Füchschen schrieb:Ein kleiner Abstecher ins wuselige Hamburg auf seiner Heimfahrt würde kaum bemerkt worden sein von Twielenflether Nachbarn - im Gegensatz zu Stade, wo sich eventuell auch manch ein Twielenflether herumtrieb.
Das habe ich mir auch schon gedacht. Stade ist ja nun keine Metropole wie Hamburg - da trifft man eher schon mal Bekannte, oder muss damit rechnen, dass ein Besuch im Sporky Saloon der Gattin zugetragen wird.
Füchschen schrieb:Vielleicht gab es schon zu Lebzeiten Gerüchte über Herbert Kahrs? Vielleicht hat er deshalb seinen Arbeitsplatz gewechselt, um der Gerüchteküche zu entkommen und um sein eigenes Ding weitermachen zu können.
Im RTL+-Beitrag hieß es, dass er sich bei Aldi beruflich verbessern konnte.
Füchschen schrieb:Was mich sehr wundert: Warum erkannte die Kripo 1983 nicht, dass die Wäscheleine sehr planvoll geknüpft war? Heute kann Prof. Dr. Klaus Püschel daraus schließen, dass der Genickschuss nicht am Gully geschah, sondern Kahrs vorher noch gefangengehalten wurde.
Nun ja, dass die Wäscheleine vermutlich der Fesselung des Opfers gedient hat, darauf ist man wohl auch schon 1983 gekommen. Interessant war im RTL+-Beitrag, dass man heute erkannt hat, dass die scheinbar etwas wahllos gesetzten Knoten ganz im Gegenteil so beschaffen waren, dass man eine sich zuziehende Schlinge erhalten hat; das wurde auch im Film demonstriert.
Daran, und an anderen Gegebenheiten, liest man heute wohl ab, dass die Täter durchaus sehr planvoll und zielgerichtet vorgegangen sind.
Füchschen schrieb:Ich wüsste nicht, wie ich erkennen könnte, wer eine Kiezgröße ist. Man hört von Kiezgrößen erst, wenn sie abserviert wurden.
Wenn Du Dich im entsprechenden Milieu bewegst, bekommst Du recht schnell mit, wer da die Ansagen macht. Außerdem waren damals Leute wie der so genannte N*-Kalle auch außerhalb Hamburgs bekannt - sie prägen die Vorstellung von Leuten ihres Schlages im Grunde bis heute, auch wenn zwischenzeitlich wohl ganz ander Akteure das Ruder übernommen haben.
Füchschen schrieb:In Wirklichkeit ist Kahrs extrem abgebrühten Kriminellen aufgesessen, die im Windschatten des Kiez ihr tödliches Spiel trieben.
Es ist zumindest eine Möglichkeit unter mehreren. Seit dem RTL+-Beitrag wissen wir definitiv, dass er nicht nur fortlaufend beträchtliche Geldabhebungen hinter dem Rücken seiner Frau tätigte, sondern wohl auch in einer Diskothek verkehrte, wovon die Gattin gleichfalls nichts wusste.
Wir haben also inzwischen zwei Gegebenheiten (Geldabhebungen, Sichtung im Sporky Saloon) die vor der Ehefrau geheim gehalten wurden, und in zeitlicher Nähe zu seiner Tötung liegen.
Für mich stellt sich nicht mehr die Frage, ob er unter Druck gesetzt wurde, sondern warum, und von wem.