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Der Fall Jens Söring

28.318 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Sohn, Karten, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Briefe, Schuldig + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 00:23
Calligraphie
schrieb:
Bloß gut , dass er im ZDF so einen starken Verbündeten gefunden hat .
Dem ZDF dürfte Herr Söring ziemlich egal sein. Denen geht es schlicht um eine "Story".

Und die gibt es. Das spannende an der Story: Sie ist mysteriös, die Tat ist monströs, sie ist trotz Gerichtsurteil nicht wirklich aufgeklärt. Und die Protagonisten, ein ehemaliges Liebespaar aus "besseren Kreisen", widersprechen einander öffentlich. Das ist doch der ideale Stoff für eine dieser beliebten "True Crime"-Dokus.

Warum sollte das ZDF nicht daraus einen unterhaltsamen und spannenden Abend machen? Weil es ein echtes Verbrechen ist? Weil der Verurteilte Einigen ziemlich unsympathisch ist und vielleicht zu Unrecht um seine Rehabilitation kämpft? All das stört bei anderen Filmen auch nicht.

Qualität und Tendenz von det Janze wird sich zeigen. Vermutlich wird bereits bekanntes Material zusammen gefasst oder "neue aufgerollt", wirklich Neues wird dabei nicht heraus kommen. Dramaturgisch wird man den Fall offen lassen oder als ungeklärt darstellen wollen, schon weil das die Spannung erhöht. Es geht nicht um die Wahrheit, es geht um eine Story.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 06:31
monstra
schrieb:
nicht wirklich aufgeklärt
Doch ist sie. Nicht mehr und nicht weniger, als bei jedem anderen Fall, so man auf Indizien zurückgreifen musste, wo der Täter schweigt. Ein Richter ist kein Hellseher. Aber für die Verurteilung braucht es keine Details.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 06:55
@monstra
Ich stimme dir bereits zu so früher Stunde beinahe vollständig zu. Rein sachlich betrachtet , ist der Fall aufgeklärt, abgeheftet und abgelegt , zumindest was das Urteil und deren Verfasser angeht und das US Amerikanusche Justizsystem . Aus Haus die Maus würde der Volksmund sagen. Trotzdem ist es natürlich jedem belassen, darum herum nun noch weitere 30 Jahre ein Spinn Off zu Stricken .
Für so etwas sind solche pikanten Fälle ja bekanntlich der Nährboden . Mann und Frau , etwas Sex , etwas Blut , ein paar Briefe , ein paar Auffälligkeiten , eine atrraktive Gespielin , ein Nerd als ergebener Diener seiner Herrin .
Sein Geistesblitz sich die Heldenrolle zu erschaffen , seine Opferung im Namen der Liebe . Na wenn das mal keinen Stoff bietet .
Aber trotzdem , wieso gerade das ZDF , der Info Kanal ? Die hatten zB gestern so eine gut gemachte true Crime Serie im Programm . Es gibt da wirklich gute neutrale Dokus zu spektakulären aufgeklärten Fällen ohne das ein Held kreiert wird .
Jens Söring neben ZDF History in der Trash Abteilung ? Unterhaltung? Die Beteiligten Dokumentarfilmer haben sicher anderes im Sinn gehabt oder ? Frau Steinberger hat mal in einem Interview betont , dass sie selbst nicht genau weiß bzw sich nicht sicher ist, ob er nun oder ob er nicht der Täter war.
So etwas sollte dann doch einfließen . Es darf doch nicht der Anschein erweckt werden , dass hier ein Unrechtssystem ein Exempel an einem filigranen Deutschen statuieren wollte .
Das US Justizsystem hat JS erwiesenermaßen wirklich alle erdenklichen Möglichkeiten geboten , seine Sicht der Dinge zu beweisen .
Von daher gibt es keinen Grund , jetzt außerhalb von jeglichen Gerichtssälen hier noch mal neu aufzurollen . Es sei denn , man will lediglich eine Story am Leben halten. Genau wie du sagst .
Es geht nicht um JS und seine Belange . Genauso wenig wie es bei " Schwiegertochter gesucht" um den Brautwerber geht.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 08:15
Calligraphie
schrieb:
Von daher gibt es keinen Grund , jetzt außerhalb von jeglichen Gerichtssälen hier noch mal neu aufzurollen
Den einzigen Grund, den ich sehe, ist Publicity für seine diversen Projekte. Werbung via Social Media geht ja nicht mehr.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 08:20
monstra
schrieb:
Es geht nicht um die Wahrheit, es geht um eine Story.

