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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

260 Beiträge, Schlüsselwörter: Kinder, Verschwinden, Sodder, Hausbrand, Fayetteville

"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 11:39
@Theheist

Ehre, wem Ehre gebührt. Also dem Ersteller dieses interessanten threads. Vielen Dank übrigens dafür.
Dew schrieb:Dew schrieb:Weil es falsch übersetzt ist. Da ist @Theheist in der Fülle des Textes was unterlaufen.
Theheist schrieb: Falsch übersetzt? "Stove" hat mehrere deutsche Übersetzungen, zwei davon sind "Herd" und "Ofen".. Aber schön, dass du aus dem Text definitiv herauslesen kannst, was genau gemeint war. :)
Lese ich da etwas Unwillen heraus? So war es selbstverständlich nicht gemeint.

Wenn "Ofen" als deutsches Wort für "stove" auch nicht falsch ist, so ist die Angabe doch zumindest unvollständig, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt.

Immerhin:

Ruft man ein Übersetzungsprogramm auf, kriegt man als erstes Angebot "Herd".

Ich habe daraufhin jetzt mal gezielt Beispieltexte gelesen.
Im Zusammenhang mit Strom als Energiequelle kommt der "stove" als Herd im angloamerikanischen Sprachgebrauch häufiger vor.

Vielleicht haben wir hier irgendwo eine ( n ) "native speaker", die/der uns helfen kann?

Ich halte allerdings auch aus technischen Erwägungen den Herd für wahrscheinlicher als einen Elektroofen für ein Haus mit mehreren Etagen.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 12:33
Dew schrieb:Die Kinder, wenn sie sich im Haus befanden, lagen demnach auf der Spitze des Scheiterhaufens, wo es am heißesten wird. Verlauf und Dauer des Brandes machen es für mich nachvollziehbar, dass eine vollständige Verbrennung stattgefunden haben kann.
Das halte ich für unmöglich. Selbst wenn die Temperatur gereicht hätte, war die Dauer des Feuers viel zu kurz gewesen. Aber die Frage ist, wie gründlich in den Resten nach dem Brand wirklich gesucht wurde. Wenig später wurde ja alles mit einem Bagger mit Erde bedeckt. Aber auch in der Suche 1949 fand man keine Kinderskelette, was in meinen Augen sehr ungewöhnlich ist, wenn man bedenkt, dass immerhin fünf Kinderleichen indem Abraum hätten liegen müssen.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 14:39
Theheist schrieb:Falsch übersetzt? "Stove" hat mehrere deutsche Übersetzungen, zwei davon sind "Herd" und "Ofen".. Aber schön, dass du aus dem Text definitiv herauslesen kannst, was genau gemeint war
@Dew hat m.M.n. insoweit recht, als im amerikanischen Englisch mit dem Begriff stove zumeist ein Herd gemeint ist. Ich halte es von daher für richtig, wenn hier bis zum Vorliegen anders lautender Informationen von stove = Herd ausgegangen wird.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 16:44
@Dew
Dew schrieb:Im Zusammenhang mit Strom als Energiequelle kommt der "stove" als Herd im angloamerikanischen Sprachgebrauch häufiger vor.
Um solche Aussagen treffen zu können, müsste man eigentlich wissen, wie es in der Zeit um 1945 war - und dann könnte man immer noch nicht sicher sein, was gemeint war.

Das Wort stove und das deutsche Wort Ofen sind vermutlich sogar miteinander verwandt und können beides bedeuten, Heizofen und Kochherd.
Früher gab es auch Öfen, die beides miteinander kombinierten und es wurde öfter nur ein Raum in der Wohnung geheizt.

Bei den Quellen für diese Geschichte, oft Zeitungs-Artikel, muss man auch bedenken, dass es keine Sicherheit gibt, dass dort alle Details richtig wiedergegeben werden.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 17:28
@trailhamster
trailhamster schrieb:war die Dauer des Feuers viel zu kurz gewesen.
Wie lange hat es denn gebrannt?
Ich habe keine Zeitangaben dazu gefunden. Vielleicht übersehen? Hast Du eine?

Es heißt lediglich, dass das Haus nach 45 min eingestürzt ist.
Frustrated, the six Sodders who had escaped had no choice but to watch the house burn down and collapse over the next 45 minutes.
Aber damit war doch das Feuer nicht aus. Der Trümmerhaufen glühte nur im Keller weiter.

