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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

219 Beiträge, Schlüsselwörter: Christian Morgenstern
AVIOLI
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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 14:05
Der 20 jährige Christian studierte Landschaftsarchitektur und Umweltplanung in Bernburg und war seit kurz vor Weihnachten 2018 bei seinen Eltern im sächsischen Leisnig zu Besuch.

Er verschwindet in der Silvesternacht 2018/2019.

Zuvor hatte er mit Freunden ab dem 28.12.2018 eine mehrtägige Lan Party gefeiert – Entfernung zu seinem Elternhaus in etwa 7-8min Fußweg.Gegen 18 Uhr am 31.12. kommt Christian kurz nach Hause und macht sich für die Silvesterfeier gleichen Ortes fertig. Die Feier verlässt er überraschend und auffällig hastig gegen 3:45 Uhr mit seiner Sporttasche. Er gibt an nach Hause zu wollen und wartet auch nicht auf 2 junge Frauen mit denen er eigentlich ein Stück des Weges gemeinsam gehen wollte.

Am darauffolgenden Tag gegen 9:00 Uhr bemerkt erstmalig ein Passant auf der Fußgängerbrücke über dem Fluß Mulde eine Jacke . Gegen 11.30 Uhr wird ein weiterer Passant auf die Jacke aufmerksam. Er nimmt die Jacke und darunter befindliche weitere Kleidungsstücke sowie Ausweispapiere , Gesundheitskarte ect. mit zu sich nach Hause. Ihm fällt dabei auf daß die Jacke - obwohl es in der Nacht geregnet hatte - nicht sonderlich nass ist.

Gegen 12:30 Uhr bemerkt Christians Vater die Sporttasche von Christian - welche er mit zur Party hatte- im elterlichen Carport – er geht davon aus daß Christian noch schläft.

Gegen 12:45 Uhr verständigt jener Passant der Jacke , weitere Kleidungsstücke & Papiere an sich genommen hatte die Eltern. Er beschreibt den Eltern wie er die Gegenstände vorgefunden hat. Christians Smartphone , Geldbörse sowie EC Karte fehlen.

Die Eltern machen sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Christians Bett scheint unbenutzt und er ist weder telefonisch erreichbar noch wissen seine Freunde etwas über seinen Verbleib.

Christians Eltern begeben sich auch zur Fußgängerbrücke und verständigen von dort aus die Polizei.

Die Polizei sieht keinen konkreten Anfangsverdacht auf eine Straftat und geht zunächst von einem normalen Vermisstenfall aus , daher werden am Fundort von Jacke , ect. und Papieren keine spurensichernden Maßnahmen durchgeführt und auch eine Funkzellenauswertung wird nicht veranlasst. Es wird lediglich versucht Christians Smartphone zu orten.

Die Ortung ergibt : letzter Standort des Gerätes in einer Funkzelle die den Bereich der Fußgängerbrücke auch abdeckt um 4:21 Uhr.

Die polizeiliche Suche nach Christian beginnt - zunächst im Bereich bis hin zum etwa 350 Meter entfernten Wasserwerk mit einem Wehr.

Die Beamten haben sich laut Aussage der Eltern recht schnell auf einen Suizid oder Unfall festgelegt. Obwohl es aus Sicht der Angehörigen und Freunde keinerlei Hinweise auf Suizidgefährdung gab und die Auffindesituation von Christians Habseligkeiten für sie eher in Richtung eines Verbrechens deutete.

Am 7.1.2019 stellen die Eltern daher Strafanzeige wegen des "Verdachts einer Straftat gegen Leben und Gesundheit von Christian Morgenstern" um Ermittlungen in eine andere Richtung anzustossen.

Es kommt daraufhin zu Vorermittlungen .

Mitte Januar – Im Zuge dieser Ermittlungen stellt sich heraus daß der Kontostand von Christians Ausbildungskonto über das er ab 2016 verfügen konnte von ehemals 10500 € auf 1,30 € gesunken war. Und das obwohl seine Eltern ihm monatlich Geld überwiesen haben und er eigentlich als sparsam gegolten hat.

Anhand der Rechnung des Mobilfunkanbieters findet der Vater heraus daß Christians Smartphone am 1.1.2019 noch bis 7:32 Uhr eine Datenverbindung hatte.

Am 6.02.2019 gegen 10:30 Uhr wird Christians Leichnam 15km flussabwärts aus der Mulde geborgen.Mit ihm sein Smartphone.

Die Geldbörse und die EC Karte fehlen nach wie vor. Zusätzlich fehlt auch noch Christians Armbanduhr.

Die Obduktion des Leichnams ergibt keinen Hinweis auf Fremdverschulden , der festgestellte Todeszeitraum ist der 1.1.-2.1. und passt somit zum Zeitpunkt des Verschwindens , es werden keine Drogen und wenig Alkohol festgestellt. Man ging nun vielmehr von einem Suizid aus.

Die Eltern sind hiervon nach wie vor nicht überzeugt und fragen sich ob Christians Körper wenn er von der Fußgängerbrücke aus 7,30m Höhe in bis zu 2,80m tiefes Wasser gesprungen wäre nicht feststellbare Verletzungen hätte aufweisen müssen.Zudem befindet sich zwischen der Brücke und dem Auffindeort der Leiche in 350m Entfernung ein Wehr welches vermutlich nur bei Hochwasser für einen Leichnam überwindbar gewesen wäre.Hochwasser gab es erst 2 Wochen nach Christians verschwinden die intensive Suche in diesem Bereich blieb bis dahin erfolglos.

Die Eltern erfahren durch die Polizei daß man über eine Ersatz-Sim für Christians Smartphone alte Textnachrichten ab 2015 abrufen konnte in denen es sich immer wieder um Drogen drehte.

Christians Leiche wurde zur Beerdigung freigegeben.

Die Trauerfeier fand Anfang März in Leisnig statt.

Nachdem die Eltern nun über einen Anwalt Akteneinsicht nahmen taten sich zusätzliche Widersprüche zur Suizid- Theorie der Ermittler auf.

