brigittsche schrieb:Da ruft doch nicht irgendwer an und sagt: "He, Yosef, wir kennen uns nicht, aber ich habe gehört, Du willst im Schützenverein mitmachen, komm doch dann und dann da und da hin, dann bekommst Du eine Uniform...." Und er marschiert dann einfach so los ohne genau zu wissen, was das soll.
Noch dazu, weil es kein Uniformverein, sondern ein Schützenverein war. Nach meiner Information findet die Hauptaktivität dort - das Schießen - nicht in Uniform statt. Die wird dann eher zum Schützenfest oder anderen offiziellen Veranstaltungen herausgeholt.
Momentan ist keine Zeit für ein Schützenfest, sehr wohl aber, wie bereits oben geschrieben, für den Karneval. Und da kann ich mir im Umzug mitlaufende Schützen in Uniformen wieder sehr gut vorstellen. Abwegig ist das auch nicht. Auf allen Karnevalsumzügen, die ich je sah, waren vom Kleinstkind im Wagen bis zum rüstigen Senior alle Altersgruppen vertreten.
Da bald Rosenmontag ist, könnte sich also das Uniformthema auf dieses Datum bezogen haben.
Am Ende gibts zum jetzigen Zeitpunkt zwei grobe Möglichkeiten:
A: Eine Person (vom Verein oder sich vom Verein ausgebend) kontaktiert das Opfer und lockt es mit einer angeblichen Uniformanprobe fort. Das Opfer gibt also den aus seiner Sicht wahren Grund für sein Weggehen an.
B: Das Opfer möchte von daheim Weggehen, aber den wahren Grund nicht nennen und schiebt eine erfundene Uniformanprobe vor.
Gedanken zu A:
-Wie kamen dann Opfer und Täter zum See?
1) War der See der Tatort? Dann muss das Opfer dorthin gekommen sein. Am See finden keine Anproben statt - ging das Opfer freiwillig trotzdem zum See? Wenn ja: Warum? Oder war die Verbringung dort hin schon unter Zwang?
2) Oder war das Schützenheim Tatort und der See nur Ablageort?
Gedanken zu B:
- Wohin wollte das Opfer wirklich, wenn nicht zu der in diesem Szenario erfundenen Anprobe?
1) Wie oben gilt: Fand die Tat am See statt oder nicht?
2) Wollte das Opfer Zeit alleine verbringen und traf dann erst auf den Täter? (Unwahrscheinlich, aber auch Zufälle sind möglich!)
3) Oder war ein Treffen mit einer anderen Person (die nicht der Täter sein muss!) geplant? Wo? Am See? Wer könnte das gewsen sein?
-> Warum hätte das Opfer in diesem Szenario heimlich agieren müssen? (Hypothetisches Beispiel: Ein Treffen mit einer Person, die die Familie nicht gern mit ihm gesehen hätte.)
Ich glaube, man kommt deutlich weiter, wenn man von hinten denkt und sich die wichtigste Frage stellt: Cui bono? Wem nutzt es? Welchen Grund kann es geben, einen 14 jährigen, allseits beliebten, sportlichen und tierlieben Buben zu töten?