Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Ab wann glaubt ihr an etwas?

252 Beiträge, Schlüsselwörter: Meinung, Wissenschaft, Glauben, Wahrheit, Experiment, Erkenntnistheorie

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 20:55
Ab welchem Punkt ich etwas glaube? Wenn ich es will. Wenn ich mich dazu entschließe. Da Glaube die Abwesenheit von Wissen ist, kann ich nicht auf Fakten und Beweise zurückgreifen. In dem Fall ginge es um Wissen. Also bleibt mit nur eines: Ich muss mich entscheiden, ob ich die Möglichkeit zugestehe und daran glaube oder eben nicht und es ablehne.


melden
Anzeige

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 21:10
Abhängig von der Charaktere, die mir ihr widerfahrendes Phänomen übermittelt.
Auch sollte diese vertrauenswürdig sein, nicht zur Fantasterei neigen, sachlich nüchtern diverse Geschehen betrachten, lasse ich trotz allem Skeptizismus walten.

Ausschlaggebend ist die individuelle Beobachtung, da jeder zur eig'nen Bewusstseinsauffassung neigt.
Aus einer alleinigen Perspektive, lassen sich vernommene Impressionen noch lange nicht folgerichtig in ein bestimmtes Phänomen einglidern.
Dazu bedarf es einer genauen Beobachtung, unter Ausschluss diverser Störfaktoren, die ähnliches auslösen oder mutmaßen lassen, da sie Einfluss auf unsere Sinneseindrücke gewährleisten.

Somit trete ich plakativen Schilderungen anfangs argwöhnisch gegenüber.

Unmöglich erscheint mir nichts, solange die Grenzbereiche in den heutigen Wissenschaften nicht klar erfasst sind.
Und wer der Parapsychologie zugetan ist, samt ihrer experimentellen Untersuchungen, die bewusste Verfälschungen ausschließen, sind untersuchte Phänomene noch wahrscheinlicher, auch unter Berücksichtigung der eigenen, die einem zuteil wurden.

Die Wahrheitsfindung setzt gesunde Kritik voraus, um nicht den Weitblick zu verlieren.
Ebenso eine rege Affinität, die es zulässt, über das bisher Bekannte schreiten zu können, damit die Klarheit der Betrachtung nicht getrübt wird, weil man voreingenommen ist und zu Schlüssen gelangt, welche lediglich einen Bruchteil zur Klärung überschatten.
In Kooperation mit beidem erst, ist es möglich, dem ganzen Substanz zu verleihen, sei gleich, ob's fassbar ist oder nicht.


melden
DonFungi
Profil von DonFungi
beschäftigt
dabei seit 2009Mister Allmy

Profil anzeigen
Private Nachricht
Lesezeichen setzen

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 21:12
Die individuelle Auffassung jedes einzelnen ist ein Pool an unerschöpflichem narren Input?
So lässt es sich auch erklären weshalb es für ein und die selbe Sache zig verschiedene Auffassungen gibt.. Manchmal geht es nicht um eigene Erfahrungswerte sondern eher darum fürs Manipulative empfänglich zu sein.

Werbung als Beispiel suggeriert den Umstand, erst mit dem kauf des angepriesenen Artikels zur modernen Gesellschaft zu gehören. Es scheint tatsächlich Konsumenten zu geben die den Wahrheitsgehalt der Werbung nicht gross hinterfragen und sich nach der Wäsche wundern,
weshalb Schmierölflecke bei diesem Wunderwaschmittel bei 40°C nicht ausgehen.

Ein Teil in uns ist und bleibt der Entdecker bzw. was wir als Neugierde bezeichnen.
Naja es wird einen Grund geben weshalb Sekten ihre Anhänger finden. Ohne jene die glauben wollen hätten Missionare egal welcher Art keine Chance.


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 21:56
@Mr.Dextar
Grundsätzlich sollte man das Verb "glauben" vermeiden.