In dem Ablauf halte ich es, nach allem, was ich bisher dazu gelesen habe für möglich, dass die Kinder, eben weil es Kinder waren, bis auf eine Größe von Rückständen verbrannten, die nicht mehr aufzufinden waren , bzw. von den Suchenden nicht mehr als solche erkannt werden konnten.
Wohlgemerkt: möglich.
The firefighters, one of whom was a brother of Jennie's,[8] could do little but look through the ashes that were left in the Sodders' basement. By 10:00 a.m. Morris told the Sodders that they had not found any bones,
Am Morgen um 10:00 a. m. unterrichtete der Fire Chief die Sodders darüber, dass keine Knochen gefunden wurden.

Nach den vorliegenden Informationen halte ich Brandstiftung für möglich bis wahrscheinlich und eine Entführung der Kinder kann zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Wobei eine Brandstiftung durch locals begangen und vertuscht werden konnte. Der Typ, der den Flaschenzug klaute, der Fire Chief und der Versicherungsmensch haben seltsames Verhalten an den Tag gelegt. Dazu komme ich noch im Einzelnen.

Wenn die Kinder entführt werden sollten, dann hätten den Kindern vielleicht bekannte Personen aus dem kleinstädtischen Umfeld sogar eine ganz gute Chance gehabt.

Beispiel:
Da tauchte am Weihnachtsabend am Fenster der Mister Soundso auf und lotste die Kinder weg, weil er eine gaaaanz tolle Weihnachtsüberraschung für die Familie hatte und dafür ihre Hilfe brauchte.
Ein geradezu perfider Gedanke in Bezug auf US-amerikanische Weihnachtsbräuche. Die Sodders hatten schon Bescherung gehabt, aber dass die deutsch- oder englischstämmigen Amerikaner das anders machten. war sicher auch den Kindern bekannt.
Wikipedia: Bescherung
In den USA und in Großbritannien ist es nach wie vor üblich, dass der Weihnachtsmann, der hier Santa Claus bzw. Father Christmas heißt, um Mitternacht die Geschenke durch den Kamin bringt und die Kinder sie am Morgen des ersten Weihnachtstages, also am 25. Dezember, öffnen dürfen.
Der Gipfel:
Der Entführer, bzw. einer der Entführer als Weihnachtsmann verkleidet. Für die vier Kinder hätte man jedenfalls mehrere Entführer gebraucht, um sie unter Kontrolle zu kriegen.
Man sieht, da gibt´s Möglichkeiten. Auch wenn das mit der Weihnachtsmannverkleidung vielleicht etwas heftig ist. Ich besteh´ nicht drauf.

Nur:
Was hätten diese hypothetischen Leute von einer trotzdem noch riskanten Entführung der Kinder unter der Nase der schlafenden Schwester weg gehabt?

Wozu sollte das gut sein, wenn man ohnehin das Haus anzündete, wobei man es bei sowas wohl auf die ganze Familie abgesehen hatte?
Allenfalls als Alarmverzögerung beim Brand hätte man die noch wachen Kinder aus dem Weg haben wollen.
Was man mit ihnen vorgehabt hätte, nachdem man Heim und Familie abgefackelt hatte, mag man sich kaum vorstellen.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 18:20
@Tajna
Tajna schrieb:Um solche Aussagen treffen zu können, müsste man eigentlich wissen, wie es in der Zeit um 1945 war - und dann könnte man immer noch nicht sicher sein, was gemeint war.Das Wort stove und das deutsche Wort Ofen sind vermutlich sogar miteinander verwandt und können beides bedeuten, Heizofen und Kochherd.
Da hättest Du ja auch mal nachsehen können, anstatt zu mutmaßen. Aber es interessiert mich, also habe ich nachgesehen.

https://www.wissen.de/wortherkunft/ofen
Ofen
die Bezeichnung geht über mhd. oven, ahd. ovan auf germ. *ufna– zurück; verwandt sind altengl. of(e)n und altfrz. oven, Quelle ist wahrscheinlich idg. *ukwh– „Kochtopf, Kochstelle“, auch in griech. ipnós „Ofen“ und altind. ukhá „Kochtopf“, auch eine Entlehnung aus einer unbekannten Sprache könnte vorliegen
Selbst der Ofen kommt vom Kochen.

https://www.collinsdictionary.com/de/worterbuch/englisch/stove
stove
Wortformen:plural stoves 

1. zählbares Substantiv

A stove is a piece of equipment which provides heat, either for cooking or for heating a room.

