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Der Energiewende-Thread

3.313 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Klimawandel, CO2 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Energiewende-Thread

13.05.2026 um 10:09
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ich Frechdachs frage ob sich das rechnet.
Eben, wenn sich die Reparatur von nem undichten Dach nich rechnet, weil die Reparatur nich vom Mieter bezahlt wird, dann bleibt das Dach eben undicht.
Wo kommen wir denn dahin, wenn Vermieter ihre Immos aus eigenen Mitteln Instandhalten?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Sogar der Gesetzgeber heult und möchte dass die Vermieter WP einbauen, sonst müssen die Heizflat Kosten übernehmen.
Weil eben vielen Vermietern sowas wie Klimawandel und Energiewende am Arsch vorbei gehen, es sei denn, sie können was dran verdienen. Schöne neue Welt.

kuno


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13.05.2026 um 13:10
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Das die moderne Ölheizung auch nichts mit dem alten Kiste zu tun hat egal....
Die hat viel mit der alten Kiste zu tun. Sie läuft ausschließlich mit fossilen Brennstoffen.
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Wie viele Mieter kennst du die Beratungsgespräche bei Heizungsbauern suchen ???
Ich verstehe die Frage nicht.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Weil eben vielen Vermietern sowas wie Klimawandel und Energiewende am Arsch vorbei gehen, es sei denn, sie können was dran verdienen. Schöne neue Welt.
Ein Vermieter muss schon die Möglichkeit haben, an einer Vermietung zu verdienen. Enthusiasten, die das aus reiner Vernunft machen oder ihre Kinder eher mögen und zu einer lebenswerten Zukunft beitragen wollen, gibt es wohl nicht genug.
Aber das ist ja der Kern der Regulierung und Steuerung. Keiner, der in den letzten 30 Jahren eine Immobilie erworben oder eine Heizung getauscht hat, durfte davon ausgehen, dass das Heizen mit fossilen Energieträgern eine Zukunft haben wird und musste quasi immer mit massiven Verteuerung für diese Option rechnen. Immobilien werden immer gerne schön gerechnet - und dann jammern alle, wenn das Eigentum von Immobilien auch mit Kosten einher geht. Den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass etwas ewig weiter geht, klappt halt oft nicht.


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13.05.2026 um 15:25
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Die hat viel mit der alten Kiste zu tun. Sie läuft ausschließlich mit fossilen Brennstoffen
Wieso wollen die Leute keine WP.... moderne... kompliziert ... anfällig.

Die alte Ölheizung war robust, unauffällig, lief im Hintergrund

Das das ein Trugschluss ist, dass die neue Ölheizung auch Touchscreen und Menüs hat und empfindlicher ist al der alte Brenner, habe "die alten Leute nicht gelernt"
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Ich verstehe die Frage nicht
Ist ja keine Frage sondern Aussage: Mieter lassen sich bei WP / Öl nicht beraten. Die Meinung wird aus Mundpropaganda gebildet, denn wozu sollen die sich auseinandersetzen, einbauen tut es der Vermieter


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13.05.2026 um 15:37
@abbacbbc
OK, ich habe Dich da nicht verstanden, danke für die Erläuterungen.

Ja, die Menschen gehen das - welch Wunder - nicht rational an. Wer hätte das gedacht. Deswegen wird auch keiner gewählt, der das rational angehen würde. Und jeder Ansatz von Rationalität wird im Populismus erstickt, wenn der Habeck die Heizung raus reißt und der armen Weidel das Schnitzel verboten wird.


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13.05.2026 um 15:41
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Wieso wollen die Leute keine WP.... moderne... kompliziert ... anfällig.
was man einfach nicht verstehen kann. Die Leute haben doch auch nen Kühlschrank, der läuft doch auch Jahrzehnte ohne zicken.

Meine WP habe ich jetzt 17 Jahre und letztes Jahr musste ich mal die Umwälzpumpe im Heizkreislauf wechseln lassen. Sonst war bisher nix.