Am 1.1.2019 um kurz nach 10:00 Uhr versuchte laut Akten jemand das Passwort von Christians Apple – Account zurückzusetzen .

Am 2.1.2019 und am 7.1.2019 soll sich das Smartphone kurzzeitig im Empfangsbereich des hauseigenen Wlan der Familie befunden haben.

https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/leisnig--christians-eltern-quaelt-die-frage--wie-ihr-sohn-ums-leben-kam-87230...

Die Ermittlungen im Todesfall Christian Morgenstern sind noch nicht abgeschlossen.

Stand 15.05.2019

https://www.lvz.de/Region/Doebeln/Leisnig-Toetungsdelikt-Christian-Morgenstern-Akte-wieder-bei-der-Polizei
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz gibt die Akte zum Todesfall Christian Morgenstern wieder an die Polizei: Das Mobiltelefon rückt ins Zentrum der Nachforschungen.
Zum Todesfall Christian Morgenstern laufe noch immer ein Ermittlungsverfahren zu einem ungeklärten Tötungsdelikt
Was denkt ihr ?

Suizid ? Unfall oder gar Mord ?


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14.06.2019 um 15:00
AVIOLI schrieb:Mitte Januar – Im Zuge dieser Ermittlungen stellt sich heraus daß der Kontostand von Christians Ausbildungskonto über das er ab 2016 verfügen konnte von ehemals 10500 € auf 1,30 € gesunken war. Und das obwohl seine Eltern ihm monatlich Geld überwiesen haben und er eigentlich als sparsam gegolten hat.
Die Geldtransfers ob bar oder unbar sollten sich doch zurückverfolgen lassen. Ebenfalls müsste man den Chat-Partner ermitteln können.


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 15:38
Hallo zusammen.

Ich habe mir die Sachen mal durchgelesen. Dazu muss ich mich erstmal äußern und dann gehe ich auf den Rest ein:
OneEightSeven schrieb:AVIOLI schrieb:
Mitte Januar – Im Zuge dieser Ermittlungen stellt sich heraus daß der Kontostand von Christians Ausbildungskonto über das er ab 2016 verfügen konnte von ehemals 10500 € auf 1,30 € gesunken war. Und das obwohl seine Eltern ihm monatlich Geld überwiesen haben und er eigentlich als sparsam gegolten hat.

Die Geldtransfers ob bar oder unbar sollten sich doch zurückverfolgen lassen.
Das ist nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Öffentliche Geldautomaten, wie sie vor Banken oder in größeren Geschäften, etc. stehen, sind so gut wie nie kamera-überwacht. Sonst werden auch Leute gefilmt, die nicht den Geldautomaten benutzen. In größeren Städten ist bei solchen Automaten ein leichtes, in der Menge wieder unter zu tauchen.
Außerdem ist die deutsch-polnische Grenze nur ein paar Stunden entfernt. Also gar nicht so schwer, eine größere Summe abzuheben, ohne Spuren zu hinterlassen. Höchstens die Bargeld-Summen können dann noch nachvollzogen werden.


Da in seinem Smartphone Nachrichten gefunden wurden, in denen es um Drogen geht, liegt ein Verbrechen nahe. Aber da wird die Polizei schon ermittelt haben. Wie schon geschrieben, die Grenze nach Polen liegt relativ nahe und es wäre einfach, dort Drogen zu besorgen und nach Deutschland zu schmuggeln.

Mich wundert nur, dass die Klamotten an einer Brücke gefunden wurden. Und warum der erste "Entdecker" die Sachen hängen gelassen hat und der zweite "Entdecker" sie mit nach Hause genommen hat und sich erst später mit den Eltern in Verbindung gesetzt hat. Der Perso scheint ja noch da gewesen zu sein. Da würde ein Finder zuerst nachgucken bzw. suchen.


Soviel dazu von mir. Wenn mir noch was einfällt, kommt ein Nachtrag.


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14.06.2019 um 16:04
p-ros schrieb:Das ist nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Öffentliche Geldautomaten, wie sie vor Banken oder in größeren Geschäften, etc. stehen, sind so gut wie nie kamera-überwacht. Sonst werden auch Leute gefilmt, die nicht den Geldautomaten benutzen. In größeren Städten ist bei solchen Automaten ein leichtes, in der Menge wieder unter zu tauchen.
Außerdem ist die deutsch-polnische Grenze nur ein paar Stunden entfernt. Also gar nicht so schwer, eine größere Summe abzuheben, ohne Spuren zu hinterlassen. Höchstens die Bargeld-Summen können dann noch nachvollzogen werden.
Es geht ja vordergründig erstmal darum, was wann wo abgehoben oder überwiesen wurde.

Bei Barabhebungen am Automat muss man sich dann anschauen ob es dazu Filmmaterial gibt und ob ein Bewegungsprofil für diese Tage erstellt werden kann.


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14.06.2019 um 16:09
@OneEightSeven
@p-ros

die Sache mit dem Geld auf dem Konto und die Drogengespräche finde ich persönlich gar nicht so relevant.

Der Zeitraum in dem das Geld vom Ausbildungskonto verschwinden konnte ist ab 2016 immerhin ca 3 Jahre lang - da könnte man 10500 € mit Party und Drogen ( Gespräche der Art liegen seit 2015 vor ) + einem ausschweifenden Lebensstil doch sicherlich heimlich verprasst haben.

Ich konnte bisher nirgendwo etwas dazu finden das kurz vor dem Verschwinden ein oder mehrere große Beträge vom Konto abgeräumt worden sein sollen.

Zudem scheint in diesen Gesprächen eher die Rede von kleinen Mengen für den Eigenbedarf gewesen zu sein.


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14.06.2019 um 16:25
Stand 12.2.2019 eine Woche nach dem Leichenfund war folgender

https://www.lvz.de/Region/Doebeln/Kerzen-fuer-den-toten-Morgi-Polizei-nach-Leichenfund-am-Ende-Familie-noch-lange-nicht
Die Polizei gibt zum Fall Morgenstern keine Informationen mehr heraus - weil es Suizid sein soll. Letzteres sehen viele andere Menschen anders, die ihn zuletzt erlebt haben.
Warum nur hatte man sich in diesem Fall so schnell derart auf einem Suizid festgebissen ?

