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Interessiert ihr euch für Kopffüsser? 🦑🐙

58 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Tiefsee, Kalmare, Kraken ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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10.10.2026 um 20:22
Zitat von orletsorlets schrieb:Dosidicus (Humboldt Kalmar*)
Ich habe mit dem * vergessen zu schreiben, dass man den Humboldt Kalmar auch "Riesen Flugkalmar" bezeichnen kann, auch wenn diese Bezeichnung nicht so verbreitet ist. Sobald es möglich ist, werde ich einen kleineren Kalmar, der für die Zubereitung als "Calamari" bezeichnet wird, in einen Gefäß mit 70% iges Isopropylalkohol konservieren/präparieren. Die Schritte, wie man das richtig macht (nicht einfach nach dem Kauf so rein legen) habe ich bereits von einen Teuthologen (ein Experte für Kopffüßer, Kraken, Kalmare, Tintenfische) bekommen. Ich brauch mindestens 4 Liter 70% iges Isopropylalkohol in Apothekenqualität, eine leere Spritze mit Kanüle, die Gefäße (habe ich bereits) und einen frischen, unausgenommenen Kalmar, an dem alles dran ist, mit Augen und Innereien. Ich hoffe, dass es bald los gehen kann :)


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10.10.2026 um 20:49
In 4100 Metern Tiefe hat man im Meeresboden ein vollkommener, noch unbekannter Kopffüßer entdeckt, der so anders als alle zuvor bekannten ist,dass man unser Verständnis von Kopffüßern grundlegend verändern könnte.

Dieses Tier schwamm nicht umher oder schwebte im Wasser, sondern vergrub sich im Meeresboden.

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Die Aufnahmen zeigen einen Tiefseekalmar, der der Wissenschaft noch unbekannt ist und wahrscheinlich zur Gruppe der Geißelkalmare gehört. Er hängt fast vollständig von Sediment bedeckt kopfüber am Meeresboden. Nur sein Siphon und zwei lange, weiße Tentakel ragen aus dem Meeresboden, wie ein Zauberer, der versucht, ohne Publikum zu verschwinden.
Dass es sich um einen mit Schlamm bedeckten Tintenfisch handelt, ist eine Premiere, genauso wie die Tatsache, dass er auf dem Rücken liegt. So etwas haben wir bei Kopffüßern noch nie gesehen.“
Quelle: https://www.futura-sciences.com/en/this-has-never-been-seen-before-the-mind-blowing-discovery-made-by-this-deep-sea-squid_34089/
Zunächst glaubten die Forscher, lediglich einige zufällig aus dem Meeresboden ragende Strukturen zu beobachten, üblicherweise Glasschwämme oder Röhrenwürmer. Erst als sie eine leichte Bewegung bemerkten, dämmerte es ihnen: Es war ein Tintenfisch – und ehe sie es sich versahen, war das Tier buchstäblich im Schlamm verschwunden.
Für das einzigartige Verhalten dieser Tiere,haben die Wissenschaftler zwei Theorien:
- Raubtieren wie Schnabelwalen ausweichen, oder

- Seine bevorzugte Beute – Krebstiere – lockt er an, indem er festsitzende Organismen imitiert, um die diese Tiere gerne herumkriechen.

„Wenn der Schwamm das Krebstier anlockt und der Tintenfisch den Schwamm imitiert und das Krebstier frisst, würde das alles erklären“, meint Alejandra Mejía-Saenz.
Der Siphon (auch Trichter genannt) der Kopffüßer ist ein muskulöses, rohrförmiges Organ, das für die Fortbewegung nach dem Rückstoßprinzip sowie der Atmung und Ausscheidung dient. Er hat sich evolutionär aus dem Fuß der Weichtiere entwickelt.


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13.10.2026 um 13:39
Ein kleiner Vergleich zu den zwei größten bekannten Kopffüßern und zugleich den größten uns bekannten wirbellosen Tiere unserer Zeit.
Während der Riesenkalmar vor allem durch seine extremen Tentakellängen beeindruckt, hat der Kolosskalmar ganz andere Superlativen zu bieten.

Der
Riesenkalmar erreicht eine Länge von bis zu 13 Meter,es gibt zwar Berichte, die länger sind, aber nicht offiziell dokumentiert.
Der Kolosskalmar kann bis 14 Meter werden.
Das Gewicht eines Riesenkalmars kann bis 270 kg betragen, während der Kolosskalmar mit über 500 kg,das schwerste wirbellose Tier ist.

Der Riesenkalmar ist eher schlank gebaut und besitzt extrem lange, dünne Fangarmen, mit Saugnäpfen, die mit scharfen Hornringen besetzt sind, die zum Festhalten der Beute dienen.


IMG 20261013 121510


Der Kolosskalmar hingegen ist sehr massiv und gedrungen gebaut,besitzt zwar kürzere, aber dafür dickere und viel stärkere Fangarme. Diese muskulösen Arme besitzen drehbare Haken oder Krallen, die zum Zerreißen von Beute gedacht sind.


IMG 20261013 121547

Beide Kalmare erreichen einen Augendurchmesser von bis zu 30 cm, welches die größten im Tierreich darstellen.


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Eingelegtes Riesenkalmarauge im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington


Während der Riesenkalmar weltweit in gemäßigten und tropischen Meeren zu finden ist, lebt der Kolosskalmar im südlichen Ozean in der Antarktis und im extrem kaltes Wasser.

Beide Arten leben in extremen Tiefen und wurden lange Zeit fast nur über Mageninhalte von Pottwalen nachgewiesen. Während der Riesenkalmar bereits einmal lebend in seinem natürlichen Lebensraum gefilmt wurde


Live giant squid in natural habitat

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Youtube: Scientists film giant squid in its natural habitat
Scientists film giant squid in its natural habitat
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gelang es Forschenden erst 2025, ein junges Exemplar des Koloss-Kalmars erstmals in der Tiefsee zu filmen.


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Youtube: Colossal Squid, 1st Live Observation | Searching for New Species in the South Sandwich Islands
Colossal Squid, 1st Live Observation | Searching for New Species in the South Sandwich Islands
Externer Inhalt
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Die größte Krake (Oktopus) der Welt, ist die
Pazifische Riesenkrake (Enteroctopus dofleini). Wikipedia schreibt dazu:
Erwachsene Kraken erreichen häufig ein Gewicht von 23 bis 40 kg. Die größten Exemplare werden bis zu 270 kg schwer und können mit ausgespreizten Armen eine Kreisfläche von 9,50 m Durchmesser abtasten
Quelle: Wikipedia: Pazifischer Riesenkrake


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https://www.tumblr.com/fyeahoctopodes/6858367566/enteroctopus-dofleini-or-north-pacific-giant

Kraken gehören zu den achtarmigen Tintenfischen, Kalmare dagegen zu den zehnarmigen. Zehnarmige Tintenfische (Decapodiformes) besitzen acht
Arme und zwei spezialisierte,
einziehbare Futtertentakel, während
achtarmige Tintenfische (Octopodiformes) nur acht Arme und ohne keinerlei Tentakel besitzen.
Zitat von AigulfAigulf schrieb am 22.09.2026:Außerdem sehr spannend dazu die 9 Gehirne des Oktopuses.
Ja,das ist wirklich wahr. Das zentrale Nervensystems von Tintenfischen ist eine anatomische Besonderheit und daher sehr interessant. Ihr Gehirn ist ringförmig um die
Speiseröhre angeordnet und
besitzt stark zentralisierte Loben
für komplexe Lernprozesse. Die sind besonders bei Kraken zu finden,da sie am Meeresgrund leben und Werkzeuge für ihr Problemlösung nutzen. Solches Verhalten (Werkzeuge nutzen) hat man bei Kalmaren bislang nicht beobachtet.


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14.10.2026 um 00:05
Auf der Suche nach noch unbekannten oder unbeschriebenen Tiefseekalmare, bin ich nochmal auf diesen gestoßen
Zitat von orletsorlets schrieb am 10.10.2026:In 4100 Metern Tiefe hat man im Meeresboden ein vollkommener, noch unbekannter Kopffüßer entdeckt, der so anders als alle zuvor bekannten
Wissenschaftler filmen Tiefseekalmar, der sich in 4 Kilometern Tiefe im Pazifik in einen Baum verwandelt.
So die Übersetzung aus dem englischen. "Baum" ist jetzt nicht ganz so passend, Koralle wäre jetzt besser gewesen...


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Die neue Entdeckung, die Forscher in einer neuen Ära der Meeresbiologie gemacht haben, ist die erste Aufnahme einer bisher unbeschriebenen Peitschenkalmarart. Dieses Tier ist zu einer aggressiven Form der Mimikry fähig, die es mit dem Meeresboden verschmelzen lässt. Wissenschaftler konnten dieses Phänomen in einer Tiefe von 4,1 km in der Clarion-Clipperton-Zone (CCZ) im Pazifik filmen. Die Forscher fanden zudem Hinweise auf eine weitere neue Kalmarart, die sie aufgrund der Aufnahmen aus der CCZ für ein Mitglied der Familie Mastigoteuthidae halten. Sie gehen davon aus, dass es sich um ein Exemplar dieser bisher unbekannten Kalmarart handelt.
Diese bemerkenswerte Tarnstrategie, bekannt als aggressive Mimikry, erlaubt es dem Raubtier, im Sediment zu verschwinden und ahnungslose Beute in der Tiefsee aufzulauern. Indem sie sich nahtlos in die geologischen Strukturen der CCZ einfügen, demonstrieren diese Kopffüßer eine hochentwickelte Anpassungsfähigkeit an ihre Umwelt, die unser grundlegendes Verständnis des Überlebens in der Tiefsee in Frage stellt.
Quelle: https://timesofindia.indiatimes.com/science/scientists-film-deep-sea-squid-turning-into-a-tree-4-kilometres-below-the-pacific/amp_articleshow/129632951.cms

Hier aus einer anderen Quelle findet man dieses Foto von diesem Kalmar


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Obwohl bekannt ist, dass sich Oktopusse, Tintenfische und einige Flachwasserkalmare vergraben, ist dieser unbekannte Tiefseekalmar der erste, der dieses Verhalten zeigt – und das auch noch kopfüber.

