Der_Schwabe schrieb:Ich halte es daher durchaus für möglich, dieses Wörtchen so auszulegen, dass "Weber" eigentlich die Kaserne nicht verlassen durfte, es aber in Wahrheit anders war. Warum sollte dies nicht möglich sein? Ich hatte nie gesagt, dass es so sein "müsse", wie Du behauptest.
Okay, dann hatte ich dich in diesem Punkt missverstanden. Ich ging davon aus, dass du aus der Aussage des Kommissars im Podcast einen zwingenden Umkehrschluss ziehen wolltest.
Mein Fehler also, ich bitte um Verzeihung!
Der_Schwabe schrieb:Das einzige was sein muss ist, dass die Polizei einen Grund gehabt haben "muss", dass sie "Weber" so schnell ausgeschlossen hat.
Es ist ja nach der Tat im Juni 1989 überhaupt nur 3 Monate lang ermittelt worden. Ende September 1989 wurden die Ermittlungsakten bereits geschlossen, weil der Fall ausermittelt war. Zitat des damaligen Kommissars in dem alten KStA-Artikel, der als Bild in diese Diskussion Eingang gefunden hat: "In diesem Fall waren wir chancenlos".
Diese Aussage ist für mich im gesamten Kontext des Falls nur durch die dürftige Spurenlage und das Fehlen jeglicher Zeugen - und zwar über viele Stunden von etwa 20 Uhr abends bis morgens gegen 6 Uhr der Tatnacht - erklärbar. Was in diesem Zeitraum im Gebäude geschah, war und ist für die Ermittler letztlich nicht rekonstruierbar.
Insbesondere ist nicht rekonstruierbar, ob "Weber" das Gebäude und/oder das Gelände in diesem Zeitraum verließ. Allerdings gibt es keine Anhaltspunkte dafür.
Schon gar nicht möglich ist es deshalb auch, eine Täterschaft von "Weber " auszuschließen.
Wie sollte denn ein "Beweis", dass "Weber" gar nicht der Täter gewesen sein kann, aussehen, wenn der Zeitraum 20 Uhr bis 6 Uhr der Tatnacht eine "Black Box" ist und Weber selbst aussagt, dass er die ganze Nacht im Zimmer verbracht hätte, Musik gehört und geschlafen hätte.
Wollen wir mit frei erfundenen Annahmen arbeiten, dass es in Wirklichkeit Beweise gibt, dass "Weber" in der Tatnacht viele Stunden außerhalb der Kaserne verbracht hat und deshalb überhaupt keine Möglichkeit hatte, NS umzubringen - nur die Kripo würde uns diesen Sachverhalt verschweigen? Das wäre doch geradezu absurd und ist jedenfalls nicht die Art und Weise, wie ich an die Beurteilung ungelöster Fälle herangehe.
Einen Tatverdacht aufrecht zu erhalten, wenn es keinen einzigen Beweis für die Täterschaft gibt und der Fall als ausermittelt gilt, ist nicht möglich.
Insofern wurde "Weber" damals, nachdem er zunächst Tatverdächtiger war, später vom Tatverdacht ausgeschlossen.
Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass es Beweise gegeben haben muss, die belegen würden, dass er die Tat nicht begangen haben kann und dass der Täter also jemand anders gewesen sein muss.
Diese Sichtweise steht in Übereinstimmung mir der Aussage des Cold Case Ermittlers (also dem Kommissar aus dem Podcast) bei Aktenzeichen
Dew schrieb:Man dürfte "Schütze Weber" demnach schon angesehen haben, dass er nicht in die Auseinandersitzung mit tödlichem Ausgang für N.S. verwickelt war.
Deinen aufrichtigen Versuch, eine Beweisführung zu entwickeln, dass "Weber" gar nicht der Täter gewesen sein kann, in allen Ehren!
Dass der Mörder von NS bei der Tat offensichtliche Verletzungen davon getragen haben muss, "Weber" aber nach der Tat keine erkennbaren Verletzungen auswies, und deshalb als möglicher Täter ausscheidet, und dass die Behörden diesen Umstand der Öffentlichkeit gegenüber bis heute verheimlichen würden, halte ich für eine nicht glaubhafte Annahme.
Ich persönlich schließe das aus.