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Mord an Herbert K. von 1983

2.107 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Hamburg, Ungeklärt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 07:57
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Also mit dem Außenborder - Anglerkahn fällt man aber mehr auf als mit einem Auto-
Wo soll er denn da angelandet sein ?
Dann fällt eben auf, dass Herbert Kahrs mit dem Außenborder auf der Elbe herumdüst. Danach entschwindet er in der Ferne auf der großen Wasserfläche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er jedesmal nur in Sichtweite seiner Ehefrau auf dem Wasser war, so wie es der erste Filmfall aus den 1980igern in Szene gesetzt hatte.

Herbert Kahrs kann in 1 bis 2 Stunden bis nach Hamburg gefahren sein. Die Fahrzeit hängt von der Tide ab. Irgendwo gibt es immer Gastliegeplätze für Boote. Sein Boot war ja kurz, also zahlte er nicht viel pro Stunde.

Er könnte irgendwo ein Fahrrad abgestellt haben, um damit weiter zu fahren, weil man am Altonaer Fischmarkt oder St. Pauli Fischmarkt als Außenborder nicht anlegen kann und darf. Er könnte ein Fahrrad im Boot mitgenommen haben. Was auch immer er in Hamburg sonst noch machte oder wo auch immer er war, den Aal hätte er auf dem Fischmarkt kaufen können.

Herbert Kahrs kann weit gekommen sein mit seinem Boot.


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 12:53
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Danach entschwindet er in der Ferne auf der großen Wasserfläche.
Das klingt ja interessant und sogar fast poetisch. Diese sehr gut von Dir gewählten Worte; darauf muss man auch erst mal kommen. Ehrliches Kompliment!

Ja, Kahrs könnte sein Angelhobby als Vorwand für andere (zwielichtige) Aktivitäten genutzt haben. Das steht außer Zweifel.

Dennoch glaube ich, dass er tatsächlich gerne angelte und das Angeln sein Hobby war.
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Herbert Kahrs kann in 1 bis 2 Stunden bis nach Hamburg gefahren sein. Die Fahrzeit hängt von der Tide ab. Irgendwo gibt es immer Gastliegeplätze für Boote. Sein Boot war ja kurz, also zahlte er nicht viel pro Stunde.

Er könnte irgendwo ein Fahrrad abgestellt haben, um damit weiter zu fahren, weil man am Altonaer Fischmarkt oder St. Pauli Fischmarkt als Außenborder nicht anlegen kann und darf. Er könnte ein Fahrrad im Boot mitgenommen haben. Was auch immer er in Hamburg sonst noch machte oder wo auch immer er war, den Aal hätte er auf dem Fischmarkt kaufen können.

Herbert Kahrs kann weit gekommen sein mit seinem Boot.
Dies klingt für mich eher wie eine Kriminalkomödie. Glaubst Du wirklich, dass das realistisch ist?

Wir waren hier schon einmal so weit, dass wir gesagt haben, HK könnte gut mit seinem Boot das gegenüberliegende Ufer angesteuert haben.


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 13:55
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Das könnte so gewesen sein.
Aber was könnte dahinter stecken ?
Genau das frage ich mich auch. Für mich hat diese Zeugenaussage den Ball nochmal ins Rollen gebracht. Nehmen wir mal an, sie stimmt so, dann kommen sofort ein paar Anschlussfragen:

- In welcher Beziehung stand der Zeuge zu HK – kannte man sich wirklich, oder war das eher "vom Sehen"?
- Es heißt, der Zeuge habe bis heute große Angst. Wovor genau? Und gibt es da eine Parallele zu dem Druck, unter dem HK stand?

Vor allem lohnt es sich, HKs Verhalten nach dem Zettel-Vorfall anzuschauen. sallomaeander hat da mMn einen sehr wichtigen Punkt:
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:So ganz verstehe ich weder die Sache mit dem Zettel, noch den falsch ausgefüllten Tankscheck, den wir ja hier ähnlich gedeutet hatten (unauffälliger Hinweis, dass etwas nicht stimmt).

