VanPutten schrieb:Nach den ersten Ermittlungsergebnissen und aufwendiger Spurensicherung rekonstruiert die Soko „Kernbohrer“ das Eindringen in die Sparkasse bisher so: Zuerst wurde vermutlich bereits am Donnerstag, dem ersten Weihnachtstag, in der Tiefgarage in der Nienhofstraße in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) das Stahlrolltor zum abgetrennten Sparkassen-Bereich manipuliert.
Das Tor öffnete sich plötzlich nicht mehr mit dem Zugangs-Chip, deshalb soll danach allen Mietern nach Klingeln und Rücksprache mit der Parkhauszentrale per Gegensprechanlage aufgedrückt worden sein. Eine Kameraüberwachung gibt es an der Stelle nicht. Mutmaßlich nutzten das dann die Täter und fuhren als vermeintliche Mieter in den abgetrennten Bereich.
Millionendiebe hatten wohl Schlüssel
Danach drangen sie von der separaten Tiefgarage durch eine vorher bereits von innen manipulierte Stahltür in die Bank ein. Diese Tür lässt sich von außen nicht öffnen, auch nicht mit Schlüssel oder elektronischem Code, außen ist nur ein Knauf.
Durch die nächste, ebenfalls manipulierte Tür kamen die Millionendiebe offenbar dann mit einem Schlüssel. Die dritte Tür wurde ebenfalls ohne Alarmauslösung geöffnet. Wie genau, ist noch Teil der Ermittlungen.
Ein maskierter Täter bespritzt den Parkscheinautomaten mit einer unbekannten Flüssigkeit aus einer blauen Sprühflasche
Damit hatten die Gangster die Sicherheitssysteme der Sparkasse überwunden und gelangten in den Archivraum. Dort setzten sie dann an der genau richtigen Stelle den großen Bohrer an und frästen sich langsam in den Tresorraum. Möglicherweise half ihnen dabei auch noch ein vorher hinterlegter Tracker in einem Schließfach. Gefunden wurde aber nichts, die Täter könnten ihn wieder mitgenommen haben.
Kurz nach halb 11 am Samstagmorgen gelang schließlich der Durchbruch durch die dicke Stahlbetonwand, und um 10.45 Uhr knackten die Täter das erste Kunden-Schließfach. Und dort löste kein Bewegungsmelder Alarm aus.
Auch noch spannend: Offenbar wurden kaum leer stehende Fächer im Tresorraum geknackt, möglicherweise hatten die Einbrecher auch darüber vorher bereits Informationen aus der Sparkasse bekommen. Zudem ließen sie registrierte Wertgegenstände zurück – etwa Luxusuhren (Rolex, Breitling) und auch besonders auffälligen Schmuck mit Edelsteinen.
Quelle: https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/multi-millionen-coup-in-gelsenkirchen-halfen-insider-beim-millionendiebstahl-696415934d1d5f581eeb3899
Zum Fett von mir markierten: Ich denke ja auch an einen Innentäter, dachte da aber eher an einen ehemaligen Mitarbeiter.
Da die erste Tür von der Tiefgarage aus in die Bank (Stahltür) aber von innen geöffnet war, also nur angelehnt war, muss es ja ein aktiver Mitarbeiter sein. Oder denke ich falsch? Na, die EBs werden das schon rausfinden. Das ist ja zu eindeutig, dass es da von Bankseite irgendwo Unterstützung gab von wem auch immer.
- Geöffnete, angelehnte Stahltür
- Schlüssel für die nächste Tür
- nicht funktionierende Alarmanlage
...
Der erwähnte Tracker im Schließfach, der
möglicherweise platziert wurde, damit die Kernbohrung richtig angesetzt wird, ist ein guter Gedanke.