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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

161 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Leiche, Unfall ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

06.01.2026 um 19:08
Beitrag von klara.verstand (Seite 6)

Sofern ich Deinen Beitrag richtig verstanden habe, wägst Du zwei Szenarien ab: ein Gewaltverbrechen versus eine politisch motivierte Vernichtung von Pilnaceks Nachlass. Du hältst das zweite Szenario für wahrscheinlicher, kritisierst aber, dass andere Personen – insbesondere Pilz, durch die von Dir genannte „Bedienung des Narrativs“ – das erste für Dich stärker betonen.
Gleichzeitig äußerst Du Skepsis gegenüber der Rolle des Untersuchungsausschusses und vermutest politische Motivation der FPÖ.

Geht es Dir hauptsächlich darum, die Wahrscheinlichkeit eines Gewaltverbrechens zu diskutieren, oder eher um die Frage, ob Unterlagen aus Pilnaceks Nachlass politisch beeinflusst vernichtet wurden?

Worüber möchtest Du konkret diskutieren, oder was könnte man dazu weiterführend erörtern?


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

06.01.2026 um 23:20
Ich sehe schon als Quintessenz all dessen, dass die Suizidthese angezweifelt wird. Die logische Folge dessen wäre ja ein gewaltsamer Tod.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 09:43
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb am 06.01.2026:Nun, ich habe einen anderen Eindruck und wenn Pilz nun behauptet, er hätte doch niemals einen Mord oder ein Gewaltverbrechen behauptet, mag das eine Schutzbehauptung sein, aber er hat das Narrativ bedient.
Hier schreibt der wohl unverdächtige Falter:
In seinem Bestseller „Pilnacek. Der Tod des Sektionschefs“ spekuliert der Ex-Politiker Peter Pilz allerdings über ein mögliches Mordkomplott und eine Beweismittelvernichtung durch eine „türkise Polizeikette“. Pilz, der nun erste Medienprozesse (nicht rechtskräftig) verliert, behauptet, der Fall sei „von oben“ derschlagen worden. Ein U-Ausschuss ist die Folge.
Quelle: https://www.falter.at/zeitung/20250610/chefermittler-wehrt-sich-gegen-vorwuerfe-von-peter-pilz
Peter Pilz hat kein ein einziges Mal von Mord gesprochen, das haben die Medien so geframet. Und Florian Klenk bzw. dem Falter darf man in dieser Causa sowieso keinen Funken Glauben schenken. Klenk ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen, insbesondere in Bezug auf diesen Fall. Zum einen hasst er Pilz, zum anderen kann er nicht ertragen, dass er gerade nicht main character ist.
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb am 06.01.2026:In meine persönliche Wahrnehmung werden bewusste (!) Verfehlungen behauptet und in den Raum gestellt, die ich für "unlogisch" erachte, es sei denn, es gäbe Ansatzpunkte für ein Gewaltverbrechen.
Inwiefern findest du das unlogisch? Und warum koppelst du dies ausschlieĂźlich in Verbindung mit einem Gewaltverbrechen?


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 12:02
Zitat von 2cent2cent schrieb am 27.12.2025:Könntest Du bitte eine Quelle dafür liefern, dass pauschal "fast 90%" der Suizide impulsive Handlungen sind?
Ich habe bewusst impulsiv alltagssprachlich verwendet, weil das für alle verständlicher ist. Die knappen 90 % bezogen sich auf die Kurzfristigkeit der suizidalen Entscheidungsprozesse, nicht auf Impulsivität im psychometrischen Sinn. In der Forschung sind das zwei verschiedene Konstrukte. Die zeitliche Dynamik kann sehr kurz sein, ohne dass die Personen als hoch impulsiv im Persönlichkeitsprofil gelten. In Studien berichten etwa die Hälfte der Betroffenen, dass zwischen dem ersten suizidalen Gedanken und der Handlung nur sehr kurze Zeit verging (unter 10 Minuten). Knapp 75 % von den Menschen, die bereits Suizidgedanken hatten (aber noch keine konkrete Handlung geplant), haben nach der getroffenen Entscheidung innerhalb von 10 Minuten einen Suizidversuch verübt.

Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19026258/
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26653582/
Zitat von 2cent2cent schrieb am 27.12.2025:Sowie, woran Du genau festmachst, dass sein Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit fĂĽr eine suizidale Krise gesprochen hat?

