Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

239 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Berlin, Kind ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
porcupinetree Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 01:48
Der Schüler Manuel Schadwald (1981 in Berlin geboren) verließ am 24. Juli 1993 die elterliche Wohnung in Berlin-Tempelhof, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide (FEZ) in Berlin-Köpenick zu fahren. Dort kam er nicht an.

Schadwald spielte oft in Berliner Kaufhäusern und dem FEZ an Computern. In den vergangenen Jahren gingen auch Hinweise ein, die auf Verbindungen zur Homosexuellen- bzw. zur Kinderpornoszene in den Niederlanden bzw. Belgien schließen ließen. Diese Hinweise konnten jedoch nicht verifiziert werden.

Manuel hat grau/braune Augen; im Jahr 1993 war er 1,57 m groß und schlank und hatte dunkelbraune Haare.

Bei seinem Verschwinden trug er kurze Jeans, schwarze Turnschuhe, ein graues T-Shirt und eine graue Sommerjacke mit Emblem auf dem Rücken.
Manuel Schadwald führte einen türkisfarbenen Rucksack mit der Aufschrift "Miami Vice", einen Ferienpass und einen Wohnungsschlüssel mit sich.

Quelle: http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/26332/index.html (Archiv-Version vom 06.06.2013)


1x verlinktmelden
porcupinetree Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 01:52
Wie die Polizeiarbeit bei Recherchen ins Pädophilienmilieu blockiert wird, zeigt dieser furchtbare Artikel:

http://maudoortwijn.files.wordpress.com/2013/02/4-die-welt-kein-einzeltater.pdf

Bitte ab Seite 2 lesen-ist da in deutscher Sprache und ein Artikel aus der Welt, der danach viel diplomatische Unruhe verursacht hat. Anschließend hat keine Zeitung mehr in diese Richtung recherchiert.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 11:26
Der Fall Manuel Schadwald hat mich auch schon oft beschäftigt. Habe mir den Artikel durchgelesen. Von vielen Sachen wußte ich schon, nur das mit dem Snuff-Video war mir neu. Es ist unglaublich ekeleregend und schokierend, was für ein Abschaum es gibt. Das Schlimme ist, dass sogar beide Eltern kurzzeitig verdächtigt wurden, mit dem Verschwinden etwas zu tun zu haben. Aber ich glaube, dass hatte sich nicht erhärtet.


melden
porcupinetree Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 13:17
Es ist mir bis heute unbegreiflich, warum die internationale polizeiliche Zusammenarbeit auf dem Feld der Verfolgung von Pädophiliedelikten schlecht bis mangelhaft ist. Ein Amtshilfeverfahren dauert mindestens sechs Monate, meistens mehr als 1 Jahr. Der Fall Manuel Schadwald ist für mich Sinnbild für die Ohnmacht der Polizei und/oder auch für den fehlenden Willen von höchster Seite, Veränderungen in den Gesetzen herbeizuführen. Gerade erst sind die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch nach oben korrigiert worden, aber um der organisierten kriminellen Energie unter Pädophilen Herr zu werden, müssten andere Methoden wie eine verdeckte Ermittlungstätigkeit angewandt werden. Aber Kinder haben keine Lobby.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 13:42
Ich frage mich, warum die Leute, die behaupten im Besitz eines solchen Snuff-Videos zu sein, wie die in dem Artikel erwähnte Psychologin, dann damit herumreisen und auf eigene Faust recherchieren und irgendwelche Menschen darauf ansprechen. Wenn ICH egal auf welchem Wege ein solches Video erhalten sollte, würde ich Kopien davon an mehrere Polizeistationen und an die Presse geben... In Berichten wie dem verlinkten steht immer "habe, solle könne"...wo sind denn die angeblichen Videos? Es wäre kein Problem ein solches für alle Welt sichtbar ins Internet zu stellen, wenn man etwas "ins Rollen bringen" wollte... Darum habe ich erhebliche Zweifel daran, dass diese Filme existieren, es sei denn in irgendwelchen Safes von Menschen, die sie selbst gedreht haben.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 13:57
@Axolotl

Ja, so sehe ich das auch. Über dem Bericht wabert dieser typische Verschwörungsnebel - diese Fälle sind auch noch schrecklich genug wenn man die Kirche im Dorf lässt.


melden
porcupinetree Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 15:15
@Axolotl

