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Mordfall Bärbel Werner (1987)

236 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, NRW, Ungeklärt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 18:04
Der Mord an Bärbel Werner in Kamp-Lintfort und ein weiterer Mord im persönlichen Umfeld in Berlin sind der Grund, warum ich mich seit Jahrzehnten für die Hintergründe von Mordfällen interessiere.

Bis 1990 wohnte ich in Kamp-Lintfort (insgesamt 8 Jahre lang). Ich kannte Bärbel nicht persönlich, aber natürlich war die Metzgerei ihrer Eltern im Ort bekannt. Mein damaliger Freund, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, half bei der Ausleuchtung des Tatortes und berichtete mir davon.

Da ich nur drei Jahre jünger und auch oft im "Old Church" im Niersenbruch in K-L war (dort begann der Abend von Bärbel und ihrem Freund), berührte mich der Fall. Zudem passieren in einem 40000-Einwohner-Ort nicht so viele Morde an jungen Frauen.

Zu der Zeit war ich noch auf dem Gymnasium, dort war es aber nur kurz Thema. Ich wunderte mich ohnehin, warum der Mord im Ort so schnell kein Thema mehr war. Und selbst die Zeitung berichtete nur wenige Tage davon und dann nie wieder.

Jedenfalls schnitt ich damals 6 Zeitungsartikel aus der NRZ aus und ich besitze sie noch heute:

Am 10.02.1987 berichtete die NRZ in einem kurzen Artikel:
"Seit Sonntag, 8. Februar, wird die 21-jährige Bärbel W. aus Kamp-Lintfort vermisst. Wie die Kripo gestern mitteilte, hatte sie sich bis gegen 1:30 Uhr zusammen mit ihrem Freund am Moerser Neumarkt aufgehalten."
Es wird dann beschrieben, welche Kleidung sie trug.

Am 11.02.1987 lautet die Überschrift in der NRZ:
"Vermisste junge Frau lag tot im Straßengraben".
"Ein Junge entdeckte die junge Frau in einem Heckengraben neben der Kamper Straße, etwa 150 m entfernt von der Autobahnauffahrt zur A57......."

Am 12.02.1987:
"Mit äußerst brutaler Gewalt wurde die 21-jährige Bärbel Werner getötet. Sie wurde entweder mit einem Hammer, einem Beil oder sonst einem relativ großen Werkzeug umgebracht. Durch zahlreiche Schläge auf ihren Schädel kam sie ums Leben. Das Mädchen hat dabei versucht, sich zu schützen. Dies ergab, so Kriminalrat Elmar Zimmermann von der Mordkommission, die gestrige Obduktion....Eins steht für Zimmermann fest: Der Fundort der Leiche ist nicht identisch mit dem Tatort. Ein Sexualdelikt scheidet wohl aus......."

Am 13.02.1987 steht in der NRZ, dass eine Belohnung von 5000 DM ausgesetzt ist und dass Handzettel verteilt wurden, in denen die Bevölkerung um Mithilfe gebeten wird.
"Es gibt noch keinen dringenden Tatverdacht...Es gibt zwar sehr viele Hypothesen, aber kaum Hinweise. 40 Polizisten untersuchten weiträumig das Gelände. Es wird untersucht: gefundene Gegenstände sowie das abgeschnittene Gehölz in unmittelbarer Nähe des Fundorts"
(Kurzer Artikel)

Am 14.02.1987 wird berichtet, dass Bärbel alleine zu Fuß von Moers über die Repelener, Kamper Straße bis zur Nordtangente gegangen ist. "Nicht auszuschließen sei aber, dass es sich hier auch um eine andere Frau gehandelt habe"
(kurzer Artikel)

Am 19.02.1987:
"Staatsanwalt dementiert Gerüchte. Aldenhoff: Es gibt keine anderen Morde...Es gab Polizeieinsätze in anderen Fällen und das hat Anlass zu Gerüchten gegeben. Es wurde in einer Schule eine Blutlache gefunden, es wurde aber keine Leiche gefunden. Zimmermann: Bisher waren Hinweise eher spärlich. Jede noch so kleine Beobachtung kann für uns wichtig sein. Rücksicht auf Nachbarn oder Verwandte darf es dabei nicht geben"

