Nemesis59 schrieb:Traurig wenn Kinder zum Ramadan gezwungen werden und dann heimlich essen...
Falls es immer noch um diese super vage Story aus Kleve geht, in der niemand was genaues weiß, man das Thema aber trotzdem auf jeder größeren Nachrichtenseite abhandelt: Es sind nicht die muslimischen Kinder, die "heimlich" essen - was genau genommen bedeutet, dass sie sich im Pausenhof nicht essend genau neben die fastenden Mitschüler stellen sollen - sondern alle anderen.
Was die Frage angeht "Warum hält eine religiöse Gruppe Speisevorschriften ein, die objektiv keinen Sinn ergeben": Weil diese Gruppe glaubt, das eine höhere Macht ihnen das irgendwann mal befohlen hat. Warum darf man im Judentum (gewisses) Fleisch und Milchprodukte zeitlich getrennt voneinander essen, aber nicht zusammen? Warum darf man auch z.B. in der äthiopisch-orthodoxen Kirche an ca. 200 Tagen nur vegan essen und an vielen davon zumindest bis zur Mittagszeit ebenfalls nichts essen und trinken? Nur, um mal zwei Beispiele zu nennen, die mir spontan einfallen.
Im europäischen Mainstream-Christentum - also primär die katholische und evangelische Kirche - hat man das halt kaum noch, weil die ursprünglichen Traditionen ultimativ verwässert wurden. Das würde nämlich bedeuten, dass man nicht nur vor Ostern, sondern auch vor Weihnachten fastet und grundsätzlich jeden Mittwoch und Freitag. Also insgesamt ca. das halbe Jahr über. Und das wäre dann auch mehr als das übliche "Ich lass mal die Schoki weg". Keine Eier, keine Milch, kein Fleisch (Fisch geht) und bitte auch kein Schlemmen.