Ganz so einfach würde ich es mir mit dem Urteil nicht machen, wenngleich auch ich zunächst mehr als Zweifel hatte. Aber es gibt ja noch mehr Ungereimtheiten, wenn man den Text richtig liest und ihn nicht vollständig als unglaubwürdig einstuft.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 15:36
@porcupinetree
Ich kenne die Ungereimtheiten im Fall Dutroux und Konsorten. Es gibt auch Dokumentationen dazu. Was mir nur aufgefallen ist, bei den Menschen, die im Umfeld plötzlich zu Tode gekommen sind, heißt es oft: er wollte in den nächsten Tage eine Aussage machen...oder...hat angekündigt, Informationen herauszugeben...

Dieses Vorgehen entspricht aber nicht der Erfahrung, die wir alle jeden Tag machen. Wenn jem. bei der Polizei anruft und ankündigt, er wolle eine schwerwiegende Aussage zum Fall Dutroux o. ä. machen, sagt man dort sicher nicht: Ok, in einer Woche haben wir einen Vernehmungstermin frei....ebenso wenig kündigt man dieses Vorhaben groß im Bekanntenkreis an...jeder Fahhraddiebstahl wird bei der Polizei sofort aufgenommen...abgesehen davon wendet man sich mit einer solchen Aussage ja auch nicht an die Dorfpolizei...

Darum habe ich erhebliche Zweifel an diesen angeblichen Verstrickungen...auch wenn ich zugeben muss, dass es schon seltsam ist, wie viele Leute im Umfeld der "Beteiligten" zu Tode gekommen sind. Wissenschaftlich gesehen ist es aber tatsächlich möglich, dass es sich hier um Zufälle handelt.


1x zitiertmelden
porcupinetree Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

04.06.2013 um 15:51
Hallo Axolotl,

gut, dass Du sofort wusstest, worauf ich hinaus wollte. Viele werden diesen Hintergrund aber nicht kennen. Daher stelle ich den Artikel aus der Welt noch einmal rein:


Dutroux habe auf eigene Rechnung gearbeitet?

In der satanischen Welt, die nach 45 gekommen ist, schänden und töten demokratische Politiker und Geldbonzen wehrlose Kinder auf bestialische Weise, sogar Babys. Jene, die diese satanischen Neigungen des politischen Abschaums kennen, stellen Kinder zur Benutzung und Tötung zur Verfügung. Nach dem Verbrechen erhalten die widerlichen Lumpen ein Video ihrer Tat zugestellt. Von da an ist klar, welche Lobby-Arbeit sie in ihren jeweiligen Parlamenten verrichten.

"Grund für die Zunahme der sexuellen Mißhandlungen von Kindern auch in den Industrieländern nannte der belgische Außenminister Eric Derycke den Werteverfall in 'ultraliberalen System', in denen 'alles käuflich' ist sogar der Körper eines Kindes."(Die Welt, 29.8.1996, S. 1)

Der Prozess

Das Verfahren gegen Kinderschänder Dutroux: fast acht Jahre Vorlauf, mysteriös verstorbene Mitwisser, 450 Zeugen - und die Frage: Einzeltäter oder Pädophilen-Netzwerk bis in höchste Kreise?

von Dirk Banse und Michael Behrendt

Die kühle Seeluft, die vom Hafen in die Stadt zieht, dringt bis auf die Haut. Uns fröstelt, als wir in Antwerpen die geheimnisumwitterte Zeugin Regina Louf treffen. In den Dutroux-Akten der Gendarmerie von Brüssel, die uns in Belgien zugespielt worden waren, wird sie mit dem Codenamen X 1 geführt.

Frau Bellamy von den Vereinten Nationen sagt, man müsse Rücksicht auf die besonderen Neigungen in Bezug auf die kulturelle Herkunft der Kinder-schänder nehmen. Und übrigens handele es sich bei den Verbrechen an Kindern um ein Milliardengeschäft. Und das zählt schließlich im Globalis-mus!

"Die Direktorin der Unicef, Carol Bellamy, wies darauf hin, der Han-del mit Kindern und deren Mißhand-lung zu einem internationalen Ge-schäft mit hohen Gewinnraten ge-worden sei ... Rücksichten seien zu nehmen auf jeweilige kulturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge."