Stattdessen sollte man, wenn man sich bei gewissen Dingen nicht sicher ist, mehrere Hypothesen aufstellen und sie nacheinander abarbeiten / abhaken. Man darf hier "Favoriten" haben, sollte diese dann aber stets kritisch betrachten.

Ich bin Empiriker, d.h. wenn man eine Hypothese oder Behauptung nicht verifizieren kann, und zwar mit den Methoden einer wissenschaftlichen (oder logischen) Herangehensweise (die unsere fünf Sinne deutlich 'verbessert'), dann ist diese zu verwerfen und sofort sollte eine neue, vernünftige Idee an Land gezogen werden. Man darf auf keinen Fall dogmatisch an veralteten Ideen festhalten!

Jedenfalls darf eine solche Hypothese nicht immunisiert werden. D.h., wenn jemand sagt "Meine Idee ist im Rahmen der Vernunft nicht intelligibel" kann man leider kaum was anderes tun als seinen Dogmatismus anzuprangern. Oder, um es mit den Worten von Thomas Jefferson auszudrücken:

"Die einzige Waffe, die man gegen unverständliche Aussagen einsetzen kann, ist der Spott."

Denn diejenige Person begeht hier den Fehler, eine Hypothese zuvor mithilfe der Vernunft bzw. der Logik aufzustellen, um sie dann aber, zugunsten ideologischer Motive, zu immunisieren. Somit ist jede solche Idee paradox und zum Scheitern verurteilt.

Soviel zu "Glauben" und warum man ihn vermeiden sollte.
Hallo,

um Missverständnisse vorab zu vermeiden: Im Kern stimme ich Dir zu. Dennoch hat diese Betrachtungsweise ihre Schwachpunkte. Und nein, keine Sorge, ich frage Dich jetzt nicht, ob man Liebe messen kann oder so ;-).

Unser Wissen - ob nun natur- oder geisteswissenschaftlicher Art - wurde mit einer bestimmten Methode vermehrt, eben der wissenschaftlichen Methode oder vielleicht etwas präziser, mit Hilfe der Erkenntnistheorie, also einer philosophischen Disziplin. Die von Dir geschilderte Betrachtungsweise scheint mir eng an Popper angelehnt zu sein (dessen Betrachtungen leider auf erschütternde Art und Weise wenigen bekannt sind - vor allem da erschütternd, wo man ihnen kennen müsste, aber das ist ein anderes Thema). Das ist aber nicht die einzige Methode, die zur Wissensgewinnung angewendet wird. Die wissenschaftliche Methode umfasst ganz unterschiedliche Methoden zur Erkenntnisgewinnung.

Der Haken bei der harten Anwendung der von Dir geschilderten Faustformel würde bspw. dazu führen, das zu Zeiten Jeffersons die Formulierung einer speziellen Relativitätstheorie oder einer Quantenmechanik als völliger Unsinn verworfen worden wäre. Nun könnte man einräumen, das man - sofern damals jemand, wie auch immer, auf die entsprechenden Gedanken gekommen wäre - diese schließlich zu heutigen Zeiten letzten Endes doch anerkannt hätte. Das ist natürlich richtig. Ändert aber nichts daran, das sie damals verworfen worden wäre. Mir fällt jedenfalls keine Methode ein, die Relativität von Raum und Zeit zu Jeffersons Zeit wasserdicht zu untermauern. Ich vermute, Anhänger Newtons wären vor Lachen vom Stuhl gefallen ;-).

Damit möchte ich natürlich keine unhaltbaren Thesen untermauern. Das wäre unhaltbar :). Wie ich ja in einem meiner früheren Texte schon angerissen habe, braucht es gar keiner wissenschaftlichen Untersuchungen, um grundlegende konzeptionelle Schwächen in allen (zumindest mir bekannten) grenzwissenschaftlichen Thesen zu finden. Auf der anderen Seite bietet auch die Wissenschaft keineswegs die Antwort auf alle Fragen. Ganz grundlegende Fragen sind unbeantwortet und bleiben es möglicherweise auch immer. Die Sekunde 0 des Urknalls bleibt aus ganz grundsätzlichen Gründen unerforschbar. Und da mit dem Urknall die Raumzeit entstand (wenigstens laut der klassischen Kosmologie), verbietet sich die Frage nach dem "davor". Da die entsprechenden wissenschaftlichen Konzepte aber weder in sich geschlossen sind, noch alles erklären können, noch widerspruchsfrei sind, sehe ich es keineswegs als gegeben an, das es ein davor nicht gegeben haben kann - das lässt selbstverständlich allerlei Raum für Spekulationen.