Aktuell wird wieder weiter ermittelt.

Mir fällt kein schlüssiges Szenario ein wie das ein Suizid in der Silvesternacht gewesen sein könnte ?


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14.06.2019 um 16:46
https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/leisnig--christians-eltern-quaelt-die-frage--wie-ihr-sohn-ums-leben-kam-87230...
Die Wahrheit. Sie scheint weiter entfernt denn je, als Dirk und Susan Morgenstern über ihren Anwalt einige Wochen später endlich Einblick in die Akte nehmen können. Sie erfahren, dass am 1. Januar kurz nach zehn Uhr eine unbekannte Person versucht hat, das Passwort von Christians Apple-Account zurückzusetzen und somit Zugriff auf seine gesamte Kommunikation zu bekommen. Zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht einmal die Familie wusste, dass er vermisst wird.

Noch unglaublicher: Offenbar bereits im Januar hat die Polizei ermittelt, dass sich Christians Handy am 2. und am 7. Januar für kurze Zeit im Empfangsbereich des familieneigenen WLANs befunden hat. Dass sich also jemand mit dem Handy des Toten, das einen Monat später mit ihm aus dem Fluss gezogen wurde, in der Nähe ihres Hauses aufgehalten hat. Wie kann das sein?

Wer war das? Und wie kam das Handy dann später wieder zu der Leiche?
wenn das so stimmt frage ich mich wie sich die Ermittler diesen Umstand im Zuge eines Suizides erklärt haben ???


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14.06.2019 um 16:54
AVIOLI schrieb:Warum nur hatte man sich in diesem Fall so schnell derart auf einem Suizid festgebissen ?

Aktuell wird wieder weiter ermittelt.

Mir fällt kein schlüssiges Szenario ein wie das ein Suizid in der Silvesternacht gewesen sein könnte
Das finde ich auch sehr komisch. Wäre er von der Brücke gesprungen hätte er massive Verletzungen haben müssen. Bei einem Suizid müsste man doch die Todesursache feststellen können! Da er die Party hastig verließ denke ich an ein Verbrechen


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14.06.2019 um 17:13
Das verschwinden von Christian war Anfang des Jahres Thema im Thread "Aktuelle Vermisstenfälle". Schon da fande ich das mit der Jacke sehr merkwürdig. Die Jacke soll ja nicht nass gewesen sein, obwohl es die ganze Nacht geregnet hatte.

Und wenn das jetzt so stimmt:
Nachdem die Eltern nun über einen Anwalt Akteneinsicht nahmen taten sich zusätzliche Widersprüche zur Suizid- Theorie der Ermittler auf.

Am 1.1.2019 um kurz nach 10:00 Uhr versuchte laut Akten jemand das Passwort von Christians Apple – Account zurückzusetzen .

Am 2.1.2019 und am 7.1.2019 soll sich das Smartphone kurzzeitig im Empfangsbereich des hauseigenen Wlan der Familie befunden haben.
https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/leisnig--christians-eltern-quaelt-die-frage--wie-ihr-sohn-ums-leben-kam-87230...

verstehe ich es wirklich nicht, dass so schnell von einem Suizid ausgegangen wurde.
Da gibt es doch wirklich viele Widersprüche. Nun scheinen ja wieder Ermittlungen aufgenommen worden zu sein.. Nur hoffentlich ist es jetzt nicht zu spät um überhaupt noch was herauszufinden. Ich persönlich glaube auch nicht an Suizid.


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14.06.2019 um 17:19
Carole60 schrieb:Wäre er von der Brücke gesprungen hätte er massive Verletzungen haben müssen.
Was meinst du mit massiven Verletzungen ?
Carole60 schrieb:Bei einem Suizid müsste man doch die Todesursache feststellen können!
am 12.2. teilte man mit man würde die Todesursache in Suizidfällen generell nicht öffentlich mitteilen.

am 15.05. im Zuge der wieder aufgenommenen Ermittlungen heißt es dann die Todesursache sei weiterhin unklar.

Ich vermute man konnte die Todesursache nicht mehr eindeutig feststellen.
BlueLagoon schrieb:Da gibt es doch wirklich viele Widersprüche.
ja das finde ich auch .


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14.06.2019 um 17:31
@Carole60

https://www.lvz.de/Region/Doebeln/Leiche-freigegeben-Christian-Morgenstern-ohne-Wunden-wie-bei-Sturz-aus-grosser-Hoehe
Leisnig
Die Rechtsmedizin hat den Leichnam von Christian Morgenstern zur Bestattung freigegeben. Für den Abschluss der rechtsmedizinischen Untersuchung fehlt jedoch noch der histologische Befund. Der Zustand des Körpergewebes wird dabei untersucht. Ebenso offen ist das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung, also, welche Gifte sich im Körper befinden.

Fest steht: Außer ein paar Schürfwunden gibt es keine Verletzungen. Und auch keine, die auf einen Sturz aus großer Höhe in ein relativ flaches Flussbett deuten.
laut Stern Artikel war die Sprunghöhe von der Brücke 7,30m hoch und das Flussbett an der Stelle max. 2,80m tief.Welche Art Verletzungen wären da üblicherweise zu erwarten ?


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14.06.2019 um 17:49
Was ist wenn Christian überhaupt nicht auf der Brücke verschwunden ist und man nur seine Sachen dort drapierte um den Anschein eines Unfalls oder Suizides zu erwecken ?

