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Der mysteriöse Tod des 4-jährigen Jan H.

66 Beiträge, Schlüsselwörter: Sekte, 1988, Hanau, JAN

Der mysteriöse Tod des 4-jährigen Jan H.

26.07.2017 um 08:44
Es ist ein leichtes ein 4 jährigen in einen Sack zu packen. Wahrscheinlich hat er sich gar nicht mehr gewehrt, weil wenn er es getan hätte, was hätte man dann mit ihm gemacht? Außerdem wurde das ja wohl häufiger mal gemacht..... armer kleiner :(


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JamesRockford
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Der mysteriöse Tod des 4-jährigen Jan H.

26.07.2017 um 11:59
Hier eine Zusammenfassung des Bild+ Artikels: http://primavera24.de/exhumierung-eines-jungen-aus-hanau-wirft-fragen-auf/

Die Exhumierung des kleinen Jan aus Hanau wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.

Wie die Bild-Zeitung schreibt, fanden die Ermittler nur wenige Knochen, aber keinen Schädel in dem Grab.
Es ging dabei um die Frage, ob der Junge vor fast 30 Jahren ermordet wurde.


Der Fall werde nun aufgerollt. Im Visier stünden die Pflegeeltern, also die Gründer der Sekte. Alle Pflegekinder seien misshandelt und geschlagen worden.

Was ist wohl unter 'nur wenigen Knochen' zu verstehen? Fehlt außer dem Schädel etwa noch mehr?

Krass.


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26.07.2017 um 21:26
Ich bin sprachlos, was ein schrecklicher fall.


aber was mich nicht loslässt und bislang für mich unbeantwortet blieb:

die stecken ein kind in einen sack (!) und dennoch läst die polizei die eltern unbehelligt?
auch ohne den grausamen tod ist in-einen-sack-stecken eine grausame straftat oder sehe ich das falsch?

wenn da mal seitens der polizei alles mit rechten dingen abgelaufen ist, fress ich nen besen


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26.07.2017 um 21:42
knubbelinchen schrieb:die stecken ein kind in einen sack (!) und dennoch läst die polizei die eltern unbehelligt?
auch ohne den grausamen tod ist in-einen-sack-stecken eine grausame straftat oder sehe ich das falsch?

wenn da mal seitens der polizei alles mit rechten dingen abgelaufen ist, fress ich nen besen
Es ist immer leicht, den Behörden etwas zu unterstellen, ohne genaue Kenntnisse der Sachlage. Die Schilderungen über die Zustände in dieser Sekte wurden doch erst später bekannt, durch Aussteiger. Wahrscheinlich lagen diese Erkenntnisse beim Tod des Jungen deshalb noch gar nicht vor.
JamesRockford schrieb:Was ist wohl unter 'nur wenigen Knochen' zu verstehen? Fehlt außer dem Schädel etwa noch mehr?

Krass.
Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Wenn das wirklich stimmt, dann wirft das wirklich viele Fragen auf. Beerdigt wurde ja wohl damals eine "komplette" Leiche, wo soll der Schädel abgeblieben sein ? Sehr merkwürdig.


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JamesRockford
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02.08.2017 um 20:43
knubbelinchen schrieb am 26.07.2017:die stecken ein kind in einen sack (!) und dennoch läst die polizei die eltern unbehelligt?
auch ohne den grausamen tod ist in-einen-sack-stecken eine grausame straftat oder sehe ich das falsch?
Für mich ist das auch unvorstellbar. Das hat was mit Naivität zu tun.

Mit Sekten kenne ich mich leider ganz gut aus. Eltern, die außer sich sind vor Hilflosigkeit, und die nach und nach ihr Vermögen opfern.

Nach außen hin machen alle Mitglieder einen sehr integeren Eindruck. Sie drücken sich eloquent aus und sind freundlich und nett.

Dass in dem Grab nur ein paar Knochen waren, stand nur in der BILD. Allerdings habe ich auch nirgendwo gelesen, dass die Sektengründer gegen diese Berichterstattung vorgegangen sind.

Wenn es stimmt, was in BILD stand, dann hätte jemand das Grab öffnen müssen und den Schädel und andere Knochen entnehmen müssen. Indizien für Misshandlungen?

