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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

352 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Vermisst, Leiche, Wiesbaden, Britta Beauvais, Schlangenbad-wambach

Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

23.10.2015 um 10:24
Gar nicht mal so schlau der Angeklagte - zum Glück.
Schon sehr verdächtig nach "Knochen+sägen" und dem "würgegriff" zu suchen.
Jeder weiß doch dass man die InternetAktivitäten nachvollziehen kann.


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

23.10.2015 um 10:27
@SecretLetter
Der Typ ist einfach dumm dreist. Lügt den Leuten die Taschen voll, veruntreut Geld, googelt verdächtige Sachen im Internet, kauft Multifunktionstool, verklingelt direkt nach Brittas verschwinden ihre Klamotten bei ebay und hebt das restliche Geld ab. Unglaublich.


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Mauro
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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

23.10.2015 um 18:33
@X-Aequitas

Dank für die Links, sehr aufschlussreich!

Desweiteren: Auszüge aus den Links von @X-Aequitas für User, welche die Links nicht aufrufen können.

Ich gehe davon aus, dass eine arglose, naive Ehefrau, mit gesundheitlichen Problemen, von einem skrupellos handelndem Ehemann, mit krimineller Energie, ermordet wurde.

Aus den Links von @X-Aequitas:

>>>Ramsthaler legte auch schlüssig dar, dass das Gerät gereinigt worden war, und zwar nach der Antragung der Blutspritzer. Es war beim Versuch einer Reinigung geblieben. Es müsse ohnehin „ein großer Blutsee“ entstanden sein, falls die Leiche zerstückelt wurde. „Wer so etwas macht, ist extrem blutbesudelt“, sagte Ramsthaler. „Dass man anschließend nichts findet, halte ich eher für unwahrscheinlich.“ Gefunden wurde nichts. Weil der Raum gewissenhaft mit einem speziellen, an der Unterseite beschichteten, Malervlies ausgelegt war? Davon gehen die Ermittler aus, entsprechendes Vlies wurde gefunden.
Fündig wurden sie bei der Rekonstruktion von 1,6 Millionen Datensätzen. Sie zeigen das zweite Gesicht des Emmanuell B.. Und es braucht bei diesen Funden niemand, der „ihn in ein schlechtes Licht rückt“, was Verteidiger Henkel unterstellt. Das erledigt schon sein Mandant. Am 14. Februar, zwei Tage vor dem angenommenen Todestag, wurde um 21.30 Uhr mit dem Begriff „Würgegriff“ im Internet nach Informationen gesucht. Warum? Schon vor der offiziellen Vermisstenmeldung am 20. Februar kümmerte sich der Angeklagte bereits um die weitere Zukunft – ohne Britta.<<<