14.1.

es ist möglich daß eine Überwachungskamera Christian auf einem Rewe Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus der Eltern aufgezeichnet hat - nachdem er die Sporttasche zu Hause abgestellt hatte.

https://www.lvz.de/Region/Doebeln/Verschwundener-Christian-Morgenstern-Ueberraschend-Zeigt-Video-anderen-letzten-Aufenth...
Die Eltern des vermissten Christian Morgenstern glauben nicht, dass ihr Sohn von der Fischendorfer Brücke verschwand. Ein Video von der Außenkamera eines Gebäudes deutet jetzt auf einen ganz anderen letzten Aufenthaltsort hin. Der Anwalt der Familie zeigte ein Gewaltverbrechen an. Wann beginnt die Staatsanwaltschaft zu ermitteln?
Überraschendes Video vom Supermarktparkplatz
Ein Video stärkt nun seine These, sein Sohn sei etwa gegen 4 Uhr in der Umgebung des Wohnhauses verschwunden. Aufgenommen wurde es von einer Außenkamera vom Rewe-Markt. Um 4.05 Uhr passiert ein Mann zu Fuß den Kamera-Bereich.

„Er hält ein Handy in der linken Hand. Es ist angeschaltet, was am leuchtenden Display zu erkennen ist“, sagt Dirk Morgenstern. Für die Eltern ist es von größter Wichtigkeit, dass die Polizei das Video vom Rewe-Parkplatz auswertet.
Es bestärkt ihn in der Annahme, dass sein Sohn am Neujahrsmorgen, nachdem er etwa 4 Uhr seine Tasche zu Hause abgestellt hatte, gar nicht zur Fischendorfer Brücke ging. „Das Gartentor auf der hinteren Grundstücksseite stand offen. Wir alle nutzen diesen kürzesten Weg über eine Gasse bis zum Rewe-Markt. Er dauert drei bis vier Minuten.“

Diese Zeit reicht nicht bis zum Fluss. Doch nur den Weg zum Fluss ließ die Polizei bisher mit Personenspürhunden absuchen.


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14.06.2019 um 19:10
p-ros schrieb:Da in seinem Smartphone Nachrichten gefunden wurden, in denen es um Drogen geht, liegt ein Verbrechen nahe
Das gleiche Argument kann aber auch die Suizidthese stützen.
p-ros schrieb:OneEightSeven schrieb:
AVIOLI schrieb:
Die Geldtransfers ob bar oder unbar sollten sich doch zurückverfolgen lassen.
Das ist nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Öffentliche Geldautomaten, wie sie vor Banken oder in größeren Geschäften, etc. stehen, sind so gut wie nie kamera-überwacht.
Wie das Geld abgehoben wurde und durch wen ist für den Ansatz gar nicht so interessant.
@OneEightSeven wollte vermutlich eher darauf hinaus, dass es ganz einfach sein müsste nachzuvollziehen über welchen Zeitraum das Geld verschwunden ist und in welchen "Stückelungen".

Das ist mit Sicherheit ermittelt wurden, also dürfen wir wohl davon ausgehen, dass das zu den Dingen gehört, die absichtlich nicht an die Öffentlichkeit verfüttert wurden.
AVIOLI schrieb:Warum nur hatte man sich in diesem Fall so schnell derart auf einem Suizid festgebissen ?
Sich an etwas "festbeissen" ist natürlich immer schlecht aber bei den Hinweisen Suizid in die engere Auswahl der möglichen Ursachen zu nehmen ist ist definitiv sinnvoll.
Wenigstens wurde sich nicht auf Suizid festgelegt, das ist immerhin etwas.
AVIOLI schrieb:Sie erfahren, dass am 1. Januar kurz nach zehn Uhr eine unbekannte Person versucht hat, das Passwort von Christians Apple-Account zurückzusetzen und somit Zugriff auf seine gesamte Kommunikation zu bekommen.
Das kann ja theoretisch auch Christian selbst gewesen sein, über das Zurücksetzen an Passwortdaten zu kommen ist ja immerhin etwas, das je nach dem wie das geschützt ist zumindest Zugang zu einem bestimmten Emailaccount voraussetzt.
Da von einem "Versuch" die Rede ist hat es ja auch offensichtlich nicht geklappt und da werden die Ermittler schon geprüft haben ob in diesen Kommunikationsdaten jemand vorkommt, der ein Interesse daran hat zu erfahren ob dort Hinweise auf die eigene Person auftauchen und dann wurde sicher auch ermittelt ob eine Person auf die das zutrifft im fraglichen Zeitrahmen an einem Verbrechen beteiligt sein könnte.
AVIOLI schrieb:Noch unglaublicher: Offenbar bereits im Januar hat die Polizei ermittelt, dass sich Christians Handy am 2. und am 7. Januar für kurze Zeit im Empfangsbereich des familieneigenen WLANs befunden hat.
Da müsste sich doch eigentlich auch prüfen lassen ob dem wirklich so war oder es sich um einen Fehler handelt.
Dazu müsste das Handy doch eigentlich zu den gleichen Zeiten auch im Mobilfunknetz eingebucht gewesen sein zumindest wäre es auffällig, wenn das nicht der Fall war obwohl in dem Bereich eine gute Netzabdeckung gewährleistet ist.
AVIOLI schrieb:wenn das so stimmt frage ich mich wie sich die Ermittler diesen Umstand im Zuge eines Suizides erklärt haben ???
Haben sie nicht und ja auch offenkundig nicht behauptet, dass dem so sei.
Carole60 schrieb:Das finde ich auch sehr komisch. Wäre er von der Brücke gesprungen hätte er massive Verletzungen haben müssen.
Nicht wirklich.
7,3m Höhe ist soviel nun nicht und 2,8m Wassertiefe sind nu zwar recht wenig um das "aufzufangen", aber "massive Verletzungen" sind bei der Sprunghöhe und Wassertiefe nicht zwingend.
Carole60 schrieb:Bei einem Suizid müsste man doch die Todesursache feststellen können!
Nicht unbedingt.
Zum Einen steht da ja nicht einmal ob die Todesursache nicht bekannt ist oder einfach mal nicht veröffentlicht wurde und zum Anderen ist z.B. Ertrinken in Süßwasser je nach Begleitumständen etwas das bei einer Obduktion wirklich nicht so einfach nachzuweisen ist.

