@geraldo: Endlich mal jemand, mit dem man anscheinend vernünftig diskutieren kann - auch wenn's mit dem urpsrünglichen Thema nichts mehr zu tun hat (nicht zuletzt deshalb, weil immer noch niemand sagen wollte, was seine/ihre "besonderen Fähigkeiten" denn nun eigenlich sind - aber lassen wir das für den Moment).
Wie ich sagte... das ist DEINE Interpretation bzw. DEINE Wahrnehmung davon, und die hat in erster Linie Wahrheitscharakter für DICH, nicht aber notwendigerweise für andere oder gar objektiven Charakter. Was Du hier betreibst ist Nihilismus. Der Begriff wurde von Nietzsche geprägt, aber das "System" ist wesentlich älter und wurde damals zum Beispiel verwendet, um "Ketzer" wie Galileo Galilei (also auch damals schon Wissenschaftler) zum Schweigen zu bringen. Das erste Problem am Nihilismus: er widerspricht sich selber. Wenn es keine "objektive Wahrheit" gibt, dann ist auch die Anschauung des Nihilismus keine. Das zweite Problem: Angesichts der grossen Erfolge der Wissenschaft, welche eine Vielzahl von Sachverhalten mit sehr wohl einer gewissen Objektivität (der Apfel fällt nun mal für jeden Meschen in Richtung Boden, wenn er ihn loslässt) beschreibt, ist der Nihilismus heutzutage überholt.
Oder um es mit Gero von Radow auszudrücken: "Wenn etwas watschelt wie eine Ente, klingt wie eine Ente und fliegt wie eine Ente, dann ist es eine Ente".
Du versuchst damit, Esoterik aus dem Verständnis der Wissenschaften zu beurteilen. Das ist sinnlos und zeugt eher von Unverstand. Es käme dem gleich, als wöllte ein Muslim einen "guten Atheisten" anhand seines muslimischen Verständnisses beurteilen. Entschuldige, aber das ist absolut nicht sinnlos. Es geht nicht darum, "die Esoterik" zu beurteilen, sondern ganz bestimmte Aussagen. Wenn jemand von sich behauptet, er könne Gedanken lesen, dann lässt sich das eben mit dem "Methoden der Wissenschaft" (die in diesem Fall sehr nah am Alltagswissen liegen) prüfen. Wenn jemand behauptet, er könne Gedanken lesen, dann muss dieser jemand ja irgendwie zu seiner Überzeugung gekommen sein, und sei es nur, weil er/sie glaubt, Stimmen zu hören. Ob es sich bei diesen Stimmen nun tatsächlich um gezieltes Gedankenlesen handelt, lässt sich experimentell objektiv(!) feststellen. Sollte das Experiment fehlschlagen, bedeutet das ja nicht, dass diese Person (subjektiv) keine Stimmen hört, nur handelt es sich offenbar eben um etwas anderes als um Gedankenlesen.
Das kann man mit den Naturwissenschaften nicht minder, oder auch nicht. Es hängt nicht von der Frage Esoterik vs. Wissenschaft ab, ob man mit seiner Sicht der Dinge auf die Nase fällt oder nicht. Nein, hängt es nicht! Natürlich kann sich die Wissenschaft auch irren (oder sagen wir besser, "zu vorerst ungenauen Schlussfolgerungen kommen"). Der Unterschied ist der, dass sich die Wissenschaft dauernd selber hinterfragt und korrigiert, während dies die Esoterik nicht tut. Ja, sie überprüft Ihre Behauptungen noch nicht einmal. Das mag im Fall von diesem Forum harmlos sein, aber es gibt genügend Beispiele, in denen das nicht mehr der Fall ist. Ich habe schon mehr als einen Fall erlebt, in dem Eltern Ihr krebskrankes Kind aus der Chemotherapie gerissen haben, weil ihm Gott, oder sonst eine esoterische Therapie, schon helfen werden. Wenn diese Eltern dann ein paar Wochen später anrufen und Morphium für ihr Kind verlangen, welches im Hintergrund vor Schmerzen schreit, spätestens dann ist's vorbei mit dem "Esoterik und Wissenschaft" sind gleichwertig Gesabbel - glaubs mir!
...was mit so einer Einstellung nun wirklich kein Wunder ist. Zu Deiner gedanklichen Wahrheit und Verständnis der Dinge, die nicht Deinen geheiligten Naturwissenschaften entspringen kann ich Dich nur zitieren: "Stichwort -> Wunschdenken" Siehe das Beispiel von oben. Nenne Du mir bitte EIN Beispiel, in welchem die Menschheit aufgrund esoterischen "Denkens" Fortschritte gemacht hat.
"The problem with the global village is all the global village idiots" (Paul Ginsparg)