Zu Hause, zurück in den eigenen vier Wänden, offenbart er sich weder seiner Ehefrau, noch ruft er selbst die Polizei.

Seine Frau durfte also um keinen Preis etwas erfahren - das ist ja vielleicht auch ein Hinweis darauf, welcher Art seine Probleme gewesen sein mochten.
Wenn man sich das konkret vorstellt, wirkt es wie zwei Welten: am Vorabend offenbar akute Bedrohung (so akut, dass er heimlich "Polizei" signalisieren will) – und danach zuhause wieder "Normalmodus": nichts der Frau sagen, nicht selbst die Polizei informieren, alles geheim halten.

Warum diese Geheimhaltung um jeden Preis? Da gibt es natürlich viele Spekulationen (Doppelleben, Milieu-Kontakte, heikle/stigmatisierte Themen – Anfang 80er war gesellschaftlich einiges noch deutlich tabu), oder es war etwas ganz anderes. Wir wissen es nicht.

Aber: genau diese Geheimhaltung macht jemanden verwundbar, sprich erpressbar. Falls es in diese Richtung ging, erklärt das auch das Muster mit den regelmäßigen Abhebungen ganz gut (laufender Druck / laufende Forderungen). Und wenn dann irgendwann der Wendepunkt kam – Geld wird knapp, HK will raus oder Hilfe holen – verändert sich die Lage: Aus einer laufenden Druck-/Zahlungssituation wird ein Risiko für die Täter. Dann geht es am Ende womöglich nicht mehr ums Geld, sondern darum, dass etwas um jeden Preis nicht rauskommen darf – und in so einem Szenario könnten die Erpresser im Zweifel auch die sein, die am Ende "aufräumen".


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 14:11
Zitat von AnMAAnMA schrieb:Dennoch glaube ich, dass er tatsächlich gerne angelte und das Angeln sein Hobby war.
Genau das glaube ich auch. Das Lästern aber kannst Du Dir sparen, denn ich gehe nicht darauf ein.

Es steht außer Frage, dass er über die Stränge geschlagen haben muss. Marco Klein, der Kriminalhauptkommissar in Itzehoe*, wie es irrtümlicher Weise in RTL+ hieß im Jahr 2023, sagte in dem Beitrag, dass er an Prostitution denkt. Das denke ich auch.

Während HK angelte und immer weiter schauen musste, wo denn die Fische waren in dem giftigen Wasser von damals, als er auf der Suche war, wo das Wasser weniger giftig war, wo keine Abwasserrohre direkt in die Elbe ihre Brühe abließen, entdeckte er möglicherweise oder wahrscheinlicherweise die Vorzüge des Motorbootes für weitere seiner wichtigen Angelegenheiten.

Du willst mir doch nicht erzählen, dass man ein Motorboot nur fürs Angeln benötigt!? Was er damit an seinen „Angel“-Tagen tatsächlich gemacht hat, bleibt sein Geheimnis, es sei denn es gibt einen Zeugen, der sein Angeln immer und überall bestätigt.

_____
* Itzehoe war richtig während Aktenzeichen xy von 2021 bis zum 30.04.2022
Marco Klein hat bereits am 01. Mai 2022 die Leitung der Kriminalpolizeistelle Elmshorn übernommen und kehrt damit nach 17 Jahre dienstlich in den Kreis Pinneberg bzw. die Polizeidirektion Bad Segeberg zurück.