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13.05.2026 um 15:52
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Eben, wenn sich die Reparatur von nem undichten Dach nich rechnet, weil die Reparatur nich vom Mieter bezahlt wird, dann bleibt das Dach eben undicht.
Das ist Instandhaltungspflicht, Du vermietest doch auch, warum kennst Du Dich nicht aus? Eine Gas oder Ölheizung muss auch repariert werden.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Weil eben vielen Vermietern sowas wie Klimawandel und Energiewende am Arsch vorbei gehen, es sei denn, sie können was dran verdienen. Schöne neue Welt.
Der Klimawandel geht aber auch vielen Mietern am Arsch vorbei, sonst würden sie mehr zur WP dazu zahlen. Aber WP ist nur wichtig wenn sie jemand anderes bezahlt.


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13.05.2026 um 16:01
Zitat von alhambraalhambra schrieb:was man einfach nicht verstehen kann. Die Leute haben doch auch nen Kühlschrank, der läuft doch auch Jahrzehnte ohne zicken.
Und trotzdem ist man bereit es zu akzeptieren, dass ein Kühlschrank 300 Eur kosten kann.... eine Klima mit Einbau 2000 und eine "Wärmepumpe " 20000 Eur.

Sind alles 3 nur "Wärmepumpen"


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13.05.2026 um 16:37
Klar – ein Vermieter ist keine Wohltätigkeitsorganisation, und niemand verlangt das. Rendite ist legitim. Aber Eigentum verpflichtet, das steht sogar im Grundgesetz.

Die Energiewende ist kein Überraschungsangriff. Wer in den letzten Jahrzehnten Immobilien verwaltet hat, hatte genug Zeit und genug politische Signale, um zu wissen: fossile Energie wird teurer, erneuerbare Energie wird günstiger und zugänglicher. Wer das ignoriert hat, hat eine unternehmerische Fehlentscheidung getroffen – und die können nicht einfach auf Mieter abgewälzt werden.

Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet nicht Verzicht auf Gewinn. Aber es bedeutet, dass man sich nicht dauerhaft aus der Pflicht stehlen kann, wenn die Gesellschaft – also auch die Mieter – gerade dabei ist, ein kollektives Problem zu lösen.

Und das Schöne daran: Wer rechtzeitig richtig gehandelt hat – saniert, modernisiert, auf erneuerbare Energien gesetzt – der verdient heute zurecht gut daran. Verantwortung und Rendite schließen sich nicht aus. Sie gehören zusammen.


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13.05.2026 um 21:55
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Ein Vermieter muss schon die Möglichkeit haben, an einer Vermietung zu verdienen.
Das is ja unbestritten, aber es ging ja darum, dass sich drüber muckiert wurde, weil "nur" knapp die Hälfte der Installationskosten einer neuen Heizung. Offensichtlich gehen manche davon aus, dass alle Kosten der Mieter zu tragen hat, zusätzlich zur Miete und der Vermieter nur dafür da is, Geld abzuschöpfen, böse ausgedrückt.
Das hat mich etwas genervt.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das ist Instandhaltungspflicht
Ne defekte Heizung zu ersetzen etwa nich?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Der Klimawandel geht aber auch vielen Mietern am Arsch vorbei
Da haste natürlich recht, aber darum gings ja grad nich.

kuno


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14.05.2026 um 04:04
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ne defekte Heizung zu ersetzen etwa nich?
Es ist dein Beispiel - Wieso vergleichst Du einen undichten Dach mit einem Heizungstausch?
Und nicht mit einer undichten Heizung? Oder einen Austausch des Daches?
Zusätzlich: gibt es bei Dächern auch eine Austauschpflicht alle 30 Jahre? Muss man bei einer bestimmten Dachausführungsform auch Heizkosten des Mieters übernehmen?
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Offensichtlich gehen manche davon aus, dass alle Kosten der Mieter zu tragen hat, zusätzlich zur Miete und der Vermieter nur dafür da is, Geld abzuschöpfen, böse ausgedrückt.
Das hat mich etwas genervt.
Dann kam es falsch rüber, anders: rechnet sich das Vermieten noch bei diesen Regelungen ? Egal ob 6Jx8% oder egal welche Übernahme durch den Mieter? Was ist wenn die WP so teuer ist dass trotz Übernahme der Hälfte der Kosten durch den Mieter die ganze Vermietung ins Minus rutscht, was machen wir dann? Mieter auf die Strasse, Vorhaben abbrechen?


