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Der Fall Jens Söring

27.098 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, 1985 + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 12:18
silentlistener schrieb:Venice2009 schrieb:
Es soll eine Netflix Doku geben mit Vetter usw. Wie krank ist das denn bitte?
Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Vor allem da der Film angabegemäß von den Söring Fanboys gemacht wird.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 12:32
durant12 schrieb:Kennt vielleicht jemand eine Stellungnahme von dem Verfasser Terry Wright seit Erstellung des Berichts?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein in den Fall einbezogener Ermittler die Mühe macht über 400 Seiten als Einzelperson fallspezifisch verfassen, um dies dann wortlos einem inaktivem in Deutschland lebenen US Anwalt für dessen "ausgerufenen Wahrheitskampf" zu überlassen??!!
Das ist doch unter anderem das Problem. Der Report ist für alle frei zugänglich und seitens der Presse scheint sich niemand damit zu befassen (außer A. Hammel). Die einzige "Auseinandersetzung" die ich sah, war die Antwort des JS Freundeskreises indirekt, nunja. Der Report wurde meines Wissens für das Parole Board/Govenor erstellt.


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23.05.2020 um 12:38
ElvisP schrieb:Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit
finde ich auch. Allerdings wird man nicht einfach wild ins Blaue andere verdächtigen dürfen. Das hat ja schon mal etwas Gutes. Vielleicht hat Vetter ja auch etwas aus seiner ersten, einseitigen Doku gelernt und gestaltet es dieses mal etwas objektiver. Zumindest darf man ja noch hoffen.
niik schrieb:s ist doch unter anderem das Problem. Der Report ist für alle frei zugänglich und seitens der Presse scheint sich niemand damit zu befassen (außer A. Hammel).
weil es erstens zu zeitintensiv ist, zweitens JS nicht wichtig genug ist und drittens es sich interessanter anhört, er saß 33 Jahre zu Unrecht im Gefängnis. Als dass sich bestätigen sollte, dass es so gar nicht gewesen war.


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23.05.2020 um 12:40
@ElvisP

Was ist das für eine Welt, in der verurteilten Verbrechern eine solche Bühne bereitet wird?
Große Objektivität erwarte ich mir nicht. Wie bei Michael Petersen. Schön aus der Sicht, des armen unschuldigen Justiz-Opfers.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 12:47
@Jamegumb
@Venice2009

Wenn Vetter an Bord ist wird es eine einseitige Jensi Doku. Daran gibt es keine Zweifel.

Ich habe wirklich lange gedacht, dass das Gerede von der verrohten Gesellschaft leeres Geschwätz ist. Da habe ich mich wohl geirrt. Was Vetter und Co abziehen ist fast schon pervers. Kein Stück Demut. Pfui!


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 13:32
ElvisP schrieb:Wenn Vetter an Bord ist wird es eine einseitige Jensi Doku. Daran gibt es keine Zweifel.
Oje, wenn es eine Netflix-Doku gibt, wird hier alles von vorne losgehen.

Zum Thema "Wirkung durch und Resonanz auf eine solche Doku" kann man mal in diesem Thread zwei Beiträge lesen.

Diskussion: Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey (Beitrag von 5torm)

Da wird zuvor von einem User gut erklärt, was so eine Doku bezweckt (Interesse beim Publikum wecken, ein Narrativ darstellen, Emotionen schüren) und wie dies in einem legalen Rahmen umgesetzt wird (scheinbar objektiv, tatsächlich aber tendenziös und einseitig berichten) und -q. e. d. - direkt im Anschluss lässt sich der erfolgreich geköderte Serienkonsument zum Inhalt aus und begibt sich voller Empörung auf die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und dem wahren Täter (immerhin: Die Polizisten selbst schließt er als Täter aus, aber der Verurteile, der sein Blut und seine DNA im Auto des Opfers hinterließ, der war es definitiv nicht).

Im Fall Avery gibt es noch viel mehr Beweise für dessen Täterschaft als bei Söring.

