zweifel und Skepsis hat jeder Mensch, doch vorab schon etwas zu verneinen ist eben so irrational wie Übereifrigkeit. Der Witz ist ja das dies kein "System" mehr ist um das es da geht, es ist mehr einfach nur noch eine Solidargemeinschaft die auf Wechselwirkung und Austausch basiert. Dabei wäre ein vitaler Freundeskreis, eine Kommune, eine Familie und eine Genossenschaft nur die kleineste Einheit, alles andere wäre nur noch mit einer effektiven Vernetzung und Infrastruktur verbunden, ohne den Umweg über höhere Instanzen und Institutionen zu gehen die eh mehr einem Selbstzweck unterliegen. Welche der bestehenden Parteien ist nicht mehr mit sich selbst beschäftigt als mit dem was wirklich im Interesse des Volkes wäre? Das Problem liegt immer bei der Anhäufung von Macht und Kapital.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Bei einer Freundschaft hast Du einen unmittelbaren Nutzen, wenn Du etwas für diese Freundschaft hergibst. Du siehst, wie sich Dein Freund freut. Du festigst ein Band, von dem Du in Zukunft vielleicht ebenfalls profitieren wirst. Dir wird unmittelbar der Nutzen Deines Handelns zum Gemeinwohl vor Augen geführt.
Ich bin einigermaßen überzeugt, dass das Handeln zum Gemeinwohl innerhalb kleinere Gruppen ein evolutionärer Vorteil für den Einzelnen ist und dass dieses Handeln durchaus auch egoistische Grundbedürfnisse befriedigt.
Eben NICHT! Das ist ja das wichtigste bei einer Freundschaft, das man sich selbst nicht mehr über andere stellt, das führt dann wieder in eine Pseudofreundschaft. Menschen mit einer antisozialen Haltung werden nur selten gute Freunde haben und das Gemeinwohl leidet meist unter ihrer Eigensinnigkeit. Man muss sich gewiss nicht selbst aufgeben, man sollte nur nichts von anderen erwarten, man sollte einfach selbst spüren ob man jemanden so sehr vertrauen kann, das man auch etwas selbstloser werden kann. Tatsächlich liegt der Schlüssel zur Selbstlosigkeit in der Selbsterkenntnis. Menschen die sich selbst nicht kennen und irgendwelchen Illusionen hinterher jagen um nur ihre eigenen Interessen durchzusetzen begehen den Fehler den sie am Ende ihres Lebens alle bereuen werden. Schau dir mal Gespräche mit Menschen an die im Sterben liegen und nur für ihre Kariere gelebt haben, das Leben als reinen Selbstzweck begriffen haben, die sind meist seelische Wracks, abgestumpft und ausgebrannt.

