Sherlock_H schrieb:In einem Artikel, den ich gelesen habe, hieß es, die Sparkasse wolle schon kooperieren, brauche aber eine gewisse Zeit, bis sie die Kundendaten usw., die die Polizei beschlagnahmen möchte, kopiert hat. Das finde ich verständlich.
Nun in den Bankinstituten für die ich tätig war, hatte man keine "eigenständigen" Rechner, die auf Datenbestand zugriffen, der nur auf den lokal verbauten Festplatten gespeichert war. Alle Daten kamen von einem zentralen Server, der noch nicht einmal im selben Gebäude untergebracht sein musste. Wenn ich also in Filiale "X" etwas eingegeben habe, war das sofort auch in Filiale "Y" zu sehen. Was die EB also brauchten, waren definitiv keine lokal verbauten Festplatten, sondern eine Kopie der in dieser spezifischen Filiale betreuten Kundendaten von einem entsprechenden Server. Das ist weit unkomplizierter als es klingt. Hätte die Sparkasse ein echtes Interesse daran zu kooperieren, wäre so ein Datentransfer meiner persönlichen Meinung nach in wenigen Stunden problemlos möglich.
Sherlock_H schrieb:Wahrscheinlich kopiert die Polizei nicht mühsam alle Festplatten, sondern kassiert erst mal alle Computer ein; das würde bedeuten, dass die Sparkasse plötzlich ohne IT dasteht. Dass die Sparkasse damit nicht einverstanden ist, kann ich gut verstehen.
Die Computer selbst braucht es mMn nicht. Nur eine Spiegelung (Kopie) der spezifischen Kundendaten vom Server. Das beeinträchtigt dann nicht die IT-Infrastruktur. Sofern in dieser Filiale aktuell überhaupt noch normal gearbeitet werden kann, sind die Rechner da kein Problem. Das sollte alles normal funktionieren.
brigittsche schrieb:Im Zusammenhang mit den Mitarbeitern kann ich mir nicht vorstellen, dass man da etwas vertuschen will oder auch nur kann. Sollte die Sparkasse wissen, dass jemand sowas getan hat, dann hat man das wohl kaum irgendwo aufgeschrieben.
Es geht in erster Linie sicher nicht darum etwas zu verheimlichen, in dem man Daten z.B. interne Anweisungen vernichtet usw. Es geht darum, etwaigen Schaden möglichst abzuwenden oder zumindest so gering wie irgend möglich zu halten um dann am Ende ein mögliches Versagen auf einige wenige Mitarbeiter möglichst am unteren Ende der Hierarchie abzuwälzen. Dann sind alle Verstöße ja nur "bedauerliche Einzelfälle" und selbstverständlich wird man solch achtlose Mitarbeiter direkt mit Schimpf und Schande entlassen. Da für gewöhnlich der Fisch aber vom Kopf her stinkt befürchte ich, dass da die eigentlichen Verursacher ungeschoren davonkommen könnten.
VanPutten schrieb:Vor diesem Hintergrund drängt sich bei einem nicht unerheblichen Teil der Betroffenen der Eindruck auf, dass hier erhebliche Sorgfaltspflichten außer Acht gelassen wurden. Fehlende Vorsorge ersetzt keine Absicherung. Die nun vorgebrachten Nachweise, etwa Hochzeitsfotos, wirken vor diesem Hintergrund zumindest befremdlich. Über Jahre hinweg wurden offenbar Praktiken genutzt, die außerhalb transparenter und regulierter Strukturen lagen - nun soll jedoch die Allgemeinheit für die entstandenen Schäden einstehen.
Ja genau. So sehe ich das auch. Ich persönlich vermute hinter diesen Vorgehensweisen ein System des Wegschauens zum Zwecke eines positiven Geschäftsergebnisses und guter, treuer Kundenbindung für lohnendes Zusatzgeschäft. Jetzt ist natürlich das Geschrei groß. Doch ein Nachweis mit Hochzeitsbildern? Kann ich mir nicht vorstellen das sowas tatsächlich funktioniert. Wenn, könnte das sogar noch ein zweiter Raubzug, diesmal auf Kundenseite werden, wenn Vermögen angegeben und "nachgewiesen" werden, die es tatsächlich gar nicht oder nicht mehr gibt...