@klara.verstand - Danke fĂĽr deine AusfĂĽhrungen. Zur Klarstellung meiner Position und als Antwort auf deinen Beitrag:
Zu deiner Wahrnehmung, „seit Eröffnung des Threads kreise die Frage darum, ob Pilnacek Opfer eines Gewaltverbrechens wurde“: Diesen Eindruck teile ich nicht.
Zum "medialen Narrativ", wonach es darum auch im Buch von Peter Pilz gehe:
Am beispielhaft genannten profil-Artikel zeigt sich meines Erachtens, dass es sich dabei um eine journalistische Interpretation dessen handelt, was der Autor bzw. das Medium Peter Pilz zuschreiben, insbesondere im Zusammenhang mit der Einordnung der Gutachten von Dr. Longato und Dr. Tsokos.
Pilz selbst hat – soweit mir bekannt – an keiner Stelle ausdrücklich behauptet, es habe sich um Mord gehandelt. Dass einzelne Leser:innen oder Diskussionsteilnehmer aus bestimmten Passagen oder aus dem Buch insgesamt die Schlussfolgerung „Es war Mord“ ziehen, mag sein.
Ich teile diese Schlussfolgerung nicht und habe das auch mehrfach dargelegt.
Vor diesem Hintergrund kann und werde ich auf Fragen wie
– „Wer soll ihn getötet haben?“
– „Wer soll die Tat in Auftrag gegeben haben?“ oder
– „Hat die ÖVP das vertuscht?“
keine Antwort formulieren, da diese Fragen Prämissen enthalten, die ich nicht teile.
Eine „Vertuschung“ setzt ein gesichertes Wissen über Tat und Täter voraus – genau das liegt hier aus meiner Sicht nicht vor.
Aus dem Ziel des Untersuchungsausschusses – nämlich der Prüfung der Ermittlungen im Todesfall Pilnacek, bei dem offiziell von Suizid ausgegangen wurde, sowie den Vorwürfen möglicher politischer Einflussnahme und der Unterdrucksetzung von Journalisten – leitest du implizit ab, es müsse etwas Konkretes vertuscht worden sein. Diese Schlussfolgerung teile ich nicht.
Selbstverständlich kann man die Meinung vertreten, allfällige strafrechtlich relevante Vorwürfe sollten ausschließlich durch die WKStA geprüft werden. Gleichzeitig sind parlamentarische Untersuchungsausschüsse ein verfassungsrechtlich vorgesehenes und rechtsstaatlich legitimes Instrument, insbesondere zur politischen Kontrolle staatlichen Handelns.
Wie aus meinen bisherigen Beiträgen hervorgeht, geht es mir nicht um eine "Mordthese", sondern um Folgendes:
Der Tod von Christian Pilnacek wurde sehr rasch als Suizid eingeordnet.
Alternative Möglichkeiten (Unfallgeschehen, Fremdverschulden) wurden nach bisheriger Darstellung von Beginn an ausgeschlossen.
Spätere (private) Gutachten stellen diese frühe Festlegung zumindest in Frage.
Eine ergebnisoffene, umfassende und sorgfältige Untersuchung hätte viele der heutigen Debatten vermutlich verhindert.
Was ich mir als österreichische Staatsbürgerin erwartet hätte, ist genau eine solche Untersuchung. Mein Kritikpunkt richtet sich daher gegen die Qualität und Offenheit der Ermittlungen, nicht gegen eine bestimmte politische Partei oder gegen konkrete Personen.
Die implizite Unterstellung, ich wĂĽrde behaupten, die Ă–VP habe Beweismittel entsorgt oder gezielt vertuscht, weise ich ausdrĂĽcklich zurĂĽck.
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