Wo wir uns vermutlich wieder einig sein dürften, ist, das viele hmmm... Arten der Spekulation abzulehnen sind. Spätestens dann, wenn Menschen deshalb zu Schaden kommen. Wenn es bloß sinnlos ist, den Menschen aber etwas gibt oder ihnen nur Freude macht, lehne ich es nicht ab. Denn wenn ich alles ablehnen würde, was sinnlos ist und Freude macht, wäre die Welt, so vermute ich ganz stark, ein fürchterlicher Ort.


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:15
also ich glaube erst an etwas wenn ich beweise habe...
oder wenn mir jemand dem ich vertraue und der es weiß es mir erzählt

;)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:22
@sweetvampir
sweetvampir schrieb:also ich glaube erst an etwas wenn ich beweise habe...
oder wenn mir jemand dem ich vertraue und der es weiß es mir erzählt
Darauf fallen mir dann natürlich direkt zwei Gegenfragen ein.

1) Wenn Du erst daran glaubst, wenn Du Beweise hast, was zählt dann als Beweis?

2) Wenn Du an etwas glaubst, woher weißt Du dann, das diese Person die selben Ansprüche an Beweise hat wie Du? Und sofern Du eine geeignete Methode haben solltest, das zu erkennen: Siehe 1.


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:28
wenn ich wissenschaftliche bestätigungen habe
oder es mit eigenen augen gesehen habe...

wenn die person der ich vertraue die beweise dafür hat ich aber nicht würde ich dieser person trotzdem glauben


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:29
@sweetvampir

OK. Dann weißt Du es also. Aber ging es nicht um Glauben? ;)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:32
nein es ging um beides


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:44
@moredread

Danke für die ehrliche Kritik, Kollege. :)

Nun mal zu paar einzelnen Punkten:
moredread schrieb:Die von Dir geschilderte Betrachtungsweise scheint mir eng an Popper angelehnt zu sein (dessen Betrachtungen leider auf erschütternde Art und Weise wenigen bekannt sind - vor allem da erschütternd, wo man ihnen kennen müsste, aber das ist ein anderes Thema).
Das ist korrekt; meine Epistemologie wurde deutlich von Hume und Popper beeinflusst. Besser gesagt: Diese fanden mich. ;-)
moredread schrieb:Der Haken bei der harten Anwendung der von Dir geschilderten Faustformel würde bspw. dazu führen, das zu Zeiten Jeffersons die Formulierung einer speziellen Relativitätstheorie oder einer Quantenmechanik als völliger Unsinn verworfen worden wäre.
Der Grund, warum sie dort wahrscheinlich verworfen worden wären, ist ganz einfach, weil das Basiswissen, also quasi die "Vorstufen", dazu fehlten. Man hielt Newtons' Physik für unerschütterlich, und auch die ganzen Messgeräte, um z.b. noch tiefer zu forschen, gab es zu der Zeit auch noch nicht. Zumindest waren sie nicht so leistungsstark wie heute. ;)
Heute ist das Wissen, das wir besitzen, nunmal da und von dem aus können wir mehr Aussagen treffen als mit deutlich weniger Basics früher. Was ich also damit sagen will ist: Man sollte "früher" nicht unbedingt mit "heute" vergleichen!
moredread schrieb:Auf der anderen Seite bietet auch die Wissenschaft keineswegs die Antwort auf alle Fragen. Ganz grundlegende Fragen sind unbeantwortet und bleiben es möglicherweise auch immer.
Ob sie das ist und ob diese Fragen jemals beantwortet werden, lasse ich mal offen. Ich für meinen Teil bin zuversichtlich und denke, dass es theoretisch möglich ist. Ich räume jedoch auch ein, dass ich mich irren kann und das ich das Ganze womöglich nicht mehr erleben werde.
moredread schrieb:Wenn es bloß sinnlos ist, den Menschen aber etwas gibt oder ihnen nur Freude macht, lehne ich es nicht ab.
Ich sehe das doch im Grunde genauso, aber gefährlich wird es, wenn dieses angeblich >Sinnlose< von ihren Schöpfern zu etwas relevantem hochstilisiert wird! Man sollte damit bei sich im Kopf bleiben - dort kann man es meiner Meinung nach am besten genießen und belästigt dadurch nicht dritte. ;-)

