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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

18 Beiträge, Schlüsselwörter: Krankheit, Unbekannt, Vögel, Blaumeise
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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

10.04.2020 um 23:41
Hallo,

ein Bekannter hatte mich eben auf diese aktuelle Situation aufmerksam gemacht. Aktuell ist die Sterberate von Blaumeisen in einigen Teilen Deutschlands stark erhöht, Naturschützer halten eine unbekannte Erkrankung für möglich.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Blaumeisensterben-NABU-bittet-um-Mithilfe,aktuellold...
In den vergangenen Wochen wurden laut NABU im Oldenburger Land auffällig viele sterbende Blaumeisen gemeldet. Die Tiere wirken aufgeplustert und apathisch und sterben oftmals in sehr kurzer Zeit, sagte ein Mitarbeiter. Es habe Berichte aus den Landkreisen Vechta, Ammerland und aus Oldenburg gegeben. Offenbar gebe es auch in anderen Teilen Deutschlands solche Vorkommnisse.
weitere Quellen:

https://www.t-online.de/leben/familie/id_87685884/experten-warnen-blaumeisen-sterben-unter-mysterioesen-umstaenden.html

https://www.stern.de/kleine-singvoegel-betroffen-unbekannte-vogelkrankheit--tote-blaumeisen-melden--9218912.html

Der Nabu (im Link gibt es Bilder betroffener Vögel) hat die Symptomatiken beschrieben, wenn auch aktuell noch relativ unklar definiert:

  • reagieren nicht auf Umwelt
  • qirken aufgeplustert
  • fliehen nicht vor sich nähernden Menschen
  • es wirkt, als hätten die Vögel Atemwegsprobleme
  • die Augen (in anderen Quellen auch Schnabel und Teile des Gefieders) sind verklebt
  • können anscheinend nicht mehr schlucken


Wesentlich hier:

Diese Erkrankung soll lt. Nabu nicht zu bekannten Vogelkrankheiten wie Usutu-Virus oder Trichomoniasis passen:
Angesichts der besonderen Betroffenheit von Blaumeisen und der Jahreszeit des Auftretens passt keine der bekannten kursierenden Vogelkrankheiten zum neuen Phänomen. Das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus tritt im Sommer auf und befällt vor allem Amseln. Das in Deutschland neue West-Nil-Virus ist ebenfalls auf den Hochsommer beschränkt. Trichomoniasis benötigt ebenfalls sommerliche Temperaturen und äußert sich vor allem in einem Sterben von Grünfinken. An ungepflegten Futterstellen regelmäßig auftretende Salmonellen-Vergiftungen wirken ebenfalls nicht spezifisch auf Blaumeisen und sind bereits bundesweit verbreitet.
Die Infektiösität der Erkrankung könnte sehr hoch sein. Bei Auftreten eines solchen Falles wird geraten, die Befütterung und Bereitstellung von Tränken sofort einzustellen, um Versammlungen von Vögeln zu vermeiden.

Der Nabu bittet im Sinne der Ursachenfindung um Meldung (Formular im Link) von kranken Vögeln, ebenso wie Bildern oder dem Zusenden toter Vögel (Achtung: allgemeine Hygiene-Maßnahmen beachten!)

Mich wundert die Aussage, dass keine bekannte Krankheit auf die genannten Symptome zutrifft, auch wenn ich den Usutu-Virus oder eine Mutation (?) davon für prinzipiell möglich halte.
Vor allem stach mir der Hinweis der verklebten Augen bzw. des Gefieders ins Auge, auf den Bildern (bspw. hier) wirkt es in der Tat so, als wäre eine Art Substanz auf der Haut bzw. den Federn zu sehen, welche dieses Verkleben verursacht?

Aber ich bin kein Ornithologe, und habe mit Vögeln eigentlich so rein gar nichts zu tun. Finde das Thema aber interessant und bin dabei vermutlich nicht der einzige. In jedem Fall wird es hier einige geben, die in diesen Themen bewanderter sind als ich und eher stichhaltige Aussagen zur Ursache machen könnten. ;)

VG


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

12.04.2020 um 22:23
Das ist wirklich interessant. Ich hatte erst gelesen, dass das Vogelsterben 'nur' in NRW und Umgebung beobachtet wurde.
In den Links steht nun aber, dass es sich vor allem um den Norden/Nordwesten Niedersachsens handelt.

