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Der Energiewende-Thread

3.327 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Klimawandel, CO2 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Energiewende-Thread

21.05.2026 um 09:14
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Die Speicher kann man auch z.B. an Umspannwerken positionieren
Bei offshore-Parks können die Batterien auch an der Küste stehen und sofort übernehmen und in die bereits vorhandene Infrastruktur einspeisen wenn den Propellern draußen mal die Puste ausgeht.


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Der Energiewende-Thread

21.05.2026 um 09:41
@hidden
Ich finde es so unfassbar unverständlich, warum wir als Gesellschaft diese Diskussion so völlig faktenfremd führen. Wir haben die technischen Möglichkeiten, in einem politisch stabilen Bereich (EU) ausreichend Wind- und Sonnenenergie zu ernten, die aufgrund der räumlichen Ausdehnung auch nahezu immer verfügbar ist (quasi keine Dunkelflauten in so einem großen Gebiet). Wir haben Investoren, die sich darum prügeln, Batteriespeicher zu installieren. Wir haben 2 Millionen E-Autos in Deutschland mit rund 130 GWh Batteriekapazität (wovon vermutlich ein Prozent nutzbar wäre, hätte es rechtzeitig die politischen Rahmenbedingungen gegeben). Technisch und wirtschaftlich wäre es ein Selbstläufer, die Energiewende voran zu bringen.

Aber wir haben die Deppen, die gänzlich den Klimawandel negieren und an Technologien festhalten wollen, die uns bald als Exporteur isolieren. Und diejenigen, die alles abwählen, was auch nur in Richtung Veränderung geht. Weil es vielleicht ein bisschen unkomfortabel sein könnte.

Ich würde die Leute ja verstehen, wenn es irgendwie technisch fraglich wäre. Wenn es wirklich einen Bereich der notwendigen Technologieoffenheit gäbe. Aber da werden einfach nur völlig falsche oder völlig überholte "Weisheiten" verbreitet und das dann als Grundlage der Entscheidung verwendet.

Wäre man nicht direkt davon betroffen, wäre es eine geniale Sitcom.


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21.05.2026 um 10:43
@azazeel

Das liegt imho an den sozialen Medien. Bevor es die hab, informierten sich die Leute über TV, Radio, lasen Bücher oder Zeitungen und in diesen Medien wurden in der Regel kaum Falschinformationen verbreitet.
Heute kannste dir zu jeder Meinung passende Fakten auf YouTube, TikTok, Twitter oder Telegramm besorgen.
Jeder Klimawandel Leugner, der deine Zeilen hier liest, wird diese mild lächeln als grüne Propaganda abtun und nich mal ne Sekunde drüber nachdenken.

Die AfD wird das Land imho früher oder später übernehmen, weil einfache Lösungen, auch wenn sie nur Unsinn sind, für zu viele deutlich attraktiver sind als unangenehme Tatsachen.

mfg
kuno


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21.05.2026 um 11:25
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Aber wir haben die Deppen,
Wahrscheinlich eine Mischung aus eingefahrener alten Ideologie, Opportunismus, Egoismus und Neid, Unzufriedenheit, Hass und wirtschaftl. Niedergang der angefeuert wird von Leuten, die nur an sich denken und alles andere zerstören wollen und somit als Vorbild gelten um Erfolg durch Rücksichtslosigkeit zu erlangen da mangelnder sozialer Zusammenhang für Glauben gemeinsame Zusammenarbeit, da schon zu viele pers. neg. Erfahrungen gemacht . Dann noch solche Kriegs- und Katastrophentreiber wie Putin und Trump die die aktuellen Probleme neu bestimmen.
Ich verstehe nicht, warum Leute CDU wählen, wenn die bewiesen haben das sie es nicht können und die Leute denken, das finstere Mittelalter ist der erstrebenswerte Normalzustand schon immer gewesen und alles andere waren kurze Ausnahmen?!?!
Keine Ahnung


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21.05.2026 um 11:34
Und immer wieder auf laute Lügner mit angeblich einfachen Lösungen reinfallen.


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21.05.2026 um 11:41
Zitat von hiddenhidden schrieb:Und immer wieder auf laute Lügner mit angeblich einfachen Lösungen reinfallen.
zumal man eigentlich auch gemerkt haben könnte, das einfache Antworten meistens falsche Antworten sind. Mir rollen sich schon immer die Zehennägel auf, wenn der Satz kommt "man muss doch bloss...". Dann weiß man meistens das irgendwas kommt, bei dem ungefähr 100 kleine aber entscheidende Probleme übersehen wurden.