>>>Ramsthaler legte auch schlüssig dar, dass das Gerät gereinigt worden war, und zwar nach der Antragung der Blutspritzer. Es war beim Versuch einer Reinigung geblieben. Es müsse ohnehin „ein großer Blutsee“ entstanden sein, falls die Leiche zerstückelt wurde. „Wer so etwas macht, ist extrem blutbesudelt“, sagte Ramsthaler. „Dass man anschließend nichts findet, halte ich eher für unwahrscheinlich.“ Gefunden wurde nichts. Weil der Raum gewissenhaft mit einem speziellen, an der Unterseite beschichteten, Malervlies ausgelegt war? Davon gehen die Ermittler aus, entsprechendes Vlies wurde gefunden.
Fündig wurden sie bei der Rekonstruktion von 1,6 Millionen Datensätzen. Sie zeigen das zweite Gesicht des Emmanuell B.. Und es braucht bei diesen Funden niemand, der „ihn in ein schlechtes Licht rückt“, was Verteidiger Henkel unterstellt. Das erledigt schon sein Mandant. Am 14. Februar, zwei Tage vor dem angenommenen Todestag, wurde um 21.30 Uhr mit dem Begriff „Würgegriff“ im Internet nach Informationen gesucht. Warum? Schon vor der offiziellen Vermisstenmeldung am 20. Februar kümmerte sich der Angeklagte bereits um die weitere Zukunft – ohne Britta.<<<
>>> Die Eltern der Verschwundenen, die als Nebenkläger in dem Prozess gegen ihren Schwiegersohn auftreten, wollen mithilfe des Wiesbadener Rechtsanwalts nun belegt wissen, dass Emmanuel B. eine Generalvollmacht und zwei Bankvollmachten missbraucht habe, um an das Vermögen seiner Frau zu kommen.
Rechtsanwalt als Zeuge
Rechtsanwältin Barbara Sauer-Kopic als Vertreterin der Nebenklage hat in der Verhandlung am Donnerstag den Antrag gestellt, ihren Wiesbadener Kollegen im Prozess als Zeugen zu hören. „Der Angeklagte hat sich am Vermögen der Getöteten bereichert“, sagt Sauer-Kopic. Der Abwesenheitspfleger hatte die Kontobewegungen überprüft und festgestellt, wann und wie Emmanuel B. über Geld seiner Frau verfügt hatte.
Zweifelsfrei wurde die damals 37-Jährige am Abend des 16. Februar 2014 letztmals lebend gesehen. Aufgenommen von der Überwachungskamera des Hauses im Wambacher Ahornweg. Die Verteidigung beruft sich auf Zeugen, die Britta noch am 18. Februar gesehen haben wollen. Am 17. Februar hob Emmanuel B. mit der Geldkarte seiner Frau an einem Automaten der Targobank in der Wiesbadener Schulgasse 1.000 Euro ab. Später wird er dazu sagen, dass es ein Täuschungsmanöver gewesen sei, um Aktivitäten seiner Frau vorzugaukeln. Vieles spricht für die Annahme, dass sie in der Nacht zum 17. bereits tot war.
Kontotransfer, Abhebung und Hausverkauf
An jenem 17. Februar befanden sich laut Auskunft der Bank noch rund 68.000 Euro auf ihren Konten. Für zwei Konten hatte Britta ihrem Mann eine Vollmacht erteilt. Am 17. Februar, drei Tage, bevor er seine Frau bei der Polizei Bad Schwalbach als angeblich vermisst meldete, soll er von einem Konto 4.500 Euro auf ein eigenes Konto transferiert haben. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft buchte er weitere Beträge vom Konto der Frau ab, einen Betrag von 53.000 Euro hob er in bar ab.
Weitaus größer war die Summe, die er nach dem Verkauf des Hauses aufgrund einer Jahre zuvor erteilten Generalvollmacht der Frau für sich verbuchte. Die Eheleute waren zu gleichen Teilen im Grundbuch als Eigentümer eingetragen. Abzüglich des Darlehens hätten der Frau vom Verkauf etwa 203.000 Euro zugestanden. In der Summe betrage der vorläufige Vermögensschaden rund 270.000 Euro. Entstanden durch einen Fall der Untreue, wie der Anwalt einschätzt. Nach dem Verschwinden seiner Frau hat Emmanuel B. über Ebay reihenweise Schuhe, Accessoires und Kleidungsstücke verkauft – Damensachen. Die Verteidigung spricht von einer „Vermutung“, dass die Damensachen von Britta B. stammen sollen.>>>


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31.10.2015 um 16:01
Nachrichten Wiesbaden 29.10.2015
Ein Mann, zwei Gesichter
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/ein-mann-zwei-gesichter_16331077.htm


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

05.11.2015 um 16:37
Danke, @Mauro , für den Artikel.
Mir stellen sich, ehrlich gesagt, die Nackenhaare auf.
Ich hatte schon nach dem vorletzten Artikel vom Oktober, wo es um das Finanzielle ging, das Gefühl, daß eher Frau B. das Geld mit in die Ehe gebracht hat und dieser Gedanke lässt mich auch nicht los, verstärkt sich eigentlich noch.
Denn es scheint ja wichtig gewesen zu sein, nichts zu verlieren, auf nichts verzichten zu müssen, größtmöglich rauszuschlagen, damit der neue Lebenswandel finanziert und gesichert ist.

Mir tut diese Frau und ihre Eltern unendlich leid, aber ich bin immer noch überzeugt, daß der richtige auf der Anklagebank sitzt.


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05.11.2015 um 17:25
@ARWEN1976 Ganz unvermögend kann die Herkunftsfamilie des Ehemanns aber auch nicht gewesen sein, ich meine mich erinnern zu können, dass er an einer Eliteschule war.


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

05.11.2015 um 17:27
@Rorschach
Das weiß ich nicht mehr. Weißt Du noch, wo das stand? Er stammt ja ursprünglich aus Frankreich, aber ich habe über seine Familie oder Berichte darüber keine Erinnerung mehr.