Nach Eintritt in die Landespolizei 1986 verrichtete der heutige Erste Kriminalhauptkommissar bereits seinen Dienst auf mehreren Dienststellen, unter anderem der damaligen Kriminalpolizeiaußenstelle Elmshorn und der Kriminalpolizeistelle Pinneberg, bevor er als Leiter des Kommissariats 1 (Mordkommission) zur Bezirkskriminalinspektion nach Itzehoe wechselte.
Quelle:https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/19027/5223488


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 14:22
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Das Lästern aber kannst Du Dir sparen, denn ich gehe nicht darauf ein.
Das war absolut nicht als Lästern gemeint. Wenn es so ankam, bitte ich um Entschuldigung.

Dass er mit dem Boot bis nach Hamburg fuhr, glaube ich jedoch eher nicht.

Danke für Deine Hinweise bezüglich der verschmutzten Flüsse in den 80ern. Kann mich noch gut dran erinnern.

Aber das muss dann doch allgemein bekannt gewesen sein: heißt auch seiner Frau und seinem Umfeld.

Da mutet es fast seltsam an, dass die Frau HKs den von ihm gefangenen Fisch, fröhlich für die ganze Familie des Abends in der Küche zubereitete... .

Ist es das was Du meinst?


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 14:55
Zitat von swandiveswandive schrieb:- In welcher Beziehung stand der Zeuge zu HK – kannte man sich wirklich, oder war das eher "vom Sehen"?
- Es heißt, der Zeuge habe bis heute große Angst. Wovor genau? Und gibt es da eine Parallele zu dem Druck, unter dem HK stand?
Diese und weitere Fragen habe ich mir auch gestellt. Was heißt überhaupt Zeuge?

Der Ausflug von Kriminalhauptkommissar Marco Klein und Kommissarin Jasmin Frigger erscheint mir überhaupt nicht plausibel. Dass es einen Zeugen gibt, denke ich schon. Aber auf gut Glück in ein anderes Bundesland fahren und auf Amtshilfe zu verzichten, sollte wohl nur etwas Bewegung in den Filmbeitrag bringen.

Die Kripo in Niedersachsen sieht es vielleicht gar nicht gerne, dass die Kripo Schleswig-Holstein in ihrem Hoheitsgebiet arbeitet. Das ist das eine.

Das andere ist, dass wenn die Kripo „Zeuge“ sagt, genauso gut ein Verdächtiger gemeint sein kann. Vor jedem allerersten Interview durch die Kripo ist jeder Verdächtige sowieso erstmal Zeuge.

Der bekannteste Zeuge, der eigentlich von Anfang an ein Verdächtiger war, ist der Jogger Sebastian T. im Fall Hanna Wörndl, Aschau, die tot in der Prien gefunden wurde. Er wurde sogar als „wertvoller Zeuge“ gesucht und war in Null, Komma Nix ein Verdächtiger.
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 05.12.2025:Der Jogger wurde als „wertvoller Zeuge“ gesucht!
Ich denke, so etwas Grausiges wie im Fall Sebastian T. wird im Fall Herbert Kahrs nicht passieren. In Bayern wurstelte eine kleine Kripo-Stelle mit vorbelasteten Beamten in Traunstein vor sich hin. Bei Herbert Kahrs sind 3 Bundesländer involviert:
1) Ablageort: Schleswig-Holstein
2) Wohnort: Niedersachsen
3) Arbeitsplatz: Hamburg


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 18:07
Zitat von AnMAAnMA schrieb:Das liegt jetzt irgendwie nahe. Auch, wenn ich es mir bei der Persönlichkeit HKs kaum vorstellen will.
So mancher hat schon so ein perfektes Doppelleben gelebt.
Zitat von AnMAAnMA schrieb:20000 DM - sagen wir mal in 20 Monaten - ausgegeben bei einer Prostituierten. Das ist doch ein unrealistisch hoher Betrag. Da passt doch etwas nicht zusammen!
Das ist durchaus realistisch. Kommt auch auf die Preiskategorie an,
Die Damen wussten schon, wie man die Freier ausnehmen kann,
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:ch kann mir nicht vorstellen, dass er jedesmal nur in Sichtweite seiner Ehefrau auf dem Wasser war, so wie es der erste Filmfall aus den 1980igern in Szene gesetzt hatte.
Natürlich war er beim Angeln nicht inSichtweite seiner Frau
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Herbert Kahrs kann in 1 bis 2 Stunden bis nach Hamburg gefahren sein. Die Fahrzeit hängt von der Tide ab. Irgendwo gibt es immer Gastliegeplätze für Boote. Sein Boot war ja kurz, also zahlte er nicht viel pro Stunde.