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14.05.2026 um 11:17
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Es ist dein Beispiel - Wieso vergleichst Du einen undichten Dach mit einem Heizungstausch?
Ich rede allgemein von der Instandhaltung einer Immobilie. Undichte Dächer gehören da genauso dazu wie defekte Heizungen. Oder nich?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Zusätzlich: gibt es bei Dächern auch eine Austauschpflicht alle 30 Jahre?
Gibts die denn bei Heizungen?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Dann kam es falsch rüber, anders: rechnet sich das Vermieten noch bei diesen Regelungen ?
Ich denke schon, wobei die Ausgangslage im Detail sicher sehr unterschiedlich sein kann. Wer aber vor 25Jahren ein Haus zum vermieten hat bauen lassen, der hat vermutlich deutlich höhere Mieteinnahmen als das, womit damals kalkuliert wurde. Im Idealfall is auch die Finanzierung schon durch, was die Gewinne aus ner vermieteten Immobilie noch mal deutlich erhöht. Wenn sich dann der Mieter noch an der Hälfte der neuen Heizung beteiligt, is das doch super, scheint dir aber wohl nich zu reichen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Was ist wenn die WP so teuer ist dass trotz Übernahme der Hälfte der Kosten durch den Mieter die ganze Vermietung ins Minus rutscht, was machen wir dann?
Dann hat man vermutlich falsch kalkuliert. Für den Einbau einer WP bekommt man ja bis zu 55% Förerung und davon zahlt dann ja auch noch die Hälfte der Mieter. Der Austausch einer Gasheizung gegen eine Neue is ja nun auch nich umsonst.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Mieter auf die Strasse, Vorhaben abbrechen?
Am besten die Immobilie verkaufen.

kuno


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14.05.2026 um 11:35
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Gibts die denn bei Heizungen?
Joah, Heizkessel zB. (Konstant, Hochtemperatur, etc.)
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ich rede allgemein von der Instandhaltung einer Immobilie. Undichte Dächer gehören da genauso dazu wie defekte Heizungen. Oder nich?
Da spreche ich gar nicht dagegen - aber ein Heizungstausch heute ist schon im Energiemanagment zu verorten, genauso wie energetische Sanierung mit besserer Isolierung.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Wer aber vor 25Jahren ein Haus zum vermieten hat bauen lassen, der hat vermutlich deutlich höhere Mieteinnahmen als das, womit damals kalkuliert wurde.
Yepp, und höhere Instandhaltungskosten als damals und strengere Vorgaben wie zB. CO2 bla bla und Beteiligung an den Heizkosten. Diese wurden auch nicht eingeplant, aber ja ein Fehler wenn man es mit einem Arschlochstaat zu tun hat.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Für den Einbau einer WP bekommt man ja bis zu 55% Förerung
Bin ich dagegen, das ist so eine tolle und günstige Technik!
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Am besten die Immobilie verkaufen.
Was ist das für eine Mathematik? Der der es kauft hat doch das gleiche Problem.


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14.05.2026 um 12:00
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Joah, Heizkessel zB. (Konstant, Hochtemperatur, etc.)
Quelle?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Yepp, und höhere Instandhaltungskosten als damals und strengere Vorgaben wie zB. CO2 bla bla und Beteiligung an den Heizkosten. Diese wurden auch nicht eingeplant, aber ja ein Fehler wenn man es mit einem Arschlochstaat zu tun hat.
Soll heißen, höhere Einnahmen nimmt man gern mit, höhere Ausgaben sind aber abzulehnen und sollen von wem anders getragen werden? Passt das so in etwa?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Bin ich dagegen, das ist so eine tolle und günstige Technik!
Man kann sie aber bekommen, auch wenn du dagegen bist. Dennoch beißt sich das mit deiner These, dass die Vermietung bei Einbau einer WP unwirtschaftlich wird, wenn Dreiviertel der Kosten wer anders trägt.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Was ist das für eine Mathematik? Der der es kauft hat doch das gleiche Problem.
Wenn es denn so ein Problem gibt. Gibts denn Berichte über Immobielien, die dank eines WP Einbaus wertlos geworden sind? Is an mir bislang vorbei gegangen.

