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Der Energiewende-Thread

3.186 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Klimawandel, CO2 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Energiewende-Thread

um 07:56
Zitat von ForesterForester schrieb:Verfassungsrechtlich auf dünnem Eis
Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 unmissverständlich festgestellt, dass unzureichender Klimaschutz heute die Grundrechte künftiger Generationen verletzt.
Gibt es irgendwo die juristische Absicherung dass der Einbau von WP das Klima schützt und somit die Grundrechte der künftigen Generationen?
Wenn ich mir das Verhalten aller Regierungen beim Thema Auto anschaue, angefangen mit bleifrei, über die ganzen Kat und EURO x Varianten, DPF, Hybrid - gehe ich davon aus dass nach der WP die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird, wieder Kosten, wieder Umstellen.

Also, hat die WP die rechtliche Absicherung dass sie in 10 Jahren ned wieder raus gerissen werden muss?


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Der Energiewende-Thread

um 08:53
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:angefangen mit bleifrei
Bleifreies Benzin ist doch das beste Beispiel:
- in den 70ern und 80ern sehr hitzig geführte Diskussionen um die Sinnhaftigkeit
- Übelster Lobbyismus von Seiten der Automobilindustrie: "Untergang der Wirtschaft", "sämtliche Autos werden in Kürze am Motor Totalschäden erleiden", "wenn Deutschland alleine vorprescht bringt das weltweit überhaupt nichts", "wie tanke ich mit meinem bleifrei Auto im Ausland wo es noch kein bleifreies Benzin gibt?"
- eine in großen Teilen extrem verunsicherte Bevölkerung
- Am Ende ging es wie vorher weiter nur dass massiv etwas für den Gesundheits- und Umweltschutz getan wurde

Genau das gleiche Spiel erleben wir bei Wärmepumpen und E-Mobilität.
Kinder die in 20 Jahren gebohren werden, werden so verdutzt auf Öl und Gasheizungen reagieren wie Millenials, die in einem Haus noch eine Kohlebrikettheizzung finden.


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Der Energiewende-Thread

um 08:53
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Jahrzehntelang verschliesst man sich den Fortschritt und schafft es nicht, durch gute Kommunikation und Wissenvermittlung seitens Politik die Menschen mitzunehmen.
Die Beteiligung an Kommunikation ist aber auch eine Holschuld des mündigen Bürgers. Die Informationen sind ja nicht versteckt - oft sogar gut und verständlich kommuniziert. Aber das hilft wenig, wenn der Empfänger zu macht und nur solche "Informationen" auf nimmt, die einfach klingen und das eigene Weltbild stützen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Also, hat die WP die rechtliche Absicherung dass sie in 10 Jahren ned wieder raus gerissen werden muss?
Strom kann man rein technisch und wirtschaftlich betrachtet in ausreichender Menge nachhaltig und schadstoffarm produzieren. Alles andere zum Heizen nicht.


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Der Energiewende-Thread

um 08:56
@ApexOne
Ich finde deine Frage sehr gut und berechtigt. Kann mich noch sehr gut daran erinnern wie Gas gelobt wurde und selbst heute noch steht bei meinem örtlichen Öllieferanten groß über der Lagerhalle: "Die Ölheizung, modern und umweltfreundlich".

Gas ist in der Verbrennung aber noch sauberer und war günstig zu importieren.

Deine Frage ist somit sehr gut – und die Antwort steckt bereits in der Geschichte selbst.