She put the kettle on the gas stove.

Synonyme:hob, range, cooker, burner Weitere Synonyme von stove

2. zählbares Substantiv

A stove is the top of a cooker.
[mainly US]
Beim stove steht das Kochen auch im Vordergrund.

Und deshalb wärmen wir uns die Füße am Öfchen und stellen den Tee auf´s Stövchen. ;-)

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 20:02
@Dew

So vollkommoen ignoriert zu werden, finde ich doof. Vielleicht hast du meinen Post vom 18.04.18 um 18:25 Uhr und damit meine Fragen überlesen? Nochmal:
Sonnenschein81 schrieb:Liebster Dew, wie du weißt, schätze ich deine Beiträge sehr. Und auch hier wieder - sehr durchdacht. Danke für deine Posts.

Frage:

Dew schrieb:
Wenn sie dort waren, sind sie höchstwahrscheinlich im Schlaf erstickt, so tragisch das auch ist.

Dew schrieb:
CO ist ja nur ein Produkt der Verbrennung ( in dem Fall unvollständiger ), das einen umbringt. Die heißen Rauchgase steigen in jedem Fall hoch. Achte mal auf moderne Beschilderung für Brandfälle. Die bringt man unten an, weil sie in Deckenhöhe keiner sieht.

Dew schrieb:
CO ist ja nur ein Produkt der Verbrennung ( in dem Fall unvollständiger ), das einen umbringt. Die heißen Rauchgase steigen in jedem Fall hoch. Achte mal auf moderne Beschilderung für Brandfälle. Die bringt man unten an, weil sie in Deckenhöhe keiner sieht.

Außerdem verbraucht das Feuer den Luftsauerstoff einfach.

Vielleicht kann @micinima ´s Feuerwehrmann dazu noch was beisteuern?

Ist es da nicht logischer zu vermuten, dass tatsächlich eine Art "Molotov" auf das Dach geworfen wurde, unter welchem die Kinder schliefen (sofern sie da schliefen und nicht schon aus dem Haus waren) und sie durch den diekten Brand und Rauch von erstickten? Mir kommt die Version von irgendwelchen Gasen (die noch dazu schwerer als Luft sind) die von ganz unten nach ganz oben gedrungen sind und zwar so flott, dass die Kinder dort erstickt sein sollen, etwas unrealistisch vor.

Die Frage nach einem Molotov würde ja auch die das Geräusch, das die Mutter hörte, und auch die Sichtung der Zeugen erklären. Darüberhinaus finde ih die Aussage bzgl. des komischen Brandes ums Telefon im Arbeitszimmer etwas fragwürdig.Warum einen "geringfügigen Brand" nicht gleih löschen (mit Wasser aus der Leitung - die gab es damals schon) oder zumindest mit Tüchern. Da ruft man aber erst den schlafenden Gatten, der dann die Söhne wachrüttelt. Da stimmt was nicht.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

19.04.2018 um 23:12
@Sonnenschein81
Sonnenschein81 schrieb:Mir kommt die Version von irgendwelchen Gasen (die noch dazu schwerer als Luft sind) die von ganz unten nach ganz oben gedrungen sind und zwar so flott, dass die Kinder dort erstickt sein sollen, etwas unrealistisch vor.
CO und auch heiße Verbrennungsgase sind nicht schwerer als Luft.
Sie steigen also tatsächlich auf, deswegen sterben die Personen in den oberen Stockwerken oft schneller an Rauchvergiftung, als Personen in den darunterliegenden Stockwerken.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 13:51
@Tajna
@Sonnenschein81
Genau.
Deswegen sollst du dich im Falle eines Brandes ja auch kriechend bewegen.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 16:09
@Sonnenschein81
Sonnenschein81 schrieb:So vollkommoen ignoriert zu werden, finde ich doof. Vielleicht hast du meinen Post vom 18.04.18 um 18:25 Uhr und damit meine Fragen überlesen? Nochmal:
Bitte um Entschuldigung, ich habe Dich keineswegs ignorieren wollen. Bin ja bei der Anrede schon dahingeschmolzen.
Sonnenschein81 schrieb:Liebster Dew, wie du weißt, schätze ich deine Beiträge sehr. Und auch hier wieder - sehr durchdacht. Danke für deine Posts.
Aber neben meinen Beiträgen hier habe ich auch noch dann und wann zu arbeiten. ;-)

