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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

215 Beiträge, Schlüsselwörter: Inflation, Corona, Kredit, EZB, Zins, Staatsverschuldung, Rating

Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

23.03.2020 um 16:06
juanita schrieb:Ich finde es trotzdem nicht gut dass einerseits in irgendwelchen Krisenzeiten Geldmengen geschaffen und an Staaten verschenkt werden und in einem anderen Fall (jetzt, Coronakrise) kleinen Leuten nur per echten Krediten Hilfe angeboten wird.
Ja, da ist Schade. Leute werden in Strich gelassen.
Jeder verschenkt eben ungern Geld. Auch der Staat. Der guckt auf seine eigene Tasche.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

23.03.2020 um 17:01
Abahatschi schrieb:Ja, das behaupte ich. Wer nicht mal paar Wochen klar kommt, erlaube ich mir als nicht solide zu bezeichnen.
Bei den meisten geht es aber doch gar nicht um ein paar Wochen.

Bei den Messebauern sind es schon Monate und bei den damit verquickten Gastronomen und Hotelbetreibern und allem, was sonst noch damit zusammenhängt, auch. Auch bei Veranstaltern und Musikern etc. werden schon länger immer wieder Termine abgesagt und jetzt kommt noch mal eine unbestimmte Anzahl von Wochen dazu.

Da haben sicher nicht wenige in dem Glauben, dass es ja bald schon wieder besser wird (wie es bislang immer irgendwie wieder wurde), schon mal die Rücklagen bemüht. Und dann wird es nicht besser, sondern es wird klar, dass es auf unbestimmte Dauer und auf staatliche Anordnung nicht nur nicht besser wird, sondern die Einnahmen komplett auf 0 runtergehen.

Wenn ich mir überlege, ich müsste mit 0 Einnahmen, meine Fixkosten begleichen und hätte schon 'ne Durstrecke hinter mir und obendrein noch eine unbekannt lange vor mir, würde mir auch angst und bange. Und ich hätte zum Beispiel die richtig existenzielle Angst, bei der Krankenkasse in Zahlungsverzug zu geraten - was mir in Zeiten eines grassierenden Virus schon Sorgen machen würde.

Man kann nicht Millionen Menschen die Möglichkeit entziehen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sie dann im Regen stehen lassen. Das ist nicht nur unsolidarisch (wo doch grade Solidarität von allen gefordert wird), sondern dann hast du mMn auch recht zügig Millionen von Menschen auf der Straße stehen, die nichts mehr zu verlieren haben.

Bei mir laufen die Geschäfte noch gut und ich hoffe, das bleibt so. Aber ich finde es wirklich gruselig, wie übel im gesellschaftlichen Diskus über Selbstständige und Freiberufler geredet / geschrieben wird, denen grade die Existenzgrundlage entzogen wurde. Einerseits heißt es überall, man solle solidarisch sein und dann will man denen, die die notwendige und geforderte Solidarität bislang am teuersten bezahlen, aber die Solidarität verweigern. Ich persönlich empfinde das als beschämend.


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23.03.2020 um 17:10
Lotte49 schrieb:Man kann nicht Millionen Menschen die Möglichkeit entziehen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sie dann im Regen stehen lassen.
Also ich habe die Möglichkeit nicht entzogen, der Staat auch nicht.
Und nochmal, genau lesen, ich finde nicht die Hilfen schlecht, sondern dass nur wer vorgibt dass es ihm schlecht geht was kriegt. Wie prüft man das, geht es ihm schlecht wegen Corona oder doch wegen schlechter Geschäftsführung?
Lotte49 schrieb:Das ist nicht nur unsolidarisch (wo doch grade Solidarität von allen gefordert wird)
Ach das Wort schon wieder...Hauptsache jetzt können Millionäre bis 30.Sep. Hartz4 bekommen.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

23.03.2020 um 17:35
Danke @Lotte49, das hast du gut formuliert.
Ich arbeite ja auch im Veranstaltungsbereich und ja, uns wurde die Möglichkeit entzogen unseren Lebensunterhalt zu verdienen.
Ich fühl mich wie im falschen Film.