Deswegen gilt folgende Maxime weiterhin: Zweifle an jeder Aussage.

;)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:53
Oh, bevor ich es vergeße, ein kleiner Nachtrag:

Selbst die klassische Physik Newtons' ist heute nicht gänzlich unbrauchbar. Was ebenfalls belegt, dass bereits erlangtes Wissen doch nicht sooo ungültig sein kann.


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:54
sweetvampir schrieb:nein es ging um beides
Dann muss mir etwas entgangen sein. ;)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 22:59
ich bin mir mancher sachen schon relativ sicher .
ist doch alles ne individuele geschichte - kann man net so pauschalisieren . eine wenig was liest man - ein wenig was hat man selber erlebt - und den rest rechnet man sich aus - dann liest man über A B C - A und B stimmen - also muss C auch stimmen - das bestätigt wieder die nächste geschichte - und so weiter und so fort

jeder steht da anders dazu - und jeder erfährt die grosse parawelt anders - und da sich diese eh kaum festmachen lässt haben vieleicht alle von ihnen recht - auch die skeptiker - auf ihre weise .


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 23:28
@sweetvampir
sweetvampir schrieb:wenn ich wissenschaftliche bestätigungen habe
oder es mit eigenen augen gesehen habe...

wenn die person der ich vertraue die beweise dafür hat ich aber nicht würde ich dieser person trotzdem glauben
Dazu gäbe es viel zu sagen, aber im Grunde reicht mir das als Antwort :). Danke für die Ausführungen.

@Vandroij
OK. Dann weißt Du es also. Aber ging es nicht um Glauben?
Es ging zwar nicht an mich, aber... beides ist eng aneinander angelehnt. Wer an Wissenschaft glaubt, glaubt auch nur. Böse Zungen würden es als Szientismus bezeichnen. Wenn Du den Ausführungen eines Wissenschaftler glaubst, dann glaubst Du, das seine Ausführungen richtig sind, nicht nur, weil sie logisch klingen, sondern auch, weil Du glaubst, das die zugrundeliegenden Messungen korrekt sind, Du glaubst, das er sie ehrlich kommunizierst, Du glaubst, das die Grundlagen, die er als gegeben nimmt korrekt sind usw.. Wissen, wirkliches Wissen, also das Wissen um Fakten, das ist etwas anderes. Es ist ein Fakt, das ich gerade diese Zeilen in allmy eintippe. Selbst, wenn ich tatsächlich nur träume, das ich das tue, ist meine Wahrnehmung als solche ein Fakt. Insofern wäre diese Ausführung schon korrekt. Wissenschaftliche Theorien wiederum sind keine Fakten (ihre Existenz ist ein Fakt), die Theorie selbst ist aber eine im Kern unbeweisbare Aussage. Fakten bilden "lediglich" ihr Fundament. Ist aber stark vereinfacht - bloß nicht glauben.