Netflix kann jeden Verurteilten reinwaschen. Aber vielleicht gibt es ja eine Überraschung und die Doku wird ausnahmsweise mal ganz objektiv, es kommen unabhängige Experten zu Wort und Hammel wird Co-Produzent.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 14:55
Venice2009 schrieb:Das gestaltet sich schwierig, wenn es nur 2 Personen gibt, die beide bis zum Hals in der Sache stecken. Warum z. B. verwischt jemand der unschuldig ist seine Fingerabdrücke in SEINER Wohnung und SEINEM Auto? Das kann man doch nicht alles immer herunterspielen und verharmlosen. Er verhielt sich wie der Täter, er gestand die Tat, ganz ehrlich einen so klaren Fall gibt es kaum. Er wird künstlich aufgebläht, mehr ist es nicht
Ja das ist es auch. Bei Lanz äusserte Söring eine verrückte Vision des Lebens auf Flucht mit seiner Geliebten.
Es wird also ewig um den Punkt gehen "Täter" oder Beziehung zur Täterin/Mittäterin. Beides bleibt nachvollziehbar.

Da die zweite Variante nie zentraler Punkt damaliger Ermittlungen war, ist dieser Argumentationsweg immer benachteiligt, da er überwiegend im Dunkeln tappt.
niik schrieb:Der Report wurde meines Wissens für das Parole Board/Govenor erstellt.
Ja und fand nirgends eine offizielle Erwähnung. Der Rechtsbeistand einer Haysom in Deutschland scheint sich auch in Hammel plus aktivem Anwalt zu personifizieren.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 15:10
@Seps13

Diese Serie ist unerträglich. Die meisten Murderer haben sich selbst "gemaked"
Die meisten dieser Formate sind auch eine Verhöhnung der Opfer und der Angehörigen dieser.

Es wied derart auf die Spitze getrieben, dass schlichte Gemüter, wie jene, die Söring für ein tolles Herrchen halten, zum Schluss kommen könnten, es gäbe auch gar kein Opfer.
Aber die gibt es nunmal.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 18:13
Rinderwahnsinn schrieb:Ich bräuchte weitere Zeugen von 1985 die Herrn Söring eine Verletzung an der Hand bestätigen könnten,
Drei Zeugen sind doch schon reichlich: Jener Donald Harrington neben JS (mit Hinweis auf seine Narbe) und EH (beide Täterwissen).
Ersterer mit beeideter Aussage vor Gericht. Soll seine Beobachtung innerhalb von 10 Tagen der Polizei gemeldet haben.
Für einen Briefeschreiber, Fingerabdruckverweigerer, Flüchtenden, Scheckfälscher, Gestehenden und Geliebtenankläger sicher eine weitere schwerwiegende Belastung, weil ins gleiche Bild passend. Auch ohne fünf weitere Zeugen.

Interessant übrigens auch der Widerspruch hinsichtlich der blutverschmierten Arme der Täterin. Warum musste sich das zarte Persönchen in einen Kampf mit den Eltern begeben, wenn es eh' zwei unbekannte Killer aus der Drogenszene bzw. zwei Odachlose für sie erledigt haben?
Die DNA-These machte die blutverschmierten Arme plötzlich überflüssig. Zum Schriftsteller geboren: Er muss sich immer wieder neue Geschichten ausdenken.


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23.05.2020 um 18:31
silentlistener schrieb:Interessant übrigens auch der Widerspruch hinsichtlich der blutverschmierten Arme der Täterin. Warum musste sich das zarte Persönchen in einen Kampf mit den Eltern begeben, wenn es eh' zwei unbekannte Killer aus der Drogenszene bzw. zwei Odachlose für sie erledigt haben?
Die DNA-These machte die blutverschmierten Arme plötzlich überflüssig. Zum Schriftsteller geboren: Er muss sich immer wieder neue Geschichten ausdenken.
Wer so argumentiert, muss dann aber wiederum das Cola-Wunder erklären.

Rostlöser und gleichzeitig Fleckenteufel? Lügen und schreiben können ja beide wie gedruckt.


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23.05.2020 um 19:22
Rosenmontag schrieb:Denke inzwischen auch, dass JS alleine am Tatort war
Dafür, das "nur" eine Person/Täter am Tatort war, spricht auch, das es wenig Wischspuren gab.
Wären zwei Täter dort gewesen, hätte es wesentlich mehr Fuß- oder Schuhabdrücke gegeben, also auch mehr Wischspuren.


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23.05.2020 um 19:45
durant12 schrieb:Lügen und schreiben können ja beide wie gedruckt.
Ob sie lügt, ist im Vergleich zur Frage, ob er lügt, aber uninteressanter.
Sie haben beide genau die gleiche Strafe abgesessen. Aber nur einer von ihnen behauptet, er hätte gar nichts mit dem Doppelmord zu tun und hätte gar keine Strafe verdient und sei von seiner Ex-Freundin und vom Staat überrumpelt, ausgenutzt und übervorteilt worden.