Er könnte irgendwo ein Fahrrad abgestellt haben, um damit weiter zu fahren, weil man am Altonaer Fischmarkt oder St. Pauli Fischmarkt als Außenborder nicht anlegen kann und darf. Er könnte ein Fahrrad im Boot mitgenommen haben. Was auch immer er in Hamburg sonst noch machte oder wo auch immer er war, den Aal hätte er auf dem Fischmarkt kaufen können
Ist das nicht alles etwas umständlich, wenn man sowieso ein Auto hat und sowieso immer in Hamburg zu tun hat?
Ich denke das Boot war nur zum Angeln, wobei das Stundenlange Angeln ein perfektes Alibi ist , um stundenlange Abwesenheit zu erklären.
Zitat von swandiveswandive schrieb:Falls es in diese Richtung ging, erklärt das auch das Muster mit den regelmäßigen Abhebungen ganz gut (laufender Druck / laufende Forderungen). Und wenn dann irgendwann der Wendepunkt kam – Geld wird knapp, HK will raus oder Hilfe holen – verändert sich die Lage: Aus einer laufenden Druck-/Zahlungssituation wird ein Risiko für die Täter. Dann geht es am Ende womöglich nicht mehr ums Geld, sondern darum, dass etwas um jeden Preis nicht rauskommen darf – und in so einem Szenario könnten die Erpresser im Zweifel auch die sein, die am Ende "aufräumen
Kein so schlechter Denkansatzt
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Du willst mir doch nicht erzählen, dass man ein Motorboot nur fürs Angeln benötigt!?
Also ich habe mal geangelt und kannte welche , die hatten so ein Außenborder nur zum Angeln.
Wenn Herbert , aus welchen Gründen auch immer, mit dem Boot bis nach Hamburg hinein gewollt hätte, er hätte ein anderes Boot angeschafft.

Das Boot spielt nur eine Rolle im Filmbeitrag, das Herbert privat nicht auf so großem Fuß lebte , nun aber auch geld für den Angelkahn mit Motor ausgegeben hat. Dies erkläre aber nicht den gesamten Geldabfluss.


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 23:48
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Ich denke das Boot war nur zum Angeln, wobei das Stundenlange Angeln ein perfektes Alibi ist , um stundenlange Abwesenheit zu erklären.
Es geht um die Verbindung des perfekten Alibis mit dem Beweis für das perfekte Alibi, den Fisch. HK musste unbedingt Fisch mit nach Hause bringen, wenn er lange abwesend war.

Ich würde es bevorzugen, die Zeit ausgiebig zu nutzen und den Fisch am Ende der Auszeit zu kaufen, damit er frisch bleibt. Darauf vertrauen, dass man in 5 Minuten einen Fisch angelt oder in einer Stunde, kann man nicht als Angler.

Herbert Kahrs hat es möglicherweise vorgezogen, zuerst den Aal angeln, um diesen im Boot in der Kühltasche zu lassen. Erst musste die Arbeit getan werde, danach war seine persönliche Auszeit dran. Nach vielen Stunden fuhr er mit dem stundenlang in der Kühltasche liegenden Fisch nach Hause zurück, die Kühlelemente waren bereits warm. Das würde die Szene erklären, dass offensichtlich der Fisch zu riechen begonnen hatte, denn Herbert Kahrs hatte stolz die Kühltasche geöffnet und der Sohn meinte, sein Vater würde nach Fisch riechen.

