Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

29 Beiträge, Schlüsselwörter: Religion, Evolution
DerMüller71
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

12.06.2018 um 19:22
@Mr.Monty

Da Spiritualität und Religion überall auf der Welt, in praktisch jeder Kultur, entstanden sind, liegt die Annahme durchaus nahe, dass solche Gedankengänge in der Natur des Menschen liegen (was ja nicht heißt, dass sie korrekt sind). Entweder weil sie einen evolutionären Vorteil versprechen oder als Epiphänomen, weil sie ein anderes Selektionskriterium begleiten, welches für unsere Entwicklung von Vorteil war (und etwaige Nachteile überwiegt).
Interessanter Artikel dazu: https://www.nytimes.com/2007/03/04/magazine/04evolution.t.html


melden
Anzeige

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

13.06.2018 um 09:45
Mr.Monty schrieb:Diese Menschen hören konstant davon dass Gott will dass sie bessere Menschen werden, sich mehr um andere kümmern, großzügiger sein sollen, zufriedener, bescheidener, etc. etc. Und das zeigt definitiv Wirkung meiner Meinung nach, diese Menschen geben mehr von allem als Atheisten die sich ja nur um sich selbst oder evt. noch Familie und Freunde kümmern müssen
Also das würde ich jetzt aber nicht so unterschreiben...

https://www.tagesspiegel.de/wissen/religion-und-altruismus-religioese-kinder-sind-weniger-grosszuegig/12568902.html


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

13.06.2018 um 13:58
@SKlikerklaker
Ein sehr interessanter Artikel.

Dieser Abschnitt hat mich an meine persönlichen Erfahrungen erinnert, die ich mit Gläubigen gemacht habe (vor allem im Internet, aber auch im realen Leben):
Die Forscher vermuten, dass sich ihre Ergebnisse zumindest teilweise auf das sogenannte „Moral Licensing“ zurückführen lassen. Demnach stärkt eine gute Tat – in dem Fall das Ausüben einer Religion – das positive Selbstbild und eigenes unmoralisches Verhalten wird weniger hinterfragt.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/religion-und-altruismus-religioese-kinder-sind-weniger-grosszuegig/12568902.html

Das es sogar eine eigene Bezeichnung für dieses Phänomen gibt, habe ich nicht gewusst.
Das erklärt vermutlich auch die Tendenz, warum nach dieser Untersuchung, die im Artikel beschrieben ist, religiöse Kinder (und Erwachsene) härtere Strafen forderten, als nicht-religiöse.


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

13.06.2018 um 14:07
Lepus schrieb:Das es sogar eine eigene Bezeichnung für dieses Phänomen gibt, habe ich nicht gewusst.
Ich auch nicht.

Ich habe einfach aufgrund der Behauptungen des TE "Altruismus und Religiosität" gegoogelt...


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

13.06.2018 um 21:35
Na auf diese Studie sollte man denn doch nicht so leicht hereinfallen.

Was für Gründe kann es wohl geben, daß ein Kind seltener als ein anderes Bock darauf hat zu teilen? Klar: wenn es zu Hause Geschwister hat und sowieso ständig teilen muß. Da isses was Besonderes, wenn man mal was nur für sich allein kriegt und die Erlaubnis bekommt, nix abgeben zu müssen. Einzelkinder hingegen haben nicht so einen Druck, für die ist Teilen ne Abwechslung. Und siehe da - in praktisch allen Staaten der Welt haben Religiöse mehr Kinder als Nichtreligiöse. Oder um es krasser zu formulieren (war kürzlich erst bei Spektrum der Wissenschaft online zu lesen): In keiner Gesellschaft der Welt kann sich der säkulare Bevölkerungsanteil durch eigene Reproduktion dauerhaft halten. Einkindfamilie ist also die Regel.

Bezeichnenderweise nimmt dieses unterschiedliche Verhalten in Sachen Teilen-Nichtteilen mit zunehmendem Alter ab. Es ist also mehr ne Sache der Entwicklungsphase als des kulturellen Kontextes.