(Bildnachweis: Mejía-Saenz et al. 2025)
„Die Tatsache, dass es sich um einen Tintenfisch handelt, der sich mit Schlamm bedeckt – das ist neu für Tintenfische – und die Tatsache, dass er auf dem Rücken liegt“, erklärte die Hauptautorin Alejandra Mejía-Saenz , Tiefseeökologin bei der Scottish Association for Marine Science , gegenüber Live Science. „Wir hatten so etwas noch nie bei Kopffüßern gesehen. … Es war sehr neuartig und sehr rätselhaft.“
Quelle: https://www.livescience.com/animals/mollusks/very-novel-and-very-puzzling-unknown-species-of-squid-spotted-burying-itself-upside-down-pretending-to-be-a-plant

Außerdem noch zwei andere, sehr schöne Exemplare


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Erstmals gelangen Aufnahmen von einem lebenden Promachoteuthis-Kalmar. © Schmidt Ocean Institute/​dpa
Quelle: https://www.zeit.de/news/2024-08/30/casper-krake-und-seekroete-funde-im-tiefsee-gebirge


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Dieser hübsche Kerl heißt Moratoothopsis longimana , ein geisterhaft weißer Tintenfisch mit langen, eleganten Tentakeln.

Bild mit freundlicher Genehmigung des Minderoo-UWA Tiefseeforschungszentrums
Quelle: https://www.iflscience.com/in-the-near-zero-depths-of-antarctica-strange-squids-have-been-caught-on-film-78800


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Vier neue Oktopus-Arten in der Tiefsee entdeckt
Reich an Armen
Das von einem Milliardär finanzierte Schmidt Ocean Institute hat schon häufiger spektakuläre Tauchfahrten unternommen. Diesmal machte ein Unterwasserroboter an einer warmen Quelle vor Costa Rica einen Zufallsfund.
Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/costa-rica-vier-neue-oktopus-arten-in-der-tiefsee-entdeckt-reich-an-armen-a-3cdfa6e4-59ee-4bb7-9a4b-0cdd032a6b6f

Ein Bild davon hier


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Sichtung einer bereits bekannten Art: Vitreledonella richardi, bekannt als Glaskrake Foto: ROV SuBastian / Schmidt Ocean Institute
4 neue Tiefsee-Oktopusarten identifiziert
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Ein Oktopus-Jungtier schlüpft aus einem Gelege am Tengosed-Seamount (Schmidt Ocean Institute).
Quelle: https://divernet.com/scuba-news/marine-biology/4-new-deep-sea-octopus-species-identified/


cc Courtesy-of-NOAA 16x9
Vitalfunktionen
Gebräuchlicher Name: Geisteroktopus
Fundort: Entdeckt in der Nähe des Hawaii-Archipels in einer Tiefe von 2,6 km
Lebensdauer: unbekannt
Größe: 12 cm lang
Wegen seines freundlichen, geisterhaften Aussehens wird er „Casper“ genannt.
Quelle: https://naturecanada.ca/news/blog/deepsea-ghost-octopus/


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Quelle: https://www.techeblog.com/casper-ghost-octopus-hawaii/
Forscher entdecken riesigen Tiefsee-Oktopus beim Verspeisen eines ungewöhnlichen Snacks
Der Kopffüßer verspeiste eine Qualle – die lange Zeit im Nahrungsnetz als unbedeutend galt.
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Quelle: https://www.smithsonianmag.com/smart-news/researchers-spot-rare-octopus-eating-unusual-snack-180962734/

Die Art wird als Haliphron atlanticus genannt


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14.10.2026 um 21:26
Wissenschaftler haben auf den Galápagos-Inseln eine neu entdeckte Oktopusart, Microeledone galapagensis, gefunden.
Was ist der süß, der Tiny-Blue-Octopus. Grad mal so groß wie Golfball.

https://www.geo.de/natur/tierwelt/sensation--blauer-mini-oktopus-vor-den-gal%C3%A1pagos-inseln-entdeckt-37444188.html
Filmchen: 47 sec.


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15.10.2026 um 21:49
Vor 500 Millionen Jahren im Kambrium, einer Periode des Erdaltertums (Paläozoikum) gab es mit Nectocaris pteryx ein kleines Tierchen von gerade Mal bis 5 cm und stellt die Wissenschaft bis heute vor einem Rätsel. War dies die Vorfahren aller heutigen Kopffüßer? Berichte aus 2010 war man sich nach langer Unsicherheit einig,dass sie es waren. Dort hat es noch geheißen:


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Ein Urtier mit kurzen Stielaugen und zwei langen Tentakeln am Kopf war ein Vorfahr der heutigen Kraken und Tintenfische. Das schließen kanadische Wissenschaftler aus Untersuchungen von rund 500 Millionen Jahre alten Fossilien kleiner Meeresbewohner.
Sie lösten damit ein altes Rätsel um den Nectocaris pteryx, der bisher für einen unbekannten Vorfahr der Krebse oder Wirbeltiere gehalten worden war. Neue Funde aus den Ablagerungen der Burgess-Shale-Formation in den kanadischen Rocky Mountains zeigten dagegen: Das merkwürdige Tierchen war ein früher Kopffüßer. Das berichten Martin Smith und Jean-Bernard Caron von der Universität Toronto im Fachjournal „Nature“. dpa
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/vor-500-millionen-jahren-der-ur-tintenfisch-hatte-nur-zwei-tentakel-4327615.html

Doch heute gilt Nectocaris in der Wissenschaft nicht mehr als die ersten Kopffüßer. Neuere paläontologische Untersuchungen ordnen Nectocaris und seine Verwandten ganz anderen Tiergruppen zu, nach aktuellen Studien sehen in ihnen sogar frühe Verwandte der heutigen Pfeilwürmer (Chaetognatha).

Man ging davon aus, als im Jahr 2010 kanadische Forscher neue Fossilien aus
dem kanadischen Burgess-Schale untersuchten,dass es sich um Kopffüßer handelt. Sie stießen dabei auf Merkmale, die sehr stark an moderne Tintenfische erinnerten, wie etwa zwei lange Fangarme (Tentakel) am Kopf, einen ähnlichen Trichter, der wie bei heutigenTintenfischen zur Fortbewegung gedient haben könnte und große, seitliche Schwimmflossen, sowie hochentwickelte Augen.

Wenn das gestimmt hätte, wär die Evolution der Kopffüßer um rund 30 Millionen Jahre nach hinten verschoben und bewiesen, dass die Gruppe ohne Schale entstand.
Doch die Zugehörigkeit zu den Kopffüßern stieß in der Wissenschaft schnell auf heftige Kritik und gilt heute als überholt.

Wie es in der ScienceDaily steht, besagt,dass der wissenschaftliche Konsens sich echte Kopffüßer aus schneckenartigen Urahnen mit einer harten, gasgefüllten Kalkschale entwickelt haben, die ihnen Auftrieb gab. Nectocaris besaß keinerlei Schale.

Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2010/05/100526134142.htm

Außerdem besitzen alle Weichtiere, wie auch Schnecken und Kopffüßern , eine Raspelzunge. Bei keinem der hervorragend erhaltenen Nectocaris-Fossilien wurde je eine Radula gefunden.

Auch der Trichter, der zur Fortbewegung dient und die Fangarme, haben einen völlig anderen Aufbau, als die Organe von Tintenfischen. Die Ähnlichkeiten beruhen vermutlich auf konvergenter Evolution (unabhängige Entwicklung ähnlicher Merkmale durch dieselbe Lebensweise, mehr darüber, findet ihr hier

Konvergente Evolution/Analogie )



Zu den ersten wirklichen Kopffüßer gelten heute, ebenfalls kleine Tiere,aus der Gattung Plectronoceras aus dem späten Kambrium.


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Und was wurde aus Nectocaris? Während das deutsche Wikipedia immer noch von Kopffüßern ausgeht, steht im englischsprachigen Wiki etwas aktuelleres:
Ihre Zugehörigkeit zu anderen Tiergruppen jenseits der Bilateria galt lange als unsicher, bis eine Studie aus dem Jahr 2025 sie als Verwandte der modernen Pfeilwürmer (Chaetognathen ) interpretierte.
Quelle: Wikipedia: Nectocaris

Hier eines der Fossilien


Nectocaris pteryx ROM 60079Original anzeigen (6,2 MB)


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17.10.2026 um 11:54
Das war wohl nichts...

2024 haben chinesische Wissenschaftler anscheinend im Südchinesischen Meer nahe der Insel Hainan in einer Tiefe von 800 bis 1000 Metern, in der Dämmerungszone) eine zweite Vampirtintenfischart entdeckt, die sie Vampyroteuthis pseudoinfernalis nannten.



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https://www.researchgate.net/figure/Fresh-collected-Vampyroteuthis-pseudoinfernalis-Qiu-Liu-Huang-sp-nov-A-Dorsal_fig2_380637854

Man ging davon aus,dass es eine neue Art sei,da dieses Exemplar, gegenüber zu Vampyroteuthis infernalis einige Unterschiede aufweisen:

So hätte das im Jahr 2024 beschriebenes Exemplar gegenüber der zuvor benannten einen zugespitzten Schwanz. Die Position der Leuchtorgane würde sich von Vampyroteuthis infernalis unterscheiden und auch der untere Schnabel würde bei Vampyroteuthis pseudoinfernalis eine andere Form aufweisen als bei Vampyroteuthis infernalis. Besonders aber die genetische Analysen hätten bewiesen,dass es sich wirklich um eine neue Art handeln würde.
Doch diese Ansicht teilten nicht alle Wissenschaftler und untersuchten dieses Exemplar in diesem Jahr noch einmal.