Von den 10 Warnzeichen einer "suizidalen Krise" erkenne ich als Aussenstehende bei Pilnacek maximal dieses hier
selbstschädigendes Verhalten mit vermehrtem Alkohol- und Drogenkonsum, rücksichtsloses Autofahren, unnötige Risikobereitschaft
Dies trifft aber dann so ziemlich auf jeden alkoholisierten Autofahrer zu.

Bzw zu den 9 Risikofaktoren könnten wir evtl. noch diskutieren ob es eine "ausgeprägte Lebenskrise / extrem belastende Erlebnisse" gab.

Persönlich glaube ich zwar nicht, dass die Abnahme des Führerscheins eine Lebenskrise ausgelöst hat, aber was weiß man schon.

Alles andere wäre mEn reine Spekutlation, da wir die persönlichen Umstände/Umfeld des P. nicht kennen und diese auch nicht öffentlich bekannt sind.

Quelle: https://ifsg.at/suizidalitaet/anzeichen/
Auch wenn ich ihn nicht persönlich kenne und nur sehr wenige Informationen über seine Person habe, lässt sich aus klinisch-psychologischer Sicht konsistent eine hochgradige suizidale Krise rekonstruieren. Ich werde hier sehr vorsichtig und stark verkürzt darauf eingehen.

Thwarted Belongingness (fehlende Zugehörigkeit - einer der größten Faktoren): Suspendierung vom Beruf (massiver Identitätsbruch, sozialer Statusverlust), Trennung von der Ehefrau (emotionaler Verlust ist ebenfalls ein großer Faktor), öffentliche Stigmatisierung, mediale Exposition (soziale Exklusion, Scham)

Entrapment (Ausweglosigkeit): Führerscheinentzug (staatliche Gewalt, Verlustkontrolle, Scham - das war meines Erachtens der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte), absehbare berufliche Irreversibilität durch den Führerscheinentzug, erwartete mediale Eskalation und strafrechtliche Dynamik, wahrgenommene Kaskade weiterer Verluste („es wird nur noch schlimmer“)

Kognitive und affektive Belastungsfaktoren: Belastung durch Geheimhaltungsdruck/„Auspacken wollen“ (moralischer Konflikt, Angst, Loyalitätsdilemma, Druck, Gefahr), Alkoholintoxikation (Enthemmung, Impulsdurchbruch, Reduktion von Angst)

Suizidale Kommunikation (prädiktiv extrem relevant!): Kontaktaufnahme zu zentralen Bezugspersonen (Telefonat mit Sebastian Kurz - dazu gehe ich noch gesondert ein), explizite Ankündigung gegenüber einem Freund, weitere abschiedsähnliche Kommunikation beim Verlassen des Hauses („Ich gehe fort“), weggehen ohne Handy, ohne Schlüssel, ohne Alltagsutensilien (symbolischer Bruch mit Rückkehrintention) -> Rückzug, Abkapselung, Zielgerichtetheit

In suizidalen Krisen ist es sehr typisch, dass Betroffene kurz vorher eine machtvolle, emotional bedeutende Bezugsperson kontaktieren, dort entweder explizit oder implizit um Hilfe, Entlastung oder „Rettung“ bitten oder zumindest eine letzte Form von emotionaler Klärung suchen. Das Telefonat mit Sebastian Kurz passt strukturell in das Muster der sogenannten final communications (letzte Kontaktaufnahme zu zentralen Bindungs- oder Autoritätspersonen). Ob darin eine Suizidankündigung, ein Hilferuf, eine moralische Entlastung oder ein Loyalitätskonflikt enthalten war, ist nicht rekonstruierbar, aber psychologisch nicht unplausibel und in Anbetracht der nachfolgenden Ereignisse naheliegend. Sebastian Kurz bzw. sein Anwalt (die beiden waren gerade gemeinsam bei einer Gerichtsverhandlung) bekam um 09:28 Uhr eine Nachricht, dass Pilnacek durch Suizid gestorben sei. Tatsächlich wurde zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht mal sein Tod festgestellt, geschweige denn eine Todesursache. Die Leichenbeschau begann erst um 09:30 Uhr. Nach der Verhandlung, am frühen Nachmittag, hat Sebastian Kurz der anwesenden Presse folgendes mitgeteilt:

„Am heutigen Tag ist es vor allem der Tod von Christian Pilnacek, der mich extrem betroffen macht. Ich habe gestern Abend noch mit ihm telefoniert und wenige Stunden später hat er sich das Leben genommen. Ich habe in den letzten Jahren miterlebt, wie mit ihm umgegangen worden ist, und ich hab in den letzten Jahren miterlebt, was das auch mit ihm gemacht hat.“

Fraglich ist, woher Kurz die Information erhalten habe, inkl. der mutmaßlichen Todesursache (sein Anwalt sagte vor Gericht aus, dass die Info von zwei Journalisten kam - dies ist sehr unglaubwürdig; er hat diese vor Gericht namentlich auch nicht genannt und die Nachricht bereits gelöscht), 2. dies offenbar wenige Stunden nach dem letzten Telefonat mit ihm erfolgte. Bis heute konnte ja ein Todeszeitpunkt nicht ermittelt werden. Für mich ergibt sich daraus, dass Pilnacek auch ihm suizidale Absichten äußerte. Der Inhalt des Gesprächs ist nicht bekannt. Je nachdem was und wie kommuniziert wurde, könnte es möglicherweise die Straftatbestände §§ 78, 95 StPO (Beihilfe zum Suizid, Unterlassene Hilfeleistung) erfüllen.

Nicht nur die Mitteilung über den Tod von Pilnacek an Kurz ist problematisch ist, sondern auch die mMn geschmacklose Instrumentalisierung dessen. Das war kein Trauermoment, keine Zurückhaltung, keine Distanz, sondern eine Narrativsetzung. Er nutzte den Tod unmittelbar, um eine politische Erzählung zu transportieren (Druck, Umgang mit Menschen, implizite Schuldzuweisung an Medien/Justiz/„das System“ = Seht, was dieser Druck mit Menschen macht = Seht, was dieser Druck/ihr alle mit mir macht -> seid vorsichtig mit mir).

Was ich aber dennoch klarstellen möchte: Eine suizidale Krise und selbst eine suizidale Handlungsabsicht sind keine Beweise dafür, dass der Tod durch Suizid eingetreten ist. Suizidale Krisen sind fast immer von Ambivalenz getragen (zwischen Tod und Rettung/der Wunsch zu sterben ist zugleich der Wunsch, dass der unerträgliche Zustand aufhört - das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck des inneren Konflikts), insbesondere auch bei der Handlung selbst (situative Ambivalenz in der finalen Phase). Sie zeigt sich darin, dass Menschen am konkreten Ort zögern, innehalten, sich setzen, auf und ab gehen, aktiv nach Blickkontakt, Geräuschen und Unterbrechungen suchen. Zwischen Absicht und Tod liegt ein Raum, in dem Beziehung, Zufall, Zeit oder Situation den Verlauf noch verändern können. Somit kann ein Unfall oder ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVII/AB/17704/imfname_1632265.pdf
Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000273259/standard-rekonstruktion-wie-der-tag-an-dem-pilnacek-starb-laut-protokollen-ablief
Quelle: Youtube: #150 Der Fall Pilnacek: Was bei Ermittlungen geschah – und was nicht
#150 Der Fall Pilnacek: Was bei Ermittlungen geschah – und was nicht
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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 12:25
Nur dass Klenk Pilz konkreter die Nichteinhaltung journalistischer Standards vorwirft. Dass er von Anfang an auf ein bestimmtes Ziel hin untersucht hat und jedes Gegenargument ("nach Logik des Politikers") als Gegnerschaft und VerklĂĽngelung aufgefasst hat.

Das ist nichts, das man so einfach wegwischen kann mit Argumenten Ă  la "Klenk hasst Pilz". Damit macht man es sich ein bisschen allzu einfach.

Und ja, letzlich wird der FPĂ– damit eine Schmierentheater-BĂĽhne geboten.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 13:17
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Nur dass Klenk Pilz konkreter die Nichteinhaltung journalistischer Standards vorwirft. Dass er von Anfang an auf ein bestimmtes Ziel hin untersucht hat und jedes Gegenargument ("nach Logik des Politikers") als Gegnerschaft und VerklĂĽngelung aufgefasst hat.
Der Klenk hält selbst keine journalistischen Standards ein. Siehe Tierschutzprozess, Terroranschlag Wien, Plagiatsvorwürfe (indem er darauf mit „ Thalhammer sei zu dumm es zu verstehen“ reagierte), etc.