Die Natur und Evolution ist unsere Basis für jede Entwicklung, jedoch ist der Mensch in der Lage sich über seine tierische Natur bewusst zu werden und kann auch Selbsterkenntnis erlangen, man wird merken das die soziale Komponente weit wichtiger ist als eine egozentrische. Allein ist man isoliert und hat nur wenig Kraft etwas zu bewirken und zu verändern. Erst die Vernetzung schafft das und diese würde aus vielen "kleinen" Kommunismen einen großen, anarchischen schaffen, bei dem sich Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstlosigkeit die Waage halten. Keines muss dafür aufgeben werden, nichts sollte unterdrückt werden, es sollte einfach nur rationaler und sozialer werden. Isolation schafft soziale Kälte, Egoismus ist die Höchstform von Isolation und eben dieser sozialen Kälte. Man sollte das nicht durch eine kapitalistische Ellenbogengesellschaft belohnen, man sollte es bekämpfen oder zumindest lernen es zu kontrollieren, nicht mehr der Diktatur des Egos zu unterwerfen. Wie gesagt am Ende auf dem Sterbebett, wenn Egoisten völlig allein sterben, sie merken was für Leid sie sich selbst und anderen geschaffen haben, nur die wenigsten werden diese Welt mit einem Lächeln oder Zufriedenheit verlassen, es sei denn sie waren Sadisten und hatten Freude am Leid anderer.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Daher funktionieren solche Systeme in kleinen Gruppen (Freundschaften, Kommunen) recht gut. Weil jeder jeden kennt und weil jeder seinen Beitrag zum Allgemeinwohl direkt nachvollziehen kann.
Das ist richtig, jedoch können sich Kommunen untereinander vernetzen, wie auch genossenschaftliche Betriebe und demokratische Räte. Eine gute Vernetzung wäre die Basis, die in der heutigen Zeit technisch schon sehr realistisch ist. Zum Teil ist es ja auch schon so, man betrachte Netzwerke von OpenSource Projekten, ehrenamtliche Organisationen, NGOs usw. sie alle sind meist in einem gut vernetzten Verbund und stehen im direkten oder indirekten Austausch. Es ist weniger eine systemische und politische Frage, es ist schlicht und einfach eine technische.
Zitat von aberdeenaberdeen schrieb:Jetzt braucht man sich nur noch die Frage zu stellen, was wird als nächstes kommen und den Kapitalismus und die "bürgerliche" Demokratie ersetzen?
Eine vernetzte, nachhaltige Bedarfsgesellschaft, wäre zumindest eine Option die man fast schon pragmatisch betrachten sollte. Es wird nicht mehr erforderlich sein dieser Gesellschaftsform einen Namen zu geben. Das ist natürlich noch eine sehr idealistische Hoffnung aber man soll ja niemals nie sagen ;)


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 11:34
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Eine vernetzte, nachhaltige Bedarfsgesellschaft, wäre zumindest eine Option die man fast schon pragmatisch betrachten sollte. Es wird nicht mehr erforderlich sein dieser Gesellschaftsform einen Namen zu geben. Das ist natürlich noch eine sehr idealistische Hoffnung aber man soll ja niemals nie sagen
Ist sie denn so idealistisch? Ich würde sagen: warten wir es doch mal ab ...


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25.02.2014 um 11:46
Zitat von eckharteckhart schrieb:Eben NICHT!
Ideell gesehen nicht. Aber der Grund, warum es so etwas wie Freundschaft überhaupt gibt (warum es ein evolutionärer Vorteil ist), ist, dass auch der Gebende profitiert. Eben später, wenn er in Not ist.
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:man sollte einfach selbst spüren ob man jemanden so sehr vertrauen kann, das man auch etwas selbstloser werden kann
Aber genau das setzt ja die nähere Kenntnis des anderen voraus. Solange ich in der Zeitung lese: "A bringt B um" oder "A betrügt B" oder "A erschleicht Leistungen von B", wird mein Vertrauen in mir unbekannte Menschen stets erschüttert. Ich sehe dann, wenn ich selbstlos bin, ist es ein anderer vielleicht (oder eher wahrscheinlich) nicht.
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb: man betrachte Netzwerke von OpenSource Projekten
Aber auch hier gibt es zum einen Belohnungen (man erhält Lob, man wird als Mitwirkender genannt, andere verlassen sich auch einen) und zum anderen schließt man sich so einem Projekt nur an, wenn das Projekt einem am Herzen liegt. Wenn man möchte, dass es voran geht und man für diesen Wunsch auch persönliche Nachteile erträgt.
Aber wenn man in ein System faktisch "gezwungen" wird - in die Gesellschaft wird man hineingeboren - realistisch betrachtet kann man kaum sagen, ich wandere aus, weil mir das Projekt BRD nicht so recht gefällt, so dass ich auch nicht unbedingt eigene Nachteile für deren Fortbestehen opfern möchte.

Natürlich kann man argumentieren, dass gerechtere Systeme auch mehr Zuspruch erfahren. Aber was ist mit denen, die sich dennoch benachteiligt fühlen (ohne es vielleicht zu sein)? Werden die ausgewiesen? Gezwungen mitzumachen (und wenn ja, wie)?