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21.05.2026 um 12:00
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Aber wir haben die Deppen,
Beschimpfungen bringen niemand weiter.

Eigentlich sollte dieser Thread umbenannt werden in: "Der Energie-Wende Thread - Ausschließlich für Allwissende Spezialisten!"


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21.05.2026 um 12:05
Zitat von synandysynandy schrieb:Beschimpfungen bringen niemand weiter.
Bei diesem Kasperltheater schon. Alleine schon so eine Aussage:
Zitat von synandysynandy schrieb:Ausschließlich für Allwissende Spezialisten!
zeugt nicht gerade von Interesse am Thema.

Es gibt nun mal Realitäten. Wer die ignoriert, kann sachlich nicht diskutieren, sondern kann nur pöbeln. Echter Diskurs mit echtem Interesse ist aber sinnvoll. Auch (und gerade) bei abweichenden Sichtweisen.


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Der Energiewende-Thread

21.05.2026 um 12:19
Bei all dem Geplänkel hier möchte ich mal noch einen netten Artikel teilen, der zeigt, wie die Energiewende in Indien voranschreitet:
Indien hat im Jahr 2025/26 einen historischen Meilenstein beim Ausbau der Windenergie erreicht. Mit einem Zubau von 6,1 GW verzeichnete das Land den höchsten jährlichen Kapazitätszuwachs seiner Geschichte und festigte zugleich seine Position unter den wichtigsten Windenergiemärkten weltweit. Die installierte Gesamtkapazität liegt bei mehr als 56,1 GW. Indien rangiert hinter China, den USA und Deutschland auf Rang vier. Weitere 28 GW befinden sich in der Umsetzung.
Quelle: https://www.iwr.de/news/indien-2025-26-mit-windenergie-rekordzubau-von-ueber-6-gw-100-gw-bis-2030-ausbauziele-bis-2036-klar-definiert-news39699

Bei PV sieht es teilweise noch gewaltiger aus. Letztes Jahr haben sie von Januar bis September 34GW PV-Leistung zugebaut und damit die 100GW überschritten.


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21.05.2026 um 12:55
Was spräche gegen folgendes Vorgehen:

1.) Windparks und Solarparks mit erweiterbaren Speichern (es müssen nicht unbedingt Batteriespeicher sein, sondern können ggf. auch Superkondensatoren oder Supraleiter sein, ausrüsten)
2.) Neue thermische Kraftwerke erst bauen, wenn es Fusionskraftwerke gibt
3.) Bestehende thermische Kraftwerke so lange laufen lassen, bis sie definitiv entbehrlich sind und nach deren Stilllegung an deren Standorten ebenfalls Stromspeicher errichten


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21.05.2026 um 13:18
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:1.) Windparks und Solarparks mit erweiterbaren Speichern (es müssen nicht unbedingt Batteriespeicher sein, sondern können ggf. auch Superkondensatoren oder Supraleiter sein, ausrüsten)
Es funktionieren sicherlich nur Batteriespeicher (und vielleicht Elektrolyse). Aber das ist sehr sinnvoll. An weiteren Speicher- und Transporttechniken unbedingt forschen - aber keinesfalls darauf warten.
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:2.) Neue thermische Kraftwerke erst bauen, wenn es Fusionskraftwerke gibt
Jedenfalls ist der Ansatz gut, keine neuen thermischen Kraftwerke zu bauen, wenn es nicht notwendig ist. Ob wir jemals Fusionskraftwerke sinnvoll betreiben werden - selbst wenn technisch alle Probleme gelöst sind - steht in den Sternen. Dezentrale Stromerzeugung hat schon große Vorteile. Was wir keinesfalls tun dürfen, ist "warten auf eine Wundertechnologie". Wir haben technisch alles, was wir brauchen. Wind+PV+Speicher+Netzausbau ist funktional.
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:3.) Bestehende thermische Kraftwerke so lange laufen lassen, bis sie definitiv entbehrlich sind und nach deren Stilllegung an deren Standorten ebenfalls Stromspeicher errichten
Der Streitpunkt hier ist eben, wann sie entbehrlich sind. Wir könnten sie enorm schnell entbehrlich machen. Oder wir machen es nicht. Das ist keine technische Frage, sondern nur eine Frage des Wollens. Eine rein gesellschaftliche Frage.