Weil diese Behauptung so ungeheuerlich ist, ist es der Mehrheit nicht wichtig, ob Haysom dabei war (und ggf. zum Teil auch lügt) oder nicht. Das Extremere, ein evtl. völlig zu Unrecht Verurteilter bzw. einer, der das der Öffentlichkeit nur weismachen will, ist da nunmal weitaus spannender.

Hätte Söring sein Geständnis nie zurückgezogen, aber in seinem Prozess ergänzt, dass seine Ex auch dabei war, wäre er uninteressant (allerdings auch für die Unterstützer) und EH wäre von größerem Interesse. Das Interesse wird also von Söring und seinen Behauptungen erst geschaffen und gesteuert.


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Der Fall Jens Söring

23.05.2020 um 20:01
@borabora
In seinem Bericht hat Terry Wright sehr gut begründet warum es EH war, die für die Beschaffung des Alibi in Washington, D.C. geblieben ist. Es lohnt sich wirklich den Bericht zu lesen.


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23.05.2020 um 20:08
durant12 schrieb:Wer so argumentiert, muss dann aber wiederum das Cola-Wunder erklären.
"Jung, dumm, naiv, schrecklich verliebt" :troll:

Wer weiß, warum sie das sagte, vielleicht wollten sie die Ermittler davon überzeugen, das sie mit dem Mord nichts zu tun haben, nur Unsinn erzählen, sie deshalb nicht ernst genommen u. daraufhin nicht mehr verdächtigt werden.

Zu den blutverschmierten Unterarmen, die Söring erwähnte (um seine Lügen zu untermauern)..
Der Täter hat geduscht, wie sollen da Blutspuren an den Unteramen zurückbleiben.

Kannst Du das bitte auch mal erklären?

@Rosenmontag

Den habe ich gelesen, jedoch einiges wieder vergessen.
Werde ihn mir noch mal durchlesen.


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23.05.2020 um 20:47
durant12 schrieb:Wer so argumentiert, muss dann aber wiederum
Den Zusammenhang zwischen beiden Aussagen (oder Widerspruch?) kann ich ohne Hilfestellung nicht erkennen.
durant12 schrieb:Lügen und schreiben können ja beide wie gedruckt.
Es geht wahrscheinlich nicht ums Lügen.
Beide sind krank.
Sie vielleicht noch mehr als er.
Sie treibt die Ermordung ihrer Eltern voran, um dann plötzlich Reue zu empfinden und ein halbes Leben im Gefängnis zu verbringen. Wohlmöglich auf die eigene Entscheidung hin. Denn wenn bei ihm der Nachweis angeblich schon schwer zu führen war, so war der Nachweis bei ihr evtl. noch weniger möglich.
Sie macht als Persönlichkeit zumindest noch einen verwirrten Eindruck (bei den Auftritten vor Gericht).
Er hingegen wirkt, wie einer der vernünftigsten Menschen im Lande. Und das mag noch viel gefährlicher sein.
Die Amis möchten ihn ja auch nicht im Land haben. Ob er bei uns frei herumläuft, ist ihnen egal.


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24.05.2020 um 11:17
silentlistener schrieb:Beide sind krank.
Sie vielleicht noch mehr als er.
"Krank" ist nicht krank. Es gibt seelische Ausnahmezustände, es gibt sie zeitweise und es gibt sie dauerhaft. Bei Jugendlichen nicht selten. Und nicht immer münden sie in Verhaltensauffälligkeiten. Oder gar eine lebenslange "Krankheit".

Mann sollte schon unterscheiden, welchen Eindruck die Angeklagten 1985 gemacht haben (es ist Stückwerk, was wir in den Dokumentationen haben, ausgewählt nach einer Dramaturgie) - und wie sie sich heute 2020 geben. Nach über 30 Jahren Inhaftierung. In denen beide zumindest eine stringente Impulskontrolle bewiesen haben. Keine Wahnvorstellungen oder abartige Fantasien geäußert haben. Musterinsassen waren. Das Paroleboard wird das schon berücksichtigt haben, denn es ist denen auch nicht egal, ob ein Jens Söring in Deutschland nach seiner Entlassung zum Messermörder oder Amokläufer wird.