Mit seiner Berichterstattung in Bezug auf Pilnacek hat Klenk sich endgültig entlarvt. Ich kann die Falschaussagen gar nicht mehr zählen, hier mal nur ein paar Auszüge:

Das Gutachten ist eindeutig: kein Fremdverschulden, kein Gift, keine Spuren eines Raufhandels. Todesursache: Ertrinken. Auch laut WKStA gibt es „keine Hinweise auf ein Fremdverschulden“.

Das ist falsch. Die WKStA hat das nie festgestellt. Das geht auch nicht, da sie den Todesfall gar nicht untersucht hat.

Auch der Vorwurf des Amtsmissbrauchs ist falsch. Der von Pilz attackierte Mord-Chefermittler Johann Fellner ist unschuldig.

Die Anzeige wurde selbst von dem Korrputionsexperten Martin Kreutner, der die Untersuchungskommission im Fall Pilnacek leitete, eingebracht. Laut WKStA handelt es sich nicht um eine klare Entlastung der Polizei, sondern um eine einstellungswürdige Grauzone mit juristisch problematischen Vorgängen. Es wurde nicht eingestellt, weil es keine fehlerhaften Ermittlungen gab, sondern weil kein Vorsatz nachgewiesen werden konnte. Das verschweigt Klenk vollkommen.

Zensur? Ein vertuschter Mord? Ein tiefer Staat? Nein, wir erleben den tiefen Fall des Peter Pilz, der den Ausnahmezustand einer traumatisierten Frau ausschlachtete – um seine Verschwörungstheorien in Bestsellern zu vermarkten.

Super objektiv, der Klenk. Naja, dass er selbst in den letzten Jahren in jeder Berichterstattung, in jeder TV-Sendung, in jedem Podcast betonte, dass Ă–sterreich kein Rechtsstaat sei, hat er wohl vergessen. Aber da war alles noch anders, da war er ja der Star.

Quelle: https://archive.ph/TQQiA#selection-2103.0-2103.186


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 13:20
Zusammenfassung: Klenk ist böse, weil er Pilz widerspricht.

Noch einmal: es geht um journalistische Standards. Nicht um irgendwelche Ressentiments und persönliche Befindlichkeiten. Die sind mir völlig egal.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 13:42
Zitat von silbergrafsilbergraf schrieb:Fraglich ist, woher Kurz die Information erhalten habe, inkl. der mutmaßlichen Todesursache (sein Anwalt sagte vor Gericht aus, dass die Info von zwei Journalisten kam - dies ist sehr unglaubwürdig; er hat diese vor Gericht namentlich auch nicht genannt und die Nachricht bereits gelöscht), 2. dies offenbar wenige Stunden nach dem letzten Telefonat mit ihm erfolgte. Bis heute konnte ja ein Todeszeitpunkt nicht ermittelt werden. Für mich ergibt sich daraus, dass Pilnacek auch ihm suizidale Absichten äußerte. Der Inhalt des Gesprächs ist nicht bekannt. Je nachdem was und wie kommuniziert wurde, könnte es möglicherweise die Straftatbestände §§ 78, 95 StPO (Beihilfe zum Suizid, Unterlassene Hilfeleistung) erfüllen.
Das glaube ich tatsächlich nicht. Du hast ja vorher selber schon ausgeführt, dass Suizidversuche oftmals sehr impulsiv passieren und dass hier, falls das denn der Fall sein sollte, die Abnahme des Führerscheins wohl eine Rolle gespielt hat. Und das ist ja erst nach dem Gespräch mit Kurz passiert. Dass er zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Suizidabsichten gehabt haben dürfte (wobei wir darüber auch nur spekulieren können), ergibt sich aber aus fast allen Zeugenaussagen von dem Tag und der Tatsache, dass er ja noch Termine für die Tage danach ausgemacht hat usw. Das würde aber wieder die Frage aufwerfen, wieso Kurz das schon so früh zu wissen geglaubt hat.

Ich hatte mich auch mal zwischenzeitlich gefragt, ob er vielleicht irgendein Medikament eingenommen hat, dass sich nicht mit dem Alkohol vertragen hat, den er an dem Abend konsumiert hat. Das würde dann evtl. das eher irrationale Verhalten mit der Trunkenheitsfahrt, die ja so nicht geplant war (weil er nicht zu seiner Freundin fahren sollte an dem Abend), erklären und ggf. auch das weitere Geschehen. Ich schätze aber, das wäre wohl bei der Obduktion rausgekommen.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 13:42
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Noch einmal: es geht um journalistische Standards. Nicht um irgendwelche Ressentiments und persönliche Befindlichkeiten. Die sind mir völlig egal.
Ich spreche ja von journalistischen Standards.