FAZ, 28.8.1996, S. 1

Nun steht die inzwischen 34 Jahre alte Frau leibhaftig vor uns und lächelt verlegen. Sie wird an diesem Februartag ihre Geschichte erzählen, die so voll von grauenhaften Details ist, dass man sie nicht glauben möchte. Nachdem Regina Louf den Weg in die Öffentlichkeit gesucht hat, fragen sich die Belgier, ob die Zeugin oder die gesellschaftliche Oberklasse ihres Landes verrückt geworden sei. Denn die 34-Jährige versichert, dass sich prominente Politiker, angesehene Polizisten und Manager in dem Netz der Pädophilen verfangen haben sollen.

Als Polizisten die Aussagen von X 1 prüften, kamen sie jedenfalls zu dem Ergebnis, dass viele ihrer Angaben stimmen. Seither steht die Zeugin unter dem Schutz der Gendarmerie. Die 34-Jährige lebt jetzt zurückgezogen auf einem Bauernhof bei Gent und betreibt dort eine Hundezucht. In dem heute beginnenden Prozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux, dessen ehemalige Ehefrau Michelle Martin, den drogenabhängigen Dutroux-Komplizen Michel Lelièvre und den Geschäftsmann Michel Nihoul soll sie einer der 450 Zeugen sein.

"Ich war noch ein Kind, als mich meine Eltern an einen Bekannten verkauften. Er hieß Tony. Dieser Mann gehörte zu einer Gruppe von Pädophilen, die regelmäßig Kinder an reiche Bürger vermittelten", beginnt Regina Louf ihre Geschichte. Sie sei über Jahre hinweg von verschiedenen Männern missbraucht worden. X 1 nennt auch deren Namen, will sie aber aus Angst vor juristischen Konsequenzen noch nicht veröffentlicht wissen.

"Dass auch Marc Dutroux zu dieser Gruppe gehörte, ist aber kein Geheimnis mehr. Ich lernte ihn gemeinsam mit meinem Zuhälter Tony auf einer Eisbahn kennen. Er war ein guter Eisläufer und hatte sogar Charme. Dutroux war wie auch Tony ein Zuhälter, der von staatlichen Stellen gedeckt wurde", berichtet sie. Sich an die Polizei zu wenden sei ihr deshalb nie in den Sinn gekommen. "Wer aussteigen wollte, den erwartete der Tod", erklärt sie scheinbar gelassen.

Und dann schildert Regina Louf jenes Ereignis, das auch die Ermittler zunächst nicht glauben mochten. "Eine von uns, sie hieß Christine van Hees, wollte aussteigen. Ich glaube, es war im Jahr 1984. Die Zuhälter versammelten die Kinder in einer alten Champignonzüchterei. Wir mussten uns in einen Kreis setzen. In der Mitte wurde Christine, die damals 16 Jahre alt war, mit einem Seil an einem Haken befestigt und langsam zu Tode gefoltert. ‘Seht her! Das passiert euch auch, wenn ihr unsere Geheimnisse verraten wollt,’ hatten sie zu uns gesagt. Es war schrecklich."

Die Polizisten von Brüssel, die die Zeugin vernahmen, waren schockiert. Vor allem deshalb, weil die heute 34-Jährige Details nannte, die nicht einmal den Ermittlern bekannt waren. Sie konnte das ehemalige Fabrikgelände, das längst abgerissen ist, detailliert beschreiben. Regina Louf sagte auch aus, dass Christine van Hees mit einem Metallstift gequält worden sei. Und tatsächlich war später in der gefesselten und verbrannten Leiche des 16-jährigen Mädchens ein solcher Metallstift gefunden worden.

In den Akten der Observations- und Untersuchungseinheit der Polizei von Brüssel, die der WELT vorliegen, finden sich die Namen der Täter, Kunden und Schauplätze wieder. Die Ermittlungen, so scheint es, sind gewissenhaft geführt worden. Ob ihre Ergebnisse im Dutroux-Prozess veröffentlicht werden, bleibt zu hoffen.

Staatsanwalt Michel Bourlet, Anhänger der Netzwerktheorie, hat öffentliche Äußerungen über X 1 vermieden. Bekannt ist dagegen, dass sich Staatsanwalt Hubert Massa umgehend mit Regina Louf treffen wollte, nachdem er 1999 den Auftrag bekommen hatte, am Fall Dutroux mitzuwirken. Doch zu dem Treffen kam es nicht. Massa jagte sich angeblich eine Kugel in den Kopf, seine Leiche wurde nie obduziert.