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23.03.2020 um 17:42
@Abahatschi


Du willst ein Beispiel? Mein Arbeitgeber hat seine Rücklagen vor 3 Jahren in sein Haus und eine Gewerbehalle gesteckt. Alles eigentlich solide finanziert. Nun ist er Veranstaltungsgastronom und muss mein Gehalt, sein Leben und die Finanzierung seiner Investition, die gleichzeitig ein Teil seiner Altersversorgung darstellt mit effektiv 6 Monaten im Jahr verdienen. Und da kommen Steuern und Abgaben noch zu. Die ersten 2 Monate sind dieses Jahr schon abgesagt sprich keine Umsätze, keine Einnahmen. Aber du hast Recht, jeder bekam vor 3 Jahren Geld von den Banken hinterher geschmissen - unabhängig von der Bonität! Und er residiert im Winter auf dem Bahamas auf seiner Yacht! Und das alles, weil er keine 6 Monate ohne Einnahmen durchhält.... Echt schlecht der Mann - und wieder hast du recht, das ist kein Einzelfall. Ich kenne ca 20 Leute aus unserer Branche, die teilweise diese Saison geschäftlich nicht überleben werden. Alles schlechte Kaufleute!!! Alles Schmarotzer, die jetzt H4 und sonstige Geschenke vom Staat abzocken wollen! Als ich das hörte habe ich meinem Chef noch angeboten das er sich keine Sorgen machen muss. Ich stunde ihm bis auf weiteres einen Teil meines Gehaltes damit er etwas weniger last und mehr Spielraum hat. (die letzten zwei Sätze sind keine Ironie)

Sorry aber wenn ich sowas höre, und das ist nicht das erste Mal in der letzten Zeit, geht mir der Hut hoch! Nur weil man mehrere 100.000 Euro Umsatz im Jahr macht heisst das nicht das man die Chance hat, Reserven für bspw 12 Monate zu bilden.... Aber hey, Umsatz ist ja oft für aussenstehende gleich Gewinn


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23.03.2020 um 17:44
@juanita
Dann wirst du wissen, was ich meine


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23.03.2020 um 17:47
@Desperadoo
Danke für dein Beispiel.
Die Frage bleibt:
Abahatschi schrieb:Wie prüft man das, geht es ihm schlecht wegen Corona oder doch wegen schlechter Geschäftsführung?
*In deinem Fall ist es aufgrund der Erzählung nachvollziehbar dass es Corona ist...hier im Forum...aber amtlich?


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23.03.2020 um 17:57
@Abahatschi

Natürlich ist das nicht einfach - allerdings ist die Vermögensprüfung nur im Falle der Beantragung von "H4" ausgesetzt. Kredite werden (zwar etwas "lascher") geprüft. Hierbei soll es Abstufungen nach Höhe geben. Und ich könnte mir vorstellen, das es nachträglich durchaus zumindest eine stichpunktartige Prüfung geben wird.

Ein Beispiel für dich wäre Vapiano gewesen. Die haben letzte Woche Insolvenz angemeldet und gleich verlauten lassen, sich um Hilfen aus dem Hilfsprogramm zu bemühen. Das wiederum würde ich, nach meinem Kenntnisstand, nicht nachvollziehen können. Denn die haben tatsächlich ihr Unternehmen nicht wirklich gut geführt.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

23.03.2020 um 18:07
Desperadoo schrieb:Ein Beispiel für dich wäre Vapiano gewesen.
Ich sehe Du weiß was ich meine. Ich habe Vapiano sehr lange verfolgt...
Desperadoo schrieb:Und ich könnte mir vorstellen, das es nachträglich durchaus zumindest eine stichpunktartige Prüfung geben wird.
Ob das was bringt...und dann Geld zurück verlangen? hmmm.