Wenn Herr Söring heute (wie in seinen ganzen Interviews) sehr ruhig, vernünftig, reflektiert und geläutert erscheint, dann dürfte das auch seinem Wesen entsprechen. Schließlich war das Kontrollierte, Zurückgenommene, Zurückhaltende, Schüchterne auch Teil seiner Persönlichkeit, bevor er auf Elizabeth traf. Vermutlich glaubt er an die Geschichte, die er auch bei "Lanz" erzählt. Sie hat sich in 30 Jahren verfestigt und ist in ihrem Kern nicht erschütterlich. Sie ist vielleicht deshalb auch relativ nahe dran an der Wahrheit. Relativ.

Denn sie ist vermutlich stark gefärbt durch das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, indem er nach US-Recht verurteilt wurde und nicht das deutschem Jungendstrafrecht. Die unterschiedlichen Gerechtigkeitsmaßstäbe in den USA und Deutschland mögen für einen Betroffenen, für den es nun mal ein gewaltiger Unterschied ist, ob er 8 oder 33 Jahre sitzt, schwer zu ertragen sein. Aber Recht ist nicht immer gerecht. Und es ist keine Entschuldigung. Aber eine Erklärung für sein Verhalten.

Deshalb würde ich Herrn Söring auch nicht alles glauben. Aber es dürfte eben auch nicht alles Lüge sein. Objektiv aufklärbar ist das Zusammenwirken zwischen ihm und Frau Haysom heute eh nicht mehr. Grundsätzlich lag die US-Justiz nicht so sehr daneben, beide zu verurteilen und beide gleichzeitig frei zu lassen.


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24.05.2020 um 11:23
monstra schrieb:Denn sie ist vermutlich stark gefärbt durch das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, indem er nach US-Recht verurteilt wurde und nicht das deutschem Jungendstrafrecht. Die unterschiedlichen Gerechtigkeitsmaßstäbe in den USA und Deutschland mögen für einen Betroffenen, für den es nun mal ein gewaltiger Unterschied ist, ob er 8 oder 33 Jahre sitzt, schwer zu ertragen sein.
Dann hätte er nicht in den USa morden sollen. Sich ungerecht behandelt zu fühlen, weil man wegen 2 brutaler Morde keine geringere Strafe erhalten hat? Das ist doch wohl nicht Ernst gemeint? Er war schließlich 18 Jahre alt gewesen und somit alt genug zu wissen, dass man andere Menschen nicht töten soll. Sich hinterher über die harte Bestrafung zu beklagen, die ihm letztlich ja auch bekannt war (immerhin lebte er jahrelang in den USA), kann man doch nun wirklich nicht Ernst nehmen. Mein Bedauern hält sich wirklich in Grenzen.


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24.05.2020 um 11:57
monstra schrieb:Denn sie ist vermutlich stark gefärbt durch das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, indem er nach US-Recht verurteilt wurde und nicht das deutschem Jungendstrafrecht. Die unterschiedlichen Gerechtigkeitsmaßstäbe in den USA und Deutschland mögen für einen Betroffenen, für den es nun mal ein gewaltiger Unterschied ist, ob er 8 oder 33 Jahre sitzt, schwer zu ertragen sein. Aber Recht ist nicht immer gerecht. Und es ist keine Entschuldigung. Aber eine Erklärung für sein Verhalten.

Deshalb würde ich Herrn Söring auch nicht alles glauben. Aber es dürfte eben auch nicht alles Lüge sein. Objektiv aufklärbar ist das Zusammenwirken zwischen ihm und Frau Haysom heute eh nicht mehr. Grundsätzlich lag die US-Justiz nicht so sehr daneben, beide zu verurteilen und beide gleichzeitig frei zu lassen.
Das ist auch eine nachvollziehbare Erklärung dafür, dass Söring bei seinen Aussagen oft aus diesem Gefühl übertreibt. Oder es, wie bei Lanz erwähnt, als Freiheitskampf tituliert. Ergo, wenn Haysom plus Staatsanwalt ihn zu unrecht belasten, entlastet er sich gegenpolartig bewusst übertrieben der belastet Haysom. Wie beispielsweise der Punkt mit den Anwälten im Verhör und dem strittigen Punkt verzichtet oder mehrfach nachgefragt.
borabora schrieb:Wer weiß, warum sie das sagte, vielleicht wollten sie die Ermittler davon überzeugen, das sie mit dem Mord nichts zu tun haben, nur Unsinn erzählen, sie deshalb nicht ernst genommen u. daraufhin nicht mehr verdächtigt werden.
Faktisch ist dies eine reine belastende Aussage gegen Söring.
borabora schrieb:Zu den blutverschmierten Unterarmen, die Söring erwähnte (um seine Lügen zu untermauern)..
Der Täter hat geduscht, wie sollen da Blutspuren an den Unteramen zurückbleiben.
Das könnte eine Rachebeschuldigung sein.