Als Regina Louf über ihre Leiden und die korrupten Politiker, Staatsanwälte und Richter spricht, bleiben ihre Augen trocken. Sie erzählt von Folterungen, verschleppten Ermittlungen und Morden sachlich und ohne große Emotionen.

"Ich muss den Weg in die Öffentlichkeit suchen, auch wenn mich die meisten Leute für verrückt halten", sagt sie. "Die Wahrheit ist doch, dass nicht nur in Belgien Kinder verschleppt wurden, um die perversen Gelüste jener zu befriedigen, die es sich leisten konnten. Und schließlich wurden solche Neigungen auch gefördert, um einflussreiche Leute zu erpressen. Ich erinnere mich, wie man hochrangigen Politikern auf Partys 13-jährige Mädchen zuführte, die auf älter geschminkt waren. Am nächsten Tag hatten diese Männer einen Umschlag im Briefkasten mit der Geburtsurkunde des Mädchens. Klar, dass sie anschließend ihre Macht nutzten, um die Ermittlungen zu stoppen."

Regina Louf schildert auch, wie sie an Kunden in Deutschland und in den Niederlanden "vermietet" worden sei, sie spricht von einem großen Netzwerk. "Wer nur Dutroux bestrafen will, begeht einen großen Irrtum. Er ist nur ein Glied in einer Kette von Pädophilen."

Von dieser These ging auch die belgische Psychologin Gina Pardaens aus. Sie scheute jedoch im Gegensatz zu Regina Louf den Weg in die Öffentlichkeit, obwohl sie über brisantes Wissen verfügte. Einer ihrer Patienten hatte über das Pädophilennetzwerk gesprochen und erklärt, dass Kinder vor laufender Kamera zu Tode gefoltert worden sein sollen. Anschließend widmete sie sich dem Kampf gegen die Kinderschänder - bis sie 1999 mit ihrem Auto ungebremst gegen einen Brückenpfeiler fuhr. Zuvor war sie mit dem Tod bedroht worden.

Der WELT hatte sie wenige Tage vor ihrem mysteriösen Unfall berichtet, dass ein belgischer Generalstaatsanwalt von ihr Details über das Verschwinden des deutschen Jungen Manuel Schadwald in das niederländische Kinderpornomilieu erfahren wolle. Der damals Zwölfjährige war 1993 aus Berlin verschwunden. Die Fälle Manuel Schadwald und Marc Dutroux hingen eng zusammen, erklärte Gina Pardaens.

Und tatsächlich gibt es Schnittstellen. So soll sich Dutroux nach Aussagen des Niederländers Robert Jan W. oft im Kinderpornomilieu von Amsterdam aufgehalten haben: im Klub "Alex Privé" von Karel van M., in dem auch Manuel Schadwald nach Recherchen dieser Zeitung anschaffen musste. "Wir haben den Jungen 1993 aus Berlin in die Niederlande mitgenommen. Er war zunächst in einem Rotterdamer Klub, später dann in Amsterdam", hatte der Belgier Robby van der P. gegenüber dieser Zeitung 1998 in Amsterdam berichtet.

Seine Aussage hatte denn auch zu Streitigkeiten innerhalb der Kinderpornoszene geführt, er erschoss wenige Tage später seinen Komplizen Gerry U. in Italien und sitzt seitdem im Gefängnis. In der Wohnung seines Opfers im niederländischen Zandvoort fanden private Ermittler unzählige Disketten und Videos mit geschändeten und gequälten Kindern. Sogar der Missbrauch von Babys war zu sehen. Rätselraten gibt es seither um einen Film, der sich in einem Versteck in der Zandvoorter Wohnung befand. Es gibt Aussagen, dass es sich dabei um ein so genanntes Snuff-Video gehandelt habe, auf dem die Tötung eines Kindes zu sehen sei.

Dieser Zeitung liegt ein Schreiben des belgischen Privatermittlers Marcel Vervloesem vor, in dem er die Aussagen des Niederländers Robert Jan W., die dieser ihm gegenüber gemacht hatte, der Staatsanwaltschaft von Haarlem mitteilte. Und die haben es in sich. So erklärte Robert van W. auch gegenüber dieser Zeitung, dass zwischen 1987 und 1993 mehrere deutsche Kinder in der Nähe von Amsterdam bei Folterungen vor laufender Kamera ums Leben gekommen seien. Er habe dies mit eigenen Augen gesehen. Zudem habe er Dutroux mehrmals in Amsterdam zusammen mit dem Belgier Robby van der P. gesehen.