Blöderweise ruiniert die fehlende Plausibilität zwischen Leichenfund und den Sachen auf der Brücke die Suizidtheorie und die von einem Verbrechen gleichermaßen.
Wenn ein oder mehrere Täter sich mutwillig gegen den Versuch Kleidung und Co zu beseitigen entschieden haben, sondern mit der Auffindesituation dieser Gegenstände einen Suizid inszenieren wollten, dann ergibt es nicht viel Sinn die Gegenstände dort so sorgfältig zu drappieren, aber die Leiche nicht einfach von der Brücke zu werfen um ein stimmiges Bild zu erreichen.

Wenn die Leiche bei dem vorhandenen Wasserstand wirklich nicht von der Brücke zum Auffindeort gelangt sein kann, dann ist die Theorie von nem Verbrechen, dass einen Suizid vortäuscht genauso in Not wie der Suizid selbst.

Leider steht da nur,
Zudem befindet sich zwischen der Brücke und dem Auffindeort der Leiche in 350m Entfernung ein Wehr welches vermutlich nur bei Hochwasser für einen Leichnam überwindbar gewesen wäre.


"Wäre" und "vermutlich" legen nahe, dass niemand mal nen Dummy von der Brücke geworfen und das geprüft hat, sondern, dass genauso wie mit anderen Dingen nur rumgeraten wird.

Ich wünsch den Eltern, dass das noch aufgeklärt wird und sie ihren Frieden damit machen können, dass ihr Sohn sich umgebracht hat, wenn das das abschließende Ermittlungsergebnis sein sollte.

Suizid oder ein Verbrechen wird ja wohl vorliegen, denn wie die bisher veröffentlichten Spuren zu einem Unfall passen sollen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 19:32
Bezüglich der Sache mit dem handy, dass am 1. und 7. angeblich im Haus der Eltern eingeloggt wäre...
Ist doch richtig, dass es sich nicht zwingend um sein Handy gehandelt haben muss, aber seine SIM Karte?
Sein Handy wurde ja bei ihm gefunden, als man seine Leiche fand, tot war er laut der Obduktion ja bereits am Neujahrsmorgen..zumindest am 7. Januar konnte er es selbst definitiv nicht gewesen sein...

Die Frage wäre daher, ob man die genauen Zeiten auch hat, an denen die Karte im WLAN angeloggt oder angezeigt wurde bzw. wer zu dieser Zeit Zugang zum Haus hatte.
Und ob man dafür wirklich im Haus selbst hätte sein müssen oder dies ggf. auch bis ausserhalb des Hauses gereicht hätte?

Es könnte ja jemand entweder sein Handy an sich genommen haben und dann erst später wieder mit der Leiche zusammen entsorgt bzw. abgelegt haben...
Aber dann wäre diese Person schon sehr abgebrüht, mit dem handy von Christian auch noch im Bereich des WLANS der Eltern von Christian rumzulaufen....Könnte ja jemand allein durch Zufall das Handy erkennen..
Oder aber die Person hat nur die SIM Karte entfernt vom Handy und in ein anderes Handy gelegt...würde das WLAN dass dann nicht auch anzeigen, da es nur auf die SIM bezogen die Daten erkennt und nicht ein bestimmtes Handy?

Aber ich konnte auch nirgends was drüber lesen, ob sich die Karte noch im Handy von Christian beim Auffinden der Leiche befand.

Und dann stellt sich mir natürlich die Frage, wieso sollte man damit in der Nähe der Eltern des Opfers (angenommen, es handelt sich um eine Straftat) rumlaufen? Was für einen Zweck hat dies? Oder hoffte man, damit an weitere Daten zu kommen, wenn schon versucht wurde andere Daten herauszufinden, bzw. Passwörter zurückzusetzen, wahrscheinlich , um dann an die Daten zu gelangen..

Brauchte man vielleicht sogar dafür die SIM Karte? Weil dies dann zur Legitimierung gedient hätte, um die Daten zurücksetzen zu lassen?

Bin da leider nicht firm genug drin...Was meint ihr?


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14.06.2019 um 19:55
Fraukie schrieb:Wenn ein oder mehrere Täter sich mutwillig gegen den Versuch Kleidung und Co zu beseitigen entschieden haben, sondern mit der Auffindesituation dieser Gegenstände einen Suizid inszenieren wollten, dann ergibt es nicht viel Sinn die Gegenstände dort so sorgfältig zu drappieren, aber die Leiche nicht einfach von der Brücke zu werfen um ein stimmiges Bild zu erreichen.
da käme es aber auch darauf an wo sich die Leiche zu diesem Zeitpunkt befunden hätte.
Fraukie schrieb:Sich an etwas "festbeissen" ist natürlich immer schlecht aber bei den Hinweisen Suizid in die engere Auswahl der möglichen Ursachen zu nehmen ist ist definitiv sinnvoll.
Wenigstens wurde sich nicht auf Suizid festgelegt, das ist immerhin etwas.
in wie weit sich festgelegt wurde kann man der Kritik der Eltern und den nicht stattgefundenen Ermittlungen Richtung Straftat entnehmen welche erst mit Hilfe eines Anwaltes angestossen werden mussten.
Fraukie schrieb:Leider steht da nur,
Zudem befindet sich zwischen der Brücke und dem Auffindeort der Leiche in 350m Entfernung ein Wehr welches vermutlich nur bei Hochwasser für einen Leichnam überwindbar gewesen wäre.

"Wäre" und "vermutlich" legen nahe, dass niemand mal nen Dummy von der Brücke geworfen und das geprüft hat, sondern, dass genauso wie mit anderen Dingen nur rumgeraten wird.
Da ich über keine Ortskenntnisse verfüge habe ich in meiner kurzen " Zusammenfassung " aus der du zitiert hast das Wort vermutlich gesetzt.

weiteres ist der angegebenen Quelle zu entnehmen - die da nicht so zimperlich wie ich war.

https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/leisnig--christians-eltern-quaelt-die-frage--wie-ihr-sohn-ums-leben-kam-87230...
War die Brücke wirklich der Todesort? Hätte er dann nicht schon in den ersten Tagen zwischen Brücke und Wehr gefunden werden müssen?Hochwasser, das ihn über das Wehr oder die sogenannte Fischtreppe hätte spülen können, gab es erst knapp zwei Wochen nach seinem Verschwinden.
Wer hätte den Dummytest denn deiner Meinung nach durchführen sollen ? Die Eltern ?