Wobei die Story, dass und wie ein Doppelmörder viele Menschen erfolgreich glauben lässt, er sei von Staat und Ex-Freundin hinters Licht geführt und zu Unrecht verurteilt worden, ja auch unterhaltsam ist.

Und diesen Aspekt des Unterhaltungswertes - wie könnte man es ihm verdenken - nutzt A. Hammel. Der ist nämlich Schriftsteller und als solcher ebenfalls Unterhalter wie Lanz, Vetter und Steinberger.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 09:40
Calligraphie
schrieb:
Es geht nicht um JS und seine Belange . Genauso wenig wie es bei " Schwiegertochter gesucht" um den Brautwerber geht.
Ich war in jüngeren Jahren selbst ein paar mal Gast im TV und habe das ähnlich erlebt.

Interessant in diesem Zusammenhang zu anderen TV-Dokus, @Jamegumb kennt die Diskussion:

Diskussion: Amanda Knox (Beitrag von HansM)
Seps13
schrieb:
Und diesen Aspekt des Unterhaltungswertes - wie könnte man es ihm verdenken - nutzt A. Hammel. Der ist nämlich Schriftsteller und als solcher ebenfalls Unterhalter wie Lanz, Vetter und Steinberger.
Dieser narzisstische Aspekt kann natürlich auch eine Rolle spielen. Mr. Hammel fehlt nach langen Jahren an der Uni der Beifall der Studenten... Zum Schriftsteller ist es aber noch ein bisschen. Zudem ist seine Bevorzugung des Englischen wohl dem Blick über den großen Teich (nach Kanada) geschuldet.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 10:03
@monstra
Ja das trifft exakt zu . Der Zuschauer verbindet ein und das selbe Bildmaterial je nach Quelle , als pro oder Kontra.
Ich muss ehrlich sagen , die Knox Debatte flößt mir Respekt ein .ist wie ein Minenfeld .
Da wird ja mal gar kein Widerspruch mehr geduldet .

Man assoziiert ja die ÖR nun mal mit der Meinung der Mehrheit .bzw der gewünschten Meinung . deren Sichtweise wird zitiert wenn es um gesellschaftlich relevantes geht als zutiefst seriöse Quelle. Wenn unsere Politiker was zu vermelden haben bemühen Sie die ÖR vorrangig .

Von daher sehe ich da schon einen Zusammenhang zwischen dem Protagonisten , seinem Anliegen und den Interessen u Auftrag der TV Anstalt .
Sie würden sich sicher wünschen, dass man nach Genuss der Doku , die US Justiz in Frage stellt und unseren JS endlich mal so wahrnimmt , wie er sich selbst .

Das hätte JS auch einfacher haben können . Eine offene Talkshow oder Podiumsdiskussion mit unzensierten Fragen und schon hätte sich alles für ihn in Wohlgefallen aufgelöst .
Jeder verdient eine zweite Chance .


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 11:02
monstra
schrieb:
Zudem ist seine Bevorzugung des Englischen wohl dem Blick über den großen Teich (nach Kanada) geschuldet.
Das heißt also, die These bleibt im Raum:
Andrew Hammel arbeitet für Elizabeth Haysom ?

Hat er mit ihr eine Vereinbarung?
Arbeitet er aus freien Stücken in ihrem Sinne?
Oder geht es ihm nur um die Person Jens Söring, weil er ihn aus dem deutschen Blickwinkel wahrnimmt?
"Profitiert" sie nur indirekt und unbeabsichtigt von seiner Arbeit?
Stellt sie als Gegenleistung vielleicht Informationen zur Verfügung?