Auf solche emotionalisierten Effekte geht Andrew Hammel in seiner "Wahrheitsoffensive" gar nicht ein.

Da hier mehrere Hinweise zum Interview von Haysoms Kommilitonin Lemley geäussert wurden, habe ich das Interview erworben. Da gibt es mehrere Aussagen von Haysom, die Terry Wrights Darstellung für Haysom in DC widersprechen.
Rosenmontag schrieb:In seinem Bericht hat Terry Wright sehr gut begründet warum es EH war, die für die Beschaffung des Alibi in Washington, D.C. geblieben ist. Es lohnt sich wirklich den Bericht zu lesen.
Da Terry Wright angibt keine anderen Beweise gefunden zu haben, scheint er das Interview entweder nicht zu kennen oder nicht für erwähnenswert tu halten.
Selbst Sörings Verteidigung scheint Haysoms Aussagen aus diesem Interview 1990 nicht verwendet zu haben.

Ist das hier schon diskutiert worden? Kann man hier Bezahlartikel hochladen?


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24.05.2020 um 12:04
@Venice2009

Wie ich schrieb: Auch Du dürftest das als Betroffener (25 Jahre mehr oder weniger) anders sehen. Subjektiv. Objektiv ist Rechtsordnung Rechtsordnung. Da mag die persönliche Bewertung der unterschiedlichen Philosophie zwischen US- und deutschem Strafverständnis Objektiv ist aber auch Vermutung, dies könne eine Triebfeder für Sörings Unschulds-Beteuerungen sein.

Im Übrigen:

Triebfeder für das "Lanz"-Interview war vermutlich aus seiner Sicht das Thema "Resozialisierung": Ich halte ihn nicht für öffentlichkeitsgeil, aber für rechtfertigungsgetrieben. Er hat begriffen, hier als "Doppelmörder" tituliert zu werden. Wenn er wieder einen ehrenvollen, respektablen Platz in dieser Gesellschaft will, dann kann er das nicht so einfach stehen lassen. Entweder gibt er den reuigen Sünder (was aber inkonsistent wäre zu seinen kontinuierlichen Beteuerungen seit dem Prozess 1990), oder eben das zu unrecht verfolgte Schicksal.
durant12 schrieb:Das ist auch eine nachvollziehbare Erklärung dafür, dass Söring bei seinen Aussagen oft aus diesem Gefühl übertreibt. Oder es, wie bei Lanz erwähnt, als Freiheitskampf tituliert. Ergo, wenn Haysom plus Staatsanwalt ihn zu unrecht belasten, entlastet er sich gegenpolartig bewusst übertrieben. Wie der Punkt mit den Anwälten im Verhör und dem strittigen Punkt verzichtet oder mehrfach nachgefragt.
Ein interessanter Aspekt, ja, das kann man schon im Prozess sehen, wo er völlig ungläubig schaut, als ihn Elizabeth belastet. Daraus schließe ich, dass ein Teil der Vorwürfe eben NICHT zutrifft. Sonst hätte er gar nicht die Energie, so manisch dagegen vorzugehen.
durant12 schrieb:Kann man hier Bezahlartikel hochladen?
Nein, auch nicht verlinken oder daraus zitieren.


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Der Fall Jens Söring

24.05.2020 um 12:18
durant12 schrieb:Das könnte eine Rachebeschuldigung sein.
für mich hört es sich eher danach an, dass er zuviele Krimiserien geschaut hat. Seine Erzählungen hören sich doch recht klischeehaft an. Überhaupt nicht so, als hätte er es tatsächlich so selber erlebt.
Seine Freundin kommt ins Hotelzimmer, gesteht ihm, ihre Eltern getötet zu haben und sein erster Gedanke ist, sie zu retten? Dann weiß er natürlich, dass es nichts nützt ihr ein Alibi zu geben, denn bekanntlich glaubt man dem Mann/Freund/Lebensgefährten nicht? Oh je, was ist, wenn jemand tatsächlich unschuldig ist, und sich eben bei dieser Person aufgehalten hat? Pech gehabt? Lieber nicht erwähnen? Nach söringschen Logik, ja!


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