Danach las ich nie wieder etwas über den Mord an Bärbel Werner, obwohl ich noch Jahrzehnte später ab und zu danach googelte. Als ich nun in der Zeitung las, dass der Fall neu aufgerollt werden soll und bei Aktenzeichen xy kommt, freute ich mich. Vielleicht tut sich ja doch noch etwas.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 18:07
@Anne1
Vielen Dank für das einstellen der Zeitungsartikel. Sowas hatte ich mir von den Morden in Neukirchen auch gewünscht, da man einfach rein gar nichts aus der damaligen Zeit im Internet findet.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 18:59
@ Domino:
Obwohl Neukirchen-Vluyn ja die Nachbarstadt von Kamp-Lintfort ist und das auch zu der Zeit passierte, als ich am Niederrhein wohnte, hatte ich nie davon gehört. Es war auch nie Thema. Ok, regelmäßige Zeitungsleserin war ich damals noch nicht.

1990 hatte ich sogar ein Jahr in Neukirchen-Vluyn gearbeitet, keiner sprach je darüber. Und so las ich erst sehr viel später von dem Fall in N-V (als ich allgemein über Mordfälle recherchierte).

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sowas vergessen wird.

Einzige Möglichkeit an alte Berichte zu kommen, ist dann in den jeweiligen Archiven der Stadt zu suchen. Da werden sicher alte Zeitungsartikel aufbewahrt.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 19:19
@Anne1

Danke, dass Du die Zeitungsartikel der damaligen Zeit zum Fall Bärbel Werner mit uns teilst.
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:Eins steht für Zimmermann fest: Der Fundort der Leiche ist nicht identisch mit dem Tatort. Ein Sexualdelikt scheidet wohl aus......."
Hervorhebung von mir eingefügt.

Sehr interessant, hier im Thread war ja bereits thematisiert bzw gerätselt worden, ob Fundort = Tatort gewesen ist.
Nun ist also klar, dass der Tatort woanders gewesen sein muss:
Welche Örtlichkeiten kommen dafür in Frage?
Mir würde spontan der PKW des Täters als möglicher Tatort einfallen, andererseits muss der Mord an Bärbel ziemlich blutig verlaufen sein:
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:Sie wurde entweder mit einem Hammer, einem Beil oder sonst einem relativ großen Werkzeug umgebracht. Durch zahlreiche Schläge auf ihren Schädel kam sie ums Leben. Das Mädchen hat dabei versucht, sich zu schützen.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Dieses Tatgeschehen hat definitiv Spuren hinterlassen.
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:40 Polizisten untersuchten weiträumig das Gelände. Es wird untersucht: gefundene Gegenstände sowie das abgeschnittene Gehölz in unmittelbarer Nähe des Fundorts"
Demnach gehe ich dabei aus, dass der Tatort nicht gefunden / ermittelt werden konnte.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 19:22
Ich kann absolut nicht verstehen, warum das in einem Zeitungsartikel von Anno Tobak steht, aber in der brandneuen XY-Folge keinerlei Erwähnung wert war.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 19:27
@Anne1
Danke für das Einstellen.
Da dort wohl stand Fundort nicht gleich Tatort denke ich, daß das vorher abgesprochene Szenario, Freund kommt aus Kneipe und trifft nochmals auf Bärbel nicht abwegig ist.
Das könnte von der Zeit des Verlassens der Kneipe passen und Eintreffen von Bärbel am Stadtrand passen, wenn sie zügig gegangen ist.
Danach haben sich doch vielleicht doch gemeinsam auf den Weg Richtung Heimat Freund gemacht, der Streit eskalierte erneut und er verbrachte dann die Leiche mit seinem Auto zum Fundort. Er hatte ja ein Auto zur Verfügung, das er nur an dem Abend nicht nutzte, sondern mit im Auto des befreundeten Paares unterwegs war bzw dann mit dem Taxi.