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 13:17
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Ideell gesehen nicht. Aber der Grund, warum es so etwas wie Freundschaft überhaupt gibt (warum es ein evolutionärer Vorteil ist), ist, dass auch der Gebende profitiert. Eben später, wenn er in Not ist.
Wenn man mit dieser Erwartungshaltung lebt, dann ist man tatsächlich eigennützig, denn dann betrachtet man Freundschaft als nichts anders als ein Kredit- und Zinsmechanismus. Mit anderen Worten eine kapitalistische Form der Freundschaft. Hat man diese Erwartungshaltung besteht immer das Risiko einer Enttäuschung, wenn man gegeben hat und die Erwartung enttäuscht wurde das der andere nicht zurückgeben konnte (wann und was auch immer). Das kann entweder ein Zeichen für die eigene Eigennützigkeit oder die des Gegenüber.

Aus dem Grund hab ich keine Erwartungshaltung mehr, denn diese ist der Quell für jede Form der Enttäuschung und am Ende auch der Quell für das Kreditwesen, das ja eben auch auf der Erwartung der Rückzahlung basiert. Ich kenne keine gute Freundschaft die auf diesem Prinzip basiert, die nicht irgendwann in die Brüche gegangen ist weil die gegenseitige Erwartungshaltung zu hoch war, gleiches gilt auch für eine Beziehung und für eine Familie, ebenso für Kollegen und Genossen.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Aber genau das setzt ja die nähere Kenntnis des anderen voraus. Solange ich in der Zeitung lese: "A bringt B um" oder "A betrügt B" oder "A erschleicht Leistungen von B", wird mein Vertrauen in mir unbekannte Menschen stets erschüttert. Ich sehe dann, wenn ich selbstlos bin, ist es ein anderer vielleicht (oder eher wahrscheinlich) nicht.
Das ist nur ein Zeichen dafür das du dich zu stark von Medien beeinfluss lässt im selbstständigen Denken. Denn eines ist Fakt, die Medien geben den negativen Eigenschaften der Menschen eine höhere Bedeutung als den positiven Eigenschaften, weil sie die Sensationsquote nutzen. Dabei ist die überwiegende Mehrheit der Menschen weit weniger negativ als im falle deiner genannten Beispiele. Diese Medien zielen darauf ab Misstrauen zwischen Menschen zu verstärken, durch Spaltung und Quotensucht der Medien wird bewusst Manipulation betrieben. Natürlich passieren solche Dinge zwischen Menschen, doch Medien lenken den Fokus allein auf diese Ereignisse und deformieren damit die Realität. Ursachenforschung wird medial selten betrieben (außer im investigativen Journalismus).

Wenn man z.B. ständig Nachrichten der Springerpresse ließt, so ist es kein Wunder das man am Ende jedes Vertrauen in andere Menschen verloren hat, es würde mich auch nicht wundern wenn man am Ende zum misanthropischen Menschenfeind wird oder zum gleichgültigen Konsumenten.

Vertrauen muss man sich natürlich gegenseitig verdienen, das ist nichts das selbstverständlich ist, jedoch wenn wir in den Supermarkt gehen haben wir so viel Vertrauen zu gänzlich fremden Produkten, stammend aus fremden Händen das wir diese kaufen. Vertrauen ist im Prinzip eine Einstellungsfrage. Misstrauische Menschen haben meist selbst etwas wo sie sich selbst nicht vertrauen würden und projizieren dies dann auf andere Menschen. Eben das ist das Problem, viele Menschen gehen zu sehr von sich selbst aus und denken, dass alle so sind. Da ich ein ziemlich ehrlicher und offener Mensch bin, habe ich großes Vertrauen zu anderen, gleichzeitig habe ich eine sehr geringe Erwartungshaltung und werde so weit weniger negativ überrascht. Das kann hilfreich sein überhaupt einen Bezug zu anderen aufzubauen. Das ist eine intuitive Frage auch eine Frage von Menschenkenntnis. Ohne Empathie gibt es tatsächlich kein Vertrauen. Man kann sagen das alle Despoten, alle Großbanker, Monopolisten und Faschisten völlig empathielose Typen waren, bei den Adligen konnte man das auch sehen, die brauchten vor jedem Essen meist nen Vorkoster, bei denen ihnen das Leben des Vorkosters gänzlich egal war.