;)

Sorry, aber ich liebe den Kern solcher Diskussionen. Gleich kommt bestimmt jemand daher und erklärt uns, das wir uns nur der eigenen Existenz sicher sein können.


melden
Awaresum
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 23:33
@moredread
moredread schrieb:Sorry, aber ich liebe den Kern solcher Diskussionen. Gleich kommt bestimmt jemand daher und erklärt uns, das wir uns nur der eigenen Existenz sicher sein können.
Ich fühle mich hier angesprochen - LOL. Aber nein, ich schreibe hier nichts darüber.

Was du allerdings davor geschrieben hast, den kompletten Absatz, der gefällt mir ausgesprochen gut. Ich bin da vollkommen deiner Ansicht. :)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

29.10.2010 um 23:56
@Mr.Dextar
Mr.Dextar schrieb:Der Grund, warum sie dort wahrscheinlich verworfen worden wären, ist ganz einfach, weil das Basiswissen, also quasi die "Vorstufen", dazu fehlten. Man hielt Newtons' Physik für unerschütterlich, und auch die ganzen Messgeräte, um z.b. noch tiefer zu forschen, gab es zu der Zeit auch noch nicht. Zumindest waren sie nicht so leistungsstark wie heute.
Heute ist das Wissen, das wir besitzen, nunmal da und von dem aus können wir mehr Aussagen treffen als mit deutlich weniger Basics früher. Was ich also damit sagen will ist: Man sollte "früher" nicht unbedingt mit "heute" vergleichen!
Hm, wenn ich mich recht entsinne, hätte man die SRT schon wesentlich früher basteln können, so Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Wirklich durchschlagende Belege jedoch hätten damals gefehlt. Hätte jemand zu dieser Zeit die Theorie aufgestellt und mich jemand gefragt, welchen Beleg es gibt, hätte ich vermutlich auf die Sonne getippt. Newton hatte damals die tolle Idee, das die Sonne ein riesiger Kohlehaufen ist (das korrelierte ganz toll mit dem christlichen Alter der Erde von knapp 5.000 Jahren), was aber gegen gewisse geologische Erkenntnisse sprach, die das Alter der Erde auf immerhin damals schon zig Millionen Jahre schätzten, aber selbstredend keineswegs erklären konnten (mit Hilfe der damaligen Physik) wie denn die Sonne über einen derart langen Zeitraum Energie liefern konnte. Ich muss gestehen, um Dir zu sagen, welche Belege das sind, müsste ich aber noch mal in Büchern blättern. Unglücklicherweise weiß ich aber nicht mehr, in welchen. Scheint mir aber auch unnötig, da Du ja offensichtlich verstanden hast, was gemeint war. :)
Mr.Dextar schrieb:Ob sie das ist und ob diese Fragen jemals beantwortet werden, lasse ich mal offen. Ich für meinen Teil bin zuversichtlich und denke, dass es theoretisch möglich ist. Ich räume jedoch auch ein, dass ich mich irren kann und das ich das Ganze womöglich nicht mehr erleben werde.
Hmm... betreffend der Entstehung des Kosmos müssten uns dann aber noch gewaltige Umwälzungen ins Haus stehen, insbesondere wenn sich die klassische Kosmologie bezüglich des Urknalls nicht irren sollte. Wenn mit dem Universum die Raumzeit entstand, und das ist ja die Behauptung, dann ist der Beginn des Universums ein loser Faden, ein Punkt in der fernstmöglichen Vergangenheit, an dem ein Ereignis ohne Ursache die Bühne betrat. Ohne Zeit kann es keine Ursache geben. Ich habe da leider keine vernünftige Erklärung, und die mir bekannten Hypothesen, die einen Ausweg aus diesem Dilemma liefern könnten, sind meines Wissens nicht belegbar. Aber gut, das mag sich natürlich dereinst ändern. Unglücklicherweise verschieben diese Hypothesen den Beginn des Kosmos im Grunde genommen nur noch weiter in die Vergangenheit. Kurz und gut, und wie bereits gesagt, aus dem grundlegenden Dilemma sehe ich einfach keinen Ausweg. Aber was weiß ich schon ;)
Mr.Dextar schrieb:Ich sehe das doch im Grunde genauso, aber gefährlich wird es, wenn dieses angeblich >Sinnlose< von ihren Schöpfern zu etwas relevantem hochstilisiert wird! Man sollte damit bei sich im Kopf bleiben - dort kann man es meiner Meinung nach am besten genießen und belästigt dadurch nicht dritte. ;-)
Diese Übereinkunft möchte ich jetzt nicht durch sinnlose Haarspaltereien zerreden . Von daher: Ja, das sehe ich eigentlich auch so.
Mr.Dextar schrieb:Deswegen gilt folgende Maxime weiterhin: Zweifle an jeder Aussage.
Hier hingegen fühle ich mich geradezu dazu genötigt, diese Aussage in Zweifel zu ziehen! rs67261,1288389382,34xry1x
Mr.Dextar schrieb:Oh, bevor ich es vergeße, ein kleiner Nachtrag:

Selbst die klassische Physik Newtons' ist heute nicht gänzlich unbrauchbar. Was ebenfalls belegt, dass bereits erlangtes Wissen doch nicht sooo ungültig sein kann.
Natürlich. Die Geschichte mit dem Grenzfall. Selbst die Schweizer nutzen Newton um ihre Uhren zu bauen, und nicht Einstein. Ich glaube, zum Thema Grenzfall schreibe ich Dir noch eine PN, mal sehen.


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

30.10.2010 um 00:04
@moredread
moredread schrieb:Hm, wenn ich mich recht entsinne, hätte man die SRT schon wesentlich früher basteln können, so Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Wirklich durchschlagende Belege jedoch hätten damals gefehlt.
Hm, könnte gut sein. Meines Wissens nach war Einstein nicht der erste, was seine Ideen betrifft. Einige sollen ähnliche Gedankengegänge schon vorher gehabt haben.
moredread schrieb:Wenn mit dem Universum die Raumzeit entstand, und das ist ja die Behauptung, dann ist der Beginn des Universums ein loser Faden, ein Punkt in der fernstmöglichen Vergangenheit, an dem ein Ereignis ohne Ursache die Bühne betrat.
Sehe ich anders; ich betrachte den Urknall lediglich als einen Prozess, ebenso wie das Universum. Es kann keine Schöpfung gegeben haben (da paradox) und im Gegenzug wird es also auch kein "Ende" geben. Nur die Statur des Universums kann variieren. Der Energiebetrag bleibt aber gleich.
moredread schrieb:Kurz und gut, und wie bereits gesagt, aus dem grundlegenden Dilemma sehe ich einfach keinen Ausweg.
Ich schon, nämlich wenn wir erstmal aus diesem zeitlichen Gefängnis von "Anfang-Ende" (wie es ja uns instinktiv unser Raumverständnis normalerweise abverlangt) herauskommen. Siehe dazu meine Aussage oben und kombiniere. ;)

Muss Dir aber ansonsten nur in einem Punkt widersprechen:
moredread schrieb:Wenn Du den Ausführungen eines Wissenschaftler glaubst, dann glaubst Du, das seine Ausführungen richtig sind,
Nicht, wenn Du es selbst im Kopf nachvollziehst und ebenso ihre Schwächen erkennst. Dann ist es "kritisches Wissen". Du glaubst also nicht, sondern weißt, dass eine bestimmte Sache in eine bestimmte Richtung abzielt. Du solltest aber ebenso wissen, dass, sofern andere Variablen hinzukommen, das Ergebnis doch deutlich anders aussehen kann. ;-)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

30.10.2010 um 00:10
bidde bidde ;)


melden

Ab wann glaubt ihr an etwas?

30.10.2010 um 00:17
moredread schrieb:...Wenn Du den Ausführungen eines Wissenschaftler glaubst, dann glaubst Du, das seine Ausführungen richtig sind, nicht nur, weil sie logisch klingen, sondern auch, weil Du glaubst, das die zugrundeliegenden Messungen korrekt sind, Du glaubst, das er sie ehrlich kommunizierst, Du glaubst, das die Grundlagen, die er als gegeben nimmt korrekt sind usw.. .
Diese Aussage trifft nur solange zu, wie ich die wissenschaftlichen Beweise nicht eigenhändig nachvollzogen habe. Habe ich dies getan, kann man durchaus sagen, ich wüsste um die Richtigkeit.