Ich hoffe, die Spekulation wird jetzt nicht gelöscht, aber der xy-Film deutete ja nun auch massiv Richtung Freund.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 19:44
Auf diesen Satz ("Der Fundort der Leiche ist nicht identisch mit dem Tatort") bin ich auch als erstes gestoßen, als ich die Zeitungsartikel hervor kramte und mit der xy-Sendung verglich. Aus den Artikeln geht auch nicht hervor, ob der Tatort denn gefunden wurde und wenn ja, wo. Vielleicht werden bei xy bewusst nicht alle Details veröffentlicht.

In der Zeitung war Bärbel 21, im Film 20 Jahre alt. Wird aber sicher nicht relevant sein. Ich frage mich dann nur, wer ungenau berichtet - die Zeitung oder TV.

Auch interessant fand ich, dass trotz Zeugenaussage "nicht auszuschließen sei.., dass es sich hier auch um eine andere Frau gehandelt" haben könnte.

Obwohl der Mord - wie bereits erwähnt - damals nur kurz Thema war (jedenfalls bei den Leuten, die ich kannte), wurde damals spekuliert, dass wohl der Freund der Täter war. Aber das sind so die üblichen Gerüchte bei einem Mord, wenn kein anderer Täter im Raum steht.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 19:55
@coconut:
Bei den schweren Kopfverletzungen hätten sich doch im Auto des Freundes Spuren finden müssen? Ich denke mal, die Polizei wird sein Auto auf Blutspuren untersucht haben.

Warum wird zudem ihre Leiche an dieser Stelle abgelegt? Es gibt in der Nähe viele bessere, nicht einsehbare Stellen wie Wäldchen, Baggerseen.
"Heckengraben neben der Kamper Straße" - das müsste doch von der Straße aus zu sehen sein, wenn dort ein Auto hält, um die Leiche zu entsorgen.

Vielleicht wurde sie auch auf dem Feld dahinter getötet. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, ob mein damaliger Freund etwas davon erzählte (der, der bei der Freiwilligen Feuerwehr war). Wenn er die Ergebnisse der Spurensicherung überhaupt mitbekam.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 21:31
Ich habe mir den Aktenzeichen XY Beitrag noch einmal angesehen und ein paar Sachen sind mir aufgefallen, die aber auch schon hier erwähnt worden sind:

- Der Freund wird massiv in den Fokus gelegt
- Laut Aussage der Augenzeugin lief Bärbel in die falsche Richtung (Filmfehler?)

Im Film wurde 1:30 Uhr als Uhrzeit genannt kurz nach dem Streit und des Verlassens. Die Uhr zeigte etwa 1:50 Uhr an, als der Freund wieder reinging und die Bemerkung vor den Freunden machte, wo Bärbel sei. Gesehen wurde sie von der genannten Augenzeugin um etwa 2:30 Uhr. Bei einer Strecke von 12 km hat sich ihre Spur nach etwa 9 km verloren. Das ist eine Strecke, die ein junger gesunder Mensch in (sehr) flottem Geh-Tempo gut in 45-60 Minuten schaffen kann.
Ein Auto sollte die Gesamtstrecke in etwa 15 Minuten problemlos schaffen. Der Freund verließ die Kneipe gegen 3:15 Uhr. Wenn wir davon ausgehen, dass er das Taxi genommen hat und direkt in die Kneipe ging, hätte er fast 1 ganze Stunde dort verbracht. Das suggeriert der Film aber nicht. Hinzu kommt, dass die Kneipe kurz vorm Schließen war. Ich bin da kein Experte, aber es ist tendenziell üblich, dass man zur vollen Stunde schließt und etwa 15-20 Minuten vorher nichts mehr ausgeschenkt wird. Ich vermute daher, dass er kurz vor 3 Uhr die Kneipe betreten hat.
Es ist alles sehr schwammig, aber unter diesen Annahmen würde dem Freund eine halbe Stunde fehlen.
Mir kommen hier 2 Fragen auf:

Was passierte zwischen 1:30 - 1:50 Uhr?

