Der sich bewusste Raum
05.08.2008 um 19:52
So nach dem ganzen Mist mal wieder was zum Thema, fritzchen1 das solltest Du mal lesen. Ich hätte gerne mehr von dem Artikel hier zitiert aber wegen dem Copyright lasse ich das lieber und zitiere nur eine klein Teil. Wenn Ihr im Link nach „Elektron“ sucht, werdet Ihr aber die Stelle finden. Das soll Euch nicht abhalten den ganzen Artikel zu lesen, es gibt sehr viele interessante Informationen.
Hier nun das Zitat:
Nach seiner Berechnung könnte auch das einzelne Elektron Bewusstsein erlangen (hier wird Penroses Konzept der völligen Beliebigkeit des Auftretens von Bewusstsein deutlich) Dazu müßte es aber seine Superposition in ungestörter Isolation längere Zeit (und zwar länger als das uns bekannte Alter des Universums) aufrechterhalten können.
Quelle: http://www.psychophysik.com/html/re-072-bewusstsein.html
Hier nun mal ein Auszug der auch sehr lesenswert ist, und unter anderem auch ein Gedankenexperiment beschreibt:
Bewusstsein stellt für die meisten Philosophen und andere Wissenschaftler eines der größten Probleme in den Geisteswissenschaften dar. Viele Arten von geistigen Phänomenen konnten in vergangenen Jahren wissenschaftlich erklärt werden, aber bislang gelang es noch nicht, die Frage nach dem Bewusstsein endgültig zu beantworten. Viele Versuche, Bewusstsein zu erklären, sind gescheitert und führten zu der Annahme, dass es sich um ein unlösbares Problem handelt und es keine vernünftige Antwort auf diese Frage gibt.
Besonders interessant ist die Frage nach Bewusstsein im Fall der künstlichen Intelligenz. Wenn es uns wirklich gelingen sollte, ein intelligentes elektronisches Gehirn zu bauen, so wäre es doch durchaus denkbar, dass dieses Gehirn auch ein Bewusstsein entwickeln würde.
Ich möchte nun zusammenfassen, welche grundlegenden Vorstellungen von Bewusstsein existieren, und wie wir diese auf das Problem der künstlichen Intelligenz anwenden können.
Ich möchte als erstes David J. Chalmer nennen und angeben, welche Fähigkeiten er Bewußtsein zuspricht. Er erklärt auf seiner Homepage, Bewusstsein besitze folgende Eigenschaften:
1. Die Fähigkeit zu wählen, kategorisieren und auf äußere Reize zu reagieren.
2. Die Integration und Verwaltung von Informationen durch ein kognitives System.
3. Die Fähigkeit mentale Zustände zu beschreiben.
4. Die Fähigkeit sich auf eine Sache zu konzentrieren.
5. Die Fähigkeit zwischen Wach und Schlafzustand unterscheiden zu können.
Er vergleicht Bewusstsein auch mit dem Wachzustand, wobei der Traum natürlich auch eine Form von Bewusstsein darstellt, der bewusste Organismus ist also wach oder er träumt.
Interessant wäre diese Feststellung in Bezug auf intelligente Maschinen. Diese würden sicherlich keinen Schlaf benötigen, solange sie ausreichend mit Energie versorgt werden. Auch hier wären sie wahrscheinlich den biologischen Gehirnen überlegen, da sie die Zeit ihrer bewussten Existenz nicht durch Tiefschlaf verkürzen müssten.
Im Großen und Ganzen ähneln die genannten Eigenschaften sehr denen von Churchland aufgestellten Eigenschaften für parallel arbeitende Netzwerke. Aus dieser Übereinstimmung könnte man schlussfolgern, dass ein parallel arbeitendes System von ausreichender Komplexität ein eigenes Bewusstsein besitzt. Allerdings beschränken sich die Vergleiche nur auf die beschreibbaren Fähigkeiten von Bewusstsein.
Die Frage ist, ob wir Bewusstsein einfach aufgrund seiner Eigenschaften erklären können. Später werde ich erläutern, dass dies im Augenblick unseres derzeitigen Erkenntnisstandes durchaus plausibel erscheint. Doch vorerst möchte ich einige Einwände Chalmers und Leibniz nennen.
Chalmer unterteilt Bewusstsein in zwei Probleme. Das erste nennt er das kleinere Problem, und es beschreibt nur die kognitiven Fähigkeiten und Funktionen des Bewusstseins, so wie ich sie gerade aufgezählt habe. Und genau diese „einfach" zu beschreiben Phänomene würden nach Churchland in allen komplexen parallelen biologischen oder künstlichen Netzwerke existieren. Doch da dieses nach David J. Chalmer nur das kleine Problem des Bewusstseins ist, möchte ich kurz erklären, wie dann das große Problem lautet.