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10.01.2026 um 14:03
Das sind nur Nebelkerzen und Whataboutismus. Es geht darum, dass Klenk Pilz vorwirft, sie nicht eingehalten zu haben und durch seine Aktion den Investigativjournalismus insgesamt ins Zwielicht gerückt zu haben. Ein Vorwurf, den man nicht so leicht beiseite wischen kann. Schon gar nicht indem man einfach "selber" schreit. Es ist nämlich egal ob Klenk oder sonstwer das sagt. Diesen Vorwurf muss Pilz sich auf jeden Fall gefallen lassen.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 14:11
Zitat von laikaaaaalaikaaaaa schrieb:Das glaube ich tatsächlich nicht. Du hast ja vorher selber schon ausgeführt, dass Suizidversuche oftmals sehr impulsiv passieren und dass hier, falls das denn der Fall sein sollte, die Abnahme des Führerscheins wohl eine Rolle gespielt hat. Und das ist ja erst nach dem Gespräch mit Kurz passiert.
Soweit ich weiĂź, ist der genaue Zeitpunkt des Anrufs weder bekannt noch belegt. Hast du eine Quelle hierzu?
Zitat von laikaaaaalaikaaaaa schrieb:Dass er zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Suizidabsichten gehabt haben dürfte (wobei wir darüber auch nur spekulieren können), ergibt sich aber aus fast allen Zeugenaussagen von dem Tag und der Tatsache, dass er ja noch Termine für die Tage danach ausgemacht hat usw.
Rationale Gründe für eine irrationale Situation zu suchen macht wenig Sinn. Äußere Funktionalität, geordnete Kommunikation und vorhandene Zukunftspläne widerlegen weder eine suizidale Krise noch eine suizidale Handlungsabsicht.

Lies nochmal:
Zitat von silbergrafsilbergraf schrieb:In Studien berichten etwa die Hälfte der Betroffenen, dass zwischen dem ersten suizidalen Gedanken und der Handlung nur sehr kurze Zeit verging (unter 10 Minuten).
Die suizidale Krise trat wahrscheinlich erst mit der FĂĽhrerscheinabnahme ein.
Zitat von laikaaaaalaikaaaaa schrieb:Das wĂĽrde aber wieder die Frage aufwerfen, wieso Kurz das schon so frĂĽh zu wissen geglaubt hat.
Vielleicht hat er ja wirklich mit Kurz erst danach telefoniert? Da die Handydaten nicht ausgewertet wurden, lässt sich das leider nicht mehr sagen.
Zitat von laikaaaaalaikaaaaa schrieb:Ich hatte mich auch mal zwischenzeitlich gefragt, ob er vielleicht irgendein Medikament eingenommen hat, dass sich nicht mit dem Alkohol vertragen hat, den er an dem Abend konsumiert hat. Das würde dann evtl. das eher irrationale Verhalten mit der Trunkenheitsfahrt, die ja so nicht geplant war (weil er nicht zu seiner Freundin fahren sollte an dem Abend), erklären und ggf. auch das weitere Geschehen. Ich schätze aber, das wäre wohl bei der Obduktion rausgekommen.
Das muss nicht unbedingt sein. Er war ja alkoholisiert, das erklärt schon irrationales Verhalten und die Geisterfahrt. Außerdem hat er an dem Tag mit dem FPÖ-Politiker Christian Hafenecker in der ungarischen Botschaft in Wien gesprochen und soll ihn um einen Termin bei FPÖ-Parteichef Herbert Kickl gebeten haben, um auszupacken bzw. öffentlich über Vorgänge zu sprechen. Das kann zusätzlich auf ihn gewirkt haben (Kontrollverlust, akuter Stress).