Aber schreibt er wirklich nur deshalb in englischer Sprache, damit sie in Kanada wahrnehmen kann, was er in Deutschland für eine tolle Arbeit leistet? Das wäre dann aber eine Doppelung und sie könnte "ihren eigenen" Blog 'Guilty as Charged' einstellen.
Ich empfand seine Verlautbarungen eher an den deutschen Markt gerichtet. (Wen in Kanada interessiert das schon - außer einer einzelnen Person?) Für eine detaillierte Ausführung auf den Punkt fühlt er sich in der deutschen Sprache aber anscheinend (noch) nicht sicher genug.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 12:38
Calligraphie
schrieb:
Das hätte JS auch einfacher haben können . Eine offene Talkshow oder Podiumsdiskussion mit unzensierten Fragen und schon hätte sich alles für ihn in Wohlgefallen aufgelöst .
Na, das glaubst Du doch selber nicht! Die Situation ist nun mal so, dass das nicht möglich ist.

Herr Söring kann seine Unschuld nicht beweisen und man muss ihm auch nicht glauben. Das gibt er auch selbst zu. So bewegen wir uns im Bereich des Glaubens und da kommt man mit Detailwissen kaum raus. Es ist doch schon bezeichnend, dass ermittelnde Polizeibeamte, US-Juristen, Politiker aus den USA und DEU, Journalisten und Blogger unterschiedlicher Meinung sind. Die sind ja nicht alle dem spröden Charme eines wenig charismatischen Knackis erlegen. Sondern sie spiegeln eben wieder, wie wenig aufgeklärt der Fall trotz mehrerer Gerichtsverfahren ist. Nun kann man sich stundenlang Details an den Kopf werfen, die interpretationsoffen sind und deshalb nicht weiterführen. Außenlicht? Fußabdruck? DNA? Blutgruppe? Kinokarten? Danach ist man dann so schlau wie vorher und es ist deshalb nicht unredlich, sondern sehr vernünftig von Söring, sich nicht darauf einzulassen. Damit war schon über Jahrzehnte kein Blumentopf vor den Gerichten zu gewinnen. Mrs. Haysom stellt sich im Übrigen auch keinem öffentlichen Tribunal. Auch sehr vernünftig und wahrlich nicht unredlich. Nemo tenetur se ipsum accusare.

Versetzen wir uns mal in den Fall, wie ihn ein Alien aus dem All sehen würde:

Zwei irgendwie in einen Doppelmord verstrickte Personen beschuldigen sich gegenseitig der unmittelbaren Tatausführung. Es gibt keine Indizien am Tatort, die zwingend auf eine der Beiden schließen lässt. Weil aber Einer der Beiden ein Geständnis abgelegt (und widerrufen hatte), wurde er als unmittelbarer Täter verurteilt. Er beteuert seine Unschuld und macht geltend, nur gestanden zu haben, weil er die andere Täterin schützen wollte.

Was macht unser Alien: Es zuckt mit den Schultern und sagt sich "Kann sein, kann aber auch nicht sein." Und unsere Erdenmenschen? Die suchen nach Halt und Gerechtigkeit und schlagen sich in das eine oder andere Lager.
silentlistener
schrieb:
Für eine detaillierte Ausführung auf den Punkt fühlt er sich in der deutschen Sprache aber anscheinend (noch) nicht sicher genug.
Als anerkannter und vereidigter Übersetzer? Nach mindestens bald 20 Jahren in Deutschland, davon 15 Jahre als Dozent an einer deutschen Universität?
Calligraphie
schrieb:
Von daher sehe ich da schon einen Zusammenhang zwischen dem Protagonisten , seinem Anliegen und den Interessen u Auftrag der TV Anstalt .
Gäbe es keine anderen True-Crime-Formate, könnte man das vielleicht denken. Journalisten arbeiten aber anders (Was interessiert?) und der verfassungsrechtlliche Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist viel breiter. Die Spartenkanäle wie ZDFinfo recyceln Material, kaufen Material von Partner-Sendern ein und bringen im weitesten Sinne Informationen aus dem Bereich Geschichte, Wissenschaft, Architektur, Natur, Gesellschaft, Umwelt usw. Dabei ist immer das Gesamtangebot zu sehen. Eine wie auch immer geartete politische "Agenda" kann ich bei einer solchen Doku nicht sehen. Vielmehr ist es so, dass sich ARD und ZDF die Themen aufgeteilt haben. Das zeigt ein Blick in die Mediatheken. True-Crime läuft fast ausschließlich beim ZDF.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 13:15
Info.