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 20:52
Hier kann man sich ein Bild von besagten Wehr bei Tragnitz machen und das sieht schon recht unüberwindlich bei diesem Wasserstand aus.

https://www.lvz.de/Region/Doebeln/Update-Vermisst-in-Leisnig-Polizeitaucher-suchen-am-Wehr-flussabwaerts-bei-Tragnitz


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14.06.2019 um 22:38
AVIOLI schrieb:da käme es aber auch darauf an wo sich die Leiche zu diesem Zeitpunkt befunden hätte.
Das ist richtig, aber die drappierten Gegenstände und die Leiche waren ja zumindest vor Todeseintritt mal am gleichen Ort und jedes Verbringen der Leiche erhöht das Risiko Spuren zu hinterlassen und entdeckt zu werden.
Grade in der Silvesternacht ist das Risiko, als Täter selbst incl genutzter Transportmittel von unwillkommenen Zeugen gesichtet zu werden, die an signifikanten Tagen wie z.B. Silvester auch noch die unangenehme Angewohnheit haben sich an ihre Beobachtungen zu erinnern, sowieso sehr hoch.

Also wenn es nicht einem Zweck dient, dann ist es eher nicht so sinnvoll die Leiche hin und herzubringen und zumindest für einen Einzeltäter wäre das auch logistisch alles Andere als einfach.
Hätte man die Leiche an einem anderen Ort gehabt, dann wusste man, dass sie zur Inszenierung eines Suizides auch in die Nähe dieser Brücke verbracht werden muss.
War die Leiche zu dem Zeitpunkt gar nicht vor Ort hatte der Täter irgendwelche Gründe haben müssen um diese Brücke zu wählen.
In jedem Fall hätte es ja gegolten, das Risiko zu minimieren, dass die Leiche irgendwem weit ab der sorgfältig drapierten Gegenstände ins Auge fällt.
AVIOLI schrieb:in wie weit sich festgelegt wurde kann man der Kritik der Eltern und den nicht stattgefundenen Ermittlungen Richtung Straftat entnehmen welche erst mit Hilfe eines Anwaltes angestossen werden mussten.
Das Angehörige allein den Begriff "Suizid" nicht hören wollen und es am liebsten hätten, wenn dahingehend gar nicht ermittelt wird, einfach weil: "das würde der ja nie tun" ist doch nicht wirklich selten und das dann aus Schmerz und Verzweiflung schnell Empörung wird, wenn die Ermittlungen doch u.A. auch in die Richtung gehen ist auch keine Ausnahme.
Hier sprechen sehr viel mehr Tatsachen dafür, dass Suizid zwar für möglich gehalten, aber keineswegs so zwanghaft in den Fokus geschoben wird wie die Eltern es empfinden.

Der "Anstoß" der Ermittlungen ist dabei zweitrangig, dass Vermisstenfälle volljähriger Personen ihre ganz eigenen Schwierigkeiten mit sich bringen ist ja bekannt, deswegen ist es auch gut, wenn Angehörige hier dran bleiben.
Einfach weil es zwar sinnvoll ist nicht bei jedem Erwachsenen, der mal nicht wie verabredet heim kommt oder sich meldet Ermittlungen los zu treten, aber Aussagen wie wahrscheinlich es ist das jemand sein gewohntes Umfeld verlässt bzw unter welchen Umständen das eher unwahrscheinlich ist ja nur aus dem Umfeld kommen können, egal wie verlässlich/realistisch die nun sind.

Das in diesem Fall nicht schneller ernsthaft ermittelt wurde ist ein Patzer, ich denke mal da sind wir uns alle einig.
Das hätte so nicht passieren dürfen, der "Anfangsverdacht", dass hier nicht irgendein besoffener Partygänger seine Jacke auf der Brücke vergessen hat, hätte hier sehr viel schneller bestätigt werden müssen und entsprechende Ermittlungen in Gang setzen müssen.
Dem Passanten der sich bei der Jacke erst einmal nichts gedacht hat würde ich nu keinen Vorwurf machen, aber dieser Blödmann, der den ganzen Kram eingesammelt und mit heim genommen hat ist definitiv nicht unschuldig an diesem suboptimalem Verlauf und dem sollte man diesbezüglich auch auf die Finger hauen.
Wenn da eine Jacke ist, dann ist es ja ok nachzugucken ob in der Tasche ein Hinweis auf den Besitzer ist, grad am Neujahrsmorgen, wer weiß schon was irgendwelche Leute sich da nachts in Partylaune einfallen lassen.
Aber sobald ihm klar wurde, dass das sehr viel mehr ist als nur eine rumliegende Jacke wäre "Finger weg und Polizei rufen" echt sinnvoller gewesen.
Aber jut, jeder macht Fehler und der hat es ja sehr wahrscheinlich gut gemeint.

Also das das Anlaufen der Ermittlungen viel zu zaghaft war, das würde ich nicht bestreiten.
Aber es weisen eben so einige Tatsachen darauf hin, dass die Ermittler den Fall sehr viel ernster nehmen als die Eltern dies annehmen:

Die Tatsache, dass dieser Fall überhaupt existiert ist nur Eine davon.
Der Fall ist noch als ungeklärtes Tötungsdelikt offen.
Und bei den bisher veröffentlichten Infos liegt nahe, dass die Gründe dafür, dass der Fall nicht geschlossen ist, über den schnöden Fakt, dass man jeden vermeintlichen Suizid als Tötungsdelikt anzusehen hat ehe das Gegenteil als belegt angenommen werden kann, hinausgehen.

Die bisher veröffentlichten Einzelheiten hätten es den Ermittlern durchaus ermöglicht die Akte auch "einfach" als Suizid zuzumachen:
- Auffindesituation von Kleidungsstücken und persönlichen "Papieren"
- Leiche an der es zumindest wenn man die veröffentlichten Infos als Quelle nimmt nichts auf Fremdverschulden hinweist oder es gar belegt
- ein junger Mann, der offensichtlich nicht ganz das Leben geführt hat das sein Umfeld angenommen hat
- Hinweise auf Drogenprobleme und das fehlende Geld
- auffälliges Verhalten des Verstorbenen zumindest an dem Tag der als Todestag angenommen wird.