Wenn man für sich selbst entscheidet, in einer solchen Glaubensgemeinschaft zu leben, ist das für mich in Ordnung. Nicht mehr in Ordnung ist es, wenn man seine hilflosen Kinder dieser Situation aussetzt.


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03.08.2017 um 13:53
JamesRockford schrieb:Wenn es stimmt, was in BILD stand, dann hätte jemand das Grab öffnen müssen und den Schädel und andere Knochen entnehmen müssen. Indizien für Misshandlungen?
Kann ich mir nicht vorstellen, zumal nicht davon auszugehen war, daß das Kind irgendwann nochmal exhumiert werden würde. Außerdem ist eine solche Grabschändung, bzw. Grabplünderung, auch nicht so einfach. Ich glaube mittlerweile an eine Ente/Fehlinformationen von der BILD.


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10.08.2017 um 15:30
Also mir ist das schon verständlich, dass nur wenig gefunden wurde. Der war doch erst vier. Als meine Großtante den Sohn umbetten lassen wollte, der Anfang der Dreißiger mit zehn verstorben war, und nun eine Autobahn auf dem Friedhof gebaut wurde (Anfang der  1950er, sie selbst ist 1961 verstorben), da sagte der Friedhofsinspektor zu ihr: 'Was wollen Sie da umbetten? Es ist nichts mehr vorhanden', und der war kein unfreundlicher Mensch, und es war allen Angehörigen zugestanden, umzubetten. Sie hat dann nur den Engel von seinem Grab mitgenommen und den Rest ihres Lebens auf dem Blumentisch gehabt, der Kleine blieb im Grab.
Als ich klein war, hat mich diese Geschichte immer sehr verfolgt, besonders, nachdem wir mal mit dem Bus auf der Autobahn gefahren waren ( Stadtautobahn) und meine Mutter irgendwo in der Betonwüste sagte: Hier war das Grab ungefähr. Sie kannte ihn noch als ganz kleines Kind, er war älter als sie, sie hat dann seine Spielsachen geerbt und wurde von dem Onkel und der Tante in den Sommerferien nach Berlin geholt und verwöhnt, da sie nun ohne Kind leben mussten. Eine sehr traurige Geschichte. Aber jedenfalls: Der war schon zehn, lag zehn Jahre weniger im Grab, und trotzdem gab es nichts mehr zum Umbetten.
Dazu kommt: Wenn, wie geschrieben wurde, das Grab eingeebnet war, ist zu vermuten, dass neu bestattet wurde. Das bedeutet, dass der Junge nicht mehr als zusammenhängendes Skelett im Grab lag. Angeblich werden die Toten 'tiefer beerdigt'. Ich kann als eigener Erfahrung sagen: Die baggern die Gräber einfach aus, ohne Rücksicht auf Verluste. Allein auf unserem Friedhof habe ich mehrfach Knochen gefunden, einmal, als Kind, ein Hüftgelenk, das habe ich damals notdürftig eingegraben, weil es im gleißenden Sonnenschein mitten auf dem Weg lag und ich geschockt war. Da krabbelten Ameisen drauf, das weiß ich noch. Einmal ein vorderes Fingerglied, man sah noch, wo der Nagel dran gewachsen war.
Und einmal, nach dem Tod meiner Mutter, holte meine Schwester entsetzt ein halbes Schädeldach beim Pflanzen aus dem Hügel. Meine Mutter liegt im Grab ihrer Mutter. Bis heute kann ich die Bilder meiner Oma nicht ansehen, da ich immer das Schädelteil sehe. ich hatte damals einen anderen Friedhof angerufen, die waren auch entsetzt, dann unserem Friedhof geschrieben, was wir alles (einen Sargggriff, eine zerbrochene Grabbeigabe u.a., bis hin  zum halben Schädel) aus dem Hügel geholt haben, und ich verlangte, dass der Hügel verschwindet, das ist dann auch geschehen.
Ich weiß nicht, ob ich sozusagen moralisch verpflichtet gewesen wäre, die Gebeine meiner Großmutter weiterzuversorgen, aber irgendwie... Kann sein, meine Mutter nimmt mir das im Jenseits übel. Aber andererseits denke ich, sie hat Verständnis dafür. Ich als Privatperson möchte nicht die Knochen meiner Lieben in die Hand nehmen :( Als ich sechs war, wurde das Grab meiner Uroma eingeebnet; sie wollte es verlängern, aber weil es ein Reihengrab von 1945 war, ging das nicht. Ich wollte als etwas schräges Kind damals meine Uroma ausbuddeln und umbetten, das hat sie nicht erlaubt :D, so denke ich: Dass ich irgendwann mit dem Grabhügel die Waffen gestreckt habe, wird sie verstehen.

