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Trinkgeld im Einzelhandel

40 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Umfrage ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 15:06
Zitat von KFBKFB schrieb:Jetzt besser?
Es war vorher auch nicht schlecht oder schlechter. Ich denke, da gibt es kein richtiges besser oder schlechter. Wir diskutieren halt, ob, wo und wie viel Trinkgeld wir geben, und ob wir es gut finden oder nicht.


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Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 15:38
Zitat von KFBKFB schrieb:aber es kann doch nicht auf den Kunden abgewälzt werden, das der Angestellte sonst die Miete nicht zahlen kann weil das Gehalt nicht reicht
Letztlich erlaubt man den Gastro Betreibern durch diese Trinkgeldkultur niedrigere Löhne zu zahlen, also höhere Gewinne einzufahren.

Das sollte man nicht vergessen, es wird immer so getan als ob es für die Kellner getan wird...
Der Betreiber könnte aber auch anständige Löhne zahlen, so dass die Belegschaft gar nicht auf Trinkgelder angewiesen wäre. Nur komischerweise spricht das keiner an


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Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 15:44
Zitat von JSugarJSugar schrieb:Nur komischerweise spricht das keiner an
Weil das unter 'das hamwa immer so gemacht, wa' fällt, das ist halt das Problem an gewachsenen Strukturen
Es spricht nichts gegen Trinkgeld um guten Service wertzuschätzen aber dieser 'Zwang' an allen Ecken kotzt mich einfach an


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Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 15:45
Zitat von JSugarJSugar schrieb:Der Betreiber könnte aber auch anständige Löhne zahlen, so dass die Belegschaft gar nicht auf Trinkgelder angewiesen wäre. Nur komischerweise spricht das keiner an
Ich persönlich fände es am besten, wenn das Personal in der Gastronomie einfach ganz normal bezahlt werden würde, und als Gast zahlt man den Betrag, der auf der Rechnung steht - fertig.

Beim Trinkgeld weiß ich auch nie so genau, wer das Geld eigentlich bekommt: geht es an die eine Servicekraft, die einen bedient hat? Oder werden die Köche und Küchenhelfer, die Putzkräfte etc. anteilig auch mitversorgt?


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Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 16:01
Zitat von JSugarJSugar schrieb:Der Betreiber könnte aber auch anständige Löhne zahlen, so dass die Belegschaft gar nicht auf Trinkgelder angewiesen wäre. Nur komischerweise spricht das keiner an
Das ist tatsächlich, z.B. in der amerikanischen Diskussion, einer der Hauptpunkte der Kritik. Dabei liest man dann auch öfter den Spruch If you can't pay your staff, don't open a restaurant und so ähnlich. In D. ist das Problem dahingehend kleiner, hier ist das Servicepersonal durch den Mindestlohn abgedeckt. Den gibt zwar auch in den Staaten, jedoch ist der (je nach Bundesstaat) lächerlich niedrig, darüber hinaus unterscheidet er noch zwischen tipped minimum wage, also Beschäftigte mit Trinkgeld, wo der Basislohn ab 2,13$ losgeht. Zwar muss der Arbeitgeber ausgleichen, falls der Basismindestlohn (7,25$) nicht erreicht wird, aber das erklärt wohl die Zustände dort und die Diskussion darum.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Beim Trinkgeld weiß ich auch nie so genau, wer das Geld eigentlich bekommt:
Frag doch einfach beim nächsten Mal. Habe selbst in verschiedenen Läden schon alle möglichen Systeme gesehen, etwa Trinkgeld bleibt komplett beim Service, Trinkgeld bleibt beim Service und die drücken einen Anteil für die Küche ab, Trinkgeld wird komplett zwischen Service und Küche geteilt usw.


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Trinkgeld im Einzelhandel

11.08.2026 um 16:21
Jeder Unternehmer sollte in der Lage sein, in seiner Geschäftsplanung die Entlohnung des Personals angemessen einzuberechnen. Der Erfolg eines Geschäftes hängt von gutem Personal ab. Die Grundlage einer Geschäftsgründung liegt in der detaillierten Ausarbeitung eines zukunftweisenden Geschäftsplans, bevor man dann letztlich in die Praxis wechselt.
Wenn eine ausreichende Entlohnung des Personals von Anfang an mit einberechnet ist, braucht es keine zusätzliche Betteltaktik und der Kunde bezahlt was auf der Rechnung schwarz auf weiß steht.

Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, sollte man vielleicht kein Geschäft eröffnen.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 07:05
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Restaurants oder Kneipe gebe ich Trinkgeld und das für deutsche Verhältnisse nicht zu knapp.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ebenso beim Friseur und im Taxi
Ist bei mir auch so. Im Supermarkt käme ich definitiv nicht auf die Idee Trinkgeld zu geben. Zwar habe ich diese "Aufrundfunktion" schon genutzt, aber da geht das Geld als Spende an verschiedene Organisationen.
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:dass der Frust bei Verbrauchern steigt.
Ist vollkommen nachvollziehbar. Ich gebe gerne Trinkgeld, als Wertschätzung, für guten, schnellen Service etc, aber ich möchte selbst entscheiden und nicht standardmäßig dazu gezwungen werden.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 08:19
Zitat von martenotmartenot schrieb:Beim Trinkgeld weiß ich auch nie so genau, wer das Geld eigentlich bekommt: geht es an die eine Servicekraft, die einen bedient hat? Oder werden die Köche und Küchenhelfer, die Putzkräfte etc. anteilig auch mitversorgt?
Bei unserem letzten Urlaub in Südtirol stand im Hotel in einer Ecke des Frühstück/Abendessen Raums eine kleine Kasse. Dort stand auch in der Info, wenn man Trinkgeld geben möchte, dies bitte in die Kasse gibt, da dieses Geld unter allen Arbeitskräften wie Kellner, Küche und anderes Servicepersonal aufgeteilt wird.

Bei meinem Frisör hat jede Mitarbeiterin oder Mitarbeiter an der Kasse ein Sparschwein stehen, wo man etwas geben kann. Der Chef, welchen ich schon ewig kenne meinte, dass seine Mitarbeiter das Geld am Ende des Monats behalten dürfen.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 09:51
Zitat von martenotmartenot schrieb:aber auch Arzthelferinnen in den Praxen
ich war am Montag bei meiner Psychiaterin und auf dem Tresen der Anmeldung bei den Sprechstundenhilfen stand ein Sparschwein.. wäre mir vielleicht gar nicht aufgefallen wenn nicht gerade eine der Mitarbeiterinnen vorbeikam und dort einen Schein reingesteckt hätte den sie vermutlich gerade von einem Patient bekommen hatte..

ich kenne das auch vom Hörensagen von meinem Vater, der gibt in Arztpraxen auch gern mal 5Euro für die Kaffee-/Kuchenkasse..


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 10:59
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:Arztpraxen
Bei meinem Hausarzt steht auch so ein Ding auf der Anmeldung, allerdings wird dort für ein SOS Kinderdorf gesammelt.

Im Krankenhaus hab ich auch jedes Mal etwas in die Kaffeekasse geschmissen, fällt mir gerade ein.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 11:38
@Photographer73
Meine Meinung, bei so einer Erwartungshaltung tendiere ich eher zu kein Trinkgeld.

---

Mal ein paar Stilblüten aus der arg weirden tip culture-Diskussion in den Staaten:


Screenshot 20260811-1605412

Screenshot 20260812-1128162

Screenshot 20260812-1130362


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 11:58
Ich verstehe immer nicht ganz, warum man "freiwillig" eine Zahlung leisten soll, die aber andererseits essentiell ist für das finanzielle Einkommen der Angestellten. Wenn es wirklich wichtig ist und Bestandteil des Lohns ist, dann sollte es auch Bestandteil des Lohns sein. Und wenn nicht, dann ist es eben eine wirklich freiwillige Geste der Nettigkeit, die man optional in beliebiger Höhe geben kann.

Aber diesen Druck im Sinne von "Geben Sie freiwillig, sonst kommen wir nicht über die Runden" verstehe ich nicht, und er wirkt auch irgendwie widersprüchlich.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 12:23
Zitat von univerzaluniverzal schrieb:Mal ein paar Stilblüten
die spinnen ja dort in den USA!

also ich persönlich gebe nicht viel Trinkgeld weil wenn man es hochrechnet kommt da auch bei kleinen Beträgen ganz schön was zusammen.

wenn ich mir die von dir geteilten Beispiele anschaue - mit mehr als 10Dollar je Rechnung oder sogar 30Euro - wie viele Tische bedient ein Kellner denn am Tag? das sind doch bestimmt mindestens 15 an 1 Tag in einem gut gehenden Restaurant? 150 Euro Trinkgeld an nur 1 Tag ist immens hoch in meinen Augen. was ich als 'normal' oder wünschenswert empfinde ist wenn 1 Person wöchentlich so ca. 30 bis 100 Euro Trinkgeld bekommt und da ist die Obergrenze schon hoch angesetzt.

als ich noch Pizzabote war da war ein hohes Trinkgeld 1 Abends so ca 10 bis 15 Euro. oft wird gar kein Trinkgeld gegeben. nur an Feiertagen wie Pfingsten/Männertag oder so da saß bei einigen das Geld mal locker und ich konnte bis zu 50Euro an 1 Tag bekommen. wahrscheinlich dachten sich da einige, der arme muss an so nem Feiertag arbeiten :)

zu behaupten wenn man nicht mind. 20% Trinkgeld geben kann dann soll man nicht auswärts essen empfinde ich als total daneben!