Ich wohne in Oldenburg, auch hier soll das Vogelsterben beobachtet worden sein. Interessanterweise habe ich in den letzten Wochen genau Gegenteiliges bemerkt:
Bisher lebten in meinem Garten sehr viele unterschiedliche Vogelarten, allerdings nur Schwanzmeisen und Kohlmeisen. Blaumeisen habe ich hier sehr, sehr selten zu Gesicht bekommen (das liegt aber am Stadtteil).
Nun, seit einigen Wochen finde ich aber immer mehr Blaumeisen, die sich bei mir im Garten aufhalten.
Das hat mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun, fand ich aber in diesem Zusammenhang irgendwie komisch :)

Was das Sterben angeht: Kann es nicht sein, dass es einen Zusammenhang zu Covid-19 gibt? Ich bin bei weitem keine Expertin oder Virologin, aber ich hatte mal gehört, dass das Coronavirus als eine Art Vogelgrippe angefangen hat/einzustufen ist.
Von daher könnte ich mir das gut vorstellen.

Es ist auf jeden Fall tragisch und ich hoffe, dass schnell eine Lösung gefunden wird bzw. dass sich das Virus nicht zu sehr ausbreitet.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

12.04.2020 um 22:30
Ich habe auch nicht allzuviel Ahnung von Virologie und auch nicht der Tierwelt, finde das Thema aber interessant. Habe es auch vorgestern in einem Beitrag aufgegriffen.
Für mich hört sich das auch so an, als dass es irgendwie mit dem Coronavirus zusammen hängt. Wie gesagt kann ich das nicht wirklich belegen, aber
1. der Zeitpunkt
und
2. die Symptome bei den Blaumeisen, insbesondere die Atemwegsprobleme (wenn es welche sind)
Dazu die hohe Infektiösität, und dass es auf keine bekannte Krankheit zutrifft.

Denke es wäre ein komischer Zufall wenn es keinen Zusammenhang zu Corona geben sollte.
Wäre natürlich super, wenn es hier jemanden gibt der das vielleicht näher erläutern kann, ob das überhaupt möglich ist.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

13.04.2020 um 14:49
Marike
schrieb:
Kann es nicht sein, dass es einen Zusammenhang zu Covid-19 gibt?
Daran dachte ich auch schon, insbesondere was die Atemwegserkrankungen betrifft.
Andererseits scheint diese Krankheit vor allem die Augen zu betreffen (daher evtl. die Schilderungen der verklebten Augen und des Gefieders?), möglicherweise eine Art Bindehautentzündung?

Covid-19 dürfte eine Zoonose sein, die ja von irgendeinem anderen Tier auf den Menschen übertragen wurde. Ausgeschlossen ist dies aus meiner Sicht definitiv nicht und sollte einen näheren Blick wert sein.
Bindehautentzündungen sollen wohl begleitend zu Covid-19-Infektionen auftreten können:

https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/augen-auf-bei-covid-19-corona-infektion-kann-zu-bindehauten...

Studie zu begleitender Symptomatik der Augen: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.12.20034678v1

Zudem eben gefunden, wieder bzgl. Vögel:

http://wp.wildvogelhilfe.org/de/vogelwissen/gesundheit/typische-krankheiten/augen/
Chlamydieninfektion

Ein häufiger Auslöser von Augenerkrankungen bei Ziervögeln sind Erreger aus der Familie der Chlamydien. Sie verursachen Schwellungen der Lider, die Tiere schließen die betroffenen Augen wegen der durch die Infektion verursachten Schmerzen und häufig kratzen sie sich so oft, dass die umliegenden Federn ausfallen. Auch tritt oft klebriges Sekret aus den Augen aus. Tierärzte haben die Möglichkeit, zum Beispiel durch einen Abstrich festzustellen, ob Chlamydien die Augen eines Vogels befallen haben. Durch die Behandlung mit einem Antibiotikum können Chlamydien-Augeninfektionen behandelt werden.
Und weiter:
Achtung: Da Chlamydieninfektionen ansteckend sind, sollten Vögel, die daran erkrankt sind, in einem Quarantäneraum ohne Kontakt zu anderen Vögeln untergebracht werden.
Ein paar Symptomatiken und die vermutete hohe Infektiösität der unbekannten Erkrankung sind erfüllt, anderer wiederum nicht (aufplustern, Atemnot, Schluckbeschwerden?).