So. Zusammengefasst: Von dem Kleinen dürfte quasi gar nichts mehr vorhanden gewesen sein, hier wird ja nicht balsamiert. Und bei Neubelegungen wird nochmal zerstört. Ich denke, diese beiden Punkte erklären, warum nur Teile gefunden wurden.


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11.08.2017 um 16:47
@Brunnennöck

Aber all das müsste doch den Ermittlern auch bekannt sein.

Dass das Grab eingeebnet wurde, habe ich anscheinend überlesen.

Wie auch immer, ich finde es auffallend, dass ich in keiner Zeitung mehr etwas finden kann.


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12.08.2017 um 17:20
Hallo James Rockford :)
das wussten die ja auch. Es ist sogar ein Archäologe hinzugezogen worden; das, denke ich, deshalb, um winzigste Knochenreste aufzuspüren. Wäre sonst ja nicht nötig, das mit dem Archäologen, der wurde sehr betont.

Ein anderes Kind war darüber beerdigt worden, das 'wurde mit dem Einverständnis der Eltern bewegt' (muss ja auch furchtbar sein, so eine Anfrage zu bekommen. Mir würde das weh tun, man denkt doch, der Tote wird in seiner Ruhe gestört, obwohl man es selbstverständlich gestattet, um ein anderes Kind genauso liebevoll zu behandeln, sozusagen. Der arme Kleine ist ja gänzlich schutzlos, hat sich ja keiner gekümmert, niemanden hat der Verlust interessiert. Ich war so traurig, als meine Mutter tot war, und nach dem Begräbnis hatte ich irgendwie das Gefühl: jetzt kann sie wenigstens liegen und ausruhen und wird nicht mehr buchstäblich rumgestoßen, ohne sich wehren zu können).

Aber was sollen sie sonst machen, als es zu versuchen- andere Spuren gab es nach Jahrzehnten ja nicht mehr- und einfach zu hoffen, dass zufällig doch das Entscheidende noch da ist, zb ein, keine Ahnung, gebrochener Halswirbel. Kommt ja auch auf den Boden an. Sand 'verzehrt' Knochen geradezu. Wenn das auch noch Sandboden war, dann ist sowieso nichts mehr zu wollen.


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12.08.2017 um 17:29
Ich schau mal, wo das mit dem Archäologen und so weiter stand.
Ich höre auch nichts mehr. Klar, es muss jetzt erst ermittelt werden, aber irgendwas könnten sie doch schon schreiben. Dauert das immer so lange? Ich habe ehrlich gesagt keine Erfahrung- naja, wer hat die schon. Zum Glück.
Das arme Kind... Und andere Eltern hätten es auf Händen getragen, hätten sie es haben dürfen.


P.S.: Hab den Artikel gefunden. Das stand im Spiegel, auch, dass sie noch nicht sagen können, wann Ergebnisse vorliegen werden.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hanau-kinderleiche-wird-29-jahre-nach-tod-wieder-ausgegraben-a-1156291.html

Ich habe es auf einer FB-Seite gefunden, und die verlinke ich mal auch.
https://www.facebook.com/einausstieg/
War am 07.07. gepostet.
Falls das unerwünscht ist, dann löscht den Link bitte, ja? Dankeschön! Ich weiß es nicht, bitte im Voraus um Entschuldigung, flls das nicht so gern gesehen wird (so oft bin ich ja nicht hier, weil ich nur über IE schreiben kann, seltsamerweise. Und ich bin immer mit dem Firefox im Netz, muss dann also den zweiten Browser öffnen).