Genau diese Frage hätte man vor 15 Jahren stellen sollen, als die Politik unbedingt auf Gas wollte. "Zukunftssicher", "Brückentechnologie", "modern". Ergebnis: Millionen haben investiert und stehen jetzt da. Die Frage ist also berechtigt – aber sie trifft die Wärmepumpe am wenigsten von allen Technologien.
Warum die Wärmepumpe physikalisch sicher ist:
Die Wärmepumpe ist keine Technologie die auf einem bestimmten Brennstoff basiert. Sie nutzt Umweltwärme – die ist kostenlos, überall verfügbar und wird nie verboten. Eine bessere Nachfolgetechnologie existiert schlicht nicht – man kann Wärme nicht effizienter aus der Umwelt holen als mit einer Wärmepumpe. Das ist kein politisches Argument – das ist Thermodynamik.
Warum die Wärmepumpe rechtlich sicher ist:
Das BVerfG-Urteil 2021 schützt nicht eine bestimmte Technologie – sondern das Klimaziel. Die Wärmepumpe ist der einzige Weg im Gebäudesektor der dieses Ziel nachweislich erfüllt. Solange das Verfassungsgebot des Klimaschutzes gilt – und das ist nicht aufhebbar – ist die Wärmepumpe auf der sicheren Seite.
Zum globalen Markt:
60% der Haushalte in Norwegen heizen bereits mit Wärmepumpen. Steigende Zahlen in den USA, Frankreich, Großbritannien. Kein Land das einmal flächendeckend umgestellt hat dreht das wieder zurück.
Zur berechtigten Frage nach der nächsten "Sau durchs Dorf":
Der Unterschied zu Katalysator, DPF, ad blue und Euro-Normen ist entscheidend: Die waren alle Korrekturen an einer grundsätzlich ineffizienten Technologie. Man hat den Verbrenner schrittweise sauberer gemacht – mit immer mehr Aufwand für immer kleinere Gewinne. Die Wärmepumpe ist keine Korrektur – sie ist ein Systemwechsel. Es gibt keine nächste Stufe die sie obsolet macht.
Kurz gesagt:
Die Wärmepumpe ist die einzige Heiztechnologie deren Funktionsprinzip – Umweltwärme nutzen statt Brennstoff verbrennen – durch keine zukünftige Regulierung angreifbar ist. Gas war eine politische Entscheidung. Die Wärmepumpe ist eine physikalische.

Und das stärkste Argument zum Schluss;

Die Wärmepumpe ist im übrigen die einzige Heiztechnologie die mit selbst produziertem Strom betrieben werden kann – sei es per Photovoltaik auf dem eigenen Dach, per Balkonkraftwerk oder über regional erzeugten Ökostrom (in Verbindung mit Speichern). Wer seine Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom betreibt heizt faktisch kostenlos und unabhängig von Gaspreis, Ölpreis, Russland, dem Nahen Osten und zukünftigen CO₂-Abgaben.

In großen Städten und Mietwohnungen wird immerhin Strom mindestens aus dem europäischen Verbundnetz verwendet, idealerweise aus Deutschland, oder noch besser ebenfalls regional.

Das ist strukturell einzigartig: Keine Gasheizung, keine Ölheizung, keine Wasserstoffheizung kann das je bieten. Brennstoff muss immer irgendwo hergekauft/importiert werden – Umweltwärme plus Sonnenstrom nicht.
Energieunabhängigkeit ist also nicht nur ein klimapolitisches Argument – sondern ein wirtschaftliches, geopolitisches und persönliches Freiheitsargument. Ausgerechnet das wird durch das GModG torpediert.


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Der Energiewende-Thread

um 09:00
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Technologieoffenheit steht für den Inbegriff von Korruption und Lobbyismus.
Das passiert, wenn Populisten Wörter missbrauchen, um eine eingängige aber gelogene Botschaft zu verbreiten.

"Technologieoffenheit" bedeutet, dass man für solche Technologien offen ist oder bleibt, die eine Alternative sein können. Nicht für solche Technologien, die nicht funktionieren. Weil sie technisch, ökonomisch oder ökologisch erwiesenermaßen nicht gangbar sind. Man kann beliebig über E-Fuels für Pkws schwadronieren und das als "technologieoffen" falsch bezeichnen - es bleibt eben eine reine Bauernfängerei.


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Der Energiewende-Thread

um 09:10
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Das passiert, wenn Populisten Wörter missbrauchen, um eine eingängige aber gelogene Botschaft zu verbreiten.

"Technologieoffenheit" bedeutet, dass man für solche Technologien offen ist oder bleibt, die eine Alternative sein können. Nicht für solche Technologien, die nicht funktionieren. Weil sie technisch, ökonomisch oder ökologisch erwiesenermaßen nicht gangbar sind. Man kann beliebig über E-Fuels für Pkws schwadronieren und das als "technologieoffen" falsch bezeichnen - es bleibt eben eine reine Bauernfängerei.
Das ist eine der besten Antworten die man geben kann! 👊

Technologieoffenheit bedeutet:
Offen für Technologien die funktionieren könnten.

