Neustarter schrieb:Ist das hier relevant? Jungs Konzept liefert einen Rahmen, innerhalb dessen solche Visionen, wie sie @Kephalopyr hier geschildert hat, erklärbar werden.
Klar ist das relevant. Du wechselst jetzt die Ebene, plötzlich ist das nur noch ein Deutungsrahmen, was zuvor ein wenig anders klang.
Neustarter schrieb:Funktional ist dieses Erlebnis ja klar: Vermeiden einer potenziell lebensgefährlichen Situation.
Das ist überhaupt nicht klar. Nur Deine Interpretation. Und zwar eine, die Du gleich weiter zu Folge-Issos ausbaust:
Neustarter schrieb:evolutionär wird alles tradiert,
Neustarter schrieb:Visionen bei Lebensgefahr gehören ebenso dazu wie Nahtoderfahrungen oder sexuelle Orgasmen
Ist das so? Nahtoderfahrungen sind also vererbt. Aha. Sexualisierte Träume auch? Das sind steile Thesen im Brustton des Nachgewiesenem.
:)
Neustarter schrieb:so dass die Fähigkeit dazu eben weitervererbt wird
Du müsstest mal erläutern, wie eng bzw. weit Du den Begriff "vererbt" so fasst.
Neustarter schrieb:Im Falle von Visionen bei Lebensgefahr kann ich aber durchaus einen evolutionären Vorteil erkennen, denn wenn diese Fähigkeit nicht vorhanden wäre, würde im hier beschriebenen konkreten Fall eine sich verschärfende Sauerstoffkrise mit neurologischen Schäden bis hin zum Erstickungstod folgen.
Ja, was man so alles zu erkennen meint. Mir würde da eigentlich ein schlichtes Aufwachen in den Sinn kommen, so als evolutionäre Maßnahme.
Weniger subtil - also so, wie es in Wirklichkeit ja auch passiert:
CO2 steigt, ph-Wert sinkt, Sensoren des Hirnstamms und in den Schlagadern registrieren das, Puls steigt, Blutdruck steigt, Gehirn wird "wach", Muskelspannung steigt -> Atemreflex wird ausgelöst und gut ist's.
Das, was Du da als evolutionären Vorteil in einer Vision zu erkennen glaubst, ist freundlich ausgedrückt eine steile These.
Neustarter schrieb:Interesdante These: Also war das von @Kephalopyr beschriebene Wesen wirklich anwesend und nicht nur imaginiert? Ich hege da starke Zweifel, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen ...
Ich hege da auch Zweifel, aber weiß' man's? Ist halt ein anderer Deutungsrahmen.
Neustarter schrieb:Hauptsächlich wurden Halluzinogene in den tropischen Regionen genutzt. Und auch da vorrangig nur in Mittel- und Südamerika sowie in Westafrika. Wenn wir mal vom Hanf und vom Fliegenpilz absehen, die im Altertum auch nicht flächendeckend in Eurasien konsumiert worden sind, wird es eng mit weiteren Regionen außerhalb der Tropen.
Neien!
Erstmal, wieso
"abgesehen" von Fliegenpilzen? Wieso in diesem Kontext davon absehen? Gerade die wurden und werden genau zu dem hier relevanten Zweck genutzt.
Kurze Auflistung psychotroper Pflanzen und Pilze Eurasien:
Pilze (Eurasien)
Amanita muscaria (Fliegenpilz) – deliriant, dissoziativ, Halluzinationen
Amanita pantherina (Pantherpilz) – stark deliriant, toxisch, Halluzinationen
Psilocybe semilanceata (Spitzkegeliger Kahlkopf) – psychedelisch, visuelle Halluzinationen
Psilocybe cyanescens (Blauender Kahlkopf) – stark psychedelisch, visuelle Halluzinationen
Pflanzen (Eurasien)
Atropa belladonna (Tollkirsche) – deliriant, real wirkende Halluzinationen, hoch toxisch
Datura stramonium (Stechapfel) – stark deliriant, Wahnzustände, gefährlich
Hyoscyamus niger (Bilsenkraut) – deliriant, Verwirrung, Halluzinationen
Mandragora officinarum (Alraune) – sedierend + deliriant, Halluzinationen
Papaver somniferum (Schlafmohn) – sedierend, schmerzlindernd, euphorisierend
Cannabis sativa (Hanf) – entspannend, leicht psychedelisch, Wahrnehmungsänderung
Catha edulis (Khat / Kathstrauch) – stimulierend, wachmachend, leicht euphorisch
Ephedra (Meerträubel) – stark stimulierend, leistungssteigernd
Peganum harmala (Steppenraute) – psychoaktiv, bewusstseinsverändernd
Nicotiana tabacum (Tabak) – stimulierend/beruhigend, abhängigkeitsfördernd
Vieles, was Du so schreibst, ist schlicht falsch.