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JamesRockford
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Der mysteriöse Tod des 4-jährigen Jan H.

12.08.2017 um 18:39
@Brunnennöck


Danke für den Link mit dem Spiegel-Artikel. Der ist mir durch die Lappen gegangen. Ich habe die örtliche Presse durchsucht (Offenbach Post, etc), aber nichts mehr gefunden.

Für die Eltern des darüber beerdigten Kindes muss die Exhumierung schrecklich gewesen sein, denn die letzte Ruhe ist, wie Du so richtig schreibst, die letzte Ruhe.

Der arme Junge. Extrem unterernährt und kaum zu ertragende Verhältnisse bei der Pflegefamilie. Ich frage mich, ob das Jugendamt die Verhältnisse in Pflegefamilien nicht in enger Taktung überprüft. Ein extrem unterernährtes Kind müsste auffallen.


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Der mysteriöse Tod des 4-jährigen Jan H.

12.08.2017 um 19:44
Gern geschehen, lieber JamesRockford!
Mir hat es auch das herz umgedreht. Wie kann man das nur selbst ertragen, so ein kleines Kind so grauenhaft leben zu lassen. Der muss nichts Schönes gekannt haben, nie verwöhnt worden sein oder so. Ja, und wie du sagst... Warum ist der Zustand niemand aufgefallen? Aber die Leute sind ja desinteressiert. Ich hab mal, als mir ein sehr, äh, Gestörter, der uns immer beim Einkaufen vollgequatscht hat, erzählte, dass er seiner gelähmten Frau immer Chlor in die Blase macht 'zum Desinfizieren', rumtelefoniert, und alle haben mich abzuwimmeln versucht. Eine Sozialarbeiterin (von dem Krankenhaus, in dem die Betroffene immer war, wusste ich ja alles, der hat uns fertiggemacht mit dem Vollquatschen) sogar so ganz frech lachend: 'Und? Was erwarten Sie jetzt von mir? Denken Sie ernsthaft, ich zieh mir jetzt die Akte?' Meine Schwester war dabei, die hat zwar immer nen großen Rand, aber wenn 'Obrigkeiten' ihr dumm kommen, kuscht sie. Sie also: 'Nein nein..., und ich 'JA SELBSTVERSTÄNDLICH WERDEN SIE DAS TUN' und so weiter; komisch, da ging es dann, und die betroffene Frau ist wieder stationär aufgenommen worden. Wenn a keiner auf den Tisch haut :( Als ich klein war, sind auch Spielkameraden von mir misshandelt worden und als Erwachsene dann, darauf fußend, 'abgerutscht', wie man so sagt. Den armen Kindern hat niemand geholfen, niemand. Meine Mutter war Lehrerin, auch die hat immer nur gesagt, da könne man nichts machen. Dabei war sie sogar noch eine, die sich an sich gekümmert hat, sie liebte Kinder wirklich abgöttisch; sie hat sich als einzige im Kollegium aufgeregt, als eine Schülerin- es war eine GRUNDSCHULE!- nach Kanada verheiratet wurde, weil der ehemalige Studienkollege vom Papi sie haben wollte. Zwölf Jahre, der Kerl fast sechzig.
Und sie hat sich damit Ärger eingehandelt, es wurde ihr offiziell untersagt, sich da 'einzumischen'. Aber auch sie, wie gesagt- aber gut, das war noch früher, der eine war der Nachbarssohn, der war Jahrgang '56, fast zehn Jahre älter als ich, aber gerne bei uns, bis es ihm verboten wurde (nicht von uns!), und die Eltern waren reiche und einflussreiche SPD-Funktionäre, die mit der Creme der Berliner Politprominenz abhingen. Das war klar, die saßen am längeren Hebel. Sie (meine Mutter) sagte immer: 'Er sah aus wie ein Filmkind, warum haben sie ihn nicht adoptieren lassen, den hätten alle mit Kusshand genommen'. So ein kleiner Heintje war das. Er hungerte, saß in einer dunklen Kammer ohne Fenster, wurde geschlagen, und die Mutter erzählte offen, wie sie versucht hatte, ihn 'loszuwerden', als sie schwanger war. Dann hoffte sie, er werde 'wenigstens ein Mädchen'. Die Hebamme sagte dann: 'ja, ist eins!', sie sei 'so froh gewesen, aber dann erfuhr ich die Wahrheit.'
Der hat bei uns alles gefressen, Radiergummis, die vertrockneten Sachen in den Schachteln des Kaufmannsladens, sogar Kloreiniger. Und als meine Mutter mal Eis rüberschickte, hat man es ihm noch in ihrem Beisein weggenommen und als Nachtisch der Familie gegeben (da war noch ein großer Bruder). Als er tot war (ist mit Mitte Dreißig an Lungenkrebs gestorben, und Mutti lachte noch und erzählte, dass das Krankenhaus sie doch wirklich angerufen hätte, sie sollten mal kommen, er läge im Sterben und sie sei doch nie da gewesen), da sagten sie, sie hätten sich doch sehr gefreut, als sie sahen, dass er wenigstens ein bisschen gespart hätte.
Er war als Jugendlicher straffällig geworden (kein Wunder, er war in 'einer Bande',, war halt ein Familienersatz), hat sich dann selbst wieder aus dem Sumpf gezogen, war Nachtwächter, hat es geschafft, 5000 Mark zusammenzukratzen, weil er so gerne ein Boot wollte. Das Geld haben die Alten kassiert, uns die Katze vom Sohn quasi am Schwanz in die Wohnung geschmissen, und ihn verbrannt und anonym eingescharrt. Als ich weinte, weil er tot war, sagte die Mutter im Hausflur ganz cool, na, das sei doch wohl besser so. Er sei ja schließlich krank gewesen. Ich sagte: 'Er hätte doch auch gesund werden können!' da glotzte sie mich ganz verwundert an.
Von mir hat er weiße Rosen bekommen, und ich habe mir für ihn extra eine neue schwarze Hose genäht. :'( Er hatte ja nur eine kurze Feier vorm Verbrennen, mehr konnten wir nicht tun. Aber selbst meine Mutter, die damals schon krank war und das Haus praktisch nicht mehr verlassen konnte, hat sich mit hingequält. Sie sagte, das sei das letzte Ehren, das sei man ihm schuldig, und sie täte es nicht für die fiesen Alten, sondern für ihn.