Stromspeicher an vorherigen Standorten von Kraftwerken sind übrigens auch eine gute Idee. Da ist schon viel Infrastruktur (Netzanschluss) vorhanden.

@Marfrank
Das sind schöne Fragen. So macht eine Diskussion über eine Energiewende Spaß.


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21.05.2026 um 14:51
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Wir könnten sie enorm schnell entbehrlich machen. Oder wir machen es nicht. Das ist keine technische Frage, sondern nur eine Frage des Wollens.
Kommt halt darauf an, wie schnell man diese Batteriespeicher genehmigt bekommt, wie schnell man sie bauen kann und wie zuverlässig sie funktionieren. Bezüglich Fusionskraftwerken: diese sollten halt dann verfügbar sein, wenn die meisten heute errichteten Windkraftwerke nicht mehr zuverlässig laufen. Natürlich geht Repowering, aber ich glaube, dass man Windräder der 200-Meter-Klasse vielerorts nicht durch Windräder der 300-Meter-Klasse ersetzen können wird. Natürlich geht auch ein Ersatzneubau gleicher Klasse, aber da kann man auch gleich das bestehende Windrad refurbishen.

Im Übrigen hoffe ich, dass uns manche Windkraftanlagen als technisches Denkmal erhalten bleiben (was auch für manche Wärmekraftwerke gilt, immerhin hätte man dann noch eine potentielle Kaltreserve für Zeiten verringerter Sonneneinstrahlung, wie nach Ausbrüchen von Supervulkanen), dass es neue Windkraftanlagen mit touristischen Einrichtungen gibt und warum sollten nicht manche Windräder auch Kunstwerke sein?


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21.05.2026 um 15:08
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Kommt halt darauf an, wie schnell man diese Batteriespeicher genehmigt bekommt, wie schnell man sie bauen kann und wie zuverlässig sie funktionieren.
Genehmigungen sind das primäre Problem. Netzstabilität und die Frage, wie Netzbetreiber mit ins Boot geholt werden können. Bauzeiten vermutlich eher nicht. Und welche Zweifel hast Du an der Zuverlässigkeit? Wir reden von einer ausgeprägten Dezentralisierung von erprobten Systemen. Wo würdest Du hier Zuverlässigkeitsprobleme sehen?
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Bezüglich Fusionskraftwerken: diese sollten halt dann verfügbar sein, wenn die meisten heute errichteten Windkraftwerke nicht mehr zuverlässig laufen.
Vielleicht gibt es mal wirtschaftlich betreibbare Fusionskraftwerke für eine allgemeine Stromversorgung. Ich würde aber nicht darauf wetten, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein wird. Da werden wohl noch einige Generationen an Windrädern gebaut.
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:aber da kann man auch gleich das bestehende Windrad refurbishen
Reparatur ist sicherlich das Mittel der Wahl. Das ist leider oft eine wirtschaftliche Frage und keine ökologische. Austausch ist oft billiger als Reparatur.
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Im Übrigen hoffe ich, dass uns manche Windkraftanlagen als technisches Denkmal erhalten bleiben
Ich denke, dass Windräder dauerhaft als Stromlieferanten erhalten bleiben. Viel billiger kann man Strom doch gar nicht erzeugen.
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:immerhin hätte man dann noch eine potentielle Kaltreserve für Zeiten verringerter Sonneneinstrahlung
Ich glaube nicht, dass man irgend eine Art von Kraftwerk über Jahrzehnte hinweg als ein "cold standby" betreiben kann. Die müssten ja ständig gewartet und betriebsbereit gehalten werden.


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21.05.2026 um 21:03
Mal was anderes.

Ich halte kleine Wasserkraftwerke schon immer für sehr wichtig. Grundlast rund um die Uhr und so....

Mir ist gerade ein Artikel über den Weg gelaufen, wo ich dachte das ist wirklich interessant.

Eigentlich bin ich der Meinung, dass man solche Kleinanlagen unbedingt erhalten sollte.