kuno


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14.05.2026 um 12:03
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Quelle?
Viele Hausbesitzer müssen ihre Heizkessel nach 30 Jahren tauschen. Und das nicht etwa, weil sie irreparable Schäden haben, sondern weil sie viel mehr Energie als nötig verbrauchen. So fordert es zumindest das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG), vormals Energieeinsparverordnung (EnEV).
Quelle:
https://www.heizung.de/ratgeber/modernisierung/enev-heizkessel-nach-30-jahren-tauschen.html
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Soll heißen, höhere Einnahmen nimmt man gern mit, höhere Ausgaben sind aber abzulehnen und sollen von wem anders getragen werden? Passt das so in etwa?
Nein, passt nicht...ist nicht was ich meine. Einnahmen sollen stets höher als Ausgaben sein, sonst ist es scheisse für beide Beteiligten.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Man kann sie aber bekommen, auch wenn du dagegen bist.
Ich bin gegen die Förderung, ansonsten baut ein was ihr wollt.
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Gibts denn Berichte über Immobielien, die dank eines WP Einbaus wertlos geworden sind?
Troll nicht - es geht um die Kalkulation VORHER.


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15.05.2026 um 23:13
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:
Viele Hausbesitzer müssen ihre Heizkessel nach 30 Jahren tauschen. Und das nicht etwa, weil sie irreparable Schäden haben, sondern weil sie viel mehr Energie als nötig verbrauchen. So fordert es zumindest das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG), vormals Energieeinsparverordnung (EnEV).
Quelle:
https://www.heizung.de/ratgeber/modernisierung/enev-heizkessel-nach-30-jahren-tauschen.html
Versteh ich nicht, das gilt doch lt. der Quelle nur für:
Denn generell geht es dabei nur um Anlagen, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden. Während das Gas- oder Ölheizungen betrifft, sind Wärmepumpen und Holzheizungen ausgenommen.
Quelle: s.o.

Das spricht doch eher für WP.
Außerdem wird das Gesetz doch grade geändert, da wird Fr. Reiche bestimmt drauf achten, das alte ineffiziente Thermen, deren Brennkessel schon gut durchgekokelt sind mind. 100 + X Jahre laufen dürfen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich bin gegen die Förderung, ansonsten baut ein was ihr wollt.
Man muß die Förderung doch nicht annehmen, ist doch kein Zwang, das Reiche in den Keller kommt und Geld hinschmeißt.


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17.05.2026 um 06:45
[Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit und bremst die Energiewende massiv aus.
Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 das sogenannte Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen soll. Ich halte dieses Gesetz für einen energiepolitischen Rückschritt mit weitreichenden Konsequenzen – und ich bin damit in guter Gesellschaft.
Handwerklich eines der schwächsten Gesetze seit Jahren
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR), das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung für weniger Bürokratie und bessere Gesetze, hat das GModG scharf verurteilt. NKR-Vorsitzender Lutz Goebel bezeichnete den Entwurf als eines der „handwerklich schwächsten und praxisfernsten Vorhaben, die dem Nationalen Normenkontrollrat in den vergangenen Jahren vorgelegt wurden." Der Text sei „in weiten Teilen kaum verständlich" und für Betroffene häufig nicht nachvollziehbar. Der NKR fordert den Bundestag auf, das Gesetz vor der Verabschiedung grundlegend nachzubessern.

Quelle: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/normenkontrollrat-zerlegt-neues-heizungsgesetz-378819/

Was das Gesetz konkret tut
Die bisherige Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien zu betreiben, wird ersatzlos gestrichen. Neue Öl- und Gasheizungen sind damit wieder uneingeschränkt erlaubt – auch als Neuinstallation. Eine heute eingebaute Gasheizung läuft problemlos bis 2066. Das Pariser Klimaabkommen sieht Klimaneutralität bis spätestens 2050 vor. Jede heute neu eingebaute fossile Heizung ist damit eine mathematisch garantierte Zielverfehlung.