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

19.11.2015 um 22:31
19.11.2015
Prozess Mord ohne Leiche: Gegen den Angeklagten läuft in Wiesbaden nun ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue
Von Wolfgang Degen
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/prozess-mord-ohne-leiche-gegen-den-angeklagten-...


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

20.11.2015 um 01:52
ARWEN1976 schrieb am 05.11.2015:Ich hatte schon nach dem vorletzten Artikel vom Oktober, wo es um das Finanzielle ging, das Gefühl, daß eher Frau B. das Geld mit in die Ehe gebracht hat und dieser Gedanke lässt mich auch nicht los, verstärkt sich eigentlich noch.
Denn es scheint ja wichtig gewesen zu sein, nichts zu verlieren, auf nichts verzichten zu müssen, größtmöglich rauszuschlagen, damit der neue Lebenswandel finanziert und gesichert ist.
Sowas ähnliches hatte ich auch im Gefühl , hatte mich aber zurück gehalten.

Daraus ziehe ich auch die Äußerung von Seiten der Eltern oder war es nur die Mutter von Britta B. in einem der hier eingestellten Zeitungsartikeln, dass sie ihre Tochter als "gut versorgt" o.ä. gesehen hatten .


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20.11.2015 um 18:22
@bellady
Ging mir auch so, aber nach dem letzten Bericht musste ich es einfach loswerden.
Ich merke auch, daß ich mich generell, je weiter der Prozeß voran schreitet, sehr zurückhalten muß, was den Angeklagten betrifft, aber ich werde nach jedem Artikel sicherer, daß der richtige dort sitzt.

Ich kann es mir daher spekulativ nur so erklären, daß - wenn er es tatsächlich war - er bei einer Scheidung u. U. (aus seiner Sicht) zu viel "verloren" hätte, je, nachdem, was vereinbart war oder durch einen Ehevertrag geschlossen war. Da war eine vermisste Ehefrau ggf. einfacher, da man ja per Generalvollmacht auch/noch an deren Vermögen gelangen konnte, solange es noch nicht eingefroren war.
Und es sind diese Kleinigkeiten, dazu das Verticken über ebay, wo ich auch stark davon ausgehe, daß dies Habseligkeiten seiner Frau gewesen sein könnten.

Das ist alles schon arg und für mich persönlich war der letzte Artikel auch sehr bedrückend im Hinblick auf Frau Beauvais und mit Blick auf den Angeklagten... tja... abstoßend? Armselig?

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die nächsten Artikel und den weiteren Prozeßverlauf, allerdings denke ich, daß die bisherige Berichterstattung schon eine bestimmte Richtung vorzeichnet.
Ich kann mir nicht vorstellen, gäbe es stichhaltigere Argumente der Verteidigung, daß diese so gänzlich unbeachtet bleiben würden und die Vorstoße, über die bisher berichtet wurde, waren mit irgendwie zu schwach, halbherzig. Fast, wie verzweifelte Versuche, gegen etwas zu argumentieren, wo es eigentlich nichts zu argumentieren gibt.


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21.11.2015 um 10:22
"sich was leisten" hin oder her, die Aufgabe der Verteidigung ist, ihren Mandanten so gut es geht zu verteidigen. Als Aussenstehender mag man kein Gefallen an dem juristischen Winkelzeug finden, neutral gesehen, leistet die Verteidigung sehr gute Arbeit, indem sie jede Chance wahrnimmt.


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Mauro
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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

22.11.2015 um 23:23
@Tombow
Tombow schrieb: Als Aussenstehender mag man kein Gefallen an dem juristischen Winkelzeug finden, neutral gesehen, leistet die Verteidigung sehr gute Arbeit, indem sie jede Chance wahrnimmt.
Das ist doch wohl jedem völlig klar, ohne das man es besonders hervorheben muss. Auch ein Verteidiger muss Kohle verdienen, um gut leben zu können.

Dazu noch einen Link und den Text:

http://www.e-fellows.net/e-fellows.net-Stipendium/Infos-speziell-fuer/Juristen/Wissen-fuer-Juristen/Als-Anwalt-einen-Moe...

"Mordprozesse sind die Herz-OPs der Strafverteidiger"

Es gibt Mordprozesse, die die ganze Welt erschüttern. Als Laie fragt man sich oft: Wie schafft es der Anwalt, einen potenziellen Mörder zu verteidigen? Wie kann er seine möglichen Bedenken ausblenden und dem Mandanten trotz seiner Taten einen fairen Prozess sichern?