Bei "klein" geht es immerhin um 25 kW Leistung.
EEG-Reform: Mehr als die Hälfte aller Wasserkraftanlagen vor dem Aus
Der EEG-Entwurf streicht die Förderung für Anlagen unter 25 kW. Für die kleine Wasserkraft heißt das: schleichendes Aus statt Modernisierung.
Warum kleine Wasserkraftanlagen so wichtig sind
„Die pauschale 25-kW-Grenze wird der Wasserkraft nicht gerecht“, erklärt Martin Richter, Präsident des Wasserkraftverbandes Mitteldeutschland. „Kleine Wasserkraftanlagen sind keine beliebigen Kleinstanlagen. Sie liefern planbar, stetig und netzdienlich Strom. Wer allein auf die installierte Leistung schaut, übersieht die Jahresarbeit, die Verfügbarkeit und den regionalen Systemwert dieser Anlagen.“
Quelle:

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/eeg-reform-mehr-als-die-halfte-der-wasserkraftanlagen-vor-dem-aus/

Also ganz ehrlich, ich bin in meiner Region auch davon betroffen und deshalb der Meinung, dass auch solche Anlagen SELBSTVERSTÄNDLICH weiterlaufen müssen, sollten.

Wir sind ja das Land der Dichter und Denker und sollten auch in dem Bereich alles laufen lassen was geht. Oder?

Früher war das in den ländlichen Regionen eine der wenigen Quellen die zuverlässig gelaufen sind und sie sind es auch heute noch.

Never ever "Dunkelflaute".


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22.05.2026 um 03:04
Die sollte man auf jedem Fall weiter laufen lassen. Wie viele gibt es eigentlich davon?


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22.05.2026 um 06:57
@Forester
Das wäre echt eine Katastrophe.
Viele kleine Wasserkraftwerke die ich bisher begehen durfte sind auch einfach Liebhaberstücke von Handwerksbetrieben. Gut gepflegt und mit einer Hingabe betreut (Abstimmung mit unteren Wasserbehörden etc.) die sich rein wirtschaftlich niemals tragen würde.
Und die Anlagen für die bereits ein Wasserrecht besteht sind auch gute Einstiegsorte für Wasser-Wasser-Wärmepumpen.
Wenn man dort als Staat reinschlägt behindert man mal wieder aktiv das Bemühen engagierter Bürger*innen sich an der Energiewende zu beteiligen. Analog zu den PV-Anlagen.


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22.05.2026 um 09:07
Zitat von ApexOneApexOne schrieb am 18.05.2026:Gibt es irgendwo die juristische Absicherung dass der Einbau von WP das Klima schützt und somit die Grundrechte der künftigen Generationen?
Juristisch wirst du nie eine 100% Sicherheit bekommen, aber Stand der Technik und Eingaltubg von übergeordneten Zielen sind immer ein guter Indikator, das man in einem Rechtsstaat Aicherheit besitzt.
Zitat von ForesterForester schrieb am 18.05.2026:Das ist kein politisches Argument – das ist Thermodynamik
Damit nicht angreifbar und universell gültig.
Zitat von GildonusGildonus schrieb am 18.05.2026:Deutschland kauft Strom im Ausland, wenn es nicht genug erzeugen kann, z.B. bei einer Dunkelflaute, und das treibt die Preise an der Strombörse.
Wir haben Überkapazitäten und es ist eben günstiger, unflexible Anlagen nicht einzuschalten und den Strom von schon laufenden Anlagen zu kaufen.
Zitat von GildonusGildonus schrieb am 19.05.2026:Da ist es ein naheliegender Gedanke in diesen Ländern mit Hilfe von Solarstrom synthetische Kraftstoffe herzustellen.
Verbrennen bleibt immer ein physikalischer Nachteil und sorgt zusätzlich für Krankheiten. Wann sterben endlich die Fossil-Neurotiker aus?


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22.05.2026 um 11:24
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Wann sterben endlich die Fossil-Neurotiker aus?
Sie werden eher wieder mehr. Weil in vielen Bubbles kein rationaler Umgang mit dem Stand der Technik erfolgt.

Viele Leute denken, wir in Deutschland könnten mit unserem (unbestreitbaren) know-how im Verbrennungsmotorenbau noch was reißen. Aber das ist halt in ganzer Linie eine völlig falsche Vorstellung von der Realität.
Der "High-End-Verbrennungsmotor" ist weltweit ein absolutes Auslaufmodell. Halten wir weiter daran fest, verlieren wir einfach nur Arbeitsplätze und Marktanteile. Und es gibt keinen Markt für E-Fuels in Pkw und den wird es nie geben. Nie. Völlig unstreitig.
Das bisschen an Kohlenwasserstoffen, das man durch Überschuss an Strom sinnvoll erzeugen kann, verschwindet in der chemischen Industrie. Und vielleicht in Flugzeugen. Und vielleicht für sehr viel Geld ein paar Oldtimern.