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

14.04.2020 um 12:43
Ich habe davon auch schon gehört, das ist wirklich traurig, da ich die Blaumeisen besonders schön finde. Habe auch alle meine bekannten darauf hingewiesen, dass sie es bitte melden wenn sie einen kranken Vogel im Garten finden..

Ich hoffe das wir uns in ein paar Jahren immer noch an diesen schönen Vögeln erfreuen können.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

15.04.2020 um 22:06
@koef3
@Nils12
@Hypernova


Auch nach mehreren Tagen habe ich in meinem Garten weiterhin nichts Ungewöhnliches feststellen können. Wie bisher, mehr Kohl- als Blaumeisen, wobei Letztere sich ja wie gesagt vermehrt zeigen.
Keine kranken Vögel dabei. Bisher!
Ich hoffe jedenfalls, dass das so bleibt. Der NABU gibt auf seiner Seite ein kleines Update (von gestern):
Update 14. April: Bereits über 8000 Meldungen

Über Ostern sind beim NABU bereits deutlich über 8.000 Fälle toter und kranker Blaumeisen gemeldet worden. Nur selten wurde über ähnliche Symptome auch von anderen Arten wie Kohlmeisen, Rotkehlchen oder Haussperlingen berichtet. Die Meldungen deuten auf eine Konzentration im Dreiländereck zwischen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen hin sowie im nördlichen Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsens (siehe Karte weiter unten).

Labordiagnosen zum Auslöser stehen noch aus. Einige Eigenschaften der Krankheitswelle würden jedoch gut zu einer für Menschen ungefährlichen bakteriellen Infektion passen, die in der Vergangenheit vor allem in Großbritannien zu Lungenentzündungen bei Meisenarten geführt hat und seit 2018 in geringem Ausmaß auch aus Deutschland bekannt ist. Wir werden darüber informieren, sobald sich dieser Verdacht bestätigt oder widerlegt werden kann.
Quelle: Quelle: Nabu Deutschland

Das heißt wohl, wir müssen die Laborergebnisse abwarten. Sicherlich werden die Virologen (oder wer dafür zuständig ist) einen Zusammenhang zu COVID-19 im Hinterkopf haben,... zumindest hoffe ich, dass sie dem nachgehen.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

15.04.2020 um 23:16
Danke für den Hinweis, dann erspart es mir den Updatecheck beim Nabu. :)

https://www.badische-zeitung.de/panorama/raetselraten-um-vogelsterben--184826896.html
Bisher haben Vogelexperten zwei Hauptverdächtige ins Visier genommen. In Frage kämen demnach eine Infektion mit dem Bakterium Suttonella ornithocola sowie das Usutu-Virus.
"Für Usutu als durch blutsaugende Stechmücken übertragene Infektionskrankheit wäre es allerdings eigentlich noch etwas zu früh im Jahr"
[...]
Für die Variante des für Säugetiere und Menschen ungefährlichen Suttonella ornithocola spricht, dass dieses Bakterium ein alter Bekannter ist: Englische Forscher haben es Mitte der 90er Jahre als Ursache eines Meisensterbens in Großbritannien identifiziert, die Tiere litten damals vor allem an Lungenentzündungen.
In Deutschland gab es vor zwei Jahren einen kleineren Ausbruch. "Nein, das neuartige Coronavirus ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht", beruhigt Bosch.
Wikipedia: Suttonella_indologenes#Pathophysiology (Englisch)

Suttonella ist eine Gattung der Familie Cardiobacteriaceae, in welcher zwei Arten bekannt sind (Suttonella indologenes / Suttonella ornithocola).
Erstere befällt den Menschen, zweitere lediglich Vögel.

Viel bekannt ist zu den Bakterien nicht, außer dass Ornithocola bei Vögeln eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditits) auslösen soll.

Die Informationen zu dem Meisensterben in Großbritannien Mitte der 90er scheinen aber leider recht überschaubar zu sein...

Tote oder offensichtlich erkrankte Vögel habe ich bei mir noch nicht gesehen, allerdings habe ich auch keine Futterstelle oder dergleichen eingerichtet. Blaumeisen höre ich aber zwischendurch in meiner Umgebung, anwesend sind diese Vögel bei mir auf jeden Fall.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

16.04.2020 um 12:42
Habe das Update auch gerade gelesen.

