cejar schrieb:as der User hier keine Tatsachen im Allgemeinen raushaut, sondern seine höchstpersönlichen Überzeugungen
Das weiß ich doch selbst, daß das, was der User da rausheut, keine Tatsachen sind, sondern dessen Überzeugungen.
Dumm nur, daß er so tut, als wären es welche. Und es sogar glaubt.
cejar schrieb:manchmal ist der Kontext - zumindest in meinen Augen - mindestens ebenso wichtig wie die Formulierung selbst.
Da hast Du mal sowas von recht mit! Nur leider berücksichtigst Du diesen Kontext leider nicht.
Gerade eben hatte ich selbst auf genau diese Kontextberücksichtigung hingewiesen. Wenn ein X vorgebracht wird, um ein Y zu belegen oder zu entkräften, dann macht dieser Kontext es eben klar, daß das vorgebrachte X als Tatsache gemeint ist. Oder denkst Du, z.B. ein kontexuelles "Das kann gar nicht sein, daß wir vom Affen abstammen, weil ich persönlich überzeugt bin, wir stammen von den Beutelratten ab" würde funktionieren? Nee, die Beutelrattenherkunft müßte in so einer Gesprächssituation schon als ein Isso eingesetzt werden.
Aber um mal nicht zu abstrakt zu bleiben, nehm ich mal gleich aus dem Anfang der aktuell laufenden - äääh, wie nanntest Du es: - Diskussion*, aus Morumottos zweitem Beitrag.
Morumotto schrieb am 21.04.2024:zumindest glaube ich nicht mehr, dass die Cheops-Pyramide
nur ein normales Grab gewesen sein soll. Dafür ist sie zu ungewöhnlich, und sie enthält
zuviel Details und Besonderheiten, die für ein Grab nicht notwendig sind.
Kontext: Morumotto glaubst nix mehr, und das "is ungewöhnlich" & "zuville Details und Besonders" soll das begründen. Begründe mal ne Überzeugungsänderung mit ner eigenen festen Überzeugung!
Du und Dein "Kontext". Nee, von Anfang an liest Du den Morumotto dann arg falsch, wenn Du das rausliest. Zumal Morumotto ja schon selber bestätigt hat, von Tatsachen gesprochen zu haben.
Nemon schrieb:Man muss andererseits bei aller Asymmetrie nicht auch noch ein Duell mit scharfer Klinge daraus machen, wenn es doch so offensichtlich ist.
Habs gelesen, und werde mal drüber schlafen. So auf die Schnelle bin ich allerdings anderer Meinung. Denn "doch so offensichlich" ist es eben leider nicht für alle, und da möchte ich solch haltlosen "Tatsachen"behauptungen (auch noch fortgesetzten) nicht unwidersprochen stehen lassen. Aber wie gesagt, ich denk drüber nach...
OK, mittlerweile hab ich weitergelesen. Was "doch so offensichtlich" ist, scheint ja auch sonst fraglich. Und cachalot stimme ich wenigstens insofern zu, daß es wirklich manchmal am nichteingeschalteten Hirn liegen mag, etwas eigentlich "doch so offensichtlich"es dennoch anders zu verstehen (fragt sich nur, wer...). Da weiß ich jetzt echt nicht, ob ich noch mal schlafen muß...
cejar schrieb:Es ging mir lediglich um die Androhung des Meldens, nicht um das Widersprechen, eventuell habe ich das nicht deutlich genug gemacht.
Nemon schrieb:Nein, hast du überhaupt nicht deutlich gemacht ;)
Hätteste mal für Kontext gesorgt, etwa indem Du meine Petzandrohung zitiert hättest.
Morumotto schrieb:Mystery ist mit wissenschaftlichen Methoden nicht beweisbar.
Ist das jetzt ne Meinungsbekundung? Hab so auf die Schnelle meinen Hirn-Einschalter nicht gefunden.
Morumotto schrieb:Vor Gericht genügen Zeugenaussagen,
um Leute ins Gefängnis zu bringen.
Verständlicher, aber falscher Schluß, den Du da implizierst.
Denn vor Gericht bzw. in den Rechtswissenschaften gilt die Zeugenaussage nicht nur als wichtigstes Beweismittel, sondern auch als das fraglichste. Daher müssen Zeugenaussagen stets mit dem sonstigen Befund abgeglichen werden, und nur wenn sie mit diesem gut zusammenpassen, gelten sie als gewichtig. Je weniger eine Zeugenaussage zum Befund paßt oder zum allgemein Üblichen, desto weniger gilt es.
"Herr Richter, ich habe das Kind mit der Hand im Bonbonglas gesehen" ist ziemlich glaubwürdig, vor allem, wenn andere das Kind zuvor den Laden betreten und später verlassen gesehen haben, das Bonbonglas vorher voller war und man bei dem Kind später auch noch das passende Bonbonpapier gefunden hat. Aber wenn kein Bonbon fehlt, keiner sonst das Kid bemerkt hat, das Bonbonpapier in der Kinderhose von ganz anderen Bonbons stammt, und wenn der Zeuge erzählt, wie das Kind erst mal die Wand hochgekrabbelt ist und sich dann von der Decke zum Bonbonglas abgeseilt hat - was wird der Richter mit dieser Zeugenaussage anfangen?
Auch ne Mutter, die ihren Jüngsten wegen der zerbrochenen Kristallvase befragt, wird dem Sproß wohl eher Glauben schenken, wenn er es auf seinen großen Bruder schiebt als auf das Monster unter seinem Bett.
Je ungewöhnlicher, unpassender eine Zeugenaussage, desto mehr Beweislast ist nötig, um sie ernstnehmen zu können. Auch vor Gericht, selbstverständlich genauso hier.