Die Fragen arbeite ich nach Möglichkeit der Reihe nach ab, ich bin ja noch nicht mal mit dem Wiki-Artikel durch, auf den ich mich schwerpunktmäßig beziehe.

Wobei ich gestehen muss, dass mich der Fire Chief fast in die Schreibblockade bringt. Ein undurchsichtiger Bursche irgendwie.

Bis ich den "verdaut" habe, gerne etwas zu Rauchgasen und Molotov´s beliebtem Cocktail.
Sonnenschein81 schrieb:Mir kommt die Version von irgendwelchen Gasen (die noch dazu schwerer als Luft sind) die von ganz unten nach ganz oben gedrungen sind und zwar so flott, dass die Kinder dort erstickt sein sollen, etwas unrealistisch vor.
Hast Du schon mal was von den Brüdern Montgolfier resp. der Montgolfière gehört?

Wikipedia: Montgolfi
Strohballen und Wolle wurden verbrannt und der Rauch füllte planmäßig den Ballonsack, der sich in die Luft erhob. Nachdem die Halteseile gekappt worden waren, stieg der Ballon bis auf fast 2000 m Höhe und schwebte etwa 2 km weit, bevor er zu Boden sank.
Rauchgase steigen so schnell und stark auf, dass man damit sogar fliegen kann.

Jedes Lagerfeuer raucht nach oben ( und erst dann ins Gesicht ).

Ein brennendes Gebäude wirkt wie ein Kamin. Die Gase mögen bei gleicher Temperatur schwerer als Luft sein, aber im erhitzten Zustand sind sie nun mal leichter. Sie füllen die Räume sehr schnell von oben nach unten, d. h., wenn Du aus einem brennenden Gebäude raus willst, geh´ in die Knie oder krieche. In Bodennähe gibt es mitunter noch etwas atembare Luft.

Das Geräusch auf dem Dach:
At 1:00 a.m. Jennie was again awakened by a sound of an object hitting the house's roof with a loud bang, then a rolling noise.[1] After hearing nothing further, she went back to sleep.
Sonnenschein81 schrieb:Ist es da nicht logischer zu vermuten, dass tatsächlich eine Art "Molotov" auf das Dach geworfen wurde, unter welchem die Kinder schliefen (sofern sie da schliefen und nicht schon aus dem Haus waren) und sie durch den diekten Brand und Rauch von erstickten?.......................
Die Frage nach einem Molotov würde ja auch die das Geräusch, das die Mutter hörte,....
Das klingt geradezu aufdringlich nach Brandflasche. Das Problem, das ich hierbei erst mal sehe, ist das Blechdach.
along with fragments of the tin roof.
Im Keller gefunden.

Dass die Mutter eine Etage tiefer das Geräusch hörte und davon wach wurde, bestätigt, dass es einen Heidenlärm macht, wenn man so einen ( oder einen anderen ) Gegenstand auf ein Blechdach wirft.

Was war denn mit den Kindern?

Die hätte das Geräusch eigentlich aus den Betten hauen müssen.
Waren die nach dem längeren Aufbleiben so müde, dass sie es nicht mitkriegten?
Oder waren sie zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr im Haus, geschweige denn in ihren Betten?

Was macht ein Molotov-Cocktail?

Er besteht grob aus einer Flasche mit einer brennbaren Flüssigkeit und einer Zündvorrichtung. Also ein Stück Lumpen als Docht in den Flaschenhals und fertig. Es gibt so viele Abbildungen und Anleitungen im Internet davon, dass ich hier wohl kaum eine brisante Bauanleitung verrate.

Den Lumpen zündet man an und wirft die Flasche auf das Ziel, das man in Brand setzen will. Dort zerbirst die Flasche, die brennbare Flüssigkeit verteilt sich und wird gleichzeitig vom brennenden Docht gezündet. Wooooosch!