Würde aufgrund dieser Einzelheiten beschlossen, dass es ein Suizid war, dann wäre der Fall geschlossen und in Deutschland ist es für die Eltern dann ganz schwer auf solch ein Strafverfahren Einfluss zu nehmen, Versuche die "Todesursache Suizid" anzuzweifeln um den Fall wieder zu öffnen hätten also eine eher schmale Aussicht auf Erfolg.

Aber der Fall ist nicht nur noch offen, es werden auch zu einer ganzen Reihe von Dingen von den Ermittlern keine Details an die Öffentlichkeit gegeben obwohl da sicher Einiges bekannt ist.
@OneEightSeven hatte ein gutes Beispiel genannt.
Als aufgefallen ist, dass soviel Geld vom Konto des Verstorbenen weg ist war zeitgleich auch ohne dicken Ermittlungsaufwand ersichtlich, ob das so über einen längeren Zeitraum ausgegeben wurde oder es wenige Bewegungen größerer Summen gab.
Das wissen die Ermittler sicher, es wurde aber nicht veröffentlicht.

Die Angaben der Eltern gegenüber der Presse bzw die Veröffentlichung dieser Angaben könnte die Ermittlungen also durchaus in den Hintern beißen.

Bei einem Suizid plaudert man nicht mehr als nötig aus um den Verstorbenen und dessen Angehörige zu schützen, aber bei einigen dieser Infos lohnt es sich eben auch bei Ermittlungen nach Außen die Schnute zu halten, denn es wäre doch durchaus interessant gewesen was seine Freunde zum Thema Drogen aussagen, bzw ausgesagt hätten, wenn sie gar nicht wüssten, dass dieses Thema bekannt war.
Und säße mal eine Person zu Gast bei den Ermittlern, die als möglicher, Tatverdächtiger ermittelt wurde, z.B. weil, sagen wir mal eine Datenspur von dem Versuch das Passwort zurückzusetzen zu dieser Person bzw in deren direkte Umfeld führt..

Dann wäre es doch schön gewesen, wenn diese Person sich jetzt nicht die tolle Ausrede einfallen lassen könnte, dass der Versuch Einsicht in die Kommunikationsdaten des Opfers darin begründet lag zu prüfen ob sich dort Zusammenhänge zwischen der eigenen Person und irgendwelchen Drogen rauslesen ließen..

Würde es sich um einen Täter handeln, der von den Drogen gar nichts wusste und ggf sogar annahm, dass es bei dem Opfer noch 10 000€ zu holen gibt, dann hätte derjenige sich da um Kopf und Kragen reden können und hat jetzt für die gleichen Nachweise ganz einfache, plausible Erklärungen serviert bekommen.

Wenn die Ermittler bereits zu der Überzeugung gekommen wären, dass die Leiche bei dem Wasserstand nicht ohne "fremde Hilfe" zum Auffindeort gekommen sein kann, dann würden dieser Erkenntnis Berechnungen vorangehen, die es auch möglich machen können ganz gut einzugrenzen wo die Leiche sonst ins Wasser gekommen sein könnte und je nach Strömung usw lässt sich da ggf sogar ein Zeitraum nennen oder ausschließen.

Tjo und nu weiß jeder Idiot, dass die Annahme, dass die Leiche das Wehr überquert haben soll nicht jeden überzeugt hat und kann sich Ausreden und ggf gar nen Alibi besorgen, dass von jeder Verbindung mit anderen verdächtigen Orten und Zeiten wegführt.
AVIOLI schrieb:weiteres ist der angegebenen Quelle zu entnehmen - die da nicht so zimperlich wie ich war.
Sind halt immer noch genug "war das so" und Fragezeichen drin um eine offizielle Quelle ausschließen zu können und damit stellt sich auch wieder die viel wichtigere Frage, ob die Antworten auf diese Fragen ggf absichtlich in er Ermittlungsakte und nicht in der Zeitung stehen.
AVIOLI schrieb:Wer hätte den Dummytest denn deiner Meinung nach durchführen sollen ? Die Eltern ?
Das war nur ein Hinweis darauf, dass die Eltern sich gegen die Theorie ihr Kind hätte Suizid begangen sehr viel mehr wehren als gegen die Ermittlungsergebnisse an sich.

Wenn ich daran zweifeln würde, dass einer meiner Angehörigen von einer Brücke mit der Höhe x in Wasser mit der Höhe y gesprungen sein könnte ohne sich dabei Verletzungen zuzuziehen die am Leichnahm aber fehlen, dann würde ich diese Frage einem Pathologen stellen und nicht der Presse mitteilen, dass ich diese Frage habe.
Wenn ich Zweifel habe, dass die Leiche bei dem vorhandenen Wasserstand das Wehr überwunden hat, dann frage ich jemanden, der sich damit auskennt, der sagt mir dann auch, ob man dass anhand von bereits vorliegenden Daten am Computer klären kann oder ob man dazu warten muss bis der Wasserstand dem bei Christians Verschwinden entspricht um dann den genannten Dummy von der besagten Brücke zu werfen um ein halbwegs sicheres Ergebnis zu bekommen.

Kriege ich W-Lan Verbindungsdaten, die nicht zu den der ermittelten Mobilfunkdaten passen, dann finden sich auch hier kluge Menschen, die helfen können das Rätsel zu lösen.

Das hier sieht aber nicht nach "Rätsel-Lösen" aus, sondern nach Eltern, die "Argumente" dafür sammeln, dass nicht sein kann was nicht sein darf und gar nicht ahnen, dass sie damit gegen die Interessen ihres Kindes arbeiten könnten.
Will man sich selbst und den Rest der Welt davon überzeugen, dass es auf keinen Fall Selbstmord war, dann ist es "sinnvoll" der Presse solche "offenen Fragen" mitzuteilen.
Fragt man Sachkundige, dann kriegt man zwar, anders als wenn man diese Fragen in der Zeitung stellt, fundierte Antworten, aber man muss es eben auch aushalten, wenn die Antworten einem nicht gefallen.