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23.03.2020 um 18:09
@Abahatschi

Das wird auf die Gestaltung der Vergaberegeln ankommen. Aber grundsätzlich, warum nicht?


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23.03.2020 um 19:04
Desperadoo schrieb:Aber grundsätzlich, warum nicht?
Ich bin für eine Hilfe nach wie vor, aber nicht ohne Buchhaltungsauszug ;)
Da sieht man Einnahmen, Einnahmenverlauf, Ausgaben etc. Bilanz ist auch wichtig - auch wenn es nur für die Akte ist.
Bei einer ordentlichen Buchführung ist sozusagen "ein Click".
Ich meine rein rechtlich sind diese Unternehmen insolvent und da gibt es noch andere Probleme wie Gläubiger & Co.


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23.03.2020 um 19:44
Eine evtl Beteiligung an Insolvenzverschleppung ist den Banken und der Politik durchaus bewusst. Und nochmal, niemand behauptet, plant oder denkt auch nur daran, Kredite ungeprüft zu vergeben. Im DLF hieß es am Samstag, das Kredite bis 250.000 in einem beschleunigten Verfahren innerhalb von 72 Stunden entschieden werden könne. Also nix mit anrufen, Summe durchgeben und reich werden. Es geht schlicht um den Mittelweg zwischen möglichst wenig Bürokratie, ausreichender Prüfung und schneller Entscheidung.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

24.03.2020 um 14:24
Abahatschi schrieb:RayWonders schrieb:
Achso, alle Unternehmen die also keinen großen Gewinn erwirtschaften um Rücklagen zu bilden sind also einfach nur doof?
Ja, das behaupte ich. Wer nicht mal paar Wochen klar kommt, erlaube ich mir als nicht solide zu bezeichnen.
Und was ist mit jenen Unternehmen, die erst seit der Corona-Krise nicht klar kommen? Ich rede jetzt nicht unbedingt von den Großen und Kapitalgesellschaften, sondern jene die Gewinnverluste dadurch hinnehmen müssen, und die keine (ausreichenden) Rücklagen bilden konnten.
Die Bildung von Rücklagen ist nur für die Kapitalgesellschaften vorgeschrieben, weshalb bei einem Teil dieser Rücklagen auch von „gesetzlichen Rücklagen“ gesprochen wird. Bei Personenhandelsgesellschaften hingegen ist die Bildung von Rücklagen gesetzlich nicht vorgesehen, wegen der unbeschränkten persönlichen Haftung bestimmter Gesellschafter nicht erforderlich und operational nicht möglich.
Wikipedia: Rücklage


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

24.03.2020 um 15:34
Desperadoo schrieb:Als ich das hörte habe ich meinem Chef noch angeboten das er sich keine Sorgen machen muss. Ich stunde ihm bis auf weiteres einen Teil meines Gehaltes damit er etwas weniger last und mehr Spielraum hat.
Danke! Dank Menschen wie dir sind wir noch einigermassen auf Kurs.

Gefühlt das ganze Schweizer Volk verfolgt dieses Thema. Meiner Meinung nach ist das eine komplett neue Geldpolitik oder eher ein Geldexperiment und niemand kann sagen wohin das führt.
Gemäss meinen neusten Informationen kann ein klein- oder Mittelunternehmen in der Schweiz einen Kredit beantragen in der Höhe von 10% des Umsatzes, der Bund bürgt dafür.... Natürlich gibt es auch ein Maximaler Betrag aber der ist mir gerade entfallen.
Weiter werden auch Einzelfirmen, Künstler etc. entschädigt.

Ich bin auch froh das ich in einem Systemrelevanten Unternehmen arbeite. Allerdings muss ich sagen, meine Mitmenschen sitzen seit einer Woche zu Hause rum und erhalten ihre Gehälter. Wir arbeiten weiter und von Tag zu Tag werden unsere Abläufe zwecks Bundesbestimmungen (was auch gut so ist) aufwändiger und komplizierter. Das heisst, ich würde auch gerne eine zusätzliche Entschädigung erhalten.
Ich bin gespannt welche Massnahmen nun umgesetzt werden.