Alles, was man weltweit(!) an e-Fuels bis 2035 produzieren könnte (Anlagen, die geplant und einigermaßen finanziert sind), deckt ein hunderttausendstel (!) des Bedarfs in Deutschland(!). Das ist nicht "ein bisschen zu wenig" oder "ausbaubar" - das ist gar nichts. Kein Mensch mit Verstand könnte hier von "Technologieoffenheit" sprechen. Das ist grundsätzlich technisch machbar, aber wirtschaftlich völlig absurd.

Und dann haben wir batteriebetriebene E-Autos. Die kommen pro kWh erzeugtem Strom 8 Mal weiter als es ein Verbrenner könnte (und 4 Mal weiter als ein Brennstoffzellenfahrzeug). Wollen die Ritter der Technologieoffenheit auch achtmal mehr Windräder in Bayern aufstellen?

Und dann reden wir noch gar nicht von Stickoxyden aus der Verbrennung.

Ich kann mir nicht im Mindesten vorstellen, wie jemand das noch als sinnvolle Idee verstehen kann. Das ist alleine dem Wunsch geschuldet, sich möglichst nicht verändern zu müssen.

Ja, die Elektromobilität wird in Deutschland Arbeitsplätze kosten. Vor allem, wenn wir den Chinesen weiter das Feld überlassen. Je länger wir "technologieoffen" im populistischen Sinne sein wollen, desto mehr Arbeitsplätze verlieren wir dauerhaft.
Aber auch so werden wir Arbeitsplätze im Automobilbau verlieren. Elektroautos sind viel weniger komplex.

Aber - und das sollten alle "Fossil-Neurotiker" hundert Mal an die Tafel schreiben:
Wir verlieren sehr viel mehr Arbeitsplätze, wenn wir es nicht machen. Weil kaum einer Autos mit einem technisch überholten Konzept kauft.

Das müssen wir nicht raten, das sehen wir schon jetzt. Wir können zukünftig maximal irgendwelche Nischen bedienen. Sehr reiche Leute, die den Klang eines V8 lieben oder eines Boxermotors. Aber keinen Massenmarkt.


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22.05.2026 um 11:29
@azazeel
Technologieoffenheit meint doch am Ende nur eins: Ausstieg aus dem Ausstieg. Das ist das eigentlich Anliegen, das weiter fossiles Öl gefördert, bearbeitet und verbrannt wird. Beharrungskräfte die durch alle möglichen Strömungen gespeist werden.
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Aber - und das sollten alle "Fossil-Neurotiker" hundert Mal an die Tafel schreiben:
Wir verlieren sehr viel mehr Arbeitsplätze, wenn wir es nicht machen. Weil kaum einer Autos mit einem technisch überholten Konzept kauft.
Ist halt die Frage ob wir tatsächlich die Kehrtwende von der Kehrtwende global hinlegen.


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22.05.2026 um 11:37
Zitat von paxitopaxito schrieb:Technologieoffenheit meint doch am Ende nur eins: Ausstieg aus dem Ausstieg.
In der populistischen Verzerrung dieses Wortes: Ja.
Jeder, der dieses an sich tolle Wort derart missbraucht, sollte bei jedem Missbrauch vom Blitz getroffen werden. Einem kleinen Blitz, nur als göttliche Warnung.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ist halt die Frage ob wir tatsächlich die Kehrtwende von der Kehrtwende global hinlegen.
Wenn es nach den Chinesen und Indern geht, die immerhin fast die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen und deren Kaufkraft immer weiter steigt - wohl nicht. Vielleicht können Deutschland und die USA dann in einer trauten Zweisamkeit im nostalgischen Verbrennerblubbern noch etwas verharren und ein paar Jahre den status quo halten. Bis es dann steil bergab geht.

Wir haben eine tolle Batterien- und Motorforschung. Und auch für Solarzellen. Und für Elektrotechnik allgemein. Wir hätten so gute Chancen am Weltmarkt, weiterhin ganz vorne dabei zu sein. Aber dafür lassen sich zu viele Wähler einreden, das wäre nix. Dann müssen wir eben damit leben.


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