Ich finde, diese Szene im Filmfall, in der HK nach Hause kommt mit dem Fisch, ist eine Schlüsselszene, die sehr gut vom Schauspieler gespielt wurde: ich sehe wie das das schlechte Gewissen ihm ins Gesicht geschrieben steht.


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Mord an Herbert K. von 1983

17.01.2026 um 23:58
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:HK musste unbedingt Fisch mit nach Hause bringen, wenn er lange abwesend war.
Warum ?
Nicht das das ein Problem wäre in Hamburg einen frischen Fisch zu kaufen.
Aber gerade beim Aalangeln oder auf Raubfisch ist es nichts ungewöhnliches auch mal " blank" ohne Fang nach Hause zu kommen.

Muss ja nicht auch immer das Angeln gewesen sein. Die eine oder andere Überstunde kann man, gerade erst neu im Job , schon vorschieben.


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Mord an Herbert K. von 1983

18.01.2026 um 13:01
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Aber gerade beim Aalangeln oder auf Raubfisch ist es nichts ungewöhnliches auch mal " blank" ohne Fang nach Hause zu kommen.
Ab und zu mal ohne Raubfisch nach Hause kommen, war sicher kein Problem. Aber irgendwann fällt das auf. Dann fragt die Ehefrau: „Du, ich habe gehört, die Aale haben Geschwüre. Die sind vergiftet. Klar, dass du nichts fängst. Aber warum gehst du denn Aal angeln, wenn die so arm dran sind.“

Wie zum Beweis bringt er dann mal tollen Aal mit, der schon etwas riecht.
Zitat von AnMAAnMA schrieb:Da mutet es fast seltsam an, dass die Frau HKs den von ihm gefangenen Fisch, fröhlich für die ganze Familie des Abends in der Küche zubereitete... .
Ja, das mutet seltsam an.


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Mord an Herbert K. von 1983

18.01.2026 um 14:24
Einige Dinge, die die Privatsphäre der Opferangehörigen betreffen, und uns ja im Grunde auch nichts angehen, müssen ja nicht 1:1 wahrheitsgemäß in den Filmfällen wiedergegeben worden sein.

Man hört ja immer wieder, dass (Ehe-)Männer auf Abwegen allerlei Konstrukte ersinnen, mit denen sie Abwesenheiten kaschieren, Verhaltensänderungen erklären und so weiter - meine Lebenserfahrung sagt mir aber, dass die allermeisten Frauen diesen Ablenkungen nicht auf den Leim gehen (wollen).

Wir wissen ja nicht, und sollen das vielleicht mit Rücksicht auf die inzwischen verstorbene Ehefrau, und die noch lebenden Kinder des Opfers, gar nicht so genau wissen, wie es intern um das Familienleben bestellt war.

Ob die Frau vielleicht manches nicht genau hinterfragt hat, weil sie die Ehe retten wollte, oder schlicht als Mutter zweier Kinder in wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihrem Gatten war. Vielleicht ahnte sie etwas, vielleicht wurden ihr die Eskapaden ihres Mannes (Discobesuch im Nachbarort) von Außenstehenden zugetragen, vielleicht wollte oder musste sie ihre Ahnungen und Verdachtsmomente ertragen.

Vielleicht deutete sie Äußerungen Dritter als Neid am beruflichen Aufstieg ihres Mannes.

Wer auf jeden Fall ahnungslos war, sind die damaligen Kinder, und ihnen zuliebe wünsche ich mir sehr, dass der Fall noch aufgeklärt wird.


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Mord an Herbert K. von 1983

19.01.2026 um 00:15
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Wer auf jeden Fall ahnungslos war, sind die damaligen Kinder, und ihnen zuliebe wünsche ich mir sehr, dass der Fall noch aufgeklärt wird.
Das wünsche ich den Söhnen auch, dass sie Gewissheit bekommen werden.