Meine Vermutung ist, dass Bärbel auf ihren Freund gewartet hat und es erneut zum Streit kam. Anschließend ist sie zu Fuß ohne ihn los. Er geht wieder rein und erzählt Bärbel sei verschwunden. Danach nimmt er ein Taxi. Die Theorie, dass Bärbel zu diesem Zeitpunkt bereits tot ist, halte ich, gegeben der Aussagen, für unwahrscheinlich.

Das klingt womöglich unplausibel, aber wir wissen nicht was Bärbel und ihr Freund für Charaktere sind. Sie wird als temperamentvoll gezeigt und er als der unsichere Typ. Eventuell hing er sehr an ihr bzw. der Beziehung und wollte nicht, dass sie sich von ihm trennt.


Wie hat der Freund die Zeit bis 3:15 Uhr verbracht?

Für mich ist, wie oben bereits beschrieben, nicht klar, was der Freund in der Zeit gemacht hat. Es könnte sein, dass er direkt zur Kneipe ging, was aber im Film nicht so rüberkommt. Interessant wäre doch die Aussage des Taxi-Fahrers. Der Freund beteuert, sie auf der Heimfahrt gesehen zu haben. Ich habe da so meine Zweifel.
Ist es nicht möglich, dass er sich ein Herz gefasst hat und sie noch einmal abgefangen hat? Eventuell ist die Sache dann noch einmal eskaliert und er hat sie getötet. Laut Aussage der Kommissarin wurde sie vor ihrem Tod gewürgt und dann mit einem stumpfen und spitzen Gegenstand "übertötet" (habe ich das richtig im Kopf?).
Ich würde nicht ausschließen, dass der Täter kaum Schaden genommen hat.

Ein sehr interessanter Aspekt, der kurz erwähnt wurde, ist, dass es wohl wichtiges DNA-Material gab, was nun erneut ausgewertet wird. Eventuell würde dies schon den Mörder überführen. Soweit ich weiß, war die DNA-Analyse in den 80iger Jahren noch nicht ausgereift. Vielleicht war die Menge an DNA nicht ausreichend, was sich heute ändern kann.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 21:48
Zitat von LarraveLarrave schrieb:Bei einer Strecke von 12 km hat sich ihre Spur nach etwa 9 km verloren. Das ist eine Strecke, die ein junger gesunder Mensch in (sehr) flottem Geh-Tempo gut in 45-60 Minuten schaffen kann.
Und wenn sie eine kenianische Langstreckenläuferin war, kann sie die Strecke sogar in 30 Minuten geschafft haben, wenn sie fast auf Weltrekord-Niveau unterwegs war...

Sorry, aber 45-60 Minuten ist völlig unrealistisch. Und das bei Minustemperaturen und da sie feiern war, evtl. noch auf hohen Schuhen.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 21:54
Ich habe letztens für eine Strecke von ca. 7 Kilometer 1 1/2 Stunde gebraucht. Wir sind allerdings sehr gemütlich gelaufen.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:09
Letzten hatte ich versucht einen Screenshot hier einzufügen, was leider nicht geklappt hat. Vom City Club benötigt man ca. 56 Minuten und ist auf der Höhe der Stormstraße in Moers-Repelen. Danach muss sie auf den Täter getroffen sein.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:15
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:Ich denke mal, die Polizei wird sein Auto auf Blutspuren untersucht haben.

Warum wird zudem ihre Leiche an dieser Stelle abgelegt? Es gibt in der Nähe viele bessere, nicht einsehbare Stellen wie Wäldchen, Baggerseen.
"Heckengraben neben der Kamper Straße" - das müsste doch von der Straße aus zu sehen sein, wenn dort ein Auto hält, um die Leiche zu entsorgen.
@Anne1
Sehr gute Einwände von dir.

Ich weiß halt auch nicht, ob er nach der Tat sein Auto geschrubbt hat und wie gut die Spurentechnik damals war.