Dann kam die Wende.

Neuere, umfassendere Analysen stellten die Entdeckung richtig. Die Forscher stellten fest, dass die physischen Unterschiede (wie die Form des Schwanzes) auf Verformungen zurückzuführen sind, die beim Transport aus der Tiefsee unter extremem Druckwechsel entstanden sind. Auch die genetischen Marker zeigten keine ausreichenden Unterschiede für eine eigene Art. Vampyroteuthis infernalis bleibt somit vorerst die einzige lebende Art in die Familie der Vampirtintenfische.
Vampyroteuthis pseudoinfernalis wird daher als jüngeres Synonym betrachtet,was bedeutet,dass diese Art ungültig ist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass damit kein neues Tier entdeckt wurde, sondern ein bereits bekanntes.

....Schade


Vampirtintenfische sind sehr interessante Kopffüßer. Vor ca. 300 Millionen Jahren, im Karbon, spalteten sich die modernen Kopffüßer in zwei große Linien auf:
Zehnarmige Tintenfische wie Kalmare und Sepien und achtarmige wie Kraken.
Der Vampirtintenfisch gehört rein taxonomisch zur Gruppe der Krakenartigen. Evolutionär besitzt er jedoch eine tintenfischähnliche Chromosomenstruktur, die der des gemeinsamen Ur Vorfahren gleicht. Während moderne Kraken ihr Erbgut im Laufe der Evolution stark umstrukturiert und verschmolzen haben, blieb das Genom des Vampirtintenfischs über Jahrmillionen eigentlich wie eingefroren.
Sie sind daher ein "Zwischending" aus achtarmigen Kraken (Oktopussen) und zehnarmigen Tintenfischen (Kalmaren).

Auch ihre Arme sind in die Welt der Kopffüßer einzigartig. Sie besitzen scheinbar acht Arme die durch eine Hautembrane verbunden sind und so den typischen Schirm oder den "Umhang" wie das eines Vampirs (daher der Name) bildet.


Vampyroteuthis infernalis D0147 01 1150Original anzeigen (0,8 MB)


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Sie besitzen jedoch zwei zusätzliche, fadenförmige Sinnesfilamente, die sie in separate Taschen zurückziehen können.


IMG 20261017 111410Original anzeigen (0,6 MB)

Da der Vampirtintenfisch der einzige Kopffüßer ist (den wir bislang kennen),der sich statt lebender Beute ernährt und aktiv auf Jagd geht, ernährt er sich vom herabfallenden Meeresschnee und andere organische Materialien, die im Wasser sind. Diese Fäden sind hochempfindliche Tast- und Sinnesorgane. Mit diesen spürt das Tier feine Strömungen oder die Bewegung von potenziellen Feinden im Wasser, lange bevor es sie sehen kann.
Zählt man diese dazu, kommt man theoretisch auf zehn Gliedmaßen.
Aufgrund dieser einzigartigen "Mischung" gehört der Vampirtintenfisch weder zu den echten Kraken noch zu den Kalmaren, sondern bildet in der Biologie eine ganz eigene Ordnung.

Seine Arme besitzen keine Saugnäpfe, wie andere Kopffüßer, sondern fingerartige Anhängsel, bei denen der Meeresschnee kleben bleibt. Sobald der Schirm mit Nahrungspartikeln voll ist, zieht der Vampirtintenfisch es ein. Er streift den gesammelten Meeresschnee mithilfe seiner verbleibenden acht Armen ab. Die Arme transportieren den Schleim-Nahrungsballen dann mithilfe von winzigen Wimpernhärchen direkt zum Mund. Danach wird das Filament für den nächsten „Fang“ wieder ausgeworfen.
Obwohl der Vampirtintenfisch sich von kleinsten organischen Material ernährt, besitzt er wie alle Kopffüßer einen Schnabel. Für was diese Tiere ihn besuchen, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist es ein Überbleibsel aus Millionen von Jahren. Die ursprünglichen Vampirtintenfische lebten im Gegensatz zu den heutigen Nachfahren vor allem in flachen Schelfmeeren (oder kontinentalen Randmeeren) und wie sich bei einem Fossil heraussttellte, waren diese Vorfahren mitunter aktive Jäger. Erst im Laufe der Jahrmillionen zogen sie sich in die Tiefsee zurück.


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18.10.2026 um 11:50
Im nördlichen pazifischen Ozean, vor japanischen und chinesischen Küsten, bis nach Russland, gibt es japanische Kalmare (Todarodes pacificus), die viele deutsche Trivalnamen besitzen. Diese werden entweder pazifischer Kalmar oder pazifischer Flugkalmar, japanischer Kalmar oder auch gewöhnlicher Japanischer Kalmar, wie auch japanischer Flugkalmar oder Pfeil-Kalmar genannt. Welcher jetzt davon nun der korrekteste ist, weiß ich nicht. Diese Kalmare können fliegen und schießen wie Raketen oder Gleitflugkörper aus dem Wasser um durch die Luft zu gleiten.

Ein Bild mit der Erklärung habe ich hier übersetzt.


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Der Kalmar zieht Wasser in seinen muskulösen Körper (den Mantel) und presst es mit hohem Druck durch ein Trichterorgan (Siphon) nach draußen. Dieser Rückstoß katapultiert das Tier mit voller Wucht aus dem Wasser. Sobald sie in der Luft sind, breiten die Kalmare ihre Flossen und ihre Tentakel und Arme weit aus. Diese bilden eine aerodynamische Fläche, mit der sie über das Wasser gleiten. Während des Fluges, der rund 3 Sekunden dauert, erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 11,2 Metern pro Sekunde (das entspricht etwa 40 km/h) und legen Strecken von über 30 Metern zurück. Manchmal stoßen sie auch in der Luft noch kurz Wasser aus, um den Schub zu verstärken. Sie fliegen oder gleiten daher eigentlich wie Raketen und nutzen den Rückstoßprinzip. Sie nutzen diese Methode, um schnellen Jägern wie Thunfischen oder Delfinen zu entkommen.

Hier ein Foto von einem solchen Kalmar.


Todarodes pacificus ruler

Wikipedia: Todarodes pacificus


Auch bei Spinnen gibt es Arten, die mehrere deutsche Trivalnamen besitzen. So nennt man die Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) mitunter auch Kellerspinne, Hausspinne, oder inländische Winkelspinne, was sehr verwirrend ist, da auch die große Winkelspinne (Eratigena atrica) Hausspinne oder Kellerspinne genannt werden. Dabei handelt es sich um zwei Winkelspinnen mit unterschiedlichen Gattungen.


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19.10.2026 um 09:10
Drei weitere, sehr interessante ausgestorbene Kopffüßer, die in hervorragenden Fossilien entdeckt worden sind.

Da wäre zu einem Clarkeiteuthis conocauda, die aus dem Unterjura in Deutschland und England bekannt sind.
In einem Fossil sieht man, wie ein Clarkeiteuthis conocauda, einen Leptolepis jagt (eine ausgestorbene Gattung kleine heringsähnliche Knochenfische aus der Gruppe der Vorläufer der heutigen Echten Knochenfische.Sie gehören zu den sogenannten Stamm-Teleostei * und spielen eine zentrale Rolle in der Evolutionsgeschichte der Fische)


Clarkeiteuthis with Leptolepis fossil


Rekonstruktion dieser Szenerie


Reconstruction-of-Clarkeiteuthis-conocau

https://www.researchgate.net/figure/Reconstruction-of-Clarkeiteuthis-conocauda-after-catching-the-small-teleost-Leptolepis_fig5_333425589

Ein anderes Fossil ist so gut erhalten,dass man auch die Weichteile erkennen kann.


Phragmoteuthis conocauda
werden zwei Arten beschrieben: C. conocauda ist aus dem Posidonia Shale bekannt , und C. montefiorei ist aus den Hettangium- Schichten der Blue Lias Formation [ 2 ] und aus der Charmouth Mudstone Formation bekannt .

Clarkeiteuthis besaß einen langen Phragmoconus und zehn kurze, hakenförmige Arme . [ 1 ] Obwohl es ursprünglich als Phragmoteuthide betrachtet wurde, ist diese Klassifizierung von modernen Forschern in Frage gestellt worden, da ihm ein breites, dreilappiges Proostracum (die vordere Verlängerung des Schutzes des Phragmoconus), das Autapomorphiemerkmal der Phragmoteuthiden, fehlte.

C. conocauda hatte eine Gesamtlänge von etwa 21 cm . Diese Art ist gut erhalten; Weichteile wie Mantel und Tintenbeutel sind sichtbar. Ein Arm besaß etwa 30 Haken. [ 3 ]
Quelle: Wikipedia: Clarkeiteuthis

Ebenfalls ein sehr interessantes Fossil, zeigt eine andere Jagdszene.

Ein größerer Kopffüßer, begann,einen kleinen Vampirtintenfisch zu fressen und beide starben. Diese Abbildung zeigt diese Szenerie,gezeichnet von Christian Klug,
Kurator des Paläontologischen Museums der Universität Zürich und Hauptautor der Studie, der auch Professor am Institut für Paläontologie der Universität ist.

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Das Forschungsteam erklärte, die Analyse der Platte habe ergeben, dass die letzten Momente der beiden Geschöpfe in einer „ewigen Umarmung“ geendet hätten.