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 14:29
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Das sind nur Nebelkerzen und Whataboutismus. Es geht darum, dass Klenk Pilz vorwirft, sie nicht eingehalten zu haben und durch seine Aktion den Investigativjournalismus insgesamt ins Zwielicht gerückt zu haben. Ein Vorwurf, den man nicht so leicht beiseite wischen kann. Schon gar nicht indem man einfach "selber" schreit. Es ist nämlich egal ob Klenk oder sonstwer das sagt. Diesen Vorwurf muss Pilz sich auf jeden Fall gefallen lassen.
Nein, das sind keine Nebelkerzen und kein Whataboutismus. Diese Vorwürfe kommen nur von Klenk selbst. Das ist seine subjektive Meinung und keine fachliche Einschätzung. Deine Aussage „diesen Vorwurf muss man sich gefallen lassen“ suggeriert ja, es handle sich um eine quasi objektive, von der Fachöffentlichkeit getragene Bewertung. Genau deshalb ist die Frage nach dem Urheberkreis zentral. Ein Vorwurf gewinnt Gewicht nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch seine inter­subjektive Bestätigung: Wer erhebt ihn? Wie viele? Aus welchen Rollen heraus? Mit welcher Unabhängigkeit voneinander?

Wenn Klenk sich selbst als normativer Hüter von journalistischen Standards inszeniert, welche er aber selbst nicht einhält, dann haben seine Worte keine Bedeutung. Und solche Vorwürfe darf jede Person genauso wegwischen, wie es Klenk tut.


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10.01.2026 um 14:52
Nur dass der Vorwurf an Pilz gerichtsfest ist, der Vorwurf an Klenk nur Deine persönliche, nicht sonderlich unvoreingenommene Meinung. Und nein, ich möchte nicht wissen, wie Du genau dazu kommst. Ich vermute: "er vertritt eine andere Meinung als ich".

Aber natĂĽrlich ist das nur ein Nebenschauplatz dieser Diskussion, anderes ist interessanter.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 15:03
@silbergraf - Beitrag von silbergraf (Seite 7)

Danke für deine Erläuterung! Ich möchte die Ebenen noch einmal klar trennen, weil in deiner Argumentation mE unterschiedliche Dinge vermischt werden, die nicht gleichgesetzt werden sollten. Statistische Befunde über kurzfristige Suizidentscheidungen beziehen sich auf große Gruppen, nicht auf Einzelfälle. Nur weil viele Entscheidungen kurzfristig getroffen werden, folgt daraus nicht automatisch, dass eine bestimmte Person suizidal war – hier liegt ein klassischer Fehlschluss von Statistik auf Einzelfall vor.

Die von dir genannten Konzepte sind Risiko- oder Belastungsfaktoren, keine diagnostischen Kriterien. Dass mehrere Faktoren möglicherweise vorlagen, kann auf eine gewisse Vulnerabilität hinweisen, ersetzt aber keinen Beleg für eine „hochgradige suizidale Krise“, solange keine direkten Hinweise oder konsistente Kommunikation aus erster Hand bekannt sind. Viele Verhaltensweisen, wie Telefonate, Alkoholkonsum oder das Weggehen ohne Handy, werden im Nachhinein oft durch die Hypothese „Suizid“ interpretiert, sind aber nicht suizidspezifisch und kommen auch in anderen Krisen oder alltäglichen Situationen vor. Wie ja u.a. auch von @laikaaaaa anmerkt.

Du schreibst, du hast „bewusst impulsiv alltagssprachlich formuliert, weil das verständlicher sei“. Meines Erachtens ist das hier nicht gelungen, insbesondere weil die Kombination mit einer präzisen Prozentzahl („fast 90 %“) den Eindruck einer gesicherten Tatsachenbehauptung erzeugt. Wenn eine Formulierung erst nachträglich fachlich erläutert oder umdefiniert werden muss, war sie weder klar noch geeignet, Missverständnisse zu vermeiden oder eine persönliche Einschätzung deutlich zu machen.

Ich bestreite nicht, dass deine Deutung möglich ist. Ich bestreite nur, dass sie auf Basis der öffentlich bekannten Informationen mit der suggerierten Sicherheit vertreten werden kann. Alles darüber hinaus bleibt – bei aller fachlichen Stringenz – Spekulation. Dein abschließender Hinweis, dass selbst eine suizidale Krise oder suizidale Absichten keinen Beweis für Suizid darstellen, ist sachlich richtig und wichtig - steht jedoch in gewissem Spannungsverhältnis zu der vorherigen Argumentation, die diese Kausalität stellenweise implizit nahelegt.

Was du darlegst, ist plausibel, aber Plausibilität darf nicht automatisch als hohe Wahrscheinlichkeit oder als faktische Rekonstruktion verstanden werden. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie Suizid – und in diesem speziellen, politisch aufgeladenen Fall – halte ich es für besonders wichtig, die Differenz zwischen Möglichkeit, Plausibilität und Beleg nicht nur gedanklich, sondern auch sprachlich strikt einzuhalten. Möglich ist vieles, belegt ist wenig.