Hier in unserem Garten in Cux haben wir viele Meisen und sie leben noch alle und sehen gesund aus.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

16.04.2020 um 22:23
@koef3
Danke für die Links, das ist ziemlich interessant. Vom Meisensterben in den 90ern wusste ich bisher nichts. Sicherlich lässt sich herausfinden, ob es sich bei uns auch um Suttonella handelt.

Auch wenn das Corona-Virus bisher ausgeschlossen wird, der Satz '[..]mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht' besagt zumindest, dass man sich nicht 100 prozentig sicher ist.

Ich werde jedenfalls weiterhin die Augen offen halten und das Geschehen in meinem Garten beobachten :)


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

20.04.2020 um 15:12
Bei mir habe ich nach wie vor keine toten Blaumeisen vorgefunden.

Es gab ein NABU-Update (Stand: 17.04.2020):

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/krankheiten/meisensterben.html

Kurzgesagt:

  • bereits 11000 (!) Meldungen
  • Häufung in Streifen quer durch Westdeutschland (RLP, Hessen, westliches Niedersachsen)
  • besondere Sterblichkeit insbesondere bei Blaumeisen
  • weiterhin tote Vögel/Verdachtsfälle an NABU melden
  • Labordiagnosen zum 27.04.2020 erwartet!


In einer Woche wissen wir hoffentlich mehr. 11000 Meldungen in der relativ kurzen Zeit von etwa 10 Tagen sind eine Menge und deuten auf ein großes Krankheitsgeschehen hin.
(Wobei hier aber auch besonders zu beachten ist, dass viele Menschen wegen Covid-19-Maßnahmen mehr Zeit haben, die Natur häufiger beobachten und das Blaumeisensterben in den bekannten Medien beschrieben wurde.)

Auffällig ist hier der sehr scharf abgegrenzte Bereich wo die unbekannte Erkrankung auftritt, was mich allerdings zugleich wundert. Sollte sich die Erkrankung bei der vermuteten hohen Infektiösität nicht weiter ausbreiten? Natürlich legen Blaumeisen jetzt nicht die großen Entfernungen fliegend zurück, aber eine Weitergabe an andere Populationen in der nahen Umgebung wäre dann doch zu erwarten?

Oder ist diese Erkrankung erst dann infektiös, wenn die Symptomatik vorliegt und die Vögel zum Flug nicht mehr in der Lage sind?
Dann würde die Krankheit auf lokale Bereiche beschränkt bleiben bzw. die Ausbreitung langsamer vonstatten gehen, wie hier scheinbar der Fall.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

22.04.2020 um 09:04
koef3
schrieb am 15.04.2020:
Bisher haben Vogelexperten zwei Hauptverdächtige ins Visier genommen. In Frage kämen demnach eine Infektion mit dem Bakterium Suttonella ornithocola sowie das Usutu-Virus.
"Für Usutu als durch blutsaugende Stechmücken übertragene Infektionskrankheit wäre es allerdings eigentlich noch etwas zu früh im Jahr"
Mittlerweile konnte das Usutu-Virus ausgeschlossen werden:
Bakteriologisch konnte aus den inneren Organen der Tiere das Bakterium Suttonella ornithocola isoliert werden, während parasitologische Untersuchungen des Darms negativ ausfielen. Auch virologische Untersuchungen auf Usutu-, West Nil- oder Influenzaviren verliefen mit negativem Ergebnis.


Bei Suttonella ornithocola handelt es sich um ein Bakterium welches erstmalig im Frühjahr 1996 in England und Wales für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde der Erreger im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen erstmalig in Nordrhein-Westfalen beschrieben.
Bei den Bakterium handelt es sich anscheinend um keine Zoonose, dass heißt nur Blaumeisen sind von der Krankheit betroffen.


https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tiergesundheit/tierseuchen_tierkrankheiten/mysterioses-meisensterben-erreicht-erstmals-niedersachsen-187535.html

Siehe auch hier, ist zwar von der ersten Quelle fast nur angeschrieben :

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2020-04/meisensterben-blaumeisen-ursache-erreger-naturschutz


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

23.04.2020 um 00:11
@orixon
Also ist es tatsächlich die gleiche Krankheit, die man auch damals in Groß Britannien beobachten konnte. Gab es in der Zeit eigentlich Krankheiten bei den Menschen, die in irgendeiner Art auffällig waren?