Ich hab´ noch gelernt, wie man mit sowas Panzer bekämpft. Musste ich zum Glück nie probieren.
Jetzt fragt man sich, wie das gehen soll. Eine Flasche gegen einen Panzer, das ist doch wie Schiffstaufe. Das hören die doch drin kaum, wenn die Flasche platzt. Und wenn´s außen auf dem Panzer brennt, na und?
Der Witz ist, dass die brennende Flüssigkeit in den Panzer rein muss. Dazu schmeißt man sie auf den Motorraum, denn der Motor braucht Luft. Durch die nötigen Öffnungen kommt die Luft und jetzt auch die brennende Flüssigkeit. Erwünschtes Resultat: Motorbrand.
Panzer gestoppt.

Warum habe ich so weit ausgeholt?

Weil ( wenn´s so war ) die Flasche auf das Blechdach geworfen wurde. Dann hätte es eben auf dem Blech gebrannt. Genauer gesagt
über
dem Blech, denn brennen tut ja nicht eigentlich die Flüssigkeit, sondern ihr gasförmiger Zustand.
Das hätte dem Haus wohl kaum etwas ausgemacht. Und schon gar nicht so ein schnelles, zerstörerisches Feuer in Gange gebracht.
Wir erinnern uns an den Panzer, die brennende Flüssigkeit muss in die Kiste rein, sonst hilft´s nicht.

Es gibt in der Betrachtung "Molotov-Cocktail" noch einen ( scheinbaren? ) Haken.
Die Flasche ( immer vorausgesetzt, es war eine ) ist nicht zerschellt, denn sonst hätte sie nicht rollen können.

Und es hätte dann auch sofort anfangen müssen, zu brennen. Die Mutter hätte es gehört oder den Lichtschein gesehen. Die Kinder hätten es gehört.

Was passiert denn, wenn so eine Flasche nicht zerschellt? Mehrere Möglichkeiten:
1.) Das Ding geht sofort aus.

2.) Der Docht zieht nach und nach alle Flüssigkeit raus und das Ding brennt ab wie eine Petroleumlampe, ohne Schaden anzurichten.

3.) Der Docht zieht Flüssigkeit raus und das Ding brennt ab wie eine Petroleumlampe. Die Flüssigkeit kocht dabei auf, drückt den Docht raus und tritt teilweise aus. Ein kleines Feuer entsteht.

4.) Der Docht zieht Flüssigkeit raus und das Ding brennt ab wie eine Petroleumlampe, wird dabei aber so heiß, dass die Flasche doch noch platzt und mit etwas Verzögerung eine geringere Wirkung entfaltet.

Passt das alles zum hier geschilderten Ablauf? Für mich nur bedingt.

Passt es zu dieser Zeugenaussage?
The driver of a bus that passed through Fayetteville late Christmas Eve said he had seen some people throwing "balls of fire" at the house.

Auch nicht, denn Jenny Sodder hörte nur ein Geräusch.

Und wo stieß sie wenig später auf den Brand?
After another half hour she woke up again, smelling smoke. When she got up again she found that the room George used for his office was on fire, around the telephone line and fuse box.
Im Haus. Wie ist es da hingekommen?
Grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

1.) Es ist dort entstanden.

2.) Es kam von außen rein.

Wie knackt die Brandflasche den Panzer?
Indem die brennende Flüssigkeit durch Öffnungen reinkommt.

Was kommt von draußen ins Haus rein?
Strom- und Telefonleitungen.

Ich stelle mir das etwa folgendermaßen vor ( rein hypothetisch ):

Eine Gruppe von Leuten hatte was gegen die Sodders. Sie kamen überein, die Familie mittels Brandstiftung auszulöschen. Das wurde geschickt geplant.

Weihnachten bot sich an, weil die durch den Krieg ohnehin personalknappe Feuerwehr feiertagsbedingt noch langsamer reagieren würde.

Das Haus sollte möglichst schnell abbrennen und es sollte aussehen, als wäre die Elektroinstallation, die George Sodder selbst verlegt hatte, die Ursache.

Nachdem die Sodders zu Bett gegangen waren, entfaltete sich rege Betriebsamkeit. Mittels der Leiter wurde erst mal die Telefonverbindung gekappt. Die Stromversorgung ließ man in Ruhe, denn das sollte ja die Brandursache sein.