Die sogenannte "Biotreppe" – ein Phantombegriff
Als Ersatz soll eine schrittweise Beimischung biogener Brennstoffe kommen. Klingt modern – ist es aber nicht. Biomethan in ausreichenden Mengen existiert schlicht nicht. Deutschland produziert derzeit rund 10 TWh Biomethan pro Jahr, der Gebäudesektor benötigt allein 300 TWh. Selbst wenn die gesamte Biomethanproduktion ausschließlich für Heizungen verwendet würde, reichte sie für knapp 4% des Bedarfs. Hinzu kommt: Biomethan wird gleichzeitig für Industrie, Schifffahrt und Luftfahrt gebraucht – Sektoren die kaum andere Alternativen haben. Im Gebäudesektor gibt es mit der Wärmepumpe längst eine ausgereifte, effiziente Alternative.

Verfassungsrechtlich auf dünnem Eis
Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 unmissverständlich festgestellt, dass unzureichender Klimaschutz heute die Grundrechte künftiger Generationen verletzt. Das GModG schwächt bestehende Klimaschutzvorgaben erheblich ab – ohne glaubwürdigen Ersatz. Juristische Gutachten warnen bereits vor Verfassungsbeschwerden, die Deutsche Umwelthilfe bereitet eine Klage vor. Bemerkenswert: Die Bundesregierung räumt in ihrer eigenen Kabinettsvorlage ein, die Klimawirkung des Gesetzes „zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffern" zu können.

Quelle: https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101256002/neues-heizungsgesetz-umweltverband-bereitet-klage-vor-katherina-reiche.html

Selbst der Eigentümerverband ist dagegen
Bezeichnend ist, dass nicht einmal Haus & Grund das Gesetz gutheißt – und das aus einer völlig anderen Richtung als Klimaschützer. Verbandspräsident Kai Warnecke nannte die im Gesetz vorgesehene Kostenbremse eine „große Mogelpackung der Bundesregierung", die Mietern Schutz vorgaukle, die Kosten aber auf private Kleinvermieter abwälze.

Quelle: https://www.hausundgrund.de/neues-heizungsgesetz-staat-schroepft-private-vermieter-immer-haerter
Fazit
Norwegen heizt zu über 60% mit Wärmepumpen. In den USA werden seit 2022 mehr Wärmepumpen verkauft als Gasheizungen. Der Markt hat längst entschieden – unabhängig von Ideologie oder Politik. Deutschland verabschiedet derweil ein Gesetz das auf Rohstoffen basiert die nicht verfügbar sind, Klimaziele ignoriert die verfassungsrechtlich geboten sind, und Investitionen in eine Technologie fördert die 2066 noch läuft wenn Europa längst klimaneutral sein soll.
Wenn ein Gesetz gleichzeitig den Normenkontrollrat, Klimaschützer, Verfassungsrechtler und den Eigentümerverband gegen sich hat, sollte das zu denken geben.
Das ist keine Technologieoffenheit. Das ist Stillstand mit neuem Namen.


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Der Energiewende-Thread

17.05.2026 um 07:01
Noch eine Ergänzung, da die Bearbeitungszeit abgelaufen ist:

"""Technologie Offenheit"""

Wenn die Würfel für die Wärmepumpe eindeutig gefallen sind, ist der Begriff ein Euphemismus und an Irrsinn kaum zu überbieten.

Von Technologie Offenheit spricht man ganz am Anfang eines Prozesses und einer Entscheidungsfindung.

Der Begriff ist seit mindestens 10 Jahren demnach vollkommen deplatziert, irreführend und falsch.