„Wir gehen davon aus, dass das Raubtier mit seiner Beute zufrieden war und nicht bemerkte, dass es sank“, sagte Christian Klug
13358 2021 218 Fig1 HTML
Die Bilder A und B zeigen das Fossil unter verschiedenen Lichtverhältnissen, während Bild C eine Illustration der beiden Lebewesen ist (Krug et al. 2021).
Die Forscher gaben an, dass beide Kreaturen zur Gruppe der Kopffüßer gehören, zu der auch Kraken zählen. Bei dem einen handelt es sich um einen Argonauten
Spoiler(was eine Familie und Gattung (Argonauta) der Papierboote wäre, aber da hab ich meine Zweifel,da andere Berichte, bei der man jedoch ein Abo braucht,um alles lesen zu können,wird beschrieben,dass beide zu den Vampyromorpha gehören)
beim anderen um einen Vampirtintenfisch.
Quelle: https://www.indyturk.com/node/336841/bi%CC%87li%CC%87m/180-milyon-y%C4%B1ll%C4%B1k-fosil-vampir-kalamar%C4%B1n-atas%C4%B1n%C4%B1n-ba%C5%9F%C4%B1na-gelenleri-ortaya-koydu

(übersetzt aus dem türkischen)

Bei dem Jäger handelt es sich um Jeletzkyteuthis coriacea, bei seiner Beute um den Ur Vampirtintenfisch Parabelopeltis flexuosa.


Detail-of-Fig-1-showing-only-the-prey-co

Parabelopeltis flexuosa.



https://www.researchgate.net/figure/Detail-of-Fig-1-showing-only-the-prey-coleoid-Parabelopeltis-flexuosa-SMNS-70-623_fig1_350107148


Aus dem Mitteljura stammt dieses Exemplar, Vampyrofugiens atramentum, ebenfalls ein Vorfahre der heutigen Vampirtintenfische.


image 12059 1e-Vampyrofugiens-atramentum
Paläontologen haben anhand eines Fossils aus der mitteljurassischen Lagerstätte La Voulte-sur-Rhône in Frankreich eine neue Gattung und Art von vampyromorphen Coleoiden identifiziert.
Die neu beschriebene vampyromorphe Art lebte im mittleren Jura, vor etwa 165 Millionen Jahren.

Es trug den Namen Vampyrofugiens atramentum und besaß einen Tintenbeutel, zwei innere Leuchtorgane, Vampyroteuthis -ähnliche Saugnäpfe sowie eine an einen Oktopus erinnernde Armkonfiguration und Muskulatur.

„Die Kombination aus Tintenbeutel und inneren Leuchtorganen ist aus jüngerer Zeit bekannt, allerdings nicht aus dem Fossilienbestand der Coleoidea (Oktopusse, Kalmare und Tintenfische)“, sagten die Paläontologin Alison Rowe und ihre Kollegen von der Sorbonne Université.
image 12059 2-Vampyrofugiens-atramentum
Die Anordnung der Arme und Saugnäpfe bei Vampyrofugiens atramentum in Verbindung mit der sensorischen Funktionalität der Cirren lässt vermuten, dass es beides zum Aufspüren und Fangen von Beute einsetzte.
Quelle: https://www.sci.news/paleontology/vampyrofugiens-atramentum-12059.html

Also noch aktiv auf die Jagd gingen, im Gegensatz zu heutige Tiere.
Die heutigen Vampirtintenfische haben auch keine Tinte und besitzen auch keinen Tintenbeutel. Da sie in der absoluten Dunkelheit der Tiefsee (in Tiefen von 500 bis 3.000 Metern) leben, wäre eine dunkle Tintenwolke zur Ablenkung von Feinden völlig nutzlos. Stattdessen hat der Vampirtintenfisch (Wikipedia) im Laufe der Evolution andere Verteidigungsstrategien entwickelt.




* Der Begriff Stamm-Teleostei bezeichnet in der Evolutionsbiologie und Paläontologie die fossilen, ausgestorbenen Vorläufergruppen der Echten Knochenfische (Teleostei)


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21.10.2026 um 22:20
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Die Vampirtintenfische (Vampyroteuthis infernalis) sind zusammen mit die Großflossenkalmare oder Langarmkalmare (Magnapinna spec.) die zwei interessantesten Kopffüßer für mich.
Besonders die Evolutionsgeschichte der Vampirtintenfische ist sehr interessant.

Vor etwa 270 bis 300 Millionen Jahren spalteten sich die modernen Kopffüßer in zwei Hauptlinien: Die zehnarmigen Tintenfische (Decabrachia) wie Kalmare und Sepien und die achtarmigen Tintenfische (Octobrachia). Der Vampirtintenfisch entwickelte sich genau an der Basis dieser Aufspaltung. Er bildet eine Brücke und vereint Merkmale beider Tintenfischgruppen.
Äußerlich ähnelt das Tier mit seinen acht Hauptarmen und den Saugnäpfen einem Oktopus. Die innere Chromosomenstruktur des Vampirtintenfisches hat sich jedoch seit Jahrmillionen kaum verändert und entspricht der eines kalmarähnlichen Ur-Vorfahren. Während moderne Kraken im Laufe der Evolution ihre Chromosomen massiv umstrukturierten und verschmolzen, blieb der Vampirtintenfisch genetisch im Urzustand.



─── Ur-Vorfahre ┤
(ca. 300 Mio.)
└── Kalmare und Sepien (10 Arme)
└──── Vampirtintenfische (8 Arme + 2 Sinnesfäden *)
└── Moderne Kraken / Oktopusse (8 Arme)

* Die zwei Sinnesfäden waren ursprünglichen zwei Arme

Fossilien aus dem Jura und der Kreidezeit (wie Vampyronassa rhodanica oder Vampyrofugiens atramentum ) zeigen, dass die Vorfahren in flacheren, lichtdurchfluteten Meeren lebten. Sie hatten kräftigere Körper und kräftigere Saugnäpfe und waren aktive Raubtiere ,die Jagd auf Fische und andere kleinen Meerestiere machten. Sie besaßen damals sogar noch einen Tintensack zur Flucht im hellen Wasser. Wie schon beschrieben, hatten sie im Laufe der Evolution den Tintensack verloren,da sie diese in der dunklen Tiefsee nicht benötigen (eine dunkle Tintenwolke würde man in einer dunklen Umgebung natürlich nicht sehen), dafür können diese faszinierende Geschöpfe eine leuchtende Flüssigkeit in Form von Biolumizenz heraus schleudern,welche ihre Feinde erschrecken oder verwirren


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Sowie können sie die Enden an ihre Arme ebenfalls leuchten lassen.


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Das die Tiere im Laufe der Evolution sich so an die dunkle, nährstoffarme Tiefsee angepasst haben, finde ich ziemlich klasse.

Fossilienanalysen des 30 Millionen Jahre alten Vorfahren Necroteuthis hungarica aus dem Oligozän belegen, dass die Tiere zu dieser Zeit begannen, in extreme Tiefen abzuwandern. Vermutlich verdrängte die Konkurrenz durch neu aufkommende, schnellere Raubfische und Meeressäuger sie in die dunkle, sauerstoffarme Zonen in 600 bis 1000 Meter Tiefe. Die heutige Art
Vampyroteuthis infernalis lebt in einer Tiefe zwischen 500 und 3000 Metern.


** Und das ist wiederum interessant,denn in der Welt der Spinnen, jetzt Mal ganz kurz ein anderes Thema, waren die heutigen Spinnenwarzen, die man besonders bei urtümlichen Spinnen sehen kann, vor Millionen Jahren auch ehemalige Beine gewesen.


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Bei beide Tiergruppen, die Vampirtintenfische mit ihre Sinnesfäden und die Spinnen mit ihre Spinnenwarzen, waren damals bei beiden Fortbewegungsorgane gewesen.


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22.10.2026 um 07:12
Zitat von orletsorlets schrieb am 16.09.2026:Nanaimoteuthis haggarti war ein riesiger, 2008 entdeckter, flossentragender Oktopus aus der späten Kreidezeit,
Zitat von orletsorlets schrieb am 16.09.2026:Nanaimoteuthis haggarti eines Vampirtintenfisch gleicht, aber das hat sich später nicht bestätigt.
Da man im Internet häufig Abbildungen dieses Ur Tintenfisch als einen riesigen Vampirtintenfisches sieht und ich es genauer wissen wollte, hab ich gestern mit einen Paläontologen und Titularprofessor für Paläontologie an der Universität Zürich geschrieben, der sich unter anderem mit diesem Fossil befasst. Man hat von diesem Tintenfisch nur den Kiefer (Schnabel) gefunden und so ist die Größe von Nanaimoteuthis weiterhin stark umstritten. Was man jedoch weiß, ist, dass dieses Tier ganz sicher 8 Arme hatte und somit zu den Octobrachia (acht armige Tintenfische) gehörten. Das bedeutet, dass Nanaimoteuthis nicht zu den Decabrachia (zehn armige Tintenfische) gehörte und somit auch nicht zu den Kalmare,Sepien und Co und kann auch somit nicht wie ein Kalmar ausgesehen haben.
Er wird zu den Cirrata (Flossenoktopusse) gestellt und das sind cirrentragenden Kraken, zu ihnen auch die Vampirtintenfischähnlichen gehören,zu die
Überordnung der achtarmige Tintenfische (Vampyropoda). Diese Gruppe von Weichtieren umfasst alle modernen Kraken sowie den Vampirtintenfisch.

Das sind Tintenfische die Cirrhen an den Armen besitzen, wie sie auch beim Vampyroteuthis haben.
Cirrhen sind kleine, flexible und fingerartige Hautfortsätze bzw. Fadenanhänge.

grimpoteuthis arm-300x300

Somit kann der Paläontologe sich gut vorstellen,dass Nanaimoteuthis eine gewisse Ähnlichkeit mit Vampirtintenfische hatte.


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Also doch so(?)


Von Nanaimoteuthis haggarti kennt man zwar nur den fossilen Schnabel, aber an die Bauart lässt es sich erkennen, dass es sich um einen acht armigen Tintenfisch und nicht eines zehn armigen Tintenfisch gehandelt hat.