Für ihn ist die Erfahrung, die dem Bewusstsein zugrunde liegt, das wahre Problem.
Alle oben genannten Phänomene des Bewusstseins beschränken sich auf die Ausführung von Funktionen, die neuronal und empirisch erklärbar sind. Doch warum wird die Ausführung dieser Funktionen von einem Gefühl des Erfahrens und Erlebens begleitet? Eine einfache Erklärung der Funktionen lässt diese Frage unbeantwortet. Wir können zwar beschreiben, wie Informationen zusammengefasst, verarbeitet und ausgegeben werden, aber wir können nicht erklären, wodurch die dazugehörige Erfahrung zustande kommt.
Er betrachtet die Erfahrung nicht als eine Funktion des Bewusstseins, sondern als eine empirisch nicht nachweisbare Auffassung vom eigenen Selbst. Dieses Ich- oder Selbstbewusstsein beruht seiner Meinung nach nicht auf neuronal erklärbaren Tatsachen, sondern hat einen metaphysischen Charakter. Er teilt das Bewusstsein in einen empirisch erklärbaren Teil, der sich auf die Eigenschaften von Bewusstsein beschränkt, und einen metaphysischen Teil, der sich unserer Erkenntnis entzieht und nur zu erfahren, nicht aber zu erklären ist, ein. Diese Zweiteilung haben auch andere Philosophen vorgeschlagen. Churchland nennt eine Passage aus Leibniz’s metaphysischen Hauptwerk, der Monadologie, in dem Leibniz ein Gedankenexperiment durchführt, was sehr gut in diesen Zusammenhang passt.
In diesem Experiment sollen wir uns vorstellen, auf die Größe eines winzigen Zwerges zu schrumpfen und dann die Maschinerie des Gehirns zu betreten, welche einer großen Maschinenhalle mit Hebeln und Rädern gleicht. [B]Auch dann, meint Leibniz, würden wir darin sicherlich nie auch nur den leisesten Hauch eines Gedankens, eines Wunsches oder eines Gefühls entdecken, egal wie sorgfältig wir die Funktionsweise dieser riesigen Maschine auch beobachten. Diese Phänomene seien Teil einer ganz anderen Realität. Eine Reihe moderner Philosophen, wie zum Beispiel David J. Chalmers, unterstützen Leibniz’s Schlussfolgerung. Churchland erklärt jedoch, dass dieses Gedankengut auf einen Irrtum beruht.
Dieser Irrtum bezieht sich jedoch nicht auf das, was wir erkennen würden, wenn wir uns ganz klein im Gehirn aufhalten würden. Es wäre in der Tat extrem unwahrscheinlich, das wir bei der Betrachtung des arbeitenden Gehirns beobachten könnten, wie ein Gedanke oder Gefühl vorüberzieht. Leibniz übersieht aber, dass dieser Misserfolg ebenso wahrscheinlich eintrete, wenn Gedanken und Gefühle tatsächlich mit irgendeinem physikalischen Zustand im Gehirn identisch wären.
Wir würden dieses Faktum wahrscheinlich deshalb nicht erkennen, weil uns das Verständnis für die nun sichtbar vor uns liegenden Dinge fehlen würde. Unerfahrene Beobachter auf das Gehirn loszulassen ist keine Lösung, denn was sie erkennen oder nicht erkennen, hängt genauso subjektiv von ihrem erlernten Wissen ab wie davon, was es objektiv zu sehen gibt. Churchland ist durchaus ein Anhänger des Materialismus.
Er zeigt mit seiner Gegenargumentation, dass diese metaphysischen Argumente gegen den Materialismus nicht stichhaltig sind. Mit den gleichen Argumenten könnte man auch Chalmers Meinung, hätte er ein Beispiel genannt, widerlegen.
[B]
„Wir können zwar nicht beweisen, dass Bewusstsein und Erfahrung einen reinen funktionalen Charakter haben, aber wir können auch nicht das Gegenteil beweisen.“
Um mit meiner Fragestellung voranzukommen, werde ich mich auf die Eigenschaften des Bewusstseins beschränken, und auch einen materialistischen Standpunkt einnehmen, so wie Churchland es vorschlägt.
[B]
„Es muss keine allgemein gültige Definition für Bewusstsein vorhanden sein, denn wenn wir uns über die Eigenschaften des Bewusstseins einig sind, wissen wir auch, was die Neurowissenschaft versuchen muss zu rekonstruieren.