Mordfälle machen nur einen kleinen Teil der Strafverfahren aus. Die wenigsten Anwälte beschäftigen sich je mit einem Tötungsdelikt. Anwalt Andreas*, der mittlerweile im Wirtschaftsstrafrecht arbeitet, hatte in seiner Anfangszeit schon mit Mordfällen zu tun: "Strafrecht ist mit Sicherheit nicht das beliebteste Rechtsgebiet und nur wenige Absolventen wenden sich dieser Aufgabe zu. Dazu kommt, dass es in der Praxis kaum den Fall gibt, dass ein Anwalt einen Mordprozess gegen seinen Willen annehmen muss."

Bestmögliche Verteidigung bieten
Ein Anwalt ist ein Vermittler: Er steht auf der Seite des Einzelnen und vertritt diesen gegenüber dem Staat. Seine Aufgabe ist es, dem Angeklagten seine Rechte aufzuzeigen und ihm die bestmögliche Verteidigung zu bieten. "Das ist gerade für Außenstehende und Laien oft schwer zu verstehen", sagt Christine Dieterle, e-fellows-net-Alumna und Staatsanwältin aus München. "Die Leute werfen Angeklagten und Verteidiger oft in einen Topf und bedenken nicht, dass man sich als Anwalt nicht mit dem Täter identifizieren oder die Tat in irgendeiner Weise billigen muss."

Die banale Antwort auf die Frage, ob man einen Mörder verteidigen würde ist laut Andreas also: "Man vertritt das Recht, nicht die Tat!" So ist es folglich gerecht, dass auch Mordverdächtigte die bestmögliche Verteidigung bekommen. "Allerdings ist die Frage eine ganz andere, ob man genauso denkt, wenn man die Verteidigung selbst machen muss", fügt Andreas hinzu.

Distanz zum Angeklagten wahren
"Dass bei der Verhandlung noch nicht klar ist, ob der Angeklagte oder ein anderer das Tötungsdelikt begangen hat, kommt recht selten vor. Ob man sich als Anwalt die ganze, wahre Geschichte vom Angeklagten erzählen lässt, ist eine andere Sache. Das macht voreingenommen und man kann sich der Strafvereitelung schuldig machen, wenn man die Details weiß und diese verschleiert - zum Beispiel wenn man einen Alibizeugen laden lässt, von dem man weiß, dass er die Unwahrheit sagen wird oder Dokumente verlesen lassen, von denen man weiß, sie sind gefälscht.", erklärt Andreas. Es ist also enorm wichtig für eine gute Verteidigung, die Distanz zum Angeklagten zu wahren. Ob der Anwalt fragt "Waren Sie es?", muss er in jedem Fall neu entscheiden und sich vorher gut überlegen, ob die Antwort ihn bei seiner Arbeit einschränken wird.

Fälle, die einen nicht loslassen
Im Jura-Studium lernt man zwar die wichtigsten Bedingungen für ein Verfahren, doch man befasst sich noch nicht mit den wirklich pikanten Moralfragen, die aufkommen können. Trotzdem sind Anwälte keine Roboter, die alles an sich abperlen lassen. Christine Dieterle ist der Meinung, dass Anwälte in der Anfangszeit kontroverse Fälle persönlich viel mehr beschäftigen als nach jahrelanger Routine auf dem Gebiet. Andreas fügt hinzu: "Leidenschaft und Ehrgeiz im Beruf können auch schuld sein, dass man Fälle mit nach Hause nimmt und man sich auch nach dem Arbeitstag nicht davon distanzieren kann."

Andreas musste einen Mörder verteidigen, der aus "fehlendem Respekt gegenüber dem menschlichem Leben" getötet hatte. Es war eine Beziehungstat. "Es war schlimm, denn der Angeklagte hat Gründe für seine Tat aufgeführt, die jeder nachvollziehen kann. Der Unterschied ist, dass jeder andere wegen dieser Gründe auf seinen Partner mal richtig sauer ist. Es ist aber völlig unverständlich, dass man deswegen so weit geht. Die Leidensgrenze des Angeklagten war sehr niedrig, und im Gegensatz dazu war er fähig, einem anderen Menschen so großes Leid zuzufügen. Das hat mich als Anwalt schon sehr bewegt."

