JestersTear schrieb:Kann mir nicht vorstellen, daß sich Ersttäter in den 1970s schon viele Gedanken über Kriminaltechnik (Ablageplatz bietet zu wenig Blut, um der Tatort sein zu können, usw.) gemacht haben.
Das denke ich auch. Da gäbe es zum einen nicht viel öffentliches Wissen, wie die Kriminalpolizei überhaupt ermittelt und Spuren auswertet. Und zum anderen waren deren technische Möglichkeiten eben tatsächlich auch noch sehr begrenzt.
Auf der anderen Seite würde ich denken, dass jedem Täter auch damals schon bewußt gewesen sein dürfte, dass es Vorteile für ihn hat, wenn seine Tat möglichst spät entdeckt wird. Deshalb finde ich das ablegen an der Wegstrecke nach wie vor seltsam. Am ehesten finde ich da noch diese Erklärung nachvollziehbar:
JestersTear schrieb:2.) Ein Beziehungstäter wollte glauben lassen, sie sei auf dem Weg zur Praktikumsstelle einem Zufallstäter begegnet.
Für ihn wäre das eine Ablenkung vom eigentlichen Tatort, der mit ihm in Verbindung steht, gewesen.
Ansonsten macht es auch zu damaliger Zeit keinen Sinn, die Leiche dort abzulegen, wo sie wahrscheinlich schnell gefunden wird.
Gast11111 schrieb:Deshalb gingen viele Menschen im Ort davon aus, dass ihr der Täter wohl bekannt sein musste.
Ich finde, dass auch dir im Magen gefundenen Speisereste dafür sprechen, dass sie den Täter kannte. Sie wäre doch mit einem fremden nicht Essen gegangen.
Der Todeszeitpunkt konnte nicht genau ermittelt werden, aber die Ermittler gehen wohl davon aus, dass sie erst am Nachmittag starb. Sie muss also mehrere Stunden mit dem Täter zusammen verbracht haben. Ob freiwillig oder unfreiwillig, vielleicht auch zunächst freiwillig, bis sie gemerkt hat, dass er sie nicht mehr weglässt, wissen wir nicht.
Felce schrieb:Daher schrieb ich von den Umständen. Also welches entspanntes Verhältnis kann man sich vorstellen, dass Iris mit jemand Anderem eine andere Mahlzeit isst?
Wenn es tatsächlich um eine richtige Mahlzeit geht, sehe ich das auch so, dass das Verhältnis zu dem Zeitpunkt entspannt gewesen sein und IH sich freiwillig mit ihm aufgehalten haben muss.
Dafür spricht, dass die Ermittler in umliegenden Gaststätten nachgefragt haben, das hätten sie kaum getan, wenn sie offensichtlich nur ihr mitgebrachtes Pausenbrot verzehrt hätte.