NanaimoteuthisOriginal anzeigen (0,5 MB)

Riesige Unterkiefer fossiler Kraken und eines rezenten Riesenkalmars.

Die größten Unterkiefer der oberkretazischen Flossenkrakearten
A -Nanaimoteuthis jeletzkyi

B -Nanaimoteuthis haggarti.
Beide Exemplare weisen erhebliche Abnutzungsspuren am Kiefer auf.

C - Ein Unterkiefer des rezenten Riesenkalmars Architeuthis dux, einer Art mit dem größten Kiefer unter den modernen Kopffüßern.

A und B - Beide Exemplare weisen erhebliche Abnutzungsspuren am Kiefer auf.

Aus der Website dieses Fotos ist zu lesen (übersetzt):
Abstrakt
Spitzenprädatoren treiben Veränderungen in der Ökosystemstruktur voran. Seit etwa 370 Millionen Jahren dominieren große Wirbeltiere die Spitze der marinen Nahrungskette, während Wirbellose als kleinere Beute dienten. Hier beschreiben wir wirbellose Spitzenprädatoren aus diesem „Zeitalter der Wirbeltiere“: die frühesten Flossenoktopusse (Cirrata) aus Sedimenten der späten Kreidezeit (vor etwa 100 bis 72 Millionen Jahren). Diese wurden anhand riesiger, außergewöhnlich gut erhaltener fossiler Kiefer und deren Abnutzungsspuren identifiziert. Die ausgeprägte Abnutzung deutet auf dynamisches Zerkleinern harter Skelette hin. Asymmetrische Abnutzungsmuster weisen zudem auf lateralisiertes Verhalten und damit auf eine hohe Intelligenz hin. Mit einer berechneten Gesamtlänge von etwa 7 bis 19 Metern stellen diese Oktopusse möglicherweise die größten bisher beschriebenen Wirbellosen dar und konkurrieren mit zeitgenössischen riesigen Meeresreptilien. Unsere Ergebnisse zeigen, dass kräftige Kiefer und der Verlust oberflächlicher Skelettstrukturen Kopffüßer und marine Wirbeltiere konvergent in riesige, intelligente Prädatoren verwandelten
Quelle: https://novataxa.blogspot.com/2026/04/nanaimoteuthis.html?m=1

und weiter steht dort:
Die ersten Kraken waren riesige Raubtiere in den Ozeanen der Kreidezeit. Wissenschaft. 392; 6796: 406-410. DOI: doi.org/10.1126/science.aea6285 [23. April 2026]

Zusammenfassung der Redaktion: Der Kraken, der legendäre Riesenkopffüßer, wurde von Seeleuten jahrhundertelang gefürchtet. Spätere Interpretationen legten nahe, dass die Legende auf Sichtungen des Riesenkalmars beruhen könnte, der bis zu 10 Meter lang werden kann. Obwohl sie viel zu früh lebten, um die Quelle der Legende zu sein, beschreiben Ikegami et al. fossile Oktopoden aus der späten Kreidezeit, die der Beschreibung des Monsters tatsächlich entsprochen hätten und bis zu 19 Meter lang wurden. Abnutzungsspuren an ihren Kiefern deuten darauf hin, dass diese Oktopoden Jagd auf die damals vorkommenden großen Reptilien, darunter Plesiosaurier und Mosasaurier, machten. Die Autoren interpretieren die Asymmetrie dieser Abnutzungsspuren als Hinweis auf eine entsprechende Verhaltensasymmetrie, was auf eine komplexe Gehirnentwicklung und möglicherweise hohe Intelligenz schließen lässt. – Sacha Vignieri
images

Ein Größenvergleich zwischen Megalodon (wahrscheinlich eine Maximallänge von 16 bis 20 m) und Nanaimoteuthis haggarti , bis wahrscheinlich 19 Meter.

Apropo Megalodon, da hab ich auch etwas interessantes gefunden.


megalodon-ko-rperform
Die obere Silhouette zeigt, wie die Körperform von Megalodon bislang meist visualisiert wurde – und zwar nach der Statur des Weißen Hais. Die untere Zeichnung stellt den Körper des Urzeitgiganten so dar, wie ihn sich die Autoren der neuen Studie vorstellen: deutlich schlanker (die Illustrationen entstanden nach einer Vorlage aus der entsprechenden Studie). Der Größenvergleich mit einem Schwimmer in der Mitte macht die gigantische Größe von Megalodon deutlich
© Rainer Harf
Quelle: https://www.geo.de/natur/tierwelt/megalodon--so-sah-der-riesenhai-aus-der-urzeit-wirklich-aus--34378120.html
Nun hat ein internationales Team aus 27 Haiexperten, zu denen auch Julia Türtscher gehört, die Anatomie von Megalodon einer weiteren Analyse unterzogen – und eine neue Hypothese aufgestellt, publiziert im Fachmagazin Palaeontologia Electronica. Danach fällt der Riesenhai deutlich schlanker aus als der Weiße Hai. Immer noch gigantisch, klar. Doch man könnte sagen: ein wenig eleganter (siehe Abbildung der Silhouetten).
Weiteres in diesem Bericht.

Für das Aussterben des Megalodons, könnten eventuell weiße Haie verantwortlich sein.
Für die plötzliche Nahrungsverknappung hat ein internationales Forschungsteam nun mit einer neuartigen Analysemethode einen Beleg gefunden. Und die Wissenschaftler*innen benennen auch einen möglichen Schuldigen: den Weißen Hai. Der teilte sich schon vor Millionen Jahren den Lebensraum Ozean mit dem Megalodon. Und hatte offenbar ein ähnliches Nahrungsspektrum wie sein riesenhafter Verwandter.
Der fossile Megalodon und damals lebende Weiße Haie hatten dasselbe Nahrungsspektrum, wie die Analyse ihres Zahnschmelzes zeigt. Das könnte dem Riesenhai der Urzeit zum Verhängnis geworden sein
Quelle: https://www.geo.de/natur/tierwelt/besiegelte-der-weisse-hai-das-ende-des-megalodon--31912820.html

Aber damit soll es hier auch belassen sein,denn für den Meg gibt's einen eigenen Thread

Lebt der Megalodon noch? (Beitrag von xander87)


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23.10.2026 um 11:52
Kann ein Riesenkalmar (Architeuthis dux) oder gar ein Kolosskalmar (Mesonychoteuthis hamiltoni) tatsächlich gegen einen Pottwal gewinnen und ihn in die Tiefe der Meere ziehen?


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Es ist die Begegnung zweier Giganten. Ein Pottwal schnappt sich ein Riesen - oder Kolosskalmar und der Kampf oder der Überlebungskampf in der Tiefsee beginnt.
Doch wie stehen die Chancen, dass der Kalmar als Sieger hervor steht und den Pottwal frisst?
Die Antwort: (Wahrscheinlich) Ziemlich schlecht.

Weder ein Riesenkalmar noch ein Kolosskalmar könnte einen Pottwal in die Tiefe ziehen. Im Gegenteil: Der Pottwal ist der Jäger, während die Kalmare die Beute sind. Pottwale und Riesentintenfische treffen in den Tiefen der Meere regelmäßig aufeinander, allerdings verläuft dieser Kampf ganz bestimmt anders, als es in alten Seemannsgeschichten oft dargestellt wird.
Ein ausgewachsener Pottwal wiegt zwischen 35 und 50 Tonnen und ist extrem kraftvoll. Ein Riesenkalmar bringt maximal 200 bis 300 Kilogramm auf die Waage, ein Kolosskalmar bis zu 500 Kilogramm. Der Wal ist daher rund 100 mal schwerer als die Kalmare. Pottwale tauchen gezielt in Tiefen von über 1.000 Metern ab, um Tintenfische zu jagen. Kalmare greifen Wale nicht von sich aus an, da sie nicht zu ihrem Nahrungsspektrum gehören,
sondern kämpfen lediglich um ihr Leben, wenn sie attackiert werden. Der Wal besitzt eine extrem meterdicke Speckschicht (Blubber), die wie eine Panzerung wirkt. Die scharfen Krallen und gezähnten Saugnäpfe der Kalmare hinterlassen zwar tiefe, bleibende Narben auf der Haut des Wals, dringen aber niemals bis zu den lebenswichtigen Organen vor.
Außerdem hat der Pottwal eine ungeheuerliche, mächtige Waffe. Mit ihrem
Spermaceti-Organ,das ist eine große, ovale Höhle im Kopf des Pottwals, die mit einer wachs- und ölartigen Substanz namens Walrat gefüllt ist, können diese Wale bis zu 250 Dezibel laute Klicklaute losfeuern, die die Kalmare kurzerhand vorübergehend betäuben oder desorientieren können, so dass der Wal ihn einfach einsaugen und verschlucken kann. Selbst wenn der Kalmar trotz allem das überstehen und gewinnen würde, hätte er nicht die Kraft die 50 Tonnen "runter" zu ziehen.

Im Internet findet man mitunter zwei sehr interessante Berichte über dieses Thema.
So steht es zum Beispiel in den Forum: Tonmo (steht für The Octopus News Magazine Online,wo ich auch Mitglied bin und ist eine der weltweit ältesten und führenden Online Forum sowie Nachrichtenplattformen rund um Kopffüßern).
Vor einigen Jahren erhielten wir die Meldung, dass ein toter Riesenkalmar in der Oterangi-Bucht (dort, wo das Stromkabel an Land kommt) angespült worden war. Während wir das Exemplar maßen (es war einer dieser langen, heißen Sommertage, und wir hatten wenig Lust, ins Büro zurückzukehren), kam der Hausmeister vorbei und fragte nach den Kalmaren und wie groß sie werden. Nach einer kurzen Unterhaltung erzählte er uns, dass er eines Abends Lärm am Ufer gehört und 20 bis 30 Minuten lang beobachtet hatte, wie ein Pottwal am Strand entlangrollte und versuchte, einen Kalmar loszuwerden, der sich um seinen Kopf gewickelt hatte. Anscheinend gelang es dem Wal schließlich, genug Arme des Kalmars zu durchbeißen und sich zu befreien. Dann ruhte er sich zehn Minuten im flachen Wasser aus, bevor er davonschwamm. Er erzählte es niemandem, weil er dachte, man würde ihm nicht glauben.
Kann man das glauben? Besonders,dass ein Pottwal sich am Strand im Kampf entlang rollte und sich 10 Minuten im flachen Wasser ausgeruht hätte, bevor er wieder zurück geschwommen ist.... Ein Tier mit 30 bis 50 Tonnen hätte immensen Schwierigkeiten, sich im flachen Wasser oder am Strand aufzuhalten,er würde selbst im Lebensgefahr befinden. Timmy,der Buckelwald, wog ca. 12 Tonnen.