Diese empathielosen Antihumanen Menschen, diese Menschenfeinde, sie waren immer eine Minderheit und sie waren immer die mit dem größten Ehrgeiz, bzw. Machtbedürfnis. Diese Menschen besitzen meist auch die größten Komplexe, sie sind Teil menschenverachtender Ideologien oder haben diese erschaffen.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Aber auch hier gibt es zum einen Belohnungen (man erhält Lob, man wird als Mitwirkender genannt, andere verlassen sich auch einen) und zum anderen schließt man sich so einem Projekt nur an, wenn das Projekt einem am Herzen liegt. Wenn man möchte, dass es voran geht und man für diesen Wunsch auch persönliche Nachteile erträgt.
Es gibt zahlreiche Programmierer die gänzlich anonym etwas erstellt haben und in Umlauf gebracht haben, denen war es völlig egal ob sie sich damit selbst pushen oder nicht, die haben die reine Zweckmäßigkeit ihres Programms erkannt. Mit anderen Worten es ist ein Selbstläufer. Diese Egopusher sind dann die, die ihre Programme zu extremen Preisen auf den Markt schmeißen, sich mehr um den Kopierschutz kümmern und weniger auf die Qualität des Produkts achten als auf den Zweck zu achten. Generell sind es die Menschen die sich durch ihr und nur ihr Produkt oder gar sich selbst vermarkten, die auch die größten Feinde eines gemeinschaftlichen Nutzen ihres Erzeugnisses sind. Tatsächlich blüht die Innovation im OpenSource Sektor weit mehr als im kommerziellen Sektor, denn der basiert nicht auf Akkumulation.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Natürlich kann man argumentieren, dass gerechtere Systeme auch mehr Zuspruch erfahren. Aber was ist mit denen, die sich dennoch benachteiligt fühlen (ohne es vielleicht zu sein)? Werden die ausgewiesen? Gezwungen mitzumachen (und wenn ja, wie)?
Zwang war schon immer kontraproduktiv für Menschen, diese Option ist auch nicht die Basis für einen Kommunismus/Anarchismus, die Basis ist eben das Gewinnen von gegenseitigen Vertrauen. Menschen sind nicht statisch und sie können sich mit bestimmten Anreizen entwickeln. Es gibt immer Situationen bei denen großer Druck herrscht oder man zu etwas gezwungen ist weil es die Situation erfordert, nur entsteht dieser "Zwang" durch die Situation selbst. Man ist gezwungen zu handeln, man ist gezwungen ein Problem zu überwinden. Im Kapitalismus gibt es den Zwang bestimmte Leistungen zu erfüllen um sich einen Lebensstandard sichern zu können, in einem Kommunismus gäbe es den Zwang ein gerechte Verteilung zu schaffen. Jedoch ist der Zwang in beiden Fällen nicht systemischer Natur, er ist rein situationsbedingter Natur.

Der Irrglaube im Staatssozialismus war es, den Menschen per Gesetz oder per Jahresplan etwas aufzuzwingen, ohne die nötige Problem und Situationsanalyse zu machen. Damals gab es kaum Möglichkeiten etwas genau zu berechnen und dann wurde es eben von der Elite beschlossen. Heute kann man das durch Netzwerke gänzlich dezentral organisieren. Beim Hochwasser an der Elbe konnte man das perfekt beobachten, einzelne kleine Netzwerke haben analysiert wo und wann Hilfe gebraucht wird, die einzelnen Leute haben sich dann über das Internet informiert und haben sich an den Stellen gemeldet wo ihre Hilfe nötig war. Es gab keine Probleme bei dieser dezentralen Organisation, im Gegenteil an den Stellen wo sogar schon zu viele Helfer waren, wurde sofort nach Mängeln gesucht, man hat diese dann zu den stellen verteilt wo Hilfe nötig war. Das ist das dezentrale, anarchistische Organisationsprinzip ganz praktisch und unkompliziert. Genau das Prinzip ließe sich auch perfekt auf die Produktion übertragen. Wenn man das verstanden hat wird man auch erkennen wie unkompliziert und einfach ein Kommunismus wäre. Bisherige Systeme waren einfach noch nicht reif für einen Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus (die ich alle im Zusammenhang betrachte).