EHs wechselnde Geschichten, Teil 2

https://hammeltranslations.com/2020/07/24/elizabeth-haysoms-changing-stories-part-ii/


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 13:30
monstra
schrieb:
Zudem ist seine Bevorzugung des Englischen wohl dem Blick über den großen Teich (nach Kanada) geschuldet.
monstra
schrieb:
Als anerkannter und vereidigter Übersetzer? Nach mindestens bald 20 Jahren in Deutschland, davon 15 Jahre als Dozent an einer deutschen Universität?
An wen richten sich dann seine vereinzelten deutschen Beiträge?

Und richten sich seine englischen Beiträge zu Themen wie "Prescription Drug Vending Machine Banned by Karlsruhe Higher Regional Court" auch nach Kanada?

Sorry, wenn ich hier am Ball bleibe. Da aber aus den Arbeiten von Herrn Hammel an dieser Stelle viele Argumente gezogen werden und mittels der Verunglimpfung seiner Person regelmäßig ein entsprechendes Gegenargument entwickelt wird, halte ich die Frage für diesen Thread aktuell für elementar. Oder droht irgendwann ein weiterer Ashford?
Jacki
schrieb:
EHs wechselnde Geschichten, Teil 2
Mit Blick nach Kanada oder für den deutschen Interessierten gedacht?
(Bevor ich überhaupt anfange, zu lesen.)


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 13:54
silentlistener
schrieb:
Aber schreibt er wirklich nur deshalb in englischer Sprache, damit sie in Kanada wahrnehmen kann, was er in Deutschland für eine tolle Arbeit leistet
@monstra
@silentlistener
Mit Verlaub, aber die Annahme, dass Hammel für deutsches Publikum auf Englisch schreibt, damit Elizabeth Haysom mitlesen kann, ist gleich doppelt widersinnig. Nicht nur verfehlt er damit einen großen Teil seiner Zielgruppe, Elizabeth Haysom beherrscht auch die deutsche Sprache. Mit neun Jahren kam sie bekanntlich ins Internat in die Schweiz, und es war von ihren Eltern angedacht, dass sie nach dem Sommer ein Auslandssemester in der Schweiz absolvieren sollte. Diese anstehende Trennung war möglicherweise Teil von Sörings Motivlage.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 14:10
@Jacki
Habe ich das richtig gelesen?
the Judge asked me how I felt, and I said that I wanted to waive my extradition. And
Jens grabbed me by the throat in the courtroom, and he had to be removed[/u]. And the final time that we appeared together, he had to be handcuffed and escorted in the courtroom, and at that time the cases were separated, and I appeared my final time on April 15th.
Quelle: https://hammeltranslations.com/2020/07/24/elizabeth-haysoms-changing-stories-part-ii/

Dieses Verhalten müsste doch belegt und nachweisbar sein und macht JSs Argument er hätte EH vor der Todesstrafe bewahren wollen noch unglaubwürdiger.
Sieht das jemand anders?