Ein anderer Bericht aus diesem Forum ist auch mehr als fraglich:
Ich habe den Bericht eines Mannes gelesen, der auf einem über 50 Meter langen Militärschiff unterwegs war. Er berichtete, dass ein Tintenfisch nahe der Seite des Schiffes auftauchte. Er ging das gesamte Schiff entlang und sah, dass der Tintenfisch länger war! Wohlgemerkt, das ist nur ein Augenzeugenbericht, aber ein Tintenfisch dieser Größe könnte einen Pottwal erwürgen. Ich habe einen weiteren, nahezu bestätigten Bericht gelesen, ähnlich dem bereits in diesem Forum erwähnten, in dem ein sowjetischer Walfänger einen epischen Kampf nahe der Wasseroberfläche zwischen einem 40 Tonnen schweren Pottwal und einem Riesenkalmar beobachtete. Der Wal wurde später vom Schiff tot aufgefunden, erdrosselt, im Meer treibend, die Tentakel des toten Kalmars noch um seine Kehle gewickelt und sein Kopf im Kiefer des Pottwals zerquetscht. Riesenkalmare sind dafür bekannt, Nordkaperwale aus reinem Vergnügen anzugreifen und zu töten (was durch Augenzeugenberichte belegt wird). Die „Brunswick“, ein 15.000 Tonnen schwerer Hilfstanker der Königlich Norwegischen Marine, wurde nachweislich mindestens dreimal in ihrer Dienstzeit von Riesenkalmaren angegriffen. Dies stützt die Annahme, dass ein Riesenkalmar, der sein Revier verteidigt, nicht zögern würde, ein noch größeres Ziel als einen Wal anzugreifen, und in manchen Kämpfen zwischen Wal und Kalmar könnte er durchaus der Angreifer sein. In den 1930er Jahren…
Quelle: https://tonmo.com/threads/could-a-large-squid-kill-a-sperm-whale.3224/

Schön und gut, aber das sind alles nur Erzählungen, für die es keine Belege gibt,dass all das der Wahrheit entspricht.

Ich glaube, dass große Kalmare nur eine wahre Chance gegen einen Pottwal haben,wenn der Wal krank oder stark geschwächt ist, oder sich um ein kleines, junges und unerfahrenes Tier handeln würde, aber sie würden ganz bestimmt nicht so tief und lange runter tauchen,um Riesenkalmare zu begegnen. Kalmare sind jedoch intelligente Tiere und sie haben im Laufe der Evolution bestimmt gelernt, dass sie das Atemloch des Wals zudrücken müssen,um diesen unter Wasser zu ertrinken.


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24.10.2026 um 21:31
Ein Feuchtpräparat eines Tiefsee Dumbo Oktopus (wahrscheinlich Grimpoteuthis spec.), welches eines natürlichen Todes gestorben ist.


IMG 20261021 143711Original anzeigen (1,3 MB)

Unter dem Mikroskop erkennt man die kleinen Saugnäpfe.


Photo 2026-10-19 21 40 25 651

Photo 2026-10-19 21 37 52 965Original anzeigen (0,5 MB)

Ich habe das bekommen. Ich selbst hab vor, einen patagonischen Langflossenkalmar (Doryteuthis gahi) zu konservieren.
Die Art wurde im Jahr 1996 durch die Aufstellung der Untergattung Doryteuthis neu zugeordnet, wodurch der ursprüngliche Name Loligo gahi zu Doryteuthis gahi gewechselt wurde.


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25.10.2026 um 10:09
Weiße Haie machen Jagdt auf große Kalmare ~ Riesenkalmare (?)

Wie Studien aus den Jahren 2008, 2012,2013, 2017 und 2019 bewiesen, gehören große Kalmare nun auch zu den Beutetieren von weiße Haien, die sie auch gezielt in großen Tiefen jagen. Es ist also nicht so,dass große Kalmare nur eine zufällige Beute für die Haie darstellen, falls sie sich begegnen sollten,sondern das die Raubfische dafür auch in den Tiefen des Meeres abtauchen.


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Die an den Weißen Haien beobachteten Narben waren ein- oder zweilagig mit mehreren Saugnapfspuren um den Kopf des Hais und am Rumpf zwischen Rücken- und Brustflossen (Abb. 1). Wunden in der Nähe des Mauls und des Rumpfes des Hais deuten auf eine Abwehrreaktion des Tintenfischs auf den Weißen Hai hin, obwohl dies nicht bestätigt werden konnte. Das Muster und die Form der Narben entsprechen den Saugnäpfen an den Armen und Tentakeln von Kopffüßern, wie sie bei anderen Haiarten beobachtet wurden. Die Schätzung des Durchmessers der deutlichsten Saugnapfspuren am Hai WS11 (Abb. 1a) ermöglichte es uns festzustellen, dass die Narbe auf der linken Seite (= 20 cm lang) Saugnäpfe mit einer Größe von 1-3 cm aufwies, während die Narbe auf der rechten Seite 60 cm lang war. Obwohl die Kopffüßerart nicht bestätigt werden konnte, könnten die beobachteten Spuren an allen analysierten Haien auf eine Begegnung mit Taxa wie dem Riesenkalmar D. gigas, dem Neon-Flugkalmar O. bartramii oder dem Riesenkalmar A. dux hindeuten, basierend auf ihrer potenziellen Verbreitung, der Länge ihrer Arme und Tentakel sowie der geschätzten Größe der Narben und Saugnäpfe12.16-18,
Haben die Kalmare bei der Abwehr gezielt auf die empfindlichen Kiemen und den Augen der Haie getroffen? Haben die Kalmare daher eventuell versucht, die Haie die Kiemen zuzudrücken,um ihnen die Atmung zu nehmen? Sieht vielleicht ganz so aus.
Einige der in den Gewässern um die Insel Guadalupe (Mexiko) beobachteten Weißen Haie wiesen Tintenfischnarben (ausgefülltes Dreieck) am Körper auf.
Quelle: https://www.researchgate.net/figure/Some-of-the-white-sharks-observed-with-squid-scars-filled-triangle-on-their-body-in-the_fig1_344634761

Wie es in Researchgate steht, hat man es bei mindestens 14 Haien entdeckt.

Ich habe diesen Artikel heruntergeladen. Dort findet man folgende Informationen:
Die durchschnittliche Gesamtlänge der Weißen Haie betrug 3,7 m, die Mehrheit der vernarbten Tiere waren adulte oder subadulte Männchen. Eines dieser Männchen wurde in derselben Saison erneut fotografisch erfasst, wobei das Individuum frische Narben
aufwies. Dies bestätigt, dass Interaktionen zwischen Kalmaren und Weißen Haien wahrscheinlich in der
Nähe der Insel Guadalupe stattfinden. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Dämmerungszone
(Twilight Zone) für Weiße Haie sowie die Nutzung eines gemeinsamen Lebensraums und das Bestehen
trophischer Interaktionen zwischen Kalmaren und Weißen Haien.
Kopffüßer können bis zu 98 % der Nahrungsbiomasse bei Arten wie dem Blauhai (*Prionace glauca*), dem Bogenstirn-Hammerhai (*Sphyrna lewini*; 68 %) oder dem Pazifischen Fuchshai (*Alopias pelagicus*; 69 %) ausmachen, da sie Nährstoffe in Form von Proteinen, Kohlenhydraten und Fettsäuren liefern. Bei einigen Arten, wie dem Weißen Hai (*Carcharodon carcharias*), deuten frühere Studien darauf hin, dass Kopffüßer einen wichtigen Bestandteil der Nahrung darstellen; so wurden in ihren Mägen große Mengen an Kalmaren gefunden, was sich zudem in den Isotopenwerten ihres Muskelgewebes widerspiegelt.
Im östlichen Nordpazifik zeigen
Obwohl eine tatsächliche Nahrungsaufnahme nicht direkt dokumentiert ist, werden die vertikalen Bewegungen der Weißen Haie in tiefen Gewässern – mit Tauchtiefen von durchschnittlich 442–498 m im SOFA-Gebiet beziehungsweise mehr als 300 m bei der Insel Guadalupe – als mögliches Nahrungssuchverhalten interpretiert. Sowohl das SOFA-Gebiet als auch die Gewässer um die Insel Guadalupe gelten als Zonen mit einer hohen Vielfalt an potenziellen Beutetieren, in denen saisonal Meeressäuger, Haie, Knochenfische und Kopffüßer vorkommen. Im Verbreitungsgebiet des Weißen Hais im östlichen Nordpazifik gibt es Regionen, in denen große Kalmararten vorkommen – etwa der Neon-Flugkalmar (*Ommastrephes bartramii*), der Violettrücken-Kalmar (*Sthenoteuthis oualaniensis*), der Hakenkalmar (*Ancistrocheirus lesueurii*), der Humboldt-Kalmar (*Dosidicus gigas*) sowie vermutlich auch der Riesenkalmar (*Architeuthis dux*)
Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Dämmerungszone
(Twilight Zone) für Weiße Haie sowie die Nutzung eines gemeinsamen Lebensraums und das Bestehen
trophischer Interaktionen zwischen Kalmaren und Weißen Haien.
Quelle: siehe oben

In 200 Metern Tiefe beginnt die mesopelagische oder Dämmerungszone oder die Twilight Zone und geht bis 1000 Meter. Die Haie tauchen daher auch mitten in dieser Tiefseezone,um nach Kalmaren zu suchen.