Deine Herleitung zur frühen Informationsweitergabe an Kurz, die mögliche psychologische Plausibilität suizidaler Hinweise und die Kritik an der politischen Instrumentalisierung durch Kurz finde ich nachvollziehbar. Die teils widersprüchlich wirkenden Umstände der Informationskette werfen definitiv Fragen auf. Deiner Herleitung folgend könnte ein Telefonat kurz vor Pilnaceks mutmaßlichem Suizid belastende Hinweise enthalten haben – das heißt aber nicht automatisch, dass strafrechtliche Tatbestände erfüllt wären.

Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, ĂĽber die Informationskette und den Umgang damit offen zu sprechen, ohne vorschnelle SchlĂĽsse zu ziehen.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 15:15
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Nur dass der Vorwurf an Pilz gerichtsfest ist, der Vorwurf an Klenk nur Deine persönliche, nicht sonderlich unvoreingenommene Meinung. Und nein, ich möchte nicht wissen, wie Du genau dazu kommst. Ich vermute: "er vertritt eine andere Meinung als ich".
Inwiefern hat das Gericht festgestellt, dass Pilz journalistische Standards nicht eingehalten hat? Dafür ist eigentlich nur der Presserat zuständig. Und da gibt es genug Entscheidungen über Verstöße vom Klenk. Von Pilz habe ich nichts gefunden.
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Aber natĂĽrlich ist das nur ein Nebenschauplatz dieser Diskussion, anderes ist interessanter.
Korrekt, deswegen weiĂź ich nicht, warum du das immer wieder zum Thema machst?


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 15:22
Zitat von silbergrafsilbergraf schrieb:Korrekt, deswegen weiĂź ich nicht, warum du das immer wieder zum Thema machst?
Warum machst Du Klenk zum Thema? Nein, das war nicht ich, der ihn in die Diskussion eingebracht hat.

Und sorry, dass man jemanden, der wegen ĂĽbler Nachrede verurteilt wird nicht vorwerfen kann, dass er unsauber gearbeitet hat, ist schlicht absurd.

Aber ja, von meiner Seite ist das Thema erledigt.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 15:25
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb am 06.01.2026:Der andere Strang, der interessieren könnte, ist freilich, ob verhindert werden sollte, dass aus Pilnaceks "Nachlass" irgendwelche politisch brisanten Quellen vernichtet wurden. Oder zumindest auf Verdacht oder Angst vernichtet wurden.
Das ist eigentlich das einzige interessante.


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10.01.2026 um 15:27
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Warum machst Du Klenk zum Thema? Nein, das war nicht ich, der ihn in die Diskussion eingebracht hat.
Ich habe auf einen Beitrag geantwortet. Du hast ihn zum zentralen Thema gemacht.
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Und sorry, dass man jemanden, der wegen ĂĽbler Nachrede verurteilt wird nicht vorwerfen kann, dass er unsauber gearbeitet hat, ist schlicht absurd.
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Nur dass der Vorwurf an Pilz gerichtsfest ist, der Vorwurf an Klenk nur Deine persönliche, nicht sonderlich unvoreingenommene Meinung.
Nochmal: wo wurde das gerichtlich festgestellt?


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 15:34
Zitat von silbergrafsilbergraf schrieb:Nochmal: wo wurde das gerichtlich festgestellt?
Sorry, über dieses Stöckchen springe ich jetzt nicht mehr. Der Prozess ist bekannt, die Verurteilung auch. Klenks Einschätzung korrespondiert damit. Dass Du sie nicht magst, ist einzig Dein Problem.


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Der Fall Pilnacek (Causa Pilnacek)

10.01.2026 um 16:12
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Sorry, über dieses Stöckchen springe ich jetzt nicht mehr. Der Prozess ist bekannt, die Verurteilung auch. Klenks Einschätzung korrespondiert damit. Dass Du sie nicht magst, ist einzig Dein Problem.
Mir erschließt sich ehrlich gesagt nicht, was der Mehrwert deiner Einwürfe ist. Keiner darf hier eine Meinung haben außer du. Fakten verleugnest du. Wenn man zu einem Thema nichts Konstruktives beitragen möchte, wäre es für den Diskussionsfluss hilfreicher, sich dessen zu enthalten. Ein Forum lebt nämlich genau davon.


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