Solange der Fall nicht als "Suizid" abgeschlossen ist wäre es außerdem clever sich ganz genau mit den Ermittlern abzusprechen welche Infos aus welchen Gründen nicht öffentlich sind bzw sein sollten, statt anzunehmen, dass die ja sowieso nicht im Interesse des Opfers agieren.

Egal was passiert ist und wie die Leiche zum Auffindeort kam, sie lag über längeren Zeitraum im Wasser.
Handelt es sich um ein Tötungsdelikt, dann bedeutet das u.A., dass so mancher Beweis der hilfreich wäre um den oder die Täter zu überführen einfach mal weg ist, sollte also bei den Ermittlungen ein Hinweis auf ein Verbrechen auftauchen, dann müssen die Ermittler sich verdammt gut überlegen wie sie diesbezüglich vorgehen möchten.

Ich sehe hier in erster Linie trauernde, verzweifelte Eltern, die bei dem Versuch alles vorzubringen, das dagegen spricht, dass ihr Kind sich selbst das Leben genommen hat Gefahr laufen dem Täter das Davonkommen mit einer Straftat erheblich zu erleichtern, wenn sie Recht haben sollten.

Am Ende könnte im schlimmsten Fall ein Mörder davonkommen, weil trauernde Angehörige mit allen Mitteln dagegen ankämpfen wollen, dass "die Ermittler sich auf "Suizid festlegen" ohne dabei hinreichend zu bedenken, dass es eben eine Theorie von Mehreren ist und der Fall noch offen ist, weil eben ganz und gar keine Einigkeit darüber, dass es "ja eh nur ein Suizid" war besteht.


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 23:21
Fraukie schrieb:Dem Passanten der sich bei der Jacke erst einmal nichts gedacht hat würde ich nu keinen Vorwurf machen, aber dieser Blödmann, der den ganzen Kram eingesammelt und mit heim genommen hat ist definitiv nicht unschuldig an diesem suboptimalem Verlauf und dem sollte man diesbezüglich auch auf die Finger hauen.
Dann wäre ich allerdings auch ein Blödmann dem man auf die Finger hauen müsste.

Wenn ich am Neujahrsmorgen über die Brücke gelaufen wäre hätte ich mir auch gedacht da hat einer im Suff seine Jacke verloren. Ich hät auch alles aufgesammelt und mich erst Mal aus dem Dauerregen ins Trockene gebracht und dann geschaut was ich da gefunden hab und auch dann erstmal per Möglichkeit den Inhaber kontaktiert.


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 23:23
Fraukie schrieb:as hier sieht aber nicht nach "Rätsel-Lösen" aus, sondern nach Eltern, die "Argumente" dafür sammeln, dass nicht sein kann was nicht sein darf und gar nicht ahnen, dass sie damit gegen die Interessen ihres Kindes arbeiten könnten.
Will man sich selbst und den Rest der Welt davon überzeugen, dass es auf keinen Fall Selbstmord war, dann ist es "sinnvoll" der Presse solche "offenen Fragen" mitzuteilen.
Fragt man Sachkundige, dann kriegt man zwar, anders als wenn man diese Fragen in der Zeitung stellt, fundierte Antworten, aber man muss es eben auch aushalten, wenn die Antworten einem nicht gefallen.
Sorry so kühl und rational kann doch nur ein Aussenstehender agieren. Versetz dich mal in die Lage der Eltern!


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Christian Morgenstern - ungeklärter Todesfall im sächsischen Leisnig

14.06.2019 um 23:40
OneEightSeven schrieb:Dann wäre ich allerdings auch ein Blödmann dem man auf die Finger hauen müsste.
Das hat den einfachen Grund, dass Du ein Mensch bist und die Berechtigung ab und zu mal wie ein Blödmann zu handeln ist für Menschen normal.
OneEightSeven schrieb:Wenn ich am Neujahrsmorgen über die Brücke gelaufen wäre hätte ich mir auch gedacht da hat einer im Suff seine Jacke verloren. Ich hät auch alles aufgesammelt und mich erst Mal aus dem Dauerregen ins Trockene gebracht und dann geschaut was ich da gefunden hab und auch dann erstmal per Möglichkeit den Inhaber kontaktiert.
Echt? Bei einer einfachen Jacke versteh ich das, aber sobald er die genommen hatte kamen darunter weitere Kleidungsstücke zum Vorschein, im Dezember/Januar.
Wenn ich auf ner Brücke aufgeschichtete Kleidung finde, zusammen mit persönlichen Papieren, lass ich da die Finger von.

Um das auszugleichen darf man annehmen, dass ich mich in einer anderen Lage in der Du denkst "das sollte doch klar sein" wie nen Blödmann benehme.
OneEightSeven schrieb:Sorry so kühl und rational kann doch nur ein Aussenstehender agieren. Versetz dich mal in die Lage der Eltern!
Niemand verlangt, dass sie klar und rational vorgeht.
Das sie sich anders verhalten, wie Menschen die ein Rätsel losen wollen, sondern eher "Argumente sammeln, die ihre Hoffnung stärken, ist auch gar keine Kritik, sondern eine reine Beobachtung.
Echte Widersprüche suchen und auf offene Fragen dann fachkundige Antworten einzuholen ist halt nichts für das man total klar und rational sein muss, man muss aber eben bereit sein Antworten zu erhalten, die man nicht möchte.

Vorwürfe würde ich den Eltern keine machen, aber ich stell mir die Frage ob sie bei der Wahl des Anwaltes nicht grade Glück hatten oder dem Anwalt nicht so zuhören wie es sein sollte.
Daran zu denken, dass manche Einzelheiten aus der Presse raus zuhalten gut ist und die Akteneinsicht nicht zu nutzen um Dinge an die Presse weiterzuleiten ist eigentlich nicht der Job von Christians Eltern, sondern der ihres Anwaltes.


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