Aufjedenfall ist mein persönliches Horrorszenario eingetroffen. Ich kenne Menschen die aufgrund der Massnahmen ihren Job verloren haben, aber kenne noch keinen der an Corona erkrankt ist....

Hätten wir doch vor ein paar Jahren das Bedingungslose Grundeinkommen angenommen. Dan hätten wir nun zumindest die ganze Bürokratie umgangen...


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

25.03.2020 um 14:49
Brasiliens Präsident lehnt Ausgangssperre ab

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wirft Chefs von Regionalregierungen und Bürgermeistern vor, mit Ausgangssperren die Wirtschaft zu zerstören. „Wenn Unternehmen nicht produzieren, werden sie keine Gehälter zahlen“, twittert Bolsonaro. Wenn die Wirtschaft zusammenbreche, erhielten auch die Angestellten im öffentlichen Dienst nichts. „Wir müssen Geschäfte öffnen und alles tun, um die Gesundheit der Alten zu erhalten.“
https://www.welt.de/vermischtes/live206505337/Coronavirus-live-Italien-beschlagnahmt-2000-Beatmungsgeraete.html

in dem anderen Thread sind wir wieder auf das Thema dieses Threads hier gekommen.
Schlusspunkt eines jedes meinen Einwands war "DIE INFLATION!"

es wird also immer mit dem Inflationsmonster argumentiert.

aber jetzt mal konkret am Beispiel von Brasilien. Wenn dort jetzt Geld beschafft wird vom Staat in Form von neuen Schulden und damit all das abgedeckt wird, was der Präsident jetzt als Gefahr sieht, weswegen er keinen Lockdown befürworten kann.
Sorry, dass ich nochmal frage, aber wieso kann der Staat nicht allein auf den Schulden sitzen bleiben?
Wieso wird hier mit "INFLATION!" argumentiert? Wer kommt und auferlegt der gesamten Wirtschaft plötzlich die Preise anzuheben wenn doch eigentlich alles ganz normal weiterläuft? während zwar ein Teil der Betriebe stillsteht, aber die gesamten Kosten und Geldströme aufrechterhalten werden?

ich verstehe es immer noch nicht, vielleicht kann das mal jemand noch genauer erklären anstatt die Standard-Graphiken zur Geldschöpfung aus dem VWL Unterricht zur Finanztheorie zu teilen oder gleich mit dem Totschlag-Argument Inflationsmonster anzukommen. Für mich ist es noch nicht gänzlich geklärt.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

25.03.2020 um 19:15
@RayWonders

Als VWL - Lehrer will ich es zumindest mal versuchen ;)

Viele Leute haben entgegen des bisherigen Threads noch eine ähnliche Kaufkraft wie vor der Krise.
Nehmen wir als Beispiel die Vielzahl der Beamten.
Beamter A hat bislang 500 € im Monat für Restaurant, Kneipe, Kino und was weiß ich rausgeworfen. Jetzt hat alles zu und A spart die 500 €. Nun kann der Staat nicht diese ganzen Einrichtungen ohne Kohle zurücklassen, er betriebt dadurch einen marktkonträren Staatseingriff, leiht sich Geld und subventioniert bzw. leiht den Einrichtungen das Geld, sagen wir auch 500 €.
Ergo kann A die 500 € nicht investieren (spart diese) und die Einrichtungen haben trotzdem 500 €. Sprich die Geldmenge hat sich verdoppelt.
(Ich spare mir an dieser Stelle mal das Geblubber, dass Geld ursprünglich ein Gegenwert von geleisteter Arbeit war und nur den Tauschhandel einfacher machen sollte. Das weißt du ja.)
Nun gibt der Staat den Betroffenen natürlich nicht 1:1 das Geld was jeder potentielle Kunde gebracht hätte, aber ich denke wir sind uns erstmal einig, dass sich die Geldmenge die im Umlauf ist, stark vergrößert ist.