Ich fand es sehr berührend wie im Beitrag von RTL+ die Kommissare Klein und Frigger am Ablageort, dem Gulli standen.

Der Gulli liegt inmitten schönster Natur. Für die Söhne ist dieser Ort, falls sie ihn auch besucht haben, mit Entsetzen verbunden.

Der Ablageort liegt heute mitten auf einem Golfplatz.

Im Mehrfamilienhaus meiner Mutter war ein Mord geschehen vor Jahren. Ich denke immer an den Mord, wenn ich meine Mutter besuche. Die Nachbarin, die getötet wurde, kann ich nicht vergessen. Natürlich denken Betroffene immer wieder an das, was geschehen ist. Und Orte des Geschehens bringen sofort alle Erinnerungen zurück.

Ich denke, auch im Fall Herbert Kahrs fühlen sich viele Menschen immer noch betroffen, nicht allein die Söhne. Für die Söhne ist es am schlimmsten.


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Mord an Herbert K. von 1983

21.01.2026 um 17:02
Der Fall HK hat eine große öffentliche Medienrelevanz gefunden.

Nicht zuletzt durch XY ungelöst.

Ich erinnere mich noch gut an 2021 und Cernes Aussage, dass dies eines der mysteriösesten Fälle ist, an die er sich erinnern kann.


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Mord an Herbert K. von 1983

21.01.2026 um 18:38
Also, die Spekulationen schießen jetzt doch etwas ins Kraut.

Es gibt eine "neue" (hier zuvor nicht bekannte) Zeugenaussage, wonach sich HK im "Sporky Saloon" in Stade, unweit seines Wohnorts, von zwei Männern eskortiert in einer lebensbedrohlichen Situation (Zettel mit Hilferuf, die Polizei zu rufen) befindet.

Nun ist Stade nicht Hamburg und der "Sporky Saloon" kein Bordell. Und dass, falls HK erpresst wurde, man ihn tötete, weil er nicht mehr zahlen konnte, macht nicht wirklich Sinn. Denn dadurch hätte man auch keinen Pfennig mehr von ihm. Einem (finanziell) Nackten kann man nicht in die Tasche greifen.

Nein, wer dieses Geschäftsmodell erfolgreich und professionell betreibt, sucht sich lieber das nächste Opfer anstatt durch einen Mord unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, in deren Lichte solche "Geschäfte" unnötig erschwert würden.

Interessant ist aber, dass vieles, was hier im Thread erarbeitet wurde, hier aufgegriffen wurde.

Die Tat trägt die Handschrift der Organisierten Kriminalität (OK). Die Frage ist nun, wo ist die Verbindung? HK war Kaufmann, war er jemanden aus dem Milieu der OK in die Quere gekommen? Und wenn ja, wie? Und wie passen die Bargeldabhebungen dazu?
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 16.01.2026: er war gerade in ein eigenes Haus gezogen.
Er lebte in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.


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Mord an Herbert K. von 1983

21.01.2026 um 22:41
Zitat von sören42sören42 schrieb:Er lebte in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.
Das konnte man in Aktenzeichen xy aus den 1980igern sehen.

Im RTL+-Beitrag von 2023 wurde gesagt, dass er gerade umgezogen war in ein eigenes Haus. So hatte ich es verstanden.


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Mord an Herbert K. von 1983

22.01.2026 um 07:12
Zitat von sören42sören42 schrieb:Die Tat trägt die Handschrift der Organisierten Kriminalität (OK). Die Frage ist nun, wo ist die Verbindung? HK war Kaufmann, war er jemanden aus dem Milieu der OK in die Quere gekommen? Und wenn ja, wie? Und wie passen die Bargeldabhebungen dazu?
Ich glaube der wurde abgezockt und hat mit Polizei gedroht.
Dagegen spricht, dass sie ihn dann schon an dem Abend umgebracht hätten.