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 14:23
silentlistener
schrieb:
Da aber aus den Arbeiten von Herrn Hammel an dieser Stelle viele Argumente gezogen werden und mittels der Verunglimpfung seiner Person regelmäßig ein entsprechendes Gegenargument entwickelt wird, halte ich die Frage für diesen Thread aktuell für elementar.
Es ging mir mit meiner Frage mitnichten darum, Mr. Hammel zu "verunglimpfen". Deine Argumente nehme ich als bedenkenswert zur Kenntnis. Es ist eben nicht klar, warum Mr. Hammel auf Englisch schreibt.
Watt
schrieb:
Dieses Verhalten müsste doch belegt und nachweisbar sein und macht JSs Argument er hätte EH vor der Todesstrafe bewahren wollen noch unglaubwürdiger.
Sieht das jemand anders?
Ja. Ich.

Das dürfte in England im April 1987 kurz vor der Auslieferung von Mrs. Haysom in die USA gewesen sein. Die Geständnisse von Herrn Söring datieren auf den Juni 1986 bzw. den Dezember 1986, also eine Zeit, als sich Mrs. Haysom noch nicht von ihm "getrennt" hatte. Als 1987 klar wurde, dass sich Mrs. Haysom ausliefern lassen würde, hat sie aus Sicht von Herrn Söring den "Deal" gebrochen. Das dürfte Grund für sein Verhalten vor dem Gericht in UK gewesen sein.

Zu dieser Zeit dürfte Söring auch klar geworden sein, dass er nicht nach Deutschland ausgeliefert werden würde, sondern ebenfalls Auslieferung in die USA drohte. Und damit auch ihm selbst die Todesstrafe. Umso mehr, wenn ihn Haysoms in Virginia belasten würde. Nun musste er um sein Leben kämpfen.

Damit wird Söring nicht unglaubwürdiger. Warum hätte er sonst so toben sollen?


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 14:49
Watt
schrieb:
Dieses Verhalten müsste doch belegt und nachweisbar sein
In Englades Buch wird auch so eine Szene beschrieben. Meiner Erinnerung nach wurde Söring anschließend nur noch in Handschellen gemeinsam mit EH vorgeführt.
Watt
schrieb:
und macht JSs Argument er hätte EH vor der Todesstrafe bewahren wollen noch unglaubwürdiger.
Als Söring-Gegner könnte ich sagen: Ein weiterer Beweis für seine aggressive Grundeinstellung. Auch bei Englade werden Szenen aus dem Wohnheim beschrieben, in denen Söring äußerst cholerisch auftritt. (Aha, da sieht man's doch.)
Vielleicht ist das seine Interpretation eines "schrecklichen Verliebtseins."
monstra
schrieb:
Damit wird Söring nicht unglaubwürdiger. Warum hätte er sonst so toben sollen?

Wäre ich jetzt ein Söring-Unterstützer, würde ich sagen, dass sein Verhalten in einer solchen Extremsituation sehr wohl nachvollziehbar ist. Er "kämpfte" um sein Leben. Denn schließlich muss er erleben, dass sich die Liebe seines Lebens auf seine Kosten gerade vor der Todesstrafe rettet. Und obwohl er sich für sie opfern wollte, liefert sie ihn jetzt ans Messer. Indem sie die Beihilfe zugibt und ihn als Mörder belastet und ausliefert. Dass in diesem einen Moment seine große Liebe in Hass umschlägt, ist doch völlig normal.
Und gibt keinerlei Hinweise darauf, dass er in einer anderen Stress-Situation zwei alte Leute niedergemetzelt haben könnte. Sonst wären ja wohl wir alle ...


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 14:52
@monstra
Ich habe mich nicht gut ausgedrückt.
Natürlich hat JS jedes Recht für sich zu kämpfen, er darf lügen und schauspielern, aber körperliche Gewalt (grabbed me by the throat ) gegen Andere zeigt das er sich nicht unter Kontrolle hat.


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Der Fall Jens Söring

24.07.2020 um 15:29
Watt
schrieb:
das er sich nicht unter Kontrolle hat
Auch wenn das natürlich nichts beweist, so sind diese Aspekte geeignet, die verschiedenen Gesichter des Jens Söring aufzuzeigen. Denn ein ganz wichtiger Grund für die Unschuldsvermutung seitens seiner Unterstützer ist sein vermittelter Eindruck von Ratio, Vernunft, Souveränität, Hilfsbereitschaft und Selbstreflexion. So einer hat ganz bestimmt keine zwei alten, hilflosen Leute abgeschlachtet. Eine Vorstellung, die angesichts seines Auftretens in "Das Versprechen" einfach nur lächerlich sein kann.