Die andere war meine Mitschülerin und Freundin, da waren es die Siebziger. Ich könnte viel schreiben, ist ja aber der Thread für den Kleinen :( Was der alles vom Vater angetan wurde...Mit dem Gürtel geschlagen (sie zeigte mir am Morgen immer die Striemen im Schulklo, einmal war sie eine hinten von oben bis unten buchstäblich mit offenen Wunden bedeckt, und sie sagte nur: 'Heute hat er die Schnalle nach vorne genommen'), ihre Tiere wurden vor ihren Augen ermordet; nachts stand sie weinend vor unserer Tür- ich wohnte kilometerweit von ihr- um sie in Sicherheit zu bringen. Ihr geliebtes Meerschwein, das auf der Straße bei Fuß ging, das konnte sie sich nicht vom Herzen reißen, und das hat er ertränkt, in den Kanal geworfen, während sie schreiend und weinend an seinem Arm hing, mitten in der Nacht, mit vielleicht zehn Jahren. Heute ist sie obdachlos, ich höre nur bestenfalls alle zehn Jahre von ihr, über einen anderen Mitschüler, mit dem ich auch keinen Kontakt habe, aber der sich bei Stayfriends in meiner Liste befindet. Meine Schwester sagt immer verbittert: 'Sie ist kaputtgemacht worden'. Sie hat ihr noch versucht, sie durch die Oberschule zu bringen, aber die war schon zu mutlos und sagte, es habe ja eh alles keinen Zweck. Tja. So werden Kinder zerstört. Und die Lehrer übrigens sind erst recht auf ihr rumgetrampelt, weil sie wussten: hier kann man es machen. Ich saß ja neben ihr, und ich habe bis heute Alpträume. Ich war ja das 'Herrenkind', an mir trauten die sich nicht, sich zu vergreifen. Aber sie... Und weil ich daneben saß, sind sie eben wie der leibhaftige Teufel auch über mir 'runtergestürzt' und haben sie dann durch die Klasse geohrfeigt. Unbeschreiblich. Wie gesagt, bis heute träume ich davon.