Bei der Stelle, die ja wohl in der Nähe ihres Rückwegs lag,kann ich mir gut vorstellen, dass er die Stelle bewusst gewählt hat, um zu zeigen, dass sie eben auf dem Heimweg ermordet wurde.
Und je weniger weit er fahren muss, desto geringer die Gefahr, dass es auffällt, dass er überhaupt noch unterwegs war mit dem Auto.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:16
Screenshot 20201212-222940 MapsOriginal anzeigen (0,8 MB)

Der City Club müsste am oder im Wallzentrum gewesen sein. Der Fundort ist ziemlich genau dort, wo dieser Steinhandel heutzutage ist. Und die Kamper Straße gab es damals noch mit einer leicht anderen Straßenführung.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:16
Laut xy ist der Freund um 1:30 Uhr aus der Moerser Disco hinter Bärbel her gegangen, hat vergeblich nach ihr gesucht und ist ca. eine halbe Stunde später wieder rein, um den Freunden mitzuteilen, dass er sie nicht gefunden hat. Dann nahm er sich ein Taxi Richtung K-L. Das wird gegen 2 Uhr gewesen sein.

Wann er in der Kneipe in K-L eintraf, wird weder bei xy noch in der NRZ erwähnt. Es könnte gegen 2:30 h oder etwas früher gewesen sein. Die Fahrtzeit von Moers nach K-L wird nachts ca 15 min betragen. Keine Ahnung, ob er auf das Taxi noch warten musste.

Gegen 3:15 Uhr soll er laut xy die Kneipe in K-L verlassen haben.
Er müsste demnach ca. eine dreiviertel Stunde in der Kneipe gewesen sein, bevor er nach Hause fuhr.

Im NRZ Artikel vom 12.02.1987 steht es zunächst so wie es auch bei xy geschildert wird: also dass Bärbel um 1:30 Uhr das Lokal in Moers verließ, der Freund ihr folgte und "dann zu den beiden anderen in die Gaststätte zurück" kehrte. "Ihnen teilte er mit, Bärbel sei weg, und dann fuhr er mit dem Taxi nach Kamp-Lintfort, wo er bis etwa vier Uhr in einer Gaststätte Bier trank. Das andere Pärchen blieb noch im Moerser Lokal."

In der NRZ steht also "etwa vier Uhr".

Ich denke, die Polizei wird das damals geprüft haben, ob der Freund zwischen Verlassen der Disco in Moers und dem Eintreffen in der Kneipe in K-L Zeit für einen Mord gehabt hätte. Und das passende Mordwerkzeug hätte er dabei haben müssen. Vorausgesetzt die Zeitangaben der Zeugen sind richtig.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:16
Zitat von Domino420Domino420 schrieb:nd wenn sie eine kenianische Langstreckenläuferin war, kann sie die Strecke sogar in 30 Minuten geschafft haben, wenn sie fast auf Weltrekord-Niveau unterwegs war...

Sorry, aber 45-60 Minuten ist völlig unrealistisch. Und das bei Minustemperaturen und da sie feiern war, evtl. noch auf hohen Schuhen.
Ich weiß jetzt nicht, wie sportlich aktiv Du bist, aber ich kann Dir garantieren, dass ein halbwegs fitter Mensch mit sehr schnellem Gehen 7km locker wegdrückt. 45 Minuten war sicherlich sehr optimistisch, aber ich halte es für vollkommen realistisch, dass sie in einer knappen Stunde an der Stelle der Augenzeugin ankommen kann. Selbst unter den Wetterbedingungen und in Stiefeln.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:30
Ich bin die Strecke mal mit dem Fahrrad gefahren und es kam mir ewig lang vor - allerdings war ich damals auch unsportlich.
Sollte Bärbel für die Strecke also länger gebraucht haben (über eine Stunde? vielleicht ist sie in Moers auch nicht um Punkt 1:30 los gelaufen) und geht man vom Weggang des Freundes um 3:15 h aus der Kneipe in K-L aus (auf der Moerser Str. gab es z.B. eine Kneipe, also nicht so weit vom Fundort), so könnte er ihr entgegen gelaufen sein.
Bleibt noch die Frage, woher er das Mordwerkzeug hatte.