Mir ist durchaus bewusst, worauf Du anspielst (auch wenn mir diese Thematik nicht sonderlich liegt und ich daher nicht um die diversen Ausführungen und Gedankengänge anderer weiß, die sich damit bereits auseinander setzten). Man kann diesen Gedankengang bis zur Auflösung des Wissens und dessen Verkehrung ins Gegenteil fortführen. Aber ich denke, es sprengt schon jetzt den Rahmen des eigentlichen Themas bei weitem. ;)


melden
Anzeige

Ab wann glaubt ihr an etwas?

30.10.2010 um 00:23
@Awaresum
Awaresum schrieb:Ich fühle mich hier angesprochen - LOL. Aber nein, ich schreibe hier nichts darüber.

Was du allerdings davor geschrieben hast, den kompletten Absatz, der gefällt mir ausgesprochen gut. Ich bin da vollkommen deiner Ansicht. :)
Ohje, hoffentlich wird das nicht irgendwann an anderer Stelle gegen mich verwendet ;).

Ich muss das, fürchte ich, noch ein wenig weiter ausführen. Man kann den wissenschaftlichen Betrieb nicht als bloßes theoretisches Gedankengebäude ohne Rückhalt betrachten. Ein hübsche Definition für das Wort "Theorie" im wissenschaftlichen Sinne ist, das es sich dabei um die beste Erklärung für ein bestimmtes Thema handelt, die wir zum aktuellen Zeitpunkt kennen. Ganz und gar völlig falsch können sie nicht sein, sonst würden viele Dinge, die wir kennen und von denen wir wissen, das sie funktionieren (wie beispielsweise die Computer, mit deren Hilfe wir uns hier unterhalten) nicht funktionieren. Viele gute Theorien, von denen wir heute wissen, das sie nicht stimmen, stimmen trotzdem irgendwie. Nehmen wir Newton. Könnten wir ihn fragen, wie schnell ein Gefährt, das 100 km/h fährt, ist, wenn der Fahrer es aus seiner Sicht um 50 km/h beschleunigt, dann würde er die Stirn runzeln, vermutlich fragen, ob wir irgendwie dämlich sind und sagen: "Natürlich 150 km/h!"

Die Relativitätstheorie erzählt uns da etwas anderes. Nun gut, das Beispiel ist unglücklich gewählt, weil der Unterschied zwischen dem Ergebnis von Newton und Einstein so winzig wäre, das es unmöglich wäre, ihn zu messen. Aber es gäbe ihn. Das war das, was ich vorhin mit "Grenzfall" meinte. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit - eben der Grenze - da erst fallen die Fehler auf.

Wir können uns also einiger grundlegenden Dinge ziemlich sicher sein. Unsicherheit besteht in primär zwei Dingen: Zum einem, ob es nicht noch einen weiteren solchen Grenzfall gibt, in Bereichen, die sich aus irgendeinem Grund heutigen Messungen entziehen. Zum anderen, ob es nicht vielleicht, hm, noch grundlegendere Dinge gibt, die uns entgehen. Das gute an der Wissenschaft ist, das sie, wie ich schon sagte, agnostisch ist und sich deshalb nie als abgeschlossen betrachten darf und kann (und von daher den Forscher und seine Messgeräte in Zweifel ziehen darf). Sie wird also weiterhin Fragen stellen. Möglicherweise wird sie dabei auch einmal die ganz grundlegenden Fragen beantworten können, die uns bewegen. Meine persönliche Vermutung ist, das dies nicht geht, aber natürlich könnte ich mich da irren. Dieses Feld überlasse ich lieber Philosophen und Mathematikern ;)


melden
259 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Zitate von Christen73 Beiträge
Anzeigen ausblenden