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 12:26
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:zu behaupten wenn man nicht mind. 20% Trinkgeld geben kann dann soll man nicht auswärts essen empfinde ich als total daneben!
In den USA kommt ja zu den in den Speisekarten gelisteten Preisen neben dem Tipp auch noch die Tax (Steuer) dazu. Insgesamt wird dadurch so ein Essen immer deutlich teurer, als man anfangs denken würde.


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 12:27
Zitat von martenotmartenot schrieb:gelisteten Preisen
ah ja ich erinnere mich - das ist doch sogar glaube im Supermarkt so, dass die Preise dort ohne Steuer angegeben sind im Laden?


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 12:31
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:das ist doch sogar glaube im Supermarkt so, dass die Preise dort ohne Steuer angegeben sind im Laden?
Ja genau, deswegen kann man vorher nicht so genau abschätzen, wieviel ein Einkauf an der Kasse wirklich kostet.

Zu Zeiten, als man noch überwiegend bar bezahlt hat, konnte ich deswegen nie das nötige Kleingeld bereit halten. Abgesehen kamen deswegen ständig krumme Beträge raus (12,83 $ oder so).


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Trinkgeld im Einzelhandel

12.08.2026 um 12:54
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:dass die Preise dort ohne Steuer angegeben sind im Laden?
das variiert ein bisschen von Staat zu Staat aber unterm Strich ist das ein großer, bekloppter Sandkasten


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Trinkgeld im Einzelhandel

13.08.2026 um 12:38
Zitat von martenotmartenot schrieb:aber auch Arzthelferinnen in den Praxen würden sich sicher freuen, etc.)
Viele Praxen haben eine "Kaffeekasse" auf dem Tresen stehen.
Zitat von Obse89Obse89 schrieb:Bei meinem Frisör hat jede Mitarbeiterin oder Mitarbeiter an der Kasse ein Sparschwein stehen, wo man etwas geben kann.
So kenne ich das auch, gebe das aber lieber der Friseuse in die Hand.
Zitat von JSugarJSugar schrieb:Letztlich erlaubt man den Gastro Betreibern durch diese Trinkgeldkultur niedrigere Löhne zu zahlen, also höhere Gewinne einzufahren.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Beim Trinkgeld weiß ich auch nie so genau, wer das Geld eigentlich bekommt: geht es an die eine Servicekraft, die einen bedient hat? Oder werden die Köche und Küchenhelfer, die Putzkräfte etc. anteilig auch mitversorgt?
Ich habe schon von Lokalen gehört wo der Chef sich das Trinkgeld einsteckt. Das finde ich nicht in Ordnung. So etwas würde ich auf keinen Fall unterstützen.
Zitat von KFBKFB schrieb:Es spricht nichts gegen Trinkgeld um guten Service wertzuschätzen aber dieser 'Zwang' an allen Ecken kotzt mich einfach an
So geht es mir auch. So habe ich das in Tunesien kennen gelernt. Jeder erwartet da Trinkgeld für alles Mögliche.


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Trinkgeld im Einzelhandel

15.08.2026 um 10:59
In Restaurants war ich schon gut 20 Jahre nicht mehr. Das fällt raus.
Aber ich honoriere gern Leistung, die über die Stellenbeschreibung hinausgeht. Beim Ersatzteilhändler etwa, wenn ich mit einer kruden Beschreibung ankomme - statt mit einer Teilenummer und er dreimal ins Lager latscht um ein endlich passendes Teil zu finden.
Wer dann nur sagt : ham wir nicht, könn wir vielleicht Bestellen- verdient auch nix!


:mlp:


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Trinkgeld im Einzelhandel

17.08.2026 um 23:00
Trinkgeld wird früher oder später nur dafür missbraucht, Arbeiter von ihm abhängig zu machen, um beim Endgehalt dieser wiederum sparen zu können. Ist aber nicht nur gegenüber Beschäftigten ein dreister Ausgang, sondern ist auch für Kunden endsnervig. Der meiste Service isr gerade in der Gastro aktuell von sehr mittelmäßigem Niveau, und verdient das gemeinte Lob kaum bis garnicht. Insbesondere In Zeiten in denen sich Preise für alles mögliche mindestens verdreifacht haben, werden die meisten Menschen nicht die Kaufkraft haben, den Lebensunterhalt anderer noch stärker mitzufinanzieren, nur weil sich solche Taktiken bei gierigen Konzernen ausbreiten wie ein Flächenbrand.

Kurzgesagt, dämlicher US-Bullshit.


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