Es gab noch mehr überregionale Artikel, um wieder auf den Thread zurückzukommen.
Aus dem Focus:
http://www.focus.de/panorama/welt/juristischer-fall-aus-den-80ern-mordverdacht-leiche-des-vor-29-jahren-verstorbenen-jun...

http://www.focus.de/regional/hessen/kriminalitaet-29-jahre-nach-tod-kinderleiche-ausgegraben_id_7324376.html

Bitte entschuldige. Es ist nur- ich finde das so furchtbar, was einfach nebenbei Kindern angetan wird. Es war ja nicht mal Spaß am Misshandeln, in keinem der Fälle, nicht bei denen, wo ich Zeuge war, und nicht bei dem toten Kleinen.

Damals dachten wir auch nur: das ist das Leben, so ist es einfach. Man nimmt als Kind so viel pragmatisch hin.
Und klar kann man sagen, die beiden, die ich kannte, haben es wenigstens überlebt. Aber, und ich weiß, das klingt furchtbar, ich weiß nicht mal, ob ihnen damit ein Gefallen getan wurde.


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12.08.2017 um 20:00
Oh! Kennst du den Artikel? Schon zwei Jahre alt.

Zu den Ermittlungen 1988 sagt der jetzige Hanauer Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze: „Heute würde man in vergleichbaren Fällen immer eine Obduktion machen.“
Na DAS ist ja doll! Habe nur ich das überlesen, ist das bekannt? Ich hätte gedacht, es sei damals obduziert worden!
Und das hier:
...bei der Justiz werde der Fall durch ein Sektenmitglied vertuscht.
:O

http://www.fr.de/rhein-main/dossier/spezials/hanauer-sektenfall/sekte-in-hanau-alarmsignale-ohne-folgen-a-412498


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JamesRockford
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12.08.2017 um 20:19
@Brunnennöck

Schreckliche Geschichten, über die Du schreibst. Ich kenne auch viele Schicksale, die mich bewegt haben, aber was Du schilderst ist krass.

Ich kenne mehrere Ehepaare, die keine Kinder bekommen konnten, und deswegen ein Kind adoptieren wollten. Denen wurden Knüppel zwischen die Beine geworfen, wo es nur ging. Solche Ehepaare haben keinen finanziellen Vorteil durch eine Adoption, im Gegenteil, aber sie wollen Vater und Mutter sein. Sie wollen ein Kind auf dem Weg ins Leben begleiten.

Auf der anderen Seite gibt es einige Fälle von Pflegefamilien, die nur aus finanziellen ein Kind in Pflege nehmen. Da wird komischerweise nichts überprüft. Ich verweise auf den Fall Pascal aus Saarbrücken, dessen Schicksal bis heute ungeklärt ist. https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13621667/Der-kleine-Pascal-und-die-Hoelle-in-der-Tosa-Klause.html

Und http://www.spiegel.de/panorama/justiz/chantal-m-landgericht-hamburg-verurteilt-pflegeeltern-zu-bewaehrung-a-1016985.html. Die drogenabhängigen Pflegeeltern haben ihr Methadon in der Wohnung rumliegen lassen.

Tante Google gibt noch viel mehr Beispiele hier. Aber das ist OT, nur passt es zu dem Fall.

Was sind das für Verhältnisse? Was sind das für Pflegeeltern?

Ich bin noch relativ nachsichtig mit einem vielleicht unerfahrenen und jungen Arzt, der die Todesursache nicht feststellen konnte. Das ist ja hierzulande leider kein Einzelfall. Aber ein extrem unterernährtes Kleinkind müsste selbst bei einem Laien die Alarmglocken läuten lassen.