Wiederum mittels der Leiter erreichte mindestens einer der Täter den Bereich auf, am oder knapp unter dem Dach, an dem die Verkabelung ins Haus führte.

Entlang der Kabelführung, die man von außen leise noch etwas eröffnete, wurde ein flüssiger Brandbeschleuniger ins Hausinnere gegossen. Dieser floss der Kabelführung nach und verteilte sich. Kabel waren früher stoffummantelt, das dürfte wie ein Docht gewirkt haben.

Einen evtl. vorhandenen Rest oder eine vorher geplante Menge ( um sicher zu gehen ) wurde über´s Dach gespritzt oder gegossen. Hierbei fiel eine Flasche auf´s Dach und verursachte das von Jennie gehörte Geräusch.

Noch während die Flasche auf dem Dach rollte, verließ der erschrockene Kletterer fluchtartig seinen Standort und die Leiter wurde mitgenommen. Ich denke, am unteren Ende der Leiter, wartete mindestens ein Komplize, der Schmiere stand und die Leiter hielt, während der Kletterer den Brand vorbereitete. Daher konnten die mit der Leiter schnell verschwinden.

Die kurzzeitige Aktivität im Haus, die auf den Flaschensturz erfolgt war, legte sich wieder. Die Beleuchtung im Haus hatte tadellos funktioniert, Jennie war nichts aufgefallen.

Währenddessen hatte sich der Brandbeschleuniger hinreichend ausgebreitet. Um das Haus anzuzünden, warfen die Täter jetzt leichte Brandsätze auf die vorbereiteten Stellen. Diese wurden im Haus nicht gehört, aber die Leute wurden dabei gesehen.

The driver of a bus that passed through Fayetteville late Christmas Eve said he had seen some people throwing "balls of fire" at the house.

Das Feuer fraß sich entlang der Kabelführung ins Hausinnere und trat dort in Erscheinung, wo die Kabel wieder zum Vorschein kamen.
the room George used for his office was on fire, around the telephone line and fuse box.
Die möglicherweise entlang der Kabelführungen weiter erfolgte Verteilung des Brandbeschleunigers sorgte für rasche Ausbreitung des Feuers und damit einhergehend für große Hitze. Diese verbrannte die Kinder im Dachbodenbereich bis zur Nichtauffindbarkeit.

Dass doch so viele Sodders dem Brand entkamen, verdankten sie dem leichten Schlaf ihrer Mutter bzw. Ehefrau.

Die Wahl "Feuer" für die angestrebte Auslöschung einer ganzen Familie und das seltsame Verhalten des Fire Chief legen für mich nahe, dass der zumindest mit drin hing.

Die, wenn es denn so abgelaufen ist, wie ich mir vorstelle, geradezu fachmännische Brandstiftung, der nächtliche Umgang mit Leiter und Kabeln, die im Grunde nicht stattfindende Reaktion der Feuerwehr und, last not least die Sache mit der durch den Chief vergrabenen Leber, kommen hinzu.

Dass man den Typen, der angeblich an Weihnachten den Flaschenzug klaute und dazu und deshalb die Telefonleitung kappte, obwohl er eigentlich die Stromleitung im Sinne hatte, wonach zuuuuuufällig die Hütte abbrannte, nicht durch die Mangel drehte, bis es im Polizeirevier keine Schreibtischlampen mehr gab, die man noch auf ihm zerschlagen konnte, zeigt ebenfalls in Richtung einer Kleinstadtverschwörung.

Ein kleines Vergehen ( Diebstahl und Sachbeschädigung ) zuzugeben, um von einem großen abzulenken, nachdem man schon tatzeitnah am Tatort gesehen wurde, ist doch geradezu klassisch.

Auch das weitere Vorgehen, bzw. Nichtvorgehen der offiziellen kann in diese Richtung verstanden werden.
He also tried to interest the FBI in investigating what he considered a kidnapping. Director J. Edgar Hoover personally responded to his letters. "Although I would like to be of service", he wrote, "the matter related appears to be of local character and does not come within the investigative jurisdiction of this bureau." If the local authorities requested the bureau's assistance, he added, he would of course direct agents to assist, but the Fayetteville police and fire departments declined to do so.