Ich finde es jedenfalls sehr interessant, dass das Blaumeisensterben bzw. der Ausbruch dieser Krankheit (Suttonella ornithocola) genau jetzt, in Corona-Zeiten, auftaucht.
Aber vielleicht ist das nur ein Zufall. Ich hoffe, dass das noch weiter untersucht wird, denn interessant ist es auf jeden Fall!

Nebenbei bemerkt habe ich in den letzten Tagen keine einzige Blaumeise mehr in meinem Garten gesehen. Nur Kohlmeisen, wie sonst auch. (Und natürlich viele andere Vogelarten).

Hoffentlich liegt das nicht auch an dem Erreger. Tote Tiere habe ich Gott sei Dank noch nicht gefunden.

Danke jedenfalls, @orixon, für die Links!


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23.04.2020 um 14:27
@orixon
Danke für die Info.


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23.04.2020 um 14:53
Marike
schrieb:
Aber vielleicht ist das nur ein Zufall.
Bei so vielen verschiedenen Lungenerkrankungen ist dies ein Zufall, zumal bei der einen Krankheit ein Virus die Ursache ist und bei der anderen ein Bakterium. Also sind es zwei unabhängig voneinander auftretende Krankheiten.
Marike
schrieb:
Also ist es tatsächlich die gleiche Krankheit, die man auch damals in Groß Britannien beobachten konnte. Gab es in der Zeit eigentlich Krankheiten bei den Menschen, die in irgendeiner Art auffällig waren?
Damals war ich noch nicht in der Lage Nachrichten zu verfolgen. 😉 Kann ich also nicht sagen. Sollte es aber der Fall sein, so hat es aber nichts mit dem Erreger Suttonella ornithocola zu tun, da es nach aktuellem Forschungsstand keine Zoonose ist. Das heißt, dass das Bakterium nur auf eine Art (in unserem Fall die Blaumeisen) spezialisiert ist. Selbst andere Vögel sind davon kaum betroffen. Andere Tierarten sind dagegen immun gegen diese Krankheit.


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

24.04.2020 um 11:49
orixon
schrieb:
zumal bei der einen Krankheit ein Virus die Ursache ist und bei der anderen ein Bakterium. Also sind es zwei unabhängig voneinander auftretende Krankheiten.
Verstehe! Danke für die Aufklärung. Ich kenne mich damit kaum aus und war deshalb unsicher, zumal es ja wirklich ein Zufall ist :)
orixon
schrieb:
keine Zoonose ist. Das heißt, dass das Bakterium nur auf eine Art (in unserem Fall die Blaumeisen) spezialisiert ist.
Wieder was dazugelernt, vielen Dank :) Dann weiß ich nächstes Mal besser bescheid. Wobei ich natürlich hoffe, dass es kein nächstes Mal geben wird!


Übrigens sind seit gestern wieder vereinzelt Blaumeisen in meinem Garten. Als hätten sie gelesen, was ich hier geschrieben habe, und wollen nun sagen: Hey, wir sind noch da!


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In Deutschland aktuell rätselhaftes Blaumeisensterben

25.04.2020 um 17:01
orixon
schrieb:
Das heißt, dass das Bakterium nur auf eine Art (in unserem Fall die Blaumeisen) spezialisiert ist.
Nur eine kleine Ergänzung, weil es nicht nur allein um die Blaumeise geht:
Suttonella ornithocola betrifft fast ausschließlich Meisenarten, dabei vor allem die kleinen Meisenarten, von denen die Blaumeise mit Abstand am häufigsten in deutschen Gärten vorkommt. Mutmaßlich dürften auch die selteneren Arten betroffen sein, wie zum Beispiel die eher auf den Wald beschränkten Tannen- und Haubenmeisen und vermutlich auch Sumpf- und Weidenmeisen. Seltener betroffen sind offensichtlich die größeren Kohlmeisen.
https://www.nabu.de/news/2020/04/27990.html


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19.06.2020 um 10:35
Bei mir in Niedersachsen und bei meinen Eltern in NRW sind die Blaumeisen mittlerweile leider nicht mehr zu beobachten.
Kohlmeisen sind noch zahlreich zu sehen.


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28.06.2020 um 23:10
Bei mir im Braunschweiger Westen ist die Blaumeise auch kaum noch zu sehen. Die einzigen Blaumeisen die ich in den letztenWochen gesehen habe, sahen wirklich nicht wirklich gesund aus oder Lagen bereits Tot auf dem Boden.

Es sieht hier nicht so gut aus :/

Es ist wirklich sehr schade, ich mag ihre freche Art.


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