Weiße Haie können in Tiefen von bis zu 1.280 Metern abtauchen. Senderdaten von Forschern haben mehrfach bewiesen, dass die Raubfische regelmäßig Tiefen von über 1.000 bis 1.200 Metern erreichen.
In dieser Zone befindet sich die Bathyalzone (auch Bathyopelagial oder Mitternachtszone genannt).

Das die Haie in dieser Tiefe durch den Wasserdruck nicht zerquetscht werden, verdanken sie unter anderem,dass sie Wasser im Körper statt Luft haben und so keine Hohlräume, wie unsere Lungen besitzen. Außerdem besitzen Haie keine luftgefüllten Schwimmblasen, die in den hohen Druck im Gegensatz zu Knochenfischen platzen können oder Knochen, die unter den Druck brechen können. Ihr Knorpelgewebe ist viel elastischer und dehnbarer. Auch gegen die Kälte sind sie durch ein spezieller Blutkreislauf geschützt, mit dem sie ihre Muskeln und wichtigsten Organe auch in dieser kalten Wassertemperatur warmhalten können.


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25.10.2026 um 19:03
2019 haben das Forschungsteam von Nautilus eine Sensation gefilmt und das in 930 Metern Tiefe. Sie filmten zum ersten Mal einen sehr seltenen Tiefseekalmar, den man zwar schon vorher kannte, aber bis dahin nie zuvor lebend gefilmt worden ist. Er trägt den Namen: Asperoteuthis mangoldae


cam1 20190705162806Original anzeigen (1,6 MB)

Das besondere an ihm, ist zum einen sein
sehr langer Schwanz, den er ausziehen kann. Im oberen Foto ist er nicht zu sehen, doch auf diesen Aufnahmen ist er zu erkennen.


180f1786

squd 1

Es ist der gleiche Kalmar, der hier auf den Bildern sehr unterschiedlich aussieht, nicht nur weil er sich rot färbte.
Die Gattung Asperoteuthis zeichnet sich durch ihren ungewöhnlichen Schwanz aus, der dem Tintenfisch sein ganzes Leben lang erhalten bleibt, sowie durch ihre besonderen Tentakel. Der Schwanz, der durch eine stabförmige Struktur über seine gesamte Länge versteift ist, besitzt beidseitig Gewebeschichten. Diese werden manchmal als „Sekundärflossen“ bezeichnet, aber wie in diesem Video deutlich zu sehen ist, erfüllen sie keine Flossenfunktion. Tintenfischflossen, wie die normalen „primären“ Flossen dieses Tintenfischs, schlagen oder wellenförmig, um das Tier anzutreiben und können zum Steuern verwendet werden. Das Schwanzgewebe erfüllt keine dieser Funktionen. Im Gegensatz zu den Flossen besitzt das Schwanzgewebe nur sehr wenig Muskulatur. Seine genaue Funktion ist uns nicht bekannt, aber es scheint das Aussehen des Tintenfischs zu verändern, in diesem Fall seine Größe zu verdoppeln. Bei verwandten Tintenfischen wurde der Schwanz so interpretiert, dass er den Tintenfisch wie eine andere Tierart aussehen lässt, beispielsweise wie eine Staatsqualle mit starken Nesselzellen. Der Schwanz von A. mangoldae ist besonders groß. Dies wirft die Frage auf, wie sie schwimmen können, während sie diese riesige Struktur schieben oder ziehen
Seine Schwimmtechnik wurde in diesem schönen Video enthüllt.

Youtube: Sinuous Asperoteuthis Mangoldae Squid Filmed Alive for First Time | Nautilus Live
Sinuous Asperoteuthis Mangoldae Squid Filmed Alive for First Time | Nautilus Live
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.
Als der ROV den Tintenfisch zum ersten Mal erfasst, ist das Schwanzgewebe vollständig entfaltet. Nach kurzer Zeit schwimmt der Tintenfisch zunächst schnell vorwärts (mit den Armen voran) und legt das Schwanzgewebe um die stabförmige Struktur. Dann ändert er die Richtung und schwimmt schnell rückwärts (mit dem Schwanz voran, typisch für das Hochgeschwindigkeitsschwimmen eines Tintenfischs). Während er rückwärts schwimmt, bleibt das Gewebe eng an der Stange gepresst, ähnlich einem Segel, das am Baum eines Schoners eingerollt ist. Während der Tintenfisch unberechenbar schwimmt, um zu entkommen, dabei sogar die Farbe wechselt und einmal Tinte ausstößt, bleibt der Schwanz eingerollt, wodurch sein Widerstand stark reduziert wird. Daher scheint das Vorwärtsstoßen zum Einrollen des Schwanzes der erste Schritt in den komplexen Fluchtmanövern des Tintenfischs zu sein
Quelle: https://nautiluslive.org/video/2019/07/26/sinuous-asperoteuthis-mangoldae-squid-filmed-alive-first-time

Wie in diesem Bericht steht, vermuten Forscher, dass der Schwanz dieses ungewöhnlichen Kalmars ihm hilft, andere Tiere, wie beispielsweise eine stechende Staatsqualle, zu imitieren. Die nächste Frage der Wissenschaftler lautet: Wenn es hier nur um das Aussehen geht, warum ist es dann für das Überleben in der fast lichtlosen Umgebung der Tiefsee so wichtig?

Auch seine schöne blattartige Flosse, sieht einer Qualle sehr ähnlich (gleiches Foto wie oben, nur vergrößert)


IMG 20261025 181413


Der Artenname Asperoteuthis mangoldae, bedeutet übersetzt wie in etwa:" rauer (oder unebener) Tintenfisch von Mangold“.
Aspero --> rau oder uneben
teuthis --> Tintenfisch

Im Artenname ist der Name mangold zu erkennen mangoldae , eine Meeresbiologin, Katharina Mangold, aus der Schweiz, die 2003 verstarb. In der Wissenschaft wird die Endung -ae im Lateinischen genutzt, um eine biologische Art nach einer Frau zu benennen.
Das vorangestellte englische Wort „sinuous“ im Videotitel, gehört nicht zum lateinischen Eigennamen, sondern ist ein beschreibendes Adjektiv aus den Schlagzeilen, als das Tier im Jahr 2019 weltweit zum ersten Mal lebend gefilmt wurde. Das Wort bedeutet so etwas wie geschmeidig.


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26.10.2026 um 22:20
Zitat von orletsorlets schrieb:Das besondere an ihm, ist zum einen sein
sehr langer Schwanz, den er ausziehen kann.
Das ist vielleicht nicht korrekt ausgedrückt.
Im Reserarchgate Bericht zum downloaden, wird es folgendermaßen beschrieben:
Bei der ersten Sichtung (siehe Titelbild dieser Seite) hatte er einen breiten, gestreiften, blattförmigen Schwanz (oder genauer gesagt einen Schwanz, der, wie ein Beobachter an Bord bemerkte, einer Seefeder ähnelte) hinter den Flossen. Etwa 10 Sekunden später änderte er seine Richtung und schwamm schneller auf das ROV, wobei sich die Blattform zusammenzog. Zur großen Überraschung der Beobachter und der Autoren dieser Seite war die Blattform innerhalb von etwa 5 Sekunden schnell verschwunden und hielt sich fest an dem verlängerten, stabförmigen Gladius des Schwanzes. Der Tintenfisch sah nun aus wie der unten abgebildete, obwohl dieses Foto etwa eine Minute später aufgenommen wurde.
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Quelle: https://www.researchgate.net/publication/256201444_First_in_situ_observations_of_the_deep-sea_squid_Grimalditeuthis_bonplandi_reveal_unique_use_of_tentacles


Wie auch immer, es ist wirklich ein bemerkenswerter Kalmar. Doch es gibt noch mehr sehr spannende Exemplare, wie dieser jetzt.

Seine Fangtentakeln sind einzigartig, denn seine Keulen am Ende dieser Tentakeln, sehen selbst aus wie kleine Kalmare :D


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Da es leider keine genauen Bilder von diesen Keulen gibt, habe ich ein GIF erstellt, wie es vielleicht so aussehen könnte.


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Der Kalmar mit dem Namen: Grimalditeuthis bonplandi lässt diese wie die Flossen eines kleinen Kalmares bewegen. Ahnungslose kleine Fische oder Krebse, die denken,da wäre eventuelle Beute, schwimmen dort hin und werden wiederum von dem Kalmar gefangen und gefressen. Die Funktion seiner Tentakeln wurde erst entschlüsselt.


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Ein Grimalditeuthis bonplandi- Kalmar mit einem ausgestreckten Tentakel. Der Pfeil markiert eine kleine, keulenartige Fortsatzspitze am Ende des Tentakels, die sich bewegt und scheinbar unabhängig vom Rest des Tieres schwimmt. Bild: © 2005 MBARI
Dieses kann man wiederum in einem Video erkennen

Youtube: Two Grimalditeuthis bonplandi specimens observed in the Gulf of Mexico
Two Grimalditeuthis bonplandi specimens observed in the Gulf of Mexico
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Viele Tiefseetiere wie Anglerfische nutzen Körperteile als Köder, um Beute anzulocken. Auch einige Tiefseekalmare wenden möglicherweise diese Strategie an. In einer kürzlich erschienenen Studie beschreiben Forscher des Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) einen Tiefseekalmar, der offenbar eine andere Methode zur Beutejagd nutzt: Seine Tentakelspitzen schlagen und flattern, als würden sie von selbst schwimmen. Die Forscher vermuten, dass diese Bewegung kleine Garnelen und andere Tiere dazu veranlasst, sich den Armen des Kalmars zu nähern.
Die meisten Tintenfische besitzen acht Arme und zwei längere Fangtentakel. Die Spitzen dieser Tentakel, die oft breiter sind und mit Saugnäpfen oder Haken besetzt sind, werden als Keulen bezeichnet. Diese Tintenfische jagen, indem sie ihre Tentakel blitzschnell ausfahren und dann mit ihren Keulen Beute packen. Die Tentakel dienen ihnen auch dazu, die gefangene Beute zum Mund zu transportieren.