Hervorhebung von mir.

Ist jetzt doch etwas länger geworden und beantwortet hoffentlich ein paar Fragen, zumindest wie ich das sehe.

Die Botschaft hinter der Leber krieg´ ich auch noch raus.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 16:20
@Tajna
Tajna schrieb:CO und auch heiße Verbrennungsgase sind nicht schwerer als Luft.Sie steigen also tatsächlich auf, deswegen sterben die Personen in den oberen Stockwerken oft schneller an Rauchvergiftung, als Personen in den darunterliegenden Stockwerken.
Jepp.

@micinima
micinima schrieb:Genau.Deswegen sollst du dich im Falle eines Brandes ja auch kriechend bewegen.
Da warst Du schneller als ich. Ich schreib´ halt immer zwischendurch ein Stück weiter, so wie ich Zeit habe.

Könnte die Brandstiftung, so wie ich sie oben entworfen habe, an so einem Fachwerkhaus funktioniert haben? Vielleicht kannst Du ja Deinen Feuerwehrmann mal drüberlesen lassen, wie ich als Hilfspyromane mir das vorstelle. Nützt ja nichts, wenn ich einen Denkfehler drin habe, den ich als Laie nicht erkenne.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 17:23
@micinima
@Tajna
@Dew
Danke. Ich sollte das eigentlich wissen. Habe mich da blöd verleiten lassen. Sorry.

@Dew
Herzlichen Dank für deine umfangreiche Antwort. Sehr gut überlegt - so hätte es sein können. Macht Sinn. Für mich bleibt da halt noch die Frage, warum Gattin das einigermaßen kleine Feuer nicht sofort löschte (wenn Wasser aus Leitung nicht vorhanden war (warum? Zu der Zeit hatte man fließendes Wasser), dann vielleicht mit Decken, Vorhängen?), sondern erst den schlafenden Gatten weckte, der dann die Söhne weckte etc., etc.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 17:27
@Sonnenschein81

Ist doch kein Problem entstanden.
Sonnenschein81 schrieb:warum Gattin das einigermaßen kleine Feuer nicht sofort löschte..
Ich vermute, sie hat die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Feuer unterschätzt. Es geht rasend schnell.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 17:41
@Dew

Klingt alles sehr einleuchtend. Zumindest der Vater scheint ja ziemlich unbeliebt gewesen zu sein.

Am merkwürdigsten an der Geschichte finde ich ja, dass die Feuerwehr erst nach 8 Stunden kam. Auf eine Feuerwehr, die (auch wenn man die Zeit bedenkt) so wenig effektiv ist, wenn es mal brennt, ist doch völlig nutzlos. Oder fehlte einfach nur das Interesse? Was natürlich noch schlimmer wäre.

Da macht es (leider) tatsächlich noch am meisten Sinn, dass die Familie gar nicht gerettet werden SOLLTE.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 17:52
@Dew

Deine bisherige Analyse des Falls ist ziemlich überzeugend.
Dew schrieb:Eine Gruppe von Leuten hatte was gegen die Sodders. Sie kamen überein, die Familie mittels Brandstiftung auszulöschen.
Ist das nicht ungewöhnlich, dass eine ganze Familie ausgelöscht werden soll - aus Rache?
Dies und der Umstand, dass Sodder als 13-jähriger alleine auswanderte, hatte mich schon vorher darüber spekulieren lassen, ob Sodder nicht möglicherweise vor einer Blutrache-Fehde aus Sardinien floh.


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 18:21
Tajna schrieb:Dies und der Umstand, dass Sodder als 13-jähriger alleine auswanderte, hatte mich schon vorher darüber spekulieren lassen, ob Sodder nicht möglicherweise vor einer Blutrache-Fehde aus Sardinien floh.
Das ist mMn übelste Spekulation. Zu der Zeit, als Sodder auswanderte, war es üblich, Jugendliche zu verschiffen bzw., dass Jugendliche ausgewandert sind. Da jetzt eine VT in Bezug auf Vendetta (Mafia) zu konstruieren, finde ich jetzt in Bezug auf einen 13-jährigen und auf diesen Fall etwas übertrieben


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 19:18
@Tajna
Tajna schrieb:Deine bisherige Analyse des Falls ist ziemlich überzeugend.
Sehr freundlich. Ich halte das für einen möglichen Ablauf, basierend auf den zur Verfügung stehenden Informationen.