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12.08.2017 um 21:01
Ja, JamesRockford. Ich weiß. Wollen Menschen so ein Würmchen aufnehmen, wird sich wer weiß wie angestellt. Mit Dreißig ist man zu alt und so. Meine Mutter hat mich mit 36 erst bekommen, die Mutter meiner Freundin war 42. Und wie habe ich meinen Opa geliebt, und er mich. Ist es wirklich besser, da lieber Kinder im Heim zu lassen?
Und wie gesagt: Wenn dann Misshandlungen passieren, kümmern sie sich ja auch nicht. Dass es also große Sorge ums Kindeswohl ist, was die zuständigen Stellen so ein Theater machen lässt im Falle Adoption; ich weiß es nicht. Gerade bei Leuten mit gewisser Funktion ist es ja auch oft die Lust daran, Macht zu haben.
Richtig, unfassbar, wohin Kinder dann aber im umgekehrten Falle gegeben werden. An die Kleine aus Hamburg denke ich oft. Oder Carolina, die von den Eltern nach ewigen Misshandlungen sterbend in die Krankenhaustoilette gelegt wurde, oder Yagmur. Oft sind die Kinder vorher bei liebenden Pflegeeltern gewesen, wurden da wieder rausgerissen, weil es ja billiger ist, sie den Eltern zurückzugeben. Auch wenn da bereits misshandelt worden ist. Aus den USA kenne ich einen Fall von einem Säugling ('Baby Brianna', die sah wirklich aus wie so ein Reborn-Babypüppchen, unfassbar süß- aber egal, und auch, wenn sie krank gewesen wäre, das macht natürlich keinen Unterschied :(  ) die Kleine ist von der gesamten Sippe misshandelt und missbraucht worden, und als sie nach fünf Monaten endlich tot war- es gab keine unverletzen Zentimeter mehr an ihr, fand sich nicht nur kein einziges Spielzeug, es gab vielmehr nicht mal ein Foto.
Da haben sich im Internet Leute gefunden (ich erinnere mich gut, konnte damals noch nichts bearbeiten, aber war sozusagen dabei), die aus dem Autopsiebild die Hämatome und so rausretuschiert haben, damit man wenigstens ein Andenken an sie machen kann.
Das Unfassbare: Die Sippschaft hat das Grab des Kindes (das nicht sie, sondern die Gemeinde errichtet hat, sie wollten nicht mal das tote Kind abholen, um es zu begraben)  jetzt in einen 'Käfig' gesetzt, weil sie nicht will, dass Blumen abgelegt werden. Was soll man bloß von solchen Leuten halten.

https://ripeace.wordpress.com/2013/01/17/the-worst-case-of-child-abuse-in-us-history-the-murder-of-baby-brianna/

Ich habe leider auch keine Kinder, weil in dem Zeitraum, als ich welche bekommen hätte, bei mir Trauer um den toten Freund angesagt war, der sich völlig unerwartet umgebracht hat. Ich denke immer, wie du schon sagst, wie lieb man sein Kind hätte, und wie unfassbar böse andere mit dem ihnen anvertrauten Geschenk, einen kleinen Menschen großziehen zu dürfen, umgehen.
Ich hab Kinder gern, und klar können Kinder nerven, aber das ist es ja nicht mal, für gewöhnlich sind die durch Misshandlung gestorbenen Kinder sowieso schon ganz geduckt.
Bei Riley Ann Saywers ('Baby Grace'; als man sie weggeschmissen in einer Werkzeugkiste fand- diese Kreaturen haben sie noch den ganzen Sommer im Schuppen rumzustehen gehabt, ehe sie sie ins Meer warfen-, war der Name unbekannt, und nur die Anfrage der Großmutter und Bitte um DNA-Untersuchung hat ihr den Namen zurückgegeben- und ihrer Familie, dem Vater, der Groß-Urgroß-Ururgroßmutter, dem Onkel usw das Herz gebrochen) war z.B. der Grund, dass sie mit ZWEI JAHREN noch nicht hinter jedem Satz 'Ma'm' oder 'Sir' sagte- aber vermutlich einfach in Wahrheit, dass sie ja aus einer früheren Beziehung kam.
Die war verhätschelt und angebetet und umgeben von Liebe aufgewachsen, bis ihre Mutter sie rausriss, und dort im neuen 'Zuhause' durfte sie nicht mal mehr um einen Keks bitten und so. Die ist nicht im Affekt gestorben, der nette Herr Stiefvater hat sich extra nen Tag freigenommen, um sie 'zu disziplinieren', und man legte zwischendurch Pausen zur Erholung ein.