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Mord an Herbert K. von 1983

22.01.2026 um 11:11
Zitat von sören42sören42 schrieb:Und dass, falls HK erpresst wurde, man ihn tötete, weil er nicht mehr zahlen konnte, macht nicht wirklich Sinn.
Wenn es eine Druck-/Erpressungssituation gab, dann ist ein Mord nicht "weil kein Geld mehr da ist", sondern weil sich die Lage ändert und das Opfer plötzlich zum Risiko wird.

Also z.B.:
- HK will aussteigen / nicht mehr mitspielen
- HK droht (direkt oder indirekt) mit Polizei
- HK könnte aus Angst auspacken bzw. anfangen zu reden oder wird unberechenbar
oder es gibt ein Thema, das um jeden Preis geheim bleiben soll

Dann geht es nicht mehr ums Eintreiben, sondern um Schadensbegrenzung: "Bevor der redet, wird's beendet". Das ist leider ein Muster, das man aus vielen Fällen kennt.

Und genau da finde ich den Zettel so spannend: akute Bedrohung vor Ort - aber danach zuhause Normalmodus, keine Polizei, nichts der Frau. Das schreit für mich nach einem Hebel, der ihm maximal unangenehm/gefährlich war und den er um jeden Preis geheim halten wollte.

Dass "Sporky Saloon" kein Bordell ist, klar. Aber ein Treffpunkt/Kontaktpunkt kann es trotzdem sein - und dafür braucht es kein "Bordell"-Label.


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Mord an Herbert K. von 1983

22.01.2026 um 11:19
Zitat von ExilHarzerExilHarzer schrieb:Dagegen spricht, dass sie ihn dann schon an dem Abend umgebracht hätten.
Sehe ich nicht so. Gerade wenn am Abend Zeugen im Umfeld sind, macht es Sinn, erst einzuschüchtern und am nächsten Tag eine Aktion/Übergabe zu erzwingen. Und wenn HK dann querstellt, eskaliert es eben später - kontrollierter, an einem Ort/Zeitpunkt, der für Täter günstiger ist.


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Mord an Herbert K. von 1983

22.01.2026 um 19:11
Zitat von sören42sören42 schrieb:Und dass, falls HK erpresst wurde, man ihn tötete, weil er nicht mehr zahlen konnte, macht nicht wirklich Sinn. Denn dadurch hätte man auch keinen Pfennig mehr von ihm. Einem (finanziell) Nackten kann man nicht in die Tasche greifen.
Da stimme ich zu .
Anzumerken ist, das er ja gar nicht pleite war und wohl auch alles heraus gerückt hätte, damit er "geschont" wird
Zitat von sören42sören42 schrieb:Die Tat trägt die Handschrift der Organisierten Kriminalität (OK). Die Frage ist nun, wo ist die Verbindung? HK war Kaufmann, war er jemanden aus dem Milieu der OK in die Quere gekommen? Und wenn ja, wie? Und wie passen die Bargeldabhebungen dazu?

Dies gilt es zu klären. Aber hat man da so gar keine Spuren in irgend eine Richtung ?
Oder hält man sich diesbezüglich mit Informationen zurück ?
Zitat von ExilHarzerExilHarzer schrieb:Ich glaube der wurde abgezockt und hat mit Polizei gedroht.
Dagegen spricht, dass sie ihn dann schon an dem Abend umgebracht hätten.
Vielleicht, weil sich keine passende Gelegenheit ergeben hat.
Da hat man ihn dann am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit "abgepasst"
Daraus kann man den Schluss ziehen, der oder die Täter gewusst haben müssen, das Herbert Samstag arbeite
Zitat von swandiveswandive schrieb:Also z.B.:
- HK will aussteigen / nicht mehr mitspielen
- HK droht (direkt oder indirekt) mit Polizei
- HK könnte aus Angst auspacken bzw. anfangen zu reden oder wird unberechenbar
oder es gibt ein Thema, das um jeden Preis geheim bleiben soll

Dann geht es nicht mehr ums Eintreiben, sondern um Schadensbegrenzung: "Bevor der redet, wird's beendet". Das ist leider ein Muster, das man aus vielen Fällen kennt.
Alles möglich. Er könnte zu einer Gefahr geworden sein und musste beseitigt werden
Erpressung halte ich da für eher unwahrscheinlich.