An eine "Altlast" aus der Heimat glaube ich eher nicht.
The driver of a bus that passed through Fayetteville late Christmas Eve said he had seen some people throwing "balls of fire" at the house.
"some people", da sehe ich mal mindestens fünf Mann. Die hätten alle für irgendwelche alten sardischen Geschichten ein Haus anzünden sollen?

Auch dass die Brandstiftung, wenn´s eine war, auf irgendwelche Mussolini-Bemerkungen zurückging, halte ich für wenig wahrscheinlich.

Sodder hatte es zu etwas gebracht, Neid, Habgier, Missgunst. Eine lokale Sache.

MfG

Dew


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 20:11
Dew schrieb:Das Haus sollte möglichst schnell abbrennen und es sollte aussehen, als wäre die Elektroinstallation, die George Sodder selbst verlegt hatte, die Ursache.
...
Entlang der Kabelführung, die man von außen leise noch etwas eröffnete, wurde ein flüssiger Brandbeschleuniger ins Hausinnere gegossen.
Ist das nicht hochspekulativ und unpraktikabel?

Falls jemand den Sodders durch Brandstiftung hätte schaden wollen, so gab es bedeutend einfachere Möglichkeiten. Sodder war Fuhrunternehmer und hatte eine kleine Landwirtschaft, mutmaßlich zur Selbstversorgung, mindestens Hühner. Wer ihn wirtschaftlich treffen wollte, der brauchte nur die LKW in Brand setzen. Noch einfacher wäre es gewesen, in Stall oder Scheune Heu oder Stroh anzuzünden. Das brennt wie Zunder, und die Flammen hätten wahrscheinlich schnell auf das Wohnhaus übergegriffen.

Ein Streichholz hätte genügt. Oder eine Kerze.

Wozu also umständlich Brandbeschleuniger über Elektrokabel ins Haus einleiten oder "Feuerkugeln" auf ein blech- oder ziegelgedecktes Dach regnen lassen? Wozu die Sache wie einen technischen Defekt aussehen lassen? Wozu überhaupt Brandbeschleuniger, der zumindest heute kriminaltechnisch feststellbar ist, wenn es doch auch gänzlich ohne geht?


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"The children who went up in smoke" - Die Familie Sodder

20.04.2018 um 23:58
Hallo,Ihr
Ich hab diesen Threat mit grossem Interresse grad eben gelesen.
Aber entweder hab ich`s überlesen,oder es war nicht da.
Hat irgendwer mal gefragt,mit was dieses Holz bearbeitet war?
Da kommen auch heutige Brandermittler schnell mal zu falschen Ergebnissen.
Es gab zum Beispiel für Parkett früher,oder auch heute noch,so Behandlungen
mit irgendwelchen Ölen oder anderen Mittel,die sehr gefährlich waren/sind...
Mir fällt jetzt grad nicht der Name dieser Frau ein,die angeblich ihren alten,pflegebedürftigen Vater
in seinem Haus ermordet haben soll,indem sie sein Haus angezündet hat.
Erst nach Jahren kam raus,dass es keine Brandstiftung war,sondern ein Unfall.
Ihr Schwager hat es nie geglaubt,und hat auf eigene Kosten ständig neue Gutachten erstellen lassen.
Und,tatsächlich,war dieses Holz mit brennbaren Mitteln bearbeitet..
Man hat diese arme Frau erst nach vielen Jahren als unschuldig aus dem Knast entlassen...


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21.04.2018 um 02:24
Sonnenschein81 schrieb:Das ist mMn übelste Spekulation. Zu der Zeit, als Sodder auswanderte, war es üblich, Jugendliche zu verschiffen bzw., dass Jugendliche ausgewandert sind. Da jetzt eine VT in Bezug auf Vendetta (Mafia) zu konstruieren, ...
Mit der Mafia hat das nichts zu tun.
Bei Blutrache können auch Kinder zu Opfern werden, die sich nichts zuschulden kommen ließen.

Blutrache gab es in Sardinien auch noch lange Zeit nach dem Brand bei den Sodders, siehe:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28955625.html


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