Der Tiefseekalmar Grimalditeuthis bonplandi scheint eine ganz andere Jagdstrategie zu verfolgen. Er schwimmt langsam und hat einen schwachen, gallertartigen Körper. Seine Tentakel sind lang, dünn und zerbrechlich und zu schwach, um Beute zu fangen. Anders als bei allen anderen bekannten Kalmaren besitzen seine Tentakel weder Saugnäpfe noch Haken oder Photophoren (Leuchtpunkte).

Bis vor wenigen Jahren kannten Meeresbiologen nur Exemplare von G. bonplandi , die nach dem Fang in Tiefsee-Schleppnetzen tot oder im Sterben lagen. Mithilfe von Videoaufnahmen von Unterwasserrobotern, sogenannten ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs), konnten die Autoren der aktuellen Studie jedoch das Verhalten dieser Tintenfische in ihrem natürlichen Lebensraum in 1.000 bis 2.000 Metern Tiefe (etwa einer Meile) unter der Meeresoberfläche untersuchen.
Die Forscher waren fasziniert davon, dass sich die Tentakel nicht von selbst bewegten, sondern durch flatternde und schlagende Bewegungen dünner, flossenartiger Membranen an den Keulen angetrieben wurden. Die Keulen schienen sich selbstständig fortzubewegen, die Tentakel folgten ihnen.

Anstatt wie die meisten Tintenfische ihre Muskeln zum Ausstrecken der Tentakel zu nutzen, schleudert G. bonplandi seine Keulen vom Körper weg und zieht die Tentakel hinter sich her. Nachdem die Tentakel ausgestreckt sind, bewegen sich die Keulen unabhängig von den Tentakeln weiter.
Kurz gesagt, scheinen alle Bewegungen und Aktivitäten dieser Tintenfische darauf abzuzielen, den Eindruck zu erwecken, dass ihre Keulen kleine, schwimmende Tiere sind, die unabhängig vom Rest des Körpers der Tintenfische agieren.
Quelle: https://www.mbari.org/news/a-deep-sea-squid-with-tentacle-tips-that-swim-on-their-own/


Eigentlich wäre es sinnvoll, wenn diese Keulen durch Biolumizenz leuchten würden und so Beutetiere anlocken könnten, aber genau das machen sie nicht.
Sie leuchten überhaupt nicht. Forscher vermuten, dass die sich bewegenden Keulen leuchtende Mikroorganismen im umgebenden Wasser aufwirbeln und so ein Leuchten erzeugen. Die Schwimmbewegungen der Keulen würden zudem Turbulenzen oder Vibrationen im Wasser erzeugen, die von ihrer Beute wahrgenommen werden könnten. Solche Vibrationen könnten die Vibrationen imitieren, mit denen Beutetiere Partner anlocken. Alternativ könnten sie den Vibrationen ähneln, die von den noch kleineren Tieren erzeugt werden, die diese hübsche Kalmare dann fressen.

Hier noch ein kurzes Video, wo man diesen auch in Nahaufnahme sehen kann, wenn er seine Fangtentakeln eingezogen hat.

Youtube: Footage of the Grimalditeuthis bonplandi
Footage of the Grimalditeuthis bonplandi
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Hier ein Foto davon


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Die Tiefsee und seine Bewohner ist ein sehr spannender Ort. Die Welt der Tintenfische ist sehr interessant.

Heute sind nur etwa 1000 Tintenfischarten bekannt. Der offizielle Fossilbericht zählt rund 2.000 rein fossile Arten von Tintenfischen. Betrachtet man jedoch die gesamte evolutionäre Gruppe der Kopffüßer, die seit etwa 550 Millionen Jahren die Meere bevölkern, sind nahezu 10.000 fossile Arten beschrieben, darunter extrem artenreiche ausgestorbene Gruppen wie die Ammoniten und Belemniten. Wir müssen daher alles tun, unsere Meere zu schützen, damit die ein paar 1000 Arten, nicht auch noch aussterben.


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27.10.2026 um 18:54
Ist zwar schon von 2008 aber trotzdem ein
spektakulärer Fund !

Während man von ausgestorbenen Benemiten hauptsächlich den "Donnerkeil" Spoiler(das ist das kegelförmige, zylindrische hintere Ende ihres Innenskeletts, das Rostrum,es diente den Tieren als Schwimmstabilisator)

als Fossil findet,da die Weichteile der Tiere sehr selten und meist nicht vollständig, so hat man 2008 ein erhaltenes Fossil gefunden, worauf die Forscher laut Bericht sehr stolz auf die Entdeckung waren.


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So sehen Belemnitenfunde normalerweise aus: Vor allem das kalkige Rostrum ("Donnerkeil") fällt ins Auge.
Foto: Naturkundemuseum Stuttgart
Doch was die Forscher entdeckt hatten, sah so aus.


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Fundstück von Nusplingen: Belemnit mit den Kiefern und den Häkchen der Armkrone. Links sind Reste des Kammerapparats und des zerbissenen Tintenbeutels erkennbar. Das Rostrum ist abgebissen und fehlt deswegen.
Foto: Naturkundemuseum Stuttgart
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Stolz der Forscher: Der Kieferapparat liegt neben den Häkchen der Fangarmkrone des Tieres.
Foto: Naturkundemuseum Stuttgart
Quelle: https://www.spiegel.de/fotostrecke/fossiler-tintenfisch-gluecksfund-im-kalkstein-fotostrecke-31249.html

Belemiten sahen heutige Kalmaren sehr ähnlich


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Foto: Naturkundemuseum Stuttgart

Belemiten hatten zehn Arme am Kopf, genau wie moderne oder heutige Kalmare. Allerdings trugen ihre Arme keine weichen Saugnäpfe, sondern kleine Haken zum Festhalten der Beute. Sie waren jedoch nicht solche schnellen und wendigen Tintenfische wie heutige Kalmare, da sie durch den kalkhaltigen Innenskelett relativ schwerer und starrer waren. Das heutige Kalmare ihr hartes Innenskelett verloren haben, ist einer ihrer größten Evolutionsvorteile im offenen Ozean. Es ist eine Weiterentwicklung in der Evolution.Ein massives Kalkskelett wiegt viel. Moderne Kalmare leben im freien, offenen Wasser und sind Jäger, die auf extreme Geschwindigkeiten angewiesen sind.Ohne das starre Rostrum (Donnerkeil) im hinteren Teil des Körpers sind Kalmare extrem biegsam. Sie können scharfe Haken schlagen, sich blitzschnell in alle Richtungen wenden und ihren Körper bei der Jagd oder auf der Flucht vor Fressfeinde verbiegen. Der Donnerkeil sorgte bei den Belemiten hauptsächlich für
das Gegengewicht und für den Stabilisator.


IMG 20261027 165437Original anzeigen (4,6 MB)

Heute bekam ich ein gewaltiger Donnerkeil eines Megateuthis suevicus/suevica aus dem Mitteljura, vor ca. 172 Mill. Jahren.Der auch neuerdings als Megateuthis gigantea bezeichnet,waren mit etwas länger als 2 Meter,die zweitgrößten Belemitenarten,die man bislang kennt. Nur
Megateuthis elliptica war über 3 Meter größer. Mein hier gezeigter Donnerkeil hat eine Länge von 27,5 cm.



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Megateuthis suevicus/suevica

https://link.springer.com/article/10.1186/s13358-024-00320-x


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29.10.2026 um 20:03
Vor 8 Tagen, am 21. Oktober, wurde in Wyoming in den USA eine neue Art ausgestorbener Belemnit entdeckt.

Wyoteuthis linsterorum, "der große, stämmige Belemnit".

Während das Rostrum bei herkömmlichen Belemniten lang und schmal zugespitzt sind, ist es bei dem Wyoteuthis linsterorum (sp.n.) kurz und stämmig und seine Statur daher wahrscheinlich ebenfalls.


Wyoteuthis linsterorum-novataxa 2026-Ipp



Wyoteuthis linsterorum-novataxa 2026-Ipp

So stellt man sich die neue Belemnit vor, wie er hier einen kleineren "herkömmlichen" Verwandten in die Mangel genommen hat. (Darstellung bestimmt als Vergleich zu die anderen Arten).
Wir beschreiben und diskutieren zwei Funde großer und ungewöhnlicher Belemnitenrostra aus dem oberen Teil der Sundance-Formation (Oxfordium) in Wyoming, USA. Mit einem Durchmesser von bis zu 60 mm am Vorderende sind diese Rostra die dicksten, die bisher bei Belemniten bekannt sind. Sie werden hier der neuen Gattung Wyoteuthis zugeordnet , die eine einzige neue Art, W. linsterorum , umfasst . Sowohl primäre als auch sekundäre morphologische Merkmale (Rostrumform, Alveolenposition, Alveolenwinkel, Details der apikalen Rillen und Streifen) rechtfertigen die Einordnung unseres neuen Taxons in die Familie Megateuthididae, die im Toarcium bis zum mittleren Jura florierte, aber im Bathonium größtenteils ausstarb und nur noch durch wenige, extrem seltene und stratigraphisch isolierte Funde aus jüngeren Schichten vertreten
Quelle: https://novataxa.blogspot.com/2026/10/wyoteuthis.html?m=1


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