Erst wenn Verhaltensweisen wie die Abscheu vor schwarzer Hautfarbe, das Gefallen an Mordphantasien oder Sexgelüste auf faschistischer Basis zur Betrachtung seiner Person hinzukommen, wird deutlich, dass es nicht nur den "guten" Jens Söring gibt.

Was natürlich keinen Beweis für seine Morde darstellt. Aber immerhin darauf hinweist, dass seine Persönlichkeit auch Abgründe aufweist. Dass sein augenscheinlich "guter Character" kein Indiz für seine Unschuld ist.


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Der Fall Jens Söring

25.07.2020 um 13:37
monstra
schrieb:
Das dürfte in England im April 1987 kurz vor der Auslieferung von Mrs. Haysom in die USA gewesen sein. Die Geständnisse von Herrn Söring datieren auf den Juni 1986 bzw. den Dezember 1986, also eine Zeit, als sich Mrs. Haysom noch nicht von ihm "getrennt" hatte. Als 1987 klar wurde, dass sich Mrs. Haysom ausliefern lassen würde, hat sie aus Sicht von Herrn Söring den "Deal" gebrochen. Das dürfte Grund für sein Verhalten vor dem Gericht in UK gewesen sein.
stimmt so nicht. Der Bruch zwischen EH und JS war schon vor dem 3. Geständnis Ende Dezember 1986 vollzogen. Gardner berichtete darüber.

Der Link funktioniert leider nicht mehr.

Quelle: Gardner im Wiki gesichert Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring
Ende 1986 (vor dem 3. Geständnis) EH teilt JS mit, dass sie ihre Schuld bekennen wird, Gardner wertet dies als Trennungs-Brief

Gardner says Soering received a break-up letter from Elizabeth Haysom before making his third confession

https://web.archive.org/web/20130814134637/http://www.wsls.com:80/story/20833633/haysom-murder-investigator-jens-soering


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Der Fall Jens Söring

29.07.2020 um 08:10
silentlistener
schrieb am 24.07.2020:
Sexgelüste auf faschistischer Basis
was ist denn das?
sind sexgelueste auf antifa-basis besser, moralisch einwandfreier, erholsamer, friedvoller oder gar die einzig erlaubte form von sexualitaet?
junge junge, hier tanzt aber der baer!


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Der Fall Jens Söring

29.07.2020 um 08:54
@happyisla
Auf was @silentlistener hier Bezug nahm , wüsstest Du , wenn du die Korrespondenzen des JS gelesen hättest.

Zu Papier gebrachte Phantasien für gewisse Gelegenheiten .
Derartiges in Zusammenhang mit dem dritten Reich hat seine Wurzeln in den USA während des 2. Weltkrieges. Es hat sich damals eine Art Comickultur dort entwickelt . Kriegsführung der anderen Art mittels US Superheld der die Nazis im Comic bekämpfte.
Dazu gibt es Literatur .
Hier etwas zum besseren Verstöndnis

https://www.vice.com/de/article/zmemn3/als-comic-helden-gegen-nazis-kampften-und-rassismus-saten

Diese Heftchen wurden in den USA gesammelt und gelesen . Die seltsame Verquickung von Comic , Kampf gegen das Naziregime plus Sexualisierung ist also nichts Außergewöhnliches.
Und mit Sicherheit bildet so etwas für einige seit dem Vorlagen für Phantasien .

PS . Im Übrigen ist so etwas kein Privileg der Antikommunisten gewesen .
Schaut man heute zB nach Nordkorea und sieht, mit welchen Mitteln der Antiamerikanismus bebildert wird, sind es ähnliche Assoziationen .


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