@ApexOne Ich finde deine Frage sehr gut und berechtigt. Kann mich noch sehr gut daran erinnern wie Gas gelobt wurde und selbst heute noch steht bei meinem örtlichen Öllieferanten groß über der Lagerhalle: "Die Ölheizung, modern und umweltfreundlich".
Gas ist in der Verbrennung aber noch sauberer und war günstig zu importieren.
Deine Frage ist somit sehr gut – und die Antwort steckt bereits in der Geschichte selbst.
Genau diese Frage hätte man vor 15 Jahren stellen sollen, als die Politik unbedingt auf Gas wollte. "Zukunftssicher", "Brückentechnologie", "modern". Ergebnis: Millionen haben investiert und stehen jetzt da. Die Frage ist also berechtigt – aber sie trifft die Wärmepumpe am wenigsten von allen Technologien.
Warum die Wärmepumpe physikalisch sicher ist:
Die Wärmepumpe ist keine Technologie die auf einem bestimmten Brennstoff basiert. Sie nutzt Umweltwärme – die ist kostenlos, überall verfügbar und wird nie verboten. Eine bessere Nachfolgetechnologie existiert schlicht nicht – man kann Wärme nicht effizienter aus der Umwelt holen als mit einer Wärmepumpe. Das ist kein politisches Argument – das ist Thermodynamik.
Warum die Wärmepumpe rechtlich sicher ist:
Das BVerfG-Urteil 2021 schützt nicht eine bestimmte Technologie – sondern das Klimaziel. Die Wärmepumpe ist der einzige Weg im Gebäudesektor der dieses Ziel nachweislich erfüllt. Solange das Verfassungsgebot des Klimaschutzes gilt – und das ist nicht aufhebbar – ist die Wärmepumpe auf der sicheren Seite.
Zum globalen Markt:
60% der Haushalte in Norwegen heizen bereits mit Wärmepumpen. Steigende Zahlen in den USA, Frankreich, Großbritannien. Kein Land das einmal flächendeckend umgestellt hat dreht das wieder zurück.
Zur berechtigten Frage nach der nächsten "Sau durchs Dorf":
Der Unterschied zu Katalysator, DPF, ad blue und Euro-Normen ist entscheidend: Die waren alle Korrekturen an einer grundsätzlich ineffizienten Technologie. Man hat den Verbrenner schrittweise sauberer gemacht – mit immer mehr Aufwand für immer kleinere Gewinne. Die Wärmepumpe ist keine Korrektur – sie ist ein Systemwechsel. Es gibt keine nächste Stufe die sie obsolet macht.
Kurz gesagt:
Die Wärmepumpe ist die einzige Heiztechnologie deren Funktionsprinzip – Umweltwärme nutzen statt Brennstoff verbrennen – durch keine zukünftige Regulierung angreifbar ist. Gas war eine politische Entscheidung. Die Wärmepumpe ist eine physikalische.
Und das stärkste Argument zum Schluss;
Die Wärmepumpe ist im übrigen die einzige Heiztechnologie die mit selbst produziertem Strom betrieben werden kann – sei es per Photovoltaik auf dem eigenen Dach, per Balkonkraftwerk oder über regional erzeugten Ökostrom (in Verbindung mit Speichern). Wer seine Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom betreibt heizt faktisch kostenlos und unabhängig von Gaspreis, Ölpreis, Russland, dem Nahen Osten und zukünftigen CO₂-Abgaben.
In großen Städten und Mietwohnungen wird immerhin Strom mindestens aus dem europäischen Verbundnetz verwendet, idealerweise aus Deutschland, oder noch besser ebenfalls regional.
Das ist strukturell einzigartig: Keine Gasheizung, keine Ölheizung, keine Wasserstoffheizung kann das je bieten. Brennstoff muss immer irgendwo hergekauft/importiert werden – Umweltwärme plus Sonnenstrom nicht.
Energieunabhängigkeit ist also nicht nur ein klimapolitisches Argument – sondern ein wirtschaftliches, geopolitisches und persönliches Freiheitsargument. Ausgerechnet das wird durch das GModG torpediert.