Die für den Fall Dutroux zuständige belgische Staatsanwaltschaft in Neufchâteau nahm die Aussagen ernst und stellte im Jahre 2001 ein Rechtshilfeersuchen an die Niederlande, um mehr über die Verbindung von Dutroux ins Amsterdamer Milieu zu erfahren. Laut der Amsterdamer Zeitung "De Telegraaf" soll Dutroux sogar mit den beiden Mädchen Julie und Melissa 1995 in dem Sado-Maso-Klub "Alex Privé" in Amsterdam gewesen sein. Die achtjährigen Mädchen waren nach der Festnahme von Dutroux im August 1996 verhungert auf einem seiner Grundstücke gefunden worden.

Doch die belgische Staatsanwaltschaft interessierte sich nicht nur für die Verbindung von Dutroux nach Amsterdam. Im Visier hatte sie auch immer den ehemaligen Rotterdamer Bordellbesitzer Lothar G., der inzwischen verurteilt worden ist. In einem Protokoll der Rotterdamer Polizei aus dem Jahre 1994 hieß es, dass der Berliner Junge Manuel Schadwald an der Seite jenes Lothar G. gesehen worden sei. Dafür, dass die Polizei dennoch nicht eingegriffen hatte, entschuldigte sich die damalige Justizministerin Winnie Sorgdrager sogar öffentlich.

Jener Lothar G. arbeitete aber auch nicht allein. Einer seiner Geschäftspartner war der Belgier Robby van der P., der das auch gegenüber dieser Zeitung einräumte. Und er wiederum soll zusammen mit Dutroux im Amsterdamer Kinderpornomilieu zu sehen gewesen sein. So jedenfalls stand es im Rechtshilfeersuchen aus Neufchâteau an die Niederlande, über das "De Telegraaf" berichtet hatte.

Wer glaubt angesichts dieser Fakten noch daran, Dutroux habe auf eigene Rechnung gearbeitet?

Dass auch Marc Verwilghen, der Leiter der Dutroux-Untersuchungskommission und ehemalige Justizminister, von einem Kinderpornonetzwerk ausgeht, liegt der WELT schriftlich vor. In einem Schreiben an eine belgische Bürgerinitiative teilte er bereits kurz nach der Festnahme von Dutroux mit: "Es besteht kein Zweifel daran, dass ein Kinderporno- und Kinderprostitutionsnetzwerk in Belgien existiert." (Die Welt, 1.3.2004, Seite 10)


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

05.04.2014 um 18:17
http://vimeo.com/29374513
Ich habe ein video zufaellig gefunden, leider nur auf franzoesich und niederlaendisch


1x zitiertmelden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

05.04.2014 um 20:10
Gibt es da überhaupt neuigkeiten wegen dem anruf?

manuel soll sich doch mal telefonisch gemeldet haben wollte aber wohl keinen kontakt, da er im millieu arbeitet.

gibt es mittlerweile infos ob dieser anruf wirklich echt war odee nur ein übler scherz?


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

06.04.2014 um 07:50
Das Video etwa ab 30 Minute schauen, es sprechen die Eltern von Manuel und die Mutter von Till Kratsch


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

06.04.2014 um 08:12
Zitat von AxolotlAxolotl schrieb am 04.06.2013:Darum habe ich erhebliche Zweifel an diesen angeblichen Verstrickungen...auch wenn ich zugeben muss, dass es schon seltsam ist, wie viele Leute im Umfeld der "Beteiligten" zu Tode gekommen sind. Wissenschaftlich gesehen ist es aber tatsächlich möglich, dass es sich hier um Zufälle handelt.
Ich habe letztens erst einen Bericht über den Fall Dutroux gesehen. Dass hier Polizei und gar Staatsanwaltschaft involviert waren, ist ja kein Geheimnis mehr.

Ich selbst glaube hier nicht an Zufälle. Ich denke auch nicht, dass beteiligte Personen verlauten ließen, dass sie sich dann und dann bei der Polizei melden. Ich denke, das wurde im nachhinein daraus geschlossen, weil man davon ausgehen konnte, dass sie Insiderwissen besaßen.