Nicht nur "passiv verteidigen"
Nach Andreas' Meinung sollte der Anspruch sein, dem Mandanten - trotz möglicher moralischer Bedenken – die bestmögliche Verteidigung zu bieten. Gerade in umstrittenen und herausfordernden Fällen reicht es keinesfalls, auf eine "passive Verteidigung" zu setzen – das heißt, nur als "Aufpasser" eines rechtsstaatlichen Verfahrens zu fungieren und auf mögliche Verfahrensfehler hoffen. Dazu ist die Verantwortung zu groß.

Lukrativer Prozess?
Dieterle erklärt, dass manche Verteidiger vor allem auf Ruhm und Geld aus sind. Selbstverständlich verspricht ein Mordprozess auch ein lukratives Gehalt, da mehr Verhandlungstage üblich sind als bei anderen Fällen. Zudem spekuliert mancher Anwalt auch auf die Pressewirksamkeit eines Mordprozesses und den damit verbundenen Ruhm.

Grenzfälle und moralisches Dilemma
Anwalt Andreas würde beispielsweise keine Sexualstraftäter verteidigen. "Meinen Anspruch, dem Mandanten die beste Verteidigung zu geben und ihm sein Recht zuzugestehen, kann ich in solchen Situationen nicht mit voller Energie und Leidenschaft durchsetzen."

Die meisten Anwälte, die man fragt, geben standardisierte Antworten auf dieses moralische Dilemma – es sei ihr Job. Natürlich müsse Andreas nach außen hin auch sagen, dass es für ihn keinen Unterschied mache – aber das könne er öffentlich nicht tun, ansonsten würde er seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen.

Andreas fasst zusammen: "Ethische Fragen in dieser Größenordnung stellen sich den wenigsten Anwälten in ihrem Berufsleben. Aber als Strafverteidiger muss man seine Antwort auf diesen Konflikt finden und mit sich selber ausmachen, ob man diesen Job machen kann. Denn die Verantwortung in einem Mordprozess ist riesig. Aus Sicht eines Strafverteidigers kann man einen Mordprozess fast wie die "Herz-OP unter den juristischen Fällen" ansehen. Wichtig ist, dass man voll dahinter steht und aktiv verteidigt."

Faires Verfahren und Unschuldsvermutung
Einem Angeklagten stehen bestimmte Rechte zu. Eines davon ist in Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verankert; das Recht auf ein faires Verfahren. Laut Art. 6 Abs. 1 EMRK besteht unter anderem Anspruch auf eine öffentliche Gerichtsverhandlung, vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht. Abs. 2 dieses Artikels enthält das Recht auf die Unschuldsvermutung. Das bedeutet, dass jede angeklagte Person so lange als unschuldig zu gelten hat, bis ihre Schuld auf einem gesetzlichen Weg bewiesen ist.


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12.01.2016 um 20:48
12.01.2016
"Notbremse" im Prozess "Mord ohne Leiche" in Wiesbaden: Verteidiger fordern Neustart des Verfahrens
Von Wolfgang Degen
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/notbremse-im-prozess-mord-ohne-leiche-in-wiesba...


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23.01.2016 um 16:12
22.01.2016
Mord ohne Leiche: Der Umgang des Gerichts Denkmodellen und unumstößlichen Beweisen

Von Wolfgang Degen
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/mord-ohne-leiche-der-umgang-des-gerichts-denkmo...


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Timmy_g
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23.01.2016 um 17:05
Vielen Dank für die Links. Sehr interessanter Fall.


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Vermisst: Britta Beauvais aus Schlangenbad-Wambach - Mord ohne Leiche?

23.01.2016 um 18:12
@X-Aequitas

Danke für den Link, mein Wunsch für 2016 ist, das möglichst viele Poster im Bereich Kriminalfälle, ihn lesen und zu Herzen nehmen und ihre Spekulationen halbwegs im Rahmen halten. Auch wenn ich fürchte, dass es ein frommer Wunsch von mir bleiben wird.

Unabhängig von der Metaebene des Artikels, bin ich gespannt darauf wie der Prozeß weitergehen wird.


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29.01.2016 um 20:49
29.01.2016
Prozess "Mord ohne Leiche" in Wiesbaden: Verteidiger bringen Selbstmord oder natürlichen Tod ins Spiel
Von Wolfgang Degen
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/prozess-mord-ohne-leiche-in-wiesbaden-verteidig...


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