synandy schrieb:Fossil Importe bringen doch etwas an Wertschöpfung.
Die Effekte der Wertschöpfung durch den Import fossiler Rohrstoffe sind halt sehr gering.
Um das mal an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Ein Konzern importiert Erdöl, welches er für umgerechnet 100 Millionen Euro einkauft und was er in Deutschland an einen Händler weiterverkaufen möchte.
Für die Transport und Logistik (Versicherungen etc.) des Erdöls werden weitere 10 Millionen Euro ausgegeben.
Für die Verarbeitung und Aufbereitung des Erdöls fallen nochmal 10 Millionen Euro an.
Damit sind Kosten von 120 Mio. Euro angefallen.
Auf die Kosten nimmt sich der Konzern nochmal 5 % Marge (6 Mio. Euro) wodurch der Diesel für 126 Mio. Euro beim Tankstellenbetreiber landet.
Wenn wir jetzt mal diese Minimargen des Tankstellenbetreibers und die Steuern (die ja sowieso im Land zirkulieren und verbleiben) weglassen, dann haben wir Endenergie (Diesel) im Wert von 126 Mio. Euro mit der wir in Deutschland arbeiten können.
Von diesen 126 Mio. Euro die der Endverbraucher für seinen Rohstoff zahlt fließen:
- 100 Mio. Euro ins Ausland ab --> die sehen wir nicht wieder, außer im Fernsehen wenn wir über die hohen Türme in Dubai staunen oder uns wundern woher ein Putin das Geld für seine Waffen hat
- 6 Mio. Euro Marge werden an die Konzernaktionäre ausgeschüttet (das ist das Geld was arbeitet von dem immer alle reden)
- etwa 5 Mio. Euro Wertschöpfung liegen in der Rafinerie und im Transport und kommen an Gehältern irgendwo wieder rein
- 15 Mio. Euro sind einfach Werte die Verbraucht werden (Abschreibungen in Transport und Rafinerie)
--> In Summe verbleiben von dem 126 Mio. Euro Energieimport etwa 5 Mio. Euro Wertschöpfung im Land (davon haben wir alle was).
Das sind etwa 4 %
Wenn wir Glück haben verdienen wir noch ein wenig an den 6 Mio. Euro Ausschüttung der Konzernaktionäre (über Renten, Aktien etc.), aber den Großteil sehen wir auch nicht wieder.
Das ist einfach viel zu wenig und viel zu ineffizient wenn wir langfristig unser Wohlstandniveau sichern wollen.
Um das mal in den Verlgeich zu einem Solarpark zu setzen:
- 40 % der Investitionskosten fließen als Kaufkosten nach Fernost (Module)
- 20 % der Investitionskosten verbleiben als Kaufkosten in Deutschland und Europa (Wechselrichter, Unterkonstruktionen)
- 40 % der Investitionskosten die auf Projektierung, Tiefbau, Montage und Netzanschluss anfallen werden von mittelständischen Firmen aus der Region erbracht.
Das heißt etwa 40 % der Wertschöpfung kommt aus der Region des Solarparks.
Auch Wartung- und Instandhaltungsarbeiten werden von regionalen Firmen durchgeführt.
Weitere 20 % kommen aus Deutschland oder Europa.
Das sind eine Menge gut bezahlter Arbeitsplätze und eine Menge Arbeit vor allem für mittelständische Unternehmen.
Davon profitieren wir am Ende alle.
Gildonus schrieb:Deutschland ist eine Exportnation und wer "das gut Auto mit dem Stern" exportieren will muß als Gegenleistung irgend etwas importieren, sonst haben wir ein Handelsbilanzdefizit.
Als Pro-Argument für fossile Energieträger das sonst negative Handelsdefizit zu nehmen ist schon wild.
Mir fallen spontan mehr als hundert Dinge ein die man, wenn man schon "importieren muss" sinnvoller im Import sind.