Norwegen, Finnland, die USA – überall hat der Markt längst entschieden. Nicht durch Verbote, sondern durch schiere Überlegenheit der Technologie: Eine Wärmepumpe liefert aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Kein fossiles System kommt auch nur annähernd daran heran. Das ist keine Ideologie – das ist Physik.
Technologieoffenheit war ein sinnvoller Begriff in den 1990ern, als verschiedene Heiztechnologien noch echte Alternativen darstellten. Heute ist er das politische Äquivalent dazu, nach der Einführung des Internets „offen für Wählscheibentelefone" zu bleiben. Niemand käme auf die Idee, beim Mobilfunk oder beim Streaming „Technologieoffenheit" zu fordern. Bei der Heizung soll es plötzlich ein Qualitätsmerkmal sein.
In Wirklichkeit ist „Technologieoffenheit" im Jahr 2026 kein Ausdruck von Pragmatismus – sondern ein Deckmantel für den Schutz fossiler Investitionen und Infrastrukturen, deren Betreiber den unvermeidlichen Wandel so lange wie möglich hinauszögern wollen.

Vielleicht kommt als nächstes die Abkehr von LED Beleuchtung zurück zur Glühbirne.

Das wäre dann ein BmG (Beleuchtungsmodernisierungsgesetz)


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Der Energiewende-Thread

17.05.2026 um 09:13
Zitat von ForesterForester schrieb:In Wirklichkeit ist „Technologieoffenheit" im Jahr 2026 kein Ausdruck von Pragmatismus – sondern ein Deckmantel für den Schutz fossiler Investitionen und Infrastrukturen, deren Betreiber den unvermeidlichen Wandel so lange wie möglich hinauszögern wollen.
Technologieoffenheit steht für den Inbegriff von Korruption und Lobbyismus. Leider gibt es immer noch eine überbordende Mehrheit von Menschen in diesem Land, die diesen Schwachsinn auch noch glauben.

Jahrzehntelang verschliesst man sich den Fortschritt und schafft es nicht, durch gute Kommunikation und Wissenvermittlung seitens Politik die Menschen mitzunehmen.

Die Union steht gleichbedeutend für den Abstieg Deutschlands. Vorwärts nimmer, rückwärts immer.


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Der Energiewende-Thread

17.05.2026 um 22:24
@Forester
Wenn die Technologie wie bei den WP da ist und gut funktioniert, nebenher noch günstiger ist, kann man denke ich davon ausgehen daß der allergrößte Teil der Bevölkerung, auch nach einer Gesetzesänderung, dann auf WP umstellt. Warum sollten die das nicht machen?
Klar, wenn man davon ausgehen würde daß auch Gasheizungen mit Wasserstoff betrieben werden könnten wär das ja auch seitens Klimaschutz iO.

Ist also aus meiner Sicht nur sinnlose Herum-Jammerei.

Kacke wär es dann natürlich wenn man zuerst alles was nicht EE ist verbietet und dann der Strompreis extrem steigt.
Aber ja, ich weiß, kann ja nicht sein da ja Strom aus EE, wie hier so oft geschrieben, "mittelfristig" billiger wird.

Und so wie du es selber auch schreibst, der Markt hat längst entschieden. Sehe somit nicht das Problem.
Wird ja nicht so sein daß plötzlich ein Engpass an WP da ist. Eher anders, was auch die Anschaffungskosten nochmals reduzieren könnte.

Zum Thema "Technologieoffenheit". Der Begriff an sich ist doch OK.
Was dann aber daraus gemacht wird, gerade politisch, ist natürlich ne ganz andere Sache.
Und prinzipell fühlt es sich für mich immer mehr danach an als ob auch das Thema "Klimawandel" gesamt ne sehr politische Sache ist.

Energiewende hat für mich eigentlich ja nichts mit dem "Klimawandel" zu tun. Ich sehe die Energiewende ganz easy als "Evolution", also Weiterentwicklung.
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Die Union steht gleichbedeutend für den Abstieg Deutschlands. Vorwärts nimmer, rückwärts immer.
Ja schön. Aber warum wird der Unsinn dann immer wieder gewählt? Da war doch was mit "kleineres Übel"?


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18.05.2026 um 01:36
Zitat von ForesterForester schrieb:Niemand käme auf die Idee, beim Mobilfunk oder beim Streaming „Technologieoffenheit" zu fordern.
Vielleicht hätte in diesem Bereich Technologieoffenheit eine sicherere Technologie gebracht.


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