Na, und das "Moral Licensing" ist auch so ne Interpretationssache. Ne sehr despektierliche, wenn man genauer hinsieht. Erst einmal ist es keine "schlimme Tat", etwas geschenkt zu bekommen und es für sich zu behalten. Daß andere leer ausgehen, ist zwar richtig, doch keine Notsituation, die nach Abhilfe schreit. Würde eine Probandengruppe praktisch vollständig alles behalten, dann wäre das einungesundes Verhalten. Wenn aber nur 60...70% der religiösen Kinder teilen statt 80% bei den säkularen[*], dann heißt das immerhin, daß jedes religiöse Kind in 60...70 Prozent aller Situationen teilt und nur in30...40 Prozent alles für sich behält. Es teilt also häufiger aus freien Stücken, als es nicht teilt. Das ist ein gesundes Verhältnis, und ein gelegentliches "ich habe schon geteilt,diesmal behalte ich alles für mich" ist völlig in Ordnung und keine Belohnung für die guten Taten der anderen Male. Gesunder Egoismus. Kein übertriebener. Wenn hingegen die Erklärung des "Moral Licensing" korrekt wäre, wäre jedes großzügigeTeilen durch ein negatives Motiv verursacht. Ich habe ein schlechtes Gewissen, ich muß endlich mal was "Gutes" tun, um nicht immer nur ein Arschloch zu sein. Da tut man das Gute nicht, weil man an die anderen denkt und möchte, daß denen was Gutes widerfährt. Nein, Moral Licensing bedeutet, daß ich gut bin, weil ich schlecht bin. Was für einMenschenbild! Ich will nicht in Abrede stellen, daß es auch so ein "berechnendes" Verhalten gibt. Es aber derart zu verallgemeinern, dastrage ich nicht mit. Spätestens, wenn Menschen sich selbst in Gefahr bringen, um anderen zu helfen, kann ein "wasbringt das mir" nicht alsMotiv des Handelns veranschlagt werden. Und wenn es da ohne Berechnung geht, wird es auch in vielen anderen, harmloseren Situationen ohne gehen. Belohnung für ein Tun ist ein didaktisches Mittel, dient der Erziehung, aber es zielt darauf ab, daß sich das so geförderte Verhalten eines Tages verselbständigt und ohne Belohnung auskommt. Wer alles mit "Belohnung" erklärt, der hält sich selbst für auf ewig unselbständig. Wersich selbst (und andereMenschen) anders betrachtet, der kommt auf andere Interpretamente. "Moral Licensing" teilt mir also mehr über die Erfinder und Befürworter dieser Denke mit als über die damit Gemessenen. * So das ausgezählte / ausgewertete Verhalten der Kinder in dieser Studie https://www.cell.com/cms/attachment/2040398933/2053881826/gr1.jpg P.S.: Irgendwie ist die Formatierung fehlerhaft.[/*]


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

27.06.2018 um 09:31
@Mr.Monty
Und das zeigt definitiv Wirkung meiner Meinung nach, diese Menschen geben mehr von allem als Atheisten die sich ja nur um sich selbst oder evt. noch Familie und Freunde kümmern müssen.
Die kooperativsten, modernen Gesellschaften sind auch die weltlichsten.
Wo früher Kirche, zwecks Einhaltung von Regeln und Gesetzen griff, tut dies nunmehr der Staat.

Das Mitleid eines Nichtgläubigen hängt von seinen Gefühlen ab. Mitleid und Empathie eines Gläubigen von seiner Religionslehre und der Anerkennung innerhalb seiner Gemeinde bzw. seines ebenfalls gläubigen Umfeldes. Man kann also sagen, dass die Empathie eines Nichtgläubigen authentischer ist, da er nicht so einer großen Erwartungshaltung anheim fällt - er tut dies aus freien Stücken, nicht, weil er es muss.

Laut dieser Studie -> http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/1948550612444137 sind es ausgerechnet Atheisten und Agnostiker und kaum religiöse Menschen, die großzügiger zu sein scheinen und mehr Mitleid und Empathie entwickeln als sehr religiöse Menschen.

Ich habe in meinem Umfeld ähnliche Beobachtungen machen können. Natürlich ist es schön und irgendwie nobel, wenn man arme, kranke, bedürftige Menschen in sein sonntägliches Gebet einschließt.
Davon können die sich aber auch nichts kaufen.


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

14.12.2018 um 11:23
Kältezeit schrieb am 27.06.2018:Laut dieser Studie -> http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/1948550612444137 sind es ausgerechnet Atheisten und Agnostiker und kaum religiöse Menschen, die großzügiger zu sein scheinen und mehr Mitleid und Empathie entwickeln als sehr religiöse Menschen.

Ich habe in meinem Umfeld ähnliche Beobachtungen machen können. Natürlich ist es schön und irgendwie nobel, wenn man arme, kranke, bedürftige Menschen in sein sonntägliches Gebet einschließt.
Davon können die sich aber auch nichts kaufen.
Erst heute beim zufälligen Stöbern entdeckt, daß da noch ein Beitrag kam.