Technologieoffenheit bedeutet nicht:
Festhalten an Technologien die nachweislich nicht funktionieren – weder technisch, noch ökonomisch, noch ökologisch.

Das ist eigentlich die klarste Definition die man finden kann. Und sie entlarvt den Begriff als das was er politisch geworden ist:
Ein Decknamen für Rückschritt.
E-Fuels für PKW, Bioöl für Heizungen, Wasserstoff im Gasnetz für Privathaushalte – alles nachweislich nicht skalierbar, nicht bezahlbar, nicht verfügbar.
Das Wort "Technologieoffenheit" wird also nicht nur falsch benutzt – es wird bewusst umgekehrt benutzt.

Es klingt nach Fortschritt und Vernunft, meint aber das genaue Gegenteil.

Eigentlich ansich relativ leicht zu durchschauen.


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Der Energiewende-Thread

um 09:17
@azazeel
@Forester
@Bettman
Danke für Eure Antworten - es war aber gar nicht physikalisch gemeint..sondern rein juristisch.
Ich übertreibe jetzt mal: was ist wenn die Emissionen für Herstellung und Betrieb von WP als zu hoch im Sinne des BVerfG sind?
Wird man dann zu Fernwärme, Geothermie+WP etc. gezwungen? Nutzungsverbot, egal was?

So wie ich das sehe ist auch die WP nicht rechtssicher, sie aktuell, wahrscheinlich die umweltfreundlichste Heizung.


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Der Energiewende-Thread

um 09:32
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:es war aber gar nicht physikalisch gemeint..sondern rein juristisch.
Wenn Du investierst - egal in was - wirst Du immer ein gesellschaftliches (juristisches) Restrisiko haben. Das ist jeder Prognose über eine Wertentwicklung (einschließlich potentieller Kosten) immanent.
Aber Du kannst dieses Risiko bewerten. Wenn nicht gerade die AfD an die Macht kommt, die aus reinem Prinzip den Klimawandel negiert und Technologien aus Prinzip und Bauernfängerei blöd findet, die technisch und ökonomisch sinnvoll sind - dann wird sehr wahrscheinlich abseits einer elektrisch betriebenen Heizung nicht viel übrig bleiben, dass objektiv geeignet ist, in ausreichender Menge Wohnraum zu beheizen. Deswegen wird es juristisch sehr wahrscheinlich keine relevante Frage sein.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich übertreibe jetzt mal: was ist wenn die Emissionen für Herstellung und Betrieb von WP als zu hoch im Sinne des BVerfG sind?
Du hast doch immer einen gewissen Bestandsschutz. Auch für "objektiv nicht perfekt geeignete Dinge". Nicht in der Größenordnung "viele Jahrzehnte", aber doch in aller Regel über einen vernünftigen Amortisationszeitraum hinweg.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Wird man dann zu Fernwärme, Geothermie+WP etc. gezwungen? Nutzungsverbot, egal was?
Auch das könnte man technisch und ökonomisch betrachten. Flächendeckende Fernwärme erfordert immense Investitionen in Infrastruktur. Und woher soll die Wärme konkret kommen. Es geht ja gerade weg von riesigen zentralen Kraftwerken. Auch Geothermie ist zwar technisch möglich, aber immens teuer (also echte Geothermie, nicht die Tiefenbohrungen ins Grundwasser). Das alles spricht dafür, dass gesellschaftlich (und damit juristisch) elektrisch betriebene Heizungen mit enormer Effizienz (das ist bei WP der Fall, wir reden von Wirkungsgraden von mehreren hundert Prozent, weil der Großteil der Energie "sowieso da ist") auf absehbare Zeit zukunftsfähig sein werden.

Du bekommst nirgends Garantien (und das Beispiel mit der AfD ist gar nicht so weit hergeholt), aber wenn Du wetten würdest (und jede Investitionsentscheidung ist eine Wette), bist Du bei einer WP nach heutiger Bauart auf einer recht sicheren Seite.


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