Und warum war der Fundort ein anderer als der Tatort? Laut Presseportal der Polizei gehen die Ermittler davon aus:
dass Bärbel Werner zwischen der damaligen Texaco-Tankstelle auf der Kamper Straße (L 399) und der früheren Gaststätte Voss (Kamper- / Moerser Straße) auf ihren Mörder traf
Dann kann der Tatort also nicht weit vom Fundort weg sein.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:40
Ich hätte jetzt eher angenommen - wenn wir die These aufstellen, dass es der Freund war - dass der Mord nach dem letzten Kneipenbesuch passierte. Laut Aktenzeichen warf ihn die Kellnerin praktisch raus, weil er so betrunken war. Hätte er den Mord vorher begangen, wäre es der Kellnerin aufgefallen? Wäre er zerkratzt, blutbeschmiert gewesen? Zumindest aber doch sicher aufgeregt. Ob er sich dann seelenruhig in die Kneipe gesetzt hätte?

Man weiß es nicht, aber ich glaube eher, er ist betrunken rausgekommen und hat in diesem Zustand beschlossen, noch mal mit seiner Freundin zu reden. Ich denke nicht, dass er geplant hat, sie umzubringen, also hat er keinen Hammer dabeigehabt.

Vielleicht hat er sich ins Auto gesetzt und ist ihr entgegengefahren, dann hätte er das Werkzeug eventuell im Auto gehabt, der Tatort wäre das Auto.

Oder er hat gewartet, bis sie vorbeikommt, hat ihr in der Nähe ihres Hauses aufgelauert. Dann wäre der Tatort im Freien und vielleicht nie gefunden worden. Er hätte dann aber erst das Auto holen müssen, um sie wegzubringen, auch umständlich.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:43
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:Ich bin die Strecke mal mit dem Fahrrad gefahren und es kam mir ewig lang vor - allerdings war ich damals auch unsportlich.
Sollte Bärbel für die Strecke also länger gebraucht haben (über eine Stunde? vielleicht ist sie in Moers auch nicht um Punkt 1:30 los gelaufen) und geht man vom Weggang des Freundes um 3:15 h aus der Kneipe in K-L aus (auf der Moerser Str. gab es z.B. eine Kneipe, also nicht so weit vom Fundort), so könnte er ihr entgegen gelaufen sein.
Den gesamten Ablauf halte ich auch für realistisch. Und Maps bietet einem halt knapp anderthalb Stunden vom City Club bis zum Auffindeort an.
Zitat von Anne1Anne1 schrieb:Und warum war der Fundort ein anderer als der Tatort? Laut Presseportal der Polizei gehen die Ermittler davon aus:
Das wundert mich ebenfalls. Sie wurde ja etwas versteckt gefunden. Wahrscheinlich wurde sie ja auf dem Bürgersteig attackiert (der mit Sicherheit auch untersucht wurde), und der Auffindeort ist dann nur ein paar Meter weiter als der Tatort.


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Mordfall Bärbel Werner (1987)

12.12.2020 um 22:49
Zitat von FritzPhantomFritzPhantom schrieb:Ich hätte jetzt eher angenommen - wenn wir die These aufstellen, dass es der Freund war - dass der Mord nach dem letzten Kneipenbesuch passierte. Laut Aktenzeichen warf ihn die Kellnerin praktisch raus, weil er so betrunken war. Hätte er den Mord vorher begangen, wäre es der Kellnerin aufgefallen? Wäre er zerkratzt, blutbeschmiert gewesen? Zumindest aber doch sicher aufgeregt. Ob er sich dann seelenruhig in die Kneipe gesetzt hätte?
Es ist nicht bekannt, in welcher Kneipe er in Kamp-Lintfort war, oder?
Ich geh mit deiner Theorie eigentlich auch mit, aber wenn die Zeitangaben stimmen sollten (1:30 Uhr Start ab City Club Moers von BW, 3:15 Uhr Rausschmiss des Freundes aus der Kneipe in Ka-Li): Woher weiß er, dass sie noch auf dem Weg ist und geht ihr entgegen? Handys gab es keine.


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