swandive schrieb:Wir drehen uns ein bisschen im Kreis: Bei "Erpressung" verlangst du harte Anker, bei "Bordell/Glücksspiel/Entführung" argumentierst du aber selbst mit reinen Möglichkeiten und fiktiven Szenarien.
Nein, das siehst Du falsch.
Bei einer Erpressung, bei der nicht das geringste Erpressungsmotiv auch nur Ansatzweise zu erkennen ist, und bei der, vollkommen unüblich, unterschiedliche Beträge geflossen sein müssen.
Ferner war Herbert ja nicht vermögend.
Dann wird das Erpressungsopfer getötet , obwohl noch Geld da ist ?
Spätestens mit der Knarre am Kopf hätte er das wohl rausgerückt.
Und dann die Tötung an sich. Wegen 20.000 Euro, die Herbert rausgerückt haben soll lebenslänglich riskieren?
Es wäre doch eher so, das Herbert ,. der zuvor DM 20.000,- dafür bezahlt hat, das etwas verschwiegen wird , sich eben nicht offenbart.
alles harte Gründe, die eine Erpressung eigentlich so gut wie ausschließen.
Zudem kommt die Tageszeit in der sich alles abgespielt hat.
Das er einfach gekidnappt wurde um die Aldi Filiale zu berauben, wäre da erst einmal eine naheliegende Annahme , gegen die eben keine harten Fakten sprechen.
Das heißt ja nicht, das es unbedingt so war.
swandive schrieb:Und zum Aldi-/Raub-Szenario: Das wurde hier schon rauf und runter diskutiert. Kann natürlich sein – aber es ist letztlich wieder ein Konstruktionstest ohne neue Daten.
Wäre halt das nahe liegendste Szenario, wenn man nicht irgend welche Doppelleben als Grund anführen will.
swandive schrieb:Mit "Denk-Achse" meine ich: Wenn Zeuge + Zettel stimmen, dann ist der Knackpunkt warum HK danach zuhause niemanden einweiht und nicht selbst die Polizei ruft.
Dagegen spricht, das HK seinen Sohn verspricht, ihn am Samstag mit zu nehmen.
Er hätte das gar nicht versprechen müssen. Für mich zeigt das eine gewisse Arglosigkeit.
Auch wenn er ihn dann schlußendlich doch nicht mitgenommen hat.
swandive schrieb:Das ist für mich der rote Faden: maximale Verheimlichung trotz akuter Bedrohung. Und genau das passt am ehesten zu einem Hebel, der ihm extrem unangenehm/gefährlich war (Stigma, Angst vor Konsequenzen, irgendwas, das um jeden Preis nicht raus darf) – und das geht Hand in Hand mit Erpressbarkeit.
Was Du als " maximale Verheimlichung" qualifizierst, kann ja auch einfach nur so nicht existent gewesen sein.
Wurde ja nie etwas heraus gefunden.
swandive schrieb:önnte auch sein, dass man das, was am Vorabend passiert ist, am nächsten Morgen direkt fortgesetzt hat – also von Anfang an zu zweit oder zu dritt unterwegs war.
Das ergäbe keinen logischen Sinn
Zumal dann nicht ,wenn denn die Aussage des Zeugen vom Vorabend so stimmt.
Vor allem hätte er seinem Sohn dann nicht versprochen ihn am Morgen zu begleiten sondern dies eher verboten.
swandive schrieb:Und im Vergleich dazu hat das "Aldi-Raub/Entführung"-Szenario (wie Nightrider64 es malt) für mich viele Schwachstellen. Wenn er entführt ist, warum dann überhaupt dieser Tankstopp-Unsinn mit "kurz frei lassen", "wieder einsteigen", "weiterfahren" etc.?
Welche denn?
Warum sollte man ihn nicht gezwungen haben, die Karre nochmal voll zu tanken ?
Getankt wurde ja, das ist harter Fakt.
Wie würde das denn besser in ein Erpressungsszenario passen ?
AnMA schrieb:Aber dennoch könnte es (zu unter 10 Prozent) auch sein:
- Dass die seltsamen Geldabhebungen HKs gar nichts mit dem Mord zu tun haben
- Dass HK ein Zufallsopfer war oder Opfer einer Verwechslung wurde
- Dass man HK doch wegen einer Aldi-Erpressung im Visier hatte
- Dass es private Gründe für den Mord gab
- Dass es Gesichtspunkte in diesem Fall gibt, an die noch niemand gedacht hat...
Da stimme ich voll zu.
Das die Geldabhebungen was mit dem Mord zu tun haben könnten, finde ich z.B. ziemlich fraglich.
Das ist einfach zu wenig Geld um dafür irgend etwas im Milieu zu "reißen". Da ginge es denn um ganz andere Summen.
Anders gesagt: für DM 20.000,- in kleinen Raten kann man zwar in dern Puff gehen, kommt aber nicht in die Nähe der Geschäftsführung, die sich dann genötigt sieht ihn zu liquidieren.
Auch Anlagebetrug scheidet da wohl aus, bei der geringen Summen