Und mal im ernst... wenn man weiss, dass die örtliche Polizei korrupt ist und teils im Falle mit drin steckt ... dann sucht man sich seinen Gesprächspartner schon gaaanz genau aus.

Im FEZ war ich übrigens als Kind auch ganz oft.
Gruselig.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

06.04.2014 um 15:33
Zitat von tikriktikrik schrieb:http://vimeo.com/29374513
Ich habe ein video zufaellig gefunden, leider nur auf franzoesich und niederlaendisch
Hat Jemand den von tikrik geposteten Film übersetzen/ verstehen können.
Schade, dass der Ton immer runtergedreht wurde, wenn die Mutter von Manuel Schadwald gesprochen hat.

Hab ich es richtig verstanden: ???
- die Mutter ist nicht sicher, ob auf sämtlichen Filmen und Fotos der junge Mann wirklich Manuel Sch. ist?
- eine Vermutung im Raum steht, dass die Jungen bereits 1 Jahr zuvor am Bahnhof Zoo herum lungerten und darüber geködert wurden (??? Kann sein, dass ich jetzt phantasiere, hab nicht hochkonzentriert dem Film gefolgt und außerdem nicht viel verstanden.)
- sogar eine Vermutung im Raum steht, dass die Jungen freiwillig untergetaucht sind (wobei ja, wie gesagt, nicht mal klar ist, ob Manuel Schadwald überhaupt dabei war).
- es ein Telefonat mit der Mutter gab???

Ich möchte keine Gerüchte hier in den Raum stellen. Ich hab wirklich wenig verstanden, wenn die Mutter im Interview sprach.

Warum gibt es diesen Film nicht auf deutsch?

Weiß Jemand, wann die Sendung gedreht wurde?


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

06.04.2014 um 15:37
Ich muss gestehen, ich hab den oben genannten Artikel noch nicht gelesen. Vielleicht klären sich ein paar meiner Fragen.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

06.04.2014 um 15:49
Jetzt beantworte ich mir mal selbst die Frage:
Nein, im Artikel (zu Beginn des Threads) steht in Vieles aus der Zusammenfassung, die @porcupinetree gegeben hat.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

11.07.2015 um 10:00
http://m.welt.de/vermischtes/article143841397/Neue-Spur-im-Fall-Manuel-Schadwald.html
Der Berliner Junge ist vermutlich auf einer Segelyacht in den Niederlanden bei Sexspielen ums Leben gekommen. Auch eine Verbindung zum Netzwerk des belgischen Kindermörders Dutroux ist möglich.
Der seit 1993 vermisste Manuel Schadwald ist Hinweisen zufolge auf einer Segelyacht in den Niederlanden sexuell missbraucht worden und dabei ums Leben gekommen. Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" und der niederländischen Tageszeitung "Algemeen Dagblad" ist das Kind Mitte der 90er-Jahre nach seinem Verschwinden offenbar nach Rotterdam und Amsterdam gebracht worden, bis es schließlich auf einer Yacht im Ijsselmeer ums Leben kam. Das erfuhren die Zeitungen von mehreren Quellen aus Kreisen der Polizei und des Geheimdienstes AIVD in den Niederlanden.

Offiziell halten sich sowohl die Ermittler in Holland als auch in Deutschland zurück. Die Berliner Polizei antwortete auf Anfrage der "Welt am Sonntag", dass es keine neuen Erkenntnisse im Fall Schadwald gebe. Die niederländischen Behörden teilten lediglich mit: "Wir sind nicht sicher, dass der Junge jemals in den Niederlanden war."
Manuel Schadwald war am 24. Juli 1993 auf dem Weg in einen Berliner Freizeitpark spurlos verschwunden. Recherchen der beiden Zeitungen haben ergeben, dass Sicherheitsbehörden in beiden Ländern detaillierte Informationen über das Schicksal des Jungen erhielten. Mehrere Zeugen bestätigten, dass Manuel Schadwald im Rotterdamer und Amsterdamer Milieu und später auf einem Boot auf dem Ijsselmeer gesehen wurde.
"Natürlich war dieser Junge hier"
Laut Recherchen handelt es sich bei dem Schiff um die Charteryacht "Apollo", die regelmäßig von dem einschlägig bekannten und inzwischen ermordeten Kinderpornohändler Gerrit Ulrich genutzt wurde. Nach seinem Tod 1998 waren in seinem Apartment im niederländischen Zandvoort Tausende Fotos und Filme von missbrauchten und zum Teil gefolterten Kindern entdeckt worden. Auch Babys waren unter den Opfern.

