Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)
21.12.2025 um 01:21Ich verstehe nicht ganz, wie du Polizeipfusch und politische Einflussnahme trennst? Oder wie erklÀrst du dir den Pfusch?
Nun, mEn sollte spĂ€testens fĂŒr âLeute, die sowas schon kennenâ wie Du es ausdrĂŒckst, sobald die zustĂ€ndige GemeindeĂ€rztin vor Ort AuffĂ€lligkeiten feststellt und eine Obduktion anregt, doch Zweifel aufkommen, ob es sich um einen Fall wie in âgeschĂ€tzt 90% der FĂ€lleâ handelt?WgahnaglFhtagn schrieb:Man muss sich die Situation vor Augen halten: es wird eine Leiche in der Donau gefunden. Wie kommen Leichen in geschĂ€tzt 90% der FĂ€lle dort hin? Durch Selbstmord. FĂŒr Leute (zustĂ€ndige Beamte), die sowas schon kennen, eine naheliegende Annahme.
silbergraf schrieb:Nein, die Frage ist: warum wird gepfuscht? Was denkst du, wie es dazu kommt und weshalb?
Das ist meine ganz persönliche Sicht: Man muss sich nichts denken, man darf aber.WgahnaglFhtagn schrieb:Sie sind nicht professionell genug vorgegangen. Dazu muss man sich nichts "denken".
Das habe ich schon verstanden, aber es macht keinen Sinn. 1x ist ein Fehler, 2x ein Zufall, 3x ein System. Die Polizei selbst bestreitet ja irgendwas falsch gemacht zu haben, auch wenn sie ihren eigenen internen Leitlinien sowie der StPO widersprechen. Das bedeutet auch, dass sie immer so arbeiten. Also warum pfuschen die âaus Versehenâ immer so?Momjul schrieb:Er meint wohl, dass Pilz zu weit gegangen sei, hier Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder Mord zumindest nahezulegen.
Dass die Polizei Fehler gemacht hat und mit der (konservativen) Politik verhabert ist, bestreitet W.F. nicht.
Das ist nicht haltlos. Und eine Unterstellung bleibt es, weil Ăsterreich es so will. Schau dir die Mord- und Obduktionsstatistik in Ăsterreich und die letzte parlamentarische Anfrage sowie deren Beantwortung durch das Justizministerium an. Es werden nur 1,5 % der TodesfĂ€lle obduziert. Um das AusmaĂ besser zu begreifen: von 88.486 TodesfĂ€llen in Ăsterreich (2024) wurden nur 5.940 obduziert, davon ausschlieĂlich 1.351 gerichtlich - davon waren es schlussendlich dann nur 76 Tötungsdelikte.WgahnaglFhtagn schrieb:Ich komme aus Ăsterreich. Ja, es gibt jeden Menge Korruption und Freunderlwirtschaft. Aber dass die Polizie routinemĂ€Ăig Tötungsdelikte vertuscht, ist eine haltlose Unterstellung.
Diese Schlussfolgerung resultiert ja aus deiner Logik. Du sagst, die Polizei hat gepfuscht. Die Polizei sagt aber, sie hat keine Fehler gemacht. Aus dieser Logik schlieĂt sich, dass sie ja dann immer so arbeiten mĂŒssen, weil ordnungsgemĂ€Ăe Ermittlungen fehlerhaft wĂ€ren.WgahnaglFhtagn schrieb:Auch Deine Schlussfolgerung, dass sie "immer" so arbeiten, ist logisch nicht zulĂ€ssig (auch wenn ich nicht glaube, dass alle Vorschriften immer genau eingehalten werden).
Das ist auch der WKSta nicht gelungen. Frag dich mal, warum.WgahnaglFhtagn schrieb:Und noch einmal: ein Beweis fĂŒr die Vertuschung eines Mordes durch die Polizei ist nicht einmal im Ansatz erbracht worden.
Meine Denkweise hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun, sondern mit meiner FĂ€higkeit, ZusammenhĂ€nge in Kontext zu bringen. Deine Denkweise macht fĂŒr mich keinen Sinn, weil du die Dinge sehr beschrĂ€nkt und isoliert siehst.WgahnaglFhtagn schrieb:Dass etwas logisches und naheliegendes fĂŒr Dich "keinen Sinn" macht, zeigt eine Voreingenommenheit, und ein Denken, wie es in diesem Forum nur allzu ĂŒblich ist. Es muss immer die sensationalisitische ErklĂ€rung die richtige sein, alle Leichen, die gefunden wurden, werden grundsĂ€tzlich immer ermordet. Sonst schmeckt den Leuten das FrĂŒhstĂŒck nicht.
NatĂŒrlich, aber es ist im öffentlichen bzw. politischen Interesse (Innenministerium ĂVP-gefĂŒhrt), dass das Buch wegkommt.laikaaaaa schrieb:Dass deswegen gleich ein ganzes Buch eingezogen wird, ist aber schon ein bisschen ungewöhnlich, oder? WĂ€re doch verhĂ€ltnismĂ€Ăiger, ihm einfach die speziellen Aussagen, um die es geht, zu verbieten bzw. ihn diese widerrufen zu lassen.
Laut Sicherheitspolizeigesetz muss ein Landespolizeidirektor eine abgeschlossene akademische Ausbildung vorweisen, zu bestellen ist er "vom Bundesminister fĂŒr Inneres im Einvernehmen mit dem Landeshauptmann". Vom Innenministerium hieĂ es am Montag auf Anfrage, dass aktuell ein absolviertes Masterstudium fĂŒr Strategisches Sicherheitsmanagement oder ein abgeschlossenes Jusstudium Voraussetzung fĂŒr die Ernennung sind. Popp verfĂŒgt seit 2016 ĂŒber einen FH-Master fĂŒr ersteren Studiengang.Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000214003/schlagabtausch-zwischen-fpoe-und-oevp-rund-um-polizei-personalie
Popp wurde im Juli 2020 zum Landespolizeidirektor von Niederösterreich ernannt. Zuvor soll ihn die Bestellungskommission als "im höchsten MaĂe geeignet" beurteilt haben. Das Innenministerium â damals war der heutige Bundeskanzler und ĂVP-Chef Karl Nehammer Ressortchef â ersuchte im Juni 2020 das Bundesministerium fĂŒr Kunst, Kultur, Ăffentlichen Dienst und Sport (BMKĂS) unter Werner Kogler (GrĂŒne) um Zustimmung zur Ernennung von Popp zum Landespolizeidirektor.
Das ist genau die Art von Argumentation, die ich erwartet habe. "Es gibt keinen Beweis und das ist der Beweis".silbergraf schrieb:Das ist auch der WKSta nicht gelungen. Frag dich mal, warum.
Das ist ein schöner Euphemismus.silbergraf schrieb:mit meiner FÀhigkeit, ZusammenhÀnge in Kontext zu bringen

Soweit ich weiĂ treffen viele Leute, die Suizid begehen, diese Entscheidung sehr spontan. Dass er das nicht von langer Hand geplant hat, spricht also nicht dagegen. AuĂerdem dĂŒrften diese anderen Chats ja vor der Trunkenheitsfahrt geschrieben worden sein, die ja als Auslöser fĂŒr das, was auch immer danach passiert ist, gelten dĂŒrfte.Momjul schrieb:Er vereinbart offizielle und private Termine und wirkt nicht depressiv.
Dann schreibt er "Ich bin fertig und kann nicht mehr. Alles Liebe!"