Umwege über höhere Instanzen schaffen nur Energie- und Zeitverschwendung, erst die Zentralisierung schafft diese Verkomplizierung am Ende eben auch Bürokratisierung. In der Hinsicht sind sich Kommunismus und Liberalismus sogar recht ähnlich, dabei beide auf eine Dezentralisierung aus sind.


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 13:51
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Aus dem Grund hab ich keine Erwartungshaltung mehr
Bei Freundschaften habe ich die auch nicht. Aber eben nur nicht bei Freundschaften.
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Das ist nur ein Zeichen dafür das du dich zu stark von Medien beeinfluss lässt im selbstständigen Denken. Denn eines ist Fakt, die Medien geben den negativen Eigenschaften der Menschen eine höhere Bedeutung als den positiven Eigenschaften, weil sie die Sensationsquote nutzen.
Nein, ist es nicht. Klar hast Du recht, dass Darstellungen in den Medien verzerrt sind (und ich bin mir dessen bewusst), aber so ist die Wahrnehmung der Menschen. Und wenn sie sehen, dass nicht jeder unneigennützig handelt werden sie das - in der Regel - auch nicht tun.
Es wird immer Menschen geben, die nicht systemkonform leben wollen - die ihre eigenen Bedürfnisse über die der anderen stellen. Und diese Menschen werden bewirken, dass globales Vertrauen nicht stattfindet.
Natürlich wirst Du mit Deiner geringen Erwartungshaltung selten enttäuscht - aber ist das der Regelfall? Sind Menschen grundsätzlich so in ihren Erwartungen an andere?
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb: Beim Hochwasser an der Elbe konnte man das perfekt beobachten
Auch hier muss man sich aber die Frage stellen, ob sich dieses Verhalten auf andere Lebensbereiche übertragen lässt.
Hochwasser ist eine Ausnahmesituation. So wie Erdbeben oder Überfälle oder Unfälle. Da stehen Menschen eher zusammen.
Aber wie sieht es in der Schuhfabrik aus? Wenn nun nur 100 statt 150 Schuhe produziert werden (und man eigentlich 150 bräuchte). Das ist so ein "Normalfall", bei dem gerade der Aspekt des besonderen Zusammenhalts fehlt.

Wenn man das mal auf die Elbflut überträgt: Wie viele Helfer engagieren sich jetzt noch, nachdem das gröbste vorbei ist? Gibt es immer noch genügend Hilfe für diejenigen, die noch am aufbauen sind? Oder ist es nicht eher so, dass die Elbflut ihren "Ausnahmecharakter" mittlerweile verloren hat und die Leute nicht mehr das gleiche Maß an Altruismus an den Tag legen?

Wenn man das mal mit Beispielen im kleinen Rahmen unterfüttert:
In der Nachbarschaft.
In kleineren Nachbarschaften (sowie in Dörfern und kleinen Gemeinden) findet man eher Nachbarschaften, die sich gegenseitig in größerem Umfang helfen.
In Städten und größeren Mehrfamilienhäusern leben die Menschen eher für sich, ohne in größerem Umfang für andere in der Nachbarschaft zu sorgen.
(Das ist natürlich ein Ergebnis, das aus meinen Erfahrungen beruht und daher nicht repräsentativ - aber siehst Du das anders?).


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Euer Verhältnis zum Kommunismus

25.02.2014 um 14:14
Kommunisten sind Leute die im Kapitalismus gescheitert sind und sich zu Fein sind den Fehler bei sich zu suchen. Meine zugegeben provokante Meinung.


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