Mehrere Informanten der beiden Zeitungen sagten übereinstimmend, dass es einen Vermerk in den Akten des niederländischen Geheimdienstes gebe, wonach ein deutscher Junge auf einem Boot ermordet wurde. "Weil sich auf dem Boot aber einflussreiche Persönlichkeiten befanden, wurde der Fall vertuscht", sagt ein Zeuge, der den Bericht eigenen Angaben zufolge gelesen hat. Ein ehemaliger ranghoher Ermittler der niederländischen Polizei bestätigt: "Natürlich war dieser Junge hier. Aber die Lösung des Falls wird schwierig werden. Die Sonne wird nicht auf diesen Fall scheinen."
Informationen der "Welt am Sonntag" zufolge könnte es einen Zusammenhang zur Mordserie des Belgiers Marc Dutroux in den Neunzigerjahren geben. Der Kindesentführer war von mehreren Zeugen im niederländischen Kinderpornomilieu gesichtet worden.



1x zitiertmelden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

11.07.2015 um 10:16
Danke für das Einstellen des Textes @SecretLetter.

Das würde ja bestätigen, dass man Manuel tatsächlich in die Niederlande gebracht hat. Merkwürdig finde ich, das der Geheimdienst angeblich Kenntnisse darüber hat. Weder die niederländische noch die deutsche Polizei dies aber bestätigt.

Einen Zusammenhang zu Dutroux schließe ich nach meinen Laieninformationen eigentlich eher aus. Dutroux hat doch "nur" Mädchen entführt und gequält. Jungs waren da nicht bei.

Allerdings gibt es mit Sicherheit in der Szene auch Jungen-Handel.

Wenn diese Quellen tatsächlich stimmen, da stellt sich mir die Frage: warum wird die Aufklärung behindert? Selbst wenn ein höhrerer Polizeibeamter involviert wäre, gibt es doch noch genug Beamten oder Stellen, die unabhängig ermitteln könnten. Auch wenn andere höhere Herren, zum Beispiel Politiker etc., involviert sind, muss es doch unabhänige Personen geben, die selber möchten, dass der Fall Schadwald geklärt wird.

In dem Zusammenhang geht es ja nicht nur um M. Schadwald. Man überlege, wieviele Jungs in dem Alter Mitte der 90er verschwanden.


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

11.07.2015 um 10:33
@Feelee
Gruselig!
Zeigt einfach nur mal wieder deutlich, dass nichts unmöglich ist... Nicht nur in den 90er sind Jungs (Kinder allgemein...) verschwunden ... ich glaube, die perverse Nachfrage - wird nach wie vor, vorhanden sein und für viel Kohle bedient. Wenn ein Ring so lange im verborgenen agieren kann- und selbst Morde nicht durchsickern... gehe ich davon aus, dass die Drahtzieher immer noch ihre Hände im Spiel haben...


melden

Der Fall Manuel Schadwald - Ein großes Fragezeichen

11.07.2015 um 10:35
Sorry, aber von derartigen großen Verschwörungstheorien, wo viele Leute reden, erzählen, behaupten, aber nie konkrete Beweise - wie zum Beispiel eine Kopie der angeblichen Snuf-Videos - in die Hände der Polizei oder an die breite Öffentlichkeit gelangen, halte ich gar nichts.

Ich denke, dass die Lösung in Manuels Fall wesentlich lokaler ist. Vor einigen Jahren kam auf, dass in dem Freizeit-Center, zu dem er unterwegs war, seit mindestens 2001 Kinder von Pädophilen mißbraucht wurden.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/missbrauchs-skandal-parkeisenbahn-chef-tritt-wegen-vertuschter-uebergriffe-zurueck/6677444.html

Der Täter, der 2012 verurteilt wurde, kommt zwar als Altersgründen nicht als Täter im Fall Manuel in Frage. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es dort sozusagen schon eine Tradition des Kindesmißbrauchs gab - und ähnlich wie an der Odenwaldschule - alteingesessene Pädophile über Jahrzehnte, dafür sorgten, dass bei Neueinstellungen weitere Pädophile zum Zug kamen.


melden