Nee, das ist nicht das Ergebnis der Studie, daß die Prosozialität der Religiösen geringer ausfiele oder sich vermehrt in Fürbitten odgl. ausdrückt statt in aktiver Hilfe. Das ist Bullshit. Über den Grad der Prosozialität von religiösen und nichtreligiösen Menschen im Vergleich wird gleich gar nichts ausgesagt. Einzig die Motivation wird untersucht.

Und das erzielte Ergebnis ist so banal, wie es nur sein kann: Mitleid ist bei nichtreligiösen Menschen häufiger die Ursache für ihr prosoziales Verhalten als bei religiösen. Hätt ich Dir auch so sagen können. Schließlich agieren religiöse Menschen auch aus weiteren Gründen prosozial, aus religiösen Gründen etwa. Kein Wunder also, daß Mitleid da nur eine Ursache für Prosozialität unter mehreren ist und damit einen niedrigeren Anteil hat als bei Menschen, die außer Mitleid keine weiteren Ursachen von Prosozialität besitzen.

Solange im Hilfesystem einer Gesellschaft, professionell wie ehrenamtlich, religiöse Menschen überproportional häufiger anzutreffen sind als im Bevölkerungsquerschnitt, bedeutet dies nur, daß a) Mitleid allein als Ursache für Prosozialität nicht ausreichend ist für eine sozial verträgliche Gesellschaft, und b) religiöse Menschen die prosozialeren sind. Daß sie das nur durch die weiteren Motive für Prosozialität schaffen, mag eine Schande sein, aber nicht speziell für die Religiösen, sondern für alle Menschen.


melden

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

14.12.2018 um 12:31
"Religion ist evolutionär von Vorteil" ... weil sie zu einem starken Gruppenzusammenhalt führt, und zwar nicht nur "freiwillig" sondern auch durch starke interne Sozialkontrolle bis hin zur nackten Gewaltausübung gegenüber "Abweichlern" und "Abtrünnigen".

Daraus ergibt sich natürlich ein Problem für die jeweilige Religion, wenn sie keine Sozialkontrolle bis Gewalt gegenüber ihren Mitgliedern mehr ausüben darf, weil dummerweise inzwischen sowas wie Individualrechte, Menschenrechte eingeführt wurden, die die Befugnisse von Glaubensgemeinschaften, ihre Übergriffe auf das Privatleben und die privaten Überzeugungen der Menschen, massiv einschränken.

Ein Prozeß, der im Moment im Gange, aber noch lange nicht beendet ist, wenn man etwa die Zwänge innerhalb von Sekten betrachtet, die insbesondere gegen Kinder ausgeübt werden (Zeugen Jehovas, Prügelstrafen, Verweigerung ärztlicher Behandlungen etc.), und natürlich den Islam, wo der Austritt immer noch mit der Todesstrafe bedroht wird.

Irgendwie mußte ich beim Lesen des Startposts an die Zivilisationen der Maya und Azteken mit ihren unaufhörlichen "Blumenkriegen" zum Zweck der Erbeutung von Menschenopfer, also reinrassig religiös bedingte Kriege (die Sonne mußte angeblich ständig mit frischen blutigen Menschenherzen "gefüttert" werden, um auch weiterhin zu scheinen...) denken, denn auch dort ging es um Stadtstaaten bzw. "Nationen" und deren Bevölkerungen, Kasten von Elitekriegern und die Kriege und Gräueltaten, die sie im "Auftrag" ihrer Religion begingen. Ja, auch das ist evolutionärer Vorteil, wenn die "gläubigen" Elitekrieger ahnungslose Bauern überfallen und sie zwecks Herzrausschneiden auf die nächste Stufenpyramide schleifen.


melden
Anzeige

These: Religion ist evolutionär von Vorteil

14.12.2018 um 18:05
Ich hoffe aufrichtig, dass irgendwann der Tag kommt, an dem Liebe, Mitgefühl und echtes Interesse am Wohl anderer die zentralen Triebfedern menschlicher Wohltätigkeit sein werden. Möge der Glaube dem Wissen weichen.
...
Und die Fleischklößchen
In Ewigkeit

Ramen!


melden

Neuen Beitrag verfassen
Dies ist eine Vorschau, benutze die Buttons am Ende der Seite um deinen Beitrag abzusenden.
Bereits Mitglied?  
Schriftgröße:
Größe:
Dateien Hochladen
Vorschau
Bild oder Datei hochladen

Bleib auf dem Laufenden und erhalte neue Beiträge in dieser Diskussion per E-Mail.


Oder lad dir die Allmystery App um in Echtzeit zu neuen Beiträgen benachrichtigt zu werden:

Ähnliche Diskussionen

270 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Die einzige Wahrheit867 Beiträge
Anzeigen ausblenden