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Mord an Herbert K. von 1983

23.01.2026 um 15:44
Ich glaube weiterhin nicht daran, dass Kahrs sich in Bordellen oder generell bei einer anderen Frau rumgetrieben hat.

Er fuhr zur Arbeit und war pünktlich zum Abendessen zuhause. Selbst wenn er seiner Frau etwas verheimlicht hätte, wäre den Arbeitskollegen etwas aufgefallen. Sprich: Er kommt zu spät, ist während der Ladenöffnung weg oder ähnliches. Aber nichts davon. Er wird als sehr pünktlich und Gewissenhaft beschrieben.
Er tischt seiner Frau auch keine Überstunden auf, weil er noch Bestellungen durchgeben/aufschreiben muss oder die Buchhaltung durchführen muss. Das wären alles plausible Ausreden gewesen, die er aber nie getätigt hat.

Auch Glücksspiel halte ich für äußerst fragwürdig - ja fast schon ausschließbar, denn bei illegalem Glücksspiel wirst du am Anfang geködert. Das bedeutet, dass du - durch wen auch immer - da "eingeladen" wirst. Wenn diese Leute dich über den Tisch ziehen wollen, dann lassen sie dich das erste und ggf. auch das zweite Mal gewinnen und lassen dich in der Annahme, dass das ein lohnendes Geschäft ist.
Demnach hätten ja am Anfang auch Einzahlungen auf das Konto gehen müssen. Er wurde aber anscheinend nur Abbuchungen vorgenommen.

Auch dieser letzte Punkt ist interessant, denn er war ja beschäftigt und hat also jeden Monat Einkünfte erhalten. Da ist schon die Frage erlaubt, wieso es zu keinen Einzahlungen gekommen ist (sofern diese vorher getätigt wurden).

Ich persönlich bleibe derzeit noch bei der Annahme, dass er einfach irgendwelchen "Fake-Finanzleuten", die ihm eine Hammer-Rendite versprochen haben, auf den Leim gegangen ist. Der Kontakt könnte in einer Kneipe o.ä zustandegekommen sein, wo man damals noch Dorfgeschehnisse und Welt- und Geldpolitik nahezu täglich besprochen hat.

Dazu passt, dass man 1980 noch 4,3% auf das Sparbuch bekommen hat - 1981 sogar glatte 5%.
Im Jahr 1982 fingen zu Jahresbeginn die Abbuchungen an. Und just in diesem Jahr fielen die Sparzinsen auf 3%.

Wer weiß, ob er sich nicht reinlegen lassen hat und im Hinblick auf den anstehenden Hauskauf vermutete, dass das eine lohnende Sache sein könnte um sein Geld zu maximieren.

Da wäre er auch nicht der erste bei XY, der auf solche Geschäfte reingefallen ist.

Für mich ist - das bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen - die Option am wahrscheinlichsten, denn Kahrs wirkte in beiden Filmfällen, als auch in den Zeitungsberichten eher spießig, konservativ und absolut Familienbezogen.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Kahrs in irgendwelche Bordelle investieren wollte. Die Kiezgrößen haben damals lt. diversen Dokus aus den 80er-Jahren nicht selten 100.000 DM gemacht - pro Tag versteht sich. Und dann kommt da ein Kahrs mit spießigem Outfit und einem uralten senffarbenen Toyota um die Ecke, wedelt mit seinem Sparbuch, wo 30.000 DM drauf sind und die Kiezgrößen lassen sich auf Tranchen zwischen 500 und 1.500 DM ein? Im Leben nicht.


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