Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?
um 18:28Ich bin indifferent, denn - wie hier schön aufgedröselt - gibt es viele Inidizien, aber keine Beweise.
Das, was im Prozess als Stalking bezeichnet wurde, könnte man auch mit außergewöhnlicher Identifikation mit den Betroffenen interpretieren. Sie hat sich ungewöhnlich stark mit Eltern und Babies verbunden gefühlt und daher deren Schicksal verfolgt. Bei den zahlreichen Aufrufen auf FB hat sie vermutlich auch andere Eltern, die mit gesundem Baby heimgehen konnten, beobachtet. Etwas befremdlich, aber auf ähnlichem Prinzip beruhen schließlich auch Instagram und andere soziale Netzwerke, die darauf angelegt sind, wildfremden Menschen zu folgen. Es kann, muss aber nicht morbide Faszination sein. Auch, wenn sie bereits vor Aufnahme oder vor dem Tod der Babies die Eltern "gestalkt" hat.
Gibt es denn bei den verstorbenen Babies DEN gemeinsamen Nenner, der einen Unterschied zu jenen machte, die überlebt haben? Falls sie es war: Wie suchte sie die Babies aus, die nicht weiterleben durften, waren es vielleicht nur (vermeintlich) glückliche Pärchen, denen sie das Glück nicht gönnte; war es nur die Gelegenheit, die sich bei manchen Babies bot und anderen nicht?
Zu den Post-it: Die fand ich zunächst sehr belastend. Aber man weiß ja gar nicht, wann genau diese verfasst wurden. Wenn sie diese etwa unter dem Eindruck des wachsenden Misstrauens der Ärzte verfasst hat und vlt Schuldgefühle hatte (nicht, weil sie es mutwillig gemacht hat, sondern weil sie stets involviert war), kann das auch ein Zeichen von Selbstzweifel sein. "Ich bin ein schlechter Mensch, bei mir passieren immer diese schreckliche Sachen, ich muss böse sein" - eben das Bild, das dort möglicherweise gespiegelt wurde. Eine Art Stressreaktion. Selbsthass und die Suche nach Fehlern bei sich selbst, wenn (!) sie sich die Häufung von Todesfällen selbst nicht erklären konnte.
Falls sie es nicht war, ist diese Verurteilung natürlich eine absolute Katastrophe. Ich glaube aber, ohne neue Beweise werden wir es niemals erfahren.
Die neuen "Gutachten" könnten prozessrechtlich etwas bewirken. Die Wahrheit können sie aber auch nicht liefern.
Sehr schwierig.
Danke nochmals dem oder der Threadersteller/in für die sorgfältige Aufbereitung!
Das, was im Prozess als Stalking bezeichnet wurde, könnte man auch mit außergewöhnlicher Identifikation mit den Betroffenen interpretieren. Sie hat sich ungewöhnlich stark mit Eltern und Babies verbunden gefühlt und daher deren Schicksal verfolgt. Bei den zahlreichen Aufrufen auf FB hat sie vermutlich auch andere Eltern, die mit gesundem Baby heimgehen konnten, beobachtet. Etwas befremdlich, aber auf ähnlichem Prinzip beruhen schließlich auch Instagram und andere soziale Netzwerke, die darauf angelegt sind, wildfremden Menschen zu folgen. Es kann, muss aber nicht morbide Faszination sein. Auch, wenn sie bereits vor Aufnahme oder vor dem Tod der Babies die Eltern "gestalkt" hat.
Gibt es denn bei den verstorbenen Babies DEN gemeinsamen Nenner, der einen Unterschied zu jenen machte, die überlebt haben? Falls sie es war: Wie suchte sie die Babies aus, die nicht weiterleben durften, waren es vielleicht nur (vermeintlich) glückliche Pärchen, denen sie das Glück nicht gönnte; war es nur die Gelegenheit, die sich bei manchen Babies bot und anderen nicht?
Zu den Post-it: Die fand ich zunächst sehr belastend. Aber man weiß ja gar nicht, wann genau diese verfasst wurden. Wenn sie diese etwa unter dem Eindruck des wachsenden Misstrauens der Ärzte verfasst hat und vlt Schuldgefühle hatte (nicht, weil sie es mutwillig gemacht hat, sondern weil sie stets involviert war), kann das auch ein Zeichen von Selbstzweifel sein. "Ich bin ein schlechter Mensch, bei mir passieren immer diese schreckliche Sachen, ich muss böse sein" - eben das Bild, das dort möglicherweise gespiegelt wurde. Eine Art Stressreaktion. Selbsthass und die Suche nach Fehlern bei sich selbst, wenn (!) sie sich die Häufung von Todesfällen selbst nicht erklären konnte.
Falls sie es nicht war, ist diese Verurteilung natürlich eine absolute Katastrophe. Ich glaube aber, ohne neue Beweise werden wir es niemals erfahren.
Die neuen "Gutachten" könnten prozessrechtlich etwas bewirken. Die Wahrheit können sie aber auch nicht liefern.
Sehr schwierig.
Danke nochmals dem oder der Threadersteller/in für die sorgfältige Aufbereitung!

