Düstere Legenden
08.01.2005 um 13:08
Und hier noch eine aus einem berühmten Bauwerk von London:
Der Tower von London
Seit seiner Errichtung unter Wilhelm dem Eroberer im Jahre 1078 beherrscht der grimmige und Ehrfurcht gebietende Tower das Londoner Stadtbild und die englische Geschichte. Heute ist es das vielleicht spukreichste Gebäude Englands.
Im Wakefield Tower spukt der Geist Heinrichs VI., des englischen Monarchen mit dem wohl tragischsten Schicksal, dessen schwacher und erfolgloser Herrschaft mit seiner Ermordung am 21. Mai 1471 "eine Stunde vor Mitternacht" ein Ende gesetzt wurde. Der Legende nach war es der Duke of Gloucester (später der berüchtigte Richard III.), der den zum Gebet niederknienden Monarchen "mit tödlichen Messerstichen" den Garaus machte. Am Jahrestag seines Todes so Heinrichs trauriger Geist in der Stunde vor Mitternacht erscheinen und unruhig im Wakefield Tower umherwandeln, bis er beim letzen Glockenschlag zu Mitternacht langsam zwischen den steinernen Mauern verblasst und ein weiteres Jahr in Frieden ruht.
Der mächtige White Tower ist das älteste und schaurigste Gemäuer der Festungsanlage. Auf seinen steinernen Fluren geht der Geist einer "weißen Frau" um, die einst dabei beobachtet wurde, wie sie an einem der Fenster stand und einer Gruppe von Kindern im gegenüberliegenden Gebäude zuwinkte. Vielleicht ist es ihr billiges Parfüm, das die Luft am Eingang der St. John Kapelle durchdringt und das schon so manchen Wachmann zum Erbrechen brachte, als er den beißenden Geruch einatmete.
Schon mehrere Wachmänner haben davon berichtet, dass sie auf der Galerie, wo die prunkvolle Rüstung Heinrichs VIII. ausgestellt ist, beim Eintreten plötzlich einen schrecklichen Druck verspürten, der jedoch sofort wieder nachließ, sobald sie zitternd aus dem Raum wankten. Einen Wachmann, der in einer stürmischen Nacht hier gerade seinen Kontrollgang machte, überkam ganz plötzlich ein beängstigendes Gefühl, as hätte jemand einen schweren Umhang über ihn geworfen. Als er versuchte, sich davon zu befreien, schien es, als würde der Umhang von hinten ergriffen und fest um seinen Hals gezogen. Der Mann konnte sich jedoch aus dem gespenstischen griff befreien und stürzte in seinem Wachraum zurück. Würgemale an seinem Hals zeugten vom Gerangel mit dem unsichtbaren Angreifer.
Auf dem Tower-Anger erinnert ein Denkmal an al die unglücklichen Seelen, die hier im Lauf der Jahrhunderte hingerichtet wurden. Hier sollen nicht nur die Geister von Anne Boleyn und Lady Jane umherwandeln, sondern auch der Geist von Margaret Pole, Gräfin von Salisbury, welcher allerdings auf besonders schaurige Weise in Erscheinung tritt. Im Alter von zweiundsiebzig Jahren wurde Margaret unwissentlich und ungerechterweise zur Zielscheibe für die kleinlichen Rachegelüste Heinrichs VIII. Ihr Sohn, Kardinal Poe, hatte nämlich den Anspruch des Königs, das Oberhaupt der englischen Staatskirche zu sein, missbilligt. Da Pole jedoch fernab in Frankreich weilte, ließ am 27. Mai 1541 dessen Mutter auf das Schafott bringen. Als ihr der Henker befahl niederzuknien, weigerte sich die energische alte Dame mit den höhnischen Worten: "Das sollen nur Verräter tun und ich bin keiner!". Der Henker hob daraufhin sein Beil und jagte die Gräfin so lange um den Richtklotz, bis er sie schließlich zu Tode gehackt hatte. Am Jahrestag ihres Todes hat sich dieses schaurige Schauspiel, bei dem ihr kreischender Geist unaufhörlich von einem gespenstischen Henker gejagt wird, schon mehrere Male wiederholt.
Der Bloody Tower, dessen Name bereits die verschiedensten Gräueltaten vermuten lässt, beherbergt die wohl ergreifensten Geister der gesamten Festungsanlage, nämlich die zweier Prinzen. Nach dem unerwarteten Tod Eduards IV. im April 1438 sollte sein zwölfjähriger Sohn as Eduard V. seine Nachfolge antreten. Bevor es jedoch zu Eduards Krönung kommen konnte, wurden er und sein jüngerer Bruder, Richard, vom Parlament für unehelich erklärt, woraufhin der Duke of Gloucester den Thron als Richard III. übernahm. Die beiden Brüder hatte man während der Krönungsvorbereitungen inzwischen in den Tower von London gesandt, wo man sie des Öfteren fröhlich auf dem Gelände spielen sah. Vom August des Jahres 1484 an wurden sie jedoch nie wieder gesehen. Es wurde stets vermutet, dass die beiden auf Richards Geheiß ermordet und irgendwo auf dem Festungsgelände begraben worden waren. Nachdem man im Jahre 1674 unter einer Treppe im White Tower zwei Skelette gefunden hatte, bei denen es sich vermutlich um die Überreste der beiden Brüder handelte, ließ man ihnen schließlich ein königliches Begräbnis in der Westminster-Abtei zuteil werden. Die in weiße Nachtgewänder gehüllten wimmernden Geister der beiden Kinder, die sich ängstlich aneinander festkrallen, sind schon oft in den spärlich beleuchteten Räumen ihres einstigen Gefängnisses gesehen worden. Alle, die ihnen begegnen, sind von ihrem Anblick so tief gerührt, dass sie den beiden leidenden Geistern am liebsten Trost spenden möchten. Sobald sie sich ihnen aber nähern, ziehen sich die zitternden Gestalten langsam zurück und verschwinden im Mauerwerk.
Aber kehren wir noch einmal zu den furchlosen Wachmännern zurück, die in tiefster Nacht ihre Runden durch das Innere des White Tower drehen. Eines Nachts wollte sich Arthur Crick auf einem seiner Rundgänge eine kleine Verschnaufpause gönnen. Er setzte sich auf einen Mauervorsprung, zog den rechten Schuh aus und massierte gerade seine müden Zehen, als er hinter sich plötzlich sine geisterhafte Stimme vernahm, die flüsterte: „Hier sind nur du und ich“, worauf Arthur erwiderte: „Lass mich nur erst diesen verflixten Schuh anziehen, dann bist nur noch du hier!“
Okay, das waren erst einmal zwei meiner 'besten' Stories...ich werd aba noch mehr reinstellen ^^
LG
Wir suchen die Kunst in allen Dingen, doch die größte Kunst übersehen wir ... die Kunst des Himmels