Definitionen formuliert man am besten erst dann, wenn wir genau wissen, was wir definieren müssen, und das wird solange nicht der Fall sein, bis wir eine wissenschaftlich haltbare Theorie des Bewusstseins haben.“
Ich werde jetzt noch einmal die offenkundigsten und wichtigsten Eigenschaften des menschlichen Bewußtseins nennen, so wie Churchland sie zusammengefaßt hat.
1. Bewusstsein ist mit Gedächtnis verbunden. Typischerweise ermöglicht uns Bewusstsein
wahrzunehmen, wie sich der eigene psychische und physische Zustand im Laufe der Zeit
entwickelt. Ein derartiger Sinn erfordert wenigstens eine gewisse kognitive Erfassung
der unmittelbar vorangegangenen Geschehnisse und damit eine Form von Gedächtnis,
wenigstens ein Kurzzeitgedächtnis.
[B]
2. Bewusstsein ist unabhängig von sensorischen Wahrnehmungen. Man kann seine Augen und Ohren verschließen und auch sonst alle Sinneswahrnehmungen ausschließen, aber das Bewusstsein bleibt bestehen. Man kann seine Tagträume in die Zukunft schweifen lassen oder seine Gedanken in die Vergangenheit, oder man kann in seiner Vorstellung einem komplexen Problem nachgehen, alles ohne Informationen von den Sinnesorganen. Zweifellos wird das Bewusstsein verändert oder zusammenhangslos, wenn man jemanden über längere Zeit von allen Sinneswahrnehmungen ausschließt. Das haben Experimente gezeigt. Die Existenz von Bewusstsein hängt aber kurzzeitig offenbar nicht vom Vorhandensein irgendwelcher Sinneseindrücke ab.
3. Bewusstsein beinhaltet steuerbare Aufmerksamkeit. Bewusstsein ist etwas, das man steuern und konzentrieren kann, auf diesen Punkt anstatt auf jenen, auf dieses Objekt oder auf ein anderes, auf eine Sinneswahrnehmung oder auf eine andere, sogar wenn die externe Perspektive der Wahrnehmung gleich bleibt.
4. Bewusstsein beinhaltet die Fähigkeit, komplizierte oder uneindeutige Fakten auf mehrere Arten interpretieren zu können. Richtet man seine Aufmerksamkeit auf irgendetwas, dann kann man das Gesehene oder Gehörte auf unterschiedliche Weise wahrnehmen, interpretieren und durchdenken, besonders, wenn die Situation verwirrend oder problematisch ist.
[B]
5. Bewusstsein verschwindet im Tiefschlaf. Tief zu schlafen ist sogar der üblichste Weg, das Bewusstsein zu verlieren. Es wäre sehr interessant zu erfahren, warum das der Fall ist und was dann passiert.
6. Bewusstsein taucht beim Träumen wieder auf, wenigstens in veränderter oder ungeordneter Form. Die Form des Bewusstseins während des Träumens ist sicherlich nicht die übliche, aber sie scheint nur ein anderes Beispiel desselben Phänomens zu sein.
7. Bewusstsein umfasst die Inhalte mehrerer sensorischer Modalitäten innerhalb einer einzigen gemeinsamen Erfahrung. Ein Organismus mit Bewusstsein hat offenbar nicht mehrere unterschiedliche Bewusstseinsformen, eine für jeden der Sinne, sondern vielmehr ein einziges Bewusstsein, zu dem jeder Sinn seinen Teil beiträgt, der vollständig integriert wird.
Diese Liste stellt eine provisorische Struktur des Phänomens dar. Verschiedenen Forschern ist es bereits gelungen, Netzwerke zu bauen, die bestimmte Sinnesfunktionen, wie zum Beispiel das räumliche Sehen mittels einer künstlichen Retina, nachahmen können. Aufgrund moderner Forschungen im Bereich der künstlichen Netzwerke liegt die Vermutung nahe, ein künstliches rekurrentes Netzwerk könnte durchaus kognitive Funktionen zeigen, die diesen sieben Eigenschaften des Bewusstseins entsprechen.
[B]
Doch wie soll entschieden werden, wann es sich um künstliche Intelligenz handelt und wann nicht? Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten, aufgrund der mangelnden Definition von Bewusstsein und Intelligenz. Noch immer wird, um diese Frage zu beantworten, der Turing Test eingesetzt, den ich etwas näher beschreiben möchte.
Quelle: http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0444ixy/texte/intelligenz.html
In kurze kommt noch mehr.[/b1][/b0][/b][/b][/b][/b]