Es tut mir leid für die Kinder, deren 'Fälle' du kennst, und dass du das erlebt hast. :'(


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12.08.2017 um 21:25
@Brunnennöck

Ich glaube, wir könnten uns hier seitenweise austauschen. Vielleicht sollten wir einen Extrathread aufmachen. Ich kenne einen Fall eines Mädchens, welches mit 3 noch nicht laufen konnte, weil die Mutter den ganzen Tag im Bett vor laufendem Fernseher lag. Das Kind wurde von Vater missbraucht, wenn er ausnahmeweise nüchtern war. Die Hüften des Kindes waren vollkommen verformt durch das ständige Sitzen im Bett.

Alle drei Kinder wurden schließlich von der Mutter dem Jugendamt übergeben. Die Kleine kam bei einer Freundin von mir unter. Sie wurde wie ein eigenes Kind behandelt. Sie lernte laufen. Sie lernte, regelmäßig zu essen. Sie sagte 'Mama' zu meiner Freundin. Dann kam die leibliche Mutter nach Jahren auf die Idee, ihre Kinder zurückhaben zu wollen. Die Kinder wurden vom Jugendamt nachts ohne Vorwarnung aus den Betten gezerrt. Was aus ihnen geworden ist, weiß niemand.

Ich verstehe nicht, was da in den Behörden vorgeht. Pflegekinder werden Drogenabhängigen überlassen, die mit dem Geld ihre Drogen finanzieren.

In dem vorliegenden Fall machten die Pflegeeltern wahrscheinlich einen guten Eindruck. Dass sie ihr Christentum nicht so ausleben, wie es sein sollte, sieht man auf den ersten Blick vielleicht nicht. Aber man spricht von Pflegekindern. Es müssen also neben dem kleinen Jan noch andere Pflegekinder in der Familie gelebt haben. Auf den zweiten Blick hätte aber klar sein müssen, dass zumindest Jan mangelernährt ist. Da hätte man einschreiten müssen.


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12.08.2017 um 23:01
@Brunnennöck

bitte bleib doch beim Thema, deine privaten Geschichten interessieren mich nicht.


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12.08.2017 um 23:07
@Ventil

Ich verstehe Deinen Einwand, aber die privaten Geschichten stehen natürlich auch im Kontext eines sehr denkwürdigen Verwaltungsapparates, in dem Pflegekinder an Familien gegeben werden, die für die Pflege Geld kassieren, deren Fürsorglichkeit aber nicht überprüft wird, so we hier im vorliegenden Fall.

Hier wurde offenbar nicht überprüft, ob es dem kleinen Jan gut geht.

Man kann auch übrigens über Beiträge hinweglesen, die einen nicht interessieren. Man kann sich auch inhaltlich einbringen, wenn man das mag. Gerne freue ich mich über additive Beiträge von Dir.


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fauchi
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12.08.2017 um 23:14
@Ventil
die privaten erfahrungen von @Brunnennöck
zeigen deutlich auf des eben nicht nur in diesem fall des amt nicht richtig hingeschaut hat.
da tun sich regelrecht abgründe auf u. man erkennt,des es eben nicht unmöglichen ist vom system quasi vergessen zu werden.

eigentlich ist es unvorstellbar,aber anscheinend passiert(e) es recht oft.


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12.08.2017 um 23:28
fauchi schrieb:die privaten erfahrungen von @Brunnennöck
zeigen deutlich auf des eben nicht nur in diesem fall des amt nicht richtig hingeschaut hat.
@fauchi

Sehe ich auch so. Ich könnte die Aufzählung von @Brunnennöck über Seiten ergänzen. In dem vorliegenden Fall wurde jedenfalls nicht hingeschaut. Ein extrem unterernährtes Kleinkind wäre dem Jugendamt aufgefallen. Von dem Arzt, der die Sterbeurkunde ausstellte, ganz zu schweigen.


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