Nun folgt das Geschrei nach dem "Monster" wie du es nennt.
Dies muss man sicherlich relativieren. Dein Fruchtjoughurt wird in Zukunft sicher auch nicht das dreifache Kosten.

Aber:
Gerade in bestimmten Märkten wird man schnell merken, dass mehr Geld im Umlauf ist.
Dies können Märkte mit heterogenen Gütern sein, monopolartige oder Oligopole.
Dort werden die Preise schnell steigen, da Akteure so eine Marktmacht besitzen, dass sie höhere Preise leicht durchsetzen können, ohne dass ihnen die Kunden wegrennen.
Dies merkt man als normaler Verbraucher meist gar nicht, da in dem Warenkorb mit dem die Inflation berechnet wird, etwa Benzin oder Heizöl gar nicht gelistet sind.
Gerade wurden die Märkte ja auch mit "frischem Geld von der EZB geflutet" wie es heißt. In Boom Zeiten sind dadurch die Preise in Immobilienmärkten, Finanzmärkten oder Märkten für Luxusartikel (Schau dir an wie die Teuerungsrate bei Rolexuhren war,verrückt.) extrem gestiegen. Hier waren inflationäre Prozesse schon deutlich zu sehen.
Nur ist das bei homogenen Gütern u.a. aufgrund der vollständigen Konkurrenz noch nicht unbedingt direkt der Fall.
Allerdings gibt es hier auch genug Fälle, die man sich vor Augen halten kann.
Beispiele wären Kartellbildungen durch illegale Preisabsprachen - Google gern mal nach dem Bierkartell.
Hier hat man ein sehr homogenes Gut. Das Bier was im Angebot ist, wird bspw besonders häufig gekauft, weil es nicht groß anders schmeckt als die Stammmarke. Aufgrund dieser Eigenschaft und der großen Konkurrenz gab es Absprachen zur Preiserhöhung über beinahe die gesamte Branche. Mit der Konsequenz, dass die Bierpreise flächendeckend stiegen und trotzdem kein Absatzeinbruch erfahren wurde. Hier wurde auch ausgenutzt, dass die Kaukraft dafür seitens der Bevölkerung da war. Das ist kein exotisches Beispiel sondern nur die Spitze des Eisbergs, welches das Kartellamt aufdecken konnte. Auch hier mit der Folge der Geldentwertung-
Diese Gefahr besteht natürlich bei wachsender Kaufkraft noch mehr.
Dazu kommt in der Krise natürlich auch der Fakt, dass Lieferketten gestört werden und die Produktion erschwert wird. Dadurch wird das Angebot verknappt. Das verknappte Angebot wird schon von den Rohstofflieferanten in Form von Preiserhöhungen weitergegeben, da sie mindestens ihren gewohnten Umsatz machen wollen. Diese erhöhten Preise werden in der Produktion (dazu kommen vielleicht noch tarifvertragliche Lohnsteigerungen) dann natürlich auch an den Endkunden versucht weiterzugeben (Wie oft hast du in deiner Bäckerei im letzten Jahr einen erhöhten Brötchenpreis mitbekommen? Ich circa 3 mal!) .
Nun trifft ein möglicherweise verknapptes Angebot, was zu höreren Preisen hergestellt wurde auf eine potentiell höhere Kaufkraft.
Die Folge ist, dass der Anreiz besteht den Preis zu erhöhen und da das Produkt dann mindestens genauso gut wie vorher verkauft wird wodurch u.U. ein noch höherer Preis in Gedanken des Verkäufers gerechtgertigt sein könnte. Das "Monster" wäre losgetreten.

Soviel zur Theorie.

Rechtgeben muss ich dir, dass das ganze zumindest zum Teil hypothetisch ist und wir auch nach dieser Krise nicht mit einer Schubkarre Geld zum Brot holen gehen müssen.

Ich hoffe, ich konnte dir zumindest etwas weiterhelfen. :)


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

26.03.2020 um 06:44
apple84 schrieb:Beamter A hat bislang 500 € im Monat für Restaurant, Kneipe, Kino und was weiß ich rausgeworfen. Jetzt hat alles zu und A spart die 500 €.
Ok, ich verstehe diesen Ansatz. In der Realität ist allerdings dieser Betrag beim Großteil der Bevölkerung sehr viel kleiner?
Das was gespart wird, wird sowieso über mehrere Monate angespart um sich irgendwas bestimmtes leisten zu können?
apple84 schrieb:Nun kann der Staat nicht diese ganzen Einrichtungen ohne Kohle zurücklassen, er betriebt dadurch einen marktkonträren Staatseingriff, leiht sich Geld und subventioniert bzw. leiht den Einrichtungen das Geld, sagen wir auch 500 €.
Ergo kann A die 500 € nicht investieren (spart diese) und die Einrichtungen haben trotzdem 500 €. Sprich die Geldmenge hat sich verdoppelt.
Hier muss ich nachfragen! In meinem Ansatz sollen doch nur die Fixkosten ersetzt werden und nicht der komplette Umsatz. Also haben diese Einrichtungen nicht mehr Geld welches sie nicht investieren, sie stehen bei +/- 0? da ist nichts was sie sparen können, so wie du es darstellst!
es werden ihnen lediglich alle sonstigen Ausgaben erstattet damit sie nicht nachdem die sagen wir 3 Monate Lockdown rum sind, nicht auf einem Berg von Schulden sitzen...
apple84 schrieb:Nun gibt der Staat den Betroffenen natürlich nicht 1:1 das Geld was jeder potentielle Kunde gebracht hätte, aber ich denke wir sind uns erstmal einig, dass sich die Geldmenge die im Umlauf ist, stark vergrößert ist.
ja, aber wenn niemand ankommt und jetzt allen mitteilt welcher neue Inflationswert sich daraus errechnet, wie sollen die Unternehmen wissen davon oder genötigt werden jetzt anhand eines solchen Wertes zu erhöhen?
es gibt eben keinen solchen Automatismus wie von der Inflation immer gesprochen wird. es passiert nicht automatisch.
normal ist es doch so, dass irgendwo Kosten steigen, jemand erhöht Preise und da die Märkte verwoben und vernetzt sind müssen alle anderen Märkte die die höheren Preise zahlen müssen auch ihre Preise erhöhen weil ebend auch ihre Kosten gestiegen sind.

Aber jetzt erkläre mir bitte, wieso sollten Kosten und Preise steigen? Wenn der Staat für 3 Monate für alle Fixkosten aufkommt, die Betriebe angehalten werden und dann ganz normal weiter arbeiten? Und wenn gleichzeitig alle Kreditabzahlungen auch pausiert werden, so dass diese Kosten nicht erstattet werden müssen und keine Nachteile bringen.
apple84 schrieb:Diese Gefahr besteht natürlich bei wachsender Kaufkraft noch mehr.
Aber es hat doch niemand MEHR? es läuft alles ganz normal weiter, nur dass der Staat derjenige ist der die Kosten deckt. Das Geld also das vom Staat irgendwo ankommt, ist vorher in genau derselben Höhe auch dort angekommen. Niemand hat mehr als vorher?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein großes Problem ist, wenn ich für 6 Monate jetzt alles spare anstatt es auszugeben weil die Kinos und Museen usw. geschlossen. Das kommt doch während des Lebens einer Person auch so vor, dass man mal für ein paar Monate hier und da kaum was anderes ausgibt als für Lebensmittel und man spart? Dann müsste das doch auch ein Problem sein so wie du es darstellst?
apple84 schrieb:Dazu kommt in der Krise natürlich auch der Fakt, dass Lieferketten gestört werden und die Produktion erschwert wird. Dadurch wird das Angebot verknappt. Das verknappte Angebot wird schon von den Rohstofflieferanten in Form von Preiserhöhungen weitergegeben, da sie mindestens ihren gewohnten Umsatz machen wollen.
Das ist aber nicht notwendig wenn ihnen die Fixkosten übernommen werden. Preise werden doch nur erhöht wenn die Kosten des Unternehmens nicht mehr gedeckt werden können? Es ist in meinen Augen absolut nicht gerechtfertigt, wenn ein Betrieb nur für 3 Monate Pause macht, alle seine Fixkosten vom Staat übernommen werden, dass dann Preise erhöht werden. Auf welcher wirtschaftlichen Grundlage sollten diese Preiserhöhungen stattfinden?
apple84 schrieb:Nun trifft ein möglicherweise verknapptes Angebot, was zu höreren Preisen hergestellt wurde auf eine potentiell höhere Kaufkraft.
Das hatte ich ja schon gefragt. Wo hat denn hier irgendjemand mehr?

Das mit dem knapperen Angebot ist ja auch kein wirkliches Problem. Wenn der Mediamarkt geschlossen ist, dann kann sich der Stillstand des Betriebes der diese Produkte herstellt auch nicht auswirken? Wenn nach der Pause alles wieder weiterläuft ist immer noch genau die gleiche Kaufkraft gegenüber dem gleichen Angebot, wie es auch bestand als man die Pause gestartet hatte? Nichts hat sich verändert.. Ich denke nicht dass die 10 TV-Geräte pro Landkreis die Online bestellt werden während der 3 Monate das Angebot jetzt so verknappen würde dass es gerechtfertigt ist hier Preise anzuheben aufgrunddessen..


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26.03.2020 um 07:19
RayWonders schrieb:Aber jetzt erkläre mir bitte, wieso sollten Kosten und Preise steigen?
Weil mehr Geld im Umlauf ist und wenn die Verkäufer mehr verlangen, kann das leichter bezahlt werden.
RayWonders schrieb:Preise werden doch nur erhöht wenn die Kosten des Unternehmens nicht mehr gedeckt werden können?
Preise passen sich an die gestiegen Kaufkraft an..siehe oben.


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Warum Kredite und keine Geschenke in Zeiten von Corona?

26.03.2020 um 07:22
Abahatschi schrieb:Preise passen sich an die gestiegen Kaufkraft an..siehe oben.
wenn du auf alles eingehen würdest, dann hättest du auch darauf eingehen müssen, zu erklären wieso IRGENDJEMAND auch nur irgendwas MEHR hat..

also bitte auf alles eingehen!
Abahatschi schrieb:Weil mehr Geld im Umlauf ist und wenn die Verkäufer mehr verlangen, kann das leichter bezahlt werden.
niemand hat mehr, jeder bekommt alles genauso weiter bezahlt wie vorher während des Lockdowns.

EDIT: wenn z.b. der Staat jetzt Schulden macht um Restaurant-Besitzer zu unterstützen und ihnen ihre Fixkosten erstatttet.

Wer hat dann mehr? der Vermieter der das Lokal vermietet hat nicht mehr, er bekommt das selbe wie sonst auch.
Wer dann?

EDIT: der Koch hat vielleicht sogar weniger wenn er in Kurzarbeit ist und aufgestockt wird durch HartzIV..


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26.03.2020 um 07:32
RayWonders schrieb:zu erklären wieso IRGENDJEMAND auch nur irgendwas MEHR hat..
Schrei hier nicht rum, es geht auch ohne.

Du fokusierst Dich nur auf die die jetzt nicht arbeiten können und ihren Gehalt von Staat bekommen, diese haben nicht mehr Geld (na ja sogar doch weil sie ja ihren Konsum Anteil nicht wie vorher ausgeben können).

Aber die die jetzt ganz normal verdienen weil sie arbeiten können aber ihr Geld nicht ausgeben können weil alles zu hat